BWL - Band III - Unterweisung 70


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 70:
1. Ich bin die Schatztruhe der Weisheit, welche die Menschheit
bis heute nicht zu ergründen wusste. Ich habe euch den Schlüssel
zur Vergeistigung gegeben, damit ihr die Truhe mit ihm öffnet und
erkennen könnt, was Ich für euch bereithalte.
2. Wenn irgendeines Meiner Kinder sich für unwürdig hält oder
sich unfähig fühlt, die Türen zu Meiner Liebe zu öffnen, so sage Ich
euch in Wahrheit, dass alle Meine Kinder Meiner Liebe würdig sind.
Ihr alle besitzt den Schlüssel, um diese Tür zu öffnen. Verliert ihn
nicht, damit ihr nicht dem Stamme Juda nachfolgt, der in diesem
Leben umherirrt und ruhelos auf der Erde umherzieht.
3. Ich will euch weder als Reiche noch als Bettler sehen,
sondern als Pilger, in deren Proviantbeutel nie der Unterhalt für sie
selbst und für den Hungernden fehlt, dem sie auf ihrem Wege
begegnen.
4. Ich will, dass ihr die Wege kennt, dass ihr die verschiedenen
"Bäume" zu unterscheiden versteht, und dass ihr in jedem Wanderer,
dem ihr begegnet, euren eigenen Bruder erkennt, damit, wenn sie
euch fragen: "Wohin geht ihr?", ihr aufrichtig und bestimmt
antwortet und immer Meine Wahrheit sagt.
5. Auf diese Weise werdet ihr wie der Wanderer sein, der auf
das Morgen vertraut, der frei von Sorgen für sich selbst dahinschreitet
und an die andern denken kann; denn Ich lehre euch, den
Schmerz eurer Nächsten zu fühlen und ihn mit einem Tropfen
Balsam zu lindern, den Ich euch gewähre, damit ihr mit ihm euren
Brüdern beisteht.
6. Wie sehr musste Ich eure Seele zu allen Zeiten läutern!
Glaubt ihr, dass Ich euch befleckt sein ließe, sodass ihr in diesem
Zustande daranginget, Meine Lehre zu predigen?
7. Ich rüste euch zu, damit ihr unter den Menschen das Starke
Israel seid.
8. Beim Hören Meines Wortes ist euer Geist erbebt, da er sich
erinnerte, dass er diese Stimme schon früher einmal vernahm, und er
fragt sich: Wo war das? Und Ich sage euch: es war in der Wüste, auf
den Bergen und an den Ufern der Flüsse Judäas, aus dem Munde
Jesu von Nazareth, an dem ihr gezweifelt habt, obwohl ihr
erkanntet, dass in Seinem Worte eine göttliche Kraft, eine Liebe und
eine Macht war, die euch Leben, Gesundheit und Frieden gab.
9. Ihr seid in dieser Zeit wiederauferstanden, und euer Geist hat
Meine Unterweisung nochmals vernommen, euer Herz ist erbebt
beim Klang dieser Stimme, die es bereits kennt. Mein Wort ist
einfach und demütig; doch betrachtet nicht nur die Farbe der Frucht,
esst sie, damit ihr in ihrem Innern ihren Samen entdeckt. Dieser
Same wird es sein, den ihr morgen anbaut. Wenn ihr ihn gut pflegt,
wird er euch gute Früchte tragen. Dann werdet ihr erkennen, dass
der Baum, von dem er stammte, die Liebe eures Vaters in sich trug.
10. Erwerbt Verdienste, damit ihr zu dem Orte gelangt, der euch
zukommt, welcher sich nicht auf den Thronen oder in den Palästen
der Erde befindet, noch bei den Herrlichkeiten der Welt ist, bei der
Schmeichelei oder den irdischen Ehrungen. Euer Platz hier auf
Erden ist im Kampfe für den Frieden und das Gute, und im Jenseits
wird er bei Meiner Liebe sein.
11. Dies hier ist nicht das Land der Verheißung, ihr kennt diese
eurem Geiste verheißene Heimstatt noch nicht, auch lebt in eurem
Geiste wegen eurer Erdgebundenheit kein brennendes Verlangen,
dahin zu gelangen.
12. Allen Menschen der verschiedenen Glaubensbekenntnisse
und Religionen sage Ich, dass sie die materiellen Reichtümer nicht
auf ihren Platz zu verweisen verstanden, um dann diejenigen des
Geistes auf den Platz zu stellen, der ihnen zusteht. Wenn die
Menschen Meine Gesetze erfüllten, würden sie schon von hier aus
den Abglanz des Verheißenen Landes schauen und den Klang der
Stimmen ihrer Bewohner vernehmen.
13. Ihr behauptet, an Mein Dasein zu glauben und Glauben an
Meine Göttlichkeit zu haben; auch sagt ihr, dass Mein Wille
geschehe. Doch wahrlich, Ich sage euch: Wie gering ist euer Glaube
und eure Ergebenheit in das, was Ich verfüge! Aber Ich erwecke in
euch den wahren Glauben, damit ihr stark seid auf dem Wege, den
Ich für euch gebahnt habe.
14. Arbeitet an euch, wartet nicht, bis der Tod euch unvorbereitet
überrascht. Was habt ihr für den Zeitpunkt vorbereitet, da
ihr zum Geistigen Leben zurückkehrt? Wollt ihr überrascht werden,
während ihr noch mit Ketten an die Materie, an die Leidenschaften
und die irdischen Besitztümer gebunden seid? Wollt ihr mit
geschlossenen Augen in das Jenseits eingehen, ohne den Weg zu
finden, und dabei die Müdigkeit dieses Lebens in die Seele geprägt
mitnehmen? Bereitet euch zu, Jünger, dann werdet ihr das Kommen
des körperlichen Todes nicht fürchten.
15. Seufzt nicht, weil ihr dies Erdental verlassen müsst, denn
auch wenn ihr erkennt, dass in ihm Wunder und Herrlichkeiten
existieren, sage Ich euch in Wahrheit, dass diese nur ein Abglanz der
Schönheiten des Geistigen Lebens sind.
16. Wenn ihr nicht erwacht — was werdet ihr tun, wenn ihr
euch am Anfang eines neuen Weges befindet, der von einem Lichte
erhellt ist, das euch unbekannt erscheint?
17. Scheidet von dieser Welt ohne Tränen, ohne im Herzen
eurer Angehörigen Schmerz zurückzulassen. Löst euch, wenn der
Augenblick gekommen ist, und lasst auf dem Antlitz eures Körpers
ein Lächeln des Friedens zurück, das von der Befreiung eurer Seele
spricht.
18. Der Tod eures Körpers trennt euch nicht von den Wesen, die
euch anvertraut waren, noch entbindet er euch von der geistigen
Verantwortung, die ihr für jene habt, die eure Eltern, Geschwister
oder Kinder waren.
19. Begreift, dass für die Liebe, für die Pflicht, für die Empfindungen,
mit einem Wort: für die Seele der Tod nicht existiert.
20. Ich habe zu denen gesprochen, die sich für tot hielten, und
sie haben zu Mir gesagt: "Wer hat zu mir gesprochen?" Ich habe sie
berührt, und sie haben Mich gefragt: "Wer hat mich berührt?" Und
sie haben eine Stimme gehört, die ihnen sagte: "Ich bin Jener, der
Lazarus auferweckte, derselbe, der von den Toten auferstand, um
euch geistiges Leben zu geben."
21. Meine Lehre kann euch niemals zum Fanatismus verleiten,
noch prägt sie euch abergläubische oder abgöttische Vorstellungen
ein; im Gegenteil, sie befreit euren Geist von den Ketten, welche die
Menschheit ihm angelegt hat. Mein Weg ist schmal, aber wer auf
ihm wandelt, besitzt und genießt wahre Freiheit.
22. Ich will euch nicht versklaven mit Meiner Unterweisung,
denn in ihr gibt es keine Dogmen, Verurteilungen oder Verdammungen.
Ich will, dass ihr aus Liebe, durch Verdienste, aus
Glauben, aus Überzeugung zu Mir kommt.
23. Ich habe euch erlaubt, Glaubensbekenntnisse, Sekten und
Lehrsysteme kennenzulernen, damit ihr, die Frucht verschiedener
Bäume kostend, den Geschmack der Frucht, die Ich euch anbiete, zu
beurteilen verstündet. Doch Ich frage euch: Werdet ihr noch dazu
fähig sein, die Geistlichen und Priester zu fragen, ob es wahr ist,
dass Ich Mich mittels des menschlichen Verstandesorgans kundtue?
Wozu fragt ihr jene, die Mein Versprechen, wiederzukommen,
vergaßen, und die sich nicht einmal vorbereiten, um Mich zu
empfangen? Wahrlich, Ich sage euch, selbst der Ungebildetste von
euch wird selbst feststellen, dass Ich Der bin, als der Ich zu euch
spreche. Wenn Mein Wort euren Geist erbeben lässt, wenn er
erwacht und zutiefst bewegt ist, wird euch dies beweisen, dass Ich
bei euch bin; denn Ich bin der einzige, der Macht über den Geist hat.
24. Menschenwort kann euer Herz erzittern lassen, oder eure
Gefühle und euren Intellekt beeindrucken. Aber wenn es etwas gibt,
das bewirkt hat, dass ihr über eure Gefühle, euer Herz und euren
Intellekt hinaus tief bewegt werdet, so ist dieses Etwas die Stimme
eures Herrn gewesen.
25. Ich sage euch, dass der, der beim Hören dieses Wortes nicht
zutiefst bewegt wurde, Meine Gegenwart zwar leugnen kann; doch
es bleibt in seinem Geiste eingeprägt, und der Zeitpunkt wird
kommen, an dem er sagt: Jene Stimme, die Ich vernahm, war die
des Herrn.
26. Um euch zu helfen, euer Kreuz weiterhin zu tragen, teile Ich
das Manna aus, das eure Seele nährt, bereite Ich eure Herzen zu und
mache euch zu Meinen Dienern.
27. Die Zeiten haben sich geändert, Ich mache euch nun frei
von jedem Fanatismus und jeder Abgötterei, damit ihr Mir nur eure
Vergeistigung darbringt.
28. Ich lasse den Ruf an Meine Auserwählten in verschiedenen
Gegenden ergehen und suche sie auf ihren unterschiedlichen
Lebenswegen aus, damit sie alle den geistigen Sinn Meines Wortes
aufnehmen und zu dem klaren und wahren Verständnis Meiner
Lehre gelangen und dieselbe in ihren Liebeswerken unter ihren
Brüdern ausüben.
29. Obschon ihr derzeit noch kleine Kinder seid, werdet ihr
morgen Jünger sein und den Jüngern der Zweiten Zeit nacheifern,
und so, wie sie sich aufmachten und von der Wahrheit Zeugnis
ablegten, von Meinen Wundertaten und von Meiner Liebe, so müsst
ihr euch morgen aufmachen, um Meine Wahrheit zu bezeugen.
30. Ich habe euch die Tugenden offenbart, die ihr ausüben sollt,
und mit den Gaben, die euer Geist vom Beginn eurer Erschaffung an
besitzt, sollt ihr euch unter den Menschen zu erkennen geben. Ich
bilde nun Meine neuen Arbeiter aus, die morgen diesen Samen auf
der ganzen Welt aussäen werden. Nach und nach kommen große
Menschenscharen zu Meinem Werk, angezogen vom Lichte des
Heiligen Geistes, der in dieser Dritten Zeit seine Strahlen unter alle
Menschen sendet.
31. Ich bin "auf der Wolke" gekommen, um zur Menschheit zu
sprechen, welche — weil sie in ihrer Verderbtheit verstockt ist —
weder Meine Schritte noch Meine Gegenwart gespürt hat, und auch
Meine Verbindung mit euch über das menschliche Verstandesorgan
nicht bemerkt hat. Ich werde unermüdlich sein, um sie aus ihrer
Lethargie wachzurütteln, und ihr werdet erleben, dass die Menschen
nach und nach von verschiedenen Wegen herbeikommen werden,
um sich mit euch zu vereinigen. Viele werden sich zum
Spiritualismus bekehren, denn Ich beseitige nun den Fanatismus und
die Abgötterei, den Stillstand und die Verwirrung der Menschheit.
32. Dies ist die Dritte Offenbarung, welche von Mir und den
Propheten angekündigt wurde. Dies ist die Zeit, in der das Licht des
Sechsten Leuchters die Menschheit erleuchtet. Es ist die verheißene
Zeit, in der Ich in strahlendem Lichte kommen sollte, Mein Wort zu
erfüllen. Ich bin gekommen, um euch das gleiche geistige und
göttliche Gesetz wie zu allen Zeiten bekannt zu machen.
33. Gesegnetes Volk Israel: Zu allen Zeiten habe Ich euch aus
der Knechtschaft Pharaos errettet, und Ich sage euch: Wenn ihr nicht
weiterhin Sklaven sein wollt, so kommt zu Mir, denn Ich werde
euch die Kraft und die Vollmacht geben, eure Ketten zu zerreißen.
Wollt ihr auf der Himmelsleiter emporsteigen, die für eure Seele
bereitsteht? Dann seid beharrlich, studiert und ergründet Mein Wort,
damit ihr es schließlich in seinem Wesenskern und in seiner
Geistigkeit begreifen könnt, damit ihr auf diesem Wege Verdienste
erwerbt, die euch zu Mir führen werden.
34. Jemand sagt Mir: "Vater, ich will Dein Arbeiter sein, ich
will Dir dienen, ich will, dass mein Geist Deinem Geiste nahe ist,
aber ich weiß nicht, was ich tun soll, um Deine Vergebung zu
verdienen." Und Ich antworte jenem Herzen, das sich auf diese
Weise an seinen Vater wendet: Erneuere dich, gebe nach und nach
deine alten Gewohnheiten auf, deine Erdgebundenheit, damit du
Mich verstehen lernst und deine Aufgabe erkennst. Doch jeder, der
die Erneuerung begehrt, muss durch viele Prüfungen gehen, weil die
Versuchung euch nachstellt, und wenn sie sieht, dass ihr eure Seele
von den falschen Wegen abwendet, muss sie euch einen furchtbaren
Kampf auferlegen, um euch von euren Vorsätzen abzubringen, und
wenn ihr euch schwach zeigt, wird sie jene Schwachheit ausnützen
und versuchen, euch dazu zu bringen, dass ihr zu euren alten
Gewohnheiten zurückkehrt; doch es ist nicht Mein Wille, dass ihr
euch von ihr überwinden lasst. Ich will, dass eure Schritte immer
vorwärts gehen, dass euer Glaube fest ist, und euer Vorsatz, euch zu
vergeistigen, wahrhaftig ist, gegründet auf das, was ihr gelernt habt.
35. So ihr Israel seid, ist es gerecht, dass ihr lernt, Mich zu
lieben und Mir von Geist zu Geist Verehrung darzubringen, dass die
Äußerlichkeiten eurer Gottesverehrung immer geringer werden, bis
ihr zur Vergeistigung gelangt. Mein Geist wird euch mit der Zeit von
jeder schlechten Auslegung Meines Werkes frei machen. — Der
Mensch hat Meine Unterweisungen, Meine Lehrsätze, Meine
Prophetien falsch ausgelegt, und es ist Mein Wille, dass Mein Volk
Israel mit den Geistesgaben und Wundertaten in Erscheinung tritt,
die es durch seine Vergeistigung erlangt.
36. Ich werde euch den Menschen als Meine Diener vorstellen,
als die Trinitarisch-Marianischen Spiritualisten der Dritten Zeit —
Spiritualisten, weil ihr mehr Geist als Materie sein sollt;
Trinitarisch, weil ihr in drei Zeiten Meine Offenbarung empfangen
habt; Marianisch, weil ihr Maria, eure universelle Mutter, liebt,
welche über euch gewacht hat, damit ihr nicht auf dem Lebensweg
verzagt.
37. Diese Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan
wird zu Ende gehen, aber danach müsst ihr Mich von Geist zu Geist
suchen, um Meine Weisungen zu empfangen. Darum fordere Ich von
euch Erneuerung, damit ihr diese Vergeistigung erreicht. Ich werde
euch weiterhin lehren, euch mit Meinem Geiste zu verbinden, und
ihr werdet neubelebt sein, wenn ihr diese Form der Zwiesprache
erlangt habt, die eines jeden würdig ist, der sich Trinitarisch-
Marianischer Spiritualist nennt.
38. Seid tapfer und verteidigt euch in allen Prüfungen durch
euer Gebet. Meine geistigen Wohltaten werden sich auch fernerhin
auf euch ergießen um eurer Beharrlichkeit und Bereitschaft zum
Kampfe willen. Ihr werdet nicht allein sein, Meine Geistige Welt
wird da sein, um euch Schutz zu geben, euch zu führen und euch in
eurem Kampfe beizustehen.
39. Ich bin das Licht, das euch einlädt, eure Lampe bei Mir zu
entzünden, damit ihr euren Geist erhellt und in ihm Meine
Gegenwart entdeckt. Von dem Tage an, an dem ihr in euch selbst
einzudringen versteht, wird es leicht für euch sein, das Herz eurer
Brüder zu erreichen.
40. Bei Meinem Worte weinen die "Ersten" und freuen sich die
"Letzten". — Warum? — Weil die "Ersten" immer müder werden
und immer mehr Wunden mit sich herumtragen, obwohl Ich euch
sagen muss, dass sie es sind, die ihr Kreuz schwer und den Kelch
bitter machen, den sie bei ihrer Sühneleistung trinken. Denn Ich
habe ihnen auf ihrem Wege immer Meinen Beistand gegeben, damit
der Lebensweg erträglich ist und ihre Schritte fest sind.
41. Mein Beistand hat euch nicht einen einzigen Augenblick
gefehlt, Mein Wort hat nicht aufgehört, sich kundzutun. Nie habe
Ich euch in euren Prüfungen allein gelassen; selbst zu eurem
Krankenlager ist Meine Geistige Welt herabgekommen, wenn der
Schmerz euch niedergedrückt hat, und ihre Hilfe und ihr Rat hat
euch nicht gefehlt, damit ihr den Bedürftigen beisteht, die Tag für
Tag an eure Türen kommen. Die Gaben der Intuition, der Inspiration
und des geistigen Schauens sind in eurem Wesen erwacht und haben
euren Weg erhellt. Ich war bei euch in eurem menschlichen
Alltagsleben, es hat euch nicht am täglichen Brot auf eurem Tisch
gemangelt. Doch nachdem Ich euch so viele Beweise Meiner Liebe
gegeben und eurer Nation den Frieden erhalten habe, während die
Welt in einen Scheiterhaufen des Hasses und der Leidenschaften
verwandelt ist — da beklagt ihr euch noch immer über die Last
eures Kreuzes? O Jünger der Dritten Zeit, vergesst nicht, dass das
Kreuz, das die Welt einst Mir auferlegte, aus Finsternis,
Undankbarkeit, Spott und Verachtung bestand, und Ich nahm es an,
denn es waren Meine Kinder, die es Mir auferlegten! Betrachtet
dagegen das Kreuz, das Ich euch anvertraut habe: Wie trostvoll und
leicht ist es, wenn ihr es mit Liebe zu tragen versteht!
42. Es ist notwendig, dass ihr euren Ursprung und das Ziel
kennt, zu dem euch eure Schritte lenken, damit ihr eure Bestimmung
mit Liebe annehmt und euer Kreuz umarmt, bis ihr an
ihm sterbt, wie es Christus, euer Meister, tat.
43. Ich bin in dieser Zeit gekommen, um zu euch über euren
Ursprung, eure Aufgabe und das Ziel zu sprechen, das euch in der
Ewigkeit des Geistes erwartet. Wer Mein Wort nicht verstanden hat
und sich schwach fühlt, nachdem er Meine Unterweisungen gehört
hat, hat seinen Geist nicht genährt und gestärkt, hat immer nach den
Gütern verlangt, die der Welt angehören, die niemals wesentlich
sind in eurem Leben und euch obendrein gewährt werden. Warum
lasst ihr euch durch die Welt versuchen? Ihr müsst lernen, euch über
die irdischen Wechselfälle hinwegzusetzen, denn in vielen Fällen
sind es nur Kleinigkeiten, Armseligkeiten, denen ihr allzu viel
Bedeutung beimesst. Wenn ihr euch so, wie ihr euch um das
Materielle bemüht, um die Güter des Geistes sorgtet, würde euch
nichts mangeln, und eure Entwicklung wäre groß.
44. Vergesst eure Vergangenheit, vermeidet alle Fehler, die euch
lange Zeit begleitet haben, dann werdet ihr in eurem Wesen
allmählich einen absoluten Wandel erleben, denn ihr habt dann
euren Aufstieg zur Vergeistigung begonnen.
45. Begreift, dass Ich euch einen würdigen Platz anbiete,
sowohl hier auf der Erde, solange ihr auf ihr lebt, als auch im
Jenseits, wenn ihr einmal im Geistigen Reiche wohnt.
46. Auf was wartet ihr, um den entscheidenden Schritt zu tun?
Bittet, bittet, damit euch gegeben wird.
47. Nehmt Meinen Samen der Liebe in euer Herz auf und
beginnt ihn zu pflegen, ohne ihn jemals zu vernachlässigen, dann
wird er euch bald Früchte tragen, die euch auf eurer Wanderschaft
als Nahrung dienen werden.
48. Sprecht miteinander und nehmt dabei Mein Wort als
Gesprächsthema, aber habt immer den Vorsatz, euch gegenseitig zu
unterweisen. Dieser Austausch der Anschauungen und Erkenntnisse
wird vorteilhaft für euch sein und eure Seele erheben. Ich
verspreche euch, in jenen Augenblicken geistiger Gespräche
gegenwärtig zu sein, um euch zu inspirieren und euch immer zum
Verstehen und zum Lichte zu führen; doch verwandelt das, was
geistige Gemeinschaft sein soll, niemals in eine gewöhnliche
Diskussion, denn dann wird Meine Gegenwart nicht bei euch sein.
49. Ich will zu denen sprechen, die bisher Meinen Heilbalsam
nicht auf ihrem Körper gefühlt haben, und in deren Herz auch nicht
Mein Friede eingezogen ist.
50. Wahrlich, Ich sage euch, Ich habe Meinen Balsam auf euch
ausgegossen, doch ihr wart nicht zubereitet, ihn aufzunehmen.
Einige haben ihn durch ihre Lästerungen zurückgewiesen, andere
durch ihren Mangel an Glauben.
51. Ich sage euch, eure Fehler sind vergeben, aber ihr müsst
lernen, durch Verdienste ein Anrecht auf alle Gnaden oder
Wohltaten zu erwerben, die ihr von eurem Vater erfleht. Denn wenn
Ich sie euch gäbe, ohne dass ihr eurerseits etwas dafür tut, würde
euer Geist keine Fortschritte machen. Was könntet ihr morgen jene
lehren, die leiden? Welche Erfahrung hättet ihr aus euren Prüfungen
gesammelt? Betrachtet die Kranken, die von Mir ein Wunder
empfangen haben, und ihr werdet entdecken, dass jeder einzelne
Verdienste erwarb, um eine Belohnung zu erhalten. Bei einigen
triumphierte der Glaube, bei andern kam es zur Erneuerung; andere
fühlten wahre Reue, wieder andere haben sich in ihren Schwachheiten
oder in ihrem Stolz gezüchtigt.
52. Mit welcher Genugtuung richtet sich der Geist empor,
nachdem er eine Schlacht geschlagen und siegreich aus ihr
hervorgegangen ist! Welche Befriedigung könnten wohl jene
erleben, die ohne irgendein Verdienst von ihrem Vater eine Wohltat
empfingen? Jene wüssten das, was sie empfingen, nicht zu schätzen,
noch verstünden sie es zu bewahren, da es sie keine Anstrengung
oder Opfer kostete, es zu erhalten. Aber der, der nach einem großen
Kampfe den Frieden errungen hat, setzt sich nicht der Gefahr aus,
ihn zu verlieren; er hütet ihn und wacht über ihm. Wer aufgrund von
Entsagungen und Opfern die Gesundheit zurückgewinnt, bringt sie
nicht wieder in Gefahr, weil er weiß, was es ihn kostete, sie zu
erlangen.
53. Ängstigt euch nicht, die ihr Mir eure Erschöpfung und eure
kraftlose Seele vor Augen führt, Ich verlange nichts Unmögliches
von euch. — Höret: An diesem Tage bitte Ich euch nur um eure
Aufmerksamkeit, und dass ihr Mein Wort in euer Herz gelangen
lasst, denn es soll eure schlummernden Gefühle wecken und euren
Geist erleuchten, damit der Glaube und die Hoffnung in euren
Herzen wie eine Flamme entbrennen. Dies ist notwendig, damit ihr
den Weg ebnet, und das Wunder, das ihr von Mir erwartet, in
Erfüllung geht.
54. Seid euch bewusst, dass ihr nicht mehr in den Zeiten lebt, in
denen der Vater euch alles ohne euer Zutun schenkte, weil eurem
Geiste Entwicklung, Erfahrung, Erkenntnis fehlte; dass ihr jetzt
vieles von eurer Seite daransetzen müsst, um das zu erlangen, was
ihr ersehnt oder benötigt.
55. Verzweifelt ihr, weil Ich so zu euch spreche? Lasst ihr, die
ihr krank seid, den Mut sinken? Ich gewähre in diesem Augenblick
Meinen Heilbalsam allen, die im Begriffe sind, das Kreuz der
Erneuerung, der Besserung, des moralischen und seelischen
Wiederaufbaus zu umfassen. Auch gebe Ich einigen die Gesundheit,
die Meine Wohltat bald vergessen werden; denn sie werden sich
nicht einmal bewusst machen, warum ihr Meister sie geheilt hat.
Doch Ich habe im voraus in ihre Seele den Samen gelegt, welcher
aus der Unterweisung dieses Tages hervorging, und zu gegebener
Zeit werden sie Mir Rechenschaft ablegen müssen.
56. Der Schmerz der einen und der andern gelangt zu Mir, für
alle hat Meine Liebe einen Tropfen göttlichen Balsams.
57. Fühlt Mich euch nahe, werdet gesund und erhebt euch zum
Leben, damit ihr von Meiner Wahrheit Zeugnis ablegt.
58. Volk, die Propheten starben, aber von ihrer Botschaft blieb
eine unauslöschliche Schrift zurück. In Jesus wurden viele jener
Prophetien erfüllt, doch für die übrigen musste erst diese Zeit
kommen, damit sie ihre Erfüllung fänden.
59. Neunzehn Jahrhunderte sind vergangen, seit Ich euch Mein
letztes Wort am Kreuze gab, doch als Ich Meine Stimme abermals
unter den Menschen hören ließ, stellte Ich fest, dass sie, anstatt sich
zu lieben, einander hassen, sich nicht als Brüder erkennen und
einander sogar töten — so, wie es die Propheten voraussagten und
Jesus es ankündigte. Doch gerade in dieser Zeit, in der die Verderbtheit
eine große Entwicklung erreicht hat, ist ein Volk mit einer Saat
der Vergeistigung erstanden, das die Menschen mit prophetischer
Stimme erwecken soll, das durch seine Vollmacht über die
Naturgewalten und über die Krankheiten den Wissenschaftlern
Beweise der Gnade und Macht geben soll, und das durch sein
Eindringen in die Gaben des Geistes denen Beweise seiner Wahrheit
geben soll, welche Religion lehren. Auch das Erscheinen dieses
Volkes war bereits von den Propheten vorausgesagt.
60. Ich habe Mich über das Verstandesorgan dieser Stimmträger
kundgetan, um Meine göttliche Unterweisung in euer Herz zu
schreiben; doch sie haben in ihrer Rauheit Ähnlichkeit mit dem
Stein, in den Ich in der Ersten Zeit die Gebote des Gesetzes schrieb.
61. Wenn ihr einst über die Unterweisungen nachdenkt, die Ich
euch gegeben habe, über die Zeit, in der ihr lebt, und über die Art, in
der Ich Mich kundgab, werdet ihr feststellen, dass alles — sowohl
Meine Ankunft, als auch die Zeit, während der Meine Kundgebung
stattfand, und der Tag, an dem sie endete — von einer großen Zahl
von überraschenden und auffälligen Ereignissen und Geschehnissen
begleitet war, sowohl im menschlichen Leben, als auch im Geistigen
Reich. Dann wird man in all diesen Ereignissen die Zeichen
erkennen, die seit jenen Zeiten für Meine Wiederkunft angekündigt
sind.62. Die Wissenschaftler, die Religionen und die Theologen
werden in dieser Zeit nicht entdecken können, wie Meine
Gerechtigkeit wirkt; doch euch habe Ich es offenbart. — Jedes
Menschenherz ist ein lebender Beweis Meiner Gerechtigkeit und
Meiner Weisheit. Manchmal verbirgt sich im Herzen eines Elenden
die Seele dessen, der in einer andern Zeit eine Krone auf seinem
Haupte trug, oder in einem Gefängnis wird der gefangengehalten,
der in einem andern Leben ein Volk seiner Freiheit beraubte. Eure
ganze Existenz ist eine unendliche Lektion der Liebe, um die Seelen
zu vervollkommnen, damit sie als willige und gehorsame Kinder
zum Schoße ihres Vaters gelangen können. Aber solange diese
Finsternis, die nun die Menschheit einhüllt, sich verdichtet, werden
die Menschen, wenn die Angst sie in ihren Bann schlägt, schreien
müssen: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du uns verlassen?",
ohne zu merken, dass das Licht Meines Geistes bereit ist, in ihre
Herzen einzudringen, sobald sie zum Glauben auferstehen. Doch
diese Finsternis wird nicht ewig bestehen, nicht einmal allzu lange,
obwohl es den Menschen wegen der Heftigkeit ihres Schmerzes so
vorkommt, als ob sie eine Ewigkeit gedauert hätte. Allmählich wird
es licht in den Seelen werden, und diese werden voll Jubel ausrufen:
"Hosianna, hosianna, der Herr ist nun bei uns!"
63. Volk, betrachte all die Kämpfe dieser Menschheit, betrachte
die Menschenmassen, wie sie im Verlangen nach Mir in ihre
Gotteshäuser strömen! Ihr Herz hat eine unerklärliche Sehnsucht,
weil ihr Geist Meine Wiederkunft erwartet.
64. Erneuert euer Leben, reinigt euer Herz! Denn Ich sage euch,
in der geistigen Sphäre leben viele Lichtgeister, die nur auf eure
Zurüstung warten, um unter euch ins Fleisch zu kommen und der
Menschheit ihre Botschaft zu bringen. Sie sind die verheißenen und
angekündigten Generationen, sie werden eure Kinder und Nachkommen
sein. Darum sage Ich euch, dass ihr euren Kelch mit
Geduld trinken sollt, damit das Erbe, das ihr ihnen vermacht, rein
ist, und sie auch den Weg geebnet finden durch eure Liebe und
euren Glauben.
65. Werden diejenigen, die dies Wort vernommen haben, es
wohl verleugnen, wenn sie befragt werden? — Möge es nicht
geschehen, dass ihr hernach bitterlich weint! Bezeugt mit Worten,
mit Werken, mit Gedanken, mit Gebeten, mit eurem Schweigen;
dies ist eure Aufgabe.
66. Euer Herr sagt euch: Gesegnet seien, die den Willen des
Vaters tun, denn ob sie auch weinen werden, wenn sie Mein Wort
1950 zum letzten Mal hören, so werden sie Mich danach "in der
Wolke" gegenwärtig sehen, ohne dass diese jemals wieder ihrem
Blick entschwindet.
67. An vielen Orten eurer Nation habe Ich Gebetshäuser
bereitgestellt, damit ihr in ihnen Mein Wort vernehmt.
68. Mein Volk ist so bescheiden wie die Stätten, an denen Ich
Mich kundtue. Aber es ist Mein Wille, die Menschheit abermals
durch die von Herzen Bescheidenen und Demütigen in Erstaunen zu
setzen; durch sie werde Ich bekannt machen, dass dies die Zeit des
Lichtes und der Gnade ist.
69. Mein Ruf hat dies Volk zusammengeführt, das Ich unter
Meinem Schutze geduldig zubereitet habe, damit es würdig sei, das
Gesetz zu empfangen und es den Menschen als Botschaft der
Göttlichen Liebe zu bringen.
70. Ich sage euch, die Bekehrung eines Sünders übt einen
großen Einfluss auf das Herz der Menschen aus, weil sie ihnen als
Ansporn dient. Dies ist der Grund, weshalb Ich nicht Gerechte
gesucht habe, um Meine neue Apostelschar zu bilden, sondern
Sünder, um aus ihnen Meine Jünger zu machen und den Menschen
zu beweisen, dass sie vom Weg des Guten abgeirrt sind und dass es
ihnen möglich ist, zu ihm zurückzukehren, indem sie sich erneuern
und ändern.
71. Einen Gerechten sandte Ich euch zum Auftakt dieser
Zeitepoche, Roque Rojas, durch dessen Lippen Elias sprach, der
Wegbereiter. Er ebnete den Weg des Herrn, damit Ich Mich den
Menschen kundtäte und ihr Meine Stimme hören könntet. Seit dem
Zeitpunkt, da sie zum ersten Mal ertönte, habt ihr sie beständig
vernommen und Meine Kundgebung gehabt. Niemandem wurde
gesagt, er müsse sich verbergen, um Mich hören zu können, noch
dass er sich an einen bestimmten Ort zurückziehen müsse, um seine
Mission durchzuführen. Weder Katakomben noch verborgene Plätze
sind nötig gewesen, um euch mit Meinem Worte zu erfreuen und
eure Andachten abzuhalten. Hingegen habe Ich euch das Gesetz
gelehrt, das ihr nun leben sollt, das da lautet: "Liebet einander!"
72. Ich habe euch die Zeit gegeben, um eure Aufgabe
durchzuführen, und ein Ackerland ohne Grenzen, damit ihr auf ihm
sät. Ich habe euch keine bestimmten Orte oder eine bestimmte
Stunde angewiesen. Abermals sage Ich euch: "Gott ist Geist, und ihr
müsst Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."
Mein Friede sei mit euch!

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