BWL - Band III - Unterweisung 56


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 56:
1. Mit Jubel in Meinem Geiste sehe Ich euch Meinem Worte
lauschen. In Scharen kommt ihr zu diesen Versammlungsstätten, um
euch an Meinen Lehren der Liebe zu erquicken. Nicht alle kommen,
um Mich zu hören, die meisten kommen in der Hoffnung auf
Linderung eines Leidens oder Befreiung von einem Herzeleid. Viele
sind gerufen, doch wenige sind es, die Mir nachfolgen. Es sind hier
viele von denen, die in der Zweiten Zeit gerne die Stimme des Rabbi
gehört hätten und keine Gelegenheit hatten, Ihn kennenzulernen.
Auch solche sind zugegen, die Ihn hätten hören können, dies aber
nicht wollten. Die einen und die anderen hören in dieser Zeit
begierig Mein Wort und warten nicht, bis Ich es zurückziehe, um
später von neuem ihre Nachlässigkeit zu beklagen. Ich rede daher
nicht ins Leere. Auch wenn viele Mein Wort nicht interessiert, gibt
es doch einige Meiner Kinder, die es wie ein Juwel von unschätzbarem
Wert zu hüten verstehen, um es der Menschheit bekannt zu
machen, wenn der Augenblick dafür gekommen ist.
2. Mit Barmherzigkeit und Liebe bin Ich zu allen gekommen
und habe Meine Gegenwart in vielen Formen fühlbar gemacht. Die
einen haben Mich mit ihrem geistigen Gesicht erblickt, andere
fühlen Meine Kraft, die ihr Wesen erbeben lässt, andere werden vom
geistigen Sinn Meines Wortes tief bewegt, wieder andere fühlen, wie
der Friede Meines Geistes ihr Herz umfängt. Die Kranken erleben,
wie sie bei Meinen liebkosenden Worten von ihren Übeln genesen,
und die Sünder fühlen sich von einem durchschauenden und
eindringlichen Blick betrachtet, der in ihre Seele dringt. Da habt ihr
gesagt: Der Herr ist bei uns.
Als Meine Jünger Mich in der Zweiten Zeit fragten, ob Ich
wiederkommen würde, gab Ich ihnen das Versprechen, von neuem
unter der Menschheit zu sein, und sagte ihnen, welches die Zeichen
wären, die die Zeit Meiner Wiederkunft kennzeichnen würden. Viele
Jahrhunderte vergingen, bis diese Zeichen erschienen, die Meine
neue Offenbarung ankündigten, so, wie ihr sie heute erfüllt seht.
Wenn Ich nach 1800 Jahren, die für die Menschheit ein Zeitalter
dargestellt haben, euch Mein Versprechen treu erfüllt habe — glaubt
ihr da, dass jetzt, wo Ich euch Mein Scheiden für 1950 angekündigt
habe, der Herr sein Wort nicht einhalten wird?
3. Als die Theologen und die Menschen, welche die Schriften
der vergangenen Zeiten studierten, die Zeichen erfüllt sahen, mit
denen Ich euch Meine Wiederkunft und Meine Gegenwart unter
euch ankündigte, und als sie sahen, dass die Zeit verstrich, ohne
dass sie Mich kommen sahen, schlossen sie traurig ihre Bücher, weil
sie glaubten, sich hinsichtlich der Zeit und der Zeichen geirrt zu
haben, ohne zu wissen, dass sie das Richtige erkannt hatten. Sie
wussten nicht, dass Ich gegenwärtig bin und in dieser Form zu euch
spreche. Doch Ich sage euch, dass sehr bald — wenn die Beweise,
dass Ich bei euch war, der Menschheit bekannt sind, alle werden
feststellen können, dass Meine Kundgebung gerade in jenem
Zeitabschnitt stattfand, in welchem die Weissagungen in Erfüllung
gehen sollten. Welche Freude wird in vielen Herzen sein, und
welches Interesse wird es geben, Meine Jünger zu befragen und
ebenso die neuen Schriften zu erforschen!
4. In dieser Zeit waren nicht nur einige wenige die Zeugen
Meiner Offenbarung, es waren Tausende und Abertausende von
Menschen, die ihr Herz aus Liebe oder aus Furcht pochen fühlten,
als sie Mein Wort vernahmen. Viele von ihnen werden Meine treuen
Zeugen und Meine guten Jünger sein, die Mich nicht verlassen
werden, wenn Mein Wort vor Tribunalen und Konzilien gerichtet
wird, und die Meine Wahrheit mit ihren Werken der Liebe bezeugen werden.
5. Wahrlich, Ich sage euch, unter diesen Menschenscharen hier
gibt es nicht einen, den der Zufall hergeführt hat. Aufs neue
versichere Ich euch, dass sich kein Blatt vom Baume ohne Meinen
Willen bewegt. Im Leben eines jeden von euch gibt es einen Grund,
weshalb ihr herbeigekommen seid, um Mein Wort zu bezeugen. Ihr
kommt von verschiedenen Wegen, aus verschiedenen Sekten,
Religionsgemeinschaften und Lehren, wobei ihr an den Steinen des
Weges gestrauchelt seid und in eurem Geiste das Licht der
Erfahrung angesammelt habt.
6. Wenn ihr hierherkommt, fühlt ihr eine unbekannte Kraft, ein
unerklärliches Fluidum, und ihr fragt euch: Was mag das sein?
Woher stammt dieses Wort, das tief bewegt, und dieser Friede, der
das Herz durchströmt? Ich habe euch geantwortet: Es ist euer Vater,
der euch stärkt. Doch Ich nötige euch nicht, an Meine Gegenwart in
dieser Form zu glauben, und es ist auch nicht nötig, euch zum
Glauben zu zwingen, da Ich ja offenbar und spürbar bei euch bin
und schon eine Spur von Feinfühligkeit genügt, um Mich wahrzunehmen.
7. Dies ist die Zeit, euch begreiflich zu machen, dass der
Gebrauch, den ihr von eurem freien Willen gemacht habt, falsch ist,
und dass euch jetzt die Durchführung einer geistigen Mission unter
der Menschheit erwartet. Seht, Ich richte eure vergangenen Werke
nicht, um euch dann zu sagen, ob ihr würdig seid, diesen Auftrag zu
empfangen, oder nicht. Denn es ist nicht der Zufall, der euch in
diese Welt gebracht hat, es ist Mein Wille gewesen.
8. Denkt über euer Schicksal nach, fragt nach dem euch
Unerklärlichen, und Ich werde euch antworten. Niemand, der an
Meine geheime Herzenskammer Fragen gestellt hat, ist ohne
Antwort geblieben. Denn in jenem Augenblick wird das Licht eures
Geistes erstrahlen und die großen Gaben offenbaren, die ihr von
eurem Herrn empfangen habt.
9. Ich möchte sehen, dass ihr euren Geist erhebt und in der
Unendlichkeit Meine Weisheit sucht. Nehmt euch hierin die
Schriftsteller und die Wissenschaftler zum Vorbild, die Ich inmitten
der Nacht überrasche, während die einen Inspiration und die
anderen Antwort auf die grundlegenden Fragen der Natur suchen.
Ich will euch (damit) nicht sagen, dass ihr auf dieser Erde die
Gelehrsamkeit suchen sollt, die euch Ruhm bei den Menschen
bringt. Ich will, dass jene Erhebung und jene Größe innerlich ist und
dass alles, was ihr in eurem Kampfe und Studium erreicht, eine
Frucht des Lebens und der Liebe für eure Brüder ist.
10. Wenn Ich Mich den Wissenschaftlern nahe, die in ihre
Überlegungen versunken und im Studium alt geworden sind, frage
Ich sie: "Weshalb plagt ihr euch so sehr? Für wen kämpft und leidet
ihr so?" Doch es hat nicht einen gegeben, der Mir gesagt hätte:
"Meister, ich kämpfe aus Liebe zur Menschheit." Sie lieben die
Wissenschaft, und ihr opfern sie ihr Leben. Doch jenen, welche von
edlen Zielen beseelt zu fragen verstanden, sind große Erkenntnisse
offenbart worden, die der Menschheit immer eine süße Frucht
geschenkt haben; dies ist ein Beweis dafür, dass Der, welcher jenes
Licht inspirierte, Ich gewesen bin. Doch jene, die die Natur ohne
Liebe und ohne Achtung ausgeforscht haben, sind am Anfang des
Weges steckengeblieben oder sind ins Verderben gestürzt, da es
nicht das Gute war, von dem sie inspiriert wurden, sondern die
Eitelkeit, der Hass und der Ehrgeiz.
11. Doch so, wie dem Menschen die Wissenschaft offenbart
wird, so gebe Ich ihm auch das Licht für den Geist durch
Inspiration. Auf diese Weise sprach Ich zu den Patriarchen der ersten
Zeiten, ebenso inspirierte Ich Mose, den Ich zum Stimmträger
Meines Wortes machte, um zu Meinem Volke zu sprechen, und Ich
diktierte ihm Gesetze und Lebensregeln, die er niederschrieb, damit
sie verewigt würden und die späteren Generationen sie kennenlernten.
12. Nachdem Christus auf der Erde gewesen war, erleuchtete Er
vier Apostel Seiner Lehre und gewährte ihnen, dass sie sich in ihrer
geistigen Betrachtung und Verzückung Seines göttlichen Wortes
erinnerten, damit sie der Menschheit das hinterließen, was ihr Geist
mittels ihres Verstandes zu empfangen vermochte. Es waren
Markus, Lukas, Matthäus und Johannes.
13. Der Tag wird kommen, an dem die Bücher als unnütz ins
Feuer geworfen werden, was geschehen wird, wenn ihr geistiger
Gehalt in eurem Herzen lebt und ihr das Gesetz, das sie enthalten,
befolgt. Doch zuvor wird dieses letzte Testament — als Ergebnis
eines Kampfes — mit den zwei ersten vereinigt werden, wie es mit
dem ersten und dem zweiten geschah.
14. Heute habe Ich Mich nicht darauf beschränkt, nur von der
Gegenwart zu euch zu sprechen. Viel habe Ich zu euch über die
vergangenen Zeiten gesprochen und habe euch sogar im voraus
Prophezeiungen über die Zukunft gegeben. Ich habe euch enthüllt,
was man euch verborgen hatte, habe das richtiggestellt, was
verfälscht worden ist, und habe euch zukünftige Ereignisse offenbart.
15. Wohl denen, die sich zurüsten, denn morgen werden sie
diese Unterweisung mit gutem Willen zu lesen verstehen, die von
der Bestimmung der Menschheit, von der Zukunft der Nationen und
dem Sieg des Lichtes zu euch sprechen, welcher der der Liebe, des
Friedens und der Gerechtigkeit ist. Diese Lehre wird den Menschen
wahrhaft frei machen; denn als er sich für frei hielt, und dabei vor
seinem Gewissen und Meinen Gesetzen floh, hat er nicht gewusst,
dass er Eigenschaften, Fähigkeiten und Gaben in sich trägt, die er
nicht zu entwickeln verstand, weshalb er, statt frei zu sein, Sklave
seiner selbst, Sklave seiner Unwissenheit gewesen ist. Wie könnte
eine solche Menschheit in ihrem Herzen den Frieden Meines
Reiches fühlen und Mich in ihrem Herzen tragen, wenn der Verstand
der Menschen durch ehrgeizige, materialistische Ziele verdunkelt
ist, wenn ihr Herz für menschliche Leidenschaften schlägt, und ihre
Seele vermaterialisiert ist?
16. Diese Menschheit ist geistig tot; doch Ich, der Ich die Macht
habe, Tote zu erwecken, rufe sie ins Leben zurück und bahne ihr den
Weg in eine Zeit, in der die Menschen ihre Seele frei machen, ihre
Gaben erkennen und durch sie Fortschritt und Höherentwicklung erreichen.
17. Heute beginnt ihr von allen Fähigkeiten des Geistes
Gebrauch zu machen. Dies wird euch aus dem Abgrund emporheben.
18. Hier ist ein Volk, das mit Anteilnahme nach Meinem Wort
verlangt und Meine Unterweisungen sammeln will, weil es weiß,
dass die Zeit Meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan kurz ist.
19. Nutzt Meinen Unterricht, o Jünger! Geht hernach ohne
Furcht hinaus, Mein Wort und Meine Lehren unter den Menschen zu
verbreiten. Seid nicht verzagt angesichts derer, die eure Mission mit
Theorien zu entkräften versuchen.
20. Die Menschheit sucht, ohne zu wissen, was sie will. Heute
komme Ich, um euch zu sagen: Ich bin das, wonach ihr sucht. Wer
wünscht sich nicht sehnlichst den Frieden? Wer sehnt sich nicht
danach, die Wahrheit zu erkennen? Wer möchte nicht seine Gesundheit erhalten?
21. Ihr müsst Mich suchen, denn der Friede ist nicht auf der
Erde, und es fehlen Menschen guten Willens. Doch Meine
Gerechtigkeit ist herabgekommen, der Tag des Herrn ist da.
22. Wenn der Mensch Meinen Willen tut, werden selbst die
Naturgewalten sich als Diener vor ihm beugen. Solange der Mensch
in seinem Ungehorsam verharrt, werden die Elemente entfesselt sein
und ihn so seinen Mangel an Harmonie mit allem Geschaffenen erkennen lassen.
23. Ich komme nicht als Gegner Meiner Kinder. Ich komme nur,
um die Sünde zu zerstören, damit ihr Mein Licht erkennen könnt.
24. Bete, Volk, und ich versichere dir, dass Ich deine Opfergabe
annehmen werde — nicht die materielle, sondern jene, die euer Geist Mir gibt.
25. Meine Gerechtigkeit ist in jedem Herzen, sowohl in dem,
das Mir seine Türen öffnet, als auch in dem, das sie Meinem Rufe
verschließt. Mein Blick ist durchdringend und vermag alles in ihnen
zu entdecken, was sie bergen. In einigen habe ich die Opfergabe
ihrer Liebe und ihrer Demut gefunden, in andern die Wonne, bei Mir
zu sein, und ihre Dankbarkeit für die empfangenen Wohltaten. In
den einen entdecke Ich Hoffnung, in andern Schmerz. Doch
wahrlich, Ich sage euch, Mein Altar wird in jedem Augenblick mehr
von Tränen als von Opfergaben bedeckt.
26. Hier bei Mir reinigt ihr euch von jedem Schandfleck. Ach,
wenn ihr doch diese Reinheit während eures ganzen Lebens zu
bewahren vermöchtet! Aber diese Atmosphäre der Vergeistigung
und der Brüderlichkeit, die ihr in diesen Stunden der Gemeinschaft
und der Unterweisung schafft, herrscht nicht in der Welt. Die Luft,
die ihr atmet, ist durch die Sünde vergiftet.
27. Doch ihr habt empfunden, wie in dem Maße, in dem ihr
euch Meine Lehre zu eigen macht, allmählich Glied für Glied der
Kette von euch abfällt, die euch an die Welt schmiedet.
28. Ich richte euch. Doch seht, wie gütig das Wort eures
Richters ist. Erkennt, dass Ich euch statt einer Verurteilung Meine
Vergebung schenke, damit ihr fortan nicht mehr sündigt. Ihr selbst
seid es, die sich ihr Urteil sprechen, wenn ihr erkennt, dass es
gerecht ist, dass der Schmerz euch heimsucht. Dann segne Ich diese
Reue und befreie euch mit Meiner Unterweisung vom Kelch des
Leidens. Dies ist der Weg Gottes, folgt Mir auf ihm.
29. Wer auf die Stimme seines Gewissens hört, erkennt und
begreift seine Verfehlungen und nimmt zugleich seine Sühne an.
Doch wer die Schwere seiner Vergehen nicht begreift, wird nicht
fähig sein, sich von seinen Schandflecken zu befreien, und solange
dies nicht geschieht, kann er nicht zu mir kommen.
30. Flucht nicht gegen den Schmerz. Das, was ihr zunichte
machen müsst, ist die Sünde. Der Schmerz hat euch immer dazu
gedient, euch in eurem atemberaubenden Lauf in den Abgrund aufzuhalten.
31. Heute seid ihr keine kleinen Kinder mehr und könnt den
Sinngehalt Meiner Unterweisungen verstehen. Auch wisst ihr, dass
eure Seele nicht zugleich mit dem Körper, den ihr besitzt, entstand,
und dass der Ursprung des einen nicht der des anderen ist. Jene
Kindlein, die ihr in euren Armen wiegt, tragen in ihren Herzen
Unschuld, doch in ihrer Seele bergen sie eine Vergangenheit, die
zuweilen länger und unheilvoller ist als die ihrer eigenen Eltern. Wie
groß ist die Verantwortung derer, die jene Herzen pflegen sollen,
damit deren Seele Fortschritt auf ihrem Entwicklungswege erreicht.
32. Blickt deswegen nicht mit weniger Liebe auf eure Kinder.
Bedenkt, dass ihr nicht wisst, wer sie sind, noch was sie getan
haben. Vermehrt vielmehr eure Zuwendung und Liebe ihnen gegenüber
und dankt eurem Vater, dass er seine Barmherzigkeit in euch
gelegt hat, um euch zu Führern und Beratern eurer geistigen
Geschwister zu machen, im Hinblick auf deren Körper ihr dem
Blute nach vorübergehend Eltern werdet.
33. Auch ohne diese geistigen Kenntnisse zu haben, stehen sich
die Menschen gegenseitig auf ihrem Entwicklungswege bei, denn
der Weg zur Vollkommenheit ist für alle geschaffen und wird von
allen bis zum Ende durchlaufen werden, selbst von jenem, den ihr
sehr fern von Meinem Gesetze glaubt. Könnt ihr euch vorstellen,
dass irgendjemand von euch nicht zu Mir kommt, selbst wenn die
Ewigkeit über ihn hinweggeht? Könnte der vollkommene Vater
irgendeines Seiner Kinder vernachlässigt haben?
34. Jünger, glaubt ihr also, dass dem Geistwesen ein einziges
Erdenleben genügt, um seine Aufgabe zu vollenden und sich zu
vervollkommnen? — "Nein, Meister", sagt ihr Mir mit innerster Überzeugung.
35. Dies ist die "Auferstehung des Fleisches"; doch nicht in der
Form, in der sie von den Menschen aufgefasst wurde. Wenn das
Fleisch starr geworden ist, kommt es in das Innere der Erde,
während die Seele ins Jenseits abscheidet und wartet, bis Meine
Gerechtigkeit sie zur Einkörperung in einen neuen Körper aussendet.
Auf diese Weise vereinigen sich Seele und Materie wieder in
dieser Welt, doch nicht im Geistigen Tale.
36. Weil der Vater euch mehr als eine Gelegenheit für die
Erfüllung eurer Aufgabe gewährt, sollt ihr (dennoch) die, die ihr
jetzt habt, nicht ungenutzt lassen, denn niemand kennt die Zahl der
Erdenleben, die Meine Gerechtigkeit ihm zuweist. Darum soll sich
sowohl der Greis, als auch der junge Mann und das Kind beeilen,
die Aufgabe zu erfüllen, die ihnen angewiesen worden ist, um ihre
Schuld zu begleichen.
37. Auch sage Ich euch, dass dies die Zeit der Auferstehung der
Toten ist, denn dieses Mein Licht wird den Glauben derer entzünden,
die in der Finsternis der Gewissensbisse, der Verzweiflung
und des bitteren Leides zugrunde gingen.
38. Das Sechste Siegel ist gelöst und das Buch vor euch
aufgetan. Der Leuchter erhellt das Universum, und das Göttliche
Wort, symbolisiert durch eine Feuerzunge, spricht zu euch aus der
Unendlichkeit. Es ist die Stimme des Lammes, welches in der
Zweiten Zeit geopfert wurde, das die Menschen überrascht, sie
erleuchtet und sie zum Leben der Gnade erhebt.
39. Lebt wachsam, denn bald werden viele Propheten auftreten,
und es ist notwendig, dass ihr die wahren von den falschen zu
unterscheiden versteht.
40. Die Menschen, deren Auftrag es ist, auf der Erde
Gerechtigkeit zu schaffen, und die als Werkzeuge Meiner Göttlichkeit
verwendet werden, werden alle jene zurechtweisen, die sie bei
einer Falschheit ertappen, einen jeden, der mit Meiner Unterweisung
ein Geschäft macht und der hinter einer Maske von Heiligkeit seine
Ruchlosigkeit verbirgt.
41. Wehe jenen, die, während sie versprechen, die Menschen
zur Seligkeit zu führen, diese in Krieg und in Verwirrung stürzen!
42. Ich will, dass Meine Jünger sich zu erkennen geben, indem
sie Kranke heilen, Verlorene retten, Schwache wiederaufrichten. Um
diese heilige Mission zu erfüllen, macht euch frei vom Unnützen,
gebt jeden zwecklosen irdischen Zeitvertreib auf, betrügt nicht euer
Herz oder eure Sinne mit falschen Schönheiten oder schädlichen Eindrücken.
43. Erhebt euren Geist, damit ihr nur am Ewigen, Schönen und
Guten Gefallen findet. Wenn es nicht so sein sollte, wird eure Seele
— vermaterialisiert durch das Leben, das ihr geführt habt — viel
leiden, um sich von ihrem Körper und allem, was sie zurücklässt, zu
lösen, und sie wird eine Zeitlang in Verwirrung und bitterem
Schmerz in den (geistigen) Räumen umherstreifen, bis sie ihre
Läuterung erreicht.
44. Lebt in Meinem Gesetz, dann braucht ihr den Tod nicht zu
fürchten. Doch ruft oder wünscht ihn nicht vor der Zeit.
Lasst ihn kommen, denn er gehorcht immer Meinen Befehlen.
Sorgt dafür, dass er euch zugerüstet findet, dann werdet ihr in die
Geistige Welt als Kinder des Lichtes eingehen.
45. Setzt euch heute an Meinen Tisch, esst, damit dies Brot euch
umwandelt und ihr es später dem anzubieten versteht, der seiner bedarf.
46. Heute bringt ihr die zu Meinem Worte, die ihr auf eurem
Wege ohne Gesundheit, ohne Frieden und ohne Ideal findet.
Morgen, wenn Meine Stimme nicht mehr in dieser Form zu hören
ist, werdet ihr es sein, die ihre Brüder empfangen und mit dieser
Lebensessenz nähren sollen.
47. Nichts ist dem Zufall überlassen worden, alles ist also nach
Meinem Willen geschehen. In der Bestimmung, die Ich euch
zuweise, liegt Meine Gerechtigkeit. Wenn ihr den Weg mit Dornen
besät findet — wahrlich, Ich sage euch, es war nicht Mein Wille, der
sie daraufstreute, um eure Füße zu verwunden; doch sollt ihr auf
dem Pfade voll Ergebung vorwärtsgehen und euch bewusst sein,
dass jene Leiden, die ihr erduldet, eure Seele von Flecken befreit.
48. Wenn diese Ergebung in eurem Herzen geboren wird,
werdet ihr fühlen, wie Meine Barmherzigkeit euren Weg ebnet.
49. Ihr, die ihr jetzt mein Wort vernehmt, empfangt es als
Balsam auf euren Wunden. Doch begnügt euch nicht damit, Meine
Wohltaten zu empfangen, ohne in den Sinngehalt Meiner Lehre
eindringen zu wollen; denn der Augenblick wird kommen, an dem
ihr dies Wort nicht mehr hören werdet, und wenn ihr euch nicht
vorzubereiten verstandet, um euch in den kommenden Zeiten von
Geist zu Geist (mir Mir) zu verbinden, werdet ihr euch verwaist fühlen.
50. Ich will, dass ihr in dem Kampfe, der sich naht, der starke
Soldat seid, der seine Sache verteidigt, damit er im Leben wie Jakob
"das starke und kluge Israel" genannt werden kann; dass ihr bereit
seid, auf den Ruf des Vaters hin immer herbeizueilen und Ihm zu antworten.
51. Schwankt nicht zwischen Zweifel und Glaube hin und her,
denn dann können eure Schritte niemals sicher und eure Entschlüsse
niemals fest sein. Fordert auch nicht Beweise von Mir, um zu
glauben, denn ihr wisst nicht, in welcher Form Meine Gerechtigkeit
euch diese Beweise geben könnte.
52. Ahnt ihr nicht eine unsichtbare Hilfe, die jene aufrichtet, die
in den Morast gefallen waren? Seht ihr nicht die großen Scharen, die
krank herbeikommen und die die Gesundheit und Lebensfreude
zurückgewinnen? Bemerkt ihr nicht, wie die Parias des Lebens in
Meine Gegenwart kommen und — wenn ihnen die Gaben offenbart
werden, die sie besitzen — sie von den Menschenmengen gesucht
und sogar bewundert werden?
53. Entdeckt alle Beweise, die Ich euch von Meiner Macht und
Meiner Gegenwart gegeben habe, und ihr werdet überzeugt sein,
dass Ich jedem ein Wunder gewährt habe, damit er an Mein
Kommen in dieser Zeit glaubt.
54. Begreift: Wenn ihr eure Schritte zu dem dichtbelaubten
Baume gelenkt habt, werdet ihr unter seinem Schatten die
allmächtige Stimme eures Vaters hören. Die Jünger sollen Meine
Gegenwart nutzen und Mich fragen, ob die Frucht, die sie nach und
nach ernten, erlaubt und Meiner Göttlichkeit wohlgefällig ist.
Darauf antworte Ich euch: Wenn ihr Meinen Samen gesät habt,
werdet ihr eine gute Ernte einbringen.
55. Warum leben manche in so großer Trägheit dahin? Steht auf,
erkennt, wie die Augenblicke verstreichen, ohne dass ihr sie nützt.
Jetzt ist noch Zeit. Nehmt euch nicht vor, ans Werk zu gehen, wenn
eure Zeit schon knapp ist; denn dann werdet ihr versuchen, den Weg
mit Riesenschritten zurückzulegen, und werdet nichts Gutes
erreichen und nichts ernten können, weil die Saat Zeit braucht zum
Keinem, die Pflanzen zum Wachsen, und die Frucht zum Reifen.
56. Schon nähert sich das Jahr 1950, in welchem Ich Mein Wort
zurückziehen werde. In jenem Jahre werde Ich das letzte Meiner
Kinder kennzeichnen, und die Zahl der Hundertvierundvierzigtausend
wird dann voll sein. Diejenigen, die Mein Wort vernommen
haben und ihre Gaben und Aufträge kennen, und die diese Gnade
genutzt haben, werden sich sicher fühlen. Doch jene, die dies Werk
nicht begreifen wollten, werden viel zu leiden haben, werden viele
Verdienste und Opfer zu erbringen haben, um die Höhe zu
erreichen, in der Mein Friede wohnt, der wie eine Pforte ist, die sich
vor dem Geiste auftut.
57. Ihr, die Jünger der Dritten Zeit, die ihr den Heiligen Geist
kommen saht, seid diejenigen, die unter diesem Lichte die
gegenwärtigen, die vergangenen und einige der zukünftigen Unterweisungen
verstehen. Zweifelt nicht, dass dies eine Zeit der
Aufklärung ist; doch seid nicht zu selbstsicher. Seht, wie die
Begabung des Wissenschaftlers wie nie zuvor glänzt. Seht das Kind,
wie viel es von den ersten Schritten an versteht. Erkennt, was rings
um die Erde vor sich geht. — Noch seid ihr Schiffbrüchige, die auf
der Suche nach (andern) Schiffbrüchigen sind, die inmitten eines
wütenden Meeres Hilferufe ausstoßen.
58. Studiert Mein Wort eingehend, damit ihr eine wahre
Kenntnis von ihm erlangt und nicht jeder aus Meiner Lehre eine
andere Theorie bildet. Erwartet nicht die Zeit der Verfolgung, ohne
Waffen zu haben, mit denen ihr euch verteidigt. Jene Waffen werden
eure Art zu leben, euer Wort und eure Gottesverehrung sein.
59. Ich verlange nicht von euch, dass ihr unfehlbar seid, denn
der einzige Unfehlbare bin Ich. Was Ich jedoch von euch verlange,
ist Aufrichtigkeit und guter Wille bei allen euren Handlungen. Das
übrige wirke Ich, um euer Werk zu vervollständigen und zu
vervollkommnen; denn so, wie eure Werke sind, so wird euer Lohn
sein.60. Wenn jemand von euch Neid auf seinen Bruder fühlt, weil er
meint, der Meister liebe ihn mehr, und beide einen Platz zu Meiner
Rechten beanspruchen sollten, würde Ich ihnen sagen, dass Ich euch
nicht zu Meiner Rechten setzen darf. Dies ist etwas, das jeder durch
seine eigenen Verdienste erarbeiten muss. Wahrlich, Ich sage euch,
Ich könnte ein Kind nicht mehr lieben als ein anderes.
61. Von Meinen Aposteln der Zweiten Zeit liebte Ich Judas
nicht weniger als Johannes. Jene Geister waren Tropfen des unendlichen
Ozeans Meiner Liebe, und als sie zum Vater zurückkehrten,
wusste Er allein in Seinen hohen Ratschlüssen, was jeder für sich
erworben hatte.
62. Damit die Menschheit in dieser Zeit aufbrechen kann, um
Mir nachzufolgen, sie in die Geheimnisse eindringen kann, die Ich
euch erklärt habe, und von Licht erfüllt werden kann, ist es
notwendig, dass sie im Geiste, im Denken und in ihrem Wollen
Freiheit besitzt. Und darum bin Ich gekommen, die Seelen von
ihrem Joch zu befreien, und habe begonnen, Throne und Reiche zu
stürzen, um Zepter und Kronen zu Fall zu bringen. Seid frei, sucht
nicht hier euer Reich oder euren Himmel. Macht die einfachen
Leute nicht zu euren Sklaven, und seid nicht Sklaven der Eitelkeit.
Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt, hier sind nicht Mein Thron und Meine Heerscharen." Ebenso
wenig ist hier das Reich eures Geistes und sein Lohn.
63. Mit Wahrheit sprach Ich zu euch, und mit Wahrheit spreche
ich derzeit zu euch. Nach einer so langen Zeit, in der Ich euch große
Offenbarungen gegeben habe, wäre es nicht recht, wenn ihr Mich
wie Pilatus fragtet: "Was ist Wahrheit?"
64. Wollt ihr zu Mir kommen? Sehnt ihr euch danach, eines
Tages dahin zu gelangen, wohin jene gekommen sind, die Mir
nachgefolgt sind? — Alles, was ihr benötigt, um euer Verlangen zu
stillen, habe Ich euch schon gegeben. Wenn Ich einst Mensch wurde
und jetzt im Geiste zu euch spreche, geschah es, um euch den Weg
zu weisen, der zur Vollkommenheit führt. Ich bin Das Ewige Wort,
das euch sagt: Hört auf Mich, denn 1950 ist nicht mehr fern, und
dann wird es euch so vorkommen, als ob sich die Pforten des
Himmels geschlossen hätten.
65. Ich sagte euch einstens: "Wer den Sohn kennt, kennt den
Vater." Jetzt füge Ich hinzu: Wer den Sohn kannte und durch Ihn den
Vater, kennt den Geist der Wahrheit, der heute zu euch spricht.
66. Kommt in voller Erkenntnis eurer Aufgabe zum Schoße des
Sechsten Siegels. Ruft Mich, und Ich werde kommen, um zu euch
zu sprechen; doch tut dies nur bis zum Jahre 1950, in welchem nach
Meinem Willen das Ende Meiner Kundgabe mittels des
menschlichen Verstandes festgesetzt ist.
67. Ich empfange sowohl den, der Meinen Namen in seinem
Herzen preist und Meine neue Offenbarung segnet, als auch den, der
nur herbeikommt, um Mein Wort zu beurteilen — in der Erwartung,
Irrtümer in ihm zu finden, um es zu verleugnen. Für alle halte Ich
eine Lektion bereit. Ich spreche zum Herzen des Kindes und zu dem
des Greises, zum Herzen des Mannes und zu dem der Frau, Ich
spreche zum Philosophen und zum Wissenschaftler. Niemand geht
unbeachtet an Meiner Weisheit vorüber. Darum sage Ich den
Menschen: Entnehmt Meinem Worte das, was jedem einzelnen
zugedacht ist.
68. Einst sagte Ich euch: "Ich bin der Weg." Erst später habt ihr
begriffen, was Jesus mit jenen Worten sagen wollte, da ihr
verstanden habt, dass "der Weg" das Göttliche Gesetz der Liebe ist.
69. Heute sage Ich euch wiederum: "Ich bin der Weg, die
Wahrheit und das Leben", und wenn ihr den Wesenskern Meines
Wortes in dieser Zeit sucht, werdet ihr in ihm das ewige Gesetz der
Liebe finden, eben jenen Weg, den Ich euch auf Erden vorzeichnete.
70. Damals glaubten viele, dass Christus den Weg verfehlte und
das Gesetz verfälschte. Daher bekämpften und verfolgten sie Ihn.
Doch die Wahrheit setzt sich wie das Licht der Sonne gegen die
Finsternis immer durch. Jetzt wird Mein Wort von neuem bekämpft
werden, denn manche glauben in seinem Sinngehalt Widersprüche,
Unklarheiten und Irrtümer zu finden. Aber sein Licht wird erneut in
die Finsternisse dieser Zeit hineinleuchten, und die Menschheit wird
erkennen, dass der Weg und das Gesetz, das Ich euch offenbart habe,
das gleiche wie in jener Zeit ist und es immer sein wird.
71. Hört Mich in dieser Zeit, damit ihr die göttliche Unterweisung
nutzt. Wiederholt nicht, was viele in der Zweiten Zeit taten:
Während sie Jesus zuhörten, verspotteten sie Ihn; doch als sie die
Wundertaten des Meisters am Kreuze und noch nach dem Tode
sahen, wurden sie von Gewissensbissen und Furcht erfüllt, weil sie
begriffen, dass Gott durch die Welt gegangen war. Weiß etwa
jemand, ob nicht diese Jünger, durch die Ich Mich kundtue, jene
waren, die Mich damals am meisten verkannten und verspotteten?
Seht sie jetzt, wie sie das Urteil, den spöttischen Blick und den
Hohn der Menge ertragen! Nennt dies nicht Vergeltung, es ist
Gerechtigkeit, und es ist notwendig, dass der, welcher aus
Unwissenheit fehlt, dies an sich selbst erfährt und durchlebt, damit
er später seinen Irrtum zu begreifen vermag.
72. Wisst ihr etwa, ob nicht diese Stimmträger in einer andern
Zeit zu jenen gehörten, die sich danach sehnten, Meine Apostel zu
sein, und die warten mussten, um Mir dienen zu können?
73. Die Menschheit läutert sich nun durch den Schmerz, damit
Mein Reich des Friedens und der Vergeistigung im Herzen der
Menschen und Völker gegründet werden kann.
74. Im Jahre 1924 sagte Ich euch alles voraus, was sich in der
Gegenwart ereignet!
75. Einer nach dem andern, so kommen sie allmählich in Meine
Gegenwart, die in dieser Zeit berufen sind, Meine Wegbereiter und
Propheten zu sein, und jeder, der im Innern den Ruf empfunden hat,
sagt Mir: "Herr, hier bin ich, ich möchte in Deinem Werk
mitarbeiten, befiel, ich bin Dein Diener."
76. Von diesem Augenblick an habe Ich Mich bemüht, die
Unebenheiten seines Herzens mit dem Meißel Meines Wortes zu
glätten, ihn mit Nächstenliebe und Heilkraft, mit Frieden und Güte
zu erfüllen. Entsinnt euch, dass Ich euch gesagt habe: eure Lippen
werden aus der Überfülle eures Herzens heraus sprechen.
77. Ich will, dass ihr wie Bäume seid, deren Schatten viele
bedeckt. Doch wie wenige von euch sind es, die wirklich lernen,
dem Wanderer Schatten zu spenden.
78. Seid wie euer Vater, der einem mächtigen Baume gleicht,
der Schatten spendet, und der Seine Früchte allen Seinen Kindern
darbietet.
Mein Friede sei mit euch

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