BWL - Band 6 - Unterweisung 170


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 170:
1. Wenn ihr an die Qualen denkt, die Ich am Kreuze erlitt, seid
ihr darüber entsetzt, dass die menschliche Niedertracht solche
Exzesse von Grausamkeit erreicht hat. Doch Ich sage euch, dass
jener Schmerz und der Kelch, den Ich damals trank, nicht die größte
Bitternis waren.
2. Der größte Schmerz für mich war der, zu erleben, dass meine
Kinder trotz meines Lebens unter ihnen nicht erkennen wollten, wer
Ich war — jener, der ihnen mit Worten voller Licht die Wahrheit
offenbarte — und zu erleben, dass sie meine Worte ablehnten und
mich verleugneten, und dass Ich meine Liebe in ihre Herzen verströmte,
während sie mich verspotteten und ihre Lippen Lästerungen
gegen mich ausstießen.
3. Der letzte Seufzer, den Ich am Kreuze aushauchte, war die
göttliche Vergebung, die sich meinem Herzen über so viel Elend und
so viel Totes entrang. Aber meine Passion endete nicht mit jenem
Seufzer. Ich hatte euch gesagt, dass Ich das Leben bin, und mein
Geist empfing in der Ewigkeit weiterhin die Undankbarkeiten aller
Menschen.
4. Sie diskutierten darüber, ob Ich der verheißene Messias sei
oder nicht. Sie untersuchten meine Werke, um zu sehen, ob sie die
Bestätigung für das seien, was die Prophetien angekündigt hatten;
und während die einen zu der Überzeugung gelangten, dass Ich der
Verheißene sei, leugneten mich andere — die Materialisten, die nur
das Materielle verehren, jene, die die Prophetien nach ihren
weltlichen Wünschen und ihren selbstsüchtigen Interessen ausgelegt
hatten, sie alle verleugneten mich weiterhin.
5. Wie blind waren jene, die meine Worte des Lebens
vernommen und meine machtvollen Werke gesehen hatten, doch
nicht zu der Einsicht gelangten, dass Gott allein sie zu vollbringen
imstande war.
6. Heute könnt ihr sagen, dass die Menschheit Christus als den
Messias anerkannt hat, den der Vater schon in der Ersten Zeit der
Menschheit verheißen hat. Dennoch hören die Menschen nicht auf,
mich zu leugnen, abzulehnen und mir für meine Liebe die Galle und
den Essig ihrer Undankbarkeiten anzubieten.
7. Heute zweifeln sie nicht mehr an Jesum, aber viele stellen
meine Göttlichkeit in Frage und leugnen sie sogar. Die einen
schreiben mir große geistige Erhebung zu; andere behaupten, dass
auch Ich den Entwicklungsweg der Seele durchlaufe, um zum Vater
gelangen zu können. Doch wenn es so wäre, hätte Ich euch nicht
gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
8. Ich kenne eure Überlegungen, eure Philosophien. Ich weiß,
dass für euch nur eine Seele inkarniert, die dieser Prüfung bedarf,
um ihre Erhebung und Vervollkommnung zu erlangen, und dies
verbietet euch zu glauben, dass das göttliche "Wort" Mensch wurde.
Ich weiß, dass ihr nicht begreift, dass die göttliche Wesenheit
Schmerz empfinden konnte, und die Menschen, die erkennen, dass
Christus dies widerfuhr, leugnen daher, dass er die verheißene
Gottheit sein konnte.
9. Ach meine geliebten Kinder, wenn ihr doch begreifen
könntet, dass die Menschwerdung des "Wortes" auf Erden der
größte Ausdruck der göttlichen Liebe ist! Es war ein Verlangen nach
Demut euch gegenüber, und eine Lehre aus meinem Wunsch heraus,
mich zu begrenzen, mich klein zu machen, damit ihr mich mehr zu
euch gehörig und euch selbst näher beim Vater fühlen solltet.
10. Aber jener große Schmerz — wie wenig wisst ihr darüber!
Ihr denkt nur an den körperlichen Schmerz, an das Fleisch, das
leidet, an die Angst der Seele, aber ihr begreift nicht, dass, solange
zwischen den menschlichen Geschöpfen und ihrem Himmlischen
Vater keine Harmonie herrscht, der Schmerz unter euch fortbestehen
wird. Doch welchen Schmerz könntet ihr erleiden, der nicht auf
euren Vater zurückstrahlt?
11. Denkt nicht, dass Ich mich gegenüber euren Urteilen
verteidige, oder dass Ich euch bitte, mich nicht jener göttlichen
Wesensnatur zu berauben, die ihr mir absprecht. Ich bin in dieser
Zeit gekommen, um dem Menschen zu sagen, dass er mich mit
seinem Geist beurteilen soll.
12. Hört auf, mit eurer kleinen menschlichen Vernunft im
großen Buch des Lebens, welches vom göttlichen Geist für euren
Geist niedergeschrieben wurde, lesen und es erfassen zu wollen,
denn euer Geist ist es, der die Unsterblichkeit erlangt, und nicht das
"Fleisch".
13. Bedenkt, dass Ich euch diese Unterweisungen durch ungebildete
und einfache Geschöpfe gebe, damit ihr ihnen Glauben
schenkt. Denn wenn Ich sie euch durch geschulte und gebildete
Menschen übergeben hätte, würdet ihr diese Offenbarungen als eine
weitere Theorie unter den vielen auffassen, die in diesen Zeiten auf
der Erde aufgetaucht sind.
14. Jene, die durch mein Wort in dieser Zeit ergriffen wurden,
haben sich als fleißige Arbeiter ans Werk gemacht und mühen sich
unermüdlich ab, von meinen Unterweisungen inspiriert. Ihre Lippen
sagen mir nicht: "Meister, hier sind wir bei Dir", weil sie wissen,
dass sie überall bei mir sind, wenn sie mein Gesetz erfüllen, und
morgen werden sie die geistigen Wegweiser und Botschafter für die
Menschheit sein.
15. In der Welt warten die Menschen bereits auf das Kommen
der Apostel des Friedens und des Lichtes — auf euch, die ihr beim
Göttlichen Meister gewesen seid, die ihr den Herzen die Frohe
Botschaft bringen werdet.
16. Noch befindet ihr euch in der Prüfung und Vorbereitung für
die Ausübung meiner Lehren. Ihr sättigt euch an meiner Liebe und
seid ganz von meinem Werk durchdrungen.
17. Es sind bereits die letzten Jahre meiner Kundgabe. Nach
1950, wenn Ich mein Wort zurückgezogen habe, werdet ihr euch an
dasselbe erinnern, und euer Herz wird von Trauer erfüllt sein, wenn
ihr es nicht zu nutzen verstandet. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich
werde mich nicht von euch trennen, nur die Form, in der Ich mich
kundgebe, wird sich wandeln, und Ich kann euch sogar sagen, dass
Ich euch näher sein werde, weil die Zeit wahrer Vergeistigung
kommen wird.
18. Ihr werdet weiterhin in geistiger Verbindung mit mir sein.
Erkennt, wie einfach meine Lehre ist, wie leicht verständlich mein
Gesetz, dasselbe, das euch Jesus, der Galiläer, lehrte.
19. Ich will euch noch nicht richten, sondern weise euch ein
weiteres Mal den Weg, der zu mir führt.
20. Jetzt seid ihr noch Jünger, morgen werdet ihr Meister sein
und mit Worten und Werken lehren, was Ich euch offenbart habe. Ihr
Männer und Frauen werdet Lehrer hoher Moral sein. Bedenkt, dass
ihr euch den Religionsgemeinschaften stellen müsst, unter denen ihr
ein großes geistiges Werk vollbringen sollt, weil bei vielen der
Glaube erloschen und die Hoffnung entschwunden ist, und dies
deshalb, weil die Menschen sich nicht kennen, noch Erbarmen mit
sich selbst haben. Doch, um meine Wahrheit zu predigen und von
meiner Liebe zu sprechen, müsst ihr euch läutern.
21. In der Zweiten Zeit sagte Ich meinen Jüngern: "Wenn eines
der Glieder eures Körpers die Ursache eurer Sünde wäre, so
schneidet es ab", das heißt, auch wenn es Schmerz und Opfer kostet,
sollt ihr rein sein. Euch sage Ich: Reinigt euer Herz, lasst nicht zu,
dass Leidenschaften in ihm Wurzeln schlagen. Reinigt das Gefäß
innen und außen.
22. Lasst euer Herz im Rhythmus meiner Liebe schlagen, dann
werden euch eure Mitmenschen an der Reinheit eurer Seele und an
der Lauterkeit eurer Empfindungen erkennen müssen. Findet zu
ruhiger Ausgeglichenheit, vergebt, und euch wird vergeben werden.
Lebt in Frieden mit euch selbst.
23 Erkennt, wie viele eurer Mitmenschen inmitten ihres
abgöttischen Treibens das Kommen des Messias erwarten. Bedenkt,
wie viele in ihrer Unwissenheit meinen, dass Ich nur kommen
werde, um mein Gericht über die Bösen abzuhalten, die Guten zu
retten und die Welt zu zerstören, ohne zu wissen, dass Ich unter den
Menschen als Vater, als Meister, als Bruder oder Freund bin, voll
Liebe und Demut, und meine helfende Hand ausstrecke, um alle zu
retten, zu segnen und ihnen zu vergeben.
24. Ihr entfaltet darum eure (Geistes)gaben unter meiner
Anweisung, um Beweise für meine neue Offenbarung zu geben —
sei es, um den Schmerz des Leidenden zu beseitigen, sei es, um dem
Verirrten den Weg des Lichtes zu weisen, oder um den "Toten" mit
dem Ruf "Stehe auf und wandle!" zu neuem Leben zu erwecken.
25. Ihr werdet die Vorstellung vom Tode beseitigen und den
Weg des wahren Lebens lehren.
26. Wenn ihr von meinem Werke sprecht, so tut es mit Überzeugungskraft.
Bringt im Augenblick eurer Inspiration das zum
Ausdruck, was das Herz fühlt. Bereitet euch zu, denn Ich will durch
eure Lippen zur Menschheit sprechen. Lebt wachsam, ohne euch
von meiner Unterweisung zu entfernen, damit ihr euch nie in die
Verstrickungen der Menschen verwickelt seht.
27. Noch ist die Gruppe klein, die zusammenkommt, um mein
Wort zu vernehmen. Doch Ich betrachte sie als Vertretung der
ganzen Menschheit und gebe ihr meine Unterweisung, wie Ich es
getan habe, seit Ich durch meine Tochter Damiana Oviedo meinen
Willen mittels deren Verstandesvermögen bekanntgab. Was Ich euch
auf diese Weise übergeben habe, waren Lehren der Weisheit, die ihr
gleich einem kostbaren Juwel in euren Herzen bewahren sollt, denn
ihre Essenz besteht aus Liebe.
28. Ich segne euch, weil ihr mich unermüdlich empfangt. Ich
will, dass ebenso, wie Ich euch unterwiesen und geführt habe, ihr
eure Mitmenschen führt und unterweist. Ich habe euch die Gabe
gewährt, den Schmerz mit meinem Heilbalsam zu heilen, welcher
die Barmherzigkeit ist.
29. Ihr seid Zeugen der Art und Weise, in der Ich mich kundgetan
habe. Morgen, wenn dies Wort nicht mehr von menschlichen
Lippen kommt und diese Gnade nicht mehr besteht, werdet ihr mit
Liebe an diese Zeit und diese Kundgebungen zurückdenken. Dann
werdet ihr bezeugen, was ihr gehört und gesehen habt.
30. Nach 1950 werden die Menschen euch fragen, auf welche
Weise sich das Wort des Herrn kundgab, und ihr sollt ihnen dann
sagen, dass es in einer schlichten Kundgebung geschah, in einfacher
Sprache und für alle verständlich.
31. Ihr werdet mit Interesse angehört werden, und die Bücher,
die meine Unterweisungen überliefern, werden begierig gelesen
werden.
32. In unterschiedlichen Formen habe Ich euch über die Zeiten
hinweg geschult, aber es ist immer die gleiche Unterweisung
gewesen, die Ich euch gelehrt habe. Sie hat vor allem den Glauben
entzündet, damit ihr vor mir würdig werdet und schließlich im
ewigen Leben den Lohn für eure Verdienste erlangt.
33. Was könntet ihr mir in eurem Herzen vorbringen, das Ich
nicht sehen könnte?
34. Ich vernehme alles und Ich weiß alles. Wachet und betet,
denn der Wolf umlauert euch. Verurteilt nicht jene, die auf ihrem
Lebensweg in Versuchung gefallen sind; ladet sie vielmehr aufs
neue liebevoll ein, einen neuen Anlauf zu nehmen, um auf dem
Entwicklungsweg voranzukommen.
35. In der Zweiten Zeit wurde eine Frau, welche die Versuchung
in Sünde fallen ließ, auf offener Straße von einer Menschenmenge
gerichtet, als Jesus gerade dort vorbeikam. Jene Menschen beschuldigten
die Frau des Ehebruchs und suchten sie zu töten. Da wandten
sie sich an den Meister und sprachen zu ihm, um ihn auf die Probe
zu stellen: "Herr, diese Frau ist beim Ehebruch ertappt worden, und
das Gesetz Moses' sagt, dass sie vom Volk gesteinigt werden soll.
Was sagst Du dazu?" Da sah Jesus sie voll Erbarmen an und
antwortete ihnen: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den
ersten Stein."
36. Das Licht jenes Wortes erleuchtete die Seelen, und da sich
alle zu unvollkommen und unwürdig fühlten, einen Mitmenschen zu
richten, zogen sie sich beschämt zurück und ließen den kleinen Platz
leer zurück.
37. Daraufhin fragte Jesus die Frau, die auf der Erde lag: "Frau,
wo sind jene, die dich anklagen? Sie sind gegangen. Erhebe dich,
gehe hin und sündige hinfort nicht mehr."
38. Wahrlich, Ich sage euch, mir allein steht es zu, alles zu
richten.
39. Ich lade euch ein, mein Wort zu studieren, und wenn ihr
meinen Frieden wollt, so beachtet meine Gebote, damit sie euch
allzeit als Führer dienen.
40. Volk, schreibe die tätige Nächstenliebe auf deine Fahne. Wer
auf meinen Feldern arbeiten will, der mache die Barmherzigkeit
zum Grundprinzip seines Wirkens, dann wird er eine große Mission
zu erfüllen haben.
41. Die Felder, auf denen sich der Schmerz ausgebreitet hat,
sind sehr ausgedehnt, und das Saatkorn der Liebe und Barmherzigkeit
ist sehr spärlich in den Herzen derer gespeichert, die zur
Aussaat aufbrechen sollen.
42. Mein Tröster-Geist ergießt sich auf all jene, die dies große
Liebeswerk auf der Welt durchführen werden. Aber dieser Trost ist
auch der geistigen Welt zuteil geworden, jenen Wesenheiten, die
dazu bestimmt wurden, ihr Licht auf die Wege der Erde auszustrahlen.
43. Wenn Ich zu euch über meine geistige Welt spreche, meine
Ich jene Heerscharen gehorsamer Geistwesen, die als wahre Diener
nur das tun, was der Wille ihres Herrn ihnen befiehlt. Diese habe Ich
zu euch gesandt, damit sie für alle Menschen Berater, Beschützer,
Ärzte und wirkliche Geschwister sind. Sie klagen nicht, denn sie
haben den Frieden in sich. Sie stellen keine Fragen, denn das Licht
ihrer Entwicklung und ihrer Erfahrung auf den langen Wegen hat
ihnen das Recht gegeben, das Verstandesvermögen der Menschen zu
erleuchten. Sie sind bei jedem Hilferuf und in jeder Not bereitwillig
und demütig zur Stelle.
44. Ich bin es, der ihnen aufgetragen hat, sich unter euch
kundzugeben, damit sie euch ihre Anweisungen, ihr Zeugnis und
ihre Aufmunterung geben. Sie ziehen vor euch her, reinigen den
Weg und gewähren euch ihren Beistand, damit ihr nicht den Mut
verliert.
45. Morgen werdet auch ihr zu diesem Licht-Heer gehören, das
in der unendlichen Welt der Geistwesen nur aus Liebe zu seinen
Menschengeschwistern wirkt, in dem Bewusstsein, dass es damit
seinen Vater verherrlicht und liebt.
46. Wenn ihr ihnen ähnlich werden wollt, so weiht euer Dasein
dem Guten. Teilt euren Frieden und euer Brot, empfangt den
Bedürftigen mit Liebe, besucht den Kranken und den Gefangenen.
Bringt Licht auf den Weg eurer Mitmenschen, die auf der Suche
nach dem wahren Weg umhertappen. Erfüllt die Unendlichkeit mit
edlen Gedanken, betet für die Abwesenden, dann wird das Gebet sie
euch nahe bringen.
47. Wenn dann der Tod den Schlag eures Herzens anhält und
das Licht in euren Augen erlischt, werdet ihr zu einer durch ihre
Harmonie, ihre Ordnung und ihre Gerechtigkeit wunderbaren Welt
erwachen. Dort werdet ihr zu begreifen beginnen, dass die Liebe
Gottes euch für alle eure Werke, Prüfungen und Leiden entschädigen
kann.
48. Wenn eine Seele zu jener Heimstatt gelangt, fühlt sie sich
immer stärker von einem unendlichen Frieden durchdrungen.
Sogleich erinnert sie sich an die, die noch fern jener Seligkeit leben,
und in ihrem Drang, in ihrer Sehnsucht, dass jene, die sie liebt, auch
jenes göttliche Geschenk erlangen mögen, schließt sie sich den
geistigen Heerscharen an, die für die Rettung, das Wohlergehen und
den Frieden ihrer Erdengeschwister kämpfen und arbeiten.
49. Um euer Herz zu bereiten und eurem Geist Stärke zu
verleihen, ermutigt euch meine Stimme auf diesem Weg der
Prüfungen, welche — wie ihr bereits festgestellt habt — eurem
Geist Standhaftigkeit verleihen. Wer Kraft besitzt, kann sie mit dem
teilen, der sich schwach fühlt.
50. Bald werdet ihr die Ankunft vieler Menschen aus anderen
Ländern erleben, die zu dieser Nation kommen werden, wo der
Meister sich kundtut.
51. Das Licht meiner Weisheit wird die Menschen aus ihrer
Lethargie wachrütteln, und ihr werdet sie geistig und verstandesmäßig
sich entwickeln sehen. Dieser Schritt wird zum Wohle der
Menschheit sein.
52. Die Nationen werden ihre Augen auf diesen Teil der Erde
richten und mein Werk und mein Wort kennenlernen, das gedruckt
erhalten bleiben wird. Denn zu dieser Zeit werden die Gehirne derer,
die ihr Stimmträger genannt habt, in Bezug auf diese Kundgabe
verschlossen sein.
53. Die Versammlungsstätten, die die großen Menschenscharen
aufgenommen haben, werden nach meinem Abschied geöffnet
bleiben, damit die Jünger dort weiterhin zusammenkommen, um
mein Wort zu studieren. Sie werden wie Wächter wachen und die
Ankunft der "Letzten" erwarten, die Ich heute ankündige. Wenn ihr
auf eurem Posten seid, werden jene die Größe dessen, was Ich euch
offenbart habe, erkennen. Wenn ihr diesem Auftrag untreu werdet,
werden Elend und Unheil jenen begegnen, die sich euch im
Verlangen nach Frieden und Licht zu nähern versuchen.
54. Ich will euch auch lehren, eure Pflichten gegenüber denen
zu erfüllen, die auf der Welt regieren. Wenn ihr wollt, dass ihre
Entscheidungen für ihre Völker förderlich und gerecht sind, müsst
ihr sie durch das Gebet unterstützen.
55. Wenn ihr, statt auf diese Art zu wirken, sie im Stich lasst
und euch nur damit beschäftigt, ihre Entschlüsse zu kritisieren, lasst
ihr zu, dass sie im Kampfe den Mut verlieren und schädlichen Einflüssen
ausgesetzt sind. Seid wie Wächter des Friedens.
56. Wahrlich, Ich sage euch, von den frühesten Tagen der
Menschheit an besaß der Mensch das intuitive Wissen, ein geistiges
Wesen in sich zu tragen — eine Wesenheit, die, obwohl sie
unsichtbar war, sich bei den verschiedenen Werken seines Lebens
offenbarte.
57. Euer Herr hat euch von Zeit zu Zeit die Existenz des Geistes
offenbart, seine Wesensnatur und sein verborgenes Sein. Denn
obschon ihr ihn in euch tragt, ist der Schleier, in den euch eure
Vermaterialisierung hüllt, so dicht, dass ihr nicht zu erkennen
vermögt, was das Edelste und Reinste in eurem Wesen ist.
58. Viele Wahrheiten hat der Mensch zu leugnen gewagt.
Dennoch — der Glaube an die Existenz seines Geistes gehörte nicht
zu dem, was er am meisten bekämpft hat, weil der Mensch gefühlt
und schließlich begriffen hat, dass die Leugnung seines Geistes
dasselbe wäre, wie sich selbst zu verleugnen.
59. Als der menschliche Körper aufgrund seiner Leidenschaften,
seiner Laster und seines Materialismus degenerierte, wurde er zu
einer Kette, zu einer dunklen Augenbinde, zu einem Gefängnis und
einem Hindernis für die Entfaltung des Geistes. Trotzdem hat dem
Menschen in seinen Stunden der Prüfung nie ein Funken inneren
Lichtes gefehlt, der ihm zu Hilfe kommt.
60. Wahrlich, Ich sage euch, der höchste und reinste Ausdruck
des Geistes ist das Gewissen, jenes innere Licht, das den Menschen
unter allen Geschöpfen, die ihn umgeben, das erste, das höchste, das
größte und edelste sein lässt.
61. "Meister" — fragt ihr mich im stillen — "warum wissen wir
so wenig vom Geiste? Warum wissen wir so wenig über uns selbst?"
62. Der Meister antwortet euch: Weil ihr euch mehr dem
zugewandt habt, was euch die Welt beschert, und ihr euch nicht dem
Studium des Unvergänglichen gewidmet habt, welches euer Geist
ist. Selbst der Geist verschmäht angesichts der Schönheiten, Wunder
und Vergnügungen, die das Leben für ihn bereithält — sei es auch
nur für kurze Zeit — die Seligkeiten, die ihm seine eigene Entwicklung
bieten kann. Dennoch — muss Ich euch wahrheitsgemäß sagen
— sollt ihr deshalb nicht glauben, dass das Irdisch-Materielle
mächtiger ist als der Geist, und dass dies der Grund dafür ist, dass er
gesunken ist, bis er sich vermaterialisiert hat. Nein, der Geist ist
unvergleichlich stärker und wird es immer sein. Doch wenn er
gefallen ist, so geschah es freiwillig, verführt durch die Verlockungen
einer Welt, die — wenn auch nur vorübergehend — ihm
durch die Sinne des Fleisches ein Leben reich an Vergnügungen und
Versuchungen anbietet.
63. Es ist nur natürlich, dass seine Vermaterialisierung ihn
hindert, sich selbst zu erkennen, und ihm nicht erlaubt, seine Fähigkeiten
durch seinen menschlichen Wesensteil zu offenbaren. Denn
die materielle Natur scheint der geistigen Natur am meisten
entgegengesetzt zu sein. Dennoch, wenn beide in euch zur
Harmonie finden, werdet ihr erleben, dass eure körperliche Natur
wie ein reiner Spiegel ist, der das Geistige und selbst das Göttliche
in all seiner Schönheit widerspiegelt.
64. Sucht meine Gegenwart in den von mir vollbrachten
Werken, und ihr werdet mich auf Schritt und Tritt finden können.
Versucht, mich zu hören, und ihr werdet mich in der machtvollen
Stimme vernehmen, die von allem Geschaffenen ausgeht. Denn es
ist für mich ein Leichtes, mich durch die Erscheinungen der
Schöpfung zu offenbaren. Ich offenbare mich sowohl in einem
Gestirn, im Wüten eines Sturmes, als auch im milden Licht einer
Morgenröte. Ich lasse meine Stimme im melodischen Trillern eines
Vogels hören, wie Ich sie auch durch den Duft der Blumen zum
Ausdruck bringe. Und jeder Ausdruck von mir, jeder Satz, jedes
Werk spricht zu euch allen von Liebe, von Erfüllung gegenüber den
Gesetzen der Gerechtigkeit, von Weisheit, von Ewigkeit im Geiste.
65. Warum habt ihr es nicht erreicht, euch in der ganzen
geistigen Fülle zu zeigen, in der großen Schönheit eures Geistes,
obwohl ihr Macht über das Materielle hattet? — Weil ihr euch von
den Leidenschaften der Welt mitreißen ließt.
66. Unterlasst daher nicht das Studium und die Ausübung
meiner Unterweisung, in der Meinung, dadurch größere Vergeistigung
zu erreichen. Ihr müsst lernen, sie durch Weisheit zu
verdienen, dann werdet ihr den Anfang der universellen Harmonie
erreicht haben, in welcher ihr zulasst, dass euer Geist sich offenbart.
67. Legt das Gesetz aus und befolgt es. Dadurch werdet ihr euch
darauf vorbereiten, in den höheren geistigen Welten zu leben.
Solange es materielle Welten gibt, muss die geistige Welt weiterhin
ihr Licht auf sie ausstrahlen und ergießen.
68. Bedenkt: Wenn ihr jetzt nicht imstande wart, eine haltlose
körperliche Hülle zu beherrschen — welche Aufgabe könnte Ich
dann eurem Geiste anvertrauen, wenn er einst in einer Welt höherer
Vergeistigung lebt?
69. Ich allein kann euch diese Unterweisungen geben, o
Menschenkinder. Welcher Mensch könnte euch das sagen, was Ich
in meiner Geheimkammer noch für euch bereithalte? Denkt nach
und betet, o Jünger, damit meine Unterweisung euch zur Versöhnung
des Geistes mit seinem Erdenkleide führt.
Mein Friede sei mit euch!

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