BWL - Band III - Unterweisung 80


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 80:
1. Volk, Ich habe dich mit Meinen Gefälligkeiten überschüttet,
um dich zurückzuhalten und dich Mein Wort hören zu lassen. Ich
habe in dieser Zeit des Gedenkens ein Fest gefeiert, damit — wenn
ihr Mein Wort einmal nicht mehr hört — ihr zugerüstet seid, und
eure Zusammenkünfte wie ein Festmahl der Brüderlichkeit sind, zu
welchem jene herzueilen, die diese Stimme nicht vernahmen und
die im Verlangen nach euch herbeikommen. Doch wenn Mein Wort
einst in seiner ganzen Reinheit und Geistesessenz zu den Menschenmassen
gelangt, werden diese ausrufen: "Der Heilige Geist hat
tatsächlich Licht über uns ausgegossen!" Und sie werden Meine
Unterweisung begreifen, in der Ich euch sagte: "Der Mensch lebt
nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das von
Gott kommt."
2. Sie werden nicht mehr niederknien, um zu beten, denn sie
werden gelernt haben, im Verlangen nach der geistigen Zwiesprache
mit ihrem Meister ihre Gedanken emporzusenden. Euer Geist wird
erstarken, in der Zeit des Kampfes wird er unermüdlich darin sein,
das göttliche Wort durch Werke, Worte und Gedanken zu verbreiten.
Er wird den Bedürftigen aufsuchen, um ihm eine geistige Botschaft
zu bringen. Ein andermal wird er seine Mission in der Abgeschiedenheit
seiner Schlafkammer erfüllen, indem er für seine
Brüder betet.
3. Es kommen Zeiten des Schmerzes, in denen viele Menschen,
die sich für vorbereitet halten, um die Menschen geistig zu
unterstützen, nichts oder nur sehr wenig zu tun vermögen, weil sie
sich nur damit beschäftigt haben, den Verstand mit der
Gelehrsamkeit und Wissenschaft der Welt anzufüllen, und sie ihre
Herzen leer gelassen haben.
4. Ihr, die ihr Mich hört, solltet denen den Weg bereiten, die
Mich im Geiste empfangen werden. Es ist nicht der Zufall gewesen,
der diejenigen in Meine Gegenwart brachte, die Meine Unterweisung
empfangen haben, so wenig wie es der Zufall sein wird, der
die Geistesgaben in denen entwickelt, die Meine Gegenwart ohne
die Notwendigkeit eines menschlichen Stimmträgers fühlen sollen.
5. Feinfühligkeit, Ahnungsvermögen, Offenbarung, Prophetie,
Inspiration, Sehertum, Heilgabe, Inneres Wort — all dies und
weitere Gaben werden aus dem Geiste hervorgehen, und durch
dieselben werden die Menschen bestätigen, dass eine neue Zeit für
die Menschen angebrochen ist.
6. Heute zweifelt ihr daran, dass es diese Geistesgaben gibt,
weil manche sie vor der Welt verheimlichen, da sie deren Meinung
fürchten; morgen wird es das Natürlichste und Schönste sein, sie zu
besitzen. Ich komme in dieser Dritten Zeit zu euch, weil ihr krank
seid an Körper und Seele. Der Gesunde bedarf des Arztes nicht,
noch der Gerechte der Läuterung.
7. Meine Vaterliebe hat alle Beleidigungen vergessen, welche
die Menschheit Mir entgegengeschleudert hat, und Meine Liebe ist
unerschöpflich geflossen, um ihr Leben zu geben. Jahrhunderte sind
über viele Generationen von Sündern, von Brudermördern hinweggegangen,
und während der Mensch immer mehr die Hoffnung
verliert, das Heil zu finden, komme Ich und setze weiterhin Mein
Vertrauen in euch, weil Ich weiß, dass ihr Mich schließlich lieben
werdet. Eure Liebe wird euch in dieser Zeit erretten.
8. Heute fragt der Vater nicht: Wer ist imstande und bereit, das
Menschengeschlecht mit seinem Blut zu retten? Noch wird Jesus
antworten: Herr, Ich bin das Lamm, das bereit ist, mit seinem Blut
und seiner Liebe den Weg zur Entsühnung der Menschheit zu
bahnen.
9. Auch werde Ich Mein "Wort" nicht senden, um in dieser Zeit
Mensch zu werden. Dieses Zeitalter ist für euch vorüber und ließ
seine Lehre und Aufwärtsentwicklung in eurem Geiste zurück. Jetzt
habe Ich eine neue Epoche geistigen Fortschritts eingeleitet, in
welcher ihr diejenigen sein sollt, die Verdienste erwerben.
10. Das "Wort" Gottes, welches Geist, Licht und Leben ist, kam
damals bereitwillig von Seinem Reiche hernieder, um direkt zu
Seinen Kindern zu sprechen. Christus war hinsichtlich Seiner
körperlich-irdischen Natur unter den Menschen ein Beispiel von
Demut; hinsichtlich Seines Geistes war Er die Vollkommenheit.
11. Als für "Das Lamm" der letzte Augenblick auf Erden kam,
sprach es mit der gleichen Sanftmut, mit der es seine Mission
annahm, zum Vater: "Alles ist vollbracht." Jenes Opfer ist die größte
Lehre der Liebe und Barmherzigkeit, die Ich der Menschheit gab.
Jenes Werk war wie ein Same, der auf jede Seele niederfiel.
12. Warum erwarten manche den Geist der Wahrheit als
Mensch, um von neuem jenes Opfer zu vollbringen? In dieser Zeit
bin Ich im Geiste gekommen — so wie Ich es anbot — um Mein
Licht in Form von Inspiration unter die Menschen zu ergießen,
damit diese, von diesem Lichte erleuchtet, durch ihre eigenen
Verdienste das Heil finden. Erscheint es euch schwierig, euch zu
lieben und im Leben beizustehen?
13. Ich verlange nicht von euch, dass ihr alles hinter euch lasst,
wie Ich es von denen verlangte, die Mir in der Zweiten Zeit
nachfolgten. Unter ihnen verließ mancher seine Eltern, ein anderer
seine Lebensgefährtin; sie verließen ihr Haus, ihr Gestade, ihr
Fischerboot und ihre Netze — all dies ließen sie hinter sich, um
Jesus nachzufolgen. Ebenso wenig sage Ich euch, dass es notwendig
ist, dass ihr in dieser Zeit euer Blut vergießt.
14. Ich habe euch gesagt, dass dort, wo ein jeder von euch
wohnt, er Tag für Tag viel tun kann. Sucht im Innersten eures
Wesens den guten Kern, den Ich in jedes der Kinder Meiner
Göttlichkeit gelegt habe; dieser Kern gehört nicht dem Herzen an,
sondern dem Geiste.
15. Vergesst nicht, dass euer Ursprung in Meiner Liebe ist.
Heute ist euer Herz durch Selbstsucht verhärtet, doch wenn es
einmal wieder für jede geistige Inspiration empfänglich wird, wird
es Liebe für seine Nächsten empfinden und fremden Schmerz
mitfühlen, als ob es der eigene wäre. Dann werdet ihr fähig sein, das
Gebot zu erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander."
16. Dies ist Meine Waffe: die der Liebe, die Ich euch nie
verheimlicht habe, die Ich im Kampfe gegen die Finsternis der
Sünde immer deutlich zeige. Wer Mein Soldat sein will, ergreife das
Schwert der Liebe. So kann Ich nur zu einem Volke sprechen, das
über Jahrhunderte und Zeitalter hinweg im Schmerz geschmiedet
wurde.
17. Euer Geist hat es erreicht, gefasst zu sein, und er hofft und
vertraut nur noch Meinem Willen.
18. In dieser Zeit kam Elias als Wegbereiter, um den Geist des
Menschen für die Verbindung mit Mir vorzubereiten. Das Wort
Elias"s erweckt euch, rüttelt euch auf und macht euch wachsam,
denn sein Licht ist wie das eines Blitzstrahls.
19. Euer Geist ist in der heutigen Zeit fähig, zu begreifen, wer
Elias ist. Seit langem schon habt ihr die geistige Kindheit hinter
euch gelassen. Es ist der Glaube und das Ahnungsvermögen, die
euch Meine Gegenwart und jede Meiner Offenbarungen in dieser
Zeit fühlbar machten, in welcher Meine Lehre den Menschen wahre
Größe verleihen wird — nicht die falsche, die die Welt gibt, sondern
jene, die der Demut und Tugend entspringt.
20. Eine schwierige Aufgabe erwartet jeden, der sich aufmacht
und Mir nachfolgt. Ohne Kreuz kann Mich niemand zum Vorbild
haben; doch wahrlich, Ich sage euch, das Kreuz, das Ich auf eure
Schultern lege, hat nicht den Zweck, euch niederzudrücken, sondern
euch auf dem leidvollen Weg eures Lebens aufrechtzuerhalten. Wer
sein Kreuz von sich wirft, wird fallen müssen, wer es liebt, wird
zum Ziel gelangen, wer es auf Erden bis zu dem Augenblick trägt,
da er sein Leben aushaucht, der wird in diesem Augenblick erleben,
wie sein Kreuz ihn aufrichtet, ihn emporträgt und zu Mir geleitet.
Jeder, der vom Tode überrascht wird, während er sein Kreuz auf den
Schultern trägt, braucht keine Furcht zu haben, ins Ungewisse zu
fallen. Da werden sich viele Geheimnisse auflösen, die der Mensch
nicht entziffern konnte. Glaubt ihr, dem Vater ist es lieber, wenn ihr
Unwissende auf Erden seid? Nein, Volk, Ich bin für die Menschen
eine beständige Offenbarungsquelle von Geheimnissen. Doch diese
beharren darauf, gegenüber dem Offenkundigen blind zu sein und
taub für Meine Stimme.
21. Diejenigen, die an Mich glauben, wissen, dass Ich rein und
gerecht bin; doch da der Mensch das Böse liebt, zieht ihn das
Unreine an und versucht ihn die Sünde. Er zieht die Ungebundenheit
seiner Leidenschaften der Erleuchtung der Seele vor. Die
Anziehungskraft, welche die Sünde für den Menschen hat, ist
ähnlich jener, die ihr angesichts der Leere und der Tiefe eines
Abgrunds fühlt. Wie schwer erscheint es dem, der hinabgestürzt ist
und Mich nicht kennt, sich zu retten, und wie leicht erscheint es
andern, sich zu retten, da sie meinen, dass es genügt, wenn sie im
letzten Augenblick ihres Lebens ihre Verfehlungen bekennen, um
Vergebung der Sünden zu erlangen und einen Platz im Reiche des
Herrn einzunehmen!
22. Wisset, dass nur das Wasser der Reue die Schandflecken
abwäscht, nicht die Furcht vor dem Gericht; dass das, was euch dem
Herrn näherbringt, die Wiedergutmachung einer reuigen Seele für
alle ihre Verfehlungen ist.
23. Alle glauben an Mich, auch wenn nicht alle es bekennen,
nicht alle Mich lieben. Glaubt nicht an den Atheisten, Ich sehe keine
Atheisten, und es kann sie auch gar nicht geben. Das "Fleisch" mag
Mich leugnen, doch nicht der Geist. Kann irgendein Mensch etwa
seinen leiblichen Vater leugnen, auch wenn er ihn nicht gekannt hat?
Ebenso wenig kann der Geist seinen geistigen Vater leugnen, auch
wenn er Ihn nicht kennt. Kann es eine Baumfrucht geben, die nicht
zuvor am Baume gewesen wäre?
24. Vom Anbeginn der Zeiten an lehre und richte Ich euch mit
Liebe. Falls ihr Meine Gerechtigkeit ungebührlicherweise Strafe
oder Verurteilung nennt, dann sage Ich euch, dass Ich euch mit
Liebe strafe und richte. — Ich spreche so zu euch, weil ihr in einer
Zeit lebt, in welcher nicht mehr die Furcht vor Meiner Gerechtigkeit
euch zur Befolgung Meiner Gebote bringen soll, sondern die
Hinwendung zu Meiner Liebe, zu Meinem Gesetz, denn in ihm ist
die Liebe eures Vaters. Doch wenn ihr wollt, dass Meine Gesetze
euch nicht richten, so lernt sie durch Meine Unterweisung kennen
und lebt nach ihnen. Wie wollt ihr nach eigenem Gutdünken abseits
des Weges leben, ohne dass euch unvermutet Schmerz trifft? Wer
die Gesetze verletzt, wird augenblicklich durch sie heimgesucht.
Wollt ihr noch größere Beweise von Liebe?
25. Diese Natur, die Ich euch anvertraut habe, ist eine wirkliche
Quelle von Leben und Gesundheit. Trinket ihr Wasser, und ihr
werdet ohne Trübsale leben; ihr werdet Kraft, Licht und Freude auf
eurem Lebensweg haben, und euer Geist wird seine Bestimmung
besser erfüllen. Wie könnt ihr den Anspruch erheben, an Körper und
Seele gesund zu sein, wenn ihr diese Wohltaten nicht dort sucht, wo
sie sind? Ihr sucht die Gesundheit des Körpers auf Erden beim Arzt,
dessen Herz nicht immer Barmherzigkeit birgt, und ihr sucht die
Gesundheit der Seele, indem ihr euch von etwas Materiellem
entäußert, um es angesichts der Stimme eures Gewissens
hinzugeben.
26. Wahrlich, Ich sage euch, die Natur besitzt einen Busen
ähnlich dem einer liebevollen Mutter; erquickt euch an ihm, solange
ihr in ihr lebt; denn die Seele nimmt auch an den Wonnen des
Körpers teil, durch dessen Vermittlung der Herr ihr so viele und so
schöne Lehren der Liebe schenkt.
27. Heute lebt die Menschheit fern von jedem Quell des Lebens,
daher ihre Trübsal. Infolgedessen glaubt die Welt, dass Ich unter den
Menschen Meine Gerechtigkeit beenden soll, damit Friede und
Wohlergehen zu ihnen zurückkehrt, während das einzige, was ihr
tun müsst, darin besteht, auf den Weg des Gesetzes zurückzukehren.
Der Mensch sagt, dass er einem Ideal nachstrebt, doch Ich sage ihm:
Ist es möglich, dies Ideal zu erreichen, wenn er auf einem Pfad ohne
Licht geht?
28. Die Menschen haben eine Welt nach ihrer Vorstellung, nach
ihrem Willen geschaffen. Ich habe sie gewähren lassen, um sie nicht
ihres freien Willens zu berauben; doch diese Welt werden sie selbst
zerstören, als Beweis dafür, dass sie auf Treibsand gebaut haben.
"Wie sollte es möglich sein", sagen die Mächtigen, "dass so viel
Macht ausgelöscht wird?" Und dennoch, Reiche, Throne, Zepter,
Wissenschaft und Reichtümer werden zugrundegehen. Ein
schwacher Hauch, und nur die Geschichtsschreibung wird noch die
Überbleibsel von so viel falscher Größe einsammeln!
29. Falsch nenne Ich eure Welt; denn während euer Gesicht
lacht, ist euer Herz — wenn nicht voll Bitterkeit, so doch voll
Übelwollen. Und wenn ihr dies schon aus dem menschlichen Leben
gemacht habt — was könnt ihr wohl sagen, was alles ihr hinsichtlich
des Lebens und der Gesetze getan und unterlassen habt, die euren
Geist betreffen? Ihr habt zugelassen, dass er sich so weit vom Quell
des ewigen Lebens, von der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der
Liebe entfernt, die in eurem Schöpfer sind, dass er, obwohl er der
Herr in der Welt und über dem Materiellen stehen soll, zu einem
geschundenen und erniedrigten Sklaven wurde. Der Geist ist so den
Schwachheiten und Neigungen des Körpers unterworfen. Er hat
schließlich nachgegeben aufgrund der Liebe, die er für das Fleisch
fühlt, an das er gebunden ist. Trotz der Liebe, die die Seele für die
Welt fühlt, trotz des übermäßigen Materialismus, den sie erreicht
hat, gibt es nicht einen, der — sei es auch nur für einen Augenblick
— nicht das Verlangen gefühlt hätte, über dieses Leben hinauszudringen
in die Geistige Welt. Es gibt nicht einen, der nicht schon
hier einen Augenblick innerer Erhebung gehabt hätte, der nicht das
Dasein und den Frieden jenes Lebens erahnt hat. Meine geistigen
Offenbarungen in dieser Welt sind eine Einladung in Mein Reich.
30. Der Tag wird kommen, an dem die ganze Menschheit Meine
Unterweisung kennt. Viele werden sie verneinen und sogar sagen,
dass es der Versucher war, der diese Lehren eingab. Doch wenn
diese von einem Meiner Kinder geglaubt und ausgeübt werden, wird
es erleben, wie selbst diejenigen, die Mich leugneten, gute Früchte
tragen werden als Zeugnis für diese Wahrheit.
31. Seid gesund an Körper und Seele und nehmt euch die guten
Patriarchen zum Vorbild, jene, die dem Vater ihre Opfergabe
darzubringen wussten und Freude daran hatten, ihre Pflichten auf
Erden zu erfüllen. Ich spreche zu dir, Volk, und Ich spreche zur
Menschheit. Zu euch, dem Volk Israel, spreche Ich, weil ihr, obwohl
ihr Mir zuhört, nicht völlig auf dem rechten Wege geht, sondern
versucht, mit dem rechten Fuß auf Meinem Wege zu gehen, während
ihr mit dem andern neben ihm geht.
32. Ich sage euch allen: Ich bin die Gesundheit, Ich bin der Weg,
die Wahrheit und das Leben.
33. Der Geist Elias"s führt euch in Meine Gegenwart und hilft
euch, würdig zu werden, dass Ich zu euch komme. Lehnt nicht Elias
in dieser Zeit ab, so wie ihr Christus in der Zweiten Zeit ablehntet
und Mose in der Ersten.
34. Bedenkt, dass Elias den Schleier weggezogen hat, mit dem
ihr viele Geheimnisse bedecktet, auf dass ihr die Herrlichkeit des
Vaters schaut.
35. Seid sanftmütig und gehorsam, damit ihr eurem Geiste die
Möglichkeit gebt, seine Aufgabe zu erfüllen. Er ist Besitzer des
Lichtes der Erfahrung, der Entwicklung und des Wissens.
36. Der Geist wird in Mir geboren, er hat seine Kindheit, seine
Entfaltung und seine Fülle; im Gegensatz zum "Fleisch", das altert
und stirbt, nimmt er immerdar an Wissen und an Liebe zu, das heißt
an Vollkommenheit. Ihr wisst, dass ihr aus Mir hervorgegangen seid,
doch wisst ihr nicht wie. Ihr wisst auch, dass ihr zum Vater zurückkehren
müsst, aber ihr wisst nicht, auf welche Weise. Dies sind
Meine hohen Ratschlüsse, sind das Geheimnis, das ihr respektieren
sollt.
37. Ich habe Größe in den Menschen gelegt, aber nicht die, die
er auf Erden erstrebt. Die Größe, von der Ich spreche, ist Aufopferung,
Liebe, Demut, Barmherzigkeit. Der Mensch flieht
beständig diese Tugenden, womit er sich von seiner wahren Größe
und der Würde abwendet, welche der Vater ihm als Seinem Kind
verliehen hat.
38. Ihr flieht die Demut, weil ihr glaubt, dass sie Armseligkeit
bedeutet. Ihr flieht die Prüfungen, weil euch das Elend Furcht
einjagt, ohne dass ihr dabei begreift, dass sie eure Seele befreien. Ihr
flieht auch das Geistige, weil ihr meint, dass es Zeitverschwendung
ist, euch in dies Wissen zu vertiefen, wobei ihr nicht begreift, dass
ihr ein höheres Licht als jede menschliche Wissenschaft verachtet.
39. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass es viele gibt, die trotz
ihrer Beteuerung, Mich zu lieben, Mich nicht lieben, und obwohl sie
behaupten, an Mich zu glauben, keinen Glauben haben. Sie sind so
weit gegangen, Mir zu sagen, dass sie bereit sind, Mir nachzufolgen,
aber sie wollen Mir ohne Kreuz nachfolgen. Doch Ich habe ihnen
gesagt, dass jeder, der Mir nachfolgen will, sein Kreuz auf sich
nehmen und Mir folgen soll. Jeder, der sein Kreuz mit Liebe
umfasst, wird zum Gipfel des Berges gelangen, wo er den letzten
Atemzug auf dieser Erde aushauchen wird, um zum ewigen Leben
aufzuerstehen.
40. Das Geistige Leben, das von den einen ersehnt wird, wird
von andern gefürchtet, geleugnet und sogar verspottet; aber es
erwartet euch alle unweigerlich. Es ist der Schoß, der alle aufnimmt,
der Arm, der sich euch entgegenstreckt, das Vaterland des Geistes
— ein unergründliches Geheimnis selbst für die Gelehrten. Aber in
Meine Geheimnisse kann man eindringen, wann immer der
Schlüssel, den ihr benützt, um diese Pforte zu öffnen, jener der
Liebe ist.
41. Begreift, dass der Vater vom Beginn der Existenz des
Menschen an für das Kind eine beständige Offenbarung von
Geheimnissen gewesen ist. Freut euch bei dem Gedanken, dass
wenn der Mensch in so vielen Zeitaltern eures Lebens (auf der Erde)
nicht zu den Grenzen seiner Wissenschaft gelangt ist, er auch ewig
neue Schönheiten, neue Wunder, neue Wesen, andere Welten
entdecken wird, sobald er die Wege der Vergeistigung betritt. Diese
neuen Erfahrungen werden bewirken, dass das Kind seinen Schöpfer
mit immer größerer Vollkommenheit liebt, mit einer Liebe ähnlich
jener, die Ich zu euch habe. Aufgrund dieser so lauteren und großen
Empfindung, die Ich für die Menschheit hege, wurde Ich Mensch,
damit ihr Mich nahe bei euch hättet. Doch nach jenem Opfergang
sehe Ich, dass die Menschen dieser Zeit taub, blind und undankbar
gegenüber jener Liebe sind, dass sie für sich eine Welt geschaffen
haben, in der sie Meine Gebote, Meine gerechten Gesetze, Meine
Liebeslehre nicht zu befolgen brauchen.
42. Der Abgrund zieht die Menschen an, das Verbotene verlockt
sie, sie machen von ihrer Willensfreiheit auf ihre Weise Gebrauch.
Einer derart den Leidenschaften, dem Gewinnstreben und den
Vergnügungen der Erde verfallenen Menschheit erscheint ihr
Untergang unabwendbar. Der Seele erscheint es als sehr schwierig,
das Heil zu finden, und sie begreift nicht, dass sie in der Göttlichen
Gerechtigkeit, in der Liebe ihres Vaters den Weg finden kann, auf
dem sie sich läutert, sich aufwärts entwickelt und das Heil findet.
43. Alle Menschen glauben an Mein Dasein, weil sie Geist
besitzen und das tiefinnerliche Wissen bewahrt haben, dass Ich
existiere. Selbst jener, der Mich leugnet, glaubt an Mich, denn
Meine Gegenwart ist in ihm und in allem, was ihn umgibt. Aber der
Mensch ist den materiellen Anreizen und den Versuchungen erlegen.
Und die Finsternis, die er auf diese Weise geschaffen hat, ist das,
was der Menschheit nicht erlaubt, den Glanz zu schauen, mit
welchem der Heilige Geist sich ihr in dieser Zeit nähert. Doch es
wird keine menschliche Macht und keinen Geist geben, der Meine
Macht, Mein Licht oder Meine Liebe besiegt. Aber wenn die Kinder
schluchzend vor den Vater treten, werden die einen um Vergebung
bitten, und ihnen wird um ihrer Demut willen vergeben werden; die
andern werden Mich fragen: "Vater, warum hast Du mich bestraft?"
Ihnen werde Ich sagen: Ich strafe niemals; ihr habt auf eurem Wege
nur das geerntet, was ihr auf ihm gesät habt. Ihr vermochtet nicht
die Gesundheit des Körpers und der Seele zu erhalten; doch wer
Meine Gesetze herausfordert oder sie verletzt, richtet sich aufgrund
derselben selbst.
44. Lebt in Einklang mit den Naturgesetzen und den geistigen
Gesetzen, und ihr werdet immer an Leib und Seele gesund sein.
45. Viel Wissenschaft besitzt die Menschheit heute, aber mit ihr
hat sie eine befremdliche Welt geschaffen, die sie von dem trennt,
was natürlich ist, vom Quell des Lebens, von den Elementen der
Natur, die Ich ihr zu ihrer Erhaltung und Erquickung anvertraut
habe. Wie kann der Mensch, der so lebt, an Leib und Seele gesund
sein?
46. Die Erde ist wie eine Mutter, die ihre Arme ausbreitet, um
euch vom Augenblick eurer Geburt an zu umfangen; die Luft, die ihr
auf ihr atmet, hat Ähnlichkeit mit Meinem göttlichen Odem; das
majestätische Königsgestirn, in seiner Pracht wie eine Feuerfackel,
ist ein Abbild des Allmächtigen, denn es ist Licht, Wärme und
Leben. Ihr habt in dieser eurer Natur auch das Wasser, welches der
Wahrheit gleicht, weil es kristallklar, durchsichtig und rein ist; es
löscht den quälenden Durst, läutert und reinigt; unter seiner
Wirkung werden die Felder fruchtbar und keimen die Saaten. Diese
vier Elemente, vereint durch Gesetze Göttlicher Weisheit, bilden in
ihrer Einheit und ihrem Zusammenklang eure Heimstätte. Um auf
ihr zu leben, um sich ihrer bewusst zu erfreuen und in völliger
Übereinstimmung mit ihren Gesetzen zu leben, beschenkte Ich den
Menschen überreich mit allen Eigenschaften, Kräften und Sinnen,
die für das Leben notwendig sind.
47. Warum also — wenn ihr gewiss seid, dass Ich euch liebe —
nennt ihr Mich ungerecht, wenn ihr durch eigene Schuld leidet, und
sagt, dass der Vater euch züchtigt?
48. Meine Liebe ist unwandelbar, sie kann nicht größer sein,
weil sie vollkommen ist, noch kann sie jemals kleiner werden. Den
Beweis dafür habe Ich euch gegeben, als Ich euch dies Leben
gewährte, das eure Herberge ist und das sich immer verschwenderisch
und mütterlich euch gegenüber zeigt. Hat euch einen
einzigen Tag lang das Licht der Sonne gefehlt? Hat euch die Luft
irgendeinmal nicht belebt? Sind die Meere ausgetrocknet, oder
fließen die Flüsse nicht mehr, deren Wasser die ganze Erde umspült?
Und der Planet in seinen Umdrehungen, ist er irgendeinmal unter
euren Füßen entwichen, um euch ins Leere zu schleudern?
49. Ich habe Mich nicht geirrt in dem, was Ich geschaffen habe,
der Mensch jedoch hat den vorgezeichneten Weg und das Leben
verfehlt; aber bald wird er zu Mir zurückkehren wie der Verlorene
Sohn, der sein ganzes Erbe vergeudete. Mit seiner Wissenschaft hat
er eine neue Welt geschaffen, ein falsches Reich. Er hat Gesetze
gemacht, hat sich einen Thron errichtet und sich mit einem Zepter
und einer Krone ausgestattet. Doch wie vergänglich und trügerisch
ist seine Herrlichkeit: ein schwacher Hauch Meiner Gerechtigkeit
genügt, dass seine Grundfesten erbeben und sein ganzes Reich
zerfällt. Jedoch das Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und Liebe
ist dem Menschenherzen ferne, das es nicht zu gewinnen vermochte.
50. Das Vergnügen und die Befriedigungen, die das Werk der
Menschen ihnen beschert, sind nur eingebildet. An ihren Herzen
nagt der Schmerz, die Ruhelosigkeit und die Enttäuschung, die sich
hinter der Maske des Lächelns verbergen. Das hat man aus dem
menschlichen Leben gemacht, und was das Leben des Geistes
betrifft und die Gesetze, die ihn regieren, so sind diese verdreht
worden, weil man vergaß, dass es auch Kräfte und Elemente gibt,
die den Geist beleben und mit denen der Mensch in Kontakt bleiben
muss, um den Prüfungen und Versuchungen standzuhalten und auf
seinem Aufstiegsweg zur Vollkommenheit allen Hindernissen und
Widrigkeiten entgegenzutreten.
51. Dies Licht, das aus der Unendlichkeit zu jedem Geiste
gelangt, stammt nicht vom Königsgestirn; die Kraft, die der Geist
aus dem Jenseits empfängt, ist nicht Ausfluss der Erde; die Quelle
der Liebe, Wahrheit und Gesundheit, welche den Wissensdurst des
Geistes löscht, ist nicht das Wasser eurer Meere oder eurer Quellen;
die Atmosphäre, die euch umgibt, ist nicht nur materiell, sie ist
Ausfluss, Atem und Inspiration, die der menschliche Geist direkt
vom Schöpfer aller Dinge empfängt, von Jenem, der das Leben
geschaffen hat und es mit Seinen vollkommenen und unwandelbaren
Gesetzen regiert.
52. Wenn der Mensch ein wenig guten Willen daransetzte, auf
den Weg der Wahrheit zurückzukehren, würde er augenblicklich die
Liebkosung des Friedens als einen Ansporn verspüren. Aber wann
immer die Seele sich unter dem Einfluss der Materie vermaterialisiert,
erliegt sie deren Krallen, und anstatt der Herr dieses Lebens
zu sein, der Steuermann, der sein Schiff lenkt, wird sie zum Sklaven
der menschlichen Schwächen und Neigungen und erleidet
Schiffbruch in den Stürmen.
53. Ich habe euch schon gesagt, dass die Seele vor dem Körper
kommt, so wie der Körper vor der Kleidung. Diese Materie, die ihr
besitzt, ist nur eine vorübergehende Bekleidung der Seele.
54. Niemand ist durch Zufall geboren worden, und wenn
jemand sich für noch so unbedeutend, unfähig und armselig hält, so
ist er doch durch die Gnade des Höchsten Wesens geschaffen
worden, welcher ihn ebenso liebt wie die Wesen, die er für
überlegen hält, und er hat eine Bestimmung, die ihn wie alle zum
Schoße Gottes führen wird.
55. Seht ihr jene Menschen, die als Ausgestoßene auf den
Straßen dahinziehen und Laster und Elend mit sich schleppen, ohne
zu wissen, wer sie sind und wohin sie gehen? Wisst ihr von den
Menschen, die noch immer in Wäldern leben, von Raubtieren
umlauert? Niemand ist von Meiner Vaterliebe vergessen, alle haben
sie eine Aufgabe zu erfüllen, alle besitzen sie den Keim zur
Entwicklung und sind auf dem Wege, auf dem die Verdienste, die
Anstrengung und der Kampf den Geist Stufe um Stufe zu Mir
bringen werden.
56. Wo ist jemand, der — wenn auch nur für einen einzigen
Augenblick — Meinen Frieden nicht ersehnt hat und sich nicht
wünschte, vom irdischen Leben befreit zu sein? Jeder Geist hat
Heimweh nach der Welt, die er zuvor bewohnte, nach dem Heim, in
welchem er geboren wurde. Jene Welt erwartet alle Meine Kinder
und lädt sie ein, sich des ewigen Lebens zu erfreuen, das manche
ersehnen, während andere nur den Tod erwarten, um dann
aufzuhören zu sein, weil sie eine verwirrte Seele haben und ohne
Hoffnung und ohne Glauben leben. Was könnte diese Wesen dazu
bewegen, für ihre Erneuerung zu kämpfen? Was könnte in ihnen die
Sehnsucht nach Ewigkeit erwecken? Sie erwarten nur das Nichtmehr-
Sein, das Schweigen und das Ende.
57. Doch das "Licht der Welt" ist zurückgekehrt, "der Weg und
die Wahrheit", um euch durch Seine Vergebung zum Leben
auferstehen zu lassen, um euer müdes Angesicht zu liebkosen, euer
Herz zu trösten und zu bewirken, dass der, der sich nicht für wert
hielt zu existieren, Meine Stimme vernimmt, die ihm sagt: Ich liebe
dich, komme zu Mir!
58. Doch ebenso, wie Ich in euch ein Sehnen nach Ewigkeit und
Vollkommenheit erwecke, sage Ich euch auch: Glaubt darum nicht,
dass Ich will, dass ihr das materielle Leben missachtet. Legt Meine
Unterweisungen nicht falsch aus. Alles, was geschaffen und auf die
Erde gestellt wurde, dient eurem Glück.
59. Die Patriarchen und die Gerechten zeigten euch mit ihrem
Beispiel, auf Erden glücklich zu leben, indem sie sich der natürlichen
Güter erfreuten und zugleich das Geistige Gesetz erfüllten.
Nehmt sie zum Vorbild, und ihr werdet gesund und stark sein. Ich
will ein starkes Volk unter euch haben, das kämpft und die Wahrheit
verteidigt. Wenn Ich euch lehren würde, euch von der Natur
abzusondern, dann würde sie sich gegen euch wenden.
60. Bei Gott gibt es keine Widersprüche, auch wenn die
Menschen manchmal glauben, sie in Meinen Unterweisungen zu
finden. Um euch zu helfen, sie zu verstehen, habe Ich eure Augen
für das Licht aufgetan und euch gesagt: Wenn ihr die Gesundheit
eures Körpers erstrebt, so kehrt in die Arme eurer Mutter, der Natur,
zurück, aus der eure körperliche Hülle hervorging, in deren Schoß
ihr euch gewiegt habt, mit der ihr verschmelzen werdet, wenn ihr
Inneres euch von neuem aufnimmt. Auch habe Ich euch gesagt:
Wenn ihr eine starke und gesunde Seele besitzen wollt und die
Hoffnung, den Lohn zu erlangen, den Ich euch verheißen habe, so
lebt Mein Gesetz, indem ihr die Gebote erfüllt, die euch sagen: "Du
sollst deinen Gott lieben von ganzem Herzen und ganzer Seele", und
"Liebet einander".
61. Um Mein Gesetz zu erfüllen genügt es nicht, von Mir zu
sprechen, noch ist es genug, dass ihr große Erforscher Meines
Werkes seid, um zu glauben, dass ihr Meine Apostel seid; denn
größer wird vor Mir jenes schlichte Gemüt sein, das Mein Wort
nicht auszudrücken versteht, aber das stattdessen Liebe und Barmherzigkeit
unter seinen Brüdern auszuüben versteht.
62. In der Zweiten Zeit genügten Mir drei Lehrjahre und zwölf
Menschen, um die Menschheit umzuwandeln. Heute haben viele
Jahre der Zurüstung und eine große Zahl von Jüngern nicht
ausgereicht.
63. Der Grund ist, dass ihr zu sehr dem Materiellen verhaftet
seid. Nur fünf Minuten denkt ihr an Mich, und den Rest der Zeit
widmet ihr den weltlichen Beschäftigungen.
64. Ich flöße euch neuen Mut ein, damit ihr auf eurem
Entwicklungsweg nicht stehenbleibt. Wachet, denn bald werdet ihr
erleben, wie es mit den Herren der Welt ein Ende nimmt, und wenn
sie abtreten, wird es keine Sklaven mehr geben. Dann wird die
Menschheit sich als eine einzige Familie betrachten. Aus den
Herzen der Menschen wird ein Fünkchen gegenseitigen guten
Willens hervorbrechen, und der Friede wird zu ihnen kommen.
65. Verirrte Seelen, Seelen ohne Frieden und ohne Gesetz,
kommt herbei! Nicht Finsternis oder das Nichts ist das, was euch
erwartet, es ist Meine Vaterliebe, es ist die Harmonie aller Welten
und Wesen.
Mein Friede sei mit euch!
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