BWL - Band III - Unterweisung 79


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 79:
1. Einige haben Mein Wort in dieser Zeit frühzeitig gehört,
andere sind spät gekommen, doch wahrlich, Ich sage euch, nicht die
Länge oder die Kürze der Zeit, in der ihr Mir zugehört habt, ist es,
was euch geistigen Aufstieg und Fortschritt geben wird, sondern die
Inbrunst und die Liebe, mit der ihr Meine Lehre umarmt, und die
Barmherzigkeit, die in euren Werken vorhanden ist.
2. Kommt zu Mir, die ihr müde, traurig und nach Liebe
hungernd seid, jene, welche die Menschheit schlecht behandelt hat.
Kommt zu Mir, ihr Kranken. Ich werde euch die süße Liebe Meiner
Barmherzigkeit fühlen lassen. Ich will euren Kummer beseitigen
und euch zu Kindern des Friedens, des Lichtes und des Glaubens
machen. — Ihr fragt Mich, warum Ich zu euch gekommen bin: Weil
Ich sehe, dass ihr den Weg vergessen habt, auf dem ihr zu dem
Schoße zurückkehren sollt, aus dem ihr hervorgegangen seid, und
Ich zeige ihn euch von neuem.
3. Der Weg ist Mein Gesetz, und durch dessen Befolgung wird
die Seele Unsterblichkeit erlangen. Ich zeige euch die Pforte, die
ebenso schmal ist wie der Weg, den Ich euch seinerzeit mit Meiner
Unterweisung vor Augen führte.
4. Ich baue derzeit den Tempel wieder auf, auf den Ich Mich
bezog, als Ich Meinen Jüngern, die bewundernd den Tempel
Salomons betrachteten, sagte: "Wahrlich, Ich sage euch, von ihm
wird kein Stein auf dem andern bleiben, doch Ich werde ihn in drei
Tagen wiederaufbauen." Ich wollte damit sagen, dass jeder
äußerliche Kult, so prächtig er den Menschen auch erscheint, aus
dem Herzen der Menschen verschwinden wird, und Ich an seiner
Stelle den wahren, geistigen Tempel Meiner Göttlichkeit aufrichten
werde. Jetzt ist die Dritte Zeit, das heißt der dritte Tag, an dem Ich
den Wiederaufbau Meines Tempels beenden werde.
5. Jünger, Mein Wort ergießt sich über euren Verstand, damit,
wenn die Stunde kommt, in der ihr es nicht mehr hört, in euren
Herzen kein Hunger oder Durst vorhanden ist, Mich zu hören.
6. Liebt einander schon hier auf Erden und denkt daran, dass ihr
alle durch unlösliche geistige Bande verbunden seid und dass
unweigerlich der Zeitpunkt kommen wird, an dem ihr alle in der
Geistigen Welt vereint seid. Verursacht nicht nur Selbstanklagen für
jenes Leben, und wartet nicht, bis ihr euch in Gegenwart jener
schämen müsst, die ihr beleidigt habt.
7. Diejenigen, die die Sehergabe entwickelt haben, können
Meine Gegenwart bezeugen; doch jene, die sie nicht zu entwickeln
vermochten, und denen Glauben fehlt, sagen: Ich möchte sehen, um
glauben zu können.
8. Ihr möchtet, dass Ich euch Meine Wunde zeige, um sie zu
betrachten und eure Finger in sie zu versenken. Doch Ich sage euch:
Thomas erbat zwar diesen Beweis und er wurde ihm gewährt, doch
hernach weinte er über seinen Mangel an Glauben und gab sein
Leben hin, um Meine Lehre zu bezeugen. Wenn Ich euch diese
Gnade gewährte — würdet ihr das gleiche tun wie jener Jünger?
9. Der Tag, an dem Ich euch Meine Unterweisung gebe, ist ein
Gnadentag, weil der Friede Meines Geistes sich auf das ganze
Universum ergießt. Als uneingeschränkter Herr alles Geschaffenen
mache Ich Meine Gegenwart in allen fühlbar und fordere von jedem
Wesen und jeder Kreatur, dass es Mir die Erfüllung seiner Aufgabe
vorweist. Zuletzt suche Ich Meinen Tempel im Herzen des
Menschen, um in ihm zu wohnen.
10. Das Volk, das Mein Wort vernimmt, weiß nicht, ob seine
Werke, wenn es sie Mir vor Augen führt, sich Mir als wohlgefällig
erweisen. Ach, wenn ihr doch statt Furcht nur Wonne verspürtet,
wann immer Mein Göttlicher Strahl herabkommt. Doch euer Glaube
ist klein, und euer Ahnungsvermögen hat euch noch nichts über die
Schlacht gesagt, die auf euch zukommt, weshalb es notwendig ist,
dass Ich euch sage, dass unter dem Licht, welches das Sechste
Siegel verbreitet, sich alle Glaubensgemeinschaften, Religionen und
Sekten der Erde vereinen werden, um dem einen Gott, den alle
suchen, eine einzige Art der Anbetung darzubringen.
11. Auf diese trockenen Felder ist der fruchtbringende Regen
des Schmerzes herabgefallen, und bald werden sie dafür aufnahmefähig
sein, den geistigen Samen zu empfangen. Ich bilde derzeit ein
Volk heran, das von Tag zu Tag wachsen wird. Ich werde es aus
Menschen aller Rassen bilden, und seine erste Aufgabe wird darin
bestehen, mit seinen Werken der Liebe Furchen auf der Erde zu
ziehen, um später die Saat Meiner Wahrheit zu säen.
12. Wie sehr müsst ihr noch über Meine Lehre nachdenken und
euer Herz zubereiten, um euren Brüdern durch die Liebe und die
Barmherzigkeit eurer Werke ein wahrhaftiges Zeugnis und Vorbild
zu bieten!
13. Nutzt diese Unterweisungen, denn dies ist der Augenblick,
an dem Mein Licht, wenn es zu dem Verstandesorgan des Stimmträgers
gelangt, auf seinen Lippen zum Worte wird und zu euch vom
Geistigen Reiche spricht, das ihr alle zu bewohnen eingeladen seid.
14. Ich spreche zum Menschen, dessen Wesen dem Schöpferquell
Gottes entsprang, und welcher, da er den Göttlichen Hauch in
seinem Geiste empfing, in der Lage ist, seinen Vater zu verstehen
und geistige Zwiesprache mit ihm zu halten.
15. Ich bin euer Vater, aus Meinem Geiste kam die Idee, euch
zum Leben erstehen zu lassen, und diese Eingebung wurde
verwirklicht. In Meinem Geiste war der Wille, euch zu schaffen, und
der Mensch wurde gemacht. Ich wollte, dass ihr Ähnlichkeit mit Mir
haben solltet, wie es zwischen einem Vater und seinen Kindern sein
muss, und Ich gab euch Geist, und durch diesen Geist werdet ihr
unter allen Geschöpfen die Mir nächsten sein.
16. Ich habe dem Geist eine Aufgabe in der materiellen Welt
anvertraut, damit er in ihr ein weites Feld für seine Entwicklung
finde, eine Welt von Erfahrungen und kleinen und großen
Prüfungen, welche Stufenleiter, Prüfstein und Sühnetal sein würden.
17. Dem Geist wurde der menschliche Körper anvertraut, damit
er in ihm das wirkungsvollste und vollkommenste Mittel finde, um
sich zu entwickeln — ein Körper, der mit einem Gehirn ausgestattet
ist, damit der Geist durch dasselbe seine Intelligenz bekunde; ein
Träger von empfindlichen Nerven, damit er jedes Körpergefühl
wahrnehme. Auch wurde in den Körper das Herz gepflanzt, damit
die Liebe und alle guten Gefühle, die von ihm ausgehen, einen
menschlichen Vermittler haben sollten. Doch Ich wollte, dass diese
vom Vater mit so viel Gnade beschenkte geschöpfliche Kreatur, die
der in ihr inkarnierenden Seele als Stütze dienen sollte, schwach
sein sollte, damit die Seele in ihr kämpfe und sich niemals den
Neigungen des Fleisches überlasse.
18. Das Fleisch in seiner Schwachheit ist eigenwillig und
sinnlich, es liebt das Niedere, und daher muss es regiert werden.
Wer könnte diese Aufgabe besser erfüllen als die Seele, die mit
Kraft, Licht, Intelligenz und Willen ausgestattet ist? — Damit der
Fortschritt und die Entwicklung der Seele vor Gott und vor ihr selbst
verdienstvoll sein sollte, wurde ihr der freie Wille gewährt, um den
Weg des Guten oder des Bösen zu wählen, um so durch sich selbst
aufwärtszusteigen oder zu fallen.
19. So entstand der Kampf im Inneren des Menschen, ein
Kampf der Seele mit der Materie. Wer wird wohl als Sieger aus der
Schlacht hervorgehen? — Die Seele hatte keine Waffen, weil sie
ihren Entwicklungsweg erst begann; die Welt und die Materie
dagegen hatten viele Waffen, um sie zu besiegen, viele
Versuchungen, um sie zu Fall zu bringen, und viele Fallstricke, um
sie darin zu verderben.
20. Der Vater — vorausschauend und barmherzig und auf den
Sieg und das Heil der Seele bedacht — entzündete in ihr ein Licht,
das auf dem ganzen Weg als Leuchtfeuer dienen sollte, das sie in der
Finsternis leitet — ein innerer Richter bei jedem vollbrachten Werk,
ein Berater, der den Menschen immer zum Guten anstiften sollte
und ihn so davor bewahren sollte, Fehler zu begehen. Dies Licht,
das über die Seele zum materiellen Wesensteil des Menschen
gelangt, ist das Gewissen, ist der göttliche Funke, der niemals
erlischt, der Richter, der niemals zu bestechen ist, das Leuchtfeuer,
das niemals seine Lage ändert, der Führer, der niemals den Weg
verfehlt.
21. Dies sind die drei Teile, aus denen der Mensch besteht, das
heißt seine drei Naturen — die göttlich-geistige, die seelische und
die materielle in einer vollkommenen Vereinigung, damit die Seele
über die Prüfungen, über die Leidenschaften und die Stürme der
Welt triumphiert und schließlich das Geistige Reich in Besitz
nehmen kann.
22. Wenn ihr in Betracht zieht, dass die Sünde, die Irrtümer, die
Leidenschaften und das Böse in all seinen Formen unter den
Menschen immer das Übergewicht hatten — glaubt ihr da, dass man
sagen kann, dass der Geist die Schlacht verloren hat, oder dass das
Gewissen kein Gehör gefunden hat? — Im Augenblick könnt ihr
dies annehmen; denn es sind keine kleinen Prüfungen gewesen,
denen die Menschen unterworfen waren, und daher haben viele
dieselben nicht bestanden, und es war notwendig, dass sie in ihrem
Sturz den Kelch des Leidens leerten, damit sie erwachen und auf
jene Stimme hören würden, die so lange Zeit hindurch überhört
worden ist.
23. Jetzt ist die Zeit des Gewissens, des Gerichts und der
Endabrechnung, so wie die Zweite Zeit die des Anbruchs der
Vergeistigung und die Erste die des Naturgesetzes war.
24. Ich habe Mich der Menschheit in drei verschiedenen
Formen offenbart, wobei diese drei Formen jedoch einen einzigen
Wesenskern darstellen; daher sehen manche drei Gottheiten, wo nur
eine vorhanden ist.
23. Ich bin Einer, und erlaube nur, dass ihr Mir eine
Dreieinigkeit zuschreibt, wenn ihr begreift, dass Ich Mich in der
Ersten Zeit in Gerechtigkeit kundtat, dass Ich euch in der Zweiten
Zeit Meine Liebe offenbarte, und dass Ich euch für diese letzte Zeit
die Weisheit aufsparte.
26. Die Weisheit ist das Buch, das sich heute vor euch auftut
und euch seinen Inhalt an unendlichem Licht, an ungeahnten
Offenbarungen und nie erreichten Erkenntnissen zeigt. Nur dort
werdet ihr erfahren, was jenseits von euch existiert, und ihr werdet
euch dann den Grund für viele Meiner Unterweisungen der
Gegenwart und vergangener Zeiten erklären können.
27. Was wisst ihr über das Jenseits? Was weiß der Mensch von
dem, was nach diesem Leben kommt? Was wisst ihr über den
Grund, warum ihr geboren werdet, und darüber, warum ihr sterbt?
28. All das, was ihr Ungerechtigkeiten Gottes oder Ironie des
Schicksals nennt und das ihr Gerechtigkeit nennen solltet, werdet ihr
euch einleuchtend erklären, wenn ihr die Lektionen lernt, die euch
das Buch der Weisheit in der Dritten Zeit durch euer Gewissen
offenbart.
29. Wurde euch nicht geweissagt, dass jedes Auge Mich in
dieser Zeit schauen würde? Damit wollte Ich euch sagen, dass ihr
alle die Wahrheit erkennen würdet, die Ich bin.
30. Wie könnt ihr annehmen — obwohl ihr euch im Lichte des
Heiligen Geistes befunden habt — dass ihr für immer in der
Finsternis bleiben könntet?
31. Betrachtet die Menschen, wie sie sich vernichten und
hassen, einander die Macht entreißen, ohne vor dem Verbrechen,
dem Betrug oder dem Verrat zurückzuschrecken. Da gibt es
Menschen, die zu Millionen als Opfer ihrer Mitmenschen sterben,
und andere, die unter der Wirkung des Lasters zugrundegehen. Ist
etwa Licht in ihnen? Spricht etwa der Geist, der in ihnen lebt? Das,
was da ist, ist Finsternis und Schmerz, das Ergebnis des
Missbrauchs der Gabe des freien Willens und des Nicht-Hörens auf
die innere Stimme, und weil sie ihr Augenmerk nicht auf das Licht
jenes Gottesfunkens richteten, den ihr alle in eurem Wesen tragt und
welches der göttliche Lichtstrahl ist, den ihr Gewissen nennt.
32. Bis in den Abgrund ist der Mensch gesunken, und bis
dorthin hat ihn das Gewissen begleitet in Erwartung des geeigneten
Zeitpunkts, um Gehör zu finden. Bald wird diese Stimme sich in der
Welt mit einer so großen Gewalt vernehmen lassen, wie ihr es euch
jetzt noch nicht vorstellen könnt. Doch dies wird die Menschheit
dazu bringen, aus ihrem Abgrund des Hochmuts, des Materialismus
und der Sünde emporzusteigen, um sich in den Tränenströmen ihrer
Reue zu waschen und damit zu beginnen, sich auf dem Wege der
Vergeistigung aufwärts zu entwickeln. Ich werde allen Meinen
Kindern beistehen, denn Ich bin die Auferstehung und das Leben,
das die "Toten" aus ihrem Grab emporhebt. In diesem Leben, das
Ich der Menschheit heute anbiete, werden die Menschen Meinen
Willen tun und aus Liebe auf die Willensfreiheit verzichten,
überzeugt davon, dass, wer den Willen des Vaters tut, weder ein
Knecht noch ein Sklave ist, sondern ein wahres Kind Gottes. Dann
werdet ihr das wahre Glück und den vollkommenen Frieden
kennenlernen, welche die Frucht der Liebe und der Weisheit sind.
33. Volk, du bittest Mich um Vergebung für alle Fehler, die ihr
begangen habt, denn Mein Wort hat eure Seelen tief bewegt. Doch
Ich frage euch: Warum fühlt ihr nicht die gleiche Reue, wenn euer
Gewissen irgendeines eurer Werke missbilligt? Sind diese innere
Stimme und diejenige, die sich durch diese Stimmträger kundgibt,
etwa voneinander verschieden? Denkt nach und begreift, dass ihr
Mich nicht immerdar in dieser Form hört, um euch zur Reue zu
bewegen. Es ist notwendig, dass ihr euch nach und nach vergeistigt,
und dass ihr die Stimme eures Gewissens von Tag zu Tag mit
größerer Klarheit vernehmt, welches in euch als ein Buch der
Weisheit und Liebe existiert.
34. Begreift: Obwohl die Schöpfung dem Anschein nach
abgeschlossen ist, entwickelt sich dennoch alles, verwandelt und
vervollkommnet sich alles. Kann eure Seele sich etwa diesem
göttlichen Gesetz entziehen? Nein, Meine Kinder. Niemand kann
das letzte Wort über das Geistige, über die Wissenschaft, oder über
das Leben sagen, denn sie sind Meine Werke, die kein Ende haben.
35. Ich lehre euch, den Platz, den Ich einem jeden bestimmt
habe, in würdiger Weise einzunehmen, und mit Folgsamkeit und
zugleich mit Unbeirrbarkeit dem Pfad zu folgen, den Meine
Vaterliebe für euch angelegt hat. Mein Himmlisches Wort erleuchtet
sowohl den, der die Stellung eines Herrn innehat, als auch den, der
die Aufgabe eines Untergebenen erfüllt; es ist wie das Licht der
Sonne, das alle bescheint.
36. Noch haben die Menschen auf Erden nicht ihre größten
Werke vollbracht, jene, die Meinem Vaterherzen eine göttliche
Genugtuung verschaffen. Noch immer erweisen sich ihre aus
menschlicher Sicht wunderbaren Werke als klein, wenn ihre
Urheber sie mit Meinen Gesetzen der Liebe beurteilen. Das ist der
Grund, weshalb viele Wissenschaftler sich nicht um das Geistige
bemühen wollen, denn sie wissen, dass dort die Gegenwart Dessen
ist, der alles weiß — Dessen, der alles sieht und alles richtet. Sie
ziehen es vor, Mein Dasein zu leugnen, in der Meinung, damit die
Stimme ihres Gewissens zum Schweigen zu bringen.
37. Glaubt nicht, dass Ich Meine Kinder um der Tatsache willen
schlecht beurteile, weil sie die Geheimnisse der Natur kennenlernen
wollen. Nein, Meine Weisheit ist das göttliche Erbe, das Ich für
Meine Kinder bereithalte. Doch Ich richte sehr wohl den Zweck
oder die Absicht der Wissenschaftler, wenn diese Absicht nicht nach
den Zielen ausgerichtet ist, für welche ihnen die Naturgeheimnisse
offenbart wurden.
38. Wenn Ich euch sage, dass Meine Weisheit euer sein wird —
glaubt ihr da, dass ein einziges Erdenleben ausreichen kann, um
alles zu erfahren, was Ich euch zu offenbaren habe? Wenn Ich euch
sage, dass ihr die menschliche Wissenschaft nicht erlangen könnt,
ohne den weiten Entwicklungsweg zurückzulegen, so könnt ihr noch
weniger die Erkenntnis des Geistigen erwerben ohne eine
vollständige Entwicklung eures Geistes.
39. Ich stelle nicht die Vergeistigung in einen Gegensatz zur
Wissenschaft, denn dieser Irrtum war jener der Menschen, niemals
der Meine. Im Gegenteil, Ich lehre euch, das Geistige mit dem
Materiellen in Einklang zu bringen, das Menschliche mit dem
Göttlichen, das Vergängliche mit dem Ewigen. Dennoch erkläre Ich
euch, dass man, um auf den Pfaden des Lebens zu wandeln, zuvor
den Weg kennen muss, den euch das Gewissen bahnt, dessen
Geistiges Gesetz dem Göttlichen Geiste entspringt.
40. Der Mensch glaubt, nach seinem Willen zu handeln, er
glaubt, von jedem höheren Einfluss auf ihn frei zu sein, und hält sich
schließlich für unabhängig und für den Gestalter seines eigenen
Schicksals, ohne zu ahnen, dass die Stunde kommen wird, in der
alle begreifen werden, dass es Mein Wille war, der sich an ihnen
vollzog.
41. Viele Werke der Göttlichen Gerechtigkeit werden auf Erden
zu sehen sein; unter ihnen werdet ihr auch das erleben können, dass
Wissenschaftler ungebildete, einfache Leute aufsuchen, die in ihrem
Herzen den Samen der Vergeistigung tragen, oder die die Gabe der
Zwiesprache von Geist zu Geist entwickelt haben, um durch sie die
Offenbarungen zu vernehmen, die ihr Verstand nicht entdeckte.
42. Dir, Volk, das Mir zuhört, sage Ich noch einmal, dass du
Meine Unterweisungen beherzigen sollst, denn der Zeitpunkt rückt
näher, an dem diese Kundgebung zu Ende geht, und dann wird der,
der sich nährte, lernte und das Geistesgut bewahrte, stark sein; doch
wer es nicht verstand oder es nach seinem Gutdünken auslegte, wird
schwach sein.
43. Seht ihr, wie viele Menschenscharen Mich in dieser Zeit der
Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan umgeben?
Wahrlich, Ich sage euch, nach 1950 werden es nur noch wenige sein,
die Mir nachfolgen.
44. Heute versteht ihr nicht, was Ich euch sage, doch alsdann
werdet ihr es begreifen.
45. Erahnt mit eurem Geiste die Stufenleiter, die sich vor euch
in die Unendlichkeit erhebt. Es ist wie ein leuchtender Pfad, der
euch einlädt, zum Schoße des Vaters zu kommen, welcher ein Schoß
des Friedens und unaussprechlicher Freude ist.
46. Ich fand euch verloren wie Schiffbrüchige ohne Kompass,
wie verirrte Wanderer in der Wüste; doch Ich sandte euch ein Licht,
das euch half, einen Weg voller Hoffnung, Glauben und Trost zu
finden, der euren Geist ermutigte und mit Lebenskraft und Energie
durchflutete, um dem verheißenen Ziel entgegenzugehen.
47. Am Ende der Stufenleiter, dort auf dem Gipfel, gibt es eine
Heimstatt, zu der zu gelangen ihr alle bestimmt seid, die ihr jedoch
durch Verdienste, durch Glauben, durch große Liebe und grenzenlose
Barmherzigkeit erringen müsst, wobei ihr Hindernisse niederreißen,
Widrigkeiten besiegen und Feinde überwinden müsst, bis ihr
schließlich zum Neuen Gelobten Lande kommt, das nicht von dieser
Welt ist.
48. Diese Stufenleiter ist ein gerader Weg, auf dem es keine
Fallstricke oder Labyrinthe gibt, womit Ich euch begreiflich machen
will, dass ihr bei der Erfüllung Meines Gesetzes keine Schwierigkeiten
vorfinden werdet.
49. Geht festen Schrittes auf diesem Wege, kämpft für euren
Aufstieg, Ich werde euch stark machen. Begreift: Wenn es nicht mit
Meiner Macht und Meinem Lichte ist — mit welchen Waffen wollt
ihr dann kämpfen und euch verteidigen? Wenn Ich euch nicht Mein
Lichtschwert gewährte — womit würdet ihr eure Versuchungen
überwinden? Wenn Ich euch nicht mit Meinem Mantel deckte —
wie könntet ihr euch von euren Feinden befreien? Doch wahrlich,
Ich sage euch, auch Meinen Schutz und das Licht Meines Schwertes
müsst ihr durch eure Verdienste gewinnen!
50. Eure Spuren sollen auf dem geistigen Pfade sichtbar
bleiben, der sich vor euch auftut. Es sollen Beispiele guter Werke,
von Entsagungen, edlen Taten, hoher Liebe und Barmherzigkeit
ohne Grenzen sein.
51. Einem jeden ist seine Bestimmung vorgezeichnet durch
seine geistige Aufgabe und seine menschliche Aufgabe. Beide
müssen in Einklang miteinander sein und auf dasselbe Ziel gerichtet
sein. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich werde nicht nur eure
geistigen Werke in Betracht ziehen, sondern auch die materiellen,
denn auch durch sie kann der Geist Verdienste erwerben, wenn in
ihnen Liebe und Barmherzigkeit gegenüber euren Brüdern
vorhanden ist.
52. Ihr werdet nicht allein sein auf der Wanderschaft; vor euch
gibt es viele Wesen — die einen sehr nahe und die andern weiter
entfernt — die gleichfalls Schritt für Schritt voranschreiten und die
wachen und beten für die, die hinter ihnen wandern. Sie haben nicht
die Wunschvorstellung, alleine anzukommen oder als erste, sondern
ihren Brüdern den Weg zu ebnen, damit eines Tages die Freude der
Ersten die Freude aller ist.
53. Wie herrlich ist dieser Weg in Meinen Augen! Wie erquickt
sich Mein Geist, wenn er den Fortschritt Meiner Kinder und ihre
Anstrengung sieht, aufwärtszusteigen, um neue Grade der Vollkommenheit
zu erreichen!
54. Da gibt es Wesen von allen Welten und Jenseitssphären, die
einen im Geiste und die andern inkarniert, und alle erfüllen
unterschiedliche Aufgaben. In der Unendlichkeit (jenseitiger
Welten) ist es, wo ihr eure Heimstatt errichtet, um morgen den
Frieden des Geistes zu genießen.
55. Solange ihr noch auf das Ziel zugeht — lasst euren Verstand
zur Ruhe kommen, der manchmal einem Sturme gleicht, und lauscht
auf Mein Wort, schenkt ihm Aufmerksamkeit und ergründet es, denn
es ist das Licht des Leuchtfeuers zu eurer Errettung. Viele sind als
Schiffbrüchige zu Mir gekommen; doch Ich habe ihnen Meinen
Frieden gegeben, der wie ein Rettungsboot gewesen ist, und Ich
habe sie von neuem aufs Meer entsandt, um ihre Brüder zu suchen,
die verirrt sind.
56. Wer die Gewissheit hatte, zugrundezugehen, und plötzlich
spürte, dass eine behutsame Hand ihn vor dem Abgrund rettete,
versteht natürlich seine Mitmenschen, wenn er sie in eben derselben
Situation sieht und ihnen die Hand entgegenstreckt.
57. Wer Meine Liebe nicht kennt, wird sie seinen Brüdern nicht
fühlbar machen können; doch wer sie während seines ganzen
Lebens zu fühlen vermag, der legt Zeugnis von Mir ab und findet
tiefe Beglückung darin, an seinen Brüdern das zu tun, was der Vater
an ihm getan hat.
58. O geliebtes Volk, der Meister möchte, dass du Seinen
Unterricht verstehst und nach Seiner Unterweisung handelst. Ich
habe euch gesagt, dass Meine Lehre ein schmaler Weg ist; denn
wenn ihr auf der einen Seite von ihm abweicht, werdet ihr euch von
Meinen Gesetzen der Liebe entfernen, und auf der anderen Seite
werdet ihr in Gefahr sein, dem Fanatismus anheimzufallen, was
Blindheit und Stillstand bedeutet. Die Versuchungen sind auf beiden
Seiten des Pfades, doch das Göttliche Licht leuchtet immer vorn am
Horizont und lädt euren Geist zur Aufwärtsentwicklung und zur
Vollkommenheit ein auf dem geraden und schmalen Weg des Guten.
59. Jemand fragt Mich in seinem Herzen: "Ist es zwingend
notwendig, zu lieben, um das Heil zu finden?" Doch der Meister
antwortet: Nein, es ist nicht "zwingend notwendig", zu lieben, um
das Heil zu finden, denn Liebe wird nicht unter Zwang gegeben, sie
soll natürlich und spontan entstehen. Derjenige, der diese Frage
gestellt hat, tat dies nur deshalb, weil in ihm diese Empfindung noch
nicht geboren wurde; doch sie wird schließlich in ihm keimen und
erblühen, und dann wird er begreifen, dass die Liebe in der Seele
etwas ist, das mit ihm geboren wurde wie die Früchte der Erde; dass
es das natürlichste ist, dass er in seinem Herzen den Samen trägt,
welcher ein Keim des Lebens ist. So ist die Liebe in der Seele der
Keim für die Ewigkeit.
60. Ihr habt verstanden, Jünger; doch sogleich kommen euch
Zweifel, ob diese Menschheit sich durch die Liebe retten kann, da es
gerade dies ist, was ihr fehlt. Darauf sage Ich euch, dass die Liebe
wie ein göttlicher Same ist, der niemals absterben kann, der im
geheimsten Winkel des menschlichen Herzens verborgen bleibt, und
wenn er bis jetzt noch nicht gekeimt hat, so nur, weil er nicht mit
dem Wasser der Wahrheit bewässert wurde; denn das Wasser, das er
empfangen hat, ist nur scheinbare Liebe gewesen. Selbstsucht,
Falschheit, Heuchelei, leere Worte (vorgetäuschten) "Lichts", das ist
es, was das Herz der Menschheit Tag für Tag erhält. Doch ist es
möglich, dass das Herz sich von etwas nährt, das keine Lebensessenz
der Ewigkeit enthält?
61. Ich, der Göttliche Sämann, welcher die Felder mit Liebe
bearbeitet, um ihnen Leben zu geben, kam, um sie mit Meinem
eigenen Blut zu bewässern, und jetzt, in dieser Dritten Zeit, werde
ich euch einen weiteren Beweis der Macht und des Lebens geben,
die der Same der Liebe in sich birgt.
62. Wenn Ich euch "Arbeiter auf Meinen Feldern" genannt habe,
geschah dies nicht, weil ihr es schon tatsächlich seid, sondern weil
Ich will, dass ihr mit Mir zusammen an dieser Göttlichen Aufgabe
arbeitet, eure Brüder aus Liebe zu retten.
63. Ihr seid weit gewandert, und Ich sage euch in dieser Zeit:
Haltet inne und ruht euch aus! Durch alle Wechselfälle des Lebens
hindurch seid ihr Meiner Spur treu geblieben. Lasst all diese
Bitternis hinter euch, die ihr auf dem Lebensweg erfahren habt.
Wenn ihr diesen Samen (Meines Wortes) in euren Herzen aufzunehmen
beginnt, erkennt ihr, dass Ich euch immer mehr übergebe
und keine Rechenschaft darüber von euch fordere. Doch wisset, dass
ihr die Pflicht habt, diesen Samen in eurem Leben zu pflegen, denn
der Tag wird kommen, an dem Ich als Verwalter Meiner Ländereien
erscheine und von euch Rechenschaft verlange über eure Arbeit.
Arbeitet mit Liebe und Eifer, aber auch mit Einfachheit und
Natürlichkeit. Ich will nicht, dass sie euch Fanatiker nennen, Ich
will nicht, dass Mein Werk in eurem Verstand zu einer Besessenheit
wird. Gebt Meine Wahrheit durch wahre Nächstenliebe weiter und
verlangt nichts dafür, denn Ich werde euch Gerechtigkeit
widerfahren lassen.
64. Seid frohgemut in dem Bewusstsein, dass ihr eine schöne
Aufgabe habt, die euer Vater euch anvertraut hat, und denkt immer
daran, dass wenn euer Kreuz schwer ist, ihr den Allmächtigen als
Beistand habt. Steigt den steilen Berghang hinauf, denn es ist nicht
zwangsläufig Golgatha, das euch erwartet, sondern Meine
Vaterliebe.
65. Wachet, damit diese Offenbarung von niemandem verfälscht
wird. Läutert eure Andachtsformen, soviel ihr könnt, und vermehrt
euer Verständnis und eure Vergeistigung. Mein Werk ist in jeder
Hinsicht vollkommen; doch wenn ihr einmal etwas entdecken
solltet, das ihr für unvollkommen haltet, so seid gewiss, dass diese
Unvollkommenheit nicht göttlich ist, sondern menschlich. — Betet
für alle Nationen der Welt, erkennt, wie sie Tag für Tag durch den
Schmerz geläutert werden und sie sich immer wieder durch die
Sünde beflecken. Betet, damit es in ihnen licht wird und sie — wenn
sie den Zeitpunkt erkennen, an dem sie rein sind — diese Lauterkeit
zu bewahren verstehen. Denn dann werden sie würdig sein, Mich
bei sich zu haben, und genügend empfindsam, um Meine Gegenwart
zu fühlen.
66. Ich segne alle Völker — jene, die Mich lieben, und die,
welche Mich ablehnen — sowohl die, die Mir nachfolgen, als auch
jene, die sich von Mir entfernt haben. Alle sind dazu berufen, in
Meine Gegenwart zu gelangen, und früher oder später werden sie
den Weg finden, der sie zum Heim des Vaters führt, der sie liebevoll
erwartet.
67. Ihr alle werdet zu dem Tische gelangen, an dem sich "die
Ersten" erquickt haben, und ihr werdet erleben, dass genügend
Plätze und Speisen da sind, die auch euch erwarten. Bringt dies
Gleichnis zur Anwendung, sowohl im materiellen Leben, als auch
im geistigen, und ihr werdet begreifen, dass für diejenigen, welche
die Gesetze des menschlichen Lebens und die des Geistes erfüllen,
kein Grund besteht, Schmerz fühlen zu müssen. Denkt über diese
Unterweisung nach, und — auf das Innerste eures Herzens
konzentriert — vernehmt die Stimme eures Gewissens.
Mein Friede sei mit euch!

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