BWL - Band III - Unterweisung 58


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 3

Unterweisung 58:
1. Dieser mein Sohn, durch dessen Verstandesorgan Ich euch
diese Botschaft übergebe, beansprucht nicht, für Jesus gehalten zu
werden. Er ist einer der vielen Stimmträger, die Ich in dieser Zeit
zubereitet habe, um Mein göttliches Wort zu euch gelangen zu lassen.
2. Rüstet euch zu, damit diese Stimme euer Herz erreicht und
ihr euch zum wahren Leben erhebt.
3. Wahrlich, Ich sage euch, Mein Wort ist das Brot des Geistes.
Wer daher von ihm isst, wird nie mehr Hunger haben.
4. Seid vor Mir wie Kinder, dann werde Ich euch wie in der
Zweiten Zeit sagen: "Lasset die Kinder zu Mir kommen, denn ihrer
ist das Himmelreich."
5. Mein Reich ist für die, die reinen Herzens sind. Darum sollt
ihr jetzt, da ihr es wisst, niemanden von Meiner Gegenwart fernhalten:
weder den Erwachsenen, der als Sünder vor den Meister
kommt — denn er kommt, um sich an Meinem Worte zu läutern ─,
noch das Kind. Denn wenn ihr auch meint, dass sein Verständnis für
die Unterweisungen Meines Werkes gering ist, besitzt es einen
Geist, der oftmals entwickelter ist als der eure.
6. In dieser Zeit, in der Ich Mich durch das menschliche
Verstandesorgan kundgebe, erkläre Ich euch Meine früheren
Unterweisungen. Mein Geist ruht in dieser Zeit auf allem Fleisch
und auf jedem Geist, damit von allen Meine göttliche Gegenwart
empfunden wird und ihr den Weg schaut, der in die Ewigkeit führt.
7. Wenn die Menschheit Meinen Lehren vergangener Zeiten
verkehrte Auslegungen gegeben hat, so könnt ihr auch heute in
diesen Fehler verfallen. Das ist der Grund, weshalb Ich, obschon Ich
im Geiste komme, für kurze Zeit Meine Unterweisungen körperlich
hörbar mache, um sie euch begreiflich zu machen, da ihr euch nicht
wachend und betend zuzurüsten verstandet.
8. Erkennet, dass der Zweck Meiner geistigen Lehre die
Vervollkommnung eures Geistes ist, damit er sich den Frieden und
das Glück erwirbt, die jeder Geist durch die Erkenntnis Meiner
Wahrheit in sich aufnimmt.
9. Bevor Ich euch euer Kreuz gab, habe Ich euch gestärkt und
eure Tränen getrocknet. Wohl dem, der sich an Meiner Brust
ausgeweint hat, denn er wird fühlen, dass sein Schmerz schwindet.
Wohl dem, der — nachdem er Meinem Gesetze gehorsam gewesen
ist — in seinem Geiste Wonne empfindet; denn dies wird die Frucht
seiner Verdienste sein.
10. Wenn ihr Mir nachfolgen wollt, so kommt immer reinen
Herzens zu Mir. Ihr braucht keine Juwelen, noch kostbare Kleider.
Ich will nur Reinheit in eurer Seele und in eurem Körper, damit ihr
Mich in euch tragt.
11. Mein Wort ist klar, und trotzdem wollt ihr es manchmal
nicht begreifen. In der Zweiten Zeit sprach Ich viel in Gleichnissen
und Sinnbildern, weil die Menschen jener Epoche Mich nur auf
diese Weise begriffen. Aber dennoch gebrauchten sie bei einigen
Gelegenheiten den Vorwand, Mich nicht zu verstehen, und zwar,
weil die Menschen das Göttliche mit ihren Händen betasten
möchten und sie vor den materiellen Entsagungen und der
Vergeistigung zurückschrecken, welches die Mittel sind, durch die
sie das Licht der Göttlichkeit erblicken können.
12. Habt Vergeistigung, seid reinen Herzens, dann seid ihr beim
Festmahle des Herrn niemals betrübt und werdet alles begreifen und
empfinden, was Er zu euch spricht. Ihr werdet euch nicht unwürdig
fühlen und werdet nicht das Verlangen haben, wegzugehen. Daher
soll der, der sich von Meinem Tische erhebt, dies nur tun, um mit
seinem Leben und seinen Werken die Wahrheit Meiner
Unterweisung zu predigen.
13. Jünger, Ich bin in eurem Herzen. Jesu starb darum für euch,
um für immer in eurem Herzen zu leben. Eure Seele wird sich
entwickeln, indem sie Mein Wort hört. Seht, durch die Werke
Meiner Jünger werde Ich in dieser Zeit erkannt werden.
14. Der Schmerz hat eure Körperhülle und eure Seele geläutert,
damit ihr euch in Gedanken, durch das Gebet, selbst in ferne
Gegenden versetzen könnt, um eure schwierige Aufgabe zu erfüllen,
Frieden zu stiften und euren Brüdern Licht zu bringen.
15. Wenn euer Körper von seinem täglichen Kampfe ablässt und
im Bette ausruht, nutzt die Seele diese Zeit, um sich zu befreien und
sich mit Aufgaben zu beschäftigen, die für sie angemessen sind: mit
Werken des Herrn. Aber wenn euer Herz, statt sich von seinen
Sorgen und mancherlei Nöten zu erholen oder sich im Gebete zu
erheben, sich der Verbitterung überlässt, wird der Geist dauernd
damit beschäftigt sein, die Schwächen seines Körpers zu überwinden,
wodurch er andere Aufgaben vernachlässigt. Auf diese
Weise, aus Mangel an Glauben und Vergeistigung, verliert ihr eure
Tugenden, anstatt daran zu denken, dass — wer seine Pflichten
gegenüber den andern im Stich lässt, um nur für sich selbst zu
sorgen — selbstsüchtig gegenüber seinen Nächsten ist und daher
auch kein Erbarmen mit seiner Seele hat.
16. Bringt Meine Lehren in Anwendung, damit ihr stark werdet
und Gleichmut in eurem Geiste und Güte auf euren Lippen habt,
wenn jene an eure Türen kommen, die euch ablehnen und euch verleumden.
17. Wenn ihr mit dieser Zurüstung tätig seid, werdet ihr erleben,
dass durch euer Gebet aus jenen Herzen der Kummer, den sie
verbergen könnten, entweicht, als Beweis dafür, dass sie bei Meinen Jüngern waren.
18. Wenn ihr dagegen versuchen solltet, Meine Lehre zu
verteidigen, indem ihr Schlag mit Schlag und Schmähung mit
Schmähung beantwortet, dann werdet ihr erleben, wie die Menschen
euch besiegen und Gründe finden werden, um zu beweisen, dass ihr
wegen eures Mangels an Liebe und Barmherzigkeit für eure
Nächsten nicht Meine Jünger sein könnt.
19. Lasst nicht zu, dass das Heiligtum, das Ich in eurem Herzen
errichtet habe, durch unwürdige Gedanken zerstört wird. Lebt wach,
betet, damit die Stürme euch nicht zu Fall bringen.
20. Wenn ihr die Propheten dieser Zeit hört, die ihr Seher nennt
und die in ihren Gesichten von Gefahren zu euch sprechen und
Heimsuchungen Voraussagen, so erhebt eure Gedanken zu Mir und
bittet Mich um Kraft, um zu bestehen, oder um Licht, um jene
Klippe zu umgehen, und erfleht Meine Barmherzigkeit für alle eure Brüder.
21. Es ist Zeit, zu beten. Die Heime, die im Frieden leben,
sollen für die zerstörten Heime beten. Die Witwen, die Ergebung
und Trost gefunden haben, sollen in Gedanken jenen beistehen, die
vom Schmerz betäubt ohne Sinn und Ziel dahinleben.
22. Mütter, die ihr euch freut, wenn ihr euch von euren Kindern
umgeben seht — sendet denen euren Trost, die sie im Kriege
verloren haben. Es ist nicht wichtig, dass eure Augen den Erfolg
sehen. Euch soll euer Glaube genügen, und dass ihr den Schmerz
eurer Geschwister teilen wollt, damit Ich jenen, für die ihr betet,
Meinen Frieden, Meinen Trost und Meine Liebkosung, das Brot und
die Vergebung zuteilwerden lasse.
23. Ich habe euch beschenkt, damit ihr durch eure Verdienste
das Land der Verheißung erreicht.
24. Immer werde ich euch bei eurer Zurüstung behilflich sein,
damit ihr stark sein könnt und euch als gute Soldaten dieser Sache
aufmacht, wenn die Verwirrung ausbricht und sich Völker gegen
Völker und Nationen gegen Nationen erheben.
25. Heute sage Ich euch: Willkommen sei der Erdenpilger, der
schon seit längerem dem göttlichen Lichte folgt! — O flüchtige
Bewohner dieser Welt, die ihr heute hier seid und nicht wisst, wohin
euer Geist morgen geht! Wahrlich, Ich sage euch, nicht der Tod
erwartet euch, sondern das ewige Leben, denn Ich habe nicht den
Tod für die Seele vorgesehen. Doch Ich will, dass ihr im Augenblick
Meines Rufes wie die treuen Jungfrauen Meines Gleichnisses seid,
die die Ankunft des keuschen Gemahls mit brennender Lampe
erwarten, damit ihr in dem Augenblick, da ihr Meine Stimme hört,
die euch ruft, den Kelch der Bitternis hinter euch lassen könnt, den
ihr in dieser Welt getrunken habt, und damit euch zu dieser Stunde
niemand das entreißen kann, was ihr mit so viel Schmerz schon
beinahe erreicht habt.
26. Hier werden sich die Augen eures Körpers, des Weinens
müde, schließen, während die Augen eures Geistes sich für das
wahre Leben öffnen werden, wenn ihr die Schwellen der Ewigkeit
überschreitet, wo euer Vater euch mit der Belohnung erwartet, die
Er euch versprochen hat.
27. Wie viele für das Leben der Gnade Tote sind in dieser Zeit
auferstanden, als sie dies Wort vernahmen! Wie viele Schwache
haben sich voll Kraft aufgerichtet! Wie viele Furchtsame und
Verzweifelte wurden von Mut erfüllt und haben den Frieden gefunden!
28. Die Menschenscharen, die Ich in den ersten Tagen dieser
Kundgabe ankündigte, sind diese hier; die "Toten" und Bedürftigen,
von denen Ich sagte, dass sie kommen würden, seid ihr selbst.
29. In eurer Einsamkeit und in eurer Bitterkeit habt ihr Tag für
Tag auf den Augenblick gewartet, der euch die gute Botschaft von
Meinem Kommen brächte. Angezogen von dem Gerücht Meiner
Gegenwart und Meiner Wundertaten seid ihr unter den Schatten des
Baumes gekommen, wo Ich euch erwartete, und hier werdet ihr nun
zu Jüngern des Göttlichen Meisters.
30. Einige Zeit werde Ich noch bei euch sein, damit ihr Meine
Lehren eurem Geiste einprägt und nicht in Entweihungen oder
Verfälschungen geratet. Ich will, dass euer Herz das Wort, das der
Meister euch lehrt, durch Werke der Liebe bestätigt, wenn eure
Lippen von Meiner Lehre zu sprechen beginnen.
31. Achtet darauf, das Herz eurer Brüder nicht zu verletzen und
ihr Glaubenslicht nicht auszulöschen; denn hier unter diesen
Scharen sind meine neuen Jünger. Bringt sie nicht von diesem Wege
ab. Glaubt nicht, dass ihr die einzigen seid, derer Ich Mich in dieser
Zeit bedienen werde. Ihr werdet "Erste" genannt werden, und jene
"Letzte". Auch jene werden müde des Wanderns und Leidens
herbeikommen und zu Mir sagen: "Vater, ich komme erschöpft zu
Dir. Ich wollte, Ich wäre Dir schon viel früher auf meinem Lebenswege
begegnet. Ich hätte mir viele meiner Leiden und Irrtümer
erspart." Doch Ich sage euch, kein Blatt vom Baume bewegt sich
ohne Meinen Willen, und die so zu Mir sprechen, sollen wissen,
dass es auch unter Meinen Arbeitern welche gibt, die Mir in ihrem
Herzen sagen: "Wie glücklich wäre ich, wenn ich noch frei wäre,
um alles zu genießen, was die Welt mir anbietet." Das ist der, der die
Prüfungen nicht zu nutzen verstand, welches die Lehren sind, die
das Leben gibt, und der auch nicht den Sinngehalt Meiner
Unterweisung zu begreifen fähig war. Darum ist er schwach, und in
seiner Schwachheit führt er sich selbst in Versuchung.
32. Wer könnte Mir irgendeine Absicht oder irgendeinen seiner
Gedanken verbergen — Mir, der Ich im Herzen eines jeden
Menschen wohne? Wundert euch deshalb nicht, wenn Ich euch sage,
dass aus eurer Mitte jene hervorgehen werden, die euch verfolgen
und das von Mir Geschaffene zu zerstören versuchen. Einige von
denen, die sich heute Jünger und Arbeiter des Herrn nennen, werden
sich morgen gegen Meine Lehre erheben und diejenigen bekämpfen,
die sie ihre Brüder nannten. Darum sage Ich euch immer: Wachet
und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet.
33. Ein jeder begnüge sich mit der Gabe und dem Auftrag, die
ihm anvertraut worden sind, und ziehe nicht hinaus auf die Straßen
und in die Provinzen, sofern ihm nicht der richtige Augenblick
angezeigt und ihm seine Aufgabe angewiesen wird. Ich sage euch
dies, weil manche lehren, ohne sich vorbereitet zu haben, und es
gibt auch solche, die sich zu Führern machen, ohne die nötige
Zurüstung zu besitzen. Anderen dagegen, die meinen, die Aufgaben
nicht erfüllen zu können, die Ich ihnen anvertraue, sage Ich: Warum
haltet ihr das zu erfüllen für unmöglich, was euch Jener anvertraute,
der weiß, wessen jedes Seiner Kinder fähig ist? Wie sollte Meine
Kundgäbe in dieser Zeit eurer Meinung nach erfolgen — etwa nicht
durch das Verstandesorgan des Menschen?
34. Manche haben an Meiner Kundgabe in dieser Form
gezweifelt und den Stimmträger als einen Betrüger angesehen. Doch
Ich habe Mich auch jener bedient, die gezweifelt haben, und sie
berufen und vorbereitet, um den Auftrag zu erfüllen, den sie in
Zweifel zogen, und um ihnen Beweise Meiner Wahrhaftigkeit zu geben.
Viele von ihnen gehörten zu Meinen besten Stimmträgern
aufgrund des Glaubens und der Freudigkeit, mit der sie hernach
gearbeitet haben. Als sie erkannten, dass ihren Lippen göttliche
Worte entsprangen, haben sie ihre Augen Mir zugewandt, um
Meinen Namen zu segnen.
35. Seit damals tun sie Meinen Willen und nicht den ihren, da
sie erkennen, dass, wer auf Erden seinen eigenen Willen tut, dies zur
Verherrlichung seiner selbst tut und sich daher von Mir entfernt.
36. Der Meister sagt euch: Heute ist es Mein Wort, das euch
führt, korrigiert und unterweist; nach 1950 wird euch nur euer
Gewissen führen. Gebt Meine Unterweisung in ihrer vollen Reinheit
weiter, zeigt Mein Werk in voller Klarheit.
37. Ich habe euch nicht gerufen, damit ihr in diesem Kampfe
umkommt, im Gegenteil, Ich will, dass ihr als gute Soldaten den
Sieg davontragt. Aber dieser Sieg soll der des Friedens sein, den ihr
gesät habt, jener der Gesundheit, die ihr den Kranken wiedergegeben
habt, der des Lichtes, das ihr in der Finsternis entzündet habt.
38. Arbeiter, die ihr herbeikommt, um Mir eure Arbeit
vorzuweisen, Ich empfange euch. Ihr kommt von den Feldern, die
Ich euch anvertraut habe, und fragt Mich: "Göttlicher Meister, ist
mein Wirken, mein Kampf wohlgefällig vor Dir?" Doch der Meister
antwortet euch: Noch sind eure Werke nicht vollkommen, noch seid
ihr nicht Meine Jünger. Ich sehe euch als kleine Kindlein, die Ich
sehr liebe, und Ich nehme die Erfüllung (eurer Aufgabe) an, die ihr
Mir vorweist. Euer Geist richtet sich auf und macht die ersten
Schritte, macht den Körper fügsam und schenkt Meinen neuen
Unterweisungen in der gegenwärtigen Offenbarungsepoche Gehör.
39. In der Ersten Zeit kanntet ihr den Namen Jehovas und
erlebtet ihr Meine Kundgebungen im Schoße des Volkes Israel, dem
ihr angehört habt, und Ich sagte euch: "Sehet, dies ist der Weg"; und
der Weg, von dem Ich zu euch sprach, war das Gesetz. Später sprach
Mein in Jesus fleischgewordenes Wort zu euch, und ihr wurdet
durch Meine Gleichnisse und Gebote erleuchtet, und mit ihnen sagte
Ich euch: Jeder, der erfüllt, indem er seine Nächsten liebt und ihnen
vergibt, ist auf dem Wege Meines Gesetzes. — Und in der heutigen
Zeit befindet ihr euch wiederum auf dem gleichen Weg zu eurer
Entwicklung, und ihr habt den gleichen Göttlichen Geist bei euch,
der euch lehrt und eure Schritte lenkt. Ich bin als strahlendes Licht
gekommen, und jeder, der sich zurüstet, wird Mich schauen können.
40. Die Menschheit hat sich in dieser Zeit nicht aufgemacht,
Meine Gebote zu erfüllen, doch Ich erwarte sie. Zu allen Zeiten
habe Ich die Seelen gepflegt, doch ihr habt Mir noch keine Früchte
angeboten, die Meiner würdig sind. Ich habe für alle Wesen vollkommene
Gesetze erlassen, doch die Seele des Menschen, welche
das Meisterwerk des Schöpfers ist, hat sich nicht vervollkommnet.
Obwohl Ich sie unablässig inspiriert und beraten habe, hat sie nicht
auf ihren Gott gehört und Ihm nicht gehorcht.
41. Ihr habt keinen guten Gebrauch von den Fähigkeiten
gemacht, die Ich euch gewährt habe, und führt Mir nur Schmerz vor
Augen. Wenn Schmerz in euch ist, so deshalb, weil ihr gegen das
Gesetz verstoßen habt. Obwohl ihr mit Kraft ausgestattet wurdet,
seid ihr schwach gewesen.
42. Ich will, dass ihr wisst, dass ihr unter allen Geschöpfen
dieser Welt das bevorzugte Wesen seid, das mit Seele und Geist
ausgestattet worden ist. Ich habe euch den freien Willen gegeben,
damit ihr aus eigenem Willen den rechten Weg einschlagt, der zu
Mir führt. Es ist kein blumiger Weg, den Ich euch anbiete, sondern
der des Gebetes, der Buße und des Kampfes, und auf diesem Pfade
soll euch euer Gewissen führen.
43. Die Zeit kommt näher, in der ihr als Geistwesen zu Mir
kommen werdet. Ihr seid in der Dritten Zeit, im sechsten
Entwicklungsabschnitt, nahe der Schwelle zu jenem vollkommenen
Leben, das euch erwartet. Wollt ihr zu Mir kommen und den Frieden
genießen, den Ich euch von den ersten Zeiten an verheißen habe? Ihr
alle sagt Mir: "Ja, Meister, denn der Kelch, den wir trinken, ist
bitter, und unser Tagewerk ist schwer. Jeden Tag wird eure Arbeit
schwieriger, und ihr stoßt auf die Verständnislosigkeit eurer
Mitmenschen. Doch Mein Wort, das Balsam ist, lindert eure
Schmerzen. Jener Quell der Gnade, den ihr hattet versiegen lassen,
sprudelt heute von neuem, um euch Stärke zu geben.
44. Bedenkt, dass sich das Jahr 1950 nähert und das Volk nicht
vereinigt ist. Noch sind die zwölftausend Geister von jedem Stamme
nicht zugerüstet. Doch wenn jenes Jahr kommt, und ihr Mir nicht
die Anzahl vorweist, die Ich von euch verlangt habe — wer
vermöchte nach jenem Zeitpunkt die Auserwählten zu kennzeichnen?
Wollt ihr sie etwa kennzeichnen und ihre Bestimmung
anzeigen? — Nein, Volk, nur Ich schreibe mit unauslöschlichen
Buchstaben die Aufgabe, die jedem Geiste zukommt.
45. Welches Verlangen ist in Mir, Mein Werk in andern
Nationen zu offenbaren! — Die Zeit naht, in der diese Kundgabe
abgeschlossen werden muss und diese Lippen nicht mehr in dieser
Form sprechen werden.
46. Ich bin es, der in dieser Zeit spricht, der die Seelen pflegt
und zubereitet. Denn auf Erden gibt es keine Meister des Geistes.
47. Und so, wie diese Menschenscharen hier, die früher klein
waren, sich heute vervielfacht haben, ebenso will Ich in andern
Nationen Meine Jünger zusammenführen.
48. Wenn ihr Mein ständiges Ringen erkennt, sagt ihr Mir:
"Meister, wie groß ist Dein Werk; wie überreich Dein Wort, und wie
viel Liebe und Macht lässt Du in dasselbe einströmen! Die Herzen
wandeln sich, und die Kranken werden gesund, da sie Deine
Gegenwart fühlen." — Hört Mir bis zum Ende zu, damit ihr von Mir lernt.
49. Ich habe Mich in allen Nationen geistig kundgetan, wie es
geschrieben steht. Die Propheten sagten: "In der Zeit des Krieges
und der Trübsale wird der Heilige Geist kommen, um sich den
Menschen kundzutun." Die Menschheit sucht Mich, sehnt sich nach
Meinem Wort, doch ihre Angst und Verwirrung ist so groß, dass es
ihr nicht gelingt, Mich zu finden, obwohl Ich ihr so nahe bin. In
einigen Städten sind die Kirchen zerstört worden, die Bücher
wurden ins Feuer geworfen, der Glaube wurde bekämpft, die
heiligen Gesetze verleugnet, und in manchen Nationen wurde Mein
Name aus den Herzen ihrer Bewohner ausgelöscht. Dennoch habe
Ich euch angekündigt, dass das Himmelreich eine Stätte im Herzen
der Menschen finden wird. Wer könnte den inneren Tempel
zerstören, wenn ihr ihn in eurer Seele zu erbauen versteht? Wie groß
ist der Kampf, der dich erwartet, Volk!
50. Bald wird die Welt Kenntnis davon bekommen, dass das
Volk Israel, in verschiedenen Nationen inkarniert, zur Erde
zurückgekehrt ist, und Ich werde Mich desselben bedienen. Die
Menschen werden erfahren, dass ihr nicht blutmäßig, sondern geistmäßig
Nachkommen jenes Volkes seid und wie in den vergangenen
Zeiten Zeuge Meines Kommens und Meiner Offenbarungen seid.
51. Ihr, die ihr Mich vertretet, werdet der Menschheit Meine
Botschaft bringen. Ich habe euch ausgesandt, um die Erde zu
erleuchten, das Gute zu predigen und von der Wahrheit Zeugnis
abzulegen. Ihr werdet den Geist über die Seele und über den Körper
stellen und werdet lehren, dass er euer Führer ist. Dann wird jeder
Materialismus fallen, und die Seele wird sich wieder erheben und zu
Meinem Jünger werden.
52. Ihr vergesst in diesem Augenblick eure Leiden, um an die
der andern zu denken, weil ihr wisst, dass in andern Ländern der
Schmerz den Kelch ihrer Bewohner gefüllt hat, und dieser Schmerz
gelangt zu Mir, denn — welches Leid könnte das Kind fühlen, das
nicht auch zum Vater gelangte? Doch dieser Schmerz läutert und
erleuchtet den Menschen, er macht ihm das Warnsignal der
Gerechtigkeit spürbar und wird ihn veranlassen, auf "den Weg"
zurückzukehren. Nur der Schmerz wird ihn dazu bringen, sich zu
besinnen und die Gesundheit und den Frieden, die er verloren hat, zurückzugewinnen.
53. Meine Gegenwart und Meine Liebe steht allen Meinen
Kindern in dieser Stunde der Prüfung bei.
54. Unter den Berufenen dieser Zeit befinden sich jene, die den
Vater um eine weitere Zeit der Freiheit gebeten haben, die Ich ihnen
auch gewährt habe. Aber als der Zeitpunkt gekommen war, um von
ihnen Rechenschaft zu fordern, habe Ich sie gefragt: "Was habt ihr
mit jener Freiheit gemacht, um die ihr Mich batet ?" und sie konnten
Mir nur antworten: "Wir haben unseren Willen getan, und die
Frucht, die wir geerntet haben, ist sehr bitter."
55. Diese sind müde zu Mir zurückgekehrt, verbittert und
angeekelt von den Früchten, die sie so sehr ersehnten — Früchte,
die giftig und tödlich sind.
56. Der Herr erwartete sie. Er wusste, dass sie zurückkommen
mussten, und als sie zurückgekehrt waren, habe Ich sie gefragt, ob
sie noch immer den Weg des irdischen Vergnügens fortsetzen oder
das Liebeskreuz des Meisters tragen und Ihm folgen wollen, und sie
haben Mir mit dem Herzen gesagt, dass sie Mir bis ans Ende folgen  werden.
57. Euch allen sage Ich: Betet, damit ihr Macht über euren Körper habt.
58. Während ein großer Teil der Menschheit derzeit leidet, weil
das Gesetz der Gewalt noch immer dasjenige ist, das unter den
Menschen herrscht, und weil die Ungerechtigkeit regiert, komme
Ich herab und erscheine geistig unter euch, um euch zu nähren,
damit ihr euch erneuert, Meine göttliche Unterweisung versteht und
hernach unter den Menschen vollkommene Werke tun könnt. Dazu
habe Ich Meine Bäume gepflanzt, welches die großen und kleinen
Gemeinschaften in verschiedenen Städten, Provinzen und Dörfern
sind — Bäume, die dem Wanderer Schatten spenden, der auf langen
Wegen und durch weite Wüsten herbeikommt, und die den
Hungernden ihre Früchte des Lebens geben. Liebt diese Bäume,
pflegt sie durch eure Anteilnahme und euren Eifer. Peitscht sie nicht,
als ob ihr ein Wirbelsturm wäret, weil ihr einige von Blättern
entblößt und andere gealtert seht, denn ihre Äste werden zu neuen
Bäumen werden. Vergesst nicht den Tag, an dem ihr den ersten
Schatten empfinget und die erste Frucht aßet.
59. Ich habe euch als kleine Kinder betrachtet. Wenn ihr eure
ersten Schritte als Arbeiter zu machen beginnt, vertraue Ich euch
zunächst kleine Felder an, damit ihr lernt, zu säen. Jene ersten
Felder sind die Herzen eurer Angehörigen, sind eure Freunde und
eure Feinde. Für jeden besonderen Fall gebe Ich euch Inspirationen.
60. Wenn dann ein Sturm gegen eure Felder herangezogen ist,
haben die Menschen euch im Geiste gestählt gefunden, und wenn
die Zeit zum Mähen und Ernten gekommen ist, werdet ihr mit Jubel
im Herzen das geerntete Korn in die Kornkammer des Vaters tragen
— eben jenes, das in der Zukunft eure Nahrung in der Ewigkeit sein wird.
61. Seit langem schon hat euch der Meister aufgefordert, auf
Seinen Feldern zu säen, aber einige waren taub und abweisend
gegenüber dem ersten Ruf. Doch der Vater wartet weiterhin auf sie,
denn Er wusste, dass sie auf den zweiten Anruf hin voll Reue
herbeieilen und Ihn um Vergebung bitten würden.
62. Um Mir zu glauben und nachzufolgen, baten Mich einige als
Beweis um Gesundheit und inneren Frieden, die sie auf Erden nicht
fanden, und als diese gesund wurden und in ihren Heimen und
ihrem Leben den Frieden regieren sahen, sagten sie mir: "Du bist es, Vater!"
63. Gesegnet sei, wer die Werke erkennt, die Ich zu jedem
Zeitpunkt auf seinem Wege bekunde, denn er macht seinem Vater
eine Freude. Weh' dem, der zweifelt oder misstraut, denn er fühlt
sich verlassen, verloren und schwach.
64. Höret, Jünger: In der Zweiten Zeit fuhr Jesus eines Tages in
einem Boot hinaus, begleitet von Seinen Jüngern. Das Meer war
ruhig, und jene Menschen begeisterten sich am Worte des Meisters.
Hernach schlief Jesus ein; doch als das Meer zu schäumen begann
und ein Sturm drohte, blieb Jesus weiter schlafend. Während einiger
Augenblicke war das Boot ein Spielball der Wellen, und Furcht
überwältigte jene Herzen bis zu dem Grade, dass sie den Meister mit
angsterfüllter Stimme aufweckten und zu ihm sagten: "Herr, rette
uns, wir verderben!" Woraufhin Jesus, sie liebevoll anblickend,
Seine Hand gegen die Wasserwogen ausstreckte, welche augenblicklich
ruhig wurden, und, Sich an Seine Jünger wendend, tadelte Er
ihren Zweifel mit den Worten: "O ihr kleingläubigen Menschen!"
65. Manchmal sehe Ich euch ebenso, schwach im Glauben. Oft
genügt es, dass das Brot auf eurem Tische knapp ist, oder dass sich
für kurze Zeit die Tore zur Arbeit schließen, und schon bemächtigt
sich euer der Zweifel und ihr vergesst, dass ihr mit Jesus im Boote
fahrt, der auch euch sagt: "O ihr kleingläubigen Menschen!"
66. Wenn Ich euch mit Gnadengaben überschütte, glaubt ihr an
Mich; aber wenn Ich euch prüfe, dann zweifelt ihr.
67. Denkt nicht, dass Ich euch den Schmerz senden könnte,
denn er ist nicht von Mir geschaffen. Er ist ein Same, der aus dem
Herzen des Menschen geboren wurde, und dessen Ich Mich bediene,
damit seine Früchte ihn erwecken und erleuchten. Denn Ich bin
Jener, der gerade aus dieser Finsternis das Licht entspringen lässt.
68. Wie viele gibt es, die im Schmerz ihrer Prüfungen Mich
einen unvollkommenen und ungerechten Gott genannt haben, ohne
zu erkennen, dass das Leid, das sie gerade ernten, sie selbst gesät
haben, und dass sie nur durch dieses rein werden und frei von ihrer Schuldenlast.
69. Wann wird die Menschheit den Schmerz beseitigen? Wann
werden ihre Kriege und ihre Sünden ein Ende haben? Meine
Stimme, gleich einer Glocke, sagt den Seelen in dieser Zeit:
Erwachet! Erhebt euch! Hört auf euer Gewissen, damit ihr mit
Ergebung und Sanftmut den Weg des Gesetzes geht. Euch ist die
Zeit des Friedens und der Gnade verheißen, in welcher der Schmerz
und die Tränen verschwinden werden.
Aber zuvor werdet ihr kämpfen und im Guten beharrlich bleiben müssen.
70. Wenn einmal alle Menschen sich aufmachen und dieses
Ideal mit Leben erfüllen, wird die Verwirrung Babels, die in diesen
Zeiten fortdauert, verschwinden, und stattdessen werden sich alle
Völker brüderlich umarmen.
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161