BWL - Band 7 - Unterweisung 175


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 175:
1. Das Licht meines Geistes ist gekommen, um euch alle
Begabungen zu offenbaren, die in eurem Wesen ruhen ─ alles, was
ihr von eurem Ursprung an in euch getragen habt, ohne es zu ahnen.
Ich habe euch wissen lassen, dass es nun an der Zeit ist, dass ihr
euch wirklich erkennt, dass ihr euch selbst entdeckt und erfahrt, was
euer Erbe ist, damit ihr geistig groß seid.
2. Von Zeit zu Zeit habe Ich euch Offenbarungen gegeben:
Zuerst war es das Gesetz, später meine Lehre, und zuletzt die volle
Kenntnis eurer geistigen Mission.
3. Ihr sagt, dass Ich dreimal bei den Menschen gewesen bin;
doch richtig ist, dass Ich immer bei euch gewesen bin. Ich bin jener
Vater, der in der Ersten Zeit den Menschen sein Gesetz der Gerechtigkeit
offenbarte, der in der Zweiten Zeit in Jesus, seinem Sohn,
sein "Wort" Mensch werden ließ, und der sich jetzt der Welt geistig
kundgibt. Damit habe Ich euch über die Zeitalter hinweg ein
göttliches Gleichnis gegeben, dessen Sinngehalt zu euch über eure
geistige Entwicklung spricht und euch wissen lässt, dass jener, der
zu allen Zeiten zu euch gesprochen hat, ein einziger Gott, ein
einziger Geist und ein einziger Vater gewesen ist.
4. Ihr fragt Mich, was Ich erreichen will, wenn Ich Mich der
Menschheit dieser Zeit geistig offenbare? Darauf antworte Ich euch:
Wonach Ich trachte, ist euer Erwachen zum Lichte, eure Vergeistigung
und eure Einigung, da ihr zu allen Zeiten gespalten wart.
Denn während die einen die Schätze des Geistes erstrebt haben,
haben die anderen sich der Liebe zu den Reichtümern der Welt
gewidmet ─ Spiritualismus und Materialismus in fortwährendem
Kampfe; Spiritualisten und Materialisten, die sich nie untereinander
verstehen konnten.
5. Erinnert euch: Als Israel in Erwartung des Messias diesen vor
Augen hatte, spaltete es sich in Gläubige und in Leugner meiner
Wahrheit. Die Erklärung dafür ist einfach: Gläubig waren jene, die
Mich mit dem Geiste erwarteten, und es leugneten Mich die, die
Mich mit den Sinnen des "Fleisches" erwarteten.
6. Diese beiden Kräfte werden sich erneut entgegentreten
müssen, bis aus diesem Ringen die Wahrheit ans Licht kommt. Der
Kampf wird erbittert sein; denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr
lieben die Menschen das Irdische, da ihre Wissenschaft und ihre
Entdeckungen ihnen das Gefühl geben, in einem eigenen Reiche zu
leben, in einer von ihnen geschaffenen Welt.
7. Die Menschen von heute haben ihre Einflussbereiche
erweitert, sie beherrschen und durchqueren die ganze Erde. Es gibt
keine unbekannten Kontinente, Länder oder Meere mehr. Sie haben
auf dem Land, auf dem Meer und in der Luft Wege geschaffen.
Doch nicht zufrieden mit dem, was sie auf ihrem Planeten als Erbe
besitzen, erkunden und durchforschen sie das Firmament, im
Verlangen nach noch größeren Herrschaftsbereichen.
8. Ich segne das Verlangen nach Wissen bei meinen Kindern,
und ihr Bestreben, weise, groß und stark zu sein, findet mein
uneingeschränktes Wohlgefallen. Doch was meine Gerechtigkeit
nicht billigt, ist die Eitelkeit, auf der oftmals ihre ehrgeizigen Ziele
gründen, oder der selbstsüchtige Zweck, den sie gelegentlich
verfolgen.
9. Ich verhindere nicht, dass die Menschen ihre Kenntnisse
vermehren, noch verberge Ich vor ihnen das Licht der Wissenschaft.
Als Ich den menschlichen Samen in die Erde legte und ihm
auftrug, zu wachsen und sich zu mehren, sagte Ich ihm auch, dass er
sich die Erde untertan machen solle, das heißt, dass der Mensch
unter allen Geschöpfen, die ihn umgeben würden, das bewusste
Wesen sein würde, das menschliche Gesetze und göttliche Gerechtigkeit
kennt und Tugenden pflegt, um das herum alle Wesen und die
Elemente harmonisch kreisen würden.
10. Wie fern der Harmonie hat der Mensch gelebt, seit er seinen
Gang über die Erde begann! Davon zeugen seine unaufhörlichen
Stürze, der unerschöpfliche Kelch der Leiden, die er erduldet hat,
und sein Mangel an Frieden.
11. Ich gebe euch nun die neue Lektion, die für alle Menschen
bestimmt ist. Nicht alle haben in Erwartung meines Kommens
gebetet; aber der Schmerz hat sie wach gehalten und darauf
vorbereitet, Mich zu empfangen.
Die Menschheit hat bereits die Erfahrung, die ihr das Volk Israel
seit der Zweiten Zeit hinterließ, damit niemand die Absicht hege,
der Göttlichen Gerechtigkeit zu misstrauen. Wisst ihr etwa nicht,
dass den "geistig Armen", die sich nach dem Kommen des Herrn
sehnten, um von ihm das Licht der Hoffnung und des Wissens zu
empfangen, die Gaben der Weissagung, der göttlichen Wissenschaft
und der geistigen Macht gegeben wurden?
Wenn ihr Mich nach dem Verbleib jener Seelen fragt, werde Ich
euch sagen, dass sie nun Heimstätten bewohnen, wo all das, was auf
diesem Planeten an Großartigem existiert, ihren Augen wie
gewöhnlicher Erdenstaub erscheint. Doch wenn ihr Mich fragt, was
mit denen geschah, die nichts von meinem Reiche annahmen, weil
ihnen mein Wort und meine Verheißungen armselig erschienen, so
werde Ich euch sagen, dass sie zu jenen gehören, die bis zur vollen
Entwicklung ihrer Seele inkarnieren und reinkarnieren. Denn sie
verlangten Gold und Macht, und gerechterweise wurde ihnen für
ihre geistige Wiedergutmachung die Welt mit ihren zweifelhaften
Reichtümern und ihrer falschen Macht gewährt. Sie wurden von der
göttlichen Gerechtigkeit heimgesucht, aber niemals vom Heilsweg
verstoßen, der zum Reiche der Wahrheit führt.
Daher werde Ich sie heute, da Ich euch das Licht meines Geistes
überreichlich sende, unermüdlich suchen, um ihnen begreiflich zu
machen, dass es nun genug der Prüfungszeit ist, die ihnen zugewiesen
wurde, und sie begreifen zu lassen, dass jetzt die Dritte Zeit
ist, eben jene, in der die Zeitalter zu Ende gehen, von denen Ich
sprach, als es um das Gericht des jüdischen Volkes ging.
12. Ihr alle habt eine "Verabredung" mit Mir und werdet euch
versammeln müssen, um Mich zu vernehmen; denn ihr alle müsst
Mich anhören.
13. Alles wird auf die Waage meiner Gerechtigkeit gelegt
werden, auf der alle Werke gewogen werden, die nicht gerichtet
sind. Meine Gegenwart und meine Macht werden sich fühlbar
machen, wie sie sich noch nie bekundet haben. Denn nach dem
Chaos soll alles auf die rechte Bahn zurückkehren.
14. Bete und wache unablässig, damit du nicht überrascht wirst,
o Volk. Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr wacht und für die
Welt betet, wird es einen unsichtbaren Mantel geben, der euch
beschützt, weil ihr eure Mitmenschen geliebt und ihren Schmerz wie
den eigenen gefühlt habt.
15. Ich sage euch noch einmal, dass Ich meine Gegenwart,
meine Macht und meine Gerechtigkeit spürbar machen werde. Wenn
Ich zugelassen habe, dass der Mensch in seiner Boshaftigkeit alles
entweiht, was es an Heiligem in seinem Leben gibt, so werde Ich
seiner Verkommenheit eine Grenze setzen. Wenn Ich ihn auf dem
Wege seiner Willensfreiheit habe dahinziehen lassen, so werde Ich
ihm beweisen, dass alles auf ihm, ein "bis hierher und nicht weiter"
hat. Wenn Ich ihn sein Streben nach Macht und Größe in der Welt
habe ausleben lassen, so werde Ich ihn auf seinem Wege aufhalten
und dafür sorgen, dass er sein Werk durch sein Gewissen betrachtet,
damit er auf meine Fragen antworten kann.
16. Ich habe zugelassen, dass Schmerz, Zerstörung und Tod sich
in eurem Leben fühlbar machen, damit diese so bitteren Früchte
euch die Art von Bäumen begreifen lassen, die ihr kultiviert habt.
Doch Ich werde auch bewirken, dass der Schmerz verschwindet und
die Seele zur Ruhe und Besinnung kommen lässt; denn von ihm soll
sich eine Liebeshymne zu seinem Schöpfer erheben.
Es wurde gesagt und auch niedergeschrieben, dass jener Tag
kommen wird, wenn die Menschen ihren Geist mit dem weißen
Gewande der Erhebung bekleidet haben, wenn sie einander lieben.
17. Alle werden gerettet werden, allen wird vergeben werden,
alle werden getröstet werden. Wo ist dann der Tod, wo die ewige
Verdammnis und die Hölle ohne Ende?
18. Ich schuf weder Tod noch Hölle; denn als mein Geist den
Gedanken der Schöpfung fasste, fühlte Ich nur Liebe, und aus
meinem Schoße kam nur Leben hervor. Wenn Tod und Hölle
existieren würden, dann müssten es menschliche Werke sein, weil
sie erbärmlich wären; und ihr wisst bereits, dass nichts Menschliches
ewig ist.
19. Wahrlich, Ich sage euch, in den Momenten, in denen mein
Wort durch den Stimmträger vernehmbar ist, erbebt nicht nur der
Geist dieses Volkes, sondern auch all jene Wesen, die im "geistigen
Tale" gleichfalls des göttlichen Lichtes bedürfen.
20. Zu ihnen gelangt nicht der Klang des menschlichen Wortes,
wohl aber der Sinngehalt und die Inspiration meiner Botschaften,
weil meine Stimme universell ist und ihr Widerhall alle Welten und
Heimstätten erreicht, wo ein Kind Gottes wohnt.
21. Ich sende zu jeder Welt einen Strahl meines Lichtes. Zu
euch habe Ich dies Licht in Gestalt menschlicher Worte gesandt, zu
anderen Heimstätten gelangt es durch Inspiration.
22. Im Lichte dieses göttlichen Strahles werden sich nun alle
Seelen vereinen, indem sie aus ihm eine Himmelsleiter machen, die
sie zum Geistigen Reiche führt, das euch allen verheißen ist, die ihr
ein geistiges Teilchen meiner Göttlichkeit seid.
23. Stellt euch den Jubel all jener Wesen vor, die auf Erden
materielle Beziehungen zu euch hatten, und die heute jenseits eurer
Welt leben, wenn sie erfahren, dass die Stimme, die sie vernehmen,
auch auf der Erde gehört wird. Sie haben sich nicht von euch
abgewendet, vergessen euch nicht, noch unterlassen sie es, für die
zu bitten, die noch einige Augenblicke länger im Erdental zurückblieben.
Ihre Liebkosung und ihre Segnungen sind immerdar bei
euch.
24. Dort wohnen jene, die eure Eltern, Kinder, Geschwister,
Gatten, Freunde oder Wohltäter waren, die nun als Geistwesen
einfach eure Geschwister sind. Aber ihre Liebe zu euch ist dieselbe
oder sogar größer, ebenso wie ihre Macht, euch zu helfen und zu
beschützen.
25. Betet für sie, Volk, höre nicht auf, sie zu lieben und ihrer zu
gedenken, denn euer Gedenken und eure Gebete sind ein süßer Trost
in ihrem Ringen. Stellt sie euch nie verstört oder im Dunkeln
hausend vor, denn dies wäre so, als ob ihr euch befähigt fühltet,
einen Urteilsspruch über sie zu fällen. Wenn die Menschen hier auf
Erden im Allgemeinen zu unvollkommen und ungerecht sind, um
die Angelegenheiten ihrer Nächsten richtig zu beurteilen ─ wie
sollten sie dann fähig sein, über irgendein Geistwesen ein Urteil zu
fällen?
26. Ich sage euch noch einmal, dass euch nur zukommt, ihnen
durch euer Gebet und eure guten Werke auf der Welt beizustehen.
27. Fühlt nicht das Bedürfnis, dass sie sich auf irgendeine
materielle Weise in eurem Leben bekunden, sei es, indem sie ein
Gehirn gebrauchen, oder in irgendeiner anderen Art, denn ihr würdet
damit die Geistigkeit leugnen, die Ich euch gelehrt habe. Habt auch
keinen bestimmten Tag des Jahres, um sie anzurufen. Bedenkt, dass
das Geistige fernab der irdischen Zeit lebt, und dass daher jeder
Augenblick dafür geeignet sein kann, euch ihnen durch das geistige
Gebet zu nähern.
28. Wie viele jener Wesen, von denen ihr oft geglaubt habt, dass
sie Nöte erleiden, sind gerade jene, die dafür gekämpft haben, euch
diesen Weg zum Lichte näher zu bringen, den sie selbst nicht finden
konnten, als sie auf Erden waren. Weint also nicht um sie, und schon
gar nicht sollt ihr trauern, weil sie zum "Geistigen Tale" hinschieden.
Sie sind nicht "gestorben", sie gingen nur einige Augenblicke
dem Zeitpunkt voraus, an dem ihr scheiden müsst. So wurde
es von Mir bestimmt, damit sie euch den Weg bereiten.
29. Volk, muss Ich euch wirklich sagen, dass ihr auf den Friedhöfen
nichts zu suchen habt, und dass die Tränen, die ihr über den
Gräbern vergießt, Tränen der Unwissenheit, der Vermaterialisierung
und der Verbohrtheit sind?
30. Die Seelen derer, um die ihr weint, leben; doch ihr versteift
euch darauf, sie in jenem Körper, der unter der Erde verschwand, für
tot zu halten. Ihr haltet sie für verloren, während sie euch voll Liebe
erwarten, um euch von der Wahrheit und vom Leben Zeugnis zu
geben. Ihr glaubt sie ferne oder gefühllos und taub gegenüber euren
Kämpfen und Trübsalen, und wisst nicht, wie viele Steine sie euch
aus dem Wege räumen und aus wie vielen Gefahren sie euch
erretten.
31. Die Unwissenheit bringt euch dazu, zu euch selbst und zu
anderen lieblos und sogar grausam zu sein, obschon Ich euch sagen
muss: Wer kann noch unwissend sein, nachdem er irgendeine
meiner Lehransprachen vernommen hat?
32. Mein Wort ist der Lichtstrahl, der euch alle umfassen soll,
damit ihr im Feuer meiner Liebe verschmolzen bleibt. Wenn ihr,
nachdem ihr es gehört habt, daran glaubt und es in Anwendung
bringt, werdet ihr von diesem Zeitpunkt an mit allen vereint sein,
die Mich lieben, Mir glauben und Mich verherrlichen.
33. Ich habe euch in meinen Unterweisungen gesagt, dass das
Erdenleben der Leidensweg der Seele ist, und das Ende ihres
Daseins auf Erden ihr Golgatha ist, damit ihr euch bemüht, Mir
nachzufolgen, indem ihr meine beispielhaften Werke zum Vorbild
nehmt.
34. Wohl den Seelen, die mit Glaube und Tugend zum Gipfel
gelangen; denn in dem Augenblick, da sie sich des Körpers
entledigen, werden sie als Belohnung für ihre Stärke und ihrer Liebe
die Liebkosung des Vaters erfahren. Dies sind jene, die ohne
Straucheln in die Ewigkeit eingehen.
35. Mein Wort in dieser Zeit wird den Menschen helfen, den
Sinngehalt meines Gesetzes und meiner Lehre zu verstehen. Die
Anerkennung, die ihnen die Menschheit zuteilwerden lassen mag,
wird ihnen nicht die Glückseligkeit, die Seligkeit des Herzens und
den Frieden der Seele bescheren. Denn das vollkommene Glück
wird die Seele nur in der Heimat finden, zu der sie gehört.
Wie viele Gelegenheiten habt ihr, gut und euren Nächsten
nützlich zu sein! Jedes Heim ist ein passendes Feld, um meinen
Samen zu säen. Jede Stadt und jedes Volk ist wie ein nach Wohltätigkeit
und Liebe dürstendes Erdreich, und Ich will euch zu
Sämännern machen, damit ihr die Welt mit Liebe und Trost
bewässert und sie mit Frieden besät.
36. Werke, Worte und Gebete sind die Mittel, die ihr gebrauchen
könnt und sollt, um die Mission zu erfüllen, euren Mitmenschen zu
dienen und sie zu lieben.
37. Ich habe euch das vollkommene Gebet gelehrt, welches die
wahre Sprache des Geistes ist, das den Menschen in direkte
Verbindung mit Mir bringt.
38. Ich habe euch die Gabe des Wortes gegeben, welches Ausdruck
des Lichtes ist, das im Geiste existiert, und der Liebe, die das
Herz in sich vereint.
39. Volk, das Mir zuhört: Sage nicht, dass Ich zu viel von euch
verlange, da Ich besser weiß als ihr selbst, wessen ihr fähig seid.
Heute fühlt ihr euch schwach, unbeholfen, unfähig und unwürdig,
weil ihr euer Inneres prüft und viele Schwächen, viele Mängel
entdeckt, die euch den fremden Schmerz nicht mitfühlen lassen.
Aber Ich werde euch zuerst heilen, euch meinen Frieden fühlen
lassen, um eure Herzen zu stärken und euren Weg zu ebnen. Dann
werdet ihr keine Furcht mehr fühlen, noch Zweifel haben, noch
werdet ihr euch unfähig fühlen.
40. Deshalb habe Ich euch Zeit gelassen, Mich zu vernehmen
und euch allmählich an meinem Worte zu stärken, ohne euch in die
weiten Lande zu senden, um eure Mission zu erfüllen. Doch wenn
euer Geist dann von meiner Essenz gesättigt ist, soll er nicht auf
Beweise noch Zeichen warten, um sich aufzumachen, denn er wird
durch Inspiration empfangen, was er tun soll.
41. Bete, Volk, und während du betest, werde Ich meinen
Frieden auf alle Völker der Erde herabkommen lassen, werde Ich
eure Heime segnen und eure Wege erhellen.
42. Ich werde euch einen Beweis dafür geben, dass alles wahr
ist, was Ich euch verheißen habe. Welcher Beweis wird dies sein?
Jener, dass ihr in eurem Leben etwas Wirklichkeit werden seht, was
ihr schon lange erhofft habt ─ etwas, das für manche unmöglich zu
erlangen ist. Zu einigen wird das von Mir Gewährte bald gelangen,
andere werde Ich noch warten lassen. Doch wahrlich, Ich sage euch,
es wird nicht einen geben, der meinen Liebesbeweis nicht empfängt.
Wenn dann jene Gnade zu einem jeden von euch gelangt, werdet ihr
euch an mein Wort erinnern, und euer Glaube wird größer werden.
43. Verzweifelt nicht, vergießt keine Tränen, versteht es, auf
jene Stunde zu warten, während ihr nach meiner Unterweisung lebt
und betet und wacht.
44. Seht ihr, wie ihr in diesen Augenblicken, in denen ihr eure
Seele erhebt, eure Leiden vergesst und von meinem Frieden erfüllt
werdet? Sorgt dafür, dass ihr immer bei Mir seid, befolgt meine
Lehre, und ihr werdet meinen Frieden und mein Licht über eure
Schicksalsschläge und Mühsale obsiegen sehen.
45. Begreift, dass eure Leiden nicht unnütz sind, dass ihr die
Aufgabe habt, euch seelisch und körperlich zu beherrschen, damit
ihr zur Zahl meiner Sämänner gehören könnt.
46. Jene, die den Menschen Trost bringen, die diejenigen
aufrichten, die gefallen sind, die den Schwachen Kraft geben,
müssen vom Lichte der Erfahrung erleuchtet und im Kampfe und in
Prüfungen stark geworden sein. Kein Bild des Schmerzes darf sie
einschüchtern, vor keinem Unglück eines Nächsten dürfen sie
erzittern, vor keinem Schmerz zurückschrecken, wenn die Hände
ihrer Mitmenschen sich im Verlangen nach Barmherzigkeit nach
ihnen ausstrecken.
47. Dort, unter jenen, die sich im Laster und im Schmerz
verhärtet haben, werdet ihr dann viele sich zum Lichte erheben
sehen im Verlangen nach Erneuerung und Vergeistigung. Doch
damit jene Inspiration zu ihnen gelangt, müsst ihr in ihr Herz einen
echten Beweis von Brüderlichkeit legen, eine Tat, die der Lichtstrahl
ist, der die Finsternis jener Menschen erhellt.
48. Begreift also, dass der Schmerz, der euch in vielen Formen
begleitet hat, der Meißel gewesen ist, der eure Seele innerlich für
die Durchführung einer heiklen Mission geformt hat.
49. Die Unterweisung, die Ich euch in dieser Dritten Zeit
gegeben habe, ist ein neues Testament, das mit denen der vergangenen
Zeiten vereint sein soll; ─ denn diese drei stellen eine
einzige Offenbarung dar.
50. Mein Licht wird das Verstandesvermögen jener Menschen
erleuchten, die dazu bestimmt sind, alle meine Unterweisungen in
einem einzigen Buche zu vereinen.
51. Meine geistigen Diener werden die Hand meiner Erwählten
führen, damit in jenem Buch kein Makel existiert.
52. Die Auseinandersetzungen, die es in dieser Glaubensgemeinschaft
gegeben hat, ihre Diskussionen und ihre Uneinigkeit
werden verschwinden, wenn ihr euch in das Studium jenes Buches
vertieft und die Wahrheit meines Werkes verstehen lernt.
53. Heute seid ihr euch noch nicht der Folgen bewusst, die eure
Uneinigkeit für euch haben wird. Aber wahrlich, Ich sage euch, ihr
werdet morgen darüber weinen. Wie viele Male habe Ich von euch
die Einigung der Gedanken, Handlungsweisen und Seelen verlangt;
doch ebenso oft habt ihr nicht auf meinen göttlichen Rat gehört!
54. Ich habe euch inspiriert, damit ihr ein einziges Volk bildet,
und habe euch den Namen "das Neue Israel" gegeben. Ich habe euch
verschiedene Aufgaben und Aufträge erteilt, damit ihr auf eurem
Lebensweg und in euren Kämpfen über alle nötigen Dinge verfügt,
wie es mit Israel in der Ersten Zeit geschah, als es im Verlangen
nach dem Gelobten Lande durch die Wüste zog. Doch ihr habt
bisher meine Aufträge nicht zu verstehen versucht, noch habt ihr das
Beispiel von Einigkeit beachten wollen, das jenes Volk schriftlich
hinterließ ─ ein unauslöschliches Beispiel; denn es waren seine
Harmonie und sein Zusammenhalt, die es die Widrigkeiten besiegen
ließ, denen es auf seinem Weg begegnete.
55. Ein neues "Land der Verheißung" erwartet euch, aber noch
seid ihr ihm ferne. Ihr zieht noch immer durch die weite Wüste, habt
die Knechtschaft des "Pharao" hinter euch gelassen und habt bereits
das Gesetz empfangen. Dennoch habt ihr die Abgötterei nicht
vollständig aufgegeben, und ohne euch dessen bewusst zu sein betet
ihr das "Goldene Kalb" an.
56. Euch müssen erst Prüfungen, Widerstände und Verfolgungen
widerfahren, damit ihr aus eurem Schlummer erwacht. Erst dann
werdet ihr zugerüstet sein, um meine Aufträge zu erfüllen, und
werdet eifrig bemüht sein, über das Werk zu wachen, das Ich euch
offenbart habe, so wie damals die Israeliten das Tabernakel und die
Bundeslade schufen, um das Gesetz zu bewahren; denn die Prüfungen
hatten sie zum Lichte erweckt.
57. Jetzt soll eure Seele euer Tabernakel und der Geist eure
Bundeslade sein. Dort wird mein Gesetz den Weg des Volkes des
Herrn erhellen.
58. In dieser Zeit ist kein Mensch erschienen, der wie Moses vor
diesem Volke herzieht und seinen Glauben durch Wundertaten
bestärkt. Aber mit ein wenig Zurüstung würdet ihr die geistige
Gegenwart Elias' fühlen können, der euch führt, euch ermutigt und
inspiriert auf dieser Wanderschaft.
59. Die Scharen, die Mir zuhören, vergießen nun Tränen. Ich
allein kenne die Ursache ihrer Klagen, Ich allein kenne all die
Hindernisse und Schwierigkeiten, denen sie auf ihrem Weg begegnet
sind und die sie aufhalten.
60. Bleibt standhaft, Scharen, seid Mir treu, und ihr werdet die
Hindernisse fallen sehen. Betet und arbeitet mit immer größerer
Wahrhaftigkeit, Lauterkeit und Vollkommenheit, damit ihr in der
Durchführung eurer Mission den Trost und die notwendige Kraft
findet, um die Wechselfälle des Lebens durchzustehen. Wenn ihr so
lebt, werdet ihr, wenn ihr es am wenigsten erwartet, den Weg frei
und die Stolpersteine verschwunden sehen.
61. Ihr seid meine Felder, wo derzeit der Weizen und das
Unkraut nebeneinander wächst. Noch ist nicht die Stunde des
Schnitters; aber wenn sie kommt, werden die Werke eines jeden von
euch gerichtet werden. Dann werde euch die guten Jünger auf der
Erde lassen und jene von dieser Welt nehmen, die keine Früchte der
Einigkeit und Vergeistigung getragen haben.
62. Wachet und achtet auf mein Wort. Seid nicht selbstgerecht,
weil ihr meine sehr großen Aufträge und Missionen erhalten habt, in
der Meinung, dass mein Gericht nie zu euch gelangen kann.
Erinnert euch an David und an Salomon, welche, obwohl sie in
den Augen ihres Volkes groß waren, in ihrer Größe einschliefen,
gegen das Gesetz verstießen und meine göttliche Gerechtigkeit,
unerbittlich und weise, über sie kommen sahen, als sie glaubten,
dass sie, weil vom Vater so sehr geliebt, niemals von ihm heimgesucht
würden.
63. Denke, o Volk, an die neuen Generationen, denke an deine
Kinder, wie es die Patriarchen taten, die ihre Völker vorbereiteten,
damit sie das Kommen des Messias zu empfangen vermöchten.
64. Betet für die Nachkommenden, bereitet ihnen mit Fürsorglichkeit
und Liebe den Weg. Begreift, dass sie noch höhere
Missionen als die euren zu erfüllen haben, und dass es gut sein wird,
wenn sie eine Spur der Vergeistigung vorfinden, der sie folgen
können.
65. Worin wird jene Spur bestehen?: In eurem Leben, in euren
Werken.
66. Jede Seele hat eine große Schuld gegenüber ihrem Vater.
Meine Liebe zu euch und meine Gerechtigkeit hat euch auf der Erde
eine neue Gelegenheit geboten, euch Mir gegenüber zu rechtfertigen,
geistig wiedergutzumachen und euch zu läutern, damit ihr
zur nächsten Heimstatt weiterziehen könnt.
67. O gesegnete Dritte Zeit, du bist der Überbringer all dessen,
was die Welt braucht, um sich aus ihrer Knechtschaft zu retten.
Wohl denen, die dein Licht nutzen, denn sie werden das Heil finden.
68. Während eurer ganzen geistigen Lebensreise habe Ich euch
geführt, euch geprüft und vorbereitet für die Offenbarung dieser
Zeit. Nicht die Menschen werden das neue Volk Israel erstehen
lassen: Ich werde es sein, der es formt, es reinigt, es erhebt und es
zur Welt sendet, um seine Mission zu erfüllen.
Während dies Volk wächst und sich vorbereitet, werde Ich die
Wege ebnen, die Türen öffnen und die Hindernisse beseitigen, damit
es vorankommt. Ebenso tat Ich an Israel, als Ich es aus Ägypten
errettete und es durch das Meer und durch die Wüste führte.
69. Dies Volk hier hat die Aufgabe, die Menschheit geistig zu
erwecken. Doch wenn es diese erfüllt hat, und die Menschen sich
der Zeit, in der sie leben, bewusst werden, werdet ihr aus ihrem
Herzen ein Verlangen nach Licht und aus ihrem Geiste ein Ideal der
Aufwärtsentwicklung aufsteigen sehen, welches das menschliche
Leben bis in seine Grundfesten erschüttern und die Welt verwandeln
wird.
70. Das Gewissen wird gehört und befolgt werden, die Rufe des
Geistes werden verstanden werden, die seelischen Bedürfnisse
werden berücksichtigt und respektiert werden, und überall wird der
brennende Wunsch aufleuchten, Gott zu kennen, ihn zu fühlen, ihm
näher zu kommen, seine Wahrheit zu verbreiten.
71. Diese Prophetien werden unter den Menschen in Erfüllung
gehen, wenn der geistige Hunger und Durst sie bis an die Grenzen
ihrer Widerstandskraft gebracht hat, wenn sie mit gedemütigtem
Stolz ihre Schuld vor ihrem Herrn bekennen, wenn sie von ihren
Thronen, ihren Richterstühlen und Ehrenplätzen herabsteigen, von
denen aus sie Mich zu ignorieren versucht haben, von wo aus sie
Mich gerichtet und verneint haben, und ihre Fehler bereuend werden
sie ihre Augen Mir zuwenden und wie Kinder zu Mir sprechen ─ zu
einem Vater, der sie jahrhundertelang erwartet hat.
72. Wie tief ist der Mensch in seinem Materialismus gesunken,
so dass er schließlich Jenen leugnete, der alles erschaffen hat! Wie
konnte sich der menschliche Verstand in solchem Maße verfinstern?
Wie konnte eure Wissenschaft Mich leugnen und das Leben und die
Natur schänden, wie sie es getan hat?
73. In jedem Werk, das eure Wissenschaft entdeckt, bin Ich
gegenwärtig; in jedem Werk offenbart sich mein Gesetz und lässt
sich meine Stimme vernehmen. Wie kommt es, dass diese Menschen
nicht fühlen, nicht sehen noch hören? Ist es etwa ein Zeichen von
Fortschritt und von Zivilisation, mein Dasein, meine Liebe und
meine Gerechtigkeit zu leugnen? Dann seid ihr nicht weiter fortgeschritten
als die primitiven Menschen, die in jeder Naturkraft und
in jedem Wunder der Natur das Werk eines göttlichen, höheren,
weisen, gerechten und machtvollen Wesens zu entdecken wussten,
dem sie alles Gute in allem Existierenden zuschrieben und es darum
anbeteten.
74. Mittels einer wachsenden Intelligenz versuchten sie das zu
verstehen, was ihre körperlichen Sinne wahrnahmen. Welche
vollkommene Anbetung konnten sie Mir darbringen? Welches Verständnis
konnten sie von der Wahrheit haben? Dennoch wurde ihr
Staunen, ihre Gläubigkeit und ihre Verehrung von Mir angenommen,
als die ersten Früchte eines weiten Feldes, das mein Geist
über die Zeitalter hinweg zu bestellen hatte.
75. Seit damals bis heute ─ wie viele Unterweisungen habe Ich
der Menschheit gegeben, und wie viele Offenbarungen habe Ich ihr
zuteil werden lassen! Und dennoch ─ obwohl diese Menschheit
bereits den Gipfel des Verständnisses erreicht haben müsste, und
ihre Religionsausübung vollkommen sein müsste, hat sich ihre
selbstsüchtige, stolze und unmenschliche Wissenschaft aufgebläht,
um Mich zu leugnen, und die bestehenden Religionskulte leben im
Schlummer der Routine und der Tradition.
76. Ich habe euch die Gabe der Willensfreiheit gegeben und
habe diese gesegnete Freiheit respektiert, die Ich meinen Kindern
gewährt habe. Aber Ich legte in euer Wesen auch das göttliche Licht
des Gewissens, damit ihr, von ihm geleitet, eure Fähigkeiten in die
rechten Bahnen lenken solltet. Doch Ich sage euch, dass im Kampf
zwischen der Seele und der Materie die Seele eine Niederlage
erlitten hat, einen schmerzhaften Fall, der sie immer mehr vom
Quell der Wahrheit entfernt hat.
77. Doch ihre Niederlage ist nicht endgültig, sie ist nur vorübergehend,
denn sie wird sich aus der Tiefe des Abgrunds erheben,
wenn sie ihren Hunger, ihren Durst, ihre Nacktheit und ihre
Finsternis nicht mehr ertragen kann. Denn der Schmerz wird ihre
Rettung sein, und indem sie auf die Stimme ihres Gewissens hört,
wird sie sich stark und strahlend, feurig und inspiriert erheben und
ihre Gaben erneut gebrauchen; aber nicht mehr mit jener Freiheit,
sie für das Gute oder das Böse zu verwenden, sondern indem sie
dieselben nur noch der Erfüllung der göttlichen Gesetze widmet,
welches die beste Gottesverehrung ist, die ihr eurem Vater
darbringen könnt, der euch so sehr liebt.
Mein Friede sei mit euch!

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