BWL - Band II - Unterweisung 48


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 48:
1. Ihr Scharen, die ihr den Schatten des weitausladenden
Baumes aufsucht, wo ihr ausruhen könnt — hier vernehmt ihr Mein
Wort, das euch Trost und Kraft gibt, damit ihr in Ergebung den Weg
betrachten könnt, den ihr zurücklegen müsst.
2. Wenn ihr fühlt, dass euer Geist schwach wird, so bittet Elias
um seinen Stab, damit ihr auf ihn gestützt zur kristallklaren Quelle
des Vaters gelangen könnt, wo die Wasser Seiner Liebe und Weisheit
als Anreiz und zur Wonne der Wanderer überfließen.
3. Ich lehre euch, den wahren Tempel zu errichten; denn es gibt
viele, die Heiligtümer errichtet haben, ohne ihnen die Grundmauern
des Glaubens gegeben zu haben. Mein Tempel muss wie ein Baum
sein, dessen Äste sich liebevoll über das ganze Universum
ausbreiten, wo die Vögel in verschiedenen Weisen jubilieren und
beim Vereinen ihrer Stimmen ein harmonisches, liebliches und
vollkommenes Konzert bilden, das sie dem Schöpfer darbringen.
Dabei wird euer Geist aufwärts steigen, um seinen Herrn zu suchen
— als Vater, als Meister, als Arzt; doch niemals sollt ihr Ihn als
Richter suchen.
4. Der wahre Gott wird in wahrhaftiger Weise geliebt werden,
die falschen Gottheiten werden zerstört werden, und die unreinen
und unvollkommenen Kulte werden der Anbetung des Geistes
weichen, welche ein Liebeslied an den Vater sein wird.
5. Wahrlich, Ich sage euch, viel habe Ich in dieser Zeit zu euch
gesprochen, doch manchmal begreift ihr Mich nicht und ein
andermal lasst ihr Mich nur ins Leere reden. Dennoch wird das
Echo dieses himmlischen Wortes nicht verhallen und wird von den
Menschen im gesamten Universum vernommen werden.
6. Wenn das Geistige sich in materielle Dinge verwandelte,
würdet ihr euch in diesem Augenblick an einem Tisch von
ungeheuren Ausmaßen sitzen sehen, und vor jedem von euch würdet
ihr das Brot Meines Wortes erblicken, dargestellt durch erlesene
Speisen.
7. Diejenigen, die sich allmählich vergeistigen, sagen Mir, dass
sie Mein Wort nicht für die leckerste und verführerischste Speise
vertauschen würden. Jene, die ihren Materialismus noch nicht zu
besiegen vermochten, würden es vorziehen, dass ihr Vater, statt
ihnen geistige Gaben und Güter zu bringen, ihnen im Überfluss die
Reichtümer der Welt brächte.
8. Wie viele haben an Meinem Tische die Speisen stehen lassen,
die Ich ihnen mit soviel Liebe anbot, ohne sie auch nur angerührt zu
haben. Wann werden sie je wieder eine Gnadenzeit wie die
gegenwärtige erleben, in der ihnen beschieden war, auf die Erde zu
kommen, um Mein Wort zu vernehmen? — Sie sind harte Felsen,
welche Unwetter benötigen und Zeit brauchen, um mürbe zu
werden. Ihr Erbe wird ihnen vorenthalten werden, solange sie es
nicht zu hüten und zu schätzen wissen. Doch sie werden es wieder
besitzen, denn Ich habe euch gesagt, dass das, was der Vater Seinen
Kindern gibt, ihnen niemals genommen, sondern nur für sie
zurückbehalten wird.
9. Dies ist der mächtige Baum, unter dessen Schatten die
Wanderer Rast machen, um von ihrer ermüdenden Wanderschaft
auszuruhen und ihre Kräfte zurückzugewinnen, indem sie sich von
seinen Früchten nähren.
10. Unter diesem Baume erwarte Ich alle; die einen werden
durch die erfüllte Aufgabe befriedigt zurückkehren, die andern mit
hängendem Kopf und leeren Händen.
11. Als der Friede aus euren Herzen gewichen ist und unaufhörlich
Tränen über eure Wangen liefen, habt ihr nachzudenken
begonnen, um den Grund für eure Betrübnis zu erkennen. Da hat
euch das Gewissen offenbart, dass die Ursache eures Verdrusses und
der Friedlosigkeit auf die geringe Vergeistigung zurückzuführen ist,
die ihr gehabt habt, auf die mangelnde Erfüllung eures Auftrags,
darauf, dass in euren Lebenswerken keine Liebe und Barmherzigkeit
zu euren Brüdern vorhanden ist.
12. Euer jetziges Leben ist die Sühne dafür gewesen; denn ihr
wisst nicht, von wie vielen Sünden, mit denen ihr eure Seele in
vergangenen Leben befleckt habt, ihr euch heute reinigt. Das ist der
Grund, warum ihr keinen Frieden in euren Herzen gehabt habt.
13. Wer selbst den letzten Rest von Frieden verloren hat, kämpft
mühsam darum, ihn zurückzugewinnen, und kommt zu der Einsicht,
dass jene Gnade nur auf dem Wege der Gerechtigkeit und des Guten
existiert, auf den Ich die Menschen in jedem Augenblick durch das
Gewissen hinweise. Daher kommt es, dass jene, die Mein Wort
vernommen haben, sich bemühen, Meiner Spur zu folgen, weil sie
wissen, dass auf Meinem Wege der Friede ist, und wenn eine
Schwierigkeit oder eine Heimsuchung eintritt, Meine Barmherzigkeit
nahe ist, um sie aufzurichten.
14. Mein Gesetz verlangt keine übermenschlichen Opfer, es
bedeutet nicht Sklaverei und bindet auch niemanden mit Ketten.
Gewiss ist es ein Kreuz, aber eines von Liebe, ein Kreuz, dessen
Gewicht stärkt, statt zu erschöpfen.
15. Erinnert euch, dass ihr bei verschiedenen Gelegenheiten in
eurem Leben wahren Frieden empfunden habt, und ihr werdet
erkennen, dass dies geschah, als ihr das Gute getan habt, als ihr
vergeben habt, als ihr euch mit jemandem ausgesöhnt habt, als ihr
das bequeme Bett verließet, um zu dem eines Kranken zu gehen, um
ihm Trost zu bringen. Da war der Friede Meines Reiches für einen
Augenblick in eurem Geiste.
Euch, die Ich lehre, den Frieden euer ganzes Leben hindurch zu
bewahren, sage Ich in Wahrheit, dass eure Aufgabe von Anbeginn
der Zeit die gewesen ist, euren Brüdern Frieden zu bringen. Daher
bitte Ich euch jedes Mal, wenn Ich Mich euch kundtue, dass ihr für
die Menschen beten sollt; denn eure in einem einzigen Gedanken
und in der gleichen Absicht vereinigten Seelen werden zu den
Herzen als ein Hauch von Glück und Frieden gelangen. Auch habt
ihr die Unterweisung und Vollmacht erhalten, den Wesen, die (für
euch) unsichtbar im Geistigen Tale wohnen, innere Ruhe, Licht und
Gelassenheit zu geben.
16. Voller Gefahren und Versuchungen sind die Wege der Welt.
Daher geraten die Geister oftmals unter die Herrschaft der Welt und
der Materie, obwohl sie voll Erkenntnislicht und Ahnungsvermögen,
mit Waffen und Mitteln, um sich zu verteidigen und zu siegen, aus
Mir hervorgegangen sind.
17. Ich fand euch besiegt, doch ihr habt auf Meine Stimme
gehört, die euch mit Güte suchte, und so habt ihr euch voll Glauben
und Hoffnung aufgerichtet. Wahrlich, Ich sage euch, es wird nicht
einen Verirrten oder Besiegten geben, der diese Stimme nicht
vernimmt, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist.
18. In dieser Zeit werden jene, die sich am weitesten entfernten,
die sich am meisten verirrten, diejenigen sein, die Mich am
inbrünstigsten lieben und Mir folgen werden.
19. Der Meißel Meiner Liebe wird die härtesten Felsen
behauen.
20. Um dieses Ziel zu erreichen, suche Ich euren Geist, weil er
Meine Lehre verstehen kann; aber zuvor musste Ich zu eurem
Herzen sprechen, wobei Ich Mich durch den Stimmträger begrenze
und Mein Wort vermenschliche. Dies ist die Stufe, die euch zur
Zwiesprache von Geist zu Geist emporführen wird. Dann wird es
Meine geistige Stimme sein, die zu euch als Eingebung kommt,
welche euch den Weg zu eurer Entsühnung weist; denn euer Körper
ist manchmal eine schwere Kette oder ein dichter Schleier, der euch
nicht über das Materielle hinaussehen lässt.
Um euch zu helfen, in diesem Kampfe zu siegen, habt ihr hier
Meine göttliche Inspiration, die aus Liebe zu euch in menschliches
Wort verwandelt wird, das wie eine Liebkosung für den Verstand
und das Herz zu euch kommt.
21. Dies sind Tage des Gedenkens, und darum habt ihr euch der
Andacht und Zurüstung hingegeben. Ach, wenn ihr doch diese
Vergeistigung in eurem ganzen Leben zu bewahren vermöchtet,
ohne in Fanatismus zu fallen; wie groß wäre eure Entwicklung.
22. Wonne ist in den Herzen dieser Zuhörerscharen, weil sie
wissen, dass sich vor ihrem Geiste das himmlische Festmahl
befindet, zu dem der Meister sie erwartet, um ihnen das Brot und
den Wein des wahren Lebens zu essen und zu trinken zu geben.
23. Der Tisch, um den sich damals Jesus mit Seinen Aposteln
versammelte, war ein Symbol des Himmelreiches. Dort war der
Vater von Seinen Kindern umgeben, dort waren die Speisen, die das
Leben und die Liebe darstellten; es erklang die göttliche Stimme,
und ihr Wesen war die weltumfassende Harmonie, und der Friede,
der damals herrschte, war der Friede, der im Reiche Gottes besteht.
24. Ihr habt versucht, euch in diesen Andachtsstunden zu
reinigen, da ihr dachtet, dass der Meister euch in Seinen Worten ein
neues Testament bringen werde, und so ist es: Heute erlaube Ich
euch, dass ihr des Brotes und des Weines gedenkt, mit denen Ich
Meinen Körper und Mein Blut darstellte. Doch ebenso sage Ich
euch, dass ihr in dieser neuen Zeit jene Nahrung nur im göttlichen
Sinn Meines Wortes finden werdet. Wenn ihr Meinen Körper und
Mein Blut sucht, müsst ihr sie im Göttlichen der Schöpfung suchen,
denn Ich bin nur Geist. Esset von jenem Brot und trinket von jenem
Wein, doch füllt auch Meinen Becher, Ich möchte mit euch trinken:
Ich habe Durst nach eurer Liebe.
25. Tragt diese Botschaft zu euren Brüdern und lernet, dass das
Blut, da es Leben ist, nur ein Symbol des ewigen Lebens ist,
welches die wahre Liebe ist. — Durch euch beginne Ich die
Menschheit mit Meinen neuen Offenbarungen zu erleuchten.
26. Männer und Frauen, Kinder, Jünglinge und Greise werden
das Apostolat Christi in dieser Dritten Zeit bilden. Doch wahrlich,
Ich sage euch, mehr als Herzen — der Geist wird es sein, den ich
suche.
Wenngleich nicht die ganze Menschheit Mein Wort vernimmt,
will Ich, dass sie Meine Gegenwart in dieser gesegneten Stunde
fühlt. Die Familienväter in ihren Heimen, die Kranken auf ihrem
Lager, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die von den Menschen
Bestraften, die, welche keinen Frieden in ihren Herzen haben, die
Beleidigten, die Armen — ihr alle, gehet still hinein in Mein
Heiligtum, damit ihr die Stimme eures Herrn hört, der euch sagt:
"Friede sei mit euch!"
27. Volk, in diesem Augenblick umgeben Mich im Unsichtbaren
— wie in damaliger Zeit — Meine Apostel, die nun im Geiste sind:
Petrus, Johannes, Jakobus der Ältere und der Jüngere, Thaddäus,
Thomas, Matthäus, Bartholomäus, Simon, Philippus, Andreas und
sogar Judas, der von Schmerz erfüllt ist. Sie alle begleiten Mich bei
diesem neuen Abendmahl. An welchem andern Ort der Erde könnte
man euch das Bild vor Augen führen, das Ich euch zeige? — Man
wird euch Darstellungen ohne Leben zeigen, während Ich veranlassen
kann, dass jene Geistwesen sich in der Vollkraft des Lebens
und des Lichtes kundtun.
28. Wie zu jener Zeit ist Freude und gleichzeitig Schmerz in
Meinem Geiste, denn noch sind nicht alle Meine Kinder erlöst.
29. Während ihr Mein Wort vernehmt, das euch sagt, dass ihr
euch an Meinem Tische befindet, kommen eure Gedanken nicht von
jenem Jünger los, der in einem Augenblick der Verwirrung seinen
Meister und seine Brüder verriet; dann stellt ihr euch die Frage, ob
es in dieser Zeit auch einen Verräter geben wird, und euer Geist
fragt Mich: "Vielleicht werde ich es sein?" — Tränen kommen euch
in die Augen und ihr bittet Mich um Stärke, um niemals in
Versuchung zu fallen. Wahrlich, Ich sage euch, auch in dieser Zeit
wird es solche geben, die Mich verraten; doch wird es nicht an
Meinem Körper sein wie in der Zweiten Zeit, sondern sie werden
die Wahrheit Meiner Lehre mit ihren Werken zu verbergen suchen
und damit bewirken, dass die Menschen das, was ein Unterricht der
Göttlichen Weisheit gewesen ist, für Betrug halten.
30. Ihr alle gelobt, Mich zu lieben und Mir nachzufolgen bis in
den Tod; doch Ich sage euch, dass ihr wachen und beten müsst, denn
auch Judas hatte gelobt, sein Leben für Mich hinzugeben.
31. Wenn damals Meine körperliche Marter eine Nacht und
einen Tag währte, und der Tod die Qualen des Leibes beendete, so
empfinde Ich jetzt im Geiste den Schmerz in all denen, die leiden; in
jedem Angeklagten werde Ich von den Richtern der Erde verurteilt,
und in jeder Gefängniszelle bin Ich gefangengesetzt im Herzen
derer, die jene Sühne erleiden. Weint nicht nur bei der Erinnerung an
jene Stunden des Schmerzes, die Jesus auf der Welt erlebte, denn
noch immer ist Meine Passion nicht zu Ende.
32. Schon beginnt euer Geist an Meiner Traurigkeit teilzuhaben,
da er begreift, dass er erst noch Verdienste erwerben muss durch
seine Werke der Liebe und Barmherzigkeit, um die Wonne und den
Frieden zu erlangen, die Mein Wort dem verheißt, der Mir bis zum
Ende folgt.
33. Erhebt euren Geist im schlichten Gebet, denn das Gebet ist
Verbindung und Annäherung an den Herrn.
34. Dieses Abendmahl besteht aus Liebe, vergesst es nicht.
Nehmt das Brot vom Tische und teilt es mit euren Brüdern; und
wenn ihr einmal alle in der Ewigkeit seid, werdet ihr begreifen, dass
diese Offenbarung, die Ich euch derzeit zuteil werden lasse, ein
Symbol des ewigen Lebens war. Kommt herbei, ihr Menschenscharen,
denn wenn es in der Zweiten Zeit nur zwölf waren, die sich
an Meinem Tische niederließen, so werden es heute hundertvierundvierzigtausend
sein: doch Mein Liebesruf gilt allen Menschen. Ich
will, dass ihr Mich alle in dieser Zeit begleitet.
Manche erbeben bei Meinem Worte, einige weinen, und andere
fühlen sich unwürdig, es zu hören. Ich, der weiß, wer jeder von euch
ist, sage euch, dass unter diesem Volk, das jetzt in Scharen
herbeieilt, um Meine Unterweisungen zu hören, auch jene
herbeikommen, denen seinerzeit Wunder zuteil wurden, um an Mich
zu glauben; dass jene dabei sind, die an Jesus zweifelten, und auch
die, die vor Pilatus schrien: Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn!
35. Viele (von euch) sahen Mich mit dem Kreuz auf den
Schultern nach Golgatha gehen, ohne zu wissen, Wen sie
begleiteten, und sahen die Tränen Marias, ohne sich bewusst zu
sein, wer jene war, die da weinte. Seht, wie Ich jetzt aufs neue
diejenigen lehre und in Meine Jünger verwandle, die Mich damals
nicht zu erkennen vermochten.
36. Am Kreuze bat Ich um Vergebung für euch, weil ihr nicht
wusstet, was ihr tatet. Jene Vergebung fand ihren Ausdruck in einer
neuen Gelegenheit, die der Vater euch bietet, damit ihr eure Augen
für die Wahrheit öffnet, euch rettet und euch Mir nähert. Doch trotz
Meiner Barmherzigkeit euch gegenüber gibt es noch manche, die
Unvollkommenheiten in Meinem Worte suchen, um so einen Grund
zu haben, nicht zu glauben und Mir nicht nachzufolgen. Aber
wahrlich, Ich sage euch, in der geistigen Essenz Meines Wortes ist
keinerlei Makel enthalten; hingegen habe Ich mit diesem
unscheinbaren und schlichten Worte viele Makel aus euren Herzen
getilgt.
37. Ihr alle untersteht Meinem Gericht. Es wird nichts geben,
was euch nachdrücklicher bewegt, als die Barmherzigkeit Meiner
Liebe zu euch; denn Mein Gericht besteht aus Liebe.
38. Seinerzeit öffnete Joseph von Arimathia die Tore seines
Hauses, damit der Meister in ihm im Kreise Seiner Jünger das
Passahfest feiern würde, als diese noch nicht wussten, dass das
Lamm, das an jenem Fest geopfert würde, Jesus sein werde.
39. Jetzt bitte Ich euch, in euren Herzen die Herberge zu
bereiten, wo Ich einkehre, um euch mit Meinem Worte an die Werke
und die Unterweisung zu erinnern, die Ich damals mit Meinem Blut
besiegelte. Beschränkt euch jedoch nicht darauf, Meine Passion nur
während dieser Gedenktage ins Gedächtnis zurückzurufen. Ihr müsst
das Heiligtum in eurem innersten Wesen errichten, wo ihr euch
ewiglich an die Liebeslektion erinnert, die euch Christus auf die
Erde brachte. Jenes Heiligtum wird unzerstörbar sein in den
Stürmen, die darauf abzielen, den Glauben der Menschheit zu
zerstören.
40. Heute bewirke Ich, dass Meine Stimme in vielen Provinzen,
Städten und Dörfern vernommen wird, damit viele zu Berufenen
werden. Auf Meinem Wege säe Ich Balsam, Trost und Frieden in die
Herzen, erwecke die Hoffnung in denen, die sich für das Leben der
Gnade verloren glaubten, und gebe denen Leben, die im Laster und
in der Sünde tot waren.
41. Auch in der damaligen Zeit ging Ich von einer Provinz in
die andere, und Meine Anwesenheit löste Jubel aus unter den
Notleidenden, den Kranken und den geistig Armen. Nicht alle
folgten Meinen Schritten, doch blieben diese als lebende Zeugen der
Wunder zurück, die Ich an ihnen tat. Männer, Frauen und Kinder
kamen zu Jesus, ihre bekümmerten Gesichter und ihre Klagen
sprachen zu Mir von ihrem Elend und ihrem Leiden. Sie hatten
Gerüchte und Nachrichten über Meine Wundertaten gehört, und
sehnsüchtig erwarteten sie den Durchzug des Rabbi aus Galiläa, um
ihre Hände nach Ihm auszustrecken und Ihn um einen Beweis
Seiner Macht zu bitten.
Es waren einfache Herzen, doch es gab auch andere, die
Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer und die Pharisäer, die in ihrer
Abneigung gegen Jesus schließlich von Ihm verlangten, dass Er
ihnen Seine Hände zeigen solle, um zu sehen, ob an ihnen die Macht
erkennbar war, mit der Er die Kranken durch bloßes Berühren
heilte.
42. Mein Mitleid galt unterschiedslos allen. Ich war der Vater,
der kam, um alle Seine Kinder von ihren Schmerzen zu erlösen.
Jesus, der Arzt, war ganz Balsam, und es war nicht nötig, dass Er
den Körper eines Kranken berührte, um ihm die Gesundheit
zurückzugeben. Manchmal — um den Menschen einen Beweis
dessen zu geben, was der Glaube vermag — ließ Ich zu, dass
irgendein Kranker an Mich herantrat und Mein Gewand berührte,
um ihn gesund zu machen.
43. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr der Mensch Jesus, der
auf der Suche nach den Sündern und Notleidenden zu eurer Welt
kam. Jetzt ist es Jesu Geist, der sich der Menschheit kundgibt, um
unter den Menschen dieser Zeit die neuen Jünger zu entdecken, die
Ihm bis ans Ende treu sein werden. An einem geistigen Tische hat
Er ihnen Brot und Wein angeboten, unsichtbar für menschliche
Augen, aber real für den Geist. Viele von denen, die heute Mein
Wort inbrünstig hören, glaubten Mir einst nicht; doch Ich frage
euch: Auf welche Wunder und auf welche Zeiten warten jene, die —
obwohl sie Mich jetzt hören — nicht an Meine Kundgabe glauben?
Sie zweifeln, weil Ich Mich durch ungebildete und einfache Leute
kundtue und nicht durch Gelehrte oder Theologen; doch Ich sage
euch, dass ihr Mich zu allen Zeiten immer unter "Geringsten" finden
werdet.
44. Jene, die den Wert dieses Wortes erfasst und es erforscht
haben, bis sie seinen göttlichen Sinngehalt fanden, sind diejenigen,
die es als den Samen der Vergeistigung hüten werden, den sie
morgen unter den Menschen werden verbreiten müssen.
45. In der Ersten Zeit wurde die Stimme des Herrn im
Allerheiligsten vernommen, in der Zweiten Zeit gab Ich euch Meine
Liebeslehren im Worte Jesu; jetzt hört ihr Mein Wort durch einen
menschlichen Stimmträger, und morgen wird es Meine Inspiration
sein, die jeden Geist in einer innigsten Verbundenheit zwischen dem
Vater und Seinen Kindern erleuchtet.
46. In der Zweiten Zeit sagte Ich euch: "Der Mensch lebt nicht
vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das von Gott
kommt." Daher war das Brot, mit dem Ich Meinen Körper zur
Darstellung brachte, nur ein Symbol. Heute sage Ich euch: Nehmt
das Brot Meines Wortes, trinkt den Wein seines geistigen Sinnes,
und ihr werdet euch für ewig nähren.
47. Begreift, dass Ich vom Reich des Friedens zum Tal der
Tränen komme, vom Wohnsitz der Gerechten niedersteige, um mit
den Sündern zu sprechen. Ich trage weder Krone noch Zepter eines
Königs, Ich komme voll Demut, um Mich euch durch einen
unbeholfenen Körper kundzutun, den Ich durch Mein Licht
verwandle, und überrasche euch durch die unbegrenzte Wahrheit
Meiner Unterweisung.
48. Ich schäme Mich eurer nicht, und trotz eurer Sünden und
Unvollkommenheiten werde Ich niemals leugnen, dass ihr Meine
Kinder seid, weil Ich euch liebe. Vielmehr sind es die Menschen
gewesen, die sich Meiner schämen, wenn sie Mich bei vielerlei
Gelegenheiten verleugnen.
49. Heute gieße Ich Meinen Geist unter euch aus, damit ihr
lernt, Mir eine geistige und schlichte Verehrung darzubringen, frei
von Materialismus, von Traditionen und Fanatismus.
50. Ihr, die ihr die falschen Götter gestürzt habt, welche ihr in
vergangenen Zeiten angebetet habt, werdet in das Heiligtum
einzutreten verstehen, das Ich derzeit mit Meinem Worte in eurer
Seele bilde.
51. Ich sehe in euren Herzen den Wunsch, dass Ich bei euch
bleiben und euch immerzu in dieser Form lehren soll; dies darf
jedoch nicht sein, denn wenn Ich eure Bitte erfüllte, würdet ihr
keine Anstrengungen machen, um Mich durch eure Liebeswerke zu
suchen, und ihr würdet euch damit begnügen, Meinen Unter-
weisungen zuzuhören.
52. Von alters her habe Ich euch gesagt, dass Mein Reich nicht
von dieser Welt ist; und wahrlich, Ich sage euch, geistig ist die Erde
auch nicht eure Heimat. Das Reich des Vaters ist in Seinem Lichte,
in Seiner Vollkommenheit, in Seiner Heiligkeit. Dies ist euer wahres
Zuhause, dies ist euer Erbe. Erinnert euch, dass Ich euch sagte, dass
ihr die Erben des Himmelreiches seid.
Dieser Planet ist wie eine Wohnung, die euch vorübergehend
beherbergt, in der eure Seele den Prüfungen ihrer Läuterung
unterworfen ist, damit sie bei der Rückkehr zur geistigen Heimat
Weiterentwicklung und Fortschritt erlangt hat. Daher sollt ihr euch
nicht fragen: "Warum habe ich in dieser Welt keinen vollkommenen
Frieden und kein vollkommenes Glück gefunden?" Wahrlich, Ich
sage euch, nicht einmal die, welche rein gewesen sind, haben in
diesem Erdental den wahren Frieden gefunden.
53. Wenn diese Erde euch alles bescheren würde, was ihr
wünscht, wenn es auf ihr nicht die großen geistigen Prüfungen gäbe
— wer von euch hätte dann Verlangen, in Mein Reich zu kommen?
Lästert oder verflucht auch nicht den Schmerz, da ihr ihn mit euren
Verfehlungen geschaffen habt. Tragt ihn mit Geduld, dann wird er
euch läutern und euch helfen, Mir näherzukommen.
54. Erkennt ihr, wie stark eure Verwurzelung in den Herrlichkeiten
und Befriedigungen dieser Welt ist? Nun, der Zeitpunkt wird
kommen, in dem das Verlangen, euch von ihr zu entfernen, sehr
heftig sein wird.
55. Wer seine Prüfungen durch geistige Erhebung zu bestehen
vermag, erlebt in dieser Überwindung Frieden. Wer auf Erden mit
zum Himmel gerichtetem Blick wandelt, strauchelt nicht, noch
verletzen sich seine Füße an den Dornen auf seinem Weg der Sühne.
Ihr, die ihr Mich hört — ertragt mit Liebe eure Prüfungen, damit ihr
zum Vorbild werdet. Trachtet danach, dass ihr immer mehr in eurer
Vervollkommnung fortschreitet. Denn wenn es nicht so wäre —
wozu seid ihr dann an diesem Tage gekommen? Warum habt ihr
eure Arbeit verlassen, um euch auf diese harten Bänke zu setzen?:
Weil ihr auf der Suche nach Frieden, nach Licht, nach der Heilkraft
des Balsams seid.
Unter diesen Scharen sind jene, die Meine Weisheit und Meine
Offenbarungen suchen, um diese Botschaft morgen in die Provinzen
zu tragen. Auch solche sind da, die viel gesündigt haben, die Mir mit
tränenüberströmtem Gesichte gesagt haben: "Vater, wir sind nicht
wert, Dein Wort zu hören." Doch Ich sage euch, dass Ich gerade um
euretwillen gekommen bin, um jener willen, die vom Entwicklungswege
abgeirrt sind. Nie bin Ich gekommen, um Gerechte auf Erden
zu suchen — sie sind schon gerettet. Ich suche nach denen, die in
sich selbst nicht mehr die Kraft finden, um sich zu retten; ihnen
schenke Ich Meinen Segen und Meine zärtliche Liebe.
56. Wenn jemandem von euch gesagt wurde, dass sein Geist
wegen seiner Sünden verloren ist, und er möchte noch seine Fehler
wiedergutmachen und sich retten, der komme zu Mir und Ich werde
ihm Meine Vergebung zuteil werden lassen und ihn zu einem neuen
Leben erheben. Er wird wie Lazarus sein, der sich erhob, als er die
Stimme Jesu vernahm, da Er zu ihm sprach: "Stehe auf und
wandle."
57. Ebenso suche Ich den Unwissenden, um vor seinen Augen
das Buch der Wahrheit aufzuschlagen, das "Buch des Wahren
Lebens". Ich will, dass die, die Mich früher leugneten und gegen
Mich lästerten, sich heute unter den Menschen erheben und ein Volk
bilden, das ein Vorbild der Vergeistigung, Demut und Nächstenliebe
ist, das durch Liebeswerke für ihre Brüder von Meiner
Unterweisung Zeugnis ablegt.
58. Ich sehe, dass ihr euch Meinen Unterricht zunutze macht;
doch noch immer seid ihr ferne der Vollkommenheit. Ihr seid noch
schwach, denn ihr macht keine drei Schritte, und schon bringt euch
die Versuchung zu Fall.
59. Seid stark, und wenn euch eure Eltern oder eure Kinder
wegen Meiner Lehre verkennen, so gebt Beweise von Festigkeit und
Glauben und fürchtet euch nicht, denn Meine Macht und euer
Vorbild werden sie von dieser Wahrheit überzeugen. Wenn einige
von denen, die euch verkannten, diese Welt verließen, ohne dass ihr
sie bekehrt habt, so verliert nicht den Mut; denn den Samen, den ihr
in sie gelegt habt, nahmen sie in ihrem Geiste mit, und er wird in
andern Welten erblühen.
60. Ergründet die Lehren, die Ich euch in der Zweiten Zeit mit
Meiner Passion gab. Ich lade euch ein, euch mit Mir jener Lehren zu
erinnern und über sie nachzudenken. Bedenkt, dass Ich nur noch
wenige Male über sie zu euch sprechen werde. Ihr wisst nicht, was
danach kommt, doch müsst ihr euch zubereiten, um die neuen
Offenbarungen zu empfangen, die Ich euch geben werde.
Wenn jene Gedenktage für euch gekommen sind und ihr in
eurem Geiste Frieden haben und eurem Herrn Wohlgefallen wollt,
so tut Werke der Barmherzigkeit an den Notleidenden, vergebt euren
Feinden und habt mit niemandem "unbeglichene Rechnungen";
denn wenn ihr in den Augenblicken, in denen Ich Meine sieben
Worte (am Kreuze) spreche, Gewissensbisse in eurem Geiste hättet
— wie bitter und schmerzlich würden jene Worte in euer Herz
fallen! Denn euer Gewissen wird euch dann sagen, dass — als Ich
euch um Wasser bat, um Meinen Durst zu löschen — ihr Mir Galle
und Essig zu trinken gabt.
61. Betet, denn ihr lebt in Zeiten der Versuchungen und
Verführungen und wisst nicht, ob die, welche in diesem Moment in
Frieden sind, nicht innerhalb weniger Augenblicke im Streit liegen
oder Gott lästern. Haltet immer im Gedächtnis, was Ich euch heute
sage, damit ihr allezeit bereit seid in (geistiger) Wachsamkeit und im
Gebet.
62. Seht, wie Meine göttliche Essenz fähig ist, durch die Lippen
eines Sünders zu euch zu gelangen. Ist dies nicht ein Wunder an
Macht und Liebe? Es geschieht, weil Ich Der bin, der Wasser aus
dem Felsen und Licht aus der Finsternis hervorbrechen lässt.
63. Durch bescheidene Vermittler habe Ich zu den "Geringsten"
gesprochen; denn wenn die Herren der Welt der Menschheit diese
Botschaft vermittelt hätten — wahrlich, Ich sage euch, ihr wäret
ohne die Kenntnis eurer Gaben geblieben und ohne Ämter, die ihr
erfüllen dürft. Ihr hättet nicht von diesem Festmahle gegessen und
hättet euch damit begnügen müssen, dem Fest von ferne zuzusehen.
Durch diese Verstandesorgane (der Stimmträger) hingegen, die
unberührt sind von Theorien, Wissenschaften und religiösen
Vorurteilen habe Ich an die ganze Menschheit einen Ruf ergehen
lassen, ohne jemanden wegen seiner Gesellschaftsklasse, seiner
Nationalität, seiner Religion oder seiner Sprache zu bevorzugen.
64. Meine Stimme kommt aus dem Reiche des Geistes, wo Ich
König bin, aus jenem Paradies, wo ihr alle bei eurem Herrn sein
werdet, wenn ihr wie Dimas von eurem Kreuze aus demütig und
voll Glauben zu Mir sprecht: "Herr, gedenke meiner, wenn Du in
Deinem Reiche bist." Euer Kreuz ist jenes, das Ich euch anvertraut
habe, als Ich euch diese Aufgabe übertrug: zu lehren, Kranke zu
heilen, zu trösten, der Menschheit Meine göttlichen Botschaften
kundzutun. Diese Mission ist schwer, weil sie Verantwortung
einschließt, weil sie heikel ist, weil sie lauter ist, und bei der
Ausübung derselben gehen die Spöttereien der Ungläubigen, der
Verleumder und der Spötter auf euch nieder, die die Wahrheit in
Meiner Lehre nicht finden wollten.
65. Ebenso ging Jesus auf dem Leidensweg und ertrug die Last
des Kreuzes, die unvergleichlich geringer war als die der
Undankbarkeit jener Menschenscharen.
66. Hier ist der Meister, der Seine Kinder an Taten früherer
Zeiten erinnert und diese mit Werken der Gegenwart in Beziehung
bringt, damit ihr Meine Unterweisungen besser versteht. Ich will,
dass diese Lehre sich über die Welt ausbreitet, dass sie die Menschheit
erleuchtet, damit sie angesichts eines Lebens, das sie nicht
kannte, erwacht und sich aufmacht, um in der Welt ein einziges
Heim zu bilden, eine einzige Familie. Diese wird das wahre Volk
Israel sein, das Volk Gottes, in welchem Unterschiede der
Abstammung, Gesellschaftsschichten und Stämme verschwinden
werden, weil sie alle Zweige sein werden, die aus einem einzigen
Stamm hervorgehen, wo alle Mein Gesetz erfüllen, das euch sagt:
"Liebet einander."
67. Ihr, die ihr dies Kreuz auf eure Schultern genommen habt —
erkennet die Verantwortung, die ihr habt, der Menschheit die
Wahrheit Meiner Kundgebung und Meiner Wunder vor Augen zu
führen. Daher fordere Ich von euch Adel der Gesinnung und
vollkommene Erkenntnis dessen, wer ihr in Bezug auf Gott und die
Menschheit seid, und hierzu gebe Ich euch Meine Lehre der
Vergeistigung.
68. Bereitet euch in dieser Weise vor, und ihr werdet die guten
Soldaten dieses Kampfes sein, die wahren Israeliten nach dem
Geist, die treuen Jünger. Scheut keine Anstrengungen, um die
Wahrheit dieses Wortes zu beweisen. Vergesst nicht, dass Christus,
um Zeugnis von der Wahrheit abzulegen, die Er predigte, zuließ,
dass Sein Körper zerstört wurde. Warum hätte Er das Leben jenes
Körpers verteidigen sollen, da er zuvor gesagt hatte, dass Sein Reich
nicht von dieser Welt ist? — Ebenso auch ihr — denkt, dass man,
um das ewige Leben zu erreichen, das euren Geist erwartet, ihm
viele ehrgeizige Ziele opfern kann.
69. Wenn ihr von eurem Bruder die dunklen Flecken entfernen
wollt, die er in seiner Seele trägt, müsst ihr zuvor selbst fleckenlos
werden; wenn ihr Vergebung erlangen wollt, müsst ihr zuvor
vergeben.
70. Wie schön wird es für eure Seele sein, wenn ihr letzter
Augenblick auf Erden gekommen ist, und der Geist, von Frieden
erfüllt, so zum Vater sprechen kann: "Herr, alles ist vollbracht!"
Mein Friede sei mit euch!

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