BWL - Band III - Unterweisung 68


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 68:
1. Ich komme, um die Herde Elias' zu lehren. Mein Wort ist für
dieses Volk das, was das Manna für das Volk Israel in der Wüste
war. Euer Geist suchte in dieser Zeit die Wahrheit vergeblich auf den
Lebenswegen, bis ihr schließlich die Stimme eures Herrn vernahmt.
Ich bin der Wanderer, der Fremdling, der an die Türen der Herzen
geklopft hat. Die Menschen — statt Meine Gegenwart zu empfinden
— haben sich weiterhin ihren Sorgen, ihren ehrgeizigen Zielen oder
ihren Leiden hingegeben. Ihr, die ihr Meine Gegenwart empfunden
und Meine Stimme vernommen habt, habt Stärkung empfangen, um
die Höhen und Tiefen des Lebens zu bestehen, und das Licht, um zu
begreifen, dass die Besitztümer der Welt kein Paradies darstellen,
dass hier nicht das Gelobte Land ist, dass die Welt jetzt ein trauriges
Tal der Tranen ist, ein Land der Verbannung und der Sühne.
Im Geistigen Gefilde wird es sein, wo ihr wahren Frieden und
wahres Glück finden werdet, wo Ich mit euch die Freudenfeste eurer
Ankunft feiern werde. Jeder, der sich nach dem wahren Frieden
sehnt, muss ihn in Meiner Wahrheit, auf Meinem Wege suchen.
Umsonst streben die Menschen nach einer "Krone" oder einem
"Thron", im Glauben, dass sie mit dem Erreichen desselben den
Frieden erlangt haben. Ich sage euch, dass die Zeit der "Könige" ihr
Ende gefunden hat. Meine Gerechtigkeit ist zu den Menschen
gekommen.
2. Ich, euer König, lehrte euch, dass es auf Erden keine andere
Krone als die von Dornen gibt, und keinen andern Thron als das
Kreuz. Und alles, was ihr mit Jesus machtet, erlitt Er aus Liebe zu
euch. Heute, da Ich zurückgekommen bin und euch von neuem auf
der Welt begegne, klage Ich euch nicht an wegen jenem Blut. Ich
komme voller Liebe und Vergebung für euch, um Mich unter den
Demütigen, unter diesen einfachen Kindern kundzutun, die Mein
Kommen in dieser Form nicht verstanden.
3. Ich habe euch der Verderbtheit eures Lebens entzogen, und
habe euch von euren Flecken gereinigt, habe euch Jünger genannt,
euch einen kostbaren Samen anvertraut und euch als "Meine
Arbeiter" bezeichnet. Ich habe euch aufgetragen, diesen Samen mit
Hingabe zu hüten, denn wer ihn verliert, wird ärmer daran sein als
zuvor.
4. Volk, dies ist die Zeit, in der ihr den Weg Meines Gesetzes
beschreiten müsst, damit sich nicht der Fall vergangener Zeiten
wiederholt, in denen die Schwachheiten und Stürze des Volkes Israel
die Hindernisse waren, die es unmöglich machten, dass die andern
Völker den wahren Gott verehrten.
5. Das Licht des Heiligen Geistes erleuchtet euren Verstand,
damit ihr alles ergründet, was Ich euch offenbare, und ihr euren
Brüdern befriedigend antworten könnt. Denkt nicht, dass Ich euch
euren eigenen Kräften überlasse, nur mit dem, was euer Gedächtnis
von dem bewahrt hat, was Ich euch lehrte. Was könnt ihr ohne
Meinen Beistand den Menschen weitergeben? Welche Beweise
könnt ihr ohne Meine Hilfe geben? Wenn ihr jedoch Glauben habt
an Meine Macht und Meine Unterstützung und zugerüstet seid,
werdet ihr Kranke heilen, Ungläubige überzeugen und "Tote"
erwecken können. Die einen werdet ihr aufsuchen und die andern
empfangen, und die Gute Botschaft wird den Menschen gegeben
werden, dass Ich Mich durch das menschliche Verstandesorgan
kundgetan habe.
6. Bis zum letzten Tag des Jahres 1950, an dem Ich Mein Wort
zurückziehen werde, werde Ich den Menschen fernerhin Meine
Botschaft des Friedens und der Liebe geben. Meine Manifestation
und Mein Wort dieser Zeit wird die Menschheit bewegen, die
Religionsgemeinschaften werden selbst in ihren Grundfesten
erschüttert, und sogar die Wissenschaft wird — neugierig geworden
— innehalten, um nachzuforschen.
7. Hier ist die Wahrheit, von der ihr vorausahntet, dass ihr sie in
dieser Zeit unverhüllt kennenlernen würdet; doch ihr glaubtet nicht,
dass ihr sie in dieser Schlichtheit finden würdet, in der sie sich
offenbart, und noch weniger in dieser Form. Doch hier ist sie, bildet
euch ein Urteil darüber!
8. Ich habe zu euch in einer dem Menschen verständlichen
Sprache gesprochen, manchmal in bildlichem Sinne und in
Gleichnissen, manchmal mit voller Klarheit. Große Wahrheiten
werde Ich euch noch durch verschiedene Stimmträger offenbaren,
denn einer allein würde nicht genügen, um die Botschaft Meiner
Göttlichkeit zu übermitteln.
9. Ihr kommt aus fernen Gegenden, eure Reisetasche ist leer,
und stattdessen ist euer Herz voller Kümmernisse. Doch als ihr diese
himmlische Stimme vernommen habt und Ich euch willkommen
geheißen habe, habt ihr erlebt, wie euer Lebensweg erhellt wurde,
und der Friede, der wahre Friede, in euer Herz einzog.
10. Als ihr daher Mein Wort durch das menschliche
Verstandesorgan gehört habt, ist es euch bewusst geworden, dass
dies die Dritte Zeit ist, dass Meine Kundgabe in dieser Form kurz
sein wird, und dass ihr darum diesen Unterricht nutzen müsst.
11. Ihr befragt euer Gewissen, und es antwortet euch, dass ihr
auf Irrwegen gegangen seid. Dann fühlt ihr eine unendliche Wonne
bei der Erkenntnis, dass es ein wahres Wunder war, dass ihr den
Weg gefunden habt, den ihr so ferne glaubtet. Der Grund dafür ist,
dass es für den Glauben keine Schranken gibt; für die Reue genügt
ein Schluchzer, für das Gebet ein Augenblick der Erhebung, und für
die Erneuerung findet ihr immer eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung.
12. Als ihr als "Letzte" in den Kreis dieser eurer Brüder getreten
seid, fühltet ihr euch unwürdig, bei ihnen zu sein und habt sie für
höhere Wesen gehalten. Später veranlasste euch eure Beharrlichkeit,
euer Glaube und eure Liebe, euch zu den Jüngern zu setzen. Einmal
auf diesem Platz, haben die einen ihre Demut bewahrt, während die
andern aus Mangel an Verständnis für Meine Lehre von Eitelkeit
erfüllt wurden, sich als Herren fühlten und diejenigen, die sie zuvor
bewundert und beneidet hatten, sogar gering achteten. Ich musste sie
heimsuchen und zurechtweisen; doch ebenso, wie Ich euch sage,
dass ihr nur jene zum Vorbild nehmen sollt, die euch gute Beispiele
geben, so sollt ihr auch erkennen, wie Ich Mich selbst der
Unfolgsamen und Undankbaren bediene, um euch Lehren von
großer Weisheit zu geben.
13. Einige sind bereit, beim ersten Warnzeichen Meiner
Gerechtigkeit zum Weg des Gehorsams zurückzukehren. Doch gibt
es auch solche, die in ihrem Hochmut Meine Gebote entweihen und
sich über das Gesetz hinwegsetzen. Mein Wort wird dann
ausführlich und unmissverständlich, damit der Mensch begreift, dass
es die Demut und der Gehorsam gegenüber Meinen Geboten ist, was
euch Mir näherbringt.
14. Jünger, betrachtet das Licht, das zu euch gelangt; es ist die
Widerspiegelung der Lichter des Neuen Jerusalems, das euch aus
der Unendlichkeit seine Botschaft sendet.
15. Diese Nation, in der sich Mein Wort kundgetan hat, ist nicht
das Neue Jerusalem, welches Johannes mit den Augen des Geistes
sah, als er Folgendes weissagte: "Und Ich, Johannes, sah die Heilige
Stadt, das Neue Jerusalem, das vom Himmel herabkam wie eine für
den Gatten geschmückte Braut"; dennoch soll diese Nation ein
Symbol jener Geistigen Stadt sein. Ihre Bewohner sollen zubereitet
sein, aus ihren Herzen soll für jeden, der an ihre Türen klopft, Friede
und der Willkommensgruß fließen, von ihrem Geiste soll das Licht
ausstrahlen, das die Konflikte löst, welche die Menschheit
verwirren, und von ihrer Gottesverehrung soll das Vorbild von
Vergeistigung und Erhebung für andere Völker ausgehen.
16. Heute zweifelt ihr noch daran, dass diese Nation eine solche
Bestimmung erfüllen kann, und dieser Zweifel steigt in eurem
Herzen auf, wenn ihr seht, dass ihr vermaterialisiert seid, den
Vergnügungen der Welt verhaftet, obwohl ihr den Göttlichen Meister
hört und euch Seine Jünger nennt.
17. Begreift, dass Ich euch nicht voreilig auf den Weg Meiner
Unterweisungen führen wollte, aber dass Ich euch auch gesagt habe,
dass ihr nicht stehenbleiben sollt. Fürchtet ihr die Urteile der
Menschen? Fürchtet ihr die Qualen, die ihr um Meiner Sache willen
erleiden könntet? Wahrlich, Ich sage euch, es wird keine
Dornenkrone um eure Schläfen gewunden werden, noch werdet ihr
unter Geißelhieben und Faustschlägen einer blutdürstigen Menge
ein schweres Kreuz tragen.
18. Liebt eure Mitmenschen, sät überall Meine Barmherzigkeit;
doch seid niemals verbittert, weil die Menschen den Dienst, den ihr
ihnen erweist, schlecht lohnen. Denkt an das Vorbild Jesu!
19. Den Weg, den Ich euch früher mit Meinem Blut vorzeichnete,
habe Ich heute mit Meinem Lichte kenntlich gemacht.
Doch drückt ihm nicht irgendeinen Makel auf, und hinterlasst auch
keine Spuren von Unvollkommenheit oder Unlauterkeit, denn dann
werden die Menschen morgen sagen, dass Der, welcher in dieser
Zeit sprach, ein Betrüger gewesen ist.
20. Fordert nicht Meine Göttliche Gerechtigkeit durch Ungehorsam
oder Verstöße gegen Mein Gesetz heraus. Gebt auch keinen
Anlass dazu, dass die irdische Justiz über euch kommt wegen
unlauterer Handlungen.
21. Ich will, dass euer Geist sich in dieser Zeit kundtut und
überströmt, ohne dass sein Körper ein Hindernis ist, das ihn davon
abhält, oder ein Schleier, der ihn verbirgt, und dass jedes Wort, das
von seinen Lippen kommt, voll Leben ist.
22. Geliebtes Volk, für euch gehört die Zweite Zeit der Vergangenheit
an, für Mich ist sie gegenwärtig. Nicht Judäa ist heute
der Ort Meiner Kundgebungen, nicht Jerusalem ist die Stadt, die
ihren Heiland mit Psalmen und Olivenzweigen empfängt. Es ist ein
anderer Ort auf der Welt, wo Ich Mich heute einfinde, aber es ist das
gleiche Volk, dieselben Geister. Jetzt ist euer Herz die Stadt, und
eure Psalmen und Ölzweige sind innerlicher Jubel.
23. Jetzt umgeben Mich nicht Petrus, Andreas, Johannes,
Jakobus, Bartholomäus, Philippus und die anderen Jünger; sie
erfüllten ihre Mission und hinterließen euch ihr Vorbild; heute sind
es große Jüngerscharen, die Ich zubereite. Ganz deutlich fühlt ihr
eure geistigen Gaben: In den einen äußert sich die Gabe der
Weissagung durch geistige Gesichte und Träume, in andern die
Gabe des Wortes, in wieder andern die Gabe der Inspiration, der
geistigen Zwiesprache und der Heilung. Aber in euch allen
existieren die gleichen Fähigkeiten, die ihr durch eure Werke der
Liebe für eure Brüder entwickeln könnt.
24. Ihr alle habt die Verklärung während Meiner Kundgabe
gesehen oder empfunden, wenn der Stimmträger, durch den Ich euch
Mein Wort gebe, eurem Blick entschwindet und Christus in geistiger
Gestalt erscheint, erfüllt von Liebe zu euch.
25. Jünger, schon nähern wir uns den Toren der "Stadt".
Betrachtet sie, es ist das Herz der Menschheit. Wird sie vorbereitet
sein, den Meister und Seine Jünger zu empfangen?
26. Wachet und betet, denn während die einen Mich mit Lobgesängen
empfangen, werden die Pharisäer euch auflauern, und
manche werden euch auch Geld anbieten für euer Stillschweigen.
Wachet, damit ihr nicht in Versuchung fallt, denn aus dieser Prüfung
werden die schlechten Jünger hervorgehen, die ihren Glauben
verraten werden.
27. Ich bringe euch den Frieden und eine neue Unterweisung.
Wenn Mein Opfer der Zweiten Zeit die Opferung unschuldiger Tiere
aufhob, die ihr auf dem Altar Jehovas opfertet, so hat heute die
Nahrung Meines göttlichen Wortes bewirkt, dass ihr Meinen Körper
und Mein Blut nicht mehr durch das Brot und den Wein dieser Welt
darstellt. Jede Seele, die leben will, muss sich vom Göttlichen
Geiste nähren. Wer Mein Wort vernimmt und es in seinem Herzen
empfindet, hat sich in Wahrheit genährt. Dieser hat nicht nur Meinen
Körper gegessen und Mein Blut getrunken, sondern hat auch von
Meinem Geiste genommen, um sich zu nähren. Wer — nachdem er
diese Himmlische Nahrung gekostet hat — wird Mich nochmals in
Gebilden und Formen suchen, die von Menschenhand gemacht
sind? Von Zeit zu Zeit komme Ich und beseitige Traditionen, Riten
und Gebräuche und lasse in eurem Geiste nur das Gesetz und den
geistigen Kern Meiner Unterweisungen bestehen.
28. Dies ist eine Zeit des Gedenkens, der inneren Sammlung
und der Besinnung, lasst Mich unter euch einkehren. Ich komme
von den Städten und den Schlachtfeldern und habe mit Meinen
Kindern das Brot ihrer Bitterkeit geteilt. Ich habe auf allen Wegen
Licht verbreitet, habe Wunder getan und habe Beweise Meiner
Gegenwart unter den Menschen gegeben. Doch es ist notwendig,
dass ihr Mich annehmt, damit ihr Meine Worte bis zum letzten
vernehmt.
29. Sorgt dafür, dass Ich die Wohnung in euren Herzen
vorbereitet finde, dass dort Mein Tisch ist und auf ihm das Brot. Ich
will, dass ihr euch von Meiner Liebe umworben fühlt, wie Ich es bei
dem sanftmütigen Johannes tat. — O Menschen, bereitet euch
innerlich zu und findet zu wahrer geistiger Wachsamkeit, damit ihr
das Göttliche nicht entweiht und ihr es sich offenbaren lasst.
Erkennt, dass ihr Meinen göttlichen Strahl in eurem Verstande
empfangt, obwohl er noch voller Sünden und Leidenschaften ist.
Wenn ihr Mich in der Zweiten Zeit unter Schlägen und Spott ein
Kreuz tragen ließet, so lasst Mich heute in euren Herzen wohnen.
30. Ich verlange von euch Zurüstung, was Erneuerung und
Vergeistung bedeutet, damit, wenn das Jahr 1950 kommt, die
Zuhörerscharen sehr groß sind. Denn unter der Menge entdeckt
Mein Blick jene, die zu den Hundertvierundvierzigtausend gehören,
und die Ich an ihrer Stirne zu kennzeichnen habe und die Ich ihre
Aufgabe erkennen lassen muss. Doch seid unbesorgt, wenn am
letzten Tag (Meiner Kundgebung) die Zwölftausend von jedem
Stamme nicht (alle) gekennzeichnet sind.
Aus der Unendlichkeit werde Ich sie Meine Liebkosung fühlen
lassen und ihnen die ihnen anbefohlene Aufgabe zuweisen. Der Ort,
wo sie sich aufhalten, ist gleichgültig. Ich sage euch dies, weil Ich
allein die Bestimmung und die Aufgaben jedes Geschöpfes
zuweisen kann und es niemanden gibt, der es nach Meinem
Weggang tun kann.
31. Ich lasse euch nach 1950 wissen, welche jene sind, die zu
dieser Zahl gehören, auch ohne Mein Wort gehört zu haben; auch sie
werden Glaubensbeweise erbringen. — Nachdem Mein Wort
beendigt ist, werden euch manche nachzuahmen versuchen, um die
Gutgläubigkeit der Menschen zu missbrauchen. Doch ihr werdet
vorbereitet sein, sodass ihr jede Falschheit entdeckt.
32. Ihr werdet Mein Abschiedswort in der Form in euren Herzen
bewahren, in der Ich es euch geben werde. Doch ihr sollt dies
Zeugnis zu andern Nationen gelangen lassen und der Menschheit
sagen, dass Ich im Geiste allen Meinen Kindern sehr nahe bin.
33. Heute sage Ich euch: Hier ist der Meister, jener, den die
Menschen den Rabbi aus Galiläa nannten. Ich gebe euch die
ewiggültige Lehre, die Lehre der Liebe. Das Festmahl, zu dem Ich
euch heute einlade, ist geistig, das Brot und der Wein gleichfalls.
Aber heute wie ehedem und wie immer bin Ich der Weg, die
Wahrheit und das Leben.
34. Ich gebe euch Meine Kraft, denn diese Dritte Zeit ist voller
Prüfungen. Meine Wärme hat sich in euer Herz gesenkt, welches
kalt war wie die Steinplatte, die den Toten bedeckt, und schon fühlt
ihr, wie es in Liebe zu seinem Vater schlägt. Ihr habt gesehen, wie
Ich unter den großen Menschenscharen nach und nach diejenigen
ausgewählt habe, die an ihrer Stirne das göttliche Zeichen tragen
sollen, und dass Mein Wort ihnen sagt, dass diese Gnade, mit der Ich
sie bekleidet habe, nicht dazu da ist, dass sie sich über die andern
erheben und sie demütigen, sondern dass sie dieselbe mit der Demut
eines Menschen tragen sollen, der bereit ist, seinen Nächsten zu
dienen, weil er erkennt, dass diese Unterweisung für alle da ist.
35. Vor euch liegt eine Zeit der Gnade; dies Volk soll sie mit
erleuchtetem Verstand und in voller Erkenntnis all dessen erleben,
was es spricht und was es sieht. Diese Gnadenzeit darf euch nicht
zur Routine werden, und noch weniger sollt ihr euch mit Unnötigem
abgeben.
36. Dieser Zeitabschnitt, in welchem Ich euch mit dieser
Kundgebung Zeugnisse Meiner Gegenwart gegeben habe und auf
dem Lebensweg eines jeden von euch Wunder getan habe, wird die
Erinnerung sein, die euch morgen im Kampfe stärkt, damit ihr mit
Ergebung, Vergeistigung und Liebe euren Weg geht. Mein Gesetz
wird durch euer Gewissen erstrahlen und euren Pfad beleuchten, wie
das Angesicht Moses leuchtete, als er vom Sinai herabstieg und das
Volk aufsuchte, das sich am Fuße desselben aufhielt.
37. Die zwölf Stämme werden sich aufs neue um Mein Gesetz
scharen. An ihrer Spitze werden die Zwölftausend von jedem
Stamme stehen, und wenn es soweit ist, werde Ich ihnen sagen:
Macht euch auf den Weg als die guten Jünger Christi, um die frohe
Botschaft von Meiner Gegenwart zu bringen.
38. Alle Prophetien werden in Erfüllung gehen, und die
Menschheit wird aus ihren verborgensten und unbekanntesten
Winkeln ein Volk hervorgehen sehen, das demütig ist, arm an
materiellen Gütern, aber stark im Geiste, eifrig in Meinem Gesetze
und barmherzig mit seinen Mitmenschen. Sein Heiligtum wird
innerlich sein, unsichtbar und unberührbar, daher unmöglich zu
zerstören. Dort wird ein unauslöschliches Licht brennen, das ihm
den Weg erhellen wird. Seine Lebenswege und Heimsuchungen
werden schmerzlich sein und hart, doch niemals wird es um
derentwillen schwach werden, noch aus Unzufriedenheit oder
Kummer klagen, und es wird Mir auch nicht den Rücken kehren,
denn es hat die Stärke des Apostels. Die Menschen werden aus dem
Schmutz, dem Schlamm und der Sünde zum Gesetz und zur Tugend
emporsteigen und auf den Wegen der Liebe und der Gnade wandeln.
Überall wird Mein Geist empfunden werden, jedes Auge wird Mich
schauen, jedes Ohr wird Mich hören, und jeder Verstand wird Meine
Offenbarungen und Eingebungen begreifen. Menschen, die man für
ungeschickt und ungebildet hielt, werden sich plötzlich erleuchtet
und in Meine Propheten verwandelt sehen. Von ihren Lippen werden
Worte kommen, die wie kristallklares Wasser auf welken Herzen
sein werden.
39. Dies Wasser werden die Propheten dem Quell der Weisheit
und Wahrheit entnehmen, welcher Ich bin; in ihm werden sie
Gesundheit, Reinheit und ewiges Leben finden.
40. Aller Schmerz, der sich derzeit über die Menschheit ergießt,
ist der Kelch der Bitterkeit, durch den sie die Läuterung erlangen
wird. Die Witwen und Waisen werden sich von Tag zu Tag
vermehren, doch über ihre Trostlosigkeit und ihre Klagen hat sich
der Mantel Marias gebreitet. Meine Gerechtigkeit ist über eure Welt
gekommen, und durch sie wird sich selbst das Antlitz des Planeten
wandeln. Die Natur zieht den Menschen wegen seiner Entweihungen
zur Rechenschaft, weshalb die Naturgewalten entfesselt
sind. Die Wissenschaftler, die an Mich zu glauben behaupten, sind
bestürzt und verwirrt, und als sie Meine Gerechtigkeit kommen
sahen, riefen sie aus: "Vater, Vater!" Doch ihr Schrei geschah nicht
aus Liebe oder aus Reue, sondern aus Angst um ihr Leben und um
das, was sie auf der Welt besitzen. Ich sage euch aufs neue, dass
nicht jeder, der zu Mir "Vater" sagt, Mich liebt.
41. Wenn die Menschheit alle Zeichen des Gerichtes sieht und
die Reichen sich dann beeilen würden, mit den Armen das zu teilen,
was sie besitzen; wenn die, die beleidigt haben, um Verzeihung
bäten; wenn die, die sich mit Diebstahl, Laster oder Lüge befleckt
haben, bereuen würden und sich vornähmen, ihre Schandflecken
reinzuwaschen — wahrlich, Ich sage euch, die Wasserfluten würden
sanft in ihre Flussbetten zurückkehren, die orkanartigen Stürme
würden zur leichten Brise werden, und der Krieg, der die Menschen
in seinen Bann geschlagen hat, würde sich in einen Engel des
Friedens verwandeln. Aber euer Herz ist hart; ihr seht den Nackten
an eurer Seite, ohne dass ihr sein Frieren mitfühlt, und ihr empfindet
nicht den Hunger oder den Schmerz eurer Mitmenschen, auch wenn
eure Hilfe sie erreichen kann.
42. Niemand will darüber nachdenken, dass ihr nur Pilger auf
dieser Welt seid, und ihr wollt auch nichts tun, was euch auf eurer
Reise in die Ewigkeit nützlich sein kann.
43. Hier bin Ich, Menschheit — geistig gegenwärtig, wirklich
und wahrhaftig, in euch und außerhalb von euch, damit ihr die
Stimme Des Wortes vernehmt und euch aufmacht, um die Sandalen,
die Wegzehrung und den Wanderstab zu ergreifen, und ihr den Weg
Meiner Unterweisungen beschreitet bis in die Gegenwart Dessen,
der euer alleiniger Gott ist.
44. Volk Israel, du befindest dich in Meiner Gegenwart. Ihr
kommt her wie unwissende Kinder und erkennt nicht, dass ihr in
eurer Seele eine Menge Schuld mitbringt, die ihr abtragen müsst. Ihr
seid in dieser Zeit ein weiteres Mal ausgesandt worden, damit ihr
Gelegenheit habt, eure alten Verfehlungen wiedergutzumachen, und
ihr könnt bis zu jener Ebene emporsteigen, auf der Ich euch sehen
will.
45. Ihr kommt herbei, Mein Wort an diesem Tag zu hören, und
mit Ungewissheit im Herzen beugt ihr euch vor Mir und fragt Mich,
ob Ich zu euch zurückgekommen bin. Doch Ich sage euch: Denkt
nach, und ihr werdet erkennen, dass Ich Meine Liebe an euch
offenbart habe und euch Meine Gegenwart spüren ließ. Ich habe
euch aus großen Menschenscharen ausgewählt, damit ihr dies Erbe
empfangt und es hernach euren Brüdern übermittelt.
46. Ihr stellt Mir euren Kampf vor Augen, eure Mühen und
Sorgen für andere, und Ich nehme sie an, weil sie Mir wohlgefällig
sind. Ich sehe euch ermattet, mit blutenden Füßen, aber mit der
Erfahrung, die das Leben schenkt. Einige von euch nehmen Mich
zum Vorbild und führen ihre Aufgabe mit Geduld und geistiger
Erhebung durch. Denkt an die, die nach euch kommen, und bereitet
ihnen ihren Weg; euer Vorbild wird das beste Erbe sein. Solange ihr
demütig lebt und im Gehorsam gegenüber Meinen Geboten arbeitet,
fühlt ihr Meinen Frieden. Doch wenn ihr zulasst, dass eure Ohren
sich Meinen Anweisungen verschließen, irrt ihr vom Wege ab und
bedenkt nicht, dass die Menschen eure Handlungen beobachten und
euch in jedem Augenblick beurteilen. Wie könntet ihr von Meiner
Macht und Meiner Weisheit sprechen, wenn ihr euch selbst Meine
Worte zuschriebet, um gepriesen zu werden. Fühlt die tatsächliche
Größe, die Ich jedem Meiner Kinder gewährt habe und welche
größer ist als jene, die ihr zu haben vorgebt. Wenn Ich euch ein
Wunder gewähre, so freut euch und denkt daran, dass Ich euch mit
ihm Meine Liebe gezeigt habe.
47. Studiert Mein Gleichnis:
48. "In einer Provinz lebte ein ehrwürdiger Greis, umgeben von
Männern, Frauen und Kindern, die er eingeladen hatte, um an einem
Festmahl teilzunehmen. Alle kamen sie von verschieden Wegen
herbei und folgten der Einladung jenes Greises. Eine wohltönende
Glocke läutete in der Höhe, und auf ihren Ruf hin waren sie in
langen Zügen voll Ergebung zu dem Ort geeilt, wo jener wohnte, der
sie rief.
49. Als jene Menschenscharen die Wohnung betraten, sahen sie
auf dem Tische weder Brot, Speisen noch Wasser, die den Körper
nähren, und bei einigen begann Enttäuschung, bei andern Spott in
die Herzen einzuziehen. Mit scheinbarer Demut neigten sie ihren
Nacken, doch im Innern murrten sie wider den Greis. Er jedoch, der
wusste, was im Innern jener Leute vor sich ging, sprach zu ihnen:
"Kommt zu Mir und höret! Ihr seid auf dem Lebensweg wie
Schiffbrüchige gewesen, ohne ein Leuchtfeuer, das euch rettet. Ihr
seid für die Liebe und die Freude tot gewesen und kennt nicht den
Zweck, weswegen ihr in diese Welt gekommen seid. Auch habt ihr
euch von den Wechselfällen des Lebens, von der Welt und ihren
Leidenschaften besiegen lassen, und darum habe Ich euch gerufen.
Ich will euch den Weg vorzeichnen, der euch glücklich machen
wird, und euch das Licht geben." Furchtsam und mit dem Gefühl,
dass der Greis in ihren Herzen las und ihre Gedanken kannte,
wiesen sie ihn auf ihre kranken Körper hin, auf ihre Ermattung und
ihren Durst nach Vergeistigung.
50. "Seid glücklich", sprach der Greis zu ihnen, "ich will euch
die Güter gewähren, die ihr nötig habt, Ich will euren Hunger und
euren Durst stillen."
51. Unter jenen Scharen befanden sich sowohl Heuchler, als
auch Menschen reinen Herzens, und sie alle hörten der Belehrung
zu. Er öffnete das Buch seiner vollkommenen Unterweisung und
gab ihnen sein Wort als Nahrung, und als er geendet hatte, fragte er
sie: "Habt ihr euren Hunger gestillt? Seid ihr gesättigt?" Sie dankten
für das Wunder, das sie empfangen hatten, denn sie hatten sich nie
vorgestellt, dass die Liebe so mächtig ist. — Der Greis fuhr fort, zu
ihnen zu sprechen: "Freut euch, dass ihr mich angenommen habt.
Dies ist das Brot, das die Seele nährt, und das Wasser, das den Durst
nach Liebe und Vollkommenheit löscht."
52. Hernach gab er jenem Volke Gesetze und Gebote, damit es
sich nach ihnen richte und würdig bleibe, immer jene Speise zu
empfangen. Diejenigen, die diese Botschaft verstanden, gelobten zu
gehorchen und allezeit in der Ausübung der Tugenden zu leben, die
jener ehrwürdige Greis lehrte. Er sagte ihnen, dass — wenn sie sich
stark fühlen würden — sie seine Unterweisung in andere Gegenden
bringen sollten, dass die "Ersten" diesen Auftrag ausführen sollten,
während die übrigen dableiben sollten, um die Neuankömmlinge zu
empfangen.
53. Die dazu Bestimmten zogen hinaus, um diesen Auftrag zu
erfüllen, und nahmen die Stärke des Greises mit sich. Sie wachten,
beteten und begannen mit ihrer Arbeit. Alle waren im gleichen Ideal
vereint, ein einziger Gedanke beherrschte sie: jenes Brot den
Hungernden zu bringen. Sie stießen auf Schwierigkeiten auf ihrem
Wege, und ihr Geist kämpfte, um sie zu überwinden. Doch bald
begannen sie schwach zu werden und den Greis (innerlich) zu
richten, wobei sie sich fragten, ob sein Schutz ihnen wohl überallhin
folge? Sie wussten, dass sie von Zeit zu Zeit zu jenem Hause
zurückkehren sollten, in welchem der Greis sie versammelt hatte.
Es kam die Zeit, in der jenes Volk das Gedächtnis des Tages
feierte, an dem es zum ersten Mal die Stimme des Greises gehört
hatte, und große Scharen eilten herbei; doch jene Jünger, die
weggegangen waren, kehrten nicht zurück, sie waren vom Wege
abgeirrt und hatten das Gesetz verfälscht. Der Greis fühlte Schmerz
wegen der Abwesenheit jener Jünger; er bildete neue Boten heran
und sandte sie zur Arbeit aus. Während die ersten pflichtwidrig
handelten und das Wesentliche jener Lehre vergaßen, sprachen die
zweiten im Namen der Tugend, die jener Greis lehrte, und bekehrten
die Herzen durch die Wahrheit ihrer Worte."
(Ende des Gleichnisses)
54. Ergründet Mein Gleichnis und vergesst nicht, dass ihr
höchst wachsam sein müsst, wenn ihr Meine Gebote erfüllen wollt.
Versammelt die Kranken, die Dürstenden und Hungernden und gebt
ihnen das Brot des Geistes. Strömt Liebe in die Herzen und seid
euch bewusst, dass ihr in Meinem Werk des Lichtes und der
Wiederherstellung Botschafter seid. Lasst nicht Hochmut oder
Eitelkeit aufkommen, damit ihr euch nicht enterbt. Lasst nicht nach
in der Erfüllung Meines Gesetzes. Liebet einander, und ihr werdet in
Frieden leben.
Mein Friede sei mit euch!

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