BWL - Band III - Unterweisung 72


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 72:
1. Gesegnet seien, die ehrfurchtsvoll und demütig mit den
Augen des Geistes in die göttlichen Offenbarungen eindringen, denn
ihr Zeugnis von Meiner Kundgebung als Heiliger Geist wird
wahrhaftig sein. Geht hin zu den Menschen und sät den Samen
Meiner Liebe selbst auf die dürren Felder und bewässert ihn mit
dem Wasser Meiner Liebe.
2. Es gibt viele, die in dieser Zeit das Geistige schauen, doch
glaubt deshalb nicht, dass sie Mich alle lieben. Ich habe euch schon
einmal gesagt, dass nicht jeder, der zu Mir "Vater, Vater" sagt, Mich
liebt, sondern jener, der im Stillen Barmherzigkeit an seinen
Brüdern übt und demütig mit Mir in Verbindung tritt.
3. Die Fähigkeit der geistigen Schau ist eine Gabe des Heiligen
Geistes. Aber während die einen demütig sind und bei den
Gesichten vor Wonne und Furcht erzittern, prahlen die andern über
die Gabe, die sie besitzen.
4. Warum gibt es Jünger, die die ersten Plätze erstreben, obwohl
Ich an Meinem Tische niemanden bevorzuge? Ich, der Ich der
Meister bin und — von der Liebe Meiner Kinder umgeben — den
Ehrenplatz des Tisches einnehmen sollte, habe beim Eindringen in
das Herz eines jeden von ihnen bei den einen einen Gerichtshof
vorgefunden, wo Meine Worte und Meine Werke gerichtet werden,
bei andern einen finsteren Kerker, wo man Mich geißelt und
verspottet, und bei wieder andern habe Ich ein Kreuz gefunden, das
für eine erneute Opferung bereitsteht.
5. Einige Meiner Kinder leiden, wenn sie die Verständnislosigkeit
des Volkes sehen, das immer ungehorsam ist gegenüber
Meinen Anordnungen und Weisungen.
6. Dennoch, und trotz der so großen Selbstsucht gibt es manche,
die den Gefangenen in seiner Zelle besuchen, den Kranken auf
seinem Lager, und manche eilen zu den Krankenhäusern, um denen,
die dort vergessen leiden, einen Strahl des Lichtes zu bringen. Die
auf solche Weise tätig sind, lieben Mich in ihren Nächsten und ehren
Mich durch ihre Werke.
7. Bringt euren Verstand zur Ruhe, bedenkt, dass die
Augenblicke schon knapp sind, in denen ihr Mich in dieser Kundgebung
gegenwärtig habt. Das Jahr 1950 ist schon sehr nahe, und
Ich sehe euch noch in tiefe Lethargie versunken. Der Grund ist, dass
ihr Meine Worte durch einen sündigen Körper wie dem euren
vernehmt, und darum haben sie für euch nicht die Glaubwürdigkeit,
die sie verdienen. Doch der Tag wird kommen, an dem Mein
prophetisches Wort in Erfüllung geht, und ihr werdet dann euer
Unverständnis bereuen.
8. Dies ist die von Mir angekündigte Zeit gewesen, in der Ich
zur Menschheit spreche; hernach wird die eure kommen. Doch falls
ihr eure Lippen verschließen und Meine Lehre nicht bekannt
machen solltet, werden die Steine sprechen und die Naturgewalten
euch aufwecken.
9. Volk, Ich will dich vom Schmerz befreien, der dich
niederdrückt. Unterstütze Mich bei diesem Werk: Hast du den
Willen, dies zu tun? Dann lerne von Mir, höre Meine Unterweisung,
nutze diese Zeit, die schnell für euch vorübergehen wird.
10. Wenn der Speisesaal leer bleibt und der Tisch verlassen, soll
der Grund dafür der sein, dass die Jünger sich in alle Winde
verstreuten und die Gute Botschaft weitersagen, und nicht, weil sie
Mir den Rücken gekehrt haben und Meinem Rufe nicht gefolgt sind.
11. Ich verspreche euch, nach Meinem Abschied, aber bevor ihr
euch über die Welt verstreut, im Geiste zu kommen, um euch das
Licht zu geben, das euch alles verstehen lässt, was Ich euch mit
Meinen Unterweisungen kundtat, und um euch die notwendige Kraft
zu geben, eure Aufgabe zu erfüllen. In diesen Augenblicken wird
das Licht des Heiligen Geistes in jedem Verstande sein; die einen
werden Mich schauen, andere werden Mich vernehmen, und alle
werden Meine Gegenwart geistig fühlen.
12. Macht euch dieser Gnade würdig; keines Meiner Worte soll
aus eurem Herzen verschwinden, denn ihr würdet auf verbotene
Wege geraten.
13. Lernet jetzt, erfüllt euren Geist mit Meinem Licht, denn der
Augenblick wird kommen, in dem ihr den Antrieb fühlen werdet,
euch aufzumachen und eure Aufgabe zu erfüllen. Doch was kann
der lehren, der nichts gelernt hat? Kann ein Blinder einen andern
Blinden führen?
14. Mit wahrem Glauben fühlt ihr, dass Ich unter euch
gegenwärtig bin; aber ihr fühlt euch unfähig, große Werke zugunsten
eurer Brüder zu tun. Doch wahrlich, Ich sage euch, trotz eurer Kälte
werden in dieser Zeit unter euch die Jünger aufstehen, die alles
aufgeben, um Meiner Spur zu folgen, so wie die sündigen Frauen,
die auf Mein Wort hin ein neues Leben beginnen, nicht mehr
sündigen und ein Vorbild für ihre Geschwister sind.
13. Erkennt, dass das Licht des Sechsten Siegels euren Geist
erleuchtet. Das Buch ist aufgeschlagen, denn die Siegel sind vom
ersten bis zum sechsten gelöst. Ich sammle nun die, welche Mein
Zeichen tragen sollen, um ihnen eine sehr schwierige Aufgabe
anzuvertrauen. Am Ende dieses Zeitabschnitts werde Ich diejenigen
empfangen, die sie erfüllt haben, und jenen, die Meine Anweisungen
nicht befolgt oder sie verfälscht haben, werde Ich sehr schwere
Vorwürfe machen, und Mein Wort wird sich an ihnen streng
erweisen.
16. Volk, begreife, dass du die Zeit nicht mehr mit Nichtigkeiten
vergeuden darfst, mit dem Erwerb unnötiger Reichtümer oder mit
neuen weltlichen Abenteuern. Begreift, dass jeder Augenblick, den
Ich euch gewähre, Licht und Fortschritt für euren Geist bedeutet.
17. Meine Gegenwart überrascht diese Menschheit, die nicht
darauf vorbereitet ist, Mich zu empfangen. Meine Kundgebung im
Geiste in dieser Dritten Zeit fällt mit dem größten Materialismus der
Wissenschaft zusammen, der seinen Höhepunkt erreicht hat. Ich
sehe die Waffen, mit denen sich die Menschen vorbereiten, Meine
Lehre zu bekämpfen, welche ihre Wissenschaft, ihre Philosophie,
ihre materialistischen Theorien, ihre Eigenliebe, ihr Ehrgeiz und ihr
Hochmut sind. Doch Ich besitze ein Schwert, welches die Wahrheit
ist, deren strahlendem Glanze niemand widerstehen kann. Ihr Licht
wird die Menschheit in dieser Zeit erleuchten und alles aufdecken,
was falsch ist, und die Finsternis vertreiben. Wenn Mein Licht auf
allen Wegen erstrahlt und die Wahrheit in allen Seelen ist — wer
wird dann noch der Lüge Zuflucht geben können? Wer wird seinen
Bruder täuschen können?
18. Das menschliche Herz hat sich verhärtet, bis es schließlich
empfindungslos gegenüber dem Geistigen wurde, welches sein
innerstes Wesen und sein Ursprung ist. Ich sage euch: Während
Meine Vaterliebe an euer Herz klopft, ohne Antwort zu erhalten,
fühlen die Geschöpfe, die tiefer als der Mensch stehen, und alles
Geschaffene die Gegenwart des Schöpfers. Ich spreche zu den
Bergen, und sie antworten Mir; Ich spreche zu den Vögeln, und sie
erwidern Mir mit Jubilieren; Ich segne die Gefilde, und sie breiten
einen Blumenteppich aus. Spreche Ich dagegen zu den Menschen,
muss Ich, um gehört zu werden, vor ihren Augen als Mensch
sterben. Doch Ich bin von neuem gekommen, weil Ich weiß, dass ihr
Geist sich zum Lichte Meiner Lehren erheben wird, um zum wahren
Weg zurückzukehren.
19. Geliebtes Volk, Ich gebe euch den Namen Israel, denn Ich
habe euch ein weiteres Mal Mein Gesetz gegeben und euch die
vollkommene Gottesverehrung gelehrt. Ihr wart weit davon entfernt,
die Naturkräfte und die Sterne anzubeten, wie es die Alten taten;
dennoch fand Ich euch in dieser Zeit einem neuen Götzendienst
verfallen. Mein Wort musste gegen eure Irrtümer kämpfen, und noch
immer sind in vielen Herzen Wurzeln früherer Bräuche, Glaubensüberzeugungen
und Überlieferungen.
20. Wo sind die Götzen aus Gold und Silber, welche die
Menschen in vergangenen Zeiten herstellten, und wo die Götter, die
die Vorstellungskraft der Menschen schuf? Stein für Stein ist von
den unvollkommen errichteten Altären nach und nach herabgestürzt.
21. Heute komme Ich zu euch mit einer Lehre, die — wenn sie
einmal begriffen ist, die am leichtesten zu erfüllende ist, auch wenn
es für die Welt den Anschein hat, dass sie unmöglich zu
verwirklichen ist. Ich lehre euch den Kult der Liebe zu Gott durch
euer Leben, eure Werke und das geistige Gebet, das nicht an einem
bestimmten Ort von den Lippen ausgesprochen wird, noch kultische
Handlungen oder Bilder benötigt, um inspiriert zu sein.
22. Es ist nicht Mein Wille, dass ihr weiterhin im Finstern lebt.
Darum habe Ich euch Mein Licht gesandt und euch aufgefordert, mit
eurem Gott von Geist zu Geist Zwiesprache zu halten.
23. Meine Lehre lehrt euch, Mich nahe zu sehen als einen
liebevollen Vater und nicht als einen fernen Gott, wie Mich der
größte Teil der Menschheit empfindet. Auch zeigt sie euch den
reinsten, leichtesten und sichersten Weg, um in Meine Gegenwart zu
gelangen.
24. Volk, Ich gebe dir eine vollkommene Unterweisung.
Versucht euch zu erheben, kämpft, um den Berg zu ersteigen, läutert
euch, damit eure Seele sich von den weltlichen Leidenschaften
befreit und das Glück erleben kann, im Unendlichen zu wohnen.
Begreift, dass eure Seele Hunger und Durst danach hat, sich in den
Regionen von Meiner Liebe zu nähren, in denen die Schwingung
Meiner Kraft, Meines Liebesgeistes und Meiner universellen
Ausstrahlung herrscht.
25. Wenn ihr erreicht habt, einige Schritte vorwärts zu kommen,
so werdet nicht eitel, weil ihr euch für das erste Volk der Erde haltet,
das Besitzer der Wahrheit ist. Vergesst nicht, dass ohne Demut alle
eure Werke falsch sein werden.
26. Ich will, dass ihr euch durch tätige Nächstenliebe, durch
Vergeistigung, durch Tugend auszeichnet, damit ihr der Menschheit
durch euer Leben das beste Zeugnis dafür gebt, dass ihr "Israel", das
Volk Gottes seid, in dessen Schoß einzugehen Mein Wort jede Seele
einlädt.
27. Heute wollt ihr erklären, warum ihr Israel seid, und habt
keine Argumente; ihr wollt erklären, warum ihr Spiritualisten seid,
und es fehlen euch die Worte. Ihr versucht darzulegen, worin eure
Geistesgaben bestehen, und es fehlt euch die Beweisführung und die
geistige Entwicklung, um sie überzeugend zu erläutern. Aber wenn
eure Aufwärtsentwicklung wahr wird, werden euch die notwendigen
Worte zufliegen, da ihr mit euren Werken der Liebe darlegen werdet,
wer ihr seid, wer euch gelehrt hat und wohin ihr geht.
28. Es nähern sich Zeiten voller Überraschungen und
unerwarteter Ereignisse für die Menschheit. Ich will, dass dies Volk
die richtige Deutung jener Geschehnisse zu geben versteht, da euch
in Meinem Worte alles offenbart worden ist, was geschehen muss.
29. Ihr befindet euch zur Prüfung und Zurüstung im göttlichen
Schmelztiegel Meines Werkes. Doch verzagt nicht angesichts des
Schmerzes, denn es ist notwendig, dass ihr abgeschliffen werdet.
Lernt, den Leidenskelch mit Geduld zu leeren, damit ihr das Recht
habt, jene zu trösten, die leiden, und ihr den Schmerz nicht
verflucht. Denn wenn ihr ihn in euch selbst fühlt, werdet ihr fähig
sein, den eurer Brüder besser zu verstehen.
30. Ich schule euch, damit ihr bald Ärzte der Seele und des
Körpers werdet. Doch wisset, dass vor Mir jener wichtiger ist, der
die Seele heilt, als der, der nur den Schmerz des Körpers heilt.
31. Den Männern, Frauen und Kindern, die Mein Wort
vernehmen, sage Ich: Bewahrt es in euren Herzen und erinnert euch
im Lichte eures Gewissens an Meine Lehrsätze und Gebote, denn
sie sollen morgen die Waffen sein, die euch dazu dienen werden, die
Lehre zu verbreiten und bekanntzumachen, was euer Kreuz der
Liebe und Erlösung sein wird, damit Ich euch sagen kann: Seid
gesegnet, denn ihr erkennt mehr und mehr den wahren Weg des
Geistes, von dem viele abgewichen sind, weil er lang ist, und die
Mir dann gesagt haben: Herr, wir können Dir nicht nachfolgen.
32. Viele sind derer, die Mir zugehört haben, aber wenige derer,
die Mir nachfolgen, und dieser bediene Ich Mich, um jene zu
ermutigen, die sich vom schmalen Weg entfernt haben — um die
Blinden sehend, die Tauben hörend, die Lahmen gehend zu machen
und die "Toten" aufzuerwecken. Durch Meine Diener habe Ich
Wundertaten unter den Menschen vollbracht und vollbringe sie noch
immer, um sie aus ihrem tiefen Schlafe aufzuwecken.
33. In der Zweiten Zeit ließet ihr Mich allein am Kreuz, als Ich
den Kelch mit Galle und Essig trank, und es wurde nur Mein Blut
auf Golgatha vergossen. Doch jetzt werdet ihr Mich mit eurem
Kreuze begleiten und dabei euren Herrn als Helfer haben, so wie Ich
auf dem Schmerzensweg einen Menschen hatte, der Mir das Kreuz
tragen half. Euer Leben ist die Straße der Bitterkeit, auf der ihr
fallend und euch wieder aufrichtend Schritt für Schritt bis zum
Gipfel des Berges gelangt, wo ihr eurem Vater sagen könnt: "Herr,
in Deine Hände befehle ich meinen Geist."
34. Wer sind die, die Mir bis ans Ende ohne Prahlerei nachfolgen?
Ihr wisst es nicht. — Welche werden dahin gelangen? Alle,
sagt euch der Meister, zuerst die einen, hernach die andern. Die
einen mit weniger Schmerz, und die andern unter großen Opfern, je
nach dem Weg, den jeder wählt, und der Art und Weise, in der er auf
ihm wandelt.
35. Der gerade Weg ist der kürzeste; er wird durch Licht, Liebe
und Tugend gebahnt. Es ist der Weg des Gesetzes.
36. Die krummen Wege verlängern den Entwicklungsgang, aber
schließlich werdet ihr alle bei mir anlangen.
37. Ihr kennt nicht die Stätte des Friedens, welche die Seelen
erreichen, die zur "Bergeshöhe" gelangen, aber ihr habt Glauben an
die Existenz des Verheißenen Landes, und darum sage Ich euch aufs
neue: Selig, die ohne zu sehen geglaubt haben.
38. Von alters her kündigten euch die Prophetien an, dass in
dieser Zeit jedes Auge Mich sehen würde — das des Sünders und
das des Frommen; aber Jesus in menschlicher Gestalt werden nicht
alle sehen. Meine Gegenwart wird mit den Augen eures Glaubens,
eurer Liebe und geistigen Erhebung geschaut werden.
39. Meine Stimme wird im Innersten eures Wesens schwingen,
und ihr werdet fühlen, dass Ich bei euch lebe. Doch müsst ihr euer
Herzenskämmerlein reinigen, damit ihr euch nicht schämt, Mich in
ihm zu empfangen, wenn es befleckt ist. Sucht den Beistand eurer
geistigen Brüder, und sie werden euch bei eurer Zurüstung helfen.
40. Ihr habt bereits eure Wanderschaft auf dem Weg zu eurer
geistigen Entwicklung begonnen, setzt sie ohne Furcht fort. Ich habe
euch in den Prüfungen ermutigt, die Ich euch auferlegte. Welche
menschliche Macht hätte jenen wieder herausholen können, der in
den Abgrund gestürzt war? Wer hätte das Unmögliche möglich
machen können, das in eurem Leben geschah? Wer konnte die
Schlingen der Versuchung zerstören, die eure Seele bedrängten?
41. Ich bin der einzige, der diese Werke unter euch zu tun
vermag, ohne eine Vergütung dafür zu verlangen. Ich zähle Meine
Wohltaten nicht auf, um vor euch damit zu prahlen, was Ich euch
gebe, sondern weil Ich will, dass Meine Unterweisungen nicht
unbeachtet (an euch) vorübergehen, und dass euer Geist sie
ergründet und begreift. Ich will, dass euer Herz gütig wird, damit es
der Seele hilft, gute Werke zu vollbringen und den Weg eurer Brüder
mit Liebe und Barmherzigkeit zu besäen.
42. Ihr kommt zu diesen bescheidenen Versammlungsstätten, in
denen ihr Mein Wort hört, wie zu einer Schule, in der ihr das lernen
sollt, was ihr später auf eurem Lebensweg in die Tat umsetzen sollt.
Begreift, dass ihr durch das bloße Hören der Unterweisung eure
Aufgabe noch nicht erfüllt habt. Ich vertraue euch die Welt an, damit
ihr in ihr den Samen Meiner Lehre verbreitet. Ich vertraue euch euer
Heim an, zeige euch die Betätigungsbereiche und die einzuschlagenden
Wege. Die Gefängnisse, die Krankenhäuser, die
Waisenhäuser, die Orte, wo das Laster und die Verderbtheit
herrschen, sind geeignete Wirkungsfelder für euer Gebet und eure
Werke der Barmherzigkeit.
43. Besiegt euch selbst, und der Weg wird euch leicht werden.
Dann werdet ihr das Tier besiegen können, das Mein Apostel
Johannes in seiner Offenbarung sah.
44. Schon oft wolltet ihr Mir geloben, dass ihr Mir nachfolgen
werdet, doch Ich habe eure Lippen versiegelt, damit sie das
Gelöbnis nicht aussprechen. Andere unter euch wollten den Schwur
niederschreiben, dass sie Mich immer lieben werden, und Ich habe
eure Feder angehalten, weil Ich will, dass euer Geist es ist, aus dem
der unumstößliche Vorsatz, Mir nachzufolgen, entspringt.
45. Wenn ihr für einen Augenblick euren eigenen Geist sehen
könntet, wärt ihr überrascht, zu erfahren, wer ihr seid; ihr würdet
euch über sein Licht wundern und würdet Achtung vor euch selbst
empfinden. Doch obwohl ihr ihn nicht mit den Augen eures Körpers
sehen könnt — habt Glauben an ihn aufgrund seiner Äußerungen,
dann wird euer Körper nicht länger ein Kerker oder ein Hindernis
für seine Erhebung sein. Bedenkt, dass euer Geist als ein der
Schöpfer ähnliches Wesen dazu bestimmt ist, Werke zu vollbringen,
die Jenes würdig sind, der ihm das Leben gab.
46. Jetzt müsst ihr eure Kräfte mehr denn je sammeln, um für
die Ausreifung eurer Seele zu sorgen, die bei vielen von euch eine
Spur des Schmerzes, der Trauer und der Tränen hinter sich gelassen
hat. Doch jetzt, da ihr die Stadt der Sünde verlassen habt und euch
Schritt für Schritt dem Neuland nähert, das euch liebevoll erwartet
— wendet euer Gesicht nicht zurück, geht weiter bis ans Ziel.
47. Betrachtet die fehlgeleitete Menschheit — fehlgeleitet, weil
die großen Religionsgemeinschaften, die sich christlich nennen,
dem Rituellen und Äußerlichen mehr Bedeutung beimessen als
Meiner Lehre selbst. Jenes Wort des Lebens, das Ich mit Werken der
Liebe und mit dem Blut am Kreuze besiegelte, lebt nicht mehr im
Herzen der Menschen, es ist eingesperrt und stumm in den alten und
verstaubten Büchern. Und so gibt es eine "christliche" Menschheit,
die weder begreift noch weiß, wie man Christus nachfolgt.
48. Darum habe Ich nur wenige Jünger in dieser Zeit — solche,
die ihre Brüder, die Leid tragen, lieben, die den Schmerz lindern,
solche, die in der Tugend leben und sie durch ihr Vorbild predigen:
Dies sind die Jünger Christi.
49. Wer Meine Lehre kennt und sie verheimlicht oder sie nur
mit den Lippen bekanntmacht und nicht mit dem Herzen, der ist
nicht Mein Jünger.
50. Ich bin in dieser Zeit nicht gekommen, um Tempel aus Stein
aufzusuchen und Mich in ihnen kundzutun. Ich suche Seelen,
Herzen, nicht materielle Festgewänder.
51. Auf die Menschen, die Mein Dasein leugnen, weil sie sich
auf den Wegen der Wissenschaft verirrt haben, blicke Ich mit
Erbarmen. Nicht einmal die, die Mich im Herzen der Menschen zu
zerstören suchen, betrachte Ich als Feinde; Ich liebe sie und vergebe
ihnen, weil sie Meine vielgeliebten Kinder sind.
52. Dringt in Mein Wort ein, aber tut es mit Achtung und
verlangt nicht zu wissen, was nur euer Herr wissen darf. Doch fühlt
die unendliche Freude, zu wissen, dass ihr ein vollkommenes,
weises und gerechtes Wesen als Gott habt.
53. Geliebtes Volk, seht diese bedrückte und kranke
Menschheit, die sich nicht der Zeit bewusst ist, in der sie lebt, noch
Meiner Gegenwart unter den Menschen.
54. Erwache, Volk, denn Ich übergebe dir eine Botschaft des
Lichtes, des Glaubens und des Heils für diese Menschheit. Macht
euch frei von eurer Lethargie und denkt über die Aufgabe nach, die
ihr in dieser Zeit auf Erden habt.
55. Ich sage euch nicht, dass ihr die Retter oder Erlöser dieser
Menschheit sein werdet, nein; aber Ich lasse euch doch wissen, dass
ihr die Gute Botschaft in die Provinzen und Nationen hinaustragen
sollt. Eure Mission wird sich nicht darauf beschränken, dass ihr
Meine Lehrsätze wiederholt, sondern dass ihr sie auslegt und sie
allezeit mit Werken der Barmherzigkeit bekräftigt und Liebe unter eure Brüder sät.
56. Zieht eure Vollmacht, Werke zu tun, die eure Mitmenschen
überraschen und überzeugen, nicht in Zweifel. dass ihr einfach und
ungebildet seid, ist kein Hindernis, den Auftrag zu erfüllen, den Ich
euch anvertraut habe. Es ist ein Geist des Lichtes in euch, der nur
euren Glauben benötigt, um sich zu offenbaren.
57. Unter diesen Scharen von Armen und Enterbten werde Ich
jene erleuchten, die Ratgeber, Ärzte der Seelen, Ausleger Meines
Werkes, Boten des Friedens und Propheten sein werden.
58. Einige werden Weggehen zu andern Völkern, die übrigen
werden die Ankunft derer erwarten, die ihr Ausländer nennt, der
Fremdlinge, welche Frieden, Licht, Brüderlichkeit und Gastfreundschaft suchen.
59. Ich habe euch gesagt, dass diese Nation derzeit vorbereitet
wird, damit sie sich in der durch Meinen Willen festgesetzten
Stunde als ein Banner des Friedens und der Vergeistigung unter den
Völkern der Erde erhebt. Sie wird Obdach gewähren, Zuflucht sein
und jene beschützen, die von Schmerz gebeugt zu ihr kommen.
Groß ist die Bestimmung dieses Volkes, darum prüfe Ich es und
lasse es Meine Gerechtigkeit fühlen.
60. Wäre euer Herz nicht von Wonne erfüllt, wenn ihr die
Flüchtlingszüge auf der Suche nach Frieden vor eure Türen kommen
sähet? Würdet ihr euch nicht darüber freuen, euer Brot mit den
Hungernden zu teilen?
61. Bereitet eure Herzen und veredelt eure Empfindungen, denn
ihr wisst nicht die Stunde oder den Tag, an dem Mein Wort in
Erfüllung geht. Entwickelt die Gabe der Heilung, mit der Ich euch
geistig reich gemacht habe, weil mit den Heimatlosen viele Kranke
herbeikommen werden, und andere, die durch Erschöpfung niedergedrückt
sind. Bekannte und unbekannte Krankheiten werden sie
quälen; doch Ich gebe euch einen einzigen Heilbalsam für alle
Leiden, seien sie seelisch oder körperlich. Um Wunder zu wirken,
bedarf jener Balsam der wahrhaften Nächstenliebe, die das Gebet
zur Grundlage hat.
62. O gesegnete Nation, in die Ich Meinen zum Wort
gewordenen Strahl des Lichtes gelangen ließ, in der Ich Mein Volk
in Erscheinung treten ließ: Zerstöre deinen religiösen Fanatismus,
befreie dich von der Unwissenheit, und du wirst nie mehr Sklave
sein!63. Ich habe diese Landstriche begnadet, damit, wenn der Tag
gekommen ist, das Manna der Barmherzigkeit auf sie herniederfällt,
und die großen Menschenscharen, welche nach der Wahrheit
suchen, von ihm essen.
64. Wachet über eurem Erbe, wacht über euren Gaben, denn ihr
seid dazu bestimmt, die Menschheit die Vergeistigung zu lehren, die
Lehre, die die größte Weisheit offenbart und den Frieden der
Menschen und den Aufstieg des Geistes sichert.
65. Die Aufträge und Missionen, die Ich euch anvertraue, sind
keineswegs ein Joch oder eine Last für euch. Ihr habt die Last eurer
Unvollkommenheiten nicht erduldet und die Ketten der Erniedrigung
und der Knechtschaft nicht mit euch geschleppt, damit
Ich euch ein neues Joch anbiete. Die Aufgaben, die Ich euch anvertraue,
sind gewiss schwierig und von sehr großer Verantwortung,
aber ihre Erfüllung sichert euren Frieden, euer Wohlergehen und euer Heil.
66. Wenn ihr eure Aufgabe gut durchführt, ist sie, statt ein
schweres Kreuz oder eine schmerzende Last zu sein, eine
unaussprechliche Freude für den Geist und eine unermessliche
Befriedigung für das Herz.
67. Dies ist das Zeitalter Elias', der im Geiste zu euch
gekommen ist, alle Wege ebnet, Hindernisse niederreißt, Licht in die
Finsternis bringt, Ketten der Unwissenheit zerbricht und allen
Seelen den Weg weist.
68. So, wie Mose Israel vom Joche Ägyptens befreite und es in
das Land Kanaan führte, wird euch in dieser Zeit Elias von der
Finsternis dieser Welt befreien, um euch ins Licht des Geistigen
Reiches, das neue Gelobte Land zu bringen.
Mein Friede sei mit euch!

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