BWL - Band II - Unterweisung 53


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 53:
1. Warum entdecke Ich, dass ihr von dem Tag, an dem Ich Mich
bei euch kundgebe, bis zum nächsten, an dem Ich euch eine neue
Unterweisung gebe — also in einer so kurzen Zeitspanne — bereits
den Frieden verloren habt, den Ich euch schenkte? Verliert auf euren
Lebenswegen nicht die Gnaden, die Ich euch übergebe.
Ihr kommt verzagt durch die Prüfungen und Wechselfälle, die
euch auf eurem Weg begegnen, ihr nähert euch mit zerknirschten
Herzen. So sehe Ich euch fast immer, wenn Ich euch Meinen
Frieden gegeben habe, damit ihr den Entwicklungsweg eures Lebens
mit frohem Mut und Glauben zurücklegt.
2. Ich habe euch beten gelehrt, damit ihr euch von den Gefahren
und Hindernissen, den Fallstricken und Finsternissen befreit. Ich
habe euch gesagt, dass selbst die Naturgewalten euer Gebet
vernehmen werden, wenn sie um Meiner Gerechtigkeit willen
entfesselt sind. Sie werden über euch hinweggehen, ohne euch
anzutasten, weil ihr mit Glauben und Lauterkeit zu beten verstandet.
3. Aus dem Schmutz und dem Abgrund werde Ich euren Geist
in dieser Zeit emporheben, damit er nicht nur seinen Gott, sondern
auch sich selbst sowie seine Geistesgaben erkennt. Aber zuvor
werdet ihr durch den Schmelztiegel des Leides hindurchgehen
müssen, der euch reinigen wird. Denn ohne innere Erneuerung
werden eure Gaben nicht in voller Stärke erstrahlen können.
4. Die menschlichen Leidenschaften sind wie ein Unwetter, das
euer inneres Heiligtum peitscht, und nur der, der betet, ist stark
genug, um den Prüfungen standzuhalten, und nur der, der wacht, ist
genügend aufmerksam, um sich zu schützen.
5. Wenn Ich zu euch von Tempeln und von Heiligtümern
spreche, meine Ich nicht die Versammlungsstätten, die ihr im
Materiellen errichtet, sondern euer Herz; denn wo immer ihr auch
hingeht, dort wird der Tempel sein, und ihr werdet Meine Liebe in
ihm immer gegenwärtig finden.
6. Die Menschheit hat Religionen geschaffen, so etwas wie
Wege, die zu Mir führen. Doch Ich sage euch: Wandelt nicht mehr
gemäß der menschlichen Auslegung, die jeder Meinem Gesetze gibt.
Es ist nun Zeit, dass ihr alle Meine Inspiration zu empfangen
versteht, damit jenes Licht es ist, das euch führt.
7. Manchmal fragt ihr euch: Warum ist dieses Volk* das einzige,
zu dem Ich gesprochen habe, wo es doch so viele Nationen gibt, die
dessen bedürfen? — Darauf antworte Ich euch, dass es in der
damaligen Zeit nur eine Menschengruppe war, die Meine
Kreuzigung und Meinen Tod miterlebte, und dennoch verbreitete
sich das Blut des Lammes über die ganze Menschheit, um ihr den
Weg zu ihrer Entsühnung zu zeigen. So werde Ich in der heutigen
Zeit zu diesen Gemeinschaften hier sprechen; doch das Licht
Meines Geistes ist über den ganzen Erdkreis ausgegossen.
* Gemeint ist das geistige Volk Israel, vertreten durch die kleine Schar,
die in der mexikanischen Nation lebt.
8. Alle Mittel, um zu lernen und danach zu handeln habe Ich
euch bereits übergeben, und Ich will nicht — wenn ihr im Geiste in
Meine Gegenwart kommt — dass ihr euch ohne Ernte einstellt und
vorgebt, dass die Unnachgiebigkeit und Widerspenstigkeit des
Körpers euch eure Aufgabe nicht erfüllen ließ. Denn wer nicht über
die Versuchungen der Welt siegt, wird keine Verdienste besitzen, um
sich vor seinem Herrn zeigen zu können. Viel Kraft besitzt der
Körper in seinen Leidenschaften, Neigungen und Schwächen, aber
der Geist ist mit einer höheren Macht ausgestattet, und mit ihr kann
er das Böse bezwingen.
9. Welches Verdienst hätte euer Geist, wenn er innerhalb eines
Körpers ohne Willen und ohne eigene Neigungen wirken würde?
Der Kampf des Geistes mit seiner Körperhülle ist der von Macht
gegen Macht. Da findet er den Prüfstein, an dem er seine
Überlegenheit und seine Geistesgröße beweisen muss. Es ist die
Prüfung, in welcher der Geist oft für einen Augenblick den
Versuchungen unterlegen ist, in die die Welt ihn durch das Fleisch
bringt. So groß ist die Gewalt, die diese (Versuchungen) auf den
Geist ausüben, dass ihr schließlich den Eindruck hattet, dass eine
übernatürliche und bösartige Macht euch ins Verderben riss und
euch in den Leidenschaften zugrunde richtete.
10. Wie groß ist die Verantwortung des Geistes vor Gott! Das
Fleisch hat diese Verantwortung nicht übernommen. Seht, wie es für
immer in der Erde ruht, wenn der Tod kommt. Wann werdet ihr
Verdienste erwerben, damit euer Geist würdig wird, vollkommenere
Heimstätten zu bewohnen als diese, in der ihr lebt?
11. Die Welt bietet euch Kronen an, die nur von Eitelkeit, von
Stolz und falscher Größe zeugen. Dem Geist, der über diese
Eitelkeiten hinwegzuschreiten versteht, ist im Jenseits eine andere
Krone vorbehalten, jene Meiner Weisheit.
12. Einstmals suchte Ich Täler, Berge, das Meer und die Wüste
auf, um zu euch zu sprechen. Auch heute stellte Ich fest, dass es
Herzen gibt, die durch ihren Frieden den Tälern gleichen, andere,
die wie ein stürmisches Meer sind, wie jenes, das aufschäumte, als
Jesus mit Seinen Jüngern im Boot darauf fuhr. Einige werden durch
ihre (geistige) Erhebung, wenn sie Mir zuhören, dem Berge ähnlich,
und andere gleichen mit ihrer Einsamkeit und (seelischen) Dürre der Wüste.
13. Ihr, die ihr Mein Wort hört — liebt es, studiert es, und
praktiziert es. Wie viele, die den Wunsch hatten, es zu hören,
können es nicht vernehmen, weil ihnen in dieser Zeit diese Gnade
nicht zuteil wurde. Doch wahrlich, Ich sage euch, sein Echo wird zu
allen gelangen und in größerer Reinheit, denn es wird nicht die
Stimme eines Menschen sein, die zu ihnen kommt, sondern der Geist Gottes.
14. Heute bearbeite Ich euer Herz mit dem Meißel Meines
Wortes, Ich lehre es, den Schmerz der andern zu fühlen; denn wer
kein Mitgefühl besitzt, kann nicht Mein Apostel sein. Ich will nicht,
dass die Notleidenden — nachdem sie vergebens an eure Tür
geklopft haben — Mich schluchzend fragen, ob jene Meine
Auserwählten sind, diejenigen, die Ich als Treuhänder der Sorgen
ihrer Brüder zugerüstet habe, als die Vertrauenspersonen und
Stützen für die Bedürftigen. Wachet, o Jünger, damit ihr sogar
mitten in der Nacht, wenn ihr tief schlaft, die Hand wahrnehmen
könnt, die an eure Türe klopft. Dieser Notleidende, der euch heute
aufsucht, kann jener sein, der — durch eure Hilfsbereitschaft bewegt
— sich gleichfalls in Meinen Arbeiter verwandelt und euch morgen
eure Mission erleichtert. Wie viele von denen, die heute um ein
wenig Liebe, Verständnis oder Gerechtigkeit bittend herbeikommen,
werden morgen der Schild sein, der euch schützt, oder der Zeuge,
der euch rettet. Aber was könnt ihr von dem erwarten, der in all
seinem Schmerz an eure Türen klopfte und seine Hoffnung auf eure
Hilfsbereitschaft setzte und dann kein Gehör fand? Lasst jenen zu
euch kommen, der im Schlamm des Lasters versunken ist; wenn ihr
ihn innerlich zu bewegen versteht, wird er Reue fühlen. Lasst den
Zerlumpten sich eures Hauses und eures Tisches würdig fühlen;
empfindet jedoch keinen Widerwillen vor seiner Armut, vielleicht
ist er geistig reiner und geschmückter als ihr. Spart eure besten
Aufmerksamkeiten und euer freundlichstes Lächeln nicht für jene
auf, die in ihren Händen materiellen Reichtum haben, oder die sich
in kostspieliger Aufmachung präsentieren. Lasst euer Herz nicht auf
diese Unterschiede sehen und teilt die Wohltat eurer Gaben an alle
gleich aus. Leiden gibt es überreichlich — wie viel Gutes könnt ihr
an jedem Tag und zu jedem Zeitpunkt tun!
15. Wenn ihr die Kinder beobachtet, werdet ihr sehen, dass es
viele Kleine ohne Liebe, ohne Gesetz und ohne Brot gibt. Wenn ihr
unter die Jugend tretet, werdet ihr den Kampf der Leidenschaften,
die verfehlten Wege antreffen, und wenn ihr euch unter den
Männern und Frauen umseht, die die Lebensreife erreicht haben,
werdet ihr unter ihnen Tragödien finden, den sehr bitteren Kelch:
manchmal den der Witwenschaft, das Fehlen von Hoffnung und
Glauben sowie von wahrer geistiger Ermunterung, die sie tröstet und stützt.
16. Mein Wort allein vermag das durch das Leid hart gewordene
Herz zu rühren und empfindsam zu machen. Viele von euch hatten
so viel gelitten, dass sie den Schmerz der andern nicht fühlten und er
ihnen gleichgültig war.
Ich spreche zu euch viel vom Schmerz und erwähne häufig das
Erbarmen, das ihr mit euren Brüdern haben sollt, weil es so viele
Leiden in der Welt gibt, wie es menschliche Wesen gibt, und in der
heutigen Zeit fangen die Leiden der Menschheit erst an. Darum
bereite Ich euch vor, damit ihr euren Brüdern mit eurer Liebe neue Kraft gebt.
17. Wenn es den großen Völkern der Erde gefällt, auf das
"Wohl" der Welt zu trinken, indem sie den Kelch der Bitterkeit
erheben und ihn auf die Menschheit ausgießen, so entbiete Ich euch
von diesem bescheidenen Tische aus einen geistigen Kelch voll
Süße und Leben, damit ihr diese Botschaft zu denen bringt, die in
ihrem Herzen den Tod und auf ihren Lippen Bitterkeit haben.
18. Geht Schritt für Schritt auf diesem Weg der Liebe. Lasst die
stürmischen Winde über euch hinwegbrausen, ohne schwach zu
werden. Eure Ohren werden sie sagen hören, dass ihr auf dem Wege
des Verderbens seid; doch stärkt euch in der Erinnerung an Meine
Worte, als Ich euch sagte, dass Mein Mantel jeden bedecken wird,
der auf der Welt den Weg geht, den Ich ihm mit der blutigen Spur
Meines Leidens vorgezeichnet habe.
19. Ich will, dass euer Gesicht die Sanftmut eures Geistes,
jedoch nicht Heuchelei widerspiegelt; denn das, was eure Brüder
nicht sehen, werde Ich richten. — Nach Stürmen, die dieses Volk
peitschen müssen, wird die Zahl derer, die um Mich geschart
bleiben, klein sein, weil viele durch die Prüfungen verzagen werden.
Doch die Übrigbleibenden werden jene sein, die Mein Werk zum
Erblühen bringen. Alles wird dann lauter sein, im Materiellen wie
im Geistigen. Denn Ich habe euch mit Meinem Wort den Weg
geöffnet, der durch die Bosheit und den Ungehorsam der Menschen
verschlossen war. Die Augen eures Geistes wurden ebenfalls
geöffnet, damit ihr die Wahrheit schaut. Ich sage euch noch einmal,
dass jedes Auge Mich schauen wird.
Die rechtverstandene Buße, die Ich von euch verlangt habe, hat
den Zweck, dass ihr in eurem Leben einen Anfang zur Erneuerung
macht. Darum sage Ich euch, dass Ich nicht will, dass ihr euch mit
"Kleidern" der Heuchelei bedeckt. Ich will, dass ihr gut und
aufrichtig seid und mit euren Werken die Wahrheit Meiner Lehre bezeugt.
20. Ihr werdet einen großen Schatz an Weisheit erlangen, ohne
die Bücher der Menschen zu benötigen, da euer einziges Lehrbuch
dies Wort ist, in welchem ihr weder Einfluss von fremden Lehren,
noch von schlechten Auslegungen oder von Menschentheorien
haben werdet, sondern nur Mein Gesetz, das euch den Weg eurer
Entwicklung vorzeichnet.
21. Der dichte Schleier eures Materialismus hatte euch in eine
Unwissenheit versinken lassen, die verursachte, dass ihr euch dem
Göttlichen ferne fühltet, und die euch das Licht verbarg, welches das
Leben des Geistes erhellen muss. In dieser Zeit zerriss Meine
Stimme jenen Schleier und zeigte euch Mein Heiligtum, indem sie
euch neue Lehren aus Meiner geheimen Herzenskammer offenbarte.
Bei Meiner geistigen Kundgebung haben die einen ihre Lampe des
Glaubens entzündet, während die andern vorgezogen haben, das
Leben weiterhin in dem Lichte zu betrachten, das ihnen ihre geringe
geistige Erkenntnis gegeben hat. Wann werdet ihr alles erfassen, was
ihr für euren Geist (an Erkenntnissen) ansammeln müsst?
22. Ich verbiete euch nicht, die Natur zu erforschen oder
Kenntnisse anzuhäufen, wenn diese zum Wohle und Fortschritt
eures menschlichen Lebens sind. Aber Ich will, dass ihr euch auch
dafür interessiert, für euren Geist Licht zu erlangen, denn es wird
das einzige sein, was ihr von hier zum Jenseits mitnehmt und was
euch auf dem geistigen Wege für euren Fortschritt dienlich ist. Ich
bin jedem von euch so nahe, dass ihr Mich mit euren Gedanken nur
etwas zu fragen braucht, um sogleich Meine Antwort zu empfangen.
Niemand kann dem Vater vorwerfen, dass Er sich von Seinen
Kindern zurückgezogen hat. Denn als ein liebevoller Hirte habe Ich
immer über alle Meine Schafe gewacht, und Ich kann euch in
Wahrheit sagen, dass keines verlorengegangen ist und auch nicht
verlorengehen wird, weil Ich überall bin. An jedem Ort ist Mein
Licht vorhanden, und das Leben und die Liebe eures Vaters pulsiert in der ganzen Schöpfung.
23. Der Mensch ist von der Erfüllung Meines Gesetzes
abgewichen; doch heute kann Ich euch sagen, dass Ich mit Meinen
Liebeslehren viele verirrte Schafe auf den Weg zu ihrer Aufwärtsentwicklung
bringe. Aber wenn diese zur Hürde zurückkehren,
werde Ich andere herbeiführen, bis Ich sie alle im Gehege Meiner
Liebe verwahrt habe.
24. Heute wisst ihr, dass der Schmerz die Seele und das Herz
läutert und dass es nicht das erste Mal ist, dass ihr eure Seele von
ihren Verfehlungen reinigen müsst. Der Becher der Bitterkeit goss
seinen Inhalt auf die Welt, und es war wie eine neue Sintflut, aber
schmerzhafter, bitterer und länger anhaltend. Es werden Zeiten
kommen, in denen nicht der Schmerz die Menschen bändigt und
zügelt, sondern das Licht ihres Gewissens. Wenn ihr noch immer
den Schmerz als einen Zaum benötigt, ist es das klarste Zeichen
dafür, dass ihr euch geistig nicht entwickelt habt.
25. Denkt daran, Meine Kinder, dass ihr den Berg (der
Vollkommenheit) ersteigen müsst und dabei ein Kreuz des
Schmerzes auf dem Rücken tragt. Aber begreift, dass das Kreuz, das
euch (geistig) emporheben soll, nicht das der Abtragung für eure
Sünden ist, sondern das eurer Opfer für andere.
Den Männern sage Ich, dass sie Führer, Verteidiger und
Beschützer der Menschen sein sollen. Den Frauen, den Müttern sage
Ich: Betet für die großen Scharen von Kindern ohne Eltern, ohne
Heim und ohne Brot. Eure Gebete werden wie die Flügel der Lerche
sein, die sich ausbreiten, um die Jungen zu bedecken. Doch denkt in
diesem Augenblick nicht nur an die euren, denn sie haben eure
mütterliche Liebe, sondern an jene, die auf der Erde nichts als
Einsamkeit und Hunger nach Liebe haben. Betet für sie! Wer kann
besser als ihr die Kälte, die Leere und den Durst jener zarten Herzen
verstehen? Betet, dann wird das Brot, das Obdach und die Liebe
bald zu ihnen kommen. Dies ist die rechte Gelegenheit, um
Barmherzigkeit zu üben.
26. Ihr seid auf die Erde verbannt worden, auf diesen Planeten,
den der Mensch in ein Tränental verwandelt hat, obwohl er ein
wunderbarer Garten ist, den der Schöpfer mit Seinen Segnungen
überschüttete. Doch die Menschen werden einsehen lernen, dass
ihnen um der Abtragung ihrer Schuld willen beschieden war, in
dieser Zeit zur Welt zu kommen, um diese Wüste von Trübsal und
Schmerz in ein Paradies des Lichtes zu verwandeln, in eine Stätte
der Brüderlichkeit und des Friedens, wo man Mein Gebot erfüllt,
das euch sagt: "Liebet einander!"
27. Unter denen, die Mir zuhören, befinden sich Ungläubige,
die, um glauben zu können, (mit ihren Händen) betasten möchten,
wie es Thomas tat. Ihnen sage Ich, dass sie sich eines Tages mit Mir
von Geist zu Geist verbinden werden. Zuerst sollen sie ihr Gefäß
von innen und von außen reinwaschen, damit Mein Wort sich in
dasselbe wie ein Tau der Gnade und des Lebens für den Geist herabsenkt.
28. Die Kranken möchten Mein Gewand berühren wie in der
Zweiten Zeit, damit ihr Glaube sie heilt. Doch Ich sage euch:
Warum berührt ihr nicht Meinen Göttlichen Geist mit euren reinen
Gedanken, mit eurem inbrünstigen Gebet? Ihr würdet alles erlangen,
was euer Geist und euer Körper benötigt.
29. Dies ist die Unterweisung, die Ich euch gebe, womit Ich
euch das Buch erblicken lasse, das Ich zu allen Zeiten vor euch
aufgetan habe. Es ist das Buch Meiner ewigen Weisheit, das Ich
euch heute beim Sechsten Siegel geöffnet zeige, wobei Ich als
Meinen Dolmetscher den Stimmträger verwende, den Ich zubereitet habe.
30. Zu allen Zeiten wolltet ihr Meine Kundgebung studieren,
um Meinen Willen und Meine Gebote kennenzulernen, und Ich habe
auf eure Fragen geantwortet, weil jeder, der Mich aus Liebe sucht,
mit dem Wunsch, die Wahrheit zu finden, Mich findet, Mich vor
sich sieht, Mich fühlt und sich an Meiner Liebe erquickt, ebenso wie
Ich von Freude erfüllt werde, wenn Meine Kinder Mir die Frucht
vorweisen, die sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit
erreicht haben, mit denen sie den Schmerz ihrer Brüder gelindert haben.
31. In diesem Buche, das Ich ein weiteres Mal vor euch
aufgeschlagen habe, sind alle Meine Lehren enthalten, und was in
ihm niedergeschrieben ist, sollt ihr kennenlernen, und es wird zu
eurem Glücke sein, weil es euch auf den Weg zu eurer Aufwärts-
entwicklung führen wird.
32. Euch verlangt danach, Meine Inspirationen zu empfangen,
die Ich zu allen Zeiten reichlich fließen ließ; doch ihr habt sie nicht
genutzt. Werdet ihr heute, da Ich mit euch durch den menschlichen
Verstand in Verbindung trete, weiterhin an Meinen Unterweisungen
und an Meiner Gegenwart unter euch zweifeln? — Ich spreche nicht
zu den Toten oder zu Wesen ohne Vernunft, sondern zu euch, die ihr
menschliche Wesen seid und ein Gewissen habt und Mich kennt.
Wenn Ich zu den Toten sprechen würde, hätten diese sich schon
aus ihren Gräbern erhoben, wenn Ich zu den Steinen oder zu den
Elementen der Natur spräche, würden sie bereits Zeugnis von Mir
ablegen. Doch die Ungläubigkeit Meiner Kinder wird Meine
Unterweisung nicht aufhalten, und dies Buch wird weiterhin von der
Wahrheit, dem Leben der Gnade und dem Jenseits sprechen.
33. Was sucht ihr in Meiner Lehre, was wollt ihr kennenlernen,
Meine Kinder? "Das Licht", sagen Mir die einen. "Wir sehnen uns
danach, den Frieden zu finden", höre Ich die andern sagen. Ich sage
euch: Wenn ihr euch zurüstet, werdet ihr in Meinem Worte alles
finden, was euer Geist ersehnt. Ich habe diese Nation wie einen
fruchtbaren und gesegneten Acker zubereitet, von wo aus ihr den
Berg des Neuen Zion schauen könnt, das Land, das euch erwartet.
Und morgen, nachdem ihr durch die Welt gegangen seid und dabei
eure Aufgabe erfüllt habt, werdet ihr euch im Geiste auf den Wegen
des Jenseits befinden, und ihr alle werdet in einem einzigen "Tale"
vereint sein und mit Mir einen einzigen Geist bilden.
34. Ihr müsst studieren, damit ihr die Ursache der Ereignisse
dieser Zeit versteht: Warum Elias in dieser Zeit gekommen ist, und
warum Ich euch Mein Wort gebe. Zu allen Zeiten ist Elias als Mein
Vorläufer gekommen, um den Geist aller Menschen vorzubereiten.
In der Ersten Zeit kam Elias zur Erde, näherte sich den Herzen der
Menschen und fand sie dem Heidentum und Götzendienst verfallen.
Die Welt wurde von Königen und Priestern regiert, und beide hatten
sich von der Erfüllung der göttlichen Gesetze abgewandt und
führten ihre Völker auf Wege der Verwirrung und Unwahrheit. Sie
hatten verschiedenen Göttern Altäre errichtet, denen sie Verehrung
erwiesen. Elias trat in jener Zeit auf und sprach zu jenen mit Worten
voller Gerechtigkeit: "Öffnet eure Augen und erkennt, dass ihr das
Gesetz des Herrn entweiht habt. Ihr habt das Vorbild Seiner
Sendboten vergessen und seid Kulten verfallen, die des lebendigen
und mächtigen Gottes unwürdig sind. Es ist notwendig, dass ihr
erwacht, auf Ihn schaut und Ihn anerkennt. Zerstört euren Götzendienst
und erhebt eure Augen über jedes Bildnis, mit dem ihr Ihn
dargestellt habt."
35. Elias hörte Meine Stimme, die ihm sagte: "Entferne dich
von diesem bösen Volk. Sage ihm, dass für lange Zeit kein Regen
mehr fallen wird, bis du es in Meinem Namen befiehlst." — Und
Elias sprach: "Es wird nicht mehr regnen, bis mein Herr die Stunde
anzeigt und meine Stimme es befiehlt", und indem er dies sagte,
entfernte er sich. — Von jenem Tage an war die Erde trocken, die
für den Regen bestimmten Jahreszeiten verstrichen, ohne dass dieser
sich einstellte. Am Himmel sah man keine Anzeichen für Regen, die
Felder fühlten die Dürre, das Vieh verschmachtete nach und nach,
die Menschen gruben in der Erde nach Wasser, um ihren Durst zu
löschen, ohne es zu finden, die Flüsse vertrockneten, das Gras
verwelkte, weil es den Strahlen einer sengenden Sonne erlag, und
die Menschen riefen ihre Götter an und baten sie, dass jenes
Element zu ihnen zurückkehre, um Samen zu säen und zu ernten,
der sie ernähren würde.
36. Elias hatte sich auf göttliches Gebot hin zurückgezogen,
betete und erwartete den Willen seines Herrn. Die Männer und
Frauen begannen aus ihrer Heimat fortzuziehen auf der Suche nach
neuen Ländern, wo sie kein Wasser entbehren würden. Überall sah
man Karawanen, und an allen Orten war die Erde ausgedörrt.
37. Die Jahre vergingen, und eines Tages, als Elias seinen Geist
zum Vater erhob, hörte er Seine Stimme, die ihm sagte: "Suche den
König auf, und wenn Ich dir das Zeichen gebe, werden die Wasser
wieder auf dies Land herabfallen."
38. Elias, demütig und voll Gehorsam, ging hin zum König
jenes Volkes und zeigte vor den Anbetern des falschen Gottes seine
Macht. Danach sprach er vom Vater und von Dessen Macht, und da
erschienen die Zeichen: Blitze, Donner und Feuer gewahrte man am
Himmel, darauf fiel der lebenspendende Regen in Strömen herab.
Von neuem bekleideten sich die Felder mit Grün, die Bäume waren
voller Früchte, und es gab Wohlstand.
39. Das Volk erwachte angesichts dieses Beweises und erinnerte
sich seines Vaters, welcher es durch Elias aufrief und ermahnte.
40. Zahlreich und sehr groß waren zu jener Zeit die
Wundertaten Elias', um die Menschen aufzurütteln.
41. In der Zweiten Zeit erschien Johannes der Täufer, riet zur
Buße und bereitete die Herzen vor, den Messias zu empfangen.
Jener gesegnete Vorläufer redete zu den Menschenmengen, weil sich
die Zeit von Jesu Predigttätigkeit nahte und es notwendig war, dass
sie Ihn erkannten. — Er taufte mit Wasser und goss es auch über
Jesus aus, wobei er zu Ihm sprach: "Meister, warum muss ich Dich
taufen, obwohl Du ohne Makel bist?" Darauf erwiderte Jesus: "Es
muss also geschehen, damit Ich Mein Tagewerk damit beginne, dass
Ich Ergebung zeige, auf dass diese hier, die Mir nachfolgen, sich zu
läutern und zuzurüsten verstehen, wenn sie sich anschicken, ihre Aufgabe zu erfüllen."
42. Elias, ein Geist von großer Macht, der von der Menschheit
nicht erkannt worden ist, ist immer Mein Wegbereiter gewesen.
Heute ist er ein weiteres Mal gekommen, um die Gekennzeichneten
vorzubereiten, die Mir als Stimmträger zu dienen haben, sowie alle Menschen.
43. Wenn ihr euch zurüstet und Meine Unterweisung studiert,
um Meinen Willen kennenzulernen, wird Elias euch zu Hilfe
kommen und euch Stütze und Freund sein.
44. Elias ist (ein) göttlicher Strahl, der alle Wesen erleuchtet
und lenkt und sie zu Mir führt. Liebt ihn und verehrt ihn als euren
Bahnbrecher und Fürsprecher.
45. Jünger, wenn ihr in das Himmelreich eingehen wollt, so tut
gerechte Werke, erfüllt das Gesetz, dann wird Mein Werk von allen
erkannt werden und unter den Religionen und Lehren als der einzige
Weg hervorragen, den Ich den Menschen vorgezeichnet habe.
46. Kommt zu Mir, damit Ich euch bei eurer Zurüstung
behilflich bin, setzt euch an Meinen Tisch, an dem Ich für jeden
Meiner Jünger einen Platz bereithalte, von dem aus ihr Meinem
Unterricht beiwohnen werdet. Kümmert euch nicht darum, ob die
Person, durch die Ich Mich kundgebe, ein Mann oder eine Frau, ob
sie ein Greis, ein Jüngling oder ein Kind ist. Ergründet Meine
Unterweisungen, bis ihr den göttlichen Sinn dieses Wortes gefunden
habt; dann werdet ihr Meine Gegenwart durch jeden Meiner
Erwählten fühlen. Nützt diese Augenblicke, denn später könntet ihr
es beklagen, wenn ihr nicht also tut.
47. Lasst dies Volk wachsen, wie die Bäume wachsen, indem sie
ihre Zweige vervielfältigen, wie die Flüsse sich ausdehnen, indem
sie neue Flüsse und Bächlein bilden. Seht, wie aus einer
Gemeinschaft neue Gemeinschaften in den Provinzen und in den Städten hervorgehen!
48. Mein Geist ist es, der sie (die Berufenen) in die
verschiedenen Provinzen gesandt hat, um eine Botschaft der
Vergeistigung zu überbringen. Warum wenden sich manche von den
Grundsätzen der Vergeistigung ab, die Ich ihnen aufgezeigt habe —
nämlich ohne irgendwelchen Eigennutz Liebe zu schenken und
Barmherzigkeit zu üben — und verkaufen die Dienste, die sie
mittels Gaben vollbringen, die sie nichts gekostet haben? Erinnert
ihr euch nicht, dass Ich von den ersten Unterweisungen an, die ihr
gehört habt, euch sagte, dass ihr wachen und beten sollt, weil die
Versuchung eure Schritte umlauert? Denkt nach, dann werdet ihr
euch entsinnen, dass Ich euch auch sagte, dass Ich euch mehr zu
geben habe, als ihr von Mir zu erbitten habt — damit ihr euch
darauf beschränken solltet, das von Mir zu empfangen, was zulässig ist.
49. Wisset, dass im Buche eurer Bestimmung der Tag und die
Stunde aufgezeichnet ist, da sich die Pforten des Jenseits öffnen
werden, um eurem Geiste Einlass zu gewähren. Von dort aus werdet
ihr euer ganzes Werk auf Erden, eure ganze Vergangenheit sehen. Ihr
wollt doch dann nicht Stimmen hören, die aus Vorwürfen oder
Klagen gegen euch bestehen, oder jene sehen, die euch als Urheber ihrer Übel bezeichnen!
50. Welches Leid, welchen Schmerz fühlt ein Geist, wenn er in
jene Welt des Lichtes und des Friedens kommt und hört, dass die
Klage seiner Opfer bis dorthin gelangt. Wenn ihr diese kritische
Situation nicht durchleben wollt, so pflegt schon jetzt die Felder, die
Ich euch anvertraut habe, und legt in sie den Samen Meiner Lehre in
ihrer ganzen Reinheit. Fühlt euch nicht unfähig, Werke zu
vollbringen, die Meiner würdig sind, und verlasst eure Ackergeräte
nicht bei erst halb getaner Arbeit, um diesen Auftrag zu vergessen
und euch erneut den Versuchungen der Welt hinzugeben.
51. Kommt eilends herbei, Mein Wort zu hören. Erinnert euch
daran, dass der Tag sehr nahe ist, an dem ihr es in dieser Form nicht
mehr hören werdet. Für euch ist bereits die Zeit vorbei, in der es
nötig war, dass Propheten vor dem Volke auftraten, um es zu
ermahnen, Buße zu tun, und um ihm mit der Gerechtigkeit Gottes zu
drohen, falls es nicht auf jenen Warnruf hören sollte. Heute will Ich,
dass ihr die Propheten seid, welche die Menschheit erwecken und
ihr diese himmlische Botschaft übermitteln. Ich werde Wunder auf
eurem Wege tun und euch die Waffen der Wahrheit geben, um mit
ihnen zu kämpfen, denn ihr werdet bekämpft werden.
52. Viele krumme Wege werde Ich gerade machen, indem Ich
Mich der Rechtschaffenheit Meiner guten Jünger bediene. Die
geistige Gegenwart des Volkes Gottes, auf Erden Israel genannt,
wird sich unter den Menschen fühlbar machen, und viele werden zu
der Einsicht kommen, dass das, was in materieller Form ausgelegt
worden war, einen hohen geistigen Sinn hatte.
53. Auch wenn die Geister, die dies Volk gebildet haben, über
die Welt und das Geistige Tal verstreut wurden, um eine
Sühnepflicht zu erfüllen, werden sie jetzt — aufgrund Meiner Liebe
vereint durch das Licht des Heiligen Geistes, das den Pfad ihrer
Entwicklung erhellt — auf ihrem Wege alle zusammenführen, die
nach Freiheit, nach Frieden, nach Wahrheit und Gerechtigkeit, nach
Liebe und Erlösung hungern.
54. Wahrlich, Ich sage euch, das Volk Gottes ist grenzenlos, ihr
alle gehört geistig dazu. Darum konnte dies Volk nicht auf eine
Nation oder eine Rasse beschränkt bleiben. Das Volk Israel, das von
den Propheten und Patriarchen der Ersten Zeiten das Volk Gottes
genannt wurde, ist ein Symbol der universellen Familie, ein Volk,
das aus Wesen gebildet wurde, die für Meine Vorhaben weise
ausgewählt worden waren, und das Ich als Werkzeug gebrauchte,
um der Menschheit Meine Lehren wie ein vor den Menschen
aufgeschlagenes Buch zukommen zu lassen — ein Buch, das von
geistiger und materieller Entwicklung, von göttlichen
Offenbarungen, von Weissagungen, von menschlichen Auslegungen,
von Erfolgen und von Irrtümern jenes Volkes spricht, von Glanz und
Niedergang, von Freiheit und Knechtschaft, von Licht und von
Finsternis. Dies Volk wird kein "Gelobtes Land" mehr unter den
Füßen haben. Seine Aufgabe besteht darin, die Verirrten zu suchen,
den Schwachen neuen Mut einzuflößen und ihnen den Weg aus der
Wüste zu zeigen, hinter der die Tore des Neuen Jerusalem liegen,
der Geistigen Stadt, in der ihr ewig mit eurem Meister wohnen werdet.
55. Die hundertvierundvierzigtausend Gekennzeichneten haben
die Aufgabe, voll Eifer für das Gesetz einzutreten, das Volk auf dem
Wege zu ermutigen, den Glauben zu verteidigen. Sie sollen Soldaten
des Friedens sein, Meister in Meiner Weisheit, Ärzte für alle
Krankheiten, Tröster und Propheten.
56. Große Ereignisse haben die Generationen dieser Zeit
miterlebt. Ohne dass ihr euch dessen bewusst werdet, durchlebt ihr
die große Schlacht, die nicht nur auf euren Schlachtfeldern oder in
den kriegführenden Nationen, sondern auf vielen Gebieten
stattfindet. Die wahre Schlacht vollzieht sich im Geistigen, dort, wo
eure Augen nicht hindringen, im menschlichen Verstande und
Herzen, in den Männern der Wissenschaft und der Religionen und in
allen menschlichen Institutionen. Der Grund dafür ist, dass eine
neue Zeit herannaht, in der das Siebte Siegel geöffnet werden muss
und die Gerechtigkeit und das Licht in den Geistern triumphiert.
Zuvor werde Ich Geister zur Erde senden müssen, die voll Meiner
Gnade sind und die die Menschen wie Kinder führen werden, damit sie ihr Heil erlangen.
57. Betet und fühlt, wie Elias den Weltraum von einem Ende
zum andern durcheilt und auf den dunklen Wegen Licht verbreitet,
jene rettet, die sich verirrt haben, die Befleckten reinigt, diejenigen
erweckt, die in der Unwissenheit schlafen, und alles ordnet, denn
dies ist seine Zeit. Fürchtet ihn nicht, liebt ihn, denn er ist als Hirte
gekommen, um euch zum Vater zu führen, zur himmlischen Hürde, die euch erwartet.
58. Mein Wort und alle Weissagungen werden in Erfüllung gehen.
59. In der Zweiten Zeit habt ihr Meine Hände an ein Holz
genagelt, die gleichen Hände, die die Kranken geheilt und Kinder,
Jünglinge und Greise liebkost haben. Heute habe Ich Meine Rechte
freigemacht, doch nicht, um das Kreuz zurückzuweisen, an dem ihr
Mich erhöht habt — nein, vielgeliebte Kinder, heute strecke Ich sie
liebevoll aus, um euch Meinen Segen zu spenden.
Mein Friede sei mit euch!

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