BWL - Band III - Unterweisung 59


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 59:
1. Seid alle willkommen beim Meister! — Welche von euch
sind die Jünger? Welche die Kinderschüler? Ihr wisst es nicht. Es
gibt viele, die bereits Meister zu sein glauben, und dennoch sehe
Ich, dass sie noch nicht einmal die erste Lektion verstanden haben.
Andere dagegen fühlen sich unfähig, zu lehren, und verschließen
ihre Lippen, obwohl sie mit ihren Worten und mit ihren Werken
schon zu lehren beginnen könnten.
2. Zu allen Zeiten habe Ich Mich begrenzt, um von den
Menschen empfunden und verstanden zu werden. Wenn Ich in jener
Zweiten Zeit bei Meiner Offenbarung als Christus — als Gott
gekommen wäre und nicht als Mensch, hätten Mir die Menschen zu
Recht Vorhaltungen gemacht und gesagt: "Herr, wir können Dich
nicht zum Vorbild nehmen, denn Du bist Gott und wir sind Menschen."
3. Jetzt habe Ich euch neue Unterweisungen gebracht. Die Tür
zu Meiner verborgenen Weisheit hat sich für die Menschen ein
weiteres Mal aufgetan, und Ich will, dass dies Grund zur Freude für Mein Volk ist.
4. Unter den Menschen gibt es manche, die Mir in ihrem Herzen
sagen: "Wenn Du uns so sehr liebst — warum leiden wir dann so
viel? Warum hast Du uns zur Erde gesandt, um zu leiden ?" — Ich
vergebe eure Lästerung, denn sie entspringt eurer Unwissenheit, und
sage euch, dass es eure Verfehlungen und Stürze sind, die euch nach
und nach der (guten) Gaben und Eigenschaften beraubt haben, und
dass ihr aus diesem Grunde, obwohl reich an Geist, ohne irgendeine
Tugend geblieben seid. Darum müsst ihr jetzt Verdienste erwerben,
um auf eurem Entwicklungswege vorwärtszukommen. Das ist der
Grund, weshalb Ich euch Meine innerste Herzenskammer öffne,
ohne Unterschiede zwischen den Menschen zu machen, damit sich
jeder von dieser Gnade das aneigne, von dem er fühlt, dass es seiner
Seele fehlt — sei es der Friede, das Licht oder die Stärke. Aber
vergesst nicht, dass es der Schmelztiegel des Schmerzes ist, in dem
die Geister stark werden und Verdienste erworben werden, um
größere Erhebung zu erreichen. Ich spreche zu euch von der
Bergeshöhe herab, und je nachdem, wie die innere Erhebung eines
jeden beschaffen ist, werdet ihr empordringen und euch Mir nähern.
Nachdem ihr Mich gehört habt, werdet ihr wieder ins irdische Tal
hinabsteigen, wo ihr noch immer wohnt — doch nicht in die
Abgründe, die der Mensch durch seine Sünden geschaffen hat.
5. Das "Tal", von dem Ich zu euch spreche, ist die Harmonie mit
dem Geistigen, die ihr noch nicht erreicht habt. — Jedem Geiste
wurde als Mittel, um sich in dieser materiellen Welt kundzutun, ein
Körper anvertraut. In diesem Körper, welcher ein Meisterwerk
Meiner Weisheit ist, gibt es ein Gehirn, in welchem sich die
Intelligenz offenbart, und ein Herz, von dem die Tugenden und
edlen Gefühle ausgehen.
6. Viele habe Ich im Abgrund des Verderbens gefunden, und zu
ihnen bin Ich herabgekommen, um sie zu retten. Meine Liebe zu den
Gefallenen bewirkte, dass sie auf Meine liebevolle Stimme hörten,
die ihnen sagte: "Wo seid ihr, Meine Kinder?"
7. "Siehe, hier ist Mein Licht, folget Mir nach!"
8. In der Ersten Zeit hatte sich euer Glaube getrübt, Meine
Kinder verstanden die Sprache ihres eigenen Gewissens nicht mehr,
und es wurde notwendig, dass der Vater zu ihnen kam, um ihnen zu
sagen: "Nehmt diesen Stein, in den Mein Gesetz gehauen ist.
Vergesst nicht, dass dieses euch den Weg zeigt, der zum Gipfel des
Berges führt, wo Ich euch erwarte. Und sie schworen angesichts
jenes Steines, in den Mein Gesetz gemeißelt war, sich auf den Weg
zu machen und bis ans Ziel ihrer Bestimmung zu wandern. — Doch
die Zeiten vergingen, und auf der Wanderung stellten sich
Bedrängnisse und Heimsuchungen ein, die immer größer wurden, je
mehr die Zeit verging. Da erhoben sie ihr Angesicht und ihre
Stimme zum Vater und sprachen: "Wir verstehen Dich nicht. Seit
langer Zeit kämpfen wir und ziehen wir umher, ohne das Ende
unserer Wanderschaft zu sehen, und wir haben auch nicht den
Frieden erlangt, den Du unserem Herzen versprochen hast."
9. Die Menschen fielen in ihren Ungehorsam zurück, doch der
Vater suchte sie von neuem und näherte sich ihnen noch mehr, um
zu ihnen als Vater und als Freund zu sprechen. Doch jene erkannten
Ihn nicht und sprachen zu Ihm: "Du kannst nicht unser Gott sein,
denn Er ist immer in der Höhe gewesen."
10. Der Grund war, dass Er zu ihnen als vollkommene Wahrheit
kam, während die Menschen eine Wahrheit nach ihrem Geschmack
suchten, und so führten sie voll Entrüstung den göttlichen Menschen
zur Hinrichtung. Jener Mensch, der ganz Macht und Weisheit war,
gab den Menschen nicht das, was sie in ihrer Verständnislosigkeit
verlangten. Er war rein, und nur reine und vollkommene Werke
konnten von Ihm ausgehen. Doch selbst vom Tode stand Er zum
Leben auf und machte so offenbar, dass der Urheber alles
Geschaffenen nicht sterben konnte. Und als der Herr von neuem in
Sein Reich ging, auf den Berg der Vollkommenheit, da bekannten
die Menschen, dass Jener, der bei ihnen gewesen war, Gott selbst
war, denn Seine Werke und Wundertaten waren jenseits der
Fähigkeiten des Menschen. Sie erinnerten sich, dass Er gesagt hatte,
dass Er der Weg sei, und da sie sich danach sehnten, auf die Höhe
des Berges zu gelangen, wo der Herr wohnte, kamen sie aus dem
Abgrund (des Verderbens) heraus auf die Lebensebene, auf der sie
das Licht sahen, das ihnen half, die Wanderung fortzusetzen. Aber
der Weg war voller Dornen.
Da erinnerten sie sich daran, dass ihr Vater vor allem Liebe ist,
und dass Er sie hatte wissen lassen, dass Er zu ihnen zurückkommen
würde, wenn ihr Schmerz sehr groß wäre, und so begannen sie ihren
Herrn aus tiefstem Herzen zu fragen: "Vater, warum kommst Du
nicht? Du bist Liebe und Vergebung — warum hast Du uns
gestraft?" Und sie ahnten die Zeit voraus, in der ihr Herr zum dritten
Mal vom Berge herabkommen würde.
Als Er zu ihnen kam, fragte Er sie: "Was begehrt ihr von Mir?"
Und sie antworteten Ihm: "Vater, erlöse uns!" Da fragte der Herr sie:
"Wollt ihr aus dem Abgrund herauskommen? Durchquert die
irdischen Niederungen und ersteigt den Berg, nur von Meiner
Stimme beseelt, was das einzige ist, worauf ihr in dieser Zeit hören sollt."
Einige zweifelten, weil sie ihren Vater nicht in menschlicher
Anwesenheit sahen. Aber andere glaubten dennoch, dass die
Stimme, die sie hörten, von ihrem Herrn kam. Diese erhoben sich
voll Glauben, um ihre Reise fortzusetzen, geleitet von jener
göttlichen Inspiration, die das Licht auf ihrem Wege war.
11. Jünger, ihr seid jene. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich habe
niemanden ausgesandt, um in den Abgründen zu leben. Ich habe
euch ausgesandt, um im irdischen Gnadental zu leben, damit ihr von
dort aus bis zur Wohnstätte eures Vaters emporsteigt. Die Menschen
sind es, die vor ihren Füßen Abgründe aufgerissen haben, in die sie
hinabstürzen. Jetzt frage Ich euch: Glaubt ihr, dass ihr mit diesem
Worte, das Ich euch durch Vermittlung des menschlichen Verstandes
übergeben habe, ins Himmelreich gelangen könnt? Seid ihr
überzeugt, das Heil zu finden, wenn ihr das glaubt und ausübt, was ihr hört?
12. Selig, wer an dies Wort und an diese Kundgebung glaubt,
denn er wird zum Gipfel des Berges gelangen. Doch dem, der nicht
glaubt, sage Ich, dass dies das dritte Mal sein wird, dass er Mich
verleugnet oder Mich nicht erkennt. Denn wer einmal an Mich
glaubt, muss Mich immer erkennen, weil der "Geschmack" und der
Wesensgehalt Meines Wortes sich niemals ändert.
13. Diejenigen, die zweifeln, werde Ich an der Stelle lassen, an
der sie sich heute befinden, damit sie durch sich selbst erwachen.
Wenn Ich nicht zuließe, dass die Menschen die Folgen ihrer
Handlungen kennenlernen — könnten sie dann wissen, wann sie gut
oder böse gehandelt haben? Das Gewissen spricht zu ihnen
bezüglich aller ihrer Werke, damit sie über ihre schlechten Taten
Reue empfinden können und mit ihren Werken der Liebe Mein
Gesetz erfüllen, das ihnen sagt: "Liebet einander!"
14. Christus sagte einstens zu den Menschen, die Ihn verkannten:
"Ihr werdet warten müssen, bis Ich wiederkomme!" Darum
rufe Ich euch heute, da Ich erneut bei euch bin, herbei, um euch zu
sagen, dass ihr euch von dem Abgrund entfernen und Meiner Spur folgen sollt.
15. Was wird der Vater mit denen machen, die zu allen Zeiten
an Seiner Gegenwart gezweifelt haben? Er wird sie großen
Prüfungen unterwerfen und die empfindlichsten Saiten ihres
Herzens anrühren, damit in ihnen der Glaube, die Liebe und das
Verlangen, Ihm zu dienen, erwacht. Wahrlich, Ich sage euch, in jeder
Finsternis wird Licht werden, und Friede wird sein, wo lange Zeit
nur Schmerzensseufzer waren.
16. In jedem Herzen entdecke Ich eine andersartige Vorstellung
von Meiner Göttlichkeit. Ich kann euch sagen, dass Ich in der
Glaubensüberzeugung eines jeden von euch einen andern Gott
vorfinde. Dies liegt an dem unterschiedlichen Entwicklungsgrad, in
dem sich jeder befindet.
17. Ein weiteres Mal zeige Ich euch "den Berg". Da er für euren
Körper unsichtbar ist, zeige Ich ihn den Augen eures Glaubens. Auf
dem Berge Sinai gab Ich euch in der Ersten Zeit das Licht, und auf
dem Berge Tabor verklärte Ich Mich in der Zweiten Zeit, um euch
Zeichen Meiner Göttlichkeit zu geben.
18. Ich will euch als diejenigen sehen, die an Mein drittes
Kommen glauben. Ich habe euch gesagt, dass der, der Mir
nachfolgen will, sein Kreuz annehmen und Mir bis auf die Höhe des
Berges folgen soll. Doch ihr wisst bereits, dass der Weg Jesu der der
Demut, des Opfers ist, und bis nach Golgatha mit Blut gekennzeichnet
war. Ihr wisst, dass Mich Verleumdung, Rachsucht, Hohn,
Unglaube und Neid verfolgten. Doch Ich sage euch noch einmal:
Wer Mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge Meiner Spur.
19. Warum fürchtet ihr euch? Ich verlange von euch nichts
Unmögliches, sondern nur, dass ihr aufrichtig betet, dass ihr tätige
Nächstenliebe übt, und dass ihr auf Entbehrliches verzichtet. Ist
daran etwas unmöglich? — Wenn unter den Menschen von
Anbeginn Vergeistigung geherrscht hätte, hätte Ich in dieser Welt
nicht körperliche Gestalt angenommen, und die Menschen hätten
mit Hilfe ihrer Inspiration, ihres Gewissens und ihrer Gabe der
Offenbarung das dem Geiste verheißene Reich errungen.
20. Nach 1950 wird Mein Geist sich bei den Menschen nicht
mehr in sinnfälliger Weise manifestieren. Von der Bergeshöhe aus,
wo Ich wohne, werde Ich euch Schritt für Schritt aufwärtssteigen
sehen, bis ihr bei Mir anlangt.
21. Ihr seid Wanderer, die auf der Suche nach ihrer Erlösung, in
der Hoffnung, die Wahrheit zu finden, herbeigekommen sind. Ihr
trugt ein schweres Kreuz auf euren Schultern und suchtet einen
Helfer, der euch beistünde, dies Kreuz zu tragen. Doch wenn ihr
hiergeblieben seid, so deshalb, weil ihr gefunden habt, was ihr suchtet.
22. Wer — der dies Wort wirklich mit geistigem Genuss
aufgenommen hat — könnte seinen Meister verlassen? Wer könnte
aus Unwissenheit vom Wege abkommen? Wer könnte Mir sagen,
dass er nichts von Mir gelernt hat?
23. Wer diese göttliche Unterweisung nicht mit wahrer Liebe
und wahrem Interesse entgegengenommen hat, um sie zu studieren,
den kann Ich nicht Meinen Jünger nennen, sondern nur Mein Kind.
24. Niemandem habe Ich gesondert zu essen gegeben oder habe
ihn draußen gelassen. Alle habe Ich an Meinen Tisch gesetzt, und an
ihm habe Ich das Brot und den Wein gleichmäßig verteilt.
25. Ich will, dass ihr alle Arbeiter auf Meinen Feldern werdet,
aber Arbeiter, die zugerüstet sind und sich ganz ihrer Aufgabe
widmen; die Meinen Samen anzubauen verstehen und nicht den
nagenden Wurm in ihre Felder eindringen lassen, der auf die Frucht
aus ist, um sie zu verschlingen.
26. Jünger, studiert diese Lektion, damit ihr euer Gewissen
fragen könnt, ob ihr auf dem Wege standhaft seid, ob ihr die
Unterweisung versteht, ob ihr euch schon Arbeiter in Meinem
Weinberg nennen könnt.
27. Meine Barmherzigkeit hat sich an euch offenbart.
Niemanden habe Ich nach seinen Taten gefragt, bevor er als Arbeiter
auf Meinem Wege begonnen hat, und wahrlich, Ich sage euch, unter
der Zahl derer, die Mir nachfolgen, ist auch jener, der seine Hand
mit dem Blute seines Bruders befleckt hat. Niemand auf Erden hätte
jenen Übeltäter in einen Wohltäter der Nächstenliebe verwandeln
können außer Mir. Meine Vergebung und Mein Wort der Liebe
waren es, die ihn erlösten und die edlen Empfindungen weckten, die
in seinem Herzen schlummerten.
28. Wenn Ich einige, die in Gefängnissen waren, gerufen habe,
um sie an Meinen Tisch zu setzen und mit ihnen eine neue
Jüngerschaft zu bilden, so soll niemand dieses Vorgehen verurteilen.
Denn Ich kam wahrlich nicht, um die Gesunden zu heilen oder die
Gerechten zu retten. Ich kam, um die zu suchen, die Mich brauchten
— darin zeigt sich Meine Barmherzigkeit. Ich kam, um die Schlacke
in ein nützliches Element zu verwandeln — darin zeigt sich Meine Macht.
29. Nur rein könnt ihr zu Mir gelangen, und nur, wenn ihr euer
Herz reinigt, könnt ihr Mich empfangen. Oder verdiene Ich diese
Opfergabe eurerseits nicht? Ich sehe, dass — wenn ihr im Begriff
seid, in eurem Heim eine Person zu empfangen, die ihr für wichtig
haltet — ihr alles reinigt und aufräumt, um euch ihrer würdig zu machen.
30. Haltet ihr es nicht für richtig, dass ihr euch an jedem Tage,
wenn das Licht der Morgenröte anbricht, die Zeit nehmt, euch
innerlich zu bereiten und zu reinigen, um Mich in eurem Herzen zu tragen?
31. Ich spreche in einfacher Weise zu euch, weil ihr von
schlichtem Gemüte seid. Wenn ihr auf der Erde reich wäret, würdet
ihr nicht auf Mich hören. Ich suche keine festlichen Gewänder oder
Paläste unter den Menschen. Fragt die Seher nach dem geistigen
Glanz, der euren Meister umgibt, und ihr werdet begreifen, dass
nichts auf der Welt ihm gleichkommen kann.
32. Hört auf die Stimme dieser Propheten, die jene sein werden,
die euch oftmals durch ihre Offenbarungen führen. Schenkt ihren
Worten Glauben, in der Erkenntnis, dass Ich Mich in dieser Zeit des
Geringsten bediene — jenes, den ihr für zu unvollkommen haltet,
um die Gnade des Meisters zu empfangen.
33. Ich finde euer Herz von Frieden erfüllt, weil Ich bei euch bin.
34. Ich komme, um mit euch zu sprechen und euch Meine
Unterweisung zu geben. In dieser Zeit wurde Ich nicht Mensch auf
Erden und habe nicht den Schatten einer Palme aufgesucht, um von
da aus zu den Menschen zu sprechen, und Mein Fuß hat den Staub
der Erde nicht berührt.
35. Ich lehre euch die vollkommene Liebe zu eurem Schöpfer.
Bin Ich etwa nicht wert, dass ihr Mich so liebt?
36. Die Spur, die Ich euch in der Zweiten Zeit hinterließ, diente
dazu, die zu Brüdern zu machen, die als Feinde lebten, und die,
welche bereits als Brüder zu leben verstanden, geistig zu erheben.
Heute, da ihr Mich nicht mit körperlichen Augen seht, ist es Mein
Wille, dass ihr Mich mit dem Blick des Glaubens seht. Doch unter
euch gibt es viele, die nur an das glauben, was ihre Hände berühren,
und die an allem zweifeln, was jenseits des Sehvermögens und des
Verstandes ist. Sie sind es, die Mir sagen: "Vater, warum tust Du
nicht Wunder wie in den vergangenen Zeiten, damit wir an Dich
glauben?" — Wahrlich, Ich sage euch, jene Zeit ist vorüber, und
wenn ihr behauptet, an Mich zu glauben und Mich zu erkennen —
weshalb wollt ihr dann Wunder? Glaubt aufgrund des Glaubens!
37. Vereinigt Mein Wort jener Zeit mit dem von heute.
Vergleicht seinen Wesensgehalt und ihr werdet finden, dass er der
gleiche ist. Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Der Baum wird an
seiner Frucht erkannt werden." Lasst Mein Wort euer Herz
durchdringen, bis es zum Geiste gelangt, der euch sagen wird, von
Wem dieses Wort stammt.
38. Solange ihr nicht den Geist den Geschmack dieser Frucht
prüfen lasst, wie könnt ihr es da wagen, zu verneinen, dass der Vater
es ist, der zu euch spricht?
39. Warum können manche, obwohl sie Mein Werk nicht
verstehen, sich nicht von Mir trennen? Weil ihr Geist es ist, der sich
von Meiner Gegenwart überzeugt hat. Warum versäumen andere, die
noch immer zweifeln, es nicht ein einziges Mal, Mir zuzuhören?
Weil sie den Zweifel zwar im Herzen tragen, aber der Geist sie
zurückhält, weil er die Wahrheit erkennt. Wenn jene Herzen
beharrlich bleiben, werden ihre dunklen Zweifel verschwinden.
40. Ihr, die ihr euch von Meinem Worte gesättigt fühlt — geht
nicht weg in die Wüste (der Welt), und speichert die Nahrung, die
Ich euch gegeben habe, nicht nur für euch auf. Ich rief euch, um
euren Hunger zu stillen und damit ihr hernach das gleiche an euren
Brüdern, den Hungernden, tut.
41. Jetzt, da eure Seele durch dies Wort Licht empfängt — lasst
sie gewähren, sie will Mich kennenlernen, sie will wissen, wer Der
ist, der sie erleuchtet, sie will den Weg kennen, der sie ans Ziel ihrer Bestimmung führt.
42. Wohl denen, die die Ketten der Sklaverei zerbrechen, die sie
an die Welt binden, um bei Mir zu sein. Wohl denen, die die
Schwächen für unnötige Dinge und die menschlichen
Leidenschaften besiegen, um im Verstand und im Herzen Reinheit
zu bewahren; denn Mein Wort wird als Same in fruchtbares Land fallen.
43. Glaubt nicht — weil ihr Mich in dieser Zeit gehört habt —
dass ihr die Vollkommenheit erreicht habt. Ihr müsst euch auf dem
Wege sehr anstrengen und Meine Lehren zur Tat werden lassen, um
durch eure Werke der Liebe jene Vollkommenheit zu erreichen.
44. Hier auf Erden wird euer Geist nicht seine größte Erhöhung
erreichen, weshalb Ich euch sage: Haltet dieses Leben nicht für das
einzige, und schaut auch nicht auf euren Körper, als ob er ewig
wäre. Wahrlich, Ich sage euch, diese Körpermaterie, die ihr so sehr
liebt, ist nur euer Kreuz.
45. Erfasst Mein Wort, erkennt, dass in seiner Schlichtheit Mein
Wesen liegt, welches Leben, Heilung und Frieden ist. Die Menschen
können wohl mit beredten Worten zu euch sprechen. Aber euch die
Lebensessenz zu geben, die Mein schlichtes Wort enthält — dies
werden sie niemals zu tun vermögen.
46. Heute höre Ich die Menschen von Gesetz, Gerechtigkeit,
Frieden, Gleichheit und Brüderlichkeit reden. Doch wahrlich, Ich
sage euch, wo keine Liebe ist, wird es weder Wahrheit, noch
Gerechtigkeit, und noch viel weniger Frieden geben können.
47. Wenn Ich zu euch von Liebe spreche, meine Ich das
göttliche Band, das alle Wesen vereint. Ich meine nicht die Liebe,
wie die Menschen sie verstehen. Wo es Selbstsucht und niedere
Leidenschaften gibt, gibt es keine wahre Liebe. Ich liebe sowohl
den, der Mich leugnet und verletzt, als auch den, der Mich erkennt
und Mich mit seinen Werken ehrt.
48. Wenn die einen glücklich sind, weil sie sich von Mir geliebt
wissen, und ihnen die andern gleichgültig sind, so bedeckt Mein
väterlicher Mantel weiterhin alle, weil die Liebe unwandelbar ist.
49. Niemand kann verhindern, dass Ich euch liebe, so wenig,
wie er verhindern kann, dass die Sonne euch ihr Licht sendet. Aber
vergesst nicht, dass Ich auch Richter bin und dass niemand Mein
Gericht verhindern oder vermeiden kann, so wie kein menschliches
Wesen von sich aus die Naturgewalten aufhalten kann, wenn sie entfesselt sind.
50. Wandelt in Meinem Gesetze, und ihr werdet begreifen, dass
Meine Gerechtigkeit unerbittlich ist. Erfüllt Meine Weisungen, und
ihr werdet selbst in den Stürmen des Lebens Frieden fühlen.
51. Die Menschheit ist gespalten, weil sie nicht durch ein
einziges Gesetz regiert wird. Jede Nation hat ihre eigenen Gesetze.
Jedes Volk richtet sich nach einer andern Lehre, und wenn ihr die
Heime betretet, (seht ihr, dass) auch alle Väter ihre Kinder in
unterschiedlicher Weise leiten.
52. Ich offenbarte dem Menschen die Gabe der Wissenschaft,
welche Licht ist. Doch der Mensch hat mit ihr Finsternis erzeugt
und Schmerz und Zerstörung verursacht.
53. Die Menschen meinen, sich auf dem Gipfel des
menschlichen Fortschritts zu befinden. Dazu frage Ich sie: Habt ihr
Frieden auf der Erde? Herrscht Brüderlichkeit unter den Menschen,
Moral und Tugend in den Heimen? Achtet ihr das Leben eurer
Mitmenschen? Nehmt ihr Rücksicht auf den Schwachen? —
Wahrlich, Ich sage euch, wenn diese Tugenden in euch vorhanden
wären, würdet ihr die höchsten Werte des menschlichen Lebens besitzen.
54. Unter den Menschen herrscht Verwirrung, weil ihr die, die
euch ins Verderben geführt haben, auf den Sockel gehoben habt.
Fragt daher nicht, warum Ich zu den Menschen gekommen bin, und
enthaltet euch des Urteils darüber, dass Ich Mich durch Sünder und
Unwissende kundtue; denn nicht alles, was ihr für unvollkommen haltet, ist es.
55. Der Mensch ist das Vollkommenste, das auf der Welt
existiert. In ihm besteht Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. Er hat in
sich die Dreieinigkeit, die ihr in eurem Gott findet: Geist, Seele und
Körper, drei Potenzen, die vereinigt ein vollkommenes Wesen bilden.
56. Der Körper könnte ohne Geist existieren, allein mittels des
beseelten körperlichen Lebens; aber er wäre dann kein menschliches
Wesen. Es würde Seele besitzen, aber ohne die Gewissensstimme
des Geistes sein, wodurch es sich dann nicht selbst führen könnte,
noch wäre es das höchste Wesen, welches das Gesetz durch den
Geist kennt, das Gute vom Bösen unterscheidet und jede göttliche
Offenbarung empfängt.
57. Dies ist das Licht der Dritten Zeit. Doch stellt den auf die
Probe, der sagt, dass es nicht Gott ist, der zu euch spricht, sondern
dieser Mensch hier. Wahrlich, Ich sage euch, solange Mein
göttlicher Strahl seinen Verstand nicht erleuchtet, werdet ihr ihm
keine Worte von geistigem Wert und von Wahrheit entlocken
können, selbst wenn ihr ihn mit dem Tode bedrohen würdet.
58. Es ist nichts Befremdliches, dass ebenso, wie der Geist sich
seines Körpers bedient, um zu sprechen und sich kundzutun, er sich
für eine kurze Zeitspanne von demselben loslöst, um zu ermöglichen,
dass sich an seiner Stelle der Vater aller Geister kundgibt: Gott.
59. Ich komme zu euch, da ihr nicht zu Mir zu kommen
versteht, und Ich lehre, dass das wohlgefälligste Gebet, das zum
Vater gelangt, jenes ist, das in der Stille aus eurem Geiste
emporsteigt. Dies Gebet ist es, das Meinen Strahl anzieht, durch
welchen ihr Mich vernehmt. Es sind nicht die Gesänge und Worte,
die Meine Göttlichkeit erfreuen.
60. Mehr als die Tugendhaften suche Ich unter euch die
Bedürftigen, die Unwissenden, die Sünder, um euch Meine
Barmherzigkeit zu offenbaren und euch in Meine Jünger zu verwandeln.
61. In dieser Zeit muss Ich eure Seele und euren Körper von
allen Flecken befreien, damit ihr wahre Erhebung erlangt.
62. Ich höre sowohl den, der sich in reiner Form zu erheben
versteht, um Mich anzurufen, als auch den, der Mich in seiner
Unwissenheit durch den unvollkommensten Kult sucht. Sie alle
bedecke Ich mit Meinem Mantel der Liebe.
63. Ihr, die ihr Mich in dieser Zeit hört, sollt nicht glauben, dass
ihr euch auf dem Gipfel der Vergeistigung befindet, denn noch fehlt
euch viel, um zu jenem Entwicklungsgrade zu gelangen. Glaubt
auch nicht, dass ihr kleine Kinder oder Anfänger in Meinem Gesetze
seid; denn wenn ihr auch die ersten Schritte in dieser Dritten Zeit
tut, so wart ihr bereits in vergangenen Zeiten ebenfalls Jünger des Herrn.
Als euer Geist Mich in dieser Zeit vernahm, erbebte er, und
danach, als er Mein Wort studierte, begriff er allmählich die
Verehrung, die der Vater von Seinen Kinder erwartet.
64. Wenn ihr, obwohl ihr Mir nachfolgt, auf diesem Wege nicht
frei von Prüfungen seid, so einfach deshalb, weil ihr noch nicht zur
Wohnung des Vaters gelangt seid, wo Er euch erwartet, um euch den
wahren Frieden und das vollkommene Glück empfinden zu lassen.
65. Jetzt sage Ich euch: Werdet nicht müde, weicht nicht vor den
Dornen und Hindernissen zurück. Betet, und ihr werdet Mich nahe
fühlen und werdet feststellen, dass Ich der gute Gefährte auf eurer Reise bin.
66. Verzweifelt nicht und seid auch nicht wie die Materialisten,
die nur das sehen, was ihnen das materielle Leben darbietet.
67. Jeder, der in die Irre gegangen ist, muss die Wege
zurückgehen und zum Ausgangspunkt zurückkehren, um den
Frieden der Seele zu finden.
68. Es ist notwendig, dass ihr begreift, wofür Ich euch in der
Dritten Zeit berufen habe, dass ihr eure Verantwortung und eure
Aufgabe kennt. Denn ihr werdet nicht nur für euch verantwortlich
sein, sondern auch für die Zahl der euch Anbefohlenen.
69. Warum fürchtet ihr euch? Bedeutet das "Liebet einander"
etwa ein Opfer? Seht ihr nicht, wie eure Brüder in den (andern)
Nationen weinen?
70. Der Krieg hat über viele Völker der Erde seinen Mantel
gebreitet, und dies wird bewirken, dass auch Hunger, Seuche und
Tod entfesselt werden.
71. Lasset ihr die Türe nicht für den Krieg offenstehen; denn er
wird dann wie ein Dieb eindringen und euch überraschen. Wachet und betet!
72. Das Unkraut wird mit der Wurzel aus den Herzen der
Menschen ausgerissen werden, und der gute Same wird erhalten
bleiben, um mit ihm eine neue Menschheit zu bilden.
73. Viele Männer und Frauen beginnen sich wegen des so
großen Schmerzes und der großen Zerstörung nach Meinem Gesetz,
nach Meinem Wort und Meinem Frieden zu sehnen. Doch sie wissen
nicht, wohin sie ihre Schritte lenken sollen, um Mich zu finden.
Würde es euch nicht Freude machen, in jenen Augenblicken zu
ihnen zu kommen und ihnen sagen zu können: "Dies ist der Weg,
dort ist der Göttliche Meister."
74. Erkennt, wie ihr jede Seite der Unterweisung, die Ich euch
gebe, begrabt, ohne den Zweck zu begreifen, den sie hat.
75. Ich bin das Buch, das Wort und das Licht. Könnt ihr Mich
etwa verleugnen, indem ihr die Wahrheit verbergt?
76. Ich segne euch, weil ihr euer Herz als ein Heiligtum
zubereitet habt. Die Felder, die eure Herzen sind, haben ihr Innerstes
geöffnet, um den Tau Meiner Gnade zu empfangen, welcher den
Samen Meines Wortes zum Keimen bringen wird.
77. An Meinem Tische ist niemand besser als ein anderer
bedient worden, niemand ist bevorzugt oder erniedrigt worden. Die
Menschen sind es, die Mich in unterschiedlicher Weise lieben: die
einen mit Inbrunst, mit Beharrlichkeit und mit Glauben, die andern
mit Kälte, mit Ablehnung und mit Unbeständigkeit. Wenn alle
Menschen, die den Frieden suchen, ihn in Mir finden, werden sie
begreifen, dass das Wort Christi und Seine Verheißungen ewiges
Leben haben und dass jeder, der Mich in dieser Zeit findet, sich nie
mehr von Mir trennen wird, weil der in dieser Zeit inkarnierte Geist
eine hohe Entwicklung erreicht hat, welche Erfahrung und Licht ist.
78. Ich lasse euch als Fackeln unter der Menschheit zurück.
Durch eure Werke soll sich in vielen Herzen der Glaube entzünden.
Achtet auf eure Handlungen, Worte und selbst auf eure Gedanken!
79. Niemals soll eure linke Hand wissen, was die rechte tut,
dann wird die Saat eurer Liebe überreich und fruchtbringend sein.
80. Was habt ihr mit der Unterweisung des Meisters angefangen?
Noch immer sehe Ich nicht eure Erneuerung. Doch wartet
nicht, bis Meine Gerechtigkeit eure Welt heimsucht, um euch zu
veranlassen, für den Frieden zu arbeiten.
81. Weil ihr im voraus fühlt, dass euch vergeben wird, dürft ihr
mit dieser Vergebung keinen Missbrauch treiben.
82. Die zwei vergangenen Zeitabschnitte (die Erste und Zweite
Zeit) verstrichen, ohne dass euer Geist seine Bestimmung in Treue
erfüllte. Heute hat sich eine neue Gelegenheit vor ihm aufgetan,
damit er durch seine Verdienste die Erde mit Frieden überflutet und
das Elend und der Schmerz aus ihr entweicht. Es ist die
Gelegenheit, bei der ihr euer Vorbild dem Herzen eurer Brüder
einprägen könnt, damit sie sich vom Laster, vom Schlechten trennen
und durch die Erneuerung die Gesundheit der Seele und des Körpers zurückgewinnen.
83. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr in dieser Zeit an die
Erfüllung eurer Aufgabe herangeht, ohne zu wachen* und zu beten,
werdet ihr erleben, wie die Erdoberfläche mit Leichen bedeckt wird.
* Dieser biblische Ausdruck hat nicht nur die Bedeutung einer
geistigen Wachsamkeit, sondern vor allem der Fürbitte für andere, für
die Welt, und des sich für sie verantwortlich Fühlens.
84. Begreife, Volk, dass du niemals zur Erde entsandt wurdest,
damit du gleichgültig bist gegenüber dem, was in der Menschheit geschieht.
85. Wachet und betet, erwartet nicht, dass dieses Jahr
Annehmlichkeiten für euch bringt. Es sind Zeiten des Kampfes, der
Besserung und Besinnung.
86. Entäußert euch nicht Meiner Gaben, denn ihr würdet dann
wie Parias auf der Erde sein.
87. Betet für den Frieden der Nationen. Ich habe durch das
Gewissen zu den Menschen gesprochen, zu denen, die diese Völker
regieren, und habe gesehen, dass ihr Herz widerspenstig ist, dass sie
aus ihm nicht ihren Hass und ihren Ehrgeiz vertreiben.
88. Wacht über euren Glauben, über euren Eifer, Meine
Wahrheit zu bezeugen, und kümmert euch nicht um die Prüfungen,
die euch eure Brüder verursachen, weil ihr Mich liebt. Denn Mein
Werk, Meine Lehre und Mein Gesetz sind unzerstörbar, sind
unbefleckt. Ich sage euch dies, denn ihr werdet verfolgt werden,
weil ihr Meine Jünger seid. Das Übelwollen und die Falschheit
werden euch nachstellen. Aber deshalb sollt ihr euch nicht in den
Katakomben verbergen, um zu beten und Mir zu dienen suchen.
Diese Zeiten sind vorbei.
89. Ich habe euren Geist befreit, und niemand wird ihn in seiner
Entwicklung aufhalten können.
90. Meine ausführliche Unterrichtung in dieser Dritten Zeit wird
euch alle auf eine höhere Entwicklungsstufe erheben, von wo aus ihr
euren Alleinigen Gott schauen werdet. Dann wird Friede in eurer
Seele sein, und dieser Friede wird der Wonne ähnlich sein, die euch
zuteil wird, wenn ihr einst nach der Eroberung des Verheißenen
Landes und nachdem ihr euch von den ewigen Speisen genährt habt,
die Seligkeit erlebt, zu lieben und von eurem Himmlischen Vater
geliebt zu werden.
Mein Friede sei mit euch!

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