BWL - Band III - Unterweisung 71


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 71:
1. Geliebte Jünger, in dieser Zeit habt ihr die Gnade empfangen,
euch an Meinen Tisch zu setzen; kommt und seid im Geiste bei Mir.
Bewahrt Mein Wort in euren Herzen, dann werdet ihr aus Meinen
Liebeslehren ein Gedenkbuch von wunderbarer Weisheit bilden.
2. Das Licht Meines Heiligen Geistes wird Wege und Wüsten
erhellen, damit die Menschheit den wahren Weg finden kann, jenen
zu ihrer geistigen Aufwärtsentwicklung. Ich komme, während
Lasterhaftigkeit und Verdorbenheit ihren Höhepunkt erreichen.
Meine Lehre erscheint bei euch als rettende Arche; die Welt ist ein
Ozean des Schmerzes; wird die Menschheit, wenn sie diese Arche
sieht, nicht den Wunsch haben, in ihr die Rettung zu finden?
3. Jünger, ihr alle kennt die Wüsten und die Kreuzwege (des
Lebens); deshalb seid ihr dafür geeignet, die nach Licht
verlangenden Menschenscharen aufzusuchen.
4. Geht zum "Aussätzigen", sobald in euren Herzen kein
"Aussatz" mehr ist. Sprecht liebevoll mit denen, die vom Schmerz
gebeugt sind, und wenn Meine Lehre sich in euren Gefühlen
widerspiegelt und ihr Liebe und Erbarmen mit euren Brüdern fühlt,
seid ihr in eurer geistigen Entwicklung fortgeschritten. Weist euren
Brüdern den Weg und seid nicht beleidigt, wenn sie euch zuletzt aus
Undankbarkeit allein lassen. Eure Genugtuung wird aus dem
Bewusstsein kommen, dass jene, die verloren waren, sich Mir
nähern, und ihr werdet Meinen Beistand in eurer Einsamkeit fühlen.
5. Da wird das Manna herabkommen, um euch zu nähren, und
immer werdet ihr etwas haben, um es den Bedürftigen zu geben.
6. Ich liebe euch und will euch vollkommen sehen. Darum
offenbart sich Meine Gerechtigkeit in unerbittlicher Weise unter den
Menschen. Alle vergangenen und anscheinend von Gott vergessenen
Werke werden in dieser Zeit gerichtet werden, in welcher der
inkarnierte Geist Meine Urteile begreifen, annehmen und verstehen
kann. Könige, Richter, Herren — alle, die in irgendeiner Weise den
Samen des Bösen unter ihre Brüder gesät haben, werden beim
Gericht des Herrn zugegen sein. Doch Ich sage euch, statt sie mit
Ketten zu binden, sie des Lichtes zu berauben, oder sie ewigen
Qualen zu unterwerfen — wie Menschen in ihrer Unwissenheit
glauben mögen — werde Ich ihnen eine Aufgabe in Meinem
Rettungswerk zuweisen, damit sie ihre Seelen läutern, die
Verfehlungen, die sie begangen haben, wiedergutmachen und
begreifen, dass Meine Gerechtigkeit der Göttlichen Liebe entspringt.
Wenn Ich jene großen Sünder, von deren Namen viele in eure
Geschichte eingegangen sind, zur gegebenen Zeit gebrauche, um
Werke der Brüderlichkeit und des Friedens unter den Menschen zu
vollbringen — wieso betrachtet dann ihr bisweilen manche eurer
Brüder als ein Hindernis auf eurem Wege? Wieso wollt ihr
diejenigen Wesen sogar von dem euch bestimmten Weg entfernen,
die Mein Wille dort hinstellte? Oh, wenn ihr wüsstet, dass gerade sie
Mir oftmals besser dienen, und dass sie im Begriffe sind, euch zu
helfen, zu Mir zu kommen.
7. Euer Herz sei wie diese Versammlungsstätten, in denen ihr
zusammenkommt, Mein Wort zu hören. Durch deren Türen sind
solche gegangen, die sich in vielerlei Formen vergangen haben: die
ihre Hand mit dem Blut ihres Bruders befleckt haben, die
Diebstähle, Verleumdungen und Schandtaten verheimlichen; und
dennoch — wann sind sie je von Mir zurückgewiesen worden? Oder
wann sind sie auch nur vor den andern bloßgestellt worden? Ein
barmherziger Schleier des Zartgefühls hat ihre Schandflecken
verdeckt, während Mein Geist mit jenen Sündern alleine gesprochen
hat. Seht, wie sie durch das Hören Meines Wortes beten lernen und
dabei ihre Gedanken zum Unendlichen erheben, wie in ihnen das
Gefühl erwacht, dass, wer sich dem Geistigen zuwendet, Kraft,
Licht, Eingebung und Heilkraft, Lebensmut und Frieden empfängt.
8. Gesegnetes Volk, in diesen Augenblicken, in denen der Krieg
die Welt erschüttert, habe Ich euch aufgefordert, für eure
Mitmenschen einzustehen und zu beten, ihren Schmerz mitzufühlen
und ihnen Gefühle des Lichtes und des Friedens zu senden. Doch
Ich muss euch sagen, dass ihr zuvor lernen müsst, zu lieben, zu
dienen und denen zu vergeben, die um euch sind, damit ihr die in
der Ferne Weilenden zu lieben und ihnen zu dienen versteht. Liebt
eure Bestimmung, nehmt euren Kelch an, umfasst mit Liebe euer
Kreuz. Niemand weiß, welche Seele sein Wesen belebt, noch kennt
er die Ursache für seinen Sühneweg, solange er auf der Erde ist.
9. Der Geist soll die Seele erleuchten, und die Seele soll die
Materie führen.
10. Lasst ab von eurer Traurigkeit und eurer Hoffnungslosigkeit,
ihr alle könnt zum verheißenen Vaterhaus gelangen; dabei will Ich
euch beistehen. Auf welche Zeiten, die günstiger sind als die
gegenwärtige, wartet ihr noch, um aufzubrechen? Wartet ihr etwa
auf Zeiten des Friedens, um Verdienste zu erwerben? Wahrlich, Ich
sage euch, dies ist die beste Zeit, um eure Entsühnung zu erreichen
und Verdienste zu erlangen.
11. Volk, Ich sage dir: Nutze die göttliche Unterweisung, die Ich
dir gegeben habe, denn nach dem Jahre 1950 wirst du ohne sie sein.
Eher würde die Sonne aufhören zu scheinen, als dass Mein Wort
nicht in Erfüllung geht. Doch jene, die es nicht in ihren Herzen
bewahrt haben, werden über ihre Undankbarkeit weinen müssen,
obwohl dies nicht Mein Wille ist.
12. Unaufhörlich rüttle Ich euch wach, und mit jeder
Unterweisung arbeite Ich an euch, damit ihr nicht vom Wege abirrt
und eure Seele nicht mehr befleckt.
13. Seid keine kleingläubigen Menschen, erkennt, dass Ich das,
was Ich euch in den vergangenen Zeiten verhieß, in der Dritten Zeit
erfüllt habe; der Mensch hingegen hat seine Gelöbnisse und seine
Pflichten nicht zu erfüllen verstanden.
14. Für Augenblicke rafft ihr euch auf, um Mir nachzufolgen,
wenn ihr fühlt, dass Ich euch in euren Prüfungen beistehe und dass
Meine Barmherzigkeit euch hilft, sie unversehrt zu überstehen; doch
danach vergesst ihr es wieder infolge eurer Undankbarkeit.
15. Unter euch sind auch solche, die Mich lieben, die nur auf
die Zeit der Heimsuchungen und der Verfolgungen warten, um ihre
Treue und ihre Stärke zu beweisen. Dies werden jene sein, die zu
den von Naturgewalten gepeitschten Landstrichen aufbrechen, um
den Notleidenden ihre barmherzige Hilfe auszuteilen. Ich werde
bewirken, dass sie den richtigen Zeitpunkt erkennen, um an die
Erfüllung (ihrer Aufgabe) zu gehen, und lasse sie in ihren Herzen
die Botschaft empfinden, die ihnen sagen wird, dass sie kein zweites
Bündel für die Reise mitnehmen sollen, und dass sie Meiner
himmlischen Macht vertrauen sollen.
16. Andere Arbeiter werden ausgesandt werden, um in andern
Nationen von Meinem Werke zu sprechen, und dort werden sie
durch ihre Werke der Liebe und ihre Gebete dem Kriege wehren.
Wenn dann der Zeitpunkt ihres Erfüllens gekommen ist, sollen sie
sich nicht Meinem Auftrag widersetzen, weil sie die Ihren und ihre
Güter zurücklassen müssen. Sie sollen sich nicht den reichen
Geizhals zum Vorbild nehmen.
17. Wer darüber jammert, das verlassen zu müssen, was er
besitzt, um Mir nachzufolgen, wird seinen Weg leidvoll und sein
Kreuz schwer machen. Wer dagegen voll Ergebung und Vertrauen
alles Meiner Fürsorge überlässt, wird Frieden und Kraft im Kampfe
haben, und bei seiner Rückkehr wird er alles so vorfinden, wie er es
verließ.
18. Ich habe euch die geistigen Gaben offenbart, die ihr besitzt,
und den Gebrauch, den ihr von ihnen machen sollt, damit ihr sie
niemals dazu verwendet, Werke zu tun, die nicht innerhalb Meines
Gesetzes sind, denn dann würdet ihr, anstatt Licht zu spenden,
Finsternis und Irrtum verbreiten.
19. Gebt keinen Anlass dazu, dass euch um eurer unvollkommenen
Handlungen willen selbst eure Angehörigen verkennen
und sich von euch trennen. Sie werden euch verstehen lernen, wenn
ihr Mich verstanden habt.
20. Ich will, dass Meine Jünger immer darauf vorbereitet sind,
dem Rufe dessen, der leidet, zu folgen und ihn mit wahrer Barmherzigkeit
zu heilen.
21. Sehet, wie viele Kranke es in eurer Umgebung gibt, denkt
daran, dass es kein Heim gibt, das frei von Krankheiten ist. Seht die
vielen Besessenen, die von niemandem Barmherzigkeit empfangen.
Da sind eure Felder, um zu säen: tragt eure Geistesgaben hin, bringt
das Licht und befreit sie von ihren Ketten, ohne zu vergessen, dass
ihr auch die unsichtbaren Wesen mit Liebe und Barmherzigkeit
behandeln sollt, damit ihr sie zum Lichte führt.
22. Warum werdet ihr träge, wenn Ich euch mit Frieden und
Glück überflute? Ist es nötig, dass euch immerzu der Schmerz
begleitet, damit euer Herz sich an Mich erinnert und euer Geist
wach bleibt?
23. Erhebt euch und sündigt nicht mehr, schwächt euch nicht in
den Vergnügungen der Erde, denn ihr werdet euch sowohl für eure
Seele, als auch für euren Körper vor Mir verantworten müssen, und
der Augenblick wird kommen, in welchem euch nicht (mehr)
gewährt wird, worum ihr bittet, auch wenn euer Schreien bis zum
Himmel aufsteigt, denn zum ersten, zweiten und dritten Mal wurde
es euch gegeben, und trotz eurer Kenntnis habt ihr es ungenutzt
gelassen, weil ihr erkannt habt, dass Ich vor allem Liebe bin; aber
vergesst nicht, dass Ich in Meiner Gerechtigkeit unerbittlich bin.
24. Wachet, denn bald werde Ich als Richter zu jeder Sekte und
Religionsgemeinschaft kommen, und Ich werde jeden religiösen
Führer, jeden Pfarrer oder Geistlichen fragen, was er mit den Seelen
getan hat, die ihm anvertraut wurden. Alle werde Ich fragen, was sie
mit Meinem Gesetz und Meiner Lehre gemacht haben, und alles
Unkraut wird vernichtet werden.
25. Steht auch ein für den Frieden dieser Nation, die Ich dazu
bestimmt habe, dass in ihr Mein Wort vernommen und studiert wird.
Krieg, Habgier, Machtgelüste und falsche Lehren lauern eurem
Volke auf. Doch Ich werde euch aus den Händen Pharaos befreien,
der euch zu seinen Vasallen machen möchte, denn jetzt dient ihr
Meiner Sache.
26. Doch wenn ihr aufs neue die Sklaverei herbeiwünscht, so
wird sie euch zuteil werden; aber vergesst nicht, dass ihr dazu
bestimmt seid, für den Frieden der Welt zu beten und zu verhindern,
dass der Krieg die Kinder aus den Armen ihrer Eltern reißt. Betet,
damit durch euer Gebet die Finsternis aufgelöst wird.
27. Mütter, betet für die Menschheit! Mädchen, verbleibt im
Gebet und in der Tugend! Ihr seid der Quell, aus dem die
Generationen von morgen hervorgehen werden, welche Zeugnis von
Meiner Wahrheit geben sollen.
28. Volk, es sind nicht die Worte gewesen, die ihr in eurem
Gebet gesprochen habt, welche Meine Herzenskammer geöffnet
haben; es war die Stimme eures Geistes und das Pochen eures
Herzens. Nehmt alles an, was Ich euch übergebe, denn Ich will
keine Trauer oder Bedürftigkeit unter diesem Volke wahrnehmen,
das Ich so sehr liebe. Verliert nicht das Gewand des Friedens, mit
dem Ich euch bedecke.
29. Der geistige Altar, unsichtbar euren materiellen Augen, lädt
euch zu jedem Zeitpunkt ein, auf ihm eure Opfergabe niederzulegen,
welche gleichfalls geistig sein muss.
30. Hört Mein Wort, es ist der Same, den ihr säen sollt; sein
innerstes Wesen ist die Liebe. Ich gebe es euch ohne irgendeinen
Gegenwert. Es ist das Geschenk, das euch für diese Zeit aufbewahrt
wurde. Ich werde nicht müde, Meine Kinder mit Liebe zu
überschütten; ebenso wenig werde Ich müde, auf ihre Rückkehr zum
guten Wege zu warten. Doch die Menschheit wird es gewiss
überdrüssig werden, weiterhin Hass, Gewalt und Selbstsucht zu
säen. Jeder Same des Hasses, den sie sät, wird sich in einer solchen
Weise vervielfältigen, dass ihre Kräfte nicht ausreichen werden, um
ihre Ernte einzubringen. Dieses unvorhergesehene und über ihre
menschliche Macht gehende Ergebnis wird sie auf ihrem atemberaubenden
und wahnwitzigen Laufe aufhalten. Danach werde Ich
in allen Herzen ein Wunder vollbringen, indem Ich (dort)
Nächstenliebe entstehen lasse, wo es nur Egoismus gab. Die
Menschen werden Mir wieder alle Vollkommenheit, Allwissenheit
und höchste Gerechtigkeit zuerkennen. Sie werden sich erinnern,
dass Jesus sagte: "Kein Blatt vom Baume bewegt sich ohne den
Willen des Vaters." Denn heute bewegen sich — nach der Meinung
der Welt — das Blatt vom Baume, die Lebewesen und die Sterne
zufällig.
31. Wahrlich, Ich sage euch, Ich werde euch mit Meinem Stab
der Liebe berühren und werde aus den "Felsen" Wasser sprudeln
lassen. Die Schuld und die Sünden, welche die Menschheit
jahrhundertelang belastet haben, werden ihr vergeben sein, und
Friede wird in den Seelen sein. "Kommt zu Mir, o Kranke, o Blinde
des Geistes, Mein Heilbalsam ist bereit, sich in jeden von euch zu
ergießen! Kommt zu Mir, die ihr früher Herren wart und heute
Entbehrungen, Erniedrigungen und Elend erduldet — ihr, die ihr
früher Festgewänder und Ehrungen kanntet und heute eure Tränen in
der Abgeschiedenheit eurer Schlafkammer verbergt. Nähert euch
Mir, ihr Männer, die ihr euer Weinen vor eurer Frau und euren
Kindern verheimlicht, damit sie nicht den Mut verlieren gegenüber
dem Leben. Öffnet Mir euer Herz und sagt Mir alle eure Sorgen. Ich
werde euch einen Schlüssel, ein Brot und ein Geldstück geben,
damit sich eure Bitternis in Freude verwandelt." — Heute besitzt ihr
nichts, das Heim, in dem ihr lebt und in dem eure Kinder geboren
wurden, gehört euch nicht. Ihr seid wie die Vögel und wisst nicht
wie, aber ihr lebt!
32. Es ist eine Zeit des Gerichts und der Heimsuchungen. Die
Zeit der Zufriedenheit, in der ihr alles hattet, ist vorbei. Erwerbt
Verdienste in den Prüfungen, und Ich werde euch in Gerechtigkeit,
Licht und Frieden gewähren für eure Seele, und das, was ihr auf
Erden nötig habt, wird euch obendrein gegeben.
33. Wie viel Leid sehe Ich in eurer Welt! Schon das Kind kennt
den Kelch der Bitterkeit, und früh schon verhärtet sich sein Herz.
Die Blumen welken in voller Jugend, und vorzeitig beginnen die
Haare silberweiß zu glänzen. Ich empfange eure Tränen wie ein
Geschenk; sie pochen an die Türen Meiner Barmherzigkeit, und Ich
öffne sie, um euch mit Hoffnung und Frieden zu erfüllen.
34. Fühlt ihr nicht, dass ihr ins Leben zurückkehrt? — Ihr habt
eure Klage und euer Schuldbekenntnis bei Mir niedergelegt, da ihr
wisst, dass ihr gehört und getröstet werdet, weil Ich die Auferstehung
und das Leben bin.
35. Heute kommt ihr unter die Wolke Meiner Verheißung, um
Schatten zu finden, und eure Seele wird erhellt durch den Glanz,
den Meine Unterweisungen euch geben.
36. Ihr lebt in der Zeit, die von Propheten und Sehern der
vergangenen Zeiten angekündigt wurde, deren Geist jetzt die
Erfüllung des göttlichen Wortes schaut.
37. Wenn ihr geistig zubereitet wäret, könntet ihr in der
Unendlichkeit die Scharen geistiger Wesen sehen, welche vor eurem
Blicke einer unermesslich großen, weißen Wolke gleichen würden,
und wenn sich die Sendboten oder Abgesandten von ihr lösen,
würdet ihr sie wie Lichtfunken auf euch zukommen sehen.
38. Euer geistiger Blick ist noch nicht durchdringend, und
darum muss Ich zu euch über das Jenseits sprechen, von all jenem,
das ihr noch nicht zu schauen vermögt. Aber Ich sage euch, die Zeit
wird kommen, in der ihr alle Seher sein werdet und euch an jenem
wunderbaren Leben ergötzen werdet, das ihr derzeit von euch ferne
fühlt, das aber in Wirklichkeit nahe bei euch schwingt, euch umgibt
und erleuchtet, euch inspiriert und unaufhörlich an eure Türen
klopft.
39. Diese Lehre hat die Aufgabe, alle schlafenden Fasern in
eurem Wesen empfindsam zu machen, damit der Mensch schon von
dieser Welt aus ein wenig vom Lichte des Reiches erblickt, das ihn
erwartet.
40. Viele Jahrhunderte des Materialismus lasten auf der
Menschheit, aber dies ist nicht ihre Bestimmung. Der Mensch ist
nicht dazu verdammt, für immer ohne Kenntnis des höheren Lebens
zu sein. Wenn er noch immer viele Herrlichkeiten der Schöpfung
nicht kennt, so nicht, weil Gott sie ihm verborgen hat, sondern weil
seine Liebe zur Welt die Augen des Geistes blind gemacht hat. Aber
nun wird er sie dem Lichte öffnen, und dann wird er erkennen, dass
sein Vater ihn immerdar gesucht hat, um ihm den Inhalt des Buches
des Wahren Lebens zu offenbaren.
41. Wie stark werden die Menschen sein, wenn sie sich mit
ihren Brüdern verbinden, die im Reiche des Lichtes wohnen! Doch
damit jene Zeit kommt, muss die Menschheit noch viel Bitterkeit
trinken.
42. Der Schmerz wird der Leidenskelch sein, der den Menschen
die Empfindsamkeit, den Edelmut, die Reinheit und die Geistigkeit
zurückgibt. Doch wahrlich, Ich sage euch, nicht euer Vater reicht
euch jenen Kelch, ihr selbst habt ihn gefüllt und müsst ihn
austrinken, damit ihr den Geschmack der Frucht aller eurer Werke
kennenlernt. Doch nach jenem Gericht könnt ihr euch zum wahren
Leben erheben, dessen Weg vom Lichte des Gewissens erleuchtet
sein wird.
43. Geliebte Arbeiter, habt ihr eine Gewissensprüfung vollzogen,
bevor ihr Mir eure Frucht darbrachtet?
44. Warum sehe Ich Weinen bei euch? Warum zeigen sich
Tränen in euren Augen?: Weil ihr nicht einverstanden seid mit dem,
was ihr getan habt.
45. Fürchtet euch nicht, Jünger, Ich nehme euren Liebestribut
an, jedes eurer Werke der Barmherzigkeit und selbst diese Tränen,
die ihr vergossen habt. Lehnt euer Haupt an Mich, erholt euch,
während ihr Meinem gütigen Worte lauscht, dann werdet ihr von all
euren Wunden genesen.
46. Die Aufgabe, die Ich euch anvertraut habe, ist schwierig,
und gerade dann, wenn ihr Meine Stimme vernehmt, vergleicht ihr
mit zunehmendem Verständnis die Vollkommenheit Meiner Unterweisungen
mit der Dürftigkeit eurer Werke, und dann findet ihr sie
klein und Meiner unwürdig. Aber Ich sage euch, über die Lauterkeit
oder das Fehlen derselben in euren Werken kann nur euer Vater
urteilen.
47. Ihr seht euch einem Volke gegenüber, das euch Tag für Tag
aufsucht im Verlangen nach Heilung, Ratschlägen, Licht und Trost,
und manchmal befürchtet ihr, ihm nicht das zu geben, was Ich euch
anvertraut habe.
48. Mir gefällt eure Furcht und euer Pflichteifer, denn dies wird
euch in eurer Entwicklung vorankommen lassen, durch welche ihr
alle Gaben, die Ich euch gegeben habe, entfalten und gebrauchen
werdet.
49. Verlangt euch danach, euch zu vervollkommnen? Dann hört
Meinen Unterweisungen aufmerksam zu. Niemand kann euch mit
der Liebe, der Weisheit und dem Zartgefühl korrigieren, mit dem Ich
es tue.
50. Wollt ihr eure Schandflecken abwaschen? Dann lasst zu,
dass Meine barmherzige Liebe euch mit ihrer weisen und vollkommenen
Gerechtigkeit heimsucht.
51. Ich tadle euch nicht vor euren Brüdern, noch stelle Ich euch
vor ihnen bloß. Ich verstehe es, mit Meinem Lichte jede Seele zu
erreichen und im Geheimen, mit leiser, aber eindringlicher Stimme
zu jedem Herzen zu sprechen.
52. Es werden Tage kommen, in denen Mein Wort sich strenger
kundgeben wird, denn je länger ihr Meine Lehre hört und Meine
Gebote empfangt, desto größer ist eure Verantwortung. Wenn ihr
wollt, dass der Meister nicht in strengem Tone zu euch spricht, so
könnt ihr es durch eure Folgsamkeit vermeiden, indem ihr Meinen
Anordnungen gehorsam seid, diese gesegnete Kundgebung nicht zur
gewohnten Alltäglichkeit für euch werden lasst und unermüdliche
Sämänner der Barmherzigkeit, des Lichtes und des Friedens seid.
53. Lasst zu, dass Mein Wort euch von Makeln und
Unreinheiten befreit und wartet nicht, bis der Schmerz euch läutert.
Hier, auf dem Grunde Meines Wortes könnt ihr alles finden, was ihr
braucht, um die vollkommene Art und Weise zu verstehen, Meine
Lehre auszuüben, und um Glauben zu haben für die Erfüllung eurer
Sühneaufgabe.
54. Denkt daran, wenn ihr einen entscheidenden Schritt auf dem
Wege zur Vergeistigung tut, dass nach euch die Generationen
kommen werden, die einen noch größeren Fortschritt erreichen
sollen. Ihr sollt als feste Fundamente bestehen bleiben, damit eure
Brüder sich auf ihnen voller Glauben erheben.
55. Ihr sollt innerhalb Meines Werkes ein neues Apostelamt
bilden. Lasst euch von den hohen Vorbildern jener anspornen, die
Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten. Doch wenn ihr erkennt, dass
einige von ihnen Augenblicke der Schwäche hatten, die sie fehlen
ließen, so achtet darauf, dass ihr nicht in jene Fehler verfallt. Seid
nicht furchtsam wie Petrus, damit ihr Mich nie verleugnet, und nährt
nicht Träume von irdischem Ruhm oder irdischer Größe, damit ihr
Mein Werk nicht für elendes Geld verratet wie Judas Ischariot, und
zweifelt nie an Meiner Gegenwart wie Thomas, damit ihr nicht
schmerzliche Reue fühlen müsst.
56. Wisset, dass Ich euch liebe, da Ich euch diese Liebe in
jedem Meiner Worte offenbare; aber vergesst nicht, dass Ich euch
auch streng behandeln würde, um euch von euren Fehlern oder von
eurer Hartnäckigkeit in einer Sache abzubringen, die für Meine
Jünger unpassend ist. — Was fehlt euch, um Meine guten Jünger
sein zu können? — Ihr habt alles. Umarmt euer Kreuz, tragt es mit
Liebe, denn an ihm werdet ihr zum Lichte empordringen, das eure
Seele erwartet, wenn eure Aufgabe beendet ist.
57. Eure Freude ist sehr groß, wenn ihr seht, dass Meine Liebe
neue Verstandesorgane zubereitet, durch die Ich euch Mein Wort
geben werde, denn ihr begreift, dass euch das Manna in der Wüste
nicht fehlen wird. Dies Wort wird die Nahrung sein, die euch die
Kräfte geben soll, um zu den Toren des Verheißenen Landes zu
gelangen.
58. Du betest, Volk, Meine Stimme entfernt dich von der Welt
und hilft dir, dich innerlich zu erheben. Wie oft musstet ihr auf den
Augenblick warten, in dem Mein Strahl zu euch herabkommt, um
beten zu können, weil ihr es vorher nicht vermochtet. Achtet darauf,
wie eure Seele in dem Maße, in dem sie sich läutert, Meine
Gegenwart immer näher fühlt. Schon ist die Zeit vorbei, in der ihr
Mich ferne fühltet, in der ihr Mich für einen König hieltet, der nicht
in der Lage ist, zu euch herabzukommen, weil ihr euch für unwürdig
und armselig hieltet. Daher bin Ich in drei Zeiten gekommen, um
Mich dem Menschen vollständig erkennbar zu machen.
59. Heute sage Ich euch: Macht euch innerlich bereit, damit ihr
Meine Liebe fühlt und Mich verstehen könnt. Wer sich zu
vergeistigen verstand, entdeckt überall Meine Spur, und in jedem
Augenblick fühlt er Meine Gegenwart in sich.
60. Kommt unermüdlich herbei, Mich zu hören. Ich gebe euch
die notwendigen Waffen, damit ihr die Hindernisse und schlechten
Einflüsse zu überwinden vermögt, die euren Lauf behindern können.
Überwindet die Welt, überwindet euch selbst, und ihr werdet zu Mir
gelangen. Kämpft, und Ich werde euch in eurem Kampfe nicht im
Stich lassen.
61. Nicht der Zufall war es, der euch herbeigeführt hat, um
Mich in dieser Zeit zu hören. Es ist Meine Vaterliebe gewesen, die
euch aus der großen Zahl der Menschen aussuchte, weil Ich euch
geistig als Erstgeborene erkenne. Auf euch senkte sich vor langer
Zeit Mein Gesetz und Meine Gerechtigkeit hernieder. Bei euch war
das Gesetz der Propheten und das Blut des Lammes. Auf euch liegt
jetzt das Licht Meines Heiligen Geistes, welches euch die
Geheimnisse erklärt.
In den vergangenen Zeiten bildete Ich aus euren Seelen ein Volk
— ein Volk, das in dieser Zeit, in der es inkarniert ist, sich
verborgen unter den Menschen befindet. Heute vereint euch nicht
die Rasse, das Blut, der Name, die Stämme; der eine weiß nicht
einmal, wo sich der andere befindet; und dennoch werdet ihr durch
den Geist vereint sein. Nur Mein durchdringender Blick kann euch
entdecken, doch nicht der Blick der irdischen Machthaber. Wer
könnte euch finden, um euch in die Knechtschaft, ins Gefängnis
abzuführen?
62. Auch wenn Ich euch Erstgeborene genannt habe — erwartet
nicht, dass sich irgend jemand vor euch verneigt; niemanden sollt
ihr demütigen. Ich allein weiß, wer "Erster" und wer "Letzter" auf
diesem Wege ist. Doch so, wie Ich euch zu Erben gemacht habe,
machet zu Erben eure Brüder. Vereinigt euch im Geiste, in eurer
Vorstellung, in Gedanken. Knüpft Bande der Liebe und des guten
Willens untereinander, dann werdet ihr stark sein und niemand wird
euch mehr erniedrigen. Pharaonen, Könige, Cäsaren und Henker
waren in vergangenen Zeiten über euch in Augenblicken der
Schwachheit Meines Volkes. Wer wird euch in dieser Zeit
unterdrücken, so ihr nicht schwach werdet? Ihr braucht niemandem
die Achtung zu versagen, um Mein Gesetz zu erfüllen. Ihr sollt
weder die Wissenschaftler, noch die Geistlichen irgendeiner
Konfession oder Religion zurückweisen. Eure Aufgabe beschränkt
sich darauf, die Offenbarung bekannt zu machen, die Ich euch
gebracht habe.
Ich spreche in dieser Weise zu euch, weil Ich, als Ich euch
erschuf, in euer Wesen Meinen Samen der Vollkommenheit legte.
Ich will, dass ihr durch eure Werke Mir ähnlich seid. Begnügt euch
nicht damit, Meiner Göttlichkeit dadurch ähnlich zu sein, dass ihr
Geist, Intelligenz, Gewissen und andere Eigenschaften besitzt, denn
all dies ist Mein Werk.
63. Ich werde euch keine Frucht anbieten und euch sagen: "Esst
sie, und ihr werdet wie Götter sein!" Ich habe euch gesagt: "Esst
dies Brot, damit ihr in Meiner Gnade lebt." Doch warum hat es der
Mensch nicht erreicht, seinem Meister durch seine Werke ähnlich zu
sein?: Weil er sich im Materialismus seelisch und moralisch
verunstaltet hat, und solange er Sehnsucht nach den Herrlichkeiten
der Erde hat, kann er das Gelobte Land nicht besitzen.
64. Ich sagte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen
würde, als dass ein reicher Geizhals in den Himmel eingehe. Doch
wenn Mich jemand fragt, ob der, der reich war, dazu verdammt ist,
niemals die Seligkeiten Meines Reiches zu genießen, so sage Ich
ihm: Sobald sich dieses Herz von seiner Habgier, seinem Egoismus
und seiner Vermaterialisierung freigemacht hat, wird er kein reicher
Geizhals mehr sein, und dann kann er in Mein Reich eingehen.
Meine Gerechtigkeit verdammt niemanden, und schon gar nicht auf
ewig. Das Feuer, von dem die Schriften zu euch sprechen, ist das
unerbittliche Gewissen, das wie das Feuer brennen wird, bis es die
Seele von jedem Flecken geläutert hat, und jenes Feuer endet,
sobald die Spur der Sünde verschwunden ist. Begreift, dass nicht Ich
es bin, der euer Urteil spricht: Ihr selbst seid es.
65. Die Zeit, in die ihr nun eintretet, ist jene, in der ihr den
Schatz entdecken sollt, mit dem Meine Vaterliebe jedes Menschenwesen
ausstattete, und den zu entdecken niemand auf Erden euch
gelehrt hat. Vielmehr wurden euch diese Lehren vorenthalten und
verheimlicht von den Menschen, aus Furcht, dass ihr euch selbst
erkennen würdet. Aber Ich bin nun gekommen, und Ich weiß, dass
niemand auf dem Entwicklungsweg der Seele und des Geistes
verlorengehen wird, und Ich ermutige euch, weiterhin euer Wesen
zu erforschen, zu studieren und zu erkennen — was ein Anfang ist,
um Mich zu finden und zu erkennen. Wer könnte euch daran
hindern, in euer eigenes Inneres zu blicken? Wer könnte den
Augenblick eurer geistigen Gemeinschaft mit Mir erfahren? Wer
könnte eure Augen dem Lichte der Wahrheit verschließen?
66. Ihr entdeckt euch selbst, und durch den Geist empfangt ihr
die Offenbarung des Geistigen Lebens. Wer von denen, die erwacht
sind und jenes Licht betrachtet haben, vermöchte wider seinen
eigenen Geist zu verstoßen? Wer würde wagen, seinen Körper
seines Daseins zu berauben, nachdem er eine Ahnung von dem hat,
was das Jenseits ist? Wisset, dass es nicht blinder Zufall war, der
euch zur Erde gesandt hat. Nichts geschieht ohne Meinen Willen.
Ich habe euch hergesandt, damit ihr Wächter des Friedens seid, den
ihr mit euren Brüdern teilen sollt mittels des Gebetes, des Wortes,
der Gedanken, wenn ihr von Geist zu Geist mit Meiner Göttlichkeit
Zwiesprache haltet.
67. Betrachtet Krieg, Hunger, Seuche und Tod als einen
düsteren Trauerzug, der von Volk zu Volk zieht und dabei Trauer,
Elend und Vernichtung sät. Kämpft gegen den Krieg, ihr habt die
Waffen der Liebe und der Barmherzigkeit. Ihr könnt schon in dieser
Welt Untertanen Meines Reiches des Friedens sein, wenn ihr
einander liebt.
Mein Friede sei mit euch!

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