BWL - Band III - Unterweisung 77


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 77:
1. Seid willkommen, geliebte Arbeiter, die ihr euch in Meine
Kampf- und Arbeitsgefährten verwandelt habt.
2. Freudig bringen Mir jene die Frucht ihrer Arbeit dar, die dies
Kreuz mit Liebe umfangen haben, denn sie sind glücklich, zu
wissen, dass sie Ihrem Vater dienen. Andere kommen traurig und
niedergeschlagen zu Mir; es sind jene, die, als sie hörten, dass man
ihnen auf der Straße Ketzer, Verräter oder Hexenmeister nachrief,
sich von Furcht und Scham ergriffen fühlten, und die sich seitdem
vor den Blicken ihrer Mitmenschen verbergen, und wenn sie endlich
einmal von Meinem Werke sprechen, so tun sie es kurz, mit Furcht
und Unsicherheit. Welche Frucht werden diese furchtsamen Herzen
erzeugen können, und welchen Frieden kann ihnen das Wissen
bringen, Schüler dieser Lehre zu sein?
3. Ich will, dass Meine Jünger sich bei allen Gelegenheiten als
Herren ihrer selbst fühlen, dass sie durch ihre Liebeswerke vor ihren
Brüdern die Wahrheit Meiner Lehre bezeugen, das Antlitz erhoben
und mit Frieden in ihrem Herzen, denn all dies wird ein Beweis der
festen Überzeugung von der Wahrheit sein, der sie sich hingegeben
haben, und ein Zeugnis von Glaube und Würdigkeit bei ihren
Brüdern.
4. Zu den Schwachen und Furchtsamen will Ich mit Worten
sprechen, die ihre bedrückte Seele aufrichten und ihren Glauben
entflammen. Ich will sie überzeugen, dass niemand auf der Welt
ihnen eine vollkommenere und geistigere Lehre vorlegen kann als
die, die Ich euch in dieser Zeit offenbart habe.
5. Wenn diese Gewissheit ihr Herz durchdringt, werden sie sich
nicht mehr vor den Blicken ihrer Brüder verbergen, noch sich
schämen, noch werden sie weiterhin schweigen. Sie werden ihr
Antlitz erheben, werden in ihre Handlungen das Licht hineinlegen,
das Meine Unterweisung ausstrahlt, und werden niemandes Urteil
fürchten, weil sie in Frieden mit ihrem Gewissen sind.
6. Ich habe euch eine Lehre gegeben und habe sie euch mit
leicht verständlichen Worten erklärt, damit ihr sie bald ausübt. Ich
habe euch Grundsätze gelehrt, die ihr, da sie unzerstörbar in eure
Herzen eingeprägt sind, euch in jedem Augenblicke eures Lebens
vergegenwärtigen könnt, damit ihr ohne Zagen und ohne Furcht von
Meiner Wahrheit Zeugnis ablegen könnt, wenn die Menschen
Beweise von euch verlangen.
7. Ich habe euch keine Throne, Kronen oder Schätze der Welt
geboten, sondern die Kenntnis der Fähigkeiten des Geistes. Doch
wahrlich, Ich sage euch, eine einzige dieser Geistesgaben ist mehr
wert als alle Reiche der Erde.
8. Doch Ich sage euch: Obwohl ihr wisst, dass das, was Ich euch
übergeben habe, von unendlichem Wert ist, sollt ihr deswegen nicht
eitel werden. Seid euch bewusst, dass Ich, euer König, der Eigentümer
alles Geschaffenen, demütig und ohne Prahlen zu euch
gekommen bin.
9. Wer Mein Reich kennenlernen will, in ihm wohnen und seine
Reichtümer besitzen will, muss sie durch Liebe und durch Demut
gewinnen.
10. Mein Geist lädt alle in Mein Reich ein, nicht nur die
Bewohner dieses Landes, sondern die Menschen aller Völker. Mein
Same ist über die ganze Welt verstreut; es sind die mit dem Blute
des Lammes Gekennzeichneten, die unter die Menschheit
gekommen sind und weiterhin kommen werden, um die Gute
Botschaft weiterzugeben, die Menschen aus ihrer Lethargie
wachzurütteln und den Weg zu ebnen. Sie werden große
Menschenscharen erwecken und ihnen den Weg zur Vergeistigung
weisen. Sie werden den Völkern vorangehen wie jener Stern, der die
Magier in der Zweiten Zeit führte und ihnen den Ort der Geburt des
Heilandes anzeigte.
11. Es ist bestimmt, dass Ich Mich durch jeden Meiner
Gekennzeichneten bekunden werde, und Meine Manifestationen
werden voll Licht, Macht und Trost sein. Sie werden Meine
Wegbereiter sein, Meine Propheten, Meine Inspirierten, sie werden
Apostel der Vergeistigung, Ärzte, Führer und Berater sein. All dies,
von dem Ich zu euch spreche, stand bereits geschrieben und war
vorhergesehen.
12. Hier hattet ihr den Sendboten der Dritten Zeit, durch dessen
Mund Elias sprach, welcher das Neue Zeitalter vorbereitete; ihr
hattet die Stimmträger, durch deren Vermittlung Mein Wort erklang.
In anderen Gegenden wird man Meine Botschaft in
unterschiedlichen Formen haben, was der geistigen Zurüstung
dienen soll, so wie es für euch diese Kundgabe getan hat.
13. Die Botschaft wird kurz sein, doch wenn sie gegeben ist,
werden die, die sie empfingen, sich aufmachen müssen, um ihr mit
ihren Werken der Liebe Folge zu leisten.
14. Die Menschheit wird sich durch diese Botschaften geistig
vereinen, denn der Wesenskern von ihnen allen wird ein einziger
sein: Meine Wahrheit.
15. Niemand verfälsche oder ändere den Sinngehalt Meiner
Offenbarungen, damit, wenn die Stunde eures Zusammentreffens
kommt, ihr nicht an unterschiedlichen Auslegungen Anstoß nehmt.
16. Ihr, die ihr eine klare und umfangreiche Offenbarung
empfangt, wie es Mein zum Wort gewordener Lichtstrahl ist, seid in
dieser Ära die am meisten Verantwortlichen gegenüber diesem Werk
und der Menschheit. Wohl den Jüngern, die Meiner Unterweisung
treu sind, gesegnet seien, die Mein Wort emsig suchen, denn in
ihnen wird Weisheit sein.
17. Manche nehmen an Meinen Kundgebungen aus Gewohnheit
teil, und während Mein Wort zu ihren Herzen spricht, schweifen ihre
Gedanken an verschiedene Orte, entweder mit schweren Sorgen
beschäftigt oder mit unnützen Plänen. Ich sage euch: Schlaft nicht
bei Meinen Belehrungen, denn ihr kennt nicht den Zeitpunkt, an
dem Ich euch berufe, eine schwierige Mission zu erfüllen.
18. Ihr fragt Mich, warum Ich Mich durch Vermittlung eines
Unwissenden kundtue, und Ich sage euch, dass seine Unwissenheit
in seinem ungeschulten Verstand ist, doch nicht in seinem Geiste,
welcher bereits entwickelt ist. — Einige sagen: "Herr, mit welcher
Genauigkeit gehen Deine Voraussagen in Erfüllung" Andere sagen
Mir mit Trauer in ihren Herzen, dass sie befürchten, es dem Verräter
unter Meinen Aposteln gleichzutun, von der schweren Last der
Sorgen und Pflichten genötigt, die sie auf Erden haben. Doch Ich
sage euch: Seht Mich an, Ich muss auf die Bedürfnisse aller Welten
und aller Wesen achten, welche das Universum bilden, und komme
dennoch zu euch herab, um euch ein Licht, eine Hoffnung oder
einen Tropfen heilenden Balsams zu bringen.
19. Ich versprach euch einstmals, zur Menschheit zurückzukommen,
und hier bin Ich, um jenes Versprechen zu erfüllen, auch
wenn viele Jahrhunderte vergangen sind. Euer Geist sehnte sich
nach Meiner Gegenwart in seinem Verlangen nach Frieden, in
seinem Hunger nach Wahrheit, in seinem Sehnen nach Wissen, und
Mein Geist ist herabgekommen, um euch eine Unterweisung hören
zu lassen gemäß der Zeit, in der ihr lebt. Wie können die Menschen
weiterhin ein Leben führen wollen, wie sie es bisher getan haben?
Es entspricht nicht mehr der Zeit, weiterhin in geistigem Stillstand
zu verharren, oder in geistiger Trägheit in der Ausübung von Riten
und Traditionen.
20. Die Menschen sollten ihren Vater bereits besser kennen, in
ihren Herzen den Schmerz ihrer Nächsten fühlen und mit den Augen
des Geistes die Wesen schauen, die ohne Licht sind, die durch den
Raum schweifen und ihre inkarnierten Brüder mit Schmerz und
Dunkelheit erfüllen, damit diese sie mit ihren Gebeten auf den Weg
des geistigen Aufstiegs führen.
21. Zu eurer Rechten und eurer Linken sind die Bedürftigen,
auch die für das Leben der Gnade Toten, und ihr lasst sie
vorübergehen, weil ihr nicht wisst, was ihr mit ihnen tun sollt. Doch
wenn ihr nicht wisst, was ihr an einem eurer Brüder tun sollt — was
wollt ihr dann tun, wenn ihr seht, dass Weltkriege ausbrechen und
der Schmerz sich vervielfacht und überschäumt? Ihr fühlt euch zu
unbedeutend und machtlos, um denen, die leiden, irgendwie zu
helfen.
22. Es war notwendig, dass Ich in dieser Zeit des Schmerzes
kam, um euch an vergessene Unterweisungen zu erinnern und euch
neue Lehren zu offenbaren. Es wird nicht nötig sein, dass ihr
Wunder tut, wie ihr sie euch vorstellt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr
vollbringt oftmals wirkliche Wunder, die nur Ich kenne, weil nicht
einmal ihr euch derselben bewusst werdet.
23. Ich bitte euch nur darum, dass euer Glaube groß ist, dass ihr
das geistige Gebet ausübt, und dass ihr im Guten beständig bleibt,
dann werden eure Augen Zeugen großer Wunder sein.
24. Ich versprach der Menschheit, in einer andern Zeit
wiederzukommen, und hier bin Ich und erfülle Mein Versprechen.
Ich musste abermals kommen, um eine Unterweisung abzuschließen,
die Ich euch während zweier Epochen offenbart hatte und
deren letzter Teil für diese Dritte Zeit aufgespart war.
25. Nicht euer Herz war es, das Mich erwartet hat, da es keine
Kenntnis von der Verheißung Meiner Wiederkunft besaß, weil Mein
Wort und Meine Prophetien der Zweiten Zeit kaum bekannt sind.
Euer Geist war es, der Mich empfangen hat, weil er Mein
Versprechen in sich bewahrte und durch den Weckruf des Gewissens
die Gegenwart des Schöpfers zu fühlen vermochte und den Wesenskern
des göttlichen Wortes zu schätzen wusste, als es die zarten
Saiten eurer Herzen berührte.
26. Eine Gnadenzeit ist dies gewesen, in der ihr nach Meinem
Willen die Gegenwart des Geistigen sehr nahe fühlen solltet, da Ich
Mein Wort vermenschlichte, die Inanspruchnahme der Geistigen
Welt für irdische Angelegenheiten bis zu einer bestimmten Grenze
erlaubte und zuließ, dass ihr mittels der Gabe des geistigen Gesichts
etwas vom Jenseits und auch von der Zukunft schautet.
27. All diese geistigen Bekundungen haben euren Verstand für
kurze Zeit geblendet, denn Ich finde euch verwirrt. Ihr hört Mein
Wort, und obwohl es klar ist, gelingt es euch nicht, seinen
Sinngehalt zu begreifen. Ihr wisst, dass diese Lehre von Mir
herniedergekommen ist, frei von jedem menschlichen Einfluss, und
dennoch vermengt ihr sie mit Kulten und Riten, die Götzendienern
und Fanatikern eigen sind. Ihr wisst zur Genüge, dass diese Unterweisung
geistig ist, und möchtet, dass sie etwas Handgreifliches
oder für die materiellen Augen Sichtbares wäre.
28. Die Flut des Lichtes hat euch geblendet, die sich über euren
Geist ergossen hat. Noch gelingt es euch nicht, den Wesenskern
dieser Offenbarung zu entdecken. Doch wahrlich, Ich sage euch,
diese Verwirrung wird nur vorübergehend sein, und in dem Maße, in
dem ihr zum Kern Meines Wortes vordringt, werdet ihr Erkenntnis
der Wahrheit und Vergeistigung gewinnen — sowohl beim Auslegen
der Lehre, als auch bei ihrer Ausübung.
29. Nicht alles in euch ist unvollkommen und unrein gewesen,
es war etwas vorhanden, das euch ermöglichte, die Botschaft der
Dritten Zeit gefühlsmäßig zu erfassen, und dieses Etwas ist eure
Empfindsamkeit für das Geistige gewesen, weshalb Ich euch
Wegbereiter des Spiritualismus unter den Völkern der Erde nannte.
30. Diese Botschaft, die ihr durch den Stimmträger von eurem
Meister empfangt, ist eine vorbereitende Unterweisung gewesen,
denn Meine Kundgabe in dieser Form wird bald enden, und dann
sollt ihr euch von Geist zu Geist mit Mir zu verbinden beginnen und
zu den Völkern und Nationen aufbrechen, um die Botschaft der
Vergeistigung zu überbringen, die der Menschheit verkündet, dass
die Dritte Zeit angebrochen ist, dass die geistige Epoche begonnen
hat.
31. Solange ihr die Lehre des Spiritualismus nicht ergründet
noch versteht, werde Ich nicht zulassen, dass ihr zu predigen anhebt,
denn Mein Wort ist göttlicher Weizen, der nimmermehr mit einem
andern Samenkorn oder mit Spreu vermischt werden darf.
32. Bevor in eurem Verstande Licht wird, wird es in eurer Mitte
Kämpfe geben. Doch es ist notwendig, dass dieser Kampf entbrennt,
damit er euch zwingt, nachzudenken und euch in Mein Werk zu
vertiefen, bis ihr es genau und klar erkennt, bis ihr seine Wahrheit
und seinen Wesenskern entdeckt. Wenn dann dieser Kampf endet,
die Gemüter sich beruhigen und der Wirbelwind sich legt, wird das
Volk aus der Finsternis ins Licht gelangen und zum Verkünder einer
Friedenslehre werden, einer Lehre göttlicher Moral und einer tiefen
und wahrhaftigen Weisheit, welche den Menschen die unerwartetsten
Geheimnisse enthüllen wird, die ihnen helfen werden, geistig
groß, weise, stark und hochstehend zu sein.
33. Sucht die Unsterblichkeit der Seele, indem ihr Meine
Liebeslehre ausübt. Die Felder sind in geeignetem Zustand, um
darauf Meinen Samen zu säen. Erkennt die Verwirrung überall, die
Menschen sind wie Winde, die nicht wissen, woher sie kommen,
noch wohin sie gehen. Es war notwendig, dass Mein Licht auf dem
Wege der Menschheit erschien. Das Licht ist bereits angebrochen,
Ich habe es ausgesandt, die Menschen brauchen nur noch ihre
Augen für dasselbe zu öffnen. Derzeit bereite Ich euch zu, damit ihr
eure Brüder lehrt, ihre Augen zur Unendlichkeit zu erheben, wo sie
das Göttliche Licht schauen können.
34. Doch wahrlich, Ich sage euch — wie hart und kalt treffe Ich
eure Herzen an, obwohl sie Stunde um Stunde diese Himmlische
Unterweisung vernehmen; die Tore eurer Barmherzigkeit öffnen
sich noch nicht. Ich habe euch gelehrt, den Kranken auf seinem
Lager zu besuchen, Gefängnisse und Krankenhäuser aufzusuchen,
um einen Lichtstrahl an diese Orte der Sühne zu tragen. Ich habe
euch gelehrt, einen weisen Rat oder ein Wort wahren Trostes zu
geben. Wisst ihr, wozu Ich euch alle zum Besuch jener Orte aussende?
Damit die, die den Schmerz ihrer Mitmenschen zu
empfinden vermögen, Nächstenliebe üben, und damit die Kaltherzigen,
wenn sie diesen Bildern des Schmerzes gegenüberstehen,
bewegt werden und in ihren Herzen der Same des Mitleids und der
Barmherzigkeit zu keimen beginnt.
35. Sorgt dafür, dass euer Dasein auf Erden fruchtbar ist, damit,
wenn ihr einst in Meine Gegenwart gelangt, ihr nicht voller
Gewissensbisse bekennen müsst, dass ihr die Zeit nicht zu nutzen
verstandet, und dass euer Leben geistig unfruchtbar gewesen ist.
36. Es ist der Augenblick, in dem euer Gewissen spricht und
euch sagt, ob ihr in Lauterkeit gewirkt habt oder nicht, ob ihr
miteinander in Harmonie gelebt habt, ob ihr die Notleidenden, die
Kranken und Armen mit Liebe und Barmherzigkeit empfangen habt.
37. Betet, geliebte Jünger, damit euch immer gute Eingebungen
begleiten und ihr morgen nicht in der Versuchung fallet. Ich will
euch in Meinem Werke vereinigt sehen, einander liebend und
lebend, um euren Brüdern zu dienen.
38. Jede Versammlungsstätte, in der ihr Mir eure Liebe
darbringt, ist wie ein Ast; alle vereinigt bilden einen mächtigen
Baum. Manche Äste sind groß und stark, andere sind noch klein und
schwach, aber alle sind von Bedeutung, denn aus ihrer Vereinigung
entsteht die Frische, der Schatten und der Zufluchtsort für die
Wanderer. Jeder soll für seinen Ast Sorge tragen, denn es nähern
sich Wirbelstürme, die das Laub des Baumes mit Heftigkeit und Wut
durchschütteln werden. Diese Prüfung ist notwendig, damit die
dürren Blätter und die faulen Früchte herabfallen, was dazu führt,
dass die Menschenscharen, die bei euch Zuflucht suchen, wohltätigen
Schatten für ihre müden Glieder finden und reife Früchte,
um ihren Hunger zu stillen.
39. Die trockenen Blätter und die schlechten Früchte sind all
jene rituellen Handlungen und Gebräuche, die ihr in Meinem Werke
eingeführt habt, obwohl sie nicht zu ihm gehören — die, weil ihr sie
Tag für Tag und Jahr für Jahr beharrlich ausgeübt habt, ihr
schließlich so anseht, als ob sie das Gesetz selbst wären.
40. Ich will, dass ihr eure Augen für die Wahrheit öffnet, damit
ihr euch der Reinheit Meiner Lehre bewusst werdet und euch nach
und nach alles Überflüssigen entledigt, das ihr euren religiösen
Bräuchen beigemengt habt.
41. Das Unwetter rückt näher, doch es kommt nicht, um euch zu
vernichten, sondern um euch eine sehr große Wohltat zu hinterlassen,
wenn ihr besonnen bleibt und seine Lehren zu nutzen
versteht. Doch wenn ihr aufgrund eures Fanatismus an euren
Gebräuchen festhaltet und die Prüfung nicht nutzt, werdet ihr einem
tiefen Stillstand verfallen, von dem ihr nicht wisst, wie lange er
anhalten wird. Hernach wird ein neuer, noch stärkerer Wirbelsturm
kommen, um euch aus eurem Schlaf, euren Irrtümern und eurem
Ungehorsam zu reißen.
42. Denkt gründlich über den Zweck Meiner neuen Kundgebung
nach, und ihr werdet zur Überzeugung kommen, dass Ich
kam, um euch von den Herren der Welt zu befreien, von den Ketten
der Unwissenheit und des Fanatismus, womit Ich euren Geist in
Freiheit setzte, um ihm zu helfen, sich zu Mir zu erheben und seinen
Nächsten zu dienen, indem er von seinen geistigen Fähigkeiten
Gebrauch macht. Doch nachdem Ich euch diese Freiheit gegeben
habe — wollt ihr da von neuem in Finsternis geraten und in ein noch
leidvolleres Joch? Denkt mit der Reife eines entwickelten und
unterrichteten Geistes darüber nach, damit ihr die Folgen ermeßt,
die euch ein neuer Ungehorsam einbringen könnte.
43. Gewinnt schon jetzt die Überzeugung, dass Ich euch nicht
rief, damit ihr neue Symbole anbeten solltet, sondern damit ihr eine
Liebeslehre lerntet. Begreift, dass es nicht einmal Mein Wille ist,
dass ihr immerdar in der Wärme dieser Versammlungsstätten
beisammen bleibt, sondern dass ihr, sobald ihr stark seid, euch
aufmachen sollt, um die gelernte Lektion zur Tat werden zu lassen.
Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr euch dabei von jenen entfernt,
die mit euch gemeinsam dem Meister zuhörten, da ihr am Ende im
Geistigen für immer vereint seid.
44. Denkt daran, dass Ich euch gesagt habe, dass Wissenschaftler,
Theologen und Philosophen zu euch kommen werden, um
euch auszufragen, und dass ihr nicht durch unwürdige Kulthandlungen
und verwirrte Worte den Glanz des Lichtes verbergen
sollt, das Ich in eurem Geiste entzündete, und ihr auch nicht die
Lauterkeit eines Werkes ohne Makel, wie es das euch anvertraute
ist, trüben dürft, sondern den Fragenden die Weisheit zeigen sollt,
die Ich euch zu eigen gab.
45. Denkt an eure Kinder, an diese Generationen von morgen,
die euch als bevorzugte Wesen betrachten werden, weil ihr das
unvergleichliche Glück gehabt habt, durch Seine Stimmträger der
Stimme des Heiligen Geistes zu lauschen, und die natürlich in euren
Werken die Tugend und Lauterkeit, die Vergeistigung und Weisheit
sehen möchten, die ihr von Mir als Erbe empfangen habt. Habt ihr
einmal an all dies gedacht? — Dennoch, wenn ihr euch zurüstet,
könnt ihr alle Mir dienen, könnt ihr alle gut sein und euch zu Mir
erheben. Wenn es nicht so wäre, hätte Ich euch nicht gerufen in der
Dritten Zeit.
46. Jetzt seid ihr Menschenwesen, doch Ich werde aus euch
Engel machen, die in Meinem Lichtreich leben werden. Heute steht
ihr in der Prüfung, ihr läutert euch in diesem Schmelztiegel der
Heimsuchungen, aus dem ihr rein und stark hervorgehen werdet.
47. Ebenso, wie Ich eure Unvollkommenheiten aufzeige, damit
ihr sie korrigiert, so segne und lobe Ich auch eure guten
Eigenschaften und guten Werke. Glaubt ihr, dass Ich euch nicht für
die Kranken beten sah? Glaubt ihr, dass Ich nicht eure Bemühungen
gesehen habe, die Kenntnis von Meiner Lehre zu verbreiten, und
dass Ich eure Anstrengung nicht bemerkt habe, euch zu erneuern,
ebenso wie eure Entsagungen und Opfer, um Meine Barmherzigkeit
zu verdienen? All das weiß Ich, all das sehe Ich, und Beweis dafür
ist, dass Ich bei jedem guten Werk, das ihr vollbringt, euch Meinen
Frieden fühlen lasse und eine tiefe Befriedigung, weil ihr Gutes
getan habt.
48. In diesen Augenblicken höre Ich, dass ihr Mir sagt: "Vater,
wie viel Schmerz hinterlässt der Krieg auf seiner Bahn unter der
Menschheit. Wir können die Kranken "salben", die in unserer
Reichweite sind, aber was können wir für jene tun, die in fernen
Nationen leiden?" Der Meister sagt euch allen, die ihr um eure
Brüder zu weinen vermögt: Besucht und "salbt" auch fernerhin die,
die ihr erreichen könnt, und betet für die Entfernten, denn Ich werde
das tun, was ihr nicht zu tun vermögt. Bald wird die Zeit kommen,
in der ihr euch über die Welt verstreuen müsst und den Nationen
Meine Botschaft geistiger Freiheit, des Friedens und des Heils
bringen werdet; der Zeitpunkt wird bald da sein, an dem Meine
Sendboten der Menschheit die Milde Meines Heilbalsams im
Wesenskern Meines Wortes spürbar machen werden.
49. Esst jetzt alle vom Brot Meines Wortes und fühlt die
Vergebung eures Vaters, setzt euch alle an den Tisch. Ich frage euch
nicht, wer seine Hände gewaschen hat, bevor er das Brot nahm, und
wer nicht. Ich will, dass sowohl der, der sein Herz vorzubereiten
weiß, um Mein Wort zu hören, als auch jener, der ohne diese
Vorbereitung kommt, sich freut, das göttliche Brot zu essen, denn
alle sind Meine Kinder, und alle werde Ich in Apostel der Wahrheit
verwandeln. Der Baum, die Quelle und der Weg sind für alle da.
50. Siehe, hier ist der Geist der Wahrheit im 20. Jahrhundert und
erläutert das, was er in der Zweiten Zeit sprach und was ihr nicht zu
deuten vermochtet. Meine Apostel von damals gerieten in Verwirrung,
als sie Mir zuhörten, und bei der Erörterung unter sich
sagten sie: "Es scheint so, dass der Meister sich zuweilen
widerspricht." Doch es kam die Zeit, in der sie voll des Heiligen
Geistes waren, und die Größe Meines Wortes erkennend, begriffen
sie, dass die menschliche Sprache zu arm ist, um das Göttliche
auszudrücken, und daher glaubten sie zuweilen, dass der Meister
einen Fehler begangen hatte, als Er sie lehrte.
51. Sie setzten Mein Heilswerk fort und schrieben durch Werke
der Liebe und Demut ihre Namen neben den ihres Meisters und
bezeugten so Meine Wahrheit.
52. Seht, wie viel Zeit ist seit damals über diese Menschheit
hinweggegangen, die sich Christus-gläubig nennt und Meine
Apostel als Nachfolger des Meisters anerkennt, doch jene Lebensessenz
und jenen Samen mehr und mehr aus ihrem Herzen entfernt
hat, wodurch nur Mein Name übrigblieb, den sie weder mit
Ehrfurcht auszusprechen noch durch ihre Werke zu ehren versteht.
53. Sucht Meinen Namen auf Erden, und ihr werdet ihn auf den
Lippen der Mehrheit der Menschen finden; sucht Meine Gegenwart,
und ihr werdet sie nur in Bildnissen dargestellt finden, die von
Menschenhänden gemacht sind. Sucht Meine Spur, und ihr werdet
sie in den Herzen der Menschen nicht finden, denn dort wurde sie
ausgelöscht.
54. Dies Volk hat Mir in der heutigen Zeit zugehört und hat
jenen offenbarenden Satz vernommen, der euch gesagt hat: "Ihr und
jene (von damals) sind dieselben." Derjenige, der den Sinn dieses
Ausspruchs begreift, sagt sich dann: "Wie ist es möglich, dass ich in
der Undankbarkeit verharre und Mich für immer in Meinem
Egoismus abkapsle?" Doch bei dieser Überlegung erwacht er und
macht sich an die Erfüllung seiner Mission.
55. Ich sage euch, es ist nötig, dass die Menschen wissen, dass
ihre Seelen viele Male auf die Erde gekommen sind und sie es noch
nicht verstanden haben, auf dem Wege Meines Gesetzes aufwärtszusteigen,
um den Gipfel des Berges zu erreichen.
56. In der Mitte des gegenwärtigen Jahrhunderts werde Ich dies
Wort beenden, das heute in euch und morgen in allen Meinen
Kindern fruchtbarer Same sein wird.
57. Studiert Mein Wort und sucht in seinem Kern die göttliche
Lebensessenz, dann werdet ihr die höchste Wonne erleben,
Sämänner auf den Feldern des Herrn zu sein.
Mein Friede sei mit euch!

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