BWL - Band V - Unterweisung 114


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
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Unterweisung 114:
1. Wann immer diese zweifelnde, ungläubige und materialistische
Menschheit einer göttlichen Offenbarung oder dem, was sie
Wunder nennt, begegnet, sucht sie sofort Gründe oder Beweise, um
darzulegen, dass es kein übernatürliches Werk gibt, noch solch ein
Wunder gegeben hat. Wenn ein Mensch erscheint, der eine geistige
Fähigkeit zeigt, die ungewöhnlich ist, erfährt er Spott, Zweifel oder
Gleichgültigkeit, um seine Stimme zum Schweigen zu bringen. Und
wenn die Natur als Werkzeug Meiner Göttlichkeit ihre Stimme der
Gerechtigkeit und ihre Alarmrufe an die Menschen richtet,
schreiben diese alles dem Zufall zu. Aber niemals ist die Menschheit
derart unempfindlich, taub und blind für alles Göttliche, Geistige
und Ewige gewesen wie in diesen Zeiten.
2. Millionen von Menschen nennen sich Christen, doch in der
Mehrzahl kennen sie die Lehre Christi nicht. Sie behaupten zwar, all
die Werke zu lieben, die Ich als Mensch tat, aber in ihrer Art zu
glauben, zu denken und die Dinge zu betrachten beweisen sie, dass
sie den Wesenskern Meiner Lehre nicht kennen.
3. Ich lehrte euch das Leben des Geistes, offenbarte euch die
Fähigkeiten, die in ihm sind; dazu kam ich zur Welt.
4. Ich heilte die Kranken ohne jede Arznei, sprach mit den
Geistern, befreite die Besessenen von fremden und übernatürlichen
Einflüssen, unterhielt Mich mit der Natur, verwandelte Mich als
Mensch in ein Geistwesen und als Geistwesen wieder in einen
Menschen, und jedes dieser Werke hatte immer zum Ziel, euch den
Weg zur Entwicklung des Geistes zu zeigen.
5. Den wirklichen geistigen Gehalt Meiner Lehre haben die
Menschen verheimlicht, um euch stattdessen einen Christus zu
zeigen, der nicht einmal ein Abbild Dessen ist, der starb, um euch
das Leben zu geben.
6. Heute erlebt ihr das Resultat eurer Entfernung vom Meister,
der euch lehrte. Ihr seid von Schmerz umgeben, seid niedergedrückt
von eurer Armseligkeit, gequält von Unwissenheit. Doch die Zeit ist
gekommen, in der die im Menschen schlummernden Fähigkeiten
und Gaben erwachen und wie Herolde verkünden, dass eine neue
Zeit angebrochen ist.
7. Die Religionsgemeinschaften, die Wissenschaft und die Justiz
der Menschen werden das Vordringen dessen zu verhindern suchen,
was für sie ein fremder und schädlicher Einfluss ist. Doch es wird
keine Macht geben, die das Erwachen und den Fortschritt des
Geistes aufhalten kann.
8. Der Tag der Befreiung ist nahe.
9. Auch in dieser Zeit habe ich Meine Propheten gehabt, wie Ich
sie in früheren Zeiten hatte. Jeder Stimmträger ist ein Prophet
gewesen, denn durch seinen Mund habe Ich zu euch vom Kommenden
gesprochen.
10. Mein Wort in dieser Dritten Zeit, in Schriften gesammelt,
enthält viele Prophetien für die Menschheit von morgen. Ich habe
euch vorausgesagt, was geschehen wird, wenn viele Jahre vergangen
sind, und habe euch von Prüfungen gesprochen, die in anderen
Zeitaltern eintreten werden. Um euch die Wahrheit Meiner
Prophetien zu beweisen, habe Ich euch einige gegeben, die ihr
bereits in Erfüllung gehen saht. Daher gibt es unter diesem Volke
Herzen mit unerschütterlichem Glauben, welche verwundert und
voll Beglückung die Erfüllung Meines Wortes erlebt haben.
11. Nicht nur der Stimmträger während Meiner Kundgebung ist
Prophet in dieser Zeit. Wenn dies Volk seinen Geist erhebt, wenn es
Mir lauscht, hat es das Erwachen seiner schlummernden
Geistesgaben empfunden und ist zum Propheten geworden. Die
einen sehen, die anderen hören, und wieder andere erahnen.
12. Der Meister sagt euch: Bereitet euch vor, entfaltet eure
Geistesgaben, denn sie sollen euch auf dem Pfade des Lichtes
führen, damit eure Werke, Worte und Gedanken immer die Essenz in
sich tragen, die aus der Wahrheit hervorgeht.
13. Die Geschichtsschreibung hat die Namen der Propheten des
Altertums aufbewahrt, von denen viele die Zeit ankündigten, die ihr
derzeit erlebt. Von Joel bis Johannes haben sie für euch die
Geschichte der Menschheit im voraus kundgetan.
14. Jener Namen wird man sich wieder erinnern, wenn die
Völker nach und nach zur Wahrheit erwachen, welche jene von Mir
ausgesandten Menschen euch bereits offenbart hatten.
15. Heute sage Ich euch, dass die Prophetien Meiner neuen
Unterweisungen sich mit den Prophetien früherer Zeiten verbinden
werden, denn sie alle sprechen zu euch als eine einzige Offenbarung.
16. Wohl den Kindern dieser Zeit, die in ihrem Glauben, in
ihrem Eifer und in ihrer Liebe zum Vater jenen früheren Propheten
gleichen, denn durch ihren Mund wird Mein Geist zu den Menschen
dieser Zeit und der zukünftigen Zeiten sprechen.
17. Grämt euch nicht, wenn Ich euch sage, dass eure Namen
nicht in die Geschichte eingehen werden. Wenn ihr bereits demütig
seid, werdet ihr mit eurer Rechten Barmherzigkeit zu üben wissen
und darauf achten, dass die Linke es nicht weiß.
18. Bete, Volk, lasse dich von dem Lichte Meines Wortes
erleuchten, damit das Licht eures Gewissens euch auf allen euren
Wegen leitet.
19. Heute habe Ich euch Erben Meiner Herrlichkeit genannt,
weil ihr dazu bestimmt seid, Mein Reich zu besitzen.
20. Als ihr aus Mir hervorgingt, wurdet ihr mit allen notwendigen
Eigenschaften ausgestattet, um den weiten Weg des
Lebens zu durchlaufen und zum Ausgangspunkt zurückkehren zu
können. Keine dieser Gaben ist unterwegs erworben worden, alles
besaß die Seele von ihrem Ursprung her. Das Gewissen ist der Seele
angeboren, es ist Licht. Ohne Unterlass rät es ihr, Verdienste zu
erwerben, um ihr zu helfen, zum Vater zurückzukehren.
21. Zuweilen irrt die Seele vom Pfade ab, hernach findet sie ihn
wieder; für kurze Zeit geht sie schnell voran, dann verweilt sie
wieder. Der Grund dafür ist, dass es keinen längeren Weg und
keinen mit mehr Prüfungen gibt als den der Entwicklung der Seele.
22. Wie viel Schaden haben jene auf sich gezogen, die glauben,
dass sie im Augenblick des Sterbens das geistige Himmelreich
erlangen können! Diese Seelen vermögen in diesem Leben nicht
über das hinauszublicken, was sie in ihrer Phantasie geschaffen
haben.
23. Als Dimas, welcher die Macht Jesu erkannte, von seinem
Kreuze aus seinen Glauben an die Göttlichkeit Christi bekannte und
Ihn demütig bat, dass Er eines Sünders gedenke, versprach Er ihm,
ihn noch am selben Tag ins Paradies zu bringen, da Er sah, wie
dieser Mensch in jenem Augenblick durch die Reue, durch den
Glauben und durch den Schmerz die Läuterung erreichte.
24. Der Meister wollte euch damit begreiflich machen, dass die
Seele, wenn sie sich läutert, zu Regionen des Friedens und des
Lichtes aufsteigt, von wo aus sie jenen Auftrag erfüllen kann, ihre
Geschwister zu lieben, inspiriert von der Liebe des Vaters, welche
die einzige geistige Leiter ist, die es gibt, um zum vollkommenen
Reich zu gelangen.
25. Alle habt ihr das Anrecht, Mein Reich zu besitzen, alle seid
ihr dazu bestimmt, zu Mir zu kommen — auch wenn es sich um die
größten Sünder und Unvollkommenen handelt —, sobald ihr wie
Dimas durch eure Liebe und euren Glauben, durch eure Demut und
Hoffnung jene Welt des Friedens errungen habt. Von dort aus werdet
ihr eurem Gott jene Werke darzubringen beginnen, welche der
vollkommene Tribut des Geistes an den Vater sind, der euch mit so
viel Liebe erschuf und euch dazu bestimmte, mit ihm im Vollkommenen
zu leben.
26. Ich habe niemanden enterbt, in allen sind die Gaben, die sie
eines Tages bereuen lassen werden, gesündigt zu haben, Mich
verletzt zu haben, und später werden diese sie zu den größten
Werken inspirieren.
27. Ein weiteres Mal offenbare Ich Mich unter euch. Jede Seele
ist ein Tempel des Herrn, jeder Verstand ist eine Wohnung des
Höchsten, jedes Herz ist das Heiligtum des Göttlichen Hirten, der
Seine Schafe zu ewigem Leben führt. Der Herr sucht die Seelen mit
Seiner Gerechtigkeit heim und läutert mit Seinem Lichte die
Gedanken.
28. Wahrlich, Ich sage euch, Ich bin kein Besucher, sondern Ich
bin der ewige Bewohner eurer Seele, bin das Licht und das
gegenwärtige Leben in euch. Wer könnte Mein Licht in eurem
Geiste auslöschen? Lasst also diesen leuchtenden Stern sich auf
eurem Wege offenbaren.
29. Ach, wenn die Menschen doch Meinen Willen befolgten,
indem sie sich Jesus zum Vorbild nähmen, welcher auf Erden nur
den Willen Seines Himmlischen Vaters tat — wie groß und schön
wären die Manifestationen eures Geistes in Werken, in Worten oder
Gedanken!
30. Ich bereite Meine Heimstätte im Innern der Menschen —
sowohl in denen, die Mich lieben, als auch in denen, die Mich nicht
kennen, damit Mein Licht eure Seele als Reich hat. Erkennet Mein
Licht, das zur Offenbarung und Lehre geworden ist. Es ist die
Botschaft des verheißenen Trösters, Jenes, von dem Ich euch
ankündigte, dass Er kommen würde. Der lange Zeit Erwartete ist
nun da, Er wartet nur noch darauf, dass das schlummernde Herz der
Menschen erwacht, um in ihnen wie das Licht einer neuen
Morgenröte zu erstrahlen. Dann werdet ihr erkennen, dass trotz der
inzwischen verstrichenen Zeit die Wahrheit immer noch dieselbe ist,
weil sie unwandelbar ist. Die Wahrheit ist Gott, und einen Beweis
dafür könnt ihr in der Natur finden, einer der vielen Äußerungen
eures Schöpfers. Und so, wie Ich Mich durch die Natur zeige, so
möchte Ich Mich auch in euch offenbaren.
31. Menschheit, erwache! Ergründe das Wort Dessen, der
kommen sollte, und der nun unter euch ist! Er, der die Seelen nährt,
ist nun da. Der den Weg eurer Entwicklung erhellt, sendet derzeit
Sein Licht aus der Höhe, indem Er das menschliche Gehirn dazu
verwendet, die göttlichen Inspirationen in Worte zu übertragen —
Worte, die zum betrübten Herzen, zur verwirrten Seele, zum
Kranken und Hungernden gelangen. Wer dies Licht auf seiner Seele
empfängt, sieht ihre Kräfte gemehrt. Meine göttliche Kraft bewegt
das Universum und kommt zu euch als eine Liebkosung. Jede dieser
Botschaften ist ein Gedanke eures Herrn.
32. Menschen, Ich werde euch retten und bewirken, dass ihr
zum vollkommenen Übermittler werdet, der Meinen Willen besser
zum Ausdruck bringt. O Jünger, die ihr Mich in diesen Augenblicken
hört — wenn ihr nicht alles verstehen könnt, so fühlt
wenigstens diese Liebe, diese Ausstrahlung von Leben, die zu euch
gelangt. Mein Licht wird euch in dieser Zeit erretten.
33. Welche Größe könnte das Menschliche ohne das Göttliche
haben? Mein Licht ist es, das alles, was existiert, verschönt. Lasst es
in eurem Wesen und in euren Werken erstrahlen, und ihr werdet die
Seligkeit fühlen, in Meiner Nachfolge zu leben.
34. Erkennet, dass Ich, obwohl Ich "das Wort" bin, nicht nur
Wort bin, sondern auch Tat. Den Beweis dafür gab Ich euch, als Ich
damals Mensch wurde, um mit euch zu leben und euch ein Vorbild
zu sein. Ich wurde in Wahrheit Mensch, doch jener Körper beging
bei seiner Heranbildung nicht die kleinste Sünde und hatte nicht den
geringsten Makel. Er war ein wirklicher Tempel, aus dessen Innern
das "Wort Gottes" hervorging. Jener, der die Demütigen aufrichtete
und mit einem Worte die Kranken heilte — Jener, der die Kinder
segnete und sich an den Tisch der Armen setzte, ist Der, welcher nun
kommt, ist dasselbe "Wort". Es ist das Licht der Wahrheit, das ihr im
Osten erscheinen saht und dessen Strahlenglanz nun den Westen
erhellt. Heute erscheine Ich nicht in einem Menschen inkarniert, Ich
offenbare Mich durch von Mir vorbereitete Menschen, die dazu
geboren sind, diese Aufgabe zu erfüllen. Wahrlich, Ich sage euch,
jene, durch die Ich euch Mein Wort gegeben habe, habe Ich darauf
vorbereitet, schon ehe sie zur Erde kamen. Hernach habe Ich sie von
ihrer Geburt an geführt, und jetzt, da Ich Mich ihrer bediene, schule
Ich sie weiterhin.
35. Ich möchte zu euch über viele geistige Themen sprechen,
aber ihr könnt sie noch nicht verstehen. Wenn Ich euch offenbaren
würde, bis zu welcher Art von Heimstätten ihr auf die Erde
herabgesunken seid, könntet ihr nicht begreifen, wie ihr an solchen
Orten gelebt habt. Heute könnt ihr verneinen, dass ihr die geistigen
Sphären kennt, weil eurer Seele, solange sie inkarniert ist, die
Kenntnis über ihre Vergangenheit verboten ist, damit sie nicht eitel
wird noch niedergedrückt, noch angesichts ihres neuen Daseins
verzweifelt, in welchem sie wie in einem neuen Leben von vorn
beginnen muss. Auch wenn ihr es wolltet, könntet ihr euch nicht
erinnern; Ich gestatte euch nur, dass ihr eine Ahnung oder eine
Intuition von dem bewahrt, was Ich euch offenbare, damit ihr im
Lebenskampfe ausharrt und die Prüfungen bereitwillig ertragt.
36. Ihr könnt an allem zweifeln, was Ich euch sage, doch jene
geistige Sphäre war wirklich eure Heimstatt, solange ihr Geist wart.
Ihr wart Bewohner jener Stätte, an der ihr kein Leid kanntet, an der
ihr die Herrlichkeit des Vaters in eurem Wesen fühltet, da in ihm
kein Makel war. Doch ihr hattet keine Verdienste, und so war es
nötig, dass ihr jenen Himmel verlassen und zur Welt herabkommen
musstet, damit eure Seele durch ihre Anstrengung jenes Reich
gewinnen würde. Doch mehr und mehr seid ihr moralisch gesunken,
bis ihr euch dem Göttlichen und dem Geistigen, eurem Ursprung,
sehr ferne gefühlt habt.
37. Meine — des Meisters — Stimme hat immer zu euch
gesprochen, um euch zu lehren; ihr habt sie an ihrem liebevollen
Wesen erkannt. Aber wenn ihr an euren Fehlern festgehalten habt,
dann hat euch der Schmerz als unerbittlicher Lehrer euren
Ungehorsam bewusst werden lassen. Heute ein Dorn und morgen
ein anderer — so hat sich nach und nach auf eurer Stirne ein Kranz
leidvoller Erfahrung gebildet. Warum lernt ihr nicht von Mir die
Liebe und lasst euch von Meiner Unterweisung leiten, die
niemanden verletzt, vielmehr eure Herzen gütig macht, wenn sie
euch sagt: "Liebet einander"? Wer seine Mitmenschen liebt, liebt in
ihnen den Vater.
38. Ich liebte euch, bevor ihr existiertet, Ich liebkoste euch in
Mir, und als ihr geboren wurdet, ließ Ich euch Meine göttliche
Zärtlichkeit fühlen. Wenn ihr euren Vater ebenso liebt, müsst ihr
eure größeren und eure geringeren Geschwister lieben, in dem
Bewusstsein, dass jeder Mensch, der existiert, da ist, weil Gott es so
gewollt hat, und dass jedes Geschöpf die (sichtbare) Gestalt eines
göttlichen Gedankens ist. Denkt außerdem daran, dass ihr nicht nur
Geschwister der Menschen seid, dass es viele Geschöpfte gibt, die,
obschon ohne Geist, eure Geschwister sind und die ihr zwar die
geringeren nennen könnt, die jedoch deshalb nicht aufhören,
Denselben zum Vater zu haben, der euch erschuf. Erkennt euren
Platz inmitten des Lebens, damit ihr eure Aufgabe gebührend erfüllt.
39. Wenn das Licht Meiner Lehre in Wahrheit von eurem Geiste
angenommen ist, werdet ihr euch viel mehr nach dem Himmel
sehnen, als ihr es jetzt nach den Gütern der Erde tut. Wer sich nach
den Tugenden des Himmels sehnt, um den Aufstieg seines Geistes
zu erreichen, spürt eine innere Flamme, die ihn erleuchtet, und hört
in sich eine Hymne der Liebe zu seinem Vater. Dies Licht ist es, das
euch die Gegenwart Jenes empfinden lässt, der in euch wohnt und
der euch den kürzesten Weg weist, der zum Gelobten Lande führt,
womit Er euch von jenen Wegen entfernt, auf denen die Menschen
zu allen Zeiten Spuren des Schmerzes zurückgelassen haben.
40. Als Ich Mich einst unter Meinen Jüngern befand und Mein
Abschied schon nahe war, sagte Ich ihnen bei einer bestimmten
Gelegenheit: "Siehe, bald werdet ihr Mich nicht mehr unter euch
haben, denn Ich werde zum Vater gehen, von dem Ich kam." Euch
sage Ich jetzt: Handelt so wie Ich, und der Himmel wird euer sein,
sogar für weniger, als was Ich tat — wenn ihr es wollt.
41. Dringt ein in das Licht dieser ewigen Morgenröte, damit ihr
nicht mehr die Nacht erblickt, denn in der Seele der Erleuchteten,
derer, die Meine Unterweisungen beachtet haben, darf sich keine
Finsternis zeigen. Gleich der Nacht ist die Seele des Vermaterialisierten,
der Morgenröte gleich ist die Seele dessen, der die
Vergeistigung anstrebt. Lasst eure Seele ihr Licht offenbaren, was so
ist, als ob ihr das Meine leuchten lasst.
42. Seid Lehrer dessen, was Ich euch gelehrt habe, doch zuvor
seid taub für die Stimme der Versuchungen, für das weltliche
Lärmen der Frivolitäten und Eitelkeiten. Hört Meine Stimme in der
Stille, dann werdet ihr Meine Botschaft empfangen.
43. Niemand wird verlorengehen; die einen werden früher auf
dem Wege ankommen, den Ich euch gewiesen habe, und die anderen
werden auf den Wegen, denen sie folgen, später ankommen. In allen
Religionen kann der Mensch jene Lehre annehmen, die er benötigt,
um gut zu werden. Doch wenn er dies nicht erreicht, dann gibt er der
Religion, zu der er sich bekennt, die Schuld und bleibt der, der er
immer gewesen ist. Jede Religion ist ein Weg; die einen sind vollkommener
als andere, aber alle zielen auf das Gute ab und bemühen
sich, zum Vater zu kommen. Falls euch etwas an den Religionen, die
ihr kennt, nicht befriedigt, so verliert nicht den Glauben an Mich.
Geht auf dem Wege der Nächstenliebe, und ihr werdet das Heil
finden, denn Mein Weg ist von der Kraft der Liebe erhellt.
44. So bereite Ich Mir Meine Wohnung, Meinen Tempel. Wenn
Ich von Meiner Wohnung spreche, spreche ich nicht von eurem
Körper, sondern von eurer Seele, denn diese Heimstatt errichte Ich
auf ewigen Fundamenten, nicht auf dem, was vergänglich ist.
45. Viele sind hungernd nach diesem Wort des Lebens zu dieser
Kundgebung gekommen, während andere diese Lehrworte noch
nicht nachempfinden. Diese rühre Ich an, damit sie Hunger und
Durst nach Liebe haben und Mein Licht suchen.
46. Menschheit, Ich sehe, dass du das Unwetter fürchtest, das
sich über dir austobt. Fürchte es nicht, denn Ich werde es
besänftigen, sofern ihr an Mich glaubt und auf Meine Stimme hört.
Wenn ihr noch nicht wisst, wie man in der Stille hört, so kommt und
lernet von Mir, der Ich euch durch diese vorbereiteten Verstandesorgane
unterrichte, oder wartet, bis diese Botschaft von Geist zu
Geist zu euch gelangt. Diese Botschaft hat Licht für alle Religionen,
für alle Sekten und Glaubensgemeinschaften und für die verschiedenen
Arten der Menschenführung. Doch was habt ihr mit
Meinem Worte gemacht, Jünger? Wollt ihr auf diese Weise den
Baum zum Erblühen bringen? Lasst zu, dass er Blüten treibt, denn
sie werden ankündigen, dass er später Früchte trägt. Warum verbergt
ihr diese Botschaften und bringt der Welt nicht mit dieser Frohen
Botschaft die Überraschung dieser neuen Epoche? Warum wagt ihr
der Welt nicht zu sagen, dass die Stimme Christi unter euch ertönt?
Sprecht und legt Zeugnis ab von Meiner Unterweisung durch eure
Liebeswerke; denn wenn manche ihre Ohren verschließen sollten,
um euch nicht zu hören, so werden andere sie öffnen, und eure
Stimme wird dann für sie so süß und wohlklingend sein wie der
Gesang der Nachtigall.
47. Mein Wort dieser Zeit wird nicht die Worte auslöschen, die
Ich euch in der Zweiten Zeit gab. Epochen, Jahrhunderte und
Zeitalter werden vorübergehen, doch die Worte Jesu werden nicht
vergehen. Heute erläutere und offenbare Ich euch den Sinngehalt
dessen, was Ich euch damals sagte und was ihr nicht verstanden
habt.
48. Ich bin derselbe Sämann wie einstens; heute baue Ich an,
und morgen werde Ich die Frucht ernten, doch Meine Wahrheit ist
dieselbe wie zu allen Zeiten. Nicht nur vom Brot der Erde lebt ihr,
sondern auch von Meinen Unterweisungen. Euer Körper wird in den
Schoß der Erde sinken, doch zu eurer Seele werde Ich sagen: "Steh
auf und wandle, kehre zurück zu deinem Vater."
49. Mein "Wort" ist bereits zu einer anderen Zeit Mensch
geworden, um euch mit dem Beispiel zu lehren, euch zu lieben;
denn wenn Ich euch nur mit dem Worte gelehrt hätte, hätte die Welt
gesagt: "Nur Worte, keine Taten." Ich war unter euch, um euch zu
lehren, denn dazu war Ich gekommen. Was konnte Ich von den
Menschen lernen, das Ich nicht gewusst hätte? Nichts. Ich widmete
jenes Leben der Menschheit. In den Tempeln war Ich Licht unter
den Gesetzeslehrern. Drei Jahre, bevor Ich die Erde wieder verließ,
brach Ich auf, um die Menschen auf den Feldern, am Ufer des
Meeres oder der Flüsse, auf den Marktplätzen zu lehren. Ich sprach
zu allen, niemandem versagte Ich Meine Unterweisung.
50. Heute sagt ihr Mir: "Meister, die Welt ist noch immer
dieselbe trotz Deiner Aufopferung, Deines Wortes und Deines
vergossenen Blutes." Es ist wahr, die Menschen haben ihr Blut
vergossen, bis die Erde davon getränkt war. Es ist nicht aus Liebe
geschehen, sondern aus Habgier, aus Bosheit. Sie haben das Blut
ihrer Mitmenschen vergossen, die sie nicht lieben.
51. Viele stellen ein Abbild von Mir her und bedecken es mit
Seide, Gold und Edelsteinen, während sie die Armen vor Hunger
und Kälte sterben lassen; doch Mein göttlicher Plan ist stärker als
die Hartherzigkeit der Menschen und wird in Erfüllung gehen. Weh
denen, die lügen! Es wäre besser, sie würden ihre Schuld bekennen,
statt sich besser als die anderen zu fühlen, denn ihr Gewissen wird
sie nicht einmal im Schlafe in Ruhe lassen. Jene, die versuchen, ihre
Schandflecken mit dem Mantel der Heuchelei zu bedecken, sind
getünchte Gräber, die in ihrem Innern Verwesung bergen. Weh euch,
Schriftgelehrte und heuchlerische Pharisäer! Wenn ihr auf den
Wegen des Herrn wandeln wollt, so tut, was Meine Lehre lehrt,
nehmt Mich zum Vorbild, nehmt euer Kreuz auf euch und folget Mir
nach.
52. Meine Kinder, findet ihr etwas Schlechtes in Meiner
Botschaft? Schade Ich euch mit diesem Worte, das nur Liebe für alle
enthält? Erforscht es, und ihr werdet in ihm nichts Unlauteres
entdecken.
53. Diese Botschaft, die euch an die Zeit erinnern wird, in der
Ich Mich kundtat, wird schriftlich erhalten bleiben, und viele
werden kommen und sich erinnern, wie nahe Ich ihnen war. Auch in
der Zweiten Zeit liebten Mich Meine Apostel, solange Ich bei ihnen
war, nicht so sehr wie nach Meinem Abschied. Solange sie mit Mir
zusammen waren, gaben sie ihr Leben nicht für Mich hin; hernach
gaben sie alles, was sie hatten, aus Liebe zu ihrem Meister. Als die
Stimme Jesu nicht mehr zu hören war, dann erst litten die Jünger,
wünschten Mich wieder bei sich zu haben, und niemals liebten sie
Mich wie damals. Der Grund dafür war, dass Ich bereits in ihren
Herzen regierte. So soll es nach Meinem Willen auch bei euch
geschehen.
54. An dem Frieden, den ihr in eurer Seele fühlt, könnt ihr
Meine Gegenwart erkennen. Niemand außer Mir kann euch den
wahren Frieden geben. Ein Geistwesen aus der Finsternis könnte ihn
euch nicht schenken. Ich sage euch dies, weil viele Herzen die Fallstricke
eines verführerischen Wesens fürchten, dem die Menschen
ihrer Vorstellungskraft gemäß Leben und Gestalt gegeben haben.
55. Wie falsch hat man die Existenz des Fürsten der Finsternis
gedeutet! Wie viele haben schließlich mehr an seine Macht als an
die Meine geglaubt, und wie weit von der Wahrheit entfernt sind die
Menschen dabei gewesen!
56. Das Böse existiert, aus ihm sind alle Laster und Sünden
hervorgegangen, das heißt: Jene, die Böses tun, haben immer
existiert, sowohl auf der Erde als auch auf anderen Heimstätten oder
Welten. Aber warum personifiziert ihr alles existierende Böse in
einem einzigen Wesen, und warum stellt ihr es der Gottheit
gegenüber? Ich frage euch: Was ist vor Meiner absoluten und
unendlichen Macht ein unreines Wesen, und was bedeutet schon
eure Sünde angesichts Meiner Vollkommenheit?
57. Die Sünde ist auf der Welt entstanden. Als die Geister aus
Gott hervorgegangen waren, verblieben die einen im Guten,
während die anderen, die von diesem Wege abirrten, einen
andersartigen schufen, den des Bösen.
58. Die Worte und die Gleichnisse, die euch in früheren Zeiten
in Sinnbildern als eine Offenbarung gegeben wurden, sind von der
Menschheit irrtümlich ausgelegt worden. Das intuitive Wissen, das
die Menschen vom Übernatürlichen hatten, wurde von ihrer
Einbildungskraft beeinflusst, und so bildeten sie nach und nach
rings um die Macht des Bösen Wissenschaften, Kulte, abergläubische
Vorstellungen und Mythen, die bis in eure Tage fortbestehen.
59. Aus Gott können keine Teufel hervorgehen; diese habt ihr
mit eurem Verstand ersonnen. Die Vorstellung, die ihr von jenem
Wesen habt, das ihr Mir ständig als Gegner entgegenstellt, ist falsch.
60. Ich habe euch gelehrt, zu wachen und zu beten, damit ihr
euch von Versuchungen und schlechten Einflüssen befreit, die
sowohl von Menschenwesen als auch von Geistwesen stammen
können.
61. Ich habe euch gesagt, dass ihr den Geist dem Fleische
überordnen sollt, weil dieses ein schwaches Geschöpf ist, das
beständig in Gefahr ist, zu Fall zu kommen, wenn ihr nicht über es
wacht. Das Herz, der Verstand und die Sinne sind offene Türen,
wodurch die Leidenschaften der Welt die Seele geißeln.
62. Wenn ihr euch vorgestellt habt, dass die Wesen der
Finsternis wie Ungeheuer sind, so sehe Ich sie nur als unvollkommene
Geschöpfe, denen Ich Meine Hand entgegenstrecke, um
sie zu retten, denn auch sie sind Meine Kinder.
Mein Friede sei mit euch!

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