BWL - Band IV - Unterweisung 85


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 85:
1. Wohl denen, die das geistige Gebet ausüben, da sie Meine
Gegenwart fühlen; aber wahrlich, sage Ich euch, Ich empfange alle
Gebete, wie immer die Form auch sein möge, in der ihr sie zu Mir
emporsendet. Ich achte auf jeden Anruf und auf jede Bitte, ohne die
Form zu beurteilen, und beachte nur die Not, mit der ihr Mich sucht.
2. Warum sollte Ich nicht jene erhören, die auf eine unvollkommenere
Weise beten, da Ich weiß, dass schließlich alle das
wahre Gebet ausüben werden? Einstweilen höre Ich euch in den
verschiedenen Formen, in denen ihr eure Bitten vor Mich bringt,
denn das wesentliche ist, dass ihr Mich sucht. Doch wahrlich, sage
Ich euch, es gibt kein Gebet, das nicht von Mir vernommen wird.
Für Mich zählt nur der gute Wille Meiner Kinder.
3. Ich zeige euch die Wahrheit durch eine vollkommene Lehre.
Versuchet sie auszuüben und ihr werdet beim Beten das Gefühl
haben, Mein Licht zu schauen und Meinen sanften Rat zu hören.
4. Ihr seid noch fern davon, die Vollkommenheit erreicht zu
haben; aber strebt nach ihr, ohne stehenzubleiben, träumt von der
Erhabenheit eurer Mission und macht aus der Wahrheit euer Ideal.
5. Volk, deine Mission ist es, eine Bresche zum Lichte zu
schlagen und die Menschenscharen, die heute nahen, und auch die
kommenden Generationen zu ihm zu führen.
6. Lasst euch auf diesem Pfade von eurem Gewissen leiten,
damit ihr nie erlaubt, dass euer Herz als ein Thron für die Eitelkeit
verwendet wird, denn dann würdet ihr vergeblich arbeiten.
7. Lasst euren Blick nicht von dem strahlenden Ziele abirren,
auf das ihr zustrebt. Macht euch nichts aus den Schwierigkeiten,
Hindernissen oder Dornen des Pfades; diese Widrigkeiten werden
euch inbrünstiger nach dem Glück verlangen lassen, das Reich des
Friedens zu erreichen. — Ihr fragt Mich: Meister ist es unerlässlich,
den Kelch der Bitterkeit in diesem Leben zu trinken, um die
Wonnen ersehnen zu dürfen und zu verdienen, die Deine
Barmherzigkeit uns für das Geistige Leben verspricht? Nein, Meine
Kinder. Wenn diese Menschheit in ihrer ständigen geistigen
Entwicklung einmal den wirklichen Wert der menschlichen
Besitztümer begreifen wird, wenn sie versteht, dass der Genuss und
die Güter der Erde nur ein blasser Abglanz dessen sind, was die
Glückseligkeit im Geistigen Leben ist, wird sie es nicht mehr nötig
haben, auf diesem Planeten zu leiden, um die geistigen Wonnen und
Freuden zu erlangen; denn dann werden die Menschen lernen, mit
ihrem Glück und ihren Siegen zu leben, ohne sich an das Vergängliche
zu binden, und sie werden dafür kämpfen, durch geistige
Verdienste das höhere Leben zu erreichen, das sie unerbittlich
erwartet, das wahre Leben.
8. Menschen, in diesem Zeitalter sollt ihr den großen Reichtum
an Glauben und Hoffnung, die ihr aus eurem Herzen vertrieben habt,
wieder einsammeln, damit ihr mit ihm den Berg ersteigt, als ob ihr
in eurem Innern eine brennende Fackel trüget, die euren Weg erhellt.
9. Wer in dieser Weise lebt und auf diesem Pfade wandelt, wird
Kind des Volkes Gottes sein; der Ort auf Erden, den er bewohnt, das
Blut, das in ihm fließt, oder die Sprache, die er spricht, ist
unwichtig. Er wird Mein Jünger sein, weil er Zeugnis von Meiner
Wahrheit ablegen wird.
10. Ihr sollt nicht mehr glauben, dass das israelitische Volk das
Volk Gottes ist. Ich bewirkte, dass diese Rasse sich über die ganze
Welt verstreute, denn wahrlich, Israel ist keine Rasse, es ist ein
Geistiges Volk, zu dem zu gehören ihr alle berufen seid.
11. Wenn Mein Volk Israel von dieser Welt wäre — glaubt ihr,
dass Ich dann seine Vertreibung aus Judäa erlaubt hätte, dass Ich
zugelassen hätte, dass sich Seine Stämme unter den Nationen
zerstreuen? Glaubt ihr, dass wenn dies Wahrheit wäre, Ich erlaubt
hätte, dass der Tempel Salomons zerstört und entweiht und die Stadt
Jerusalem niedergerissen und angezündet wurde, sodass kein Stein
auf dem andern blieb?
12. Denkt über all dies nach, damit ihr versteht, dass das
Geistige Reich seine Grundlagen nicht auf dieser Welt haben kann.
Darum sagte Ich euch durch Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt".
13. Die Kinder des Volkes Gottes, die wahren Kinder Israels
sind jene, die die Wahrheit lieben, die das Gesetz erfüllen, die Gott
in ihrem Nächsten lieben.
14. Untersucht Mein Wort, prüft es nach, wenn ihr wollt.
Entfernt die Körner aus den Ähren und betrachtet das Samenkorn.
15. Glaubt ihr, dass sich wegen Meiner ersten Worte in dieser
Unterweisung, als Ich euch sagte, dass es viele gibt, die auf
unvollkommene Weise beten, eure Mitmenschen beleidigt fühlen
könnten?
16. Wahrlich, sage Ich euch, es ist nötig, dass ihr alle die Wahrheit
kennt, und diese Wahrheit ist, dass die kultischen Handlungen
des Menschen gegenüber Gott eine lange Entwicklung gehabt und
unaufhörliche Änderungen erfahren haben. Das Gebet, das der Kern
der Kulthandlungen ist, hat auch Wandlungen erfahren. Ich habe
euch während eurer ganzen Entwicklungszeit immer Meine Gegenwart,
Meine Barmherzigkeit und Mein Licht fühlen lassen.
17. Als ihr vor dem Götzen niedergekniet seid, um ihn um das
tägliche Brot zu bitten, gab er euch nichts, weil kein Leben in ihm
war; aber Ich habe euch gehört und gab euch das Brot. Danach
wurde euch die Existenz des wahren Gottes bekannt, und dieser
Glaube erstarkte durch das Wort, das Christus der Menschheit
hinterließ; doch trotz des Glaubens an die Existenz Gottes als Geist
hat eure traditionelle Neigung, das Göttliche materiell darzustellen,
um es nahe zu fühlen und sehen zu können, euch dazu gebracht, das
Bild Gottes mit euren eigenen Händen zu formen, dargestellt in der
körperlichen Gestalt des gekreuzigten Christus. Vor jener von
Menschenhänden gemachten Gestalt seid ihr niedergekniet, um zu
bitten, und ihr habt eure Augen auf das blutige Abbild gerichtet,
damit euer Herz davon bewegt werde und ihr fühlen könntet, dass
ihr Mich anbetet.
18. Ihr habt jetzt eine Zeit der Vergeistigung vor euch, die ihr
"Die Zeit des vollkommenen Gebets" nennen könnt; denn Ich bin
gekommen, um euch zu lehren, mit Mir von Geist zu Geist in
Verbindung zu treten. Damit euer Geist mit der ihm eigenen Sprache
sprechen lernt, einer "Sprache", die den Menschen heute noch
unbekannt ist, die aber Gott und die Geister gut kennen und
verstehen, will Ich, dass ihr begreift, dass ihr jede äußerliche
Kulthandlung und jegliches materielle Opfer aufgeben müsst. Ihr
seid in dieser Zeit reif genug dafür, weil ihr Mir mit Demut
zuzuhören versteht und nicht mehr wie damals seid, als ihr zum
ersten Mal hierherkamt und dies Wort als Gotteslästerung
verurteiltet, obwohl ihr euch für Christen hieltet.
19. Heute versteht und bejaht ihr Meine Unterweisungen,
überzeugt davon, dass ihr erst jetzt lernt, wahre Christen zu sein, da
ihr dabei seid, die Art und Weise zu erkennen, jene Lehre in eurem
Leben anzuwenden, und ihr außerdem eine neue Zeit erlebt, die
euch einen Funken desselben Lichtes bringt, eine Botschaft der
Vergeistigung.
20. Seinerzeit lehrte Ich euch die größte Tugend, welches die
tätige Nächstenliebe ist; Ich inspirierte euer Herz und machte eure
Gefühle empfindsam. Jetzt offenbare Ich euch die Gaben, mit denen
euer Geist versehen ist, damit ihr sie entfaltet und sie anwendet, um
unter euren Nächsten Gutes zu tun.
21. Die Kenntnis des geistigen Lebens wird euch erlauben,
ähnliche Werke zu vollbringen wie die, die euer Meister tat. Erinnert
euch, dass Ich euch gesagt habe, dass wenn ihr eure Fähigkeiten
entwickelt, ihr wirkliche Wunder tun werdet.
22. Alles, was ihr gehört habt, wird schriftlich festgehalten
werden, damit es in kommenden Zeiten ergründet wird. Ich werde
euch ein Buch überlassen, das die Essenz aller Meiner Unterweisungen
enthalten wird. Dies Buch wird aus den Blättern
zusammengestellt werden, die nach Meinem Diktat von Meinen
dafür Erwählten geschrieben wurden, die Ich "Goldfedern" nenne.
23. Diese Feder ist die des Gewissens und der Wahrheit, ist jene,
die Ich in die Rechte Moses’ legte, damit er die Bücher der Ersten
Zeiten schriebe — dieselbe, die Ich in die Hände von Markus,
Lukas, Matthäus und Johannes legte, damit sie das Leben und das
Wort des göttlichen Meisters niederschrieben, das Buch, das ihr
"Neues Testament" nanntet.
24. Ihr neuen Jünger, die ihr Mein Wort in dieser Zeit gehört
habt, euch sage Ich: Ihr braucht nicht zu kämpfen, damit dieses
(derzeit entstehende) Testament oder Buch mit den vorigen vereint
wird, denn Ich bin es gewesen, der in diesem Buch die Offenbarungen
und Unterweisungen der Drei Zeiten vereint hat, indem
Ich die Essenz aus jenen gezogen habe, um eine einzige Botschaft
zu formen.
25. Ich sehe, wie jene, die sich vor den angekündigten Leiden
der nahen Zukunft retten wollen, vorzubereiten beginnen. Ich sage
dem, der gerettet werden will: Nimm Mich zum Vorbild, und wenn
du wirklich Mein Ebenbild sein willst, so nimm dein Kreuz und
folge Mir nach.
26. Falls ihr nicht wisst, was dies Kreuz ist, sage Ich es euch: es
ist die Tugend der Demut, des Gehorsams, der Nächstenliebe; wer
sein Kreuz umarmt, weiß, dass sein Vater es ihn so gelehrt hat und
dass er demnach innerhalb seiner Bestimmung lebt.
27. Erhebt euren Geist, bessert euer Leben, und ihr werdet in
der Lage sein, Meine Lehre mit Werken zu predigen. Denkt nicht
nur an eure eigene Rettung, es ist besser, wenn ihr überlegt, wie ihr
euren Brüdern die Rettung bringen könnt. Wachet und betet, und
werfet eure Netze in das Meer, welches diese Menschheit ist, und
wahrlich, sage Ich euch, euer Fang wird groß sein.
28. Sorget euch nicht zu sehr, wenn Meine Sätze euch nicht im
Gedächtnis bleiben, denn der, der Liebe für seine Nächsten fühlt,
wird Besitzer einer unerschöpflichen Sprache sein: jener der Liebe,
die für alle seine Brüder verständlich sein wird.
29. Manchmal, wenn Ich so zu den Zuhörern spreche, ist da
irgendein Herz, das Mir im Stillen sagt: "Vater, wenn diese Gaben,
die Du uns anvertraut hast, wirkliche Kleinode Deines Reiches sind
— warum hast Du sie dann in sündige Hände gelegt, wohl wissend,
dass wir sie beschmutzen können?" Darauf antworte Ich euch, dass
die göttlichen Gaben, die Ich den Menschen gab, in ihrem Wesen
nicht verändert werden; das Licht wird immer Licht sein, die
Wahrheit wird nie aufhören, wahr zu sein, was ewig ist, wird nicht
sterben können. Ich weiß, geliebtes Volk, dass du Mich verstehst,
deshalb spreche Ich so zu euch.
30. Ein Abgrund hat sich vor der Menschheit aufgetan, und vor
ihm will Ich euch in dieser Zeit erretten; dafür war nötig, dass ihr
Mich eurem Herzen nahe fühlt.
31. Ich lese alle eure Gedanken und weiß, dass einer von euch
gerade denkt: Wenn Du wirklich Gott bist — was machst Du hier
zwischen Sündern, Du, der immer unter Engeln und Gerechten sein
sollte?
32. O du für göttliche Liebe unempfindliches Herz! Wenn du
wüsstest, dass Ich mehr Freude empfinde, wenn Ich die Worte der
Reue eines Sünders höre, als beim Gebet der Gerechten.
33. Lernt Mich jetzt kennen, wo Ich Mich euch genähert habe.
Versteht Mich, wenn Ich euch sage: Wohl euch, die ihr im Verlangen
nach Meinem Worte herbeikommt, denn es wird die Wunden eures
Herzens schließen und euren Durst nach Gerechtigkeit, Wahrheit
und Wissen stillen. Ihr kommt zu dem Brunnen, der mit
unerschöpflichem Wasser der Liebe und Weisheit gefüllt ist. Trinket
und nehmet Wasser für euren Weg mit, damit ihr damit den Durst
eurer Brüder stillen könnt.
34. Dies sind stürmische Zeiten; lasst nicht zu, dass die Sünde
das Wasser, das ihr aus dieser Quelle geschöpft habt, verunreinigt.
Betet, und ihr werdet das Heil finden.
35. Morgen werdet ihr in die Provinzen und Dörfer
hinausgehen, und dort werdet ihr viele Durstige finden; dann werdet
ihr begreifen, dass es Meine Barmherzigkeit war, die euch geführt
hat, damit ihr ihnen Meine himmlische Botschaft bringt.
36. Mein Weg ist nicht sichtbar wie die irdischen Wege, er ist
von Meiner Liebe in euren Herzen abgesteckt. Wenn ihr in euer
Heiligtum einzutreten versteht, werdet ihr dort das Licht finden, das
euch ewig führen wird.
37. Obwohl die Menschen bis heute das Göttliche durch
materielle Objekte dargestellt haben, werden sie morgen Meine
Gegenwart im Unendlichen suchen, in ihrem Geist.
38. Die Menschheit ist der Zurüstung und Läuterung unter-
worfen; es gibt keinen Tag, an dem nicht ein Ereignis eintritt, das
den Beweis dafür liefert. Es ist notwendig, dass alle Finsternis aus
dem Leben der Menschen verschwindet, damit sie das Licht des
Heiligen Geistes schauen können.
39. Vom Gipfel des Berges aus lade Ich euch ein, ihn zu
ersteigen, damit ihr zu Meinem Schoße gelangt. Dies Volk, das seit
langem die Stimme des Herrn vernimmt, die aus der Höhe
herabschallt, kommt mit unsicherem und stolperndem Gang herbei,
aber mit zielbewusstem Glauben. Einige wurden von der Todesstunde
überrascht, als sie kaum erste Vorbereitungen getroffen
hatten, um den Aufstieg in Angriff zu nehmen, andere, als sie gerade
erst einige Schritte am Berghang erklommen hatten. Ich sage denen,
die Mich noch auf Erden weilend vernehmen, dass sie ihren Eifer
vergrößern sollen, dass sie ihre Anstrengung verdoppeln sollen,
damit sie dieser Zeitpunkt des Gerichts möglichst nah am Gipfel
überrascht.
40. Denkt daran, dass euer Beispiel wie ein Weg sein soll, auf
dem die zukünftigen Generationen mit sicherem und schnellem
Schritt der Vollkommenheit entgegengehen sollen.
41. Wahrlich, Ich sage euch, in kommenden Zeiten werden die
Menschen schon auf Erden geistig sehr nahe dem Berggipfel
wandeln.
42. Es gibt in Meiner Schöpfung nichts, das wie der körperliche
Tod dazu geeignet ist, jedem Geist die Höhe seiner Entwicklung zu
zeigen, die er während des Lebens erreichte, und nichts so
Hilfreiches wie Mein Wort, um zur Vollkommenheit aufzusteigen.
Das ist der Grund, warum Mein Gesetz und Meine Lehre allezeit
und unnachgiebig in die Herzen einzudringen suchen, und warum
der Schmerz und die Leiden den Menschen anraten, jene Wege zu
verlassen, die, statt die Seele zu erheben, sie zum Abgrund führen.
43. Seid Mir willkommen, die ihr ohne Furcht vor den Urteilen
der Menschen im Verlangen nach Meinem Worte herbeikommt.
Gesegnet seien die "Ersten", denn sie bereiten mit Tränen und mit
Blut den Weg für jene, die sich hernach noch geistig erheben
werden.
44. Der Klang der göttlichen Glocke hat ihren Schall in alle
Herzen und alle Geister gelangen lassen. Doch ebenso sage Ich
euch, dass nur wenige wussten, woher dieser Klang kommt.
45. Als der Vater sah, dass die Kinder den Ruf Seines Geistes
nicht zu begreifen vermochten, suchte Er eine dem Menschen
gemäßere Form, sich kundzutun, und Er tat es durch den Menschen
selbst. Als der Zweifel sich in den Herzen breitmachte, ob es oder
ob es nicht der Meister ist, der sich in dieser Form kundgibt, da habe
Ich den Weg des Volkes mit Wundern überhäuft, um seinen Glauben
zu beleben und zu bezeugen, dass Ich unter euch bin; denn die
Beweise, die Ich euch gebe, kann nur Ich geben.
46. Auf diese Weise werde Ich bewirken, dass viele, die Jesus
einst nicht zuhören konnten, jetzt die Gelegenheit haben, ihren Geist
zu erquicken, indem sie den Geist der Wahrheit hören.
47. Ich habe euch kundgetan, dass nicht alle Mich in dieser
Form hören werden, da sie nicht die vollkommenste ist; aber es naht
der Tag, an dem Meine Stimme von allen Menschen durch Meine
geistige Kundgabe vernommen wird; es wird die Zeit sein, die die
Propheten ankündigten, in der jedes Auge Mich schauen und jedes
Ohr Mich hören wird.
48. Wenn euer Gebet, das die Stimme eines Sünders ist, zu Mir
gelangt — warum soll dann die reine und allmächtige Stimme eures
Vaters nicht bis auf den Grund der menschlichen Herzen gelangen?
49. Vergesst nicht, dass Ich ein Hirte bin, der das verirrte Schaf
selbst in den tiefsten Abgründen suchen wird. O geliebtes Volk!
Folge Mir immer mit demselben Mut und mit demselben Glauben,
mit dem du Mir heute nachfolgst, damit euer Beispiel jenen Scharen
Mut macht, die noch zu euch kommen werden, um das Volk des
Herrn zu vermehren.
50. In der Ersten Zeit benötigte Israel diesen Mut und diesen
Glauben, um den harten Durchzug durch die Wüste zu ertragen. Die
Männer, die in ihren Herzen den Ruf fühlten, den Jehova an sie
richtete, verloren die Angst vor dem Pharao, und unternahmen
mitsamt ihren Familien den Marsch in die materielle und geistige
Befreiung.
51. Denkt über die Geschichte jenes Volkes nach. Habe Ich euch
nicht gesagt, dass sein Leben ein Buch göttlicher Offenbarungen
und menschlicher Erfahrungen und Vorbilder ist?
52. Im Schoß dieser Scharen, die sich jetzt versammeln, um
Meine neuen Unterweisungen zu hören, befinden sich auch jene
Geister, die Mir durch die Wüste folgten; sie sind von Mir ausgesandt
worden, euch zu lehren, in den Wechselfällen des Lebens stark
und eurem Vater treu zu sein.
53. Schreibt auch ihr eure Geschichte auf; Ich will, dass sie
unauslöschlich sei, durch die guten Beispiele, die ihr den zukünftigen
Generationen hinterlasst.
54. Legt Meine Lehre gut aus, damit ihr sie in rechter Weise in
die Tat umzusetzen wisst. Ich will nicht, dass jene, die Meine Lehre
nach und nach begreifen, eitel darauf werden und sich überlegen
fühlen gegenüber dem, der zu schwerfällig ist, um das Wesentliche
zu erfassen. Ich will nicht, dass jene, die Mein Wort falsch
verstanden haben, das große Wort führen, weil sie meinen, es
verstanden zu haben. Es ist kein menschlicher Meister, der zu euch
spricht, auch nicht ein Richter auf Erden, der euch richtet, noch ist
es ein Arzt dieser Welt, der euch geheilt hat.
55. Begreift, dass Mein Wort euren Verstand nicht mit eitlen
Philosophien erfüllt, es ist der Wesensgehalt des Lebens. Ich bin
kein Reicher, der euch weltlichen Reichtum anbietet. Ich bin der
Alleinige Gott, der euch das Reich des wahren Lebens verheißt. Ich
bin der demütige Gott, der sich ohne Gepränge Seinen Kindern naht,
um sie mit Seiner Liebkosung und Seinem wundertätigen Wort auf
dem Sühneweg aufzurichten.
56. Während auf der Welt die einen der falschen Größe nachlaufen,
sagen andere, dass der Mensch ein unbedeutendes Geschöpf
vor Gott ist, und es gibt sogar solche, die sich mit dem Wurm des
Erdreichs vergleichen. Gewiss, euer materieller Körper kann euch
inmitten Meiner Schöpfung klein erscheinen, aber für Mich ist er es
nicht, wegen der Weisheit und der Befähigung, mit der Ich ihn
geschaffen habe. Doch, wie könnt ihr die Größe eures Wesens
aufgrund der Maße eures Körpers beurteilen? Spürt ihr in ihm nicht
die Gegenwart der Seele? Sie ist größer als euer Körper, ihr Dasein
ist ewig, ihr Weg unendlich, ihr seid nicht imstande, das Ende ihrer
Entwicklung zu erkennen, so wenig wie ihren Ursprung. Ich will
euch nicht klein sehen, Ich schuf euch, damit ihr Größe erreicht.
Wisst ihr, wann Ich den Menschen als klein betrachte? Wenn er sich
in der Sünde verloren hat, weil er dann seinen Adel und seine Würde
verloren hat.
57. Schon seit langem haltet ihr euch nicht mehr an Mich, wisst
ihr nicht mehr, was ihr in Wirklichkeit seid, weil ihr zugelassen
habt, dass in eurem Wesen viele Eigenschaften, Fähigkeiten und
Gaben, die euer Schöpfer in euch legte, untätig schlummern. Ihr
schlaft bezüglich des Geistes und des Gewissens, und gerade in
deren geistigen Eigenschaften liegt die wahre Größe des Menschen.
Ihr lebt wie die Wesen, die von dieser Welt sind, weil sie in ihr
entstehen und sterben.
58. Ich habe euch alle Wege gehen lassen, damit ihr die
verschiedenen Früchte kosten solltet. Doch schließlich habe Ich
euch gerufen, und so sage Ich euch: Niemand ist neu auf dem Weg
des Lebens, niemanden habe Ich mit Meinen Offenbarungen
unvorbereitet überfallen.
59. Ihr habt bereits geistiges Brot gegessen, wie es die
verschiedenen Religionsgemeinschaften anbieten; ihr habt bereits
erfahren, was die Wissenschaft ist; ihr habt schon genug menschliche
Theorien gehört, jetzt höret Mir zu: Falls euch, nachdem ihr
Mein letztes Wort vernommen habt, Meine Lehre nicht befriedigt,
dann geht und sucht die Wahrheit auf einem andern Weg. Hier soll
euch das Licht, die Liebe und die erhebende Kraft Meiner
Unterweisung überzeugen, denn Ich will keine Sklaven des Geistes!
60. In dieser Zeit ist es Christus im Geiste, der euch Seine Lehre
gibt, es ist nicht Elias; als Vorbote bereitete er Meine Ankunft in
dieser Zeit vor, er hilft euch, Mein Wort, das Ich euch gebe, zu
verstehen.
61. Ihr fragt Mich, wie ihr nach Meinem Willen handeln
könntet, und Ich sage euch: Erlangt zuerst eure innere Harmonie und
lebt dann in Einklang mit Meinem ganzen Werk. Ich sage euch dies,
denn wenn ihr euch ehrlich beurteilen würdet, würdet ihr entdecken,
dass euer Herz nicht in Einklang mit dem Verstande ist, dass euer
Körper nicht mit eurer Seele harmoniert, und dass selbst die Seele
nicht immer mit dem Gewissen einig ist. Doch wenn ihr in euch
selbst entzweit seid, seid ihr zwangsläufig auch mit andern entzweit
und nicht in Einklang mit den natürlichen Gesetzen und den
göttlichen Gesetzen. Gerade dieser Same der Uneinigkeit hat sich
auf Erden vervielfacht, und darum lebt die Menschheit derzeit in
einem Chaos. Aber Meine Barmherzigkeit hilft euch, euch zu
läutern, und sie fragt euch: Wann werdet ihr euch alle in Mir
erkennen?
62. Studieret alles, was Ich euch lehre, damit ihr nicht das
Bedürfnis fühlt, Meine Wahrheit in Büchern zu suchen; denn es wird
euch mehr nützen, eurem Gewissen zu vertrauen als Büchern von
Menschen. Im Gewissen ist immer Mein Licht, aber um Seine
Weisungen zu verstehen, müsst ihr als Menschen guten Willens
leben.
63. Wie glücklich wird sich euer Geist im Jenseits fühlen, wenn
sein Gewissen ihm sagt, dass er auf Erden den Samen der Liebe
säte! Die ganze Vergangenheit wird vor euren Augen erscheinen,
und jeder Anblick von dem, was eure Werke waren, wird euch eine
unendliche Wonne bereiten.
64. Die Gebote Meiner Gesetze, die euer Gedächtnis nicht
immer zu bewahren vermochte, werden gleichfalls voll Klarheit und
Licht an eurem Geist vorüberziehen. Erwerbt Verdienste, die euch
erlauben, mit für die Wahrheit offenen Augen ins Unbekannte
einzudringen.
65. Es gibt viele Geheimnisse, die der Mensch vergebens aufzuklären
versucht hat; weder die menschliche Intuition noch die
Wissenschaft hat es geschafft, die vielen Fragen, die die Menschen
sich gestellt haben, zu beantworten, und zwar deshalb, weil es
Erkenntnisse gibt, die nur für den Geist bestimmt sind, wenn dieser
in das Geistige Tal eingegangen ist. Diese Überraschungen, die auf
ihn warten, diese Wunder, diese Offenbarungen, werden ein Teil
seiner Belohnung sein. Doch wahrlich, sage Ich euch, wenn ein
Geist mit einer Binde vor den Augen in die Geistige Welt gelangt,
wird er nichts schauen, sondern weiterhin nur Geheimnisse um sich
sehen — dort, wo alles Klarheit sein sollte.
66. Diese Himmlische Lehre, die Ich euch heute bringe,
offenbart euch viele Schönheiten und bereitet euch vor, damit, wenn
ihr dereinst im Geiste vor die Gerechtigkeit des Ewigen tretet, ihr
der wunderbaren Wirklichkeit standzuhalten vermögt, die euch von
diesem Augenblick an umgeben wird.
67. Seid wirkliche Jünger dieses Werkes, und ihr werdet nicht
straucheln und werdet in den erhabensten Augenblicken eures
Lebens völlige Erkenntnis der Wahrheit haben.
68. Könnt ihr euch die Verwirrung derer vorstellen, die sich von
der Materie lösen, ohne zu wissen, wohin sie sich wenden sollen?
Könnt ihr euch den Schmerz und die Verzweiflung derer vorstellen,
die mit Sünden, Blut und Irrtümern beladen in die Geistige Welt
kommen? Werden sie die Türe zum Geheimnis öffnen können und
in Verzückung geraten, wenn sie die Herrlichkeit Meiner Werke
betrachten? Jene, die so zu Mir kommen, lernen nur Meine
Gerechtigkeit kennen, die in ihrem Gewissen waltet, welches wie
das Feuer ist, das versengt, verzehrt und läutert.
69. Nutzt Meine Lektionen, begreift, dass Ich mit euch spreche,
Jünger, die ihr Mein Wort durch die menschlichen Lippen Meiner
Stimmträger hört, während Ich eurer Stimme lausche, die aus dem
Verborgensten eures Herzens zu Mir spricht.
70. Wann werdet ihr auch Meine geistige Stimme im Tiefsten
eures Wesens zu hören vermögen?: Wenn einmal ein vollkommenes
Zwiegespräch zwischen dem Vater und Seinen Kindern besteht —
die echte Gemeinschaft von Geist zu Geist.
71. Erkennt, dass die göttliche Unterweisung nicht stehenbleibt;
von Zeit zu Zeit gebe Ich euch neue Lektionen, die die vorherigen
erklären und erweitern. Wenn ihr Mich in dieser Zeit hört, so
verhaltet euch nicht wie die Pharisäer, die sich über Jesu Werke der
Liebe, als er die Besessenen heilte, entrüsteten und öffentlich
ausriefen, dass jener Mann, der sich Sohn Gottes nannte, ein
falscher Prophet sei, der Lehren predige, die dem Gesetze Moses
widersprächen. — Sagt nicht, dass die jetzt gegebene Lehre im
Gegensatz zu dem steht, was Jesus euch zu Seiner Zeit hinterließ.
72. Wenn ihr ein richtiges Urteil über diese Unterweisung
abgeben wollt, so reinigt zuvor euer Herz von Vorurteilen, von
niederen Leidenschaften, von Fanatismus, und nehmt euch dann
einen Meiner Lehrsätze vor, ganz gleich welchen, untersucht ihn,
und ihr werdet das Licht, das er beinhaltet, erkennen, und wie sehr
er euch hilft, zu Mir zu kommen.
73. Die für Meine Kundgebungen Auserwählten rühre Ich durch
ihr Gewissen an, damit sie nicht einmal für einen Augenblick die
Verantwortung für den Auftrag vergessen, den Ich ihnen anvertraut
habe. Von ihrer Vorbereitung hängt es ab, welche Ausstrahlung
Meine Kundgebung erhält, und davon hängt auch der Eindruck ab,
den der Mensch in seinem Herzen empfängt.
74. Einst, als Ich gekreuzigt wurde, schrien Mir die Menschenscharen
zu: "Wenn Du wirklich Gottes Sohn bist, so steige vom
Kreuz herab und wir werden an Dich glauben." Heute werden sie
euch, die ihr Mein Wort übergebt, sagen: Wenn euer Mund wirklich
Gottes Wort spricht, so gebt uns die Beweise, die wir verlangen.
75. Verzeihet jenen, die euch auf die Probe stellen, sowie jenen,
die an eurer Mission zweifeln oder sich über euch lustig machen.
Ich werde dieses schwere Kreuz von eurer Schulter nehmen, das ihr
Mir mit aller Sanftmut übergeben werdet; dann werdet ihr den Vater
aus tiefstem Herzensgrunde bitten: "Vergib ihnen, denn sie wissen
nicht, was sie tun."
76. Meine Barmherzigkeit sagt euch: Geister, die ihr mit einem
menschlichen Körper vereint herbeikommt und viel gekämpft und
erlebt habt, erholet euch hier beim Meister. Für die einen ist das
Leben eine Last gewesen, für andere ein Joch. Wie wenige sind es,
die wissen, dass das Leben eine tiefgründige Lektion ist!
77. Verzweifelt nicht, dringt in Mein Wort ein, und Friede und
Ruhe werden euren Stürmen folgen. Ihr nennt Mich den allerbesten
Arzt, und tatsächlich gieße Ich Meinen Balsam auf eure Schmerzen
aus. Aber nicht nur diesen will Ich euch bringen, sondern Ich will
euch auch sagen, dass Ich euch erwählt habe, damit ihr Mir helft bei
der göttlichen Mission, alle Kranken zu trösten und zu heilen, die
ihr auf eurem Wege findet.
78. Haltet ihr euch für unfähig, um diese Werke zu vollbringen?
Nehmt das Beispiel Meiner Apostel der Zweiten Zeit; auch sie habe
Ich traurig und krank angetroffen, aber ihre Betrübnis war in ihrem
Geiste, sie waren krank vor Sehnsucht, weil sie und ihr Volk schon
seit langem auf die Ankunft des verheißenen Messias warteten, der
Sein Königreich der Liebe bringen würde, und dessen Brot den so
großen Hunger nach Gerechtigkeit sättigen würde.
79. Als sie zum ersten Mal den Meister sahen und Seine
Stimme hörten, fühlten sie, dass sie nicht mehr von dieser Welt
waren, sondern von jener, die sie mit ihrem göttlichen Worte rief; sie
wappneten sich mit einer übernatürlichen Kraft und folgten Ihm bis
ans Ende.
80. Euch, die ihr in dieser Zeit an Meinem Tisch gesessen seid,
sage Ich: Zögert nicht länger, die Aufgabe zu erfüllen, zur Welt über
dieses himmlische Gastmahl zu sprechen. Bemüht euch schon jetzt
um die Gaben des Geistes, die das einzige sein werden, was ihr aus
dieser Welt mitnehmt. Ich sage euch nicht, dass ihr eure materiellen
Pflichten vernachlässigen sollt, doch sorgt euch nicht darum, wie ihr
das erlangt, was ihr für euren Lebensunterhalt und euer Durchkommen
braucht. Ich sagte euch zu einer andern Zeit, dass die
Vögel weder säen noch ernten und ihnen trotzdem weder Nahrung
noch Obdach fehlen. Es ist unmöglich, dass euch, die ihr in eurem
Wesen ein Teilchen Gottes habt und überdies voller Eifer erstrebt,
was eure Bedürfnisse erfordern, das verweigert wird, was ihr mit
eurer Anstrengung, eurer Wissenschaft und manchmal mit eurem
Schmerz erarbeitet.
81. Euch fehlt nur, dass ihr Glauben an das Leben habt, aber an
jenes höhere Leben, das euer Himmlischer Vater euch in diesem
Worte anbietet.
Mein Friede sei mit euch!

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