BWL - Band IV - Unterweisung 89



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 4

Unterweisung 89:
1. Ihr habt auf dem Rücken euer Kreuz getragen; die Probleme
des Lebens sind wie eine Last auf eurer Seele gewesen, aber das
geistige Kreuz, das es in eurer Bestimmung gibt, habt ihr noch nicht
aufgenommen, um Mir zu folgen.
2. Die Stunde ist gekommen, in der die Menschen sich erheben,
um immer mehr ihre geistige Passion zu durchleben und ihr Kreuz
zu umarmen.
3. Jener Ausspruch, den Ich euch lehrte und den Ich mit
Meinem Blut auf Golgatha besiegelte: "Liebet einander", wird
letztendlich im Herzen der Menschheit erblühen.
4. Meine Liebe zu euch konnte es nicht erlauben, dass ihr
verlorengeht, und deswegen gab Ich euch in Jesus ein Wort mit
Ewigkeitswert, das euch zu jeder Zeit seinen Beistand leisten sollte,
damit ihr das Heil erreicht. Das Göttliche Wort wurde Mensch, um
euch zu retten. Wisst ihr etwa, ob nicht euer Geist in dieser Zeit
inkarnierte, um seine Geschwister zu retten?
5. Jesus war "Das Wort" Gottes auf dieser Erde; alles an Ihm
sprach — nicht nur Seine Worte, auch Seine Werke, Seine Blicke,
Seine Gedanken. Das sagt euch euer Meister, weil ihr jenem Vorbild
nacheifern könnt. Fähigkeiten hierfür fehlen euch nicht; es genügt,
dass ihr liebt und dass euer Herz von gutem Willen erfüllt ist, damit
diese in eurem Wesen schlummernden Fähigkeiten erwachen und
sich äußern.
6. Nehmt euer Kreuz und folgt Mir in Demut. Vertraut darauf,
dass während ihr jemandem Trost zusprecht, einem Herzen Frieden
oder einem Geiste Licht bringt, Ich auf alles achten werde, was mit
eurem materiellen Leben in Beziehung steht, und Ich werde nichts
vernachlässigen.
7. Glaubet daran, dass wenn Ich zu eurem Geiste spreche, Ich
auch einen Blick in euer Herz werfe, um in ihm seine Sorgen, seine
Bedürfnisse und seine Wünsche zu entdecken.
8. Die neue Morgenröte erleuchtet die Menschen, ihr Licht wird
in den Herzen der Menschen den Glauben entzünden.
9. Vielgeliebte Jünger, gewöhnt euch nicht an Mein Wort, damit
euer Herz jedes Mal, wenn ihr es hört, das Gefühl hat, dass dieser
göttliche Same in sein tiefstes Empfinden gefallen ist.
10. Ihr Seelen, die ihr das Licht sucht, kommet zu Mir und höret
dies Wort. Ihr traurigen Herzen, lasst Meine Stimme euch die
Hoffnung zurückbringen. Ihr von einem schweren Lebensweg
gekrümmten Körper, sucht in Mir die Kraft und richtet euch wieder
auf.
11. O Seelen, die ihr Mich hört, erlaubt nicht, dass die Probleme
des irdischen Lebens ihre Spur in euch hinterlassen, und noch
weniger, dass sie euch beugen. Sucht das Licht, das jede Prüfung
beinhaltet, auf dass dieses euch hilft, stark und maßvoll zu werden.
12. Wenn die Seele es nicht schafft, sich den Körper untertan zu
machen, wird dieser sie beugen und sie beherrschen; aus diesem
Grunde werden die Seelen schwach und glauben, dass sie mit dem
Fleische sterben.
13. Was Ich jetzt suche sind Geister, so wie Ich einstmals
Herzen suchte, damit sie sich untereinander lieben sollten.
14. Heute komme Ich, um euch eine Liebe zu lehren, die
jenseits des Menschlichen ist, eine Liebe, die alle Welten verbinden
wird.
15. Mein Wort offenbart euch, dass eure Bestimmung sich nicht
nur auf das irdische Leben beschränkt, sondern dass ihr eure
Mission im Geistigen fortsetzen müsst.
16. Ich bilde ein Volk heran, das sich wie ein großes Heer
erheben soll, das von den hundertvierundvierzigtausend durch Mein
Licht Gekennzeichneten wie von Fackeln, die den Weg erhellen,
angeführt wird.
17. Soldaten des Friedens werden dieses Volk bilden, Propheten
und Seher werden das Kommende ankündigen; Ärzte ohne
menschliche Wissenschaft werden die Kranken mit dem Balsam der
Barmherzigkeit und der Liebe heilen; von Meinem Lichte inspirierte
Ratgeber werden von göttlichen Unterweisungen sprechen, und ihre
Spur auf der Welt wird von Wiederherstellung, von Erneuerung und
von Geistigkeit zeugen.
18. Dieses Volk wird nicht nur aus Menschen bestehen; auch
große Heere von Geistern des Lichtes werden ein Teil davon sein,
deren unsichtbare Waffen jenen beistehen werden, die auf Erden
kämpfen.
19. Wollt ihr ein Teil dieses Volkes sein? Höret Meine Stimme,
betet, setzet euch hinweg über die Schwäche des Körpers und fangt
damit an, Meine Lehrsätze unter euren Mitmenschen zur
Anwendung zu bringen.
20. Wie könnten jene, die sich müde fühlen, Kräfte
weitergeben? Wie könnten Kranke ihre Mitmenschen, die die
Gesundheit verloren haben, heilen? Stärket und nähret euch bei Mir,
damit ihr euer Kreuz mit Freuden tragt.
21. Geliebtes Volk, Ich breite Meinen Mantel der Liebe über
alle Herzen aus.
22. Ich strahle derzeit Mein Licht von der Unendlichkeit her
und bereite euch zu, damit ihr morgen Mein Wort zu verstehen
vermögt; denn euer Glauben ist noch nicht echt. Wie oft habt ihr
euch selbst gefragt, ob die Ausstrahlung Jesu in diese Welt und in
diese Zeit Wirklichkeit ist. Ihr erweckt in eurem Inneren einen
Kampf, in welchem — während der Geist euch sagt, dass Meine
Offenbarung wirklich ist — das widerspenstige Fleisch mit seinem
Herzen und seinem kleinen Gehirne zweifelt, schwanket und
oftmals Meine Gegenwart in dieser Form verleugnet.
23. Fürchtet euch nicht, denn Ich segne euch sowohl wenn ihr
glaubt und Mich liebt, als auch dann, wenn ihr an Mir zweifelt und
euch vom Wege entfernt. Ich bevorzuge niemanden und zeichne
auch niemanden aus, Ich komme nur, um der Menschheit das Licht
zu geben, damit alle die Wahrheit haben.
24. Diese Botschaft, die Ich euch gesandt habe, als die Dritte
Zeit angebrochen ist, wird euch Klarheit und Gewissheit über das
bringen, was Meine göttliche Liebe birgt, und über das, was ihr von
Meiner vollkommenen Gerechtigkeit zu erwarten habt.
25. Ich bin der Sämann des Lichtes und kenne die beste Zeit
zum Säen und zum Ernten genau. Nachdem die Winde die Bäume
geschüttelt und die Erde getrocknet haben, ist die Zeit zum Säen
gekommen, und die heutige Zeit ist genau die Zeit, in der die Winde
die Welt peitschen und die Bäume entblättern. Dies ist eine Zeit des
Schmerzes, in der ihr anfangt, euren Leidenskelch zu trinken. Der
Kampf zwischen Materie und Geist ist nah, die Schlacht des Guten
gegen das Böse, des Lichtes gegen die Finsternis, der Wahrheit
gegen die Lüge.
26. Geschrieben steht seit langer Zeit, dass wenn die
Menschheit sich auf dem Höhepunkt der Verderbtheit befinden
würde, wenn die Welt der Sünde verfallen wäre, euer Gott kommen
würde, um euch Sein Licht zu geben.
27. Während die Menschen in dieser Zeit tötend triumphieren,
werde Ich siegen, indem Ich ihnen das Leben gebe. Meine göttliche
Aufgabe ist es, die Seelen zu retten, ihr habt noch nicht zu begreifen
vermocht, was "Heiland der Welt" bedeutet.
28. Das Leben schlägt in euren Herzen, ohne dass ihr Mich dort
fühlt, und trotzdem wundert ihr euch noch immer, dass Mein Geist
Licht auf euren Verstand ausstrahlt. Was ist für euch daran seltsam,
dass der Heiland auf der Suche nach den verirrten Seelen ist? Habt
ihr euch etwa gewundert, wenn ein Hirte sich auf die Suche nach
einem Schafe macht, das er verloren hat?
29. Schon vor eurer Erschaffung wusste Ich, dass ihr Mir nicht
gehorchen würdet, und dass Ich euch durch die Liebe retten würde.
Ich wusste, dass Ich Meine Göttliche Liebe in Jesus inkarnieren
müsste, welchen die Menschen ein Kreuz zum Throne geben
würden.
30. Ich war in Jesus, um euch die Kraft der Liebe zu lehren,
welche keine Grenzen hat, und die Ich beständig in Worten,
Heilungen, mit Meinem Blut und Meiner Vergebung verströmt habe.
Diese Liebe erweckte Lazarus und vergab Magdalena. Dennoch
denkt ihr, dass es unmöglich ist, dass Ich zur Welt zurückgekehrt
bin, weil ihr Mir in ihr den Tod gegeben habt. Doch Ich bin zum
Schoß des Vaters zurückgekehrt und ihr habt nicht begriffen, dass
ihr Mich nicht mehr als Mensch fühlen und euch vorstellen sollt,
sondern nur als Liebe.
31. Es ist zwar richtig, dass die Göttliche Liebe in jener Zeit
durch ganz reine Lippen sprach, wie es die Lippen von Jesus waren,
und dass sie sich jetzt durch die Lippen von Sündern offenbart,
durch die Ich euch Mein Wort verkünde, um euch Meine Lehre zu
übermitteln. Doch Ich muss euch auch sagen, dass der Wesensgehalt
in beiden Fällen derselbe ist, und dass sich Meine Liebe in dieser
Zeit in vollkommenerer Form offenbart, da Ich euch selbst zu
Meinen Sprachrohren mache, womit Ich euch einen Beweis dafür
gebe, dass eure Makel Mich nicht dazu bringen können, euch zu
verachten.
32. Während einige behaupten, dass die Menschen, durch die
Ich Mich kundtue, Gotteslästerer sind, sage Ich euch: Sie sind
Lerchen, die mit ihrem Gesang das Kommen eines neuen Tages
verkünden.
33. Schon in vielen Lektionen habe Ich euch über Meine
geistige Ausstrahlung auf die Menschen aufgeklärt, und trotzdem
dauert noch euer Zweifel an. Ihr hättet gerne, dass Ich euch
materielle Beweise gebe wie jene, die Ich euch in der Zweiten Zeit
gab, welche von kleingläubigen Menschen gefordert wurden, damit
sie an Mich glauben könnten.
34. Wenn die Sonne auf die ganze Natur und auf alle Wesen
Lebenslicht ausstrahlt, und wenn auch die Sterne Licht auf die Erde
ausstrahlen, — warum sollte dann nicht der Göttliche Geist Licht
auf den Geist des Menschen ausstrahlen?
35. Jetzt sage Ich euch: Menschen, geht in euch, lasst das Licht
der Gerechtigkeit, das seinen Ursprung in der Liebe hat, sich auf der
Welt verbreiten. Lasst euch durch Meine Wahrheit davon überzeugen,
dass ihr ohne wirkliche Liebe das Heil eurer Seelen nicht
erlangen werdet.
36. Ihr wisst, wozu Ich aufs neue gekommen bin. Haltet euch
also an Meine Lehre, die euch an den rechten Weg erinnert. Bis die
Welt die wirkliche Geistigkeit erreicht hat, werde Ich nicht
aufhören, Mich den Menschen zu nähern und dabei alle materiellen
und menschlichen Mittel zu nutzen, um Mich mit ihnen zu
verständigen. Ich erwarte eure Inspiration und eure Aufwärtsentwicklung,
sowie eure Ankunft in der Ewigkeit.
37. Ihr könnt den geistigen Aufstieg schon hier in dieser Welt
erreichen, welche euch so feindlich erscheint und die in Wirklichkeit
ein geeigneter und günstiger Ort ist, für den, der es versteht, von der
Tugend und der Liebe Gebrauch zu machen.
38. Es gibt viele Seelen, die leiden, viele Mütter, die weinen,
und viele gramvolle Herzen. Die Welt ist voll von Blut, Krankheit
und Trauer. Helft der Menschheit, veredelt eure Gefühle, übt mehr
Barmherzigkeit. Streckt eure Hand aus, um euren Nächsten zu
helfen, als ob sie eure Kinder wären, hört sie an, als ob sie eure
Geschwister wären, dann werdet ihr der Welt Liebe geben, und im
Tiefsten eures Herzens werdet ihr den Widerschein der Liebe eures
Vaters fühlen, als eine Liebkosung, die über euch kommt, um euch
zu ermutigen, den Kampf fortzuführen.
39. Schritt um Schritt, Augenblick für Augenblick nähert sich
die dafür bestimmte Zeit, in der Ich komme, um in Meinem
Heiligtum zu wohnen, welches bisher im Herzen der Menschen
verschlossen war.
40. Wer denkt, dass er, um sich Mir zu nähern, sein Leben nur
dem Geben widmen muss, ohne zu erwarten, etwas dafür zu
bekommen, oder dass er sich ohne eine unmittelbare Belohnung
opfern muss, ist im Irrtum; denn weil ihr so seid, wie ihr seid —
unvollkommen und sündig — wird jener, der euch aufsucht, um
euch um etwas zu bitten, derjenige sein, der euch einen Gefallen tut.
Denn dadurch, dass er euch braucht, gibt er euch die Möglichkeit,
dem Vater auf dem Wege der Barmherzigkeit näherzukommen.
41. Geht also, Jünger, hinaus in die Welt, um euren Mitmenschen
zu sagen, dass sie Mich in dieser Zeit — falls sie etwa auf
Meine Ankunft warten — nicht als Mensch sehen werden. Falls sie
auf Erden die Ankunft des Meisters erwarten, um wie in der Zweiten
Zeit Blinde, Gelähmte, Unheilbare und Besessene zu Ihm zu
bringen, werden sie Mich nicht als Mensch sehen, denn Meine
Gegenwart unter den Menschen ist rein geistig. Trotzdem können
sie Mir ihre Kranken anbefehlen, ihre Sorgen und Leiden erzählen,
denn Ich bin all Meinen Kindern nah und gegenwärtig.
42. Dies Licht, dies Wort, durch welches Ich euch in dieser Zeit
Meine Lehre gegeben habe, wird euch die geistige und einfache Art
und Weise zeigen, in der ihr euch untereinander heilen, trösten und
auf dem Lebensweg helfen könnt. Dies wird dann sein, wenn die
Kranken ihre Heilung durch die Liebe untereinander erreichen.
43. Ja, Menschheit, du hast das Feuer der Leidenschaften
entfacht, und danach habt ihr zum Himmel geschrien, um zu bitten,
dass er euch nicht bestraft, ohne dass ihr infolge eurer Blindheit
verstehen konntet, dass der Vater euch nicht bestraft. Ihr seid es, die
es nicht verstanden haben, den Weg zu finden, um das Feuer eures
Hasses und eurer Kriege mit dem kristallklaren Wasser der
Wiedergutmachung und der Tugend zu löschen. Denn ihr habt diese
Tugend nicht in euch gehabt, und ihr müsst nun das Feuer mit euren
Tränen und sogar mit Blut zu löschen beginnen.
44. Ich bin Derjenige, der es vermeiden wollte, dass ihr weint,
dass ihr Schmerz fühlt. Ich bin Derjenige, der will, dass ihr euch
erhebt und über euch selbst siegt.
45. Machet aus der Demut einen von euren besten Verbündeten,
um den geistigen Aufstieg zu erreichen. Denn die Pforten des
Himmels, welcher das Reich des Geistes ist, sind für den Hochmütigen
völlig verschlossen. Er hat sie nie durchschritten, noch wird
ihm dies je gelingen, aber wenn er demütig wird, werde Ich der erste
sein, der ihn lobt, und es wird Meine Barmherzigkeit sein, die ihm
die Tür zur Ewigkeit öffnet.
46. Indem Ich in dieser Weise durch Verstandesorgane zu euch
spreche, welche unfähig sind, sich selbst zu inspirieren, gebe Ich
euch den besten Beweis für Meine Gegenwart und für die Wahrheit
Meiner Einstrahlung. Warum verlangt ihr dann von Mir in
unlauterer Absicht Beweise? Seht, gerade sagte Ich euch, dass nur
die Demütigen in Mein Reich eingehen werden. Seid demütig, dann
werdet ihr die Liebe und die Barmherzigkeit verstehen, welche
Mein Wort in sich birgt.
47. Fordert Mich nicht heraus, denn dann werde Ich euch
fragen, welches Recht ihr hattet, wenn Ich euch jemandem die
Barmherzigkeit verweigern sah, der euch darum gebeten hatte.
48. Lasst Mein Wort in euren Herzen blühen; ihr wisst noch
nicht, wie viele von euch Meine Sämänner werden. Setzt euch über
die Furcht hinweg, die ihr vor den Vorurteilen der Menschen fühlt,
denn diejenigen, die solche Furcht empfinden sollten, werden Mir
nicht dienen, um diesen Samen in die Herzen ihrer Brüder zu säen.
Die Furcht ist nur eine Schwäche der materiellen Natur, das
Vertrauen und der Glaube hingegen sind Eigenschaften des Geistes.
49. Bedenkt, dass ihr sehr kalt gegenüber der Liebe Christi wart,
eures Meisters und Herrn, doch Ich frage euch: Was ist der Grund
für diese Gefühlskälte gewesen?
50. Ich habe euch in der Zweiten Zeit gesagt: "Die Füchse
haben Höhlen, die Vögel ihre Nester, doch der Sohn Gottes hat
keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann"; und heute, da Ich
an die Türen eurer Herzen klopfe, wollt ihr Mir nicht aufmachen.
Aber Ich werde aus euch allen Meine Jünger machen, denn Meine
Liebe wird nie besiegt werden.
51. Dieser Planet, der vom Vater als ein Abbild des Geistigen
Lebens bereitet wurde, damit die Menschenwesen inmitten seiner
Wunder ihren Schöpfer verehrend und verherrlichend lebten, wurde
später von den Menschen in ein Tal der Tränen und des Blutes
verwandelt. Seitdem ist diese Welt für jene Wesen, die durch eine
Feuerprobe aus Prüfungen und Läuterungen gehen mussten, ein Tal
der Sühne geblieben. Und dennoch — wie viele Menschen sehen
noch in dieser Erde das Himmelreich und die Ewigkeit!
52. Hier hat die menschliche Eitelkeit ihre Paläste und ihre
Throne errichtet, hier hat sich der Mensch zum König gekrönt und
sich in seiner Blindheit für Gott haltend anbeten lassen. Ich habe
seine Wünsche nicht vereitelt, noch habe Ich ihn jemals der Gabe
der Willensfreiheit beraubt. Ich wollte, dass er von sich selbst aus
das Licht der Wahrheit entdeckt und die Essenz des Lebens erkennt.
53. Meine Macht hat niemals eine Welt, eine Heimstatt oder
einen Ort der Sühne geschaffen, um die Kinder, die sich versündigen,
zu bestrafen. Wenn die Erde ein Schmelztiegel des Schmerzes
und der Bitterkeit ist, ist das ein Werk der Menschen gewesen.
54. Ich sage euch erneut, dass diese Welt mit ihrem Frieden,
ihren Wundern und ihren Offenbarungen im Anbeginn eine
Ähnlichkeit mit dem Geistigen Reiche bewahrte.
55. Wisst ihr, was Ich euch sagen wollte, wenn Ich zu euch von
Wiedergutmachung sprach?: Der Seele und dieser Welt ihre Reinheit
zurückgeben, damit sie für Meine Kinder das ist, was Ich von
Ewigkeit her für euch bestimmt habe: Eine Welt der Brüderlichkeit
zwischen den Menschen, wo man einen Kult der Harmonie mit
allem Geschaffenen und eine geistige Verehrung für den Herrn
ausübt.
56. Bin Ich nun euer Richter oder nicht? Ja, Menschheit, Mein
Urteil ist mit euch unerbittlich und streng, aber es ist aus der Liebe
Dessen geboren, welcher der Urheber des Lebens ist. Ich hätte all
jene vernichten können, die Meine Gesetze entweiht, gegen sie
gesündigt oder ihnen nicht gehorcht haben; aber welchen Wert hätte
es, euch durch den Tod zu besiegen? Hat die Wahrheit und die Liebe
etwa keine Kraft?
57. Ich will keine Toten, Ich will nicht ewig die Klagen jener
hören, die wegen einer Sühne weinen.
58. In den Anwesenden empfange Ich die Abwesenden; morgen,
wenn dies Wort nicht mehr zu hören ist, wird es durch die Lippen
Meiner Zeugen jenen mitgeteilt werden, die es nicht hörten. Liebt
euch, Jünger, auf dass euer Herz wie ein Rettungsboot für eure
Brüder sei.
59. Die Gute Botschaft dieser Zeit wird zu jedem Herzen und in
jeden Winkel der Erde gelangen. Die Botschaft, die Ich euch in der
Zweiten Zeit durch Jesus gab, ist bereits zum Wissensgut der
Menschheit geworden. Auf jenen gesegneten Samen wird der
fruchtbar machende Regen des Spiritualismus niedergehen, um die
Botschaft vergangener Zeiten zu erhellen und zu erklären.
60. Sucht nicht nur diejenigen auf, die glücklich leben, die
wenig von Sünde oder Schmerz wissen; kommt zum Aussätzigen,
zum Totschläger, zum Gotteslästerer und zu dem, der in seinem
Leben in Verwirrung geraten ist. Schreckt nicht vor dem Elend
zurück, das jenes Wesens euch äußerlich darbietet, denkt sogleich
daran, dass in jenem Menschen ein Geist wohnt, dass in jenem
Wesen ein Kind des Herrn wohnt, eines eurer Geschwister, mit euch
verbunden durch ewige und göttliche Bande. Haltet Mein Wort
immer in euch lebendig, damit ihr den Schmerz nicht an euch
vorbeigehen lasst, ohne ihn zu fühlen oder zu mildern.
61. Wer den Schmerz seines Nächsten fühlt, wer die Prüfungen
seines Bruders innerlich mitlebt, dem wird gewährt werden, dass
durch sein Gebet und durch seine Worte die schwere Sühne
aufgehoben wird, die auf jenen liegt, für die er sich verwendet oder
mit denen er leidet.
62. Sorget dafür, dass die Notleidenden euch nicht unvorbereitet
antreffen, wenn sie an eure Tür klopfen, denn dann wird euer Geist
kein Zeugnis ablegen können von Dem, der ihn zur Erde sandte, um
diese so schwere Mission zu erfüllen.
63. Euer Geist muss eine neue Menschheit schaffen, und dazu
muss er gegen das Böse, das die Welt umfangen hält, kämpfen.
Wachet für die Kinder, stärkt das Gute in der Jugend, denn die
neuen Generationen werden diejenigen sein, die eure hochherzigen
Werke fortsetzen sollen.
64. Glaubt ihr, dass Mein Blick die Abgründe nicht entdeckt, in
die jene stürzen, die zu leben beginnen, und die Gefahren, die jenen
auflauern, die keine Waffen haben, um sich zu verteidigen?
65. Volk, gewöhne dich nicht länger an die Verderbtheit,
bekämpfe sie, ohne mit Reinheit zu prahlen, empört euch auch nicht
über die Verfehlungen eurer Mitmenschen. Seid taktvoll, treffsicher
und wohlwollend beim Sprechen und in eurem Handeln, so wird die
Welt auf euch hören und wird auch euren lehrenden Worten
Aufmerksamkeit schenken. Ist es nötig, dass Ich euch noch einmal
sage, dass bevor ihr diese Lehre weitergebt, ihr sie leben müsst?
66. Studiert Mein Wort, Jünger, damit ihr seinen Wesensgehalt
entdeckt. Ich mache euch zu ersten Hütern dieser Offenbarung, die
ihr morgen der Welt bekannt machen sollt.
67. Dem Anschein nach enthält diese Offenbarung nichts
Großartiges, aber ihr werdet in der Zukunft noch erleben, welche
Bedeutung sie unter der Menschheit haben wird.
68. Unter diesem Volk gibt es Jünger aller Art; einige ahnen die
Größe dieses Werks und fühlen bereits die Erschütterung, die sein
Erscheinen in der Welt verursachen wird; andere geben sich damit
zufrieden, zu glauben, dass dies ein guter Weg ist, und es gibt auch
solche, die die Größe dieser Lehre nicht entdecken können und die
an ihrem Sieg und ihrem Einzug in die Herzen der Menschen
zweifeln. Ich sage euch, es ist ein Juwel, das Ich euch anvertraut
habe, dessen göttliche Lichtstrahlen ihr nicht erkennen wolltet, weil
ihr Meine Unterweisung nicht ergründet habt.
69. Vergesst nicht, dass auch zu Seiner Zeit am Worte Christi
gezweifelt wurde, denn die Menschen beurteilten Jesus aufgrund
Seiner Herkunft und Seiner Kleidung, und als sie erfuhren, dass Er
der Sohn eines Zimmermanns aus Nazareth und einer armen Frau
war — der sich später in Begleitung von armen galiläischen
Fischern aufmachen sollte, um eine Lehre zu predigen, die ihnen
seltsam erschien — da konnten sie nicht glauben, dass jener
Wanderprediger, der von Dorf zu Dorf zog und die Dürftigkeit seiner
Kleidung darbot, der König sei, welchen der Herr dem Volk Israel
versprochen hatte.
70. Ich gebe euch diese Hinweise, weil die Menschen den
äußerlichen Glanz suchen, der die Sinne blendet, um an die Größe
dessen glauben zu können, was nur mit dem Geiste gesehen und
gefühlt werden soll.
71. Ich musste Mein Blut vergießen, Mein Leben geben und
auferstehen, damit die Menschen die Augen öffneten. Welchen
Kelch soll Mein Geist jetzt trinken, damit ihr an Mich glaubt?
Menschheit: Was würde Ich nicht tun, um euch gerettet zu sehen?
72. Es bleibt noch eine kurze Zeitspanne, um zu euch zu
sprechen. Ich weiß, dass diejenigen, die Meine Kundgebung noch
nicht zur Kenntnis genommen haben, später zum Verständnis
derselben gelangen werden, um dann ihre Mission mit felsenfestem
Glauben zu umarmen.
73. Ich komme mit Geduld gewappnet; Ich bin Lehrer für den,
der um Meiner Lehre willen herbeikommt; Ich bin Arzt für den, der
nur die Gesundheit in Mir sucht; Ich bin ein nachsichtiger Richter
für den, der viel gesündigt hat und danach mit demütig gebeugtem
Haupte vor Mein Angesicht tritt, um Meine Vergebung zu erbitten.
Morgen, wenn sie ihr Verlangen erfüllt sehen, werden gerade ihre
Lippen sprechen, um die Unwissenden zu lehren. Sie werden zum
Göttlichen Arzt kommen, aber nur, um Balsam und Trost für die
Leiden ihrer Nächsten zu erbitten, und sie werden sich auch an
Meine Gerechtigkeit wenden, um für jenen einzutreten, der sie
beleidigt hat.
74. Ich habe euch gesagt, dass ihr, um Meister zu werden, erst
Lehrlinge und Jünger sein müsst.
75. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet.
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161