BWL - Band V - Unterweisung 115


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
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Unterweisung 115:
1. Ich empfange dich, geliebtes Volk, und in dir die Menschheit,
welche Meine Tochter ist. In dieser Zeit, in der Ich Mich durch das
Verstandesorgan des Menschen kundtue, gebe Ich euch Kraft, damit
ihr zum Weg der Vollkommenheit zurückkehrt, eure Lebensführung
bessert und in eurem eigenen Herzen das Echo Meiner göttlichen
Stimme spürt. Ich arbeite an euch in dieser dafür günstigen Zeit,
damit ihr euren Geist erhebt, der heute schläft, so dass ihr euer Herz
empfindsam macht. Denn Ich will in ihm nicht nur als ein
vorübergehender Besucher sein, sondern als ein ewiger Bewohner,
da ihr gerade in ihm nach Meinem Willen Meinen Tempel erbauen
sollt.
2. Ich bin dasselbe "Göttliche Wort", das sich in der Zweiten
Zeit in einer körperlichen Gestalt offenbarte, die Jesus genannt
wurde, die mit euch zusammen lebte und euch die Sanftmut Seines
Wortes brachte, die in Seinem vollkommenen Vorbild enthalten war.
Jetzt bediene Ich Mich der menschlichen Instrumente, die Ich
zubereitet habe und die schon vor ihrer Geburt für die Erfüllung
dieser erhabenen Mission vorherbestimmt waren.
3. Ich habe euch gesagt, dass diese Erde nicht euer wahres
Vaterland ist, denn es gab wirklich eine Zeit, in der ihr den Himmel
als Wohnung hattet und beim Himmlischen Vater wart. Als ihr noch
nicht zu diesem Planeten herabgekommen wart, wart ihr in der
geistigen Heimat, wo alles Licht und Wahrheit ist. Aber diesen
Eindruck habt ihr nicht fest in eure Seele eingeprägt, und darum
lässt euer Gedächtnis euch im Stich und ihr erinnert euch an nichts
aus jenem Leben, von eurem Aufenthalt in dem, was ihr Himmel
nennt, welcher nicht dem entspricht, was ihr euch aufgrund eures
Verstandes in dieser Welt, die ihr Erde nennt, vorstellt.
4. Vor eurer Erschaffung wart ihr in Mir; danach, als geistige
Geschöpfe, wart ihr an dem Ort, wo alles in vollkommener
Harmonie schwingt, wo die Essenz des Lebens und die Quelle des
wahren Lichtes ist, von dem Ich euch nähre.
5. Der Schmerz wurde nicht vom Vater geschaffen. In den
Zeiten, von denen Ich zu euch spreche, hattet ihr keinen Grund zum
Seufzen, ihr hattet über nichts zu klagen, ihr fühltet den Himmel in
euch selbst, denn in eurem vollkommenen Leben wart ihr das
Sinnbild dieses Daseins. Aber als ihr jene Heimstatt verließet, gab
Ich eurem Geiste ein Gewand und ihr sanket immer tiefer. Hernach
entwickelte sich eure Seele Schritt für Schritt, bis sie zu der
Daseinsebene gelangte, wo ihr euch jetzt befindet und wo das Licht
des Vaters strahlt.
6. Ich bin der Meister der Liebe; wenn ihr daher nicht auf
Meinen Wegen wandelt und die Menschen nicht mit der Liebe liebt,
die Ich euch gelehrt habe, trifft euch der Schmerz aufgrund eures
Ungehorsams. So gewinnt ihr mit jedem neuen Fall weitere
Erfahrung.
7. Der Mensch als Gottes Geschöpf ist ein Bruder aller
Geschöpfe von dieser und der anderen Welten, denn jede Lebensform
ist ein Gedanke des Vaters in unterschiedlicher
Sichtbarwerdung. Da ihr mit Vernunft begabt seid, so begreifet, dass
ihr ein Teil dieser Schöpfung seid und in diesem Sinne Geschwister
aller Wesen, und ihr müsst euch in bewusster Form über die Stellung
klar sein, die ihr in der Schöpfung einnehmt, im göttlichen Plan und
im universellen Konzert. Warum handelt ihr nicht im Einklang mit
der Mission, die Ich euch offenbart habe? Seid Apostel Meiner
Lehre, in der klaren Erkenntnis, dass ihr euch von Stufe zu Stufe
entwickeln müsst. Habt Erbarmen mit euch selbst, nähert euch so
schnell wie möglich dem Weg des Heils, welcher kein anderer als
jener der vollkommenen Liebe ist, die in diesem einfachen Lehrsatz
enthalten ist: "Liebt Gott mehr als alles Geschaffene und euren
Nächsten wie euch selbst."
8. Lehrt eure brüderlichen Mitmenschen nicht nur mit Worten,
sondern mit euren Werken der Liebe. Obwohl Ich "Das Wort" des
Vaters bin, wurde Ich in der Zweiten Zeit Mensch, um euch mit
Meinem eigenen Vorbild zu lehren, die göttlichen Gesetze zu
befolgen. Denn wenn Ich euch nur mit Meinen Worten gelehrt hätte,
hättet ihr gesagt: "Er redet und vollbrachte kein einziges Werk."
Daher war Ich unter Meinen Jüngern immer als Meister.
9. Bewahrt Meine göttlichen Lehren und Beispiele, sie werden
morgen wie ein Stab sein. Bittet Mich in diesen Augenblicken, in
denen Ich Mich durch den Wortträger kundtue, und sofern eure
Bitten edel und gerecht sind, werde Ich sie erhören. Doch wenn ihr
grundlos bittet, so seid gewärtig, dass Ich euch nur das geben werde,
was ihr empfangen sollt. Bringt Mir geistige Verehrung dar und seid
nicht wie jene, welche Tempel und Altäre errichten, die mit Gold
und Edelsteinen bedeckt sind, die lange Wallfahrten unternehmen,
sich mit rohen und grausamen Geißelungen züchtigen, unter
Lippengebeten und Gebetslitaneien sich auf die Knie werfen und die
doch noch nicht fähig waren, Mir ihr Herz zu übergeben. Ich habe
euch über das Gewissen ermahnt, und darum sage Ich euch: Wer
redet und davon spricht, was er tat und es ausposaunt, hat keinerlei
Verdienst beim Himmlischen Vater.
10. Wenn ihr auf den geraden Wegen des Herrn wandeln wollt,
so tut, was Ich euch in Meinem Worte, Meinen Beispielen und mit
Meiner Liebe gelehrt habe. Seid demütig, vergeltet Böses durch
Gutes, ohne dass euch die menschliche Undankbarkeit wichtig ist.
Nehmt euer Kreuz geduldig auf euch und folgt Mir nach.
11. Ich, "das Wort", wurde in der Zweiten Zeit Mensch, um
euch Meine göttliche Liebe zu zeigen. Ich verschmähte es nicht, im
menschlichen Fleische unter euch zu leben. Ich wollte ein Kind
dieser Menschheit sein, um Mich ihr stärker zugehörig zu fühlen,
und damit sie Mich aus größerer Nähe erlebe. Jene Frau, die ihren
Schoß darbot, damit in ihr "Das Wort" Mensch würde, war aufgrund
ihrer Reinheit und Unschuld der würdige Tempel, um dessentwillen
Ich sie als menschliche Mutter gewählt hatte. Maria war die Blüte
eines Geschlechtes, das viele Generationen, bevor sie geboren
werden sollte, vom Herrn zubereitet worden war.
12. Die mütterliche Liebe, deren Wesen und Zärtlichkeit im
Vater sind, inkarnierte in Maria, jener Jungfrau, welche eine Blume
der Reinheit und Unschuld war.
13. Maria als Frau ist die Verkörperung der universellen Mutter,
ist die mütterliche Liebe, die in Meiner Göttlichkeit existiert und
welche Frau wurde, damit es im Leben der Menschen ein Licht der
Hoffnung gäbe. Maria als Geist ist die göttliche Zärtlichkeit, die zur
Erde kam, um über die Sünden der Menschheit zu weinen. Ihre
Tränen vermischten sich mit dem Blute des Sohnes, um die
Menschen zu lehren, ihre Aufgabe zu erfüllen. In der Ewigkeit
erwarten ihre offenen Arme liebevoll die Ankunft ihrer Kinder.
14. Von Anbeginn der Menschheit wurde euch das Kommen des
Messias geweissagt; auch Maria wurde euch angekündigt und
verheißen.
15. Jene, die die göttliche Mütterlichkeit Marias leugnen,
verkennen eine der schönsten Offenbarungen, welche die Gottheit
den Menschen gegeben hat.
16. Jene, die die Göttlichkeit Christi anerkennen und Maria
verleugnen, wissen nicht, dass sie sich des Besitzes des zartesten
und lieblichsten Wesenszuges berauben, der in Meiner Göttlichkeit
existiert.
17. Wie viele gibt es, welche die Schriften zu kennen glauben
und doch nichts wissen, weil sie nichts verstanden haben; und wie
viele gibt es, welche trotz ihrer Meinung, die Sprache der Schöpfung
entdeckt zu haben, im Irrtum leben!
18. Der mütterliche Geist ist liebevoll in allen Wesen tätig, ihr
könnt sein Abbild überall erblicken. Seine göttliche Zärtlichkeit ist
als gesegneter Same in die Herzen aller Geschöpfe gefallen, und
jedes Reich der Natur ist ein lebendes Zeugnis von ihr, und jedes
Mutterherz ist ein vor jener großen Liebe errichteter Altar. Maria
war eine göttliche Blüte, und die Frucht war Jesus.
19. Ich wurde Mensch in jenem Geschöpf, ein Meisterwerk der
Liebe Gottes, um den Menschen die großen Geheimnisse Meines
Reiches zu offenbaren, indem Ich mit Werken und Worten der Liebe
zu ihnen sprach.
20. Alles an Christus sprach, weil Er das "Ewige Wort" ist,
dasselbe, dem ihr gerade lauscht.
21. Geliebte Jünger, studiert Meine Unterweisungen mit Liebe
und gutem Willen, und ihr werdet schließlich alles verstehen, was
Ich euch über die Zeiten hin geoffenbart habe.
22. Wahrlich, Ich sage euch, ihr und all jene, die diesem Werke
auf den Grund gehen, werden die wahrhaftigen Ausleger der
Schriften sein.
23. Die Geschichte Meines Volkes ist voller Zeichen und
Wunder, welche den Glauben jener Menschenscharen an das Dasein
und die Macht Gottes entflammten — des lebendigen, unsichtbaren
und wahren Gottes.
24. Das Zeugnis dessen, was jenes Volk sah und erlebte, ging in
die Geschichte ein und es wurde in Schriften festgehalten, welche
alle Generationen bis in eure Tage gekannt haben. Aber jene
Zeugnisse sind jetzt auf Menschen ohne Glauben und ohne geistige
Vorbereitung gestoßen, welche, um glauben zu können, es für
notwendig halten, darüber nachzudenken, zu grübeln und zu
forschen und alles ihrer Wissenschaft, ihrer Vernunft und Logik zu
unterwerfen. Diese Menschen haben gezweifelt, andere sind
verwirrt worden, einige haben es verneint, und manche haben
darüber gespottet.
25. Es ist nur natürlich, dass jene, die die göttliche Wahrheit zu
finden versuchen, indem sie dieselbe mit ihren Augen oder ihrem
beschränkten Verstande suchen, keine drei Schritte tun, ohne dass
sie gestrauchelt sind oder in einen Abgrund geraten sind. Den Weg
zur Wahrheit kann nur der Geist finden.
26. Es ist notwendig, dass Ich euch sage, dass das Zeugnis der
Menschen, die Mir nachfolgten, wahrhaftig war; das, was sie der
Nachwelt vermachten, war richtig. Sie stellten die Lehren dar, die
sie mit ihrem schlichten und unschuldigen Glauben aufgenommen
hatten — so, wie sie dieselben sahen und wie sie alle Geschehnisse
erfasst hatten.
27. All jene Ereignisse, Werke und Prüfungen, von denen die
Alten zu euch sprechen, enthalten eine Wahrheit, ein Licht, eine
Offenbarung. Jene glaubten, ohne nachzuforschen, weil sie die
Ereignisse miterlebten. Euch obliegt es, den Dingen auf den Grund
zu gehen und dann zu glauben, um den geistigen Inhalt aus dem
herauszuziehen, was euch offenbart worden ist.
28. Alles hat eine so einfache und einleuchtende Erklärung.
Aber Ich sage euch noch einmal, dass, um sie zu finden, der Geist
beim tiefen Nachdenken Fortschritte machen muss.
29. Groß wird das Erstaunen dieser vermaterialisierten
Menschheit sein, wenn selbst ihre Wissenschaft und ihre Beobachtungen
ihr die Wahrheit vieler jener Geschehnisse beweisen, die sie
nicht annehmen wollte. Dann wird sie überrascht sagen: "Es war die
Wahrheit". Doch all das, was ihr heute Wunder nennt, ist nichts
anderes als die materielle Verwirklichung einer göttlichen Botschaft,
einer Botschaft, deren Stimme euch unablässig von etwas spricht,
das jenseits eures Planeten und eures Verstandes ist, von etwas, das
direkt von Meinem Geiste zu eurem gelangt.
30. Heute ist Meine Väterliche bei euch. Ich höre eure Bitten,
selbst die leiseste eurer Klagen. Ich will, dass ihr lernt, mit eurem
Vater zu sprechen. Aber denkt nicht, dass Ich nur zu euch
gekommen bin. Nein, Ich bin auf alle Meine Kinder herniedergekommen,
denn das Wehgeschrei dieser Menschen gelangte bis in
die Himmelshöhen wie ein Angstruf, wie ein Flehen nach Licht.
31. Wenn ihr Mein Wort in dieser Form empfangt, fragt ihr euch
innerlich, ob Ich als Vater oder als Richter komme. Dann sage Ich
euch, dass, schon bevor ihr Mein erstes Wort dieses Tages vernehmt,
das Gewissen euch bereits jede eurer Verfehlungen und auch jedes
eurer guten Werke angezeigt hat.
32. Doch wenn Ich euch in Meinem Worte richten sollte —
warum fürchtet ihr euch? Geht Mein Gericht nicht aus der Liebe
hervor, die Ich euch entgegenbringe?
33. Ich erwecke euch, damit euch die Prüfungen nicht
unvorbereitet treffen, damit die Unwetter und Wirbelstürme dieser
Zeit euch nicht vom Lichte trennen.
34. Gewiss ist dies eine Zeit der Heimsuchungen, weshalb es
notwendig ist, stark und zugerüstet zu sein, um nicht zu unterliegen.
35. Das Leben auf der Erde ist für den Menschen immer von
Prüfung und Sühne begleitet gewesen; doch niemals war dieser
Entwicklungsweg so voll von Schmerz gewesen wie jetzt, niemals
war der Kelch so voller Bitterkeit.
36. In dieser Zeit warten die Menschen nicht bis zum
Erwachsenenalter, um sich dem Lebenskampf zu stellen. Wie viele
Geschöpfe kennen schon von Kindheit an Enttäuschungen, das Joch,
Schläge, Hindernisse und Misserfolge. Ich kann euch noch mehr
sagen: In diesen Zeiten beginnt der Schmerz des Menschen, noch
bevor er geboren wird, das heißt schon im Schoße seiner Mutter.
37. Groß ist die Sühnepflicht der Wesen, die in dieser Zeit zur
Erde kommen! Doch sollt ihr daran denken, dass alles Leid, das auf
der Welt existiert, das Werk der Menschen ist. Gibt es eine größere
Vollkommenheit in meiner Gerechtigkeit als zuzulassen, dass
dieselben, die den Weg des Lebens mit Dornen besäten, diese jetzt
ernten müssen?
38. Ich weiß, dass nicht alle den gleichen Schuldanteil an dem
Chaos haben, das ihr erlebt. Das ist wahr, aber Ich sage euch, dass
die, die nicht die Verursacher des Krieges sind, für den Frieden
verantwortlich sind.
39. Dir, Volk, sage Ich: Hab Erbarmen mit dir und deinen
Nächsten. Doch damit dies Erbarmen wirksam wird, erkennt eure
Geistesgaben durch das Studium Meines Werkes. Wer seine Mitmenschen
liebt, liebt Mich, denn sein Mitmensch ist Mein
vielgeliebtes Kind.
40. Du bist ein Volk, das Ich für das Gebet zubereite, für das
Lehren der Wahrheit, für das Heilen. Das Leben mit seinem Elend,
seinen Mühsalen und Bitterkeiten ist wie eine Wüste geworden.
Doch Ich sage euch, dass ihr nicht stehenbleiben oder in der Wüste
ausharren sollt, denn dann werdet ihr nicht den wahren Frieden
kennenlernen.
41. Habt das Beispiel Israels vor Augen, von dem die
Geschichtsschreibung berichtet, als es lange Zeit durch die Wüste
irren musste. Es kämpfte, um der Gefangenschaft und dem
Götzendienst Ägyptens zu entkommen, aber auch, um ein Land des
Friedens und der Freiheit zu erreichen.
42. Heute gleicht diese ganze Menschheit jenem Volk in der
Gefangenschaft des Pharao. Man auferlegt den Menschen Glaubens-
bekenntnisse, Doktrinen und Gesetze. Der größte Teil der Nationen
sind Sklaven anderer, die stärker sind. Harter Überlebenskampf und
Zwangsarbeit unter den Peitschenhieben des Hungers und der
Erniedrigung sind das bittere Brot, das heute ein großer Teil der
Menschheit isst.
43. All dies bewirkt immer mehr, dass in den Herzen der
Menschen eine Sehnsucht nach Befreiung, nach Frieden, nach
einem besseren Leben entsteht.
44. Das Getöse des Krieges, das menschliche Blut, das
vergossen wird, die Selbstsucht, das Machtstreben und der Hass, die
auf tausenderlei Weise Früchte tragen, erwecken die Menschen aus
ihrer tiefen Lethargie. Doch wenn dies Sehnen aller Meiner Kinder
sie in einem einzigen Ideal vereint, so wie sich das Volk Israel in
Ägypten unter der Inspiration Moses' einte — welcher Mensch,
welche Drohung, welche Macht könnte dann diese Herzen
aufhalten? In Wahrheit niemand, denn in dieser Sehnsucht wird
Mein Licht sein, in diesem Kampf wird Meine Kraft zugegen sein,
in diesem Ideal werden Meine göttlichen Verheißungen wirksam
sein.45. Braucht die Welt, um sich von ihren Ketten zu befreien,
einen neuen Moses? Ich sage euch, dass die Unterweisung, die Ich
euch in dieser Zeit gebracht habe, das Licht ist, das Moses
inspirierte. Es ist Wort der Gerechtigkeit und Prophetie, es ist Kraft,
die den Schwachen, den Furchtsamen, den Feigen aufrichtet und ihn
in einen Mutigen, Entschiedenen, Inbrünstigen verwandelt. Es ist
Gesetz, das auf den Weg der Wahrheit leitet und führt; es ist Manna,
das in den langen Tagen der Wanderschaft am Leben erhält, und
schließlich ist es Befreiung, ist Frieden, ist Wohlergehen für die
Menschen guten Willens.
46. Du fühlst dich durch Mein Wort ermutigt, Volk, und als ob
ein wunderbarer Balsam auf eure Wunden niederträufelt, fühlt ihr
euch gestärkt, erneuert, voll Hoffnung auf den Morgen. Daher frage
Ich euch: Glaubt ihr nicht, dass, wenn ihr die gleiche Botschaft den
unterdrückten Völkern der Erde bringt, sie bei ihnen dasselbe
Wunder bewirken würde?
47. Darum sage Ich euch immer wieder, dass ihr euch
vorbereiten sollt, damit ihr den Zeitpunkt nicht verzögert, an dem
ihr als Boten dieser inspirierten Botschaft euch aufmachen könnt.
Wenn Ich euch sage, dass ihr euch vorbereiten sollt, so deshalb, weil
diese gute Kunde auf solche Weise verbreitet werden soll, dass sie
nicht Anlass für einen Schmerz ist, dass sie keinen brudermörderischen
Streit hervorruft oder ein einziger Tropfen Blut
ihretwegen vergossen wird.
48. Meine Botschaft ist überzeugend, sanft, voll Wahrheit. Sie
berührt sowohl das Herz und spricht ebenso den Verstand an und
überzeugt den Geist.
49. Hört Mich, studiert, setzt in die Tat um, und ihr werdet in
der Lage sein, für die Menschen Breschen zum Glauben, zum
Lichte, zur Freiheit und zum Frieden zu schlagen.
50. Dafür lehre Ich euch die vollkommene Verehrung Meiner
Göttlichkeit. Ich will, dass ihr begreift, dass ihr nur zu Mir beten
sollt, denn Ich bin der Geber, ohne dessen Willen oder Zulassung
nichts geschieht.
51. Maria, eure Himmlische Mutter, ist Besitzerin von Gaben
und Gnaden. Wenn also eure Erhebung gering ist oder eure unzureichende
Erhebung euch unwürdig macht, mit Mir zu sprechen, so
betet zu ihr, sucht ihren Beistand und ihre Fürsprache, und wahrlich
Ich sage euch, auf diesem Wege werden eure Bitten schnell zu Mir
gelangen.
52. Ich gebe euch diese Erläuterungen, weil ihr den Geist vieler
Gerechten zu Gottheiten gemacht habt, die ihr bittet und anbetet, als
ob sie Götter wären. Welche Unwissenheit, o Menschheit! Wie
können Menschen die Heiligkeit und Vollkommenheit eines Geistes
nur nach seinen menschlichen Werken beurteilen?
53. Ich bin der Erste, euch zu sagen, dass ihr den guten
Vorbildern nacheifern sollt, welche eure Brüder und Schwestern mit
ihren Werken, mit ihrem Leben und ihrer Tugend geschrieben
haben, und Ich sage euch auch, dass ihr beim Gedenken an sie ihren
geistigen Beistand und ihren Einfluss erhoffen dürft. Doch warum
errichtet ihr ihnen Altäre, die nur dazu dienen, die Demut jener
Seelen zu beleidigen? Warum schaffen die Menschen Kulte zu
ihrem Gedächtnis, als ob sie Gott wären, und setzen sie an die Stelle
des Vaters, den sie vergessen, da sie ihre Geschwister anbeten? Wie
leidvoll ist für diese der Ruhm gewesen, den ihr ihnen hier habt
zuteil werden lassen!
54. Was wissen die Menschen von Meinem Urteil über jene, die
sie Heilige nennen? Was wissen sie vom geistigen Leben jener
Wesen oder von dem Platz, den sich jeder von ihnen vor dem Herrn
verdient hat?
55. Niemand soll meinen, dass Ich mit diesen Offenbarungen
die Verdienste aus euren Herzen tilgen will, welche Meine Diener
unter euch erworben haben. Im Gegenteil, ihr sollt wissen, dass die
Gnade, die sie bei Mir gefunden haben, groß ist, und dass Ich euch
vieles durch ihre Gebete gewähre. Aber es ist notwendig, dass ihr
eure Unwissenheit beseitigt, aus welcher der religiöse Fanatismus,
das abgöttische Wesen und der Aberglaube entspringt.
56. Wenn ihr fühlt, dass der Geist jener Wesen eure
Lebenssphäre umgibt, so vertraut ihnen, da sie Teil der Geistigen
Welt sind, damit sie und ihr im Wege des Herrn vereint das Werk
geistiger Brüderlichkeit vollbringt — jenes Werk, das Ich als
Resultat aller Meiner Unterweisungen erwarte.
57. Ich lehre euch in dieser Form, damit ihr eure Aufgabe mit
reinem Herzen vollbringt.
58. Wahrlich, dies Dasein ist ein neuer Entwicklungsabschnitt
für euren Geist, welcher ein Werk, das ihm anvertraut worden war,
unvollendet gelassen hatte und welchem jetzt die Gelegenheit
gegeben worden ist, dasselbe auf dem Wege zur Vollkommenheit ein
wenig weiter voranzubringen.
59. Auch Ich, der Göttliche Meister, musste zu den Menschen
zurückkehren, weil Mein Werk von damals unvollendet blieb.
Manche lehnen diese Behauptung ab und sagen, dass das Werk Jesu
seinen Abschluss fand, als Er am Kreuze starb. Doch dies sagen sie,
weil sie vergessen haben, dass Ich euch Meine Rückkehr ankündigte
und versprach. Doch sollt ihr; denen Ich jetzt diese Lehren
offenbare, begreifen, dass für Mich die Reinkarnation nicht
unbedingt nötig ist, denn in Meinem Geiste liegt die Macht, Mich
der Menschheit auf tausenderlei Weise zu offenbaren. Auch bin Ich
nicht auf der Suche nach Vervollkommnung Meines Geistes
zurückgekommen. Wenn Ich jetzt zu euch komme, geschieht es nur,
um euch weiterhin den Pfad zu zeigen, der euch zum Lichte führt.
Erinnert euch, dass die Propheten euch in der Ersten Zeit sagten: "Er
ist die Pforte". Sagte Ich euch nicht außerdem, als Ich Mensch
wurde unter euch: "Ich bin der Weg"? Sage Ich euch nicht jetzt: "Ich
bin der Gipfel des Berges, den ihr derzeit ersteigt" ?
60. Wahrlich, Ich sage euch, Ich bin immer in der Vollkommenheit
gewesen. Heute macht es Mir Freude, euch sicher auf
Meinem Weg gehen zu sehen. Morgen wird universeller Jubel sein,
wenn ihr alle in der geistigen Heimat lebt, welche schon seit langem
die Ankunft der Kinder des Herrn erwartet.
61. So spreche Ich zu eurem Geiste, weil Ich weiß, dass er nun
diese Lehre begreifen kann und ihm sagen kann, dass er kein Kind
dieser Erde ist, dass er sich hier auf dieser Welt nur als Gast
betrachten soll, weil sein wahres Vaterland geistig ist.
62. Fasst dies Wort in seinem rechten Sinne auf, denn sonst
könntet ihr schließlich denken, dass Meine Lehre gegen jeden
menschlichen Fortschritt gerichtet ist. Doch es wäre nicht gerecht,
wenn ihr solche Irrtümer eurem Vater zuschreiben würdet, welcher
nur die Vervollkommnung Seiner Kinder auf ihren unterschiedlichen
Lebenswegen erstrebt.
63. Das, was Meine Gerechtigkeit unversöhnlich verfolgt, ist
das Böse, das im Menschenherzen verschiedene Formen annimmt
und sich zuweilen in egoistischen Gefühlen, in niederen
Leidenschaften, in maßloser Habgier und selbst als Hass kund tut.
64. Jünger, studiert genau, was Ich euch jetzt in bildlichem
Sinne sage: Das Leben ist ein Baum, seine Zweige sind unzählbar,
und von diesen Zweigen gibt es nicht zwei, die gleich sind, doch
jeder davon erfüllt seine Aufgabe. Wenn eine Frucht missrät, wird
sie vom Baume abgestoßen, und wenn ein Zweig Wildwuchs zeigt,
wird er beschnitten, denn vom Baume des Lebens dürfen nur
Früchte des Lebens hervorgehen.
65. Wahrlich, Ich sage euch, jede Wissenschaft, die Böses
verursacht hat, und jede Religion, die nicht wirkliches Licht
verbreitet hat, könnt ihr als Zweige und Früchte betrachten, durch
die der Saft des Lebensbaumes nicht fließt, weil sie von ihm
abgestoßen wurden.
Mein Friede sei mit euch!

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