BWL - Band 6 - Unterweisung 161


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 161:
1. Ich bin der unzertrennliche Freund des menschlichen
Herzens. Ich habe euch zu allen Zeiten auf allen Wegen begleitet.
Wenn ihr mich als Ratgeber gesucht habt, habt ihr heilsame und
liebevolle Ratschläge erhalten. Wenn ihr euch im Verlangen nach
Linderung an mich gewandt habt, fandet ihr mich als Arzt, der euren
Geist stärkt. In glücklichen Tagen habe Ich an eurer Freude
teilgenommen und habe gelächelt, wenn ihr bei euren gesunden
Freuden, denen ihr auf eurem Lebensweg begegnet, voll Unschuld
gelächelt habt. Ruft mich ehrfurchtsvoll an, wenn ihr euch in
Abhängigkeit von Lastern befindet, da ihr wisst, dass ihr dann eurer
Seele schadet und an eurem Körper Entartung hervorruft. Sucht
mich nicht im Schatten oder im Materialismus eines komplizierten
oder gekünstelten Lebens. Sucht mich im Lichte und gebraucht eure
Fähigkeiten zu eurem eigenen Wohle und dem eurer Mitmenschen.
Ich wandle euch um, damit ihr zum Zustand der Vollkommenheit
zurückkehrt, der euch im Anbeginn zu eigen war. Ich will, dass ihr
diese Lehre, die Ich so oft wiederholt habe, eurem Geiste einprägt,
denn bald wird mein Wort nicht mehr durch die Stimmträger zu
vernehmen sein. Ich will nicht, dass sich die, die meine Unterweisung
empfangen haben, nach dieser Zeit von mir entfernen. Seid
bereit für die Zwiesprache von Geist zu Geist und lernt, meine
Weisungen und Prophetien durch Intuition zu empfangen. Hört in
der Tiefe des Gewissens meine Stimme, die euch führt.
2. Der Geist ist aufgrund seiner Willensfreiheit Herr darüber,
seinen Weg zu wählen, und es war mein Wille, dass er von seiner
Vernunft und seiner Willenskraft Gebrauch machen, dass er seine
Liebe und Anerkennung mir gegenüber beweisen sollte. Dem Geiste
ist das Gesetz eingeprägt, doch das Fleisch ist schwach. Ich habe
Geist und Materie zubereitet, damit sie eine einzige Wesenheit
bilden, die fähig ist, eine große Bestimmung zu erfüllen, welche
Weisheit und Vollkommenheit enthält.
3. Schon zu Beginn der Zeiten gab es zwei mögliche Wege für
die Bestrebungen der Seele, auch zwei Repräsentanten derselben:
Abel und Kain. Abel ist das erste Beispiel von Gehorsam, und Kain
der erste, der sein Herz mit Bosheit und den Versuchungen der Welt
nährte.
4. Mein Licht erleuchtet alles Geschaffene, und jeder, der
gerettet sein will, befolge das Gesetz und bezwinge seine Widerspenstigkeit.
Ich als Vater leide um dessentwillen, der in Versuchung
gefallen und auf Abwege geraten ist; aber ihr alle werdet zu mir
kommen. Die Zeit des Erwachens des Geistes ist gekommen, und
Ich habe die Menschheit gerufen. Ich will, dass ihr zu der
gesegneten Stadt gelangt, die euch schon im Anbeginn der Zeiten
verheißen worden ist.
5. Ich zeige euch meinen Weg und lade euch dazu ein, ihn aus
Liebe zu gehen. Ich zwinge euch nicht, ihr seid nicht meine Sklaven.
Ihr alle tragt mein Licht in euch und könnt den Weg wählen, der
euch gefällt. Ich habe gesehen, dass die Welt euch Überdruss
bereitet hat und dass ihr euch zurüstet, um Schritt für Schritt dem
Himmelreich entgegenzugehen. Betet für die Menschen von jener
Lebensstufe aus, auf der ihr euch befindet, und sendet ihnen
Lichtstrahlen mit euren Gedanken. Alles, was ihr in meinem Namen
tun werdet, werde Ich segnen.
6. Wer offenbarte dem Menschen die Geheimnisse des
Fleisches? Das Fleisch selbst. Wer offenbarte die Geheimnisse der
Wissenschaft? Der Verstand. Doch Ich sage euch, das Dasein Gottes
kann ihm nur der Geist offenbaren.
7. Das schöne Gleichnis vom Paradies, vom Baume der Erkenntnis
des Guten und des Bösen, wurde den Ersten durch
Inspiration gegeben. Es war eine tiefsinnige Botschaft für die
Menschen aller Zeiten und aller Altersstufen. Aber der wahre Sinn
jener Belehrung wurde von den einen nicht begriffen und von
anderen verfälscht.
8. Aus diesem Unverständnis heraus entstand ein Streit, der
jene, die die göttlichen Offenbarungen studiert haben, und jene, die
sich in die Natur vertiefen, entzweite. So entbrannte der Kampf
zwischen denen, die mich mit dem Geiste suchen, und denen, die
alles in materieller Weise erwarten.
9. Wie töricht waren jene, die die Ansicht vertraten, dass die
Wissenschaft in den Augen Gottes verwerflich ist! Ich habe mich
niemals als Gegner derselben erklärt, da Ich der Anfang und das
Ende aller Wissenschaften bin. Doch jene, die aus ihrer Wissenschaft
ihr Gesetz machten, waren Materialisten. Um ihrer Wissenschaft
zu huldigen, vergaßen sie Gott, jenen, der mit seiner
göttlichen Weisheit alles geschaffen hat.
10. Was war der wahre Sinn jenes Gleichnisses, das Ich den
Ersten gab? Sein Sinngehalt wurde durch die göttliche Stimme
erklärt, die sich im Menschen durch sein Gewissen zum ersten Mal
bemerkbar machte, um ihn vor den Prüfungen zu warnen, die das
Leben für ihn bereithalten würde. Es war die väterliche Stimme, die
dem Kinde in aller Liebe sagte: "Bereitet euch vor, wachet und
betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt. Habt acht! Erwecket eure
Sinne und Fähigkeiten, damit ihr die Prüfung bestehen könnt, in die
Ich euch in der Auseinandersetzung des Geistes mit dem Fleische
gestellt habe, in welcher die ewigen Werte über die Armseligkeit des
vergänglichen Körpers siegen sollen. Schaut euch alles an, was euch
umgibt, aber geht behutsam, damit ihr nicht strauchelt. Der Körper,
den ihr besitzt, und durch den ihr all diese Wunder und Herrlichkeiten
der Schöpfung wahrnehmt, ist ein schwaches Geschöpf,
das ihr durch den Geist führen müsst. Lasst nicht zu, dass es euch
seine irdischen Wünsche und Neigungen aufzwingt. Lehrt es, nur
von dem Gebrauch zu machen, wessen es in der Befolgung meines
Gesetzes bedarf.
11. Wer kann euch bei jedem eurer Schritte beraten? Das
Gewissen, jenes göttliche Licht, das Ich in euch beließ, damit es
eure Leuchte und euer Führer auf der Lebensreise sei. Und wie
könnt ihr für diese Stimme und diesen Ruf hellhörig werden? Durch
das Gebet, welches die Art und Weise ist, mit eurem Vater in
Verbindung zu treten. Wenn ihr euch so vorbereitet, wird euer
Dasein auf Erden ein immerwährendes Eden sein!
12. Doch Ich sage euch, die Inspiration, die Ich in den
Menschen legte, wurde nicht beachtet, und so trat in seinem Leben
der Schmerz in Erscheinung.
13. Viele machen sich heute über jene Inspirationen lustig, die
die Menschen über das Geistige bekamen. Aber in dieser Zeit,
welche die des Lichtes ist, wird die Menschheit die in vergangenen
Zeiten offenbarten Lehren verstehen. Doch um so weit zu kommen,
wird sie noch manche Früchte von der Ernte des Baumes der
Wissenschaft kosten müssen, den sie großgezogen hat.
14. Ja, wenn die Menschen vom ersten Augenblick an, in dem
sie die Erkenntnis des Guten und des Bösen hatten, den Baum der
Wissenschaft mit wahrer Liebe gepflegt hätten; Ich sage euch, die
Früchte, die sie geerntet hätten, wären völlig anders gewesen. Seht,
wie viel Gutes all jene der Menschheit erwiesen haben, die von
diesen Früchten in edler Absicht Gebrauch gemacht haben.
15. Wie viel Zeit haben die Menschen benötigt, um sich von
ihren Irrtümern zu überzeugen, und wie viel Zeit wird noch verstreichen
müssen, um das Böse, das sie gesät haben, wiedergutmachen
zu können. Doch Ich werde ihnen in allem, wessen sie
bedürfen, beistehen, damit sie ihrem Geist die ursprüngliche
Reinheit zurückgeben.
16. Ich werde euren Geist empfangen, wenn die letzte menschliche
Generation auf dieser Welt wie in einem Heiligtum gelebt hat,
wenn sie aus ihrem Dasein ein wahres Paradies gemacht hat,
erreicht durch die Vergeistigung ihres Lebens.
17. Dies bezieht sich auf Menschen anderer Zeiten; aber es ist
gut, wenn ihr über diese Lehren nachdenkt, damit ihr den Weg derer,
die nach euch kommen, ebnet, und diese für ihre Nachkommen, bis
die Zeit kommt, auf die Ich mich in dieser Lektion bezogen habe.
18. Mein Geist sendet sein Licht und erhellt den Pfad, auf dem
euer Geist zu mir kommen muss, und in dem die Spur Jesu
eingeprägt ist. Wer auf meinem Weg vorwärtsschreitet, fühlt, dass er
sein verlorenes Erbe zurückgewinnt, so wie jener, der sich von ihm
entfernt, sich enterbt fühlt.
19. Es ist Gerichtszeit, doch dessen ungeachtet ist es nicht mein
Bestreben, dass die Menschen sich meinem Gesetz aus Furcht vor
meiner Gerechtigkeit unterwerfen, sondern dass sie sich meiner
Göttlichen Liebe beugen.
20. Ihr seid eine Schöpfung meiner unendlichen Barmherzigkeit,
und Ich werde euch zur Vollkommenheit führen. Jahrhunderte
und ganze Zeitalter werden über euren Geist hinweggehen, und
mein Meißel wird nicht ablassen, ihn zu glätten. Kein göttliches
Werk kann ohne Vollendung bleiben.
21 Der Mensch hat unter Anwendung seiner Willensfreiheit
seinen Entwicklungsweg verbogen, bis er vergessen hatte, aus wem
er hervorgegangen ist; und er ist bis zu dem Punkt gelangt, dass
seiner Wesensnatur die Tugend, die Liebe, das Gute, der Friede, die
Brüderlichkeit befremdlich erscheinen, und er die Selbstsucht, das
Laster und die Sünde als etwas völlig Natürliches und Erlaubtes
betrachtet.
22. Das neue Sodom ist auf der ganzen Erde, und eine neue
Säuberung ist nötig. Der gute Same wird gerettet werden, und aus
ihm wird sich eine neue Menschheit bilden. Auf fruchtbare Felder,
die mit Tränen der Reue bewässert wurden, wird mein Same
niederfallen, welcher im Herzen der zukünftigen Generationen
keimen wird, die ihrem Herrn eine höhere Form der Verehrung
darbringen werden.
23. Der Meister fragt euch: Hat euer Geist sich vorbereitet, um
die Zwiesprache von Geist zu Geist aufzunehmen, wenn mein Wort
beendet ist?
24. Eure Kinder werden mich nicht mehr durch das Verstandesvermögen
dieser Stimmträger vernehmen, aber ihr sollt ihnen den
Weg bereiten, dann werden sie in der Vergeistigung einen Schritt
nach vorne tun.
25. Das Licht, das diese Zeit erhellt, ist das des sechsten
Siegels. Sehet den Leuchter, der gleich einer Lichtquelle von
unerschöpflichem Glauben alles erleuchtet, die Lebenden und die
Toten.
26. An diesem Lichte inspiriert sich der Wissenschaftler, von
ihm macht der Philosoph Gebrauch und jeder, der zu den
Geheimnissen vordringen will.
27. Doch was sind die sieben Siegel? Was ist das Sechste
Siegel? Könnt ihr mit Bestimmtheit auf diese Frage antworten, die
der Meister euch stellt, und könntet ihr dies in zutreffender Weise
gegenüber dem Theologen und der Menschheit tun, wenn diese euch
auf dieselbe Art befragen würden?
28. Kurz ist die Zeit, in der ihr noch wie kleine Kinder sein
werdet. Denn hernach sollt ihr zu Jüngern werden und schließlich zu
Meistern, die den Samen meiner Wahrheit auf die Wege der
Menschheit tragen sollen.
29. Ich werde meine Schatzkammer an diesem Tage öffnen,
werde einen Schleier wegziehen und euch ein Geheimnis offenbaren,
damit ihr stark seid unter den Menschen, damit ihr Meister
werdet.
30. Ich habe erwartet, dass ihr durch Vertiefung in eure Studien
schließlich den Inhalt jenes Geheimnisses entdecken würdet, aber
bisher habt ihr euch beim Studium meines Werkes keine besondere
Mühe gegeben.
31. Darin habt ihr nicht wie die Wissenschaftler gehandelt, die
ihr Leben dem Studium widmen. Ich sage euch damit nicht, dass ihr
Wissenschaftler werden sollt, denn die Weisheit meiner Lehre steht
über allen Wissenschaften. Ich sage euch nur: Eifert ihnen in ihrer
Beharrlichkeit nach. Sie pflegen den Baum der Wissenschaft, dessen
Früchte Ich euch (allen) gegeben habe, als Ich euch den Baum des
geistigen Lebens übergab, damit ihr ihn pflegt und seine Früchte
genießt, um euren Geist zu nähren.
32. Betet, damit Ich euch zubereitet und würdig antreffe, denn
mein Wort wird für die künftigen Generationen niedergeschrieben
werden, und ihr sollt mit euren Werken von ihm Zeugnis geben.
33. Es ist das Lamm, das zu euch spricht, das euch diese Lehren
offenbart und diese Geheimnisse entziffert, denn bis heute ist nur
dieses würdig gewesen, die Siegel zu lösen. Doch das Opfer des
unbefleckten Lammes macht euch alle dieses Lichtes würdig, und
zur rechten Zeit wird dies Wissen an alle Enden der Erde gelangen.
34. Ich spreche zu euch auch als Schöpfer, denn der Vater ist im
Sohne, so wie der Sohn im Vater und im Heiligen Geiste ist.
35. Jünger, aus mir sind die drei Wesensnaturen hervorgegangen:
die göttliche, die seelische und die materielle. Als Erschaffer
und Eigentümer alles Geschaffenen kann Ich in göttlicher und zugleich
verständlicher Weise zu euch sprechen. Da die materielle
Natur aus mir hervorging, kann Ich meine Stimme und mein Wort
auch körperlich hörbar und damit dem Menschen verständlich
machen.
36. Ich bin die vollkommene Wissenschaft, der Ursprung von
allem, die Ursache aller Ursachen und das Licht, das alles erhellt.
Ich stehe über allem Geschaffenen, über aller Gelehrsamkeit.
37. Damit Gott sich "Vater" nennen konnte, ließ er aus seinem
Schoße Geistwesen hervorgehen, Geschöpfe, die ihm in ihren göttlichen
Eigenschaften ähnlich waren, und verwandelte sie in
menschliche Wesen, damit ihnen die drei Naturen zu eigen wären.
Aber zuvor bereitete ihnen der Vater ihre Heimstätte, die Erde, mit
ihrem Inneren aus Fels und Feuer, mit ihrer Luft, dem Wasser, den
Metallen, den Gasen und dem Licht. All dies war wie ein Reich,
stark und unerschütterlich, um der Heimstatt des Menschen als
Grundlage zu dienen: das Mineralreich.
38. Der Schöpfer wollte diese Heimstatt ausschmücken, und
dafür ließ er aus der Erde die Pflanzen, die Bäume mit ihren Blüten
und Früchten hervorsprießen, damit der Mensch an ihnen Nahrung,
Schatten, Erquickung, Inspiration, Balsam und Freude fände, und
dies war gleichsam ein neues Reich: das Pflanzenreich.
39. Der Mensch sollte nicht allein sein, und so gab der Vater
ihm die tiefer stehenden Wesen, die Wildtiere, die Vögel und die
Fische als Freunde und Diener. Alle Wesen, die im Inneren und auf
der Oberfläche der Erde leben, solche, die sich im Winde wiegen,
und jene, die die Gewässer bevölkern, damit das Kind an den einen
Lebensunterhalt, an anderen Freundschaft und an wieder anderen
Unterstützung finden sollte. Als diese Gattung dergestalt geschaffen
war, gab es ein neues Reich auf der Erde: das Tierreich.
40. Diese drei Reiche bildeten in ihrer Harmonie eine einzige.
Welt. Als alles wie ein großes Fest war, das der Herr mit Leben,
Licht und Gnade beseelt hatte, sandte er den Menschen, das Wesen,
das seinem Schöpfer ähnlich war und in dem sich die Gottheit
widerspiegelt; in das Gott einen Funken seines Geistes gelegt hatte,
das Gewissen, damit dies in solcher Weise ausgestattete Wesen auf
seinem Entwicklungswege die Vollkommenheit der Seele erreichen
sollte.
41. Diese drei Reiche, die eure Welt bilden, wurden in sieben
Entwicklungsabschnitten geschaffen, die manche Menschen "Tage"
genannt haben.
42. Mit vollkommener Geduld schuf der Vater alles Notwendige
für den Weg und das Leben seiner Kinder. So erschuf er in einem
Zeitabschnitt die Sonne und die Sterne, in einem anderen die Erde
mit ihren Pflanzen und den Meeren, in einem weiteren die Tiere und
schließlich den Menschen.
43. Alles wurde vorbereitet, geordnet und vorausgeplant, damit
der Mensch keinerlei Unvollkommenheit anträfe, sondern auf
Schritt und Tritt Wunder und Vollkommenheiten erlebe und überall
die Liebe seines Vaters und dessen Gegenwart in allem Geschaffenen
fände.
44. Als alles bereitstand, sagte Ich dem Menschen: "Hier ist
Deine Heimstatt, hier ist Dein vorübergehendes Reich. Mache Dich
auf den Weg, trinke von den Quellen, koste und genieße die Früchte,
lerne alles kennen und erhebe Dich zum Herrn über die Erde*, es ist
Dein Reich." — Als der Mensch seine Augen dem Lichte und dem
Leben öffnete, fühlte er Seligkeit, als er von den Strahlen des
Königsgestirns liebkost wurde, er labte sich an der Frische der
Gewässer und am Wohlgeschmack der Früchte, die sich seinem
Munde darboten.
* In den meisten Bibelübersetzungen heißt es (gelegentlich
missverstanden): „Macht euch die Erde untertan.“ Die vorliegende
Übersetzung entspricht dem spanischen Originaltext, und in den
nachfolgenden Versen wird deutlich, dass der Mensch sich dieser
Berufung und hohen Verantwortung auch würdig erweisen soll, gemäß
den Göttlichen Geboten und dem Beispiel Jesu Christi, der ja auch
Herr über uns ist. Wir weisen in diesem Zusammenhang auf 162, 52-
54 hin, wo wir auch an die Weisheit und Vollkommenheit in den
Werken unseres Schöpfervaters erinnert werden, und auch 167, 39
macht deutlich, daß das Liebesgebot selbstverständlich für die gesamte
Schöpfung gilt.
45. Doch ihr wisst, dass der Mensch aufgrund seiner Willensfreiheit
von Anfang an Schwächen hatte, durch die er den Schmerz,
die Arbeit, die Mühsal, die Finsternis, die Stürze kennenlernte.
46. Alles war im voraus bedacht und bereitgestellt, damit der
Geist den Weg zu seiner Entwicklung fände. Da offenbarte der Vater
ihm durch das Gewissen sein Gesetz, damit er den Weg des Lichtes
und die Harmonie mit der Gottheit und mit der Natur erkenne.
Schon damals offenbarte die Intuition dem Menschen das Dasein
seines eigenen Geistes, dessen Gewissen, welches mein eigenes
Licht ist, ihn das Gute vom Bösen zu unterscheiden lehrte und ihn
innerlich dazu anregte, den rechten Weg zu gehen. Dann bereitete
der Vater für den Geist des Menschen den Weg und das Heiligtum.
47. Im Anbeginn der Zelten ließ der Herr die Menschen sich
mehren und die Erde bevölkern. Er bekundete sein Dasein, seine
Gegenwart und seine Gerechtigkeit, indem er zu den Menschen
durch die Naturkräfte sprach, die — das eine Mal wohltätig und ein
andermal feindlich und unbarmherzig — die Verfehlungen korrigierten
oder die guten Taten belohnten.
48. Aber nicht nur die Stimme der Elemente sprach zu euch von
mir, Ich sandte der Welt auch Menschen, welche zur Tugend rieten,
den Geist der Menschen wach hielten und sie das Dasein eines
göttlichen Wesens lehrten, dem sie dienen und das sie verehren
sollten.
49. Dies war die Erste Zeit, das erste geistige Reich, in welchem
der Vater im Herzen des Menschen regierte, der voller Gnaden in
jener Heimat lebte, die für seinen Geist geschaffen war.
50. Doch diese Heimstatt, die der Herr im Herzen seiner Kinder
zu errichten begann, musste er gleichfalls in drei Zeitaltern oder
Reichen heranbilden.
51. Die Zweite Zeit oder das zweite Reich begründete der Vater,
als sein Wort in Jesum Mensch wurde und unter den Menschen
lebte; und die Dritte Zeit, mit der dies Werk geistiger Vervoll-
kommnung zum Abschluss kommt, leitete er mit seinem Kommen
als Heiliger Geist in dieser Zeit ein, was das dritte Reich darstellt.
52. Im ersten offenbarte sich der göttliche Geist als Gerechtigkeit,
im zweiten war er Liebe, und um dies Werk in der Dritten Zeit
zum Höhepunkt zu bringen, zeigte er sich als Licht der Weisheit und
Offenbarung.
53. Seht hier drei Reiche, die ein einziges bilden, drei Zeitalter,
in denen ein Werk geistiger Vervollkommnung vollendet wird, drei
Epochen, die ein Geheimnis enthielten, das der Meister euch an
diesem Tage enthüllt hat. Aber seid euch bewusst, dass diese drei
Reiche in sieben Abschnitten herangebildet wurden, wovon ihr ein
Abbild bei der Erschaffung der materiellen Natur habt — sieben
Etappen, deren letzte die vollkommene Heimat des Geistes ist.
54. Die erste dieser geistigen Entwicklungsetappen auf der Welt
wird von Abel repräsentiert, dem ersten Diener des Vaters, welcher
Gott sein Brandopfer darbrachte. Er ist das Symbol des Opfers. Die
Missgunst erhob sich gegen ihn.
55. Die zweite Etappe repräsentiert Noah. Er ist das Symbol des
Glaubens. Er baute die Arche aufgrund göttlicher Inspiration und
führte die Menschen hinein, um sie zu retten. Gegen ihn erhob sich
die Volksmenge mit ihrem Zweifel, Spott und heidnischer Gesinnung
im Geiste. Doch Noah hinterließ seinen Samen des
Glaubens.
56. Der dritte Zeitabschnitt wird durch Jakob versinnbildlicht.
Er verkörpert die Kraft, er ist Israel, der Starke. Er sah geistig die
Himmelsleiter, auf der ihr alle aufsteigen werdet, um euch zur
Rechten des Schöpfers zu setzen. Gegen ihn erhob sich der Engel
des Herrn, um seine Kraft und seine Beharrlichkeit auf die Probe zu
stellen.
57. Der vierte wird durch Moses symbolisiert; er verkörpert das
Gesetz. Er weist die Tafeln vor, auf denen es für die Menschen aller
Zeiten niedergeschrieben ist. Er war es, der mit seinem
unermesslichen Glauben das Volk befreite, um es auf dem Weg der
Errettung zum Gelobten Land zu führen. Er ist das Sinnbild des
Gesetzes.
58. Der fünfte Zeitabschnitt wird durch Jesum, das göttliche
Wort, das unbefleckte Lamm repräsentiert, welcher zu allen Zeiten
zu euch gesprochen hat und weiterhin zu euch sprechen wird. Er ist
die Liebe, um derentwillen er Mensch wurde, um in der
Menschenwelt zu leben. Er erlitt den Schmerz derselben, zeigte der
Menschheit den Weg des Opfers, der Liebe und der Barmherzigkeit,
auf dem sie die Erlösung von all ihren Sünden erreichen soll. Er
kam als Meister, um zu lehren, wie man in bescheidenen
Verhältnissen aufwächst und doch in der Liebe lebt, bis zur Selbstaufopferung
geht und liebend, vergebend und segnend stirbt. Er
verkörpert die fünfte Etappe und sein Symbol ist die Liebe.
59. Den sechsten Zeitabschnitt repräsentiert Elias. Er ist das
Symbol des Heiligen Geistes. Er kommt auf seinem Feuerwagen
und bringt das Licht zu allen Nationen und allen Welten, die euch
unbekannt, mir aber bekannt sind, weil Ich der Vater aller Welten
und aller Geschöpfe bin. Dies ist die Etappe, in der ihr derzeit lebt
— jene des Elias. Sein Licht ist es, das euch erleuchtet. Er ist der
Repräsentant jener Lehren, die verborgen waren und die dem
Menschen in dieser Zeit offenbart werden.
60. Der siebte Zeitabschnitt wird durch den Vater selbst
verkörpert. Er ist das Ziel, der Höhepunkt der Entwicklung. In ihm
ist die Zeit der Gnade, das siebte Siegel.
61. Hiermit ist das Geheimnis der sieben Siegel gelöst. Das ist
der Grund, weshalb Ich euch sage, dass diese Epoche das Sechste
Siegel beinhaltet. Denn fünf von ihnen sind schon vergangen, das
sechste ist nun gelöst, und das siebte bleibt noch verschlossen, sein
Inhalt ist noch nicht gekommen, es braucht noch Zeit, bis diese
Etappe bei euch Einzug hält. Wenn sie da ist, wird Gnade, Vollkommenheit
und Friede walten. Aber um sie zu erreichen — wie
viele Tränen wird der Mensch noch vergießen müssen, um seine
Seele zu läutern.
62. Wenn die Läuterung zu Ende ist, wird die Versuchung
zurückgehalten werden. Die Kriege zwischen den Menschen werden
aufhören, und es wird keine Zerrüttung noch Verderbtheit mehr
geben. Dann wird das Reich des Friedens und der Gnade kommen,
die Menschheit wird großen geistigen Fortschritt erreichen, und ihre
Verbindung mit dem Geist des Vaters wird direkt sein.
63. Ebenso wie Ich euch offenbart habe, dass der Mensch
seinem Schöpfer ähnlich ist, sage Ich euch jetzt, dass dies materielle
Reich, das von mir mit Gnade und Vollkommenheit geschaffen
wurde, ein offenes Buch ist, das zu euch immer von den drei
Reichen, den drei Zeiten und der Machtvollkommenheit des Vaters
gesprochen hat. Die Schöpfung wurde gleichfalls so erschaffen, dass
die sieben Etappen ihrer Entstehung ein Vorbild für die sieben
Siegel sein sollten, jenem großen Buch des Lebens, dessen Schleier,
der sein Geheimnis verhüllte, Ich mit dem Lichte meines Wortes
weggezogen habe.
64. Lasst zu, dass das Licht des sechsten Siegels euch
erleuchtet.
65. Ich allein werde sagen können, wann die sechste Etappe
endet und die siebte beginnt. Ihr lebt in der sechsten Etappe, in der
Zeit Elias', in der Dritten Zeit. Doch obwohl ihr ganz vom Licht
meines Geistes, das meinem Worte entströmt, umgeben seid, habt
ihr euch noch nicht von der Sünde freigemacht, noch habt ihr die
Vollkommenheit erreicht, indem ihr euch von Geist zu Geist mit
meiner Göttlichkeit verbindet. Aber eure Kinder, die kommenden
Generationen, werden diese Reinheit erreichen und werden meine
Jünger sein, die geistig mit ihrem Meister Zwiesprache halten,
wahrhaftige Propheten auf dem Wege der Welt. Sie werden in
Frieden und im Einklang mit allen Gesetzen leben und schließlich
die wahre Heimstatt des menschlichen Geistes auf Erden schaffen.
66. Wahrlich, Ich sage euch, bis diese Prophetien in Erfüllung
gehen, werden noch viele Sonnen vorübergehen, viel Wasser wird
noch vom Himmel fallen, viele Jahre werden noch verstreichen und
von den Menschen vergessen werden, und auch viele Generationen.
Aber zuletzt wird jene Zeit kommen, in der der Vater sein Werk auf
diesem Planeten krönt.
67. Nehmt diese schlichte Unterweisung mit euch, die klar ist
wie das Licht des Tages und durchsichtig wie das Wasser, damit ihr
in der Stille eures Kämmerleins, in den besinnlichen Stunden der
Nacht, das ergründet und überdenkt, was Ich euch offenbart habe,
und ihr werdet euch an seiner Vollkommenheit erquicken können.
Mein Friede sei mit euch!

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