BWL - Band IV - Unterweisung 109



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 4

Unterweisung 109:
1. Ihr kommt demütig zu Meiner Kundgebung, wie jene Hirten
aus Judäa zum Erlöser kamen, als Er gerade geboren war. Sie
beugten ehrfurchtsvoll ihre Knie angesichts der Lieblichkeit und
Schönheit des Bildes, das ihre verzückten Augen betrachteten.
2. Jenes unterdrückte und erniedrigte Volk erwartete den
Messias seit Jahrhunderten, weshalb Er, als Er von Armut umgeben
zur Welt kam, von den Demütigen erkannt wurde. Auch die Herren,
die Großen und die Reichen erwarteten den Messias, doch sie
stellten sich Ihn anders vor. Darum wurde jener Stern, der am
Firmament erschien und das Kommen des Heilands ankündigte, nur
von denen geschaut, die wachten und beteten, obwohl er für die
ganze Welt und vor allen Seelen erstrahlte.
3. Niemand wusste mit Sicherheit, wie der Messias kommen
würde, wie Er sein würde, noch in welcher Gestalt Er sich zeigen
würde. Doch dieses Geheimnis wurde aufgeklärt, und das ganze
Volk und mit ihm die Menschheit wussten danach, dass Er vom
Vater kam, dass Er durch göttliche Gnade empfangen wurde, und
dass Seine Lehre voll Gerechtigkeit, Liebe, Barmherzigkeit und
Demut war. Nur die schlichten Herzen, die geistig Armen und die
Menschen guten Willens glaubten an jenen Meister, welcher hinter
Seiner Sanftmut und Armut die ganze Majestät und Macht Gottes
verbarg. Wie viel wurde seit damals über Christus diskutiert, wie
viele Wortstreitigkeiten und Auseinandersetzungen gab es, wie viele
Urteile und Stellungnahmen wurden abgegeben! Die Reichen
wollten nichts von Selbstlosigkeit und Liebestätigkeit wissen; die
Mächtigen anerkannten kein anderes Reich noch eine andere Macht
als die von dieser Welt; die Wissenschaftler verneinten die Existenz
des Geistigen Lebens, und die Religionsgemeinschaften verfälschten
viele der göttlichen Offenbarungen.
4. Die Kindheit Jesu ging schnell vorüber; Ich kann euch sagen,
dass der schmerzensreiche Weg schon vor Seiner Geburt begann und
sich nach dem Tod am Kreuze fortsetzte, wenn man in Betracht
zieht, dass Mein Name und Meine Lehre unablässig verfolgt und
gerichtet wurden. Daher ist Mein Leidensweg sehr lang gewesen,
ebenso auch für den Geist Marias, Meiner zärtlichen Mutter, als sie
Mensch war.
5. Wenn ihr Herz sich auf Erden oft tödlich verwundet fühlte, so
musste sie auch im Geiste den Schmerz erfahren, ihren Namen und
ihre Reinheit durch Lästerungen, Zweifel, Verurteilungen und Spott
der vermaterialisierten Menschen geschändet zu sehen.
6. Das "fleischgewordene Wort" ist immer vielen Herzen
begegnet, deren Türen für die Wirklichkeit verschlossen waren,
obwohl alle Meine Werke vom hellsten Licht der Wahrheit
durchdrungen waren.
7. Heute kommt Mein Wort zu euch zurück; doch ist es nicht im
Schoße der Jungfrau Maria ins Fleisch gekommen, um wie in der
Zweiten Zeit Mensch zu werden. Dennoch ist Maria, der Inbegriff
der Mütterlichkeit, immer im Geiste gegenwärtig.
8. Dem Stroh des Stalles, auf dem Jesus zur Welt kam, sowie
dem Kreuz von Golgatha, an dem Er den letzten Odem aushauchte,
werde Ich in dieser Zeit in den Herzen der Menschen begegnen.
Doch zuletzt, nach der Finsternis, wird es in allen Seelen licht
werden, und Ich werde verherrlicht werden.
9. Der gegenwärtige Zeitabschnitt wird von Kampf bestimmt
sein; doch wenn dann alles vollbracht ist, wird die Menschheit einen
Jubelgesang zu Mir emporsenden. Denn am Ende, nach so vielen
Auseinandersetzungen; werden die Feinde des Friedens zu
Menschen guten Willens werden.
10. Euer gegenwärtiges Leben ist eine beständige Mühsal
gewesen, und wenn ihr andere seht, die sich an Vergnügungen und
Befriedigungen ihrer Wünsche erfreuen, fragt ihr euch daher, warum
eure Bestimmung so hart und streng ist. Die Antwort ist in euer Herz
gelangt, als ihr gebetet habt und Mir eure Sorgen, Mühen und
Widrigkeiten dargelegt habt. Dies ist der Augenblick gewesen, in
welchem euch die Intuition gesagt hat, dass ihr euren Kelch mit
Geduld annehmen sollt, da jeder Geist Mir gegenüber eine Schuld
auf sich geladen hat, welche das menschliche Herz nicht kennt.
11. Jünger, macht euch die Überzeugung zu eigen, dass ihr in
dieser Zeit nicht zur Erde gekommen seid, um Ruhm und Ehrungen
einzuheimsen, noch um euch an der Frucht des Vergnügens zu
ergötzen, sondern um eine Wiedergutmachung zu erfüllen und die
Seele in den Prüfungen dieses Lebens und in der Ausübung Meiner
Unterweisungen zu läutern. Dennoch will Ich euch nicht sagen, dass
ihr all jene gesunden Befriedigungen von euch weisen sollt, die an
eure Türe pochen, denn ihr würdet dann in Fanatismus geraten und
euren Lebensweg sehr leidvoll machen.
12. Ergründet, was Ich euch sage, denn wenn ihr euch nicht dem
Studium Meines Wortes widmet, könntet ihr dem Fatalismus
anheimfallen. Doch seht, Meine Lehre ist die Fackel des Glaubens
und der Hoffnung, welche den Pfad derer erhellt, die in die
Finsternis der Enttäuschung, der Verwirrung und der Verzweiflung
geraten sind.
13. Dringt in euer Inneres ein, versucht euch mittels Meiner
Unterweisungen zu erkennen, und ihr werdet das wunderbare Leben
des Geistes entdecken, das euch offenbart, dass ihr nicht arm, noch
klein und enterbt seid, und das euch begreifen lässt, dass ihr in der
Schöpfung eures Vaters die bevorzugten Kinder seid. Ich lehre euch
deshalb, damit ihr keine Kleinkinder bleibt, die nichts wissen und
sich selbst nicht kennen.
14. Zwar habt ihr durch die Wissenschaft viel Wissen über euren
Körper erlangt, doch nun wisst ihr, dass euer Wesen nicht auf die
Materie beschränkt ist, sondern dass in ihr ein anderes Wesen von
unterschiedlicher Natur lebt, das ihr noch nicht kennt und das eure
Seele ist.
15. Recht wenig ist es, was die Religionsgemeinschaften den
Menschen über die Seele offenbart haben. Doch nun werden sie aus
ihrer Lethargie erwachen und jene werden gesegnet werden, die
Bedenken und Befürchtungen überwinden und der Menschheit die
Wahrheit enthüllen, die sie verheimlicht haben. Ich werde sie mit
dem Lichte Meiner Vergebung, Meiner Gnade und Meiner Weisheit
erleuchten.
16. Wenn die Menschheit dann erkennt, dass die Religionsgemeinschaften
nicht nur dazu da sind, dass die Menschen auf
Erden moralisch leben, sondern dass sie die Aufgabe haben, die
Seele in ihre ewige Heimat zu leiten, wird die Menschheit auf dem
Pfade ihrer geistigen Entwicklung einen Schritt vorwärts gemacht
haben.
17. Erhebe dich, Volk, damit Ich euch immer in geistiger
Wachsamkeit antreffe, ihr nicht gegen Mein Gesetz verstoßt, in
euren Heimen vereint seid und jene aufsucht, die sich von Meinem
Wege entfernt haben. So werdet ihr Mich als Meister zum Vorbild
nehmen. Doch beabsichtigt niemals, Meinen Platz als Richter
einzunehmen. Euch steht es an, einander zu vergeben, und wenn ihr
in irgendeiner Form Meinen Platz einnehmen wollt, so tut es
lehrend, liebend und vergebend. Ihr habt viele Beispiele von Mir,
damit ihr sie als Richtschnur für eure Werke verwendet. Mein Geist
will sich nicht vor euch zur Schau stellen, doch müsst ihr begreifen,
dass Ich euch als Meister Meine Lehrbeispiele zeigen muss, damit
ihr sie zum Vorbild nehmt. Wenn Ich Meine Werke verbergen würde
— wie könntet ihr sie dann nachvollziehen? Deshalb sage Ich euch:
Liebt euch, wie Ich euch liebe.
18. Ihr erfleht Meine Vergebung, weil ihr Mich fortwährend
verletzt, und Ich vergebe euch. Ihr dagegen seid nicht bereit, denen
zu vergeben, die euch beleidigen. Darum habe Ich euch
zugestanden, dass Meine Kundgebung bis 1950 weitergeht, damit
ihr Meine Lehre durch Meine Unterweisungen verstehen und ihr den
rechten Wert beimessen könnt.
19. Mein Gesetz und Meine Lehre, die über Zeitalter hinweg
bekanntgemacht wurden, sind das einzige Buch, in welchem alles
Wahrheit ist. Dennoch suchen die Menschen in den Büchern der
Erde nach etwas, das ihnen das Ewige enthüllt und ihnen die
Wahrheit offenbart, doch sie erreichen nur, dass sie ihren Verstand
mit Theorien überfüttern, ohne wahres Licht für ihren Geist zu
finden.
20. Es bedurfte Meiner fürsorglichen Liebe, damit diese Lehre
in euren Herzen Wurzeln schlug, vieler mühevollen Geduld und
Liebe, die nur Ich, euer Herr, aufbringen konnte. Was ihr in dieser
Zeit wissen sollt, offenbare Ich euch in Meinen Unterweisungen.
Doch wird das verborgen bleiben, was Ich zurückhalte, damit ihr es
in kommenden Zeiten kennenlernt. Wenn Ich euch heute schon alles
mitteilte, würden viele davon verwirrt, und andere, die zu verstehen
glauben, wären von Eitelkeit erfüllt. Jenes Überlegenheitsgefühl
würde sie verderben, und ihr sollt erkennen, dass Meine Lehre nicht
den Zweck hat, euch vom Weg der Wahrheit abzubringen.
21. Betrachtet dies Leben als einen Kampf, kämpft in ihm bis
zum Sieg. Kommt als gute Soldaten in Meine Gegenwart, und Ich
werde euch einen Lohn geben, der euren Geist mit Licht und Gnade
erfüllen wird. Doch jene, die geistig schlafen und sich in ihrer
Untreue wie die törichten Jungfrauen des Gleichnisses verhalten,
werden vom Tode überrascht werden, der sie mit erloschener Lampe
antreffen wird.
22. Jeder Mensch, jedes Geschöpf hat einen zugewiesenen
Platz, den er nicht verlieren darf; doch ebenso wenig darf er den
Platz einnehmen, der ihm nicht zusteht.
23. Welche Verantwortung haben die, die Mich in dieser Zeit
vernommen haben, auch wenn sie Mich nur ein einziges Mal gehört
haben!
24. Als ihr Meinen Ruf empfinget, habt ihr euch eilends
aufgemacht, um euch zu versammeln und geistig mit Mir zu
besprechen. Ich will euren Geist voller Hoffnung und Glauben sehen
gemäß seiner Mission, tapfer und gefasst in den Prüfungen. Werdet
nicht müde zu kämpfen, zaudert nicht, wenn ihr fühlt, dass der Weg
weit ist. Vergesst nicht, dass Mein Geist euch begleitet und dass ihr
daher in den Prüfungen unbesiegbar sein könnt.
25. Euer Kelch hat sowohl Freuden und Frieden, als auch
Schmerzen und Unsicherheiten enthalten. Ihr habt gelacht und
geweint in eurem Leben, und manche sind vorzeitig gealtert, weil
sie in der Prüfung schwach wurden und fühlten, dass ihnen die
Kräfte versagten.
26. Ihr Frauen, Ich sehe eure Herzen verwundet. Die Mühsale
haben eure Körperhülle erschöpft, aber noch ist Kraft im Geiste
vorhanden, um tapfer weiterzugehen. Trotz des Leidens habt ihr Mir
vertraut und auf Mich gehofft, weil ihr wisst, dass Ich Mich immer
einstelle, um eure Tränen zu trocknen und eure Arbeit zu
erleichtern. Erinnert euch, dass Ich euch sagte, dass "das Blatt vom
Baume sich nicht ohne Meinen Willen bewegt". Habt ihr nicht daran
gedacht, dass dieser Leidenskelch, den ihr geleert habt, der
Schmelztiegel ist, in welchem sich eure Seele läutert? Wisst ihr
nicht, dass ihr in einer Epoche geistigen Kampfes lebt, in der ihr
Beweise eurer Stärke geben müsst? Seid gesegnet, denn in vielen
Prüfungen seid ihr stark gewesen, und darum geben euch eure
Verdienste ein Anrecht auf Meinen Frieden. Ich habe euch keine
ewigen Wonnen auf Erden angeboten. Der Geist weiß, dass wenn er
zu diesem Erdental kommt, ihn Mühsale und Kampf erwarten, um
sich zu stählen und zu vervollkommnen. Doch in eurem schweren
Lebenskampf ist Meine Vaterliebe immer wie ein Mantel gewesen,
der euch beschützt hat.
27. Volk, bist du nicht befriedigt in dem Bewusstsein, dass Ich
Mich derzeit in solch klarer Weise bei den Menschen offenbare, und
dass Ich in allen Nationen Meine Auserwählten erwarte? Ich will für
alle wie ein Freund sein, wie ein Bruder und Vertrauter eures
Geistes.
28. Nicht alle glaubt ihr an Mich. Doch dies ist kein Hemmnis
dafür, dass Ich euch liebe und zu euch komme. Wer könnte die Kraft
Meines Geistes aufhalten, da Ich ganz Liebe für Meine Kinder bin?
Und wer vermöchte Mein Werk zu richten und in Meine geheimen
Ratschlüsse einzudringen?
29. Heute seid ihr bei Mir, Jünger; ruht euch aus, denn Ich
wache über euch. Untergrabt nicht länger eure Gesundheit mit
unnützen Werken. Wie viel habt ihr leiden müssen, um eurer Seele
die Reinheit und die Tugenden zurückzugeben, mit denen sie
ausgestattet wurde.
30. Ach, wenn ihr doch rein geblieben wäret, wie ihr es in der
Kindheit wart, in jenem Alter, in dem das Fleisch unschuldig ist und
die Seele einen neuen Lebensweg beginnt. Wie nahe wäret ihr Mir,
und wie würden die Engel zu euch kommen, um einen Lobgesang
mit euch anzustimmen! Doch in dem Maße, in dem der Mensch
älter wird, entfernt sich seine Seele immer mehr vom reinen und
leuchtenden Pfade und tritt in eine unaufhörliche Auseinandersetzung
mit der Welt ein, in welcher manchmal die Seele siegt und
manchmal das Fleisch. Ihr alle habt euch vom Pfade des Guten
entfernt und müsst beten, um frei von Gefahren zu sein und euch
vom Bösen abzukehren. Bei dieser Wanderung tragt ihr einen Stab,
auf den ihr euch stützt, und dieser Stab ist der Schutzengel, der euch
begleitet, wohin ihr auch geht.
31. Ich bin zu euch gekommen, um euch durch Beweise von
Liebe und Gerechtigkeit zu erlösen und euch Meine Lehre zu lehren,
damit ihr Mir nachfolgt.
32. Von euren guten Werken nehme Ich das Verdienstvolle an,
das an ihnen ist, auch von jenen, die ihr für sehr klein haltet; denn
Ich bin der einzige, der ihren wahren Wert beurteilen kann. Wer die
Menschen liebt und ihnen dient, liebt Mich und dient Mir. Ich
verlange nur von euch, dass ihr euch liebt, und dies wird Mir
genügen, um mit eurer Hilfe große Werke zu vollbringen. Dafür
habe Ich euch viele Beweise gegeben, denn Ich bin immer
gegenwärtig gewesen, wenn ihr dem Bedürftigen die Hand gereicht
habt, und habe bewirkt, dass euer Geist den Frieden erfährt, den die
Erfüllung der Pflicht gegenüber dem Vater und den Mitmenschen
schenkt.
33. Ihr tragt ein unauslöschliches Zeichen, das euch von allen
andern Religionsgemeinschaften unterscheidet. Dies Kennzeichen
ist ein Licht, das Ich in eurer Seele zum Leuchten gebracht habe.
Auch habe Ich euch in dieser von Mir vorbereiteten Nation
erscheinen lassen, damit eure Seele in ihr aufwärtsstreben und ein
geeignetes Betätigungsfeld für ihre Pflichterfüllung finden kann.
34. Hütet den Schatz, den Ich euch in Meinem Worte gegeben
habe, und lasst nicht zu, dass ihn euch unlautere Hände entreißen.
Gebt ihn jedem, der ihn kennenzulernen wünscht, oder der in ihm
sein Heil sucht.
35. Falls ihr nicht imstande sein solltet, Mein Vermächtnis zu
verteidigen, werde Ich es verteidigen; aber dann werdet ihr euch
wegen eures Kleinmuts vor Mir verantworten müssen. Arbeitet mit
Liebe zur Erfüllung der geistigen und materiellen Gesetze. Wenn ihr
eure geistigen Pflichten beachtet, wird euch die materielle Arbeit
leicht werden. Ihr sollt eure Tugenden nicht zur Schau stellen; wenn
ihr Mein Wort wirklich erfühlt und es ausübt, so verwahret eure
Werke eifersüchtig dort, wo nur Ich sie sehen kann, dann wird euer
Beispiel von Bescheidenheit eure Geschwister dazu ermuntern,
eurem Beispiel zu folgen.
36. Liebt euch mit der gleichen Liebe, mit der Ich euch gelehrt
habe, im Bewusstsein, dass ihr aus Mir hervorgegangen seid, dass
ihr alle aus derselben Substanz gebildet worden seid, und dass ihr
ebenso, wie ihr im Anfang in Mir gewesen seid, dies am Ende auch
sein werdet, wenn ihr zu eurem Herrn zurückkehrt.
37. Ich suche euch auf, damit ihr euch der Quelle des Lebens
nähert. Hier ist der Weg, der zu ihr führt. Um sie zu finden, muss
man zuweilen Opfer bringen, man muss kämpfen und in der Tugend
beharrlich bleiben.
38. Hört auf Meine Stimme, die euch beständig wachrüttelt,
jene innere Stimme, die von euch die Erfüllung Meines Gesetzes
fordert. Denn bisher habt ihr nach eurem Gutdünken gelebt und das
getan, was euch in eurem Leben gefiel.
39. Ich habe eure in den Wechselfällen des Lebens verhärteten
Herzen liebevoll gemacht, indem Ich ihnen das Brot der göttlichen
Liebe zu kosten gab, und eure Herzen wurden davon innerlich
bewegt.
40. In Mir ist der Richter, der Vater und der Meister — drei
verschiedene Offenbarungsphasen in einem einzigen Wesen, drei
Kraftzentren und eine einzige Wesens-Essenz: Liebe.
41. So offenbare Ich Mich bei euch, um euch zu helfen, die
Mission zu erfüllen, die Ich schon im Anbeginn der Zeiten in euren
Geist gelegt habe.
42. Ich unterrichte euch nun aufs neue, damit ihr die
Menschheit dieses Wort lehrt. Wenn dieses Mein Volk zubereitet ist,
werden die Menschen bei ihm Trost in ihrem Kummer, Balsam in
ihren Leiden und Licht für ihren Geist finden.
43. Die gegenwärtige Generation soll nicht vergehen, ohne dass
ihr aufgebrochen seid, um von Meinem Zweiten Kommen Zeugnis
abzulegen. Doch Ich habe euch gesagt: Falls ihr euch nicht dazu
aufrafft, Meine Unterweisung auszuüben, werden die Steine
sprechen und von Meiner Gegenwart zeugen; doch darüber werdet
ihr Mir Rechenschaft ablegen.
44. Wenn auf eurem Pfade Hindernisse vorhanden sind, die
euch daran hindern, Mir nachzufolgen, so zeigt Mir euren guten
Willen und euren Eifer, dann werde Ich den Weg freilegen, werde
Ich euch beistehen.
45. Ich will, dass ihr zugerüstet seid, denn die Welt wird euch
auf die Probe stellen, und wenn ihr nicht imstande sein solltet, die
Wundertaten zu bezeugen, die Ich unter euch vollbracht habe,
werden in euren Mitmenschen Zweifel aufkommen.
46. Ich sehe unter euch solche, die die Ketten zu zerbrechen
vermochten, die sie an die Welt banden, und die Mich um Stärke
bitten, um in ihrem edlen Vorsatz zur Erneuerung standhaft zu
bleiben, und Ich ermutige sie durch Meine Worte und Meine
Gegenwart. Sie werden noch mehr Prüfungen erfahren, die ihnen
dazu dienen werden, ihren Weg festen Schrittes zu gehen. Wachet
und betet, damit euch die Prüfungen nicht im Schlaf überraschen,
denn euer Erwachen wäre bitter, wenn ihr gewahr würdet, dass ihr
den Weg wieder von vorne beginnen müsst.
47. Wenn ihr zu Fall kommen solltet, so erinnert euch sogleich
an euren Vater und betet, damit ihr in Mir neue Kräfte findet, um zu
siegen. Wenn ihr euch so vorbereitet, wird die Stimme eures
Gewissens klar vernehmbar sein in eurem Innern.
48. Ihr sollt nicht mehr Sklaven der Versuchung sein. Ringet
darum, eure geistige Freiheit zu bewahren. Ich will, dass Meine
Jünger gute Geschwister unter den Menschen sind, die immer eine
brüderliche und aufrichtige Hand erwarten, die sich ihnen
entgegenstreckt.
49. Die Menschen suchen begierig das Licht der Wahrheit, und
viele erwarten Mein Kommen und wissen nicht, dass Meine
Gegenwart bereits unter euch ist.
50. Nicht alle werden Mich in der Zeit Meiner Kundgabe
vernehmen, aber Ich lehre derzeit dies Volk, damit jeder von denen,
die Mir zuhörten, ein Führer von Menschenherzen werde, wenn
Mein Wort sich nicht mehr durch diese Stimmträger kundgibt. Bis
dahin sollt ihr euch vergeistigt haben und Mein Wort und Meine
Aufträge durch Intuition empfangen, und ihr werdet dann von noch
nicht bekannten Lehren sprechen, welche wirkliche Offenbarungen
sein werden.
51. Schon jetzt habe Ich euch vieles von dem offenbart, was den
Menschen verheißen war, und durch euch habe Ich Ereignisse
angekündigt, die ihr Wirklichkeit habt werden sehen. Deshalb könnt
ihr sagen, dass ihr nicht nur Meine Sprachrohre gewesen seid,
sondern auch Meine Propheten.
52. Ihr habt es noch nicht erreicht, auf den Grund Meines
Wortes vorzudringen; doch werden die neuen Generationen
kommen, die Ich euch versprochen habe, und sie werden euch die
tiefschürfende und richtige Aufklärung darüber geben, was ihr nicht
verstehen konntet. Aber auch Menschen anderer Nationen werden
kommen, die Meine Unterweisungen auszulegen verstehen.
Dennoch sage Ich euch, dass die, die Mich mündlich hörten und
Meine Gegenwart fühlten, die ersten sein werden, die Mein Werk
begreifen, um es dann zu lehren und zu erläutern.
53. Ich will nicht, dass ihr in den Jahren, in denen ihr Mich
noch hören könnt, euch Vorwürfe zuzieht, denn dann würde Meine
Unterweisung einen Stillstand erfahren, während es Mein Wille ist,
Mich in jeder weiteren Lehrstunde mit größerer Klarheit zu
offenbaren, damit ihr euch am Ende Meiner Kundgabe weit genug
fortgeschritten fühlt, um zu Meistern zu werden. In euch habe Ich
Mein göttliches Sehnen gelegt, damit ihr Liebe und Weisheit erlangt,
indem Ich euer Verständnis für geistiges Wissen erschloss.
54. Ich lehre euch, um euch darauf vorzubereiten, die göttliche
Inspiration zu empfangen, damit ihr euren Mitmenschen offenbart,
dass alle Menschen Besitzer dieser Gnade sein können.
55. Lasst Mein Wort eine bleibende Heimstatt in euren Herzen
haben, damit, wenn ihr einst Meister seid, ihr es immer in eurem
inneren Tempel gegenwärtig habt.
56. Fürchtet nicht, wegen Meiner Lehre von den Menschen
"zerrissen" zu werden. Das Herz der Menschen ist der nichtigen
Theorien und Worte so überdrüssig, dass es, wenn es diese Frohbotschaft
empfängt, auf seinem Geiste das Licht der Wahrheit fühlen
wird, das wie ein erfrischender Tau herniederfällt, um ihm Leben zu
geben.
57. Der Vollkommene Freund ist zu euch gekommen, um euch
zu sagen, dass ihr euch nicht fürchten sollt; denn wenn ihr auch in
vielen Herzen Gift, Bosheit und Verrat vorfindet, werden diese
Prüfungen den treuen und zugerüsteten Jünger nicht einschüchtern
können.
58. Seid wie jene Apostel, die Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten.
Wenn ihr den Kranken noch nicht zu heilen vermochtet, so
verstärkt eure geistige Vorbereitung, indem ihr euch bei der
Liebestätigkeit läutert und in Kontakt mit dem Schmerz bleibt.
Wenn ihr nicht innerlich zugerüstet seid, so berührt den Kranken
nicht in der Erwartung, dass er gesund wird, denn dann werdet ihr
dies Wunder nicht schauen. Doch wenn ihr euch geistig und körperlich
vorbereitet, werdet ihr — wenn es Mein Wille ist — bald das
Wunder empfangen, das ihr von Mir erbittet.
59. Wenn euer Glaube an Meine Macht nicht groß und eure
Liebe zu den Mitmenschen nicht wahrhaftig ist, wird euer Werk
keine Rettung bringen und eure Mühe wird vergeblich sein. Doch
wenn ihr Vergeistigung erreicht, werdet ihr wirkliche Wunder auf
eurem Wege Wirklichkeit werden sehen.
60. Wenn ihr nicht unter euren Angehörigen Frieden erreicht
habt, oder wenn die Bande der Eintracht und der Liebe zerrissen
sind, so wachet und betet, verbindet euch mit Meinem Geiste, und
der Friede wird mit euch sein.
61. Falls ihr noch nicht von Mir zu sprechen versteht, so
verschließt eure Lippen, doch erhebt euren Geist; denn dieser wird
mittels des Gedankens zu den geistig Bedürftigen sprechen.
62. Wenn ihr Meine Unterweisung nicht zu verstehen
vermochtet und ihr in deren Sinngehalt eindringen wollt, so
vergeistigt euch, und wenn ihr Mich dann vernehmt oder euch
Meines Wortes erinnert, werdet ihr über euer tiefes Verstehen
überrascht sein. Mein Wort ist schlicht und einfach, damit ihr es
erfassen könnt, aber es enthält einen Wesenskern, der göttlich ist,
damit ihr Meine Gegenwart fühlt.
63. Heute halte Ich ein neues Abendmahl, von Jüngern und
Schülern umgeben, die nachdenken und des Tages und der Stunde
gedenken, in welcher "Das Wort" Mensch wurde in Jesus. Ihr
schließt eure Augen und versucht euch den Ort Meiner Geburt
vorzustellen, die Feierlichkeit jener Stunde, die Reinheit der Mutter,
die Sanftmut des gerechten und keuschen Gefährten Marias und
alles, was jenes Ereignis umgab. Dann begreift ihr die göttliche
Demut Christi — eine Demut, die Er schon vom ersten Augenblick
an durch Seine Werke und Sein göttliches Wort predigte.
64. Geliebtes Volk, erlebt jene Augenblicke innerlich und
erquickt euch an deren Erinnerung und Betrachtung, denn eurem
Nachdenken darüber wird das Licht entströmen, das eure Unwissenheit
beseitigt.
65. Sucht Mich im Verborgensten und Erhabensten eures
Wesens, fühlt Meine Gegenwart in eurem Geiste und erkennt Meine
Manifestationen in den unscheinbarsten Dingen eures Lebens.
Bedenkt: Je höher und geistiger Meine Kundgebung ist, desto
größer ist eure Wonne, denn es wird der Beweis dafür sein, dass ihr
bereits fähig seid, Meine tiefgründigen Lektionen zu verstehen.
66. Ihr gehört zu denen, die in dieser Zeit Mein Kommen im
Geiste bejahten und ohne zu sehen geglaubt haben. Doch es gibt
solche, die Mich in der Form erwarten, in der Ich in der Zweiten
Zeit auf der Welt war, und andere, die Mich in unterschiedlichen
Formen erwarten gemäß der Auslegung, die ein jeder den
Prophetien gegeben hat. Ich segne alle, die Mich erwarten, und
sende ihnen Mein Licht, damit, wenn sie erfahren, dass Meine
Gegenwart und Meine Kundgabe in dieser Zeit geistiger Art ist, sie
davon nicht verwirrt werden.
67. Ich segne auch jene, die Mich nicht erwarten. Die einen
wurden schwach im Glauben, und andere wurden von den vielen
menschlichen Vorstellungen und Lehren verwirrt. Doch Ich ergieße
Mein Licht auf alle ihre Wege, damit sie das Heil (ihrer Seele)
erlangen.
68. Manche erwarten Mich geistig, und dennoch werden sie
verneinen, dass Ich es bin, der sich kundgibt, weil sie Mich im
Glanze eines blendenden Lichtes kommen sehen wollen, um
glauben zu können. Sie wollen Mich mit der Majestät eines Königs
der Erde kommen sehen, weil sie die wahre Größe, die in der Demut
liegt, nicht begreifen. So muss Ich euch noch einmal sagen: "Mein
Reich ist nicht von dieser Welt."
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band 6 - Unterweisung 161