BWL - Band 6 - Unterweisung 165


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 165:
1. Ruhe dich eine Weile aus, geliebtes Volk, lasse deine
Müdigkeit bei mir. Meine fürsorgliche Liebe hat euch gerufen,
damit ihr zum Meister kommt. Ich bitte euch nur darum, dass ihr
euren Verstand von Vorurteilen reinigt, damit die Essenz meines
Wortes von euren Herzen aufgenommen und meine Gegenwart von
eurem Geist empfunden wird. Wegen dieses Mangels an Vorbereitung
und Vergeistigung habt ihr nicht viele der Unterweisungen
verstanden, die Ich euch gegeben habe. Für unbestimmbar lange
Zeit kommt ihr als Anfänger herbei, obwohl ihr bereits Jünger sein
müsstet, wenn ihr mein Wort ergründet und meine Lehre zur
Anwendung gebracht hättet.
2. Begreift: Wenn ihr eure Leidenschaften beherrschen und die
Anziehungskraft zurückweisen wollt, die die Welt auf euch ausübt,
so könnt ihr in meinem Worte das Licht und die Kraft finden, es zu tun.
3. Wer sich damit begnügt und danach trachtet, sein Gewissen
zu beruhigen, indem er mir nur zuhört, wird bald in seine Lethargie
zurückfallen und ist in Gefahr, der Versuchung zu erliegen. Deshalb
ermutigt und erhebt mein Wort jene, die auf dem Weg zu Fall kommen.
4. Wie der Stern damals das Kommen des Messias ankündigte,
so kündigte in dieser Zeit der Geist Elias' mein Kommen durch sein
Licht an. Meine fürsorgliche Liebe bereitete euch dies Fleckchen
Erde, damit ihr die Offenbarung der Dritten Zeit empfangt. Heute
kennt die Welt diese Unterweisungen noch nicht, doch zum rechten
Zeitpunkt wird die gute Nachricht zur ganzen Menschheit gelangen.
Durch die Gabe der Intuition ahnt sie die geistige Bedeutsamkeit
dieser Epoche. Es gibt viele, die in den großen Ereignissen dieser
Zeit die Bestätigung und Erfüllung der Prophetien vergangener
Zeiten zu erkennen vermögen.
5. Volk, erkenne, wie viel Gnade dir zuteil wird, und doch gibt
es unter diesen Zuhörerscharen noch welche, die an meiner Kundgebung
zweifeln und mein Wort den Stimmträgern zuschreiben. Was
könnten diese euch schon geben, da sie ebenso unwissend sind wie
ihr, und ihr sie aus euren eigenen Reihen hervorgehen saht? Manche
von ihnen sind aufgrund ihrer mangelnden Vergeistigung Fleisch
und nochmals Fleisch, Sünder wie ihr. Doch wenn mein Licht sie
erleuchtet, wenn mein Strahl sie inspiriert, verwandeln sie sich
durch ein Wunder meiner Liebe und meiner Macht.
6. Ihr seid noch wie eine Stadt, die schläft, deren Bewohner sich
ihrem Ruhebedürfnis hingeben und nicht hören, ob jemand stöhnt,
ob jemand Hilfe, Schutz, Balsam oder Brot benötigt. Derzeit
vergesst ihr noch die Menschen und denkt nur an euch selbst. Doch
wenn ihr die Menschen vergesst, die ihr sehen und deren Trübsale
ihr direkt miterleben könnt — um wie viel mehr habt ihr dann jene
vergessen, die im Geiste sind und eine leidvolle Kette der Bitternisse
mit sich schleppen! Seid euch bewusst, dass eure Aufgabe die
des Wachens, Betens und Fürbittens für alle eure Geschwister ist,
der anwesenden wie der abwesenden, der fernen oder nahen,
sichtbaren und unsichtbaren.
7. In dieser Zeit lasse Ich euch durch einen Schmelztiegel
gehen, damit, wenn ihr ihn überstanden habt, ihr die Würze der Welt
sein könnt, das Licht, das die dunklen Wege erhellt.
8. Meine Stimme voller Majestät ruft die Menschheit, um sie
aus ihrer Lethargie aufzurütteln, damit ihr alle zu einem Teil meines
geliebten Volkes werdet.
9. Ich vertraue euch den Schlüssel an, der die Tür öffnet, hinter
der sich viele der Offenbarungen befinden, die ihr erfahren wollt.
Macht Gebrauch von diesem Schlüssel und lernt die Tür zum Reich
zu öffnen, damit ihr alles kennenlernt, was ihr für ein unergründliches
Geheimnis gehalten habt.
10. Noch vermögt ihr viele der Offenbarungen nicht zu
begreifen, die dazu bestimmt sind, Teil eures Wissensgutes zu sein,
und von denen die Menschen angenommen haben, dass ihre
Kenntnis Gott allein gehört. Sobald jemand sein Verlangen zum
Ausdruck bringt, sie auszulegen oder in sie einzudringen sucht, wird
er sofort gotteslästerlich genannt oder für vermessen gehalten.
11. Was hätten die Menschen früherer Zeiten gesagt, wenn man
ihnen gesagt hätte, dass der Menschheit eines Tages all das bekannt
sein würde, was ihr wisst — sowohl in Bezug auf die Wissenschaft
als auch hinsichtlich geistiger Offenbarungen? Wer solche
Ereignisse angekündigt hätte, wäre gotteslästerlich genannt worden,
oder man hätte ihn für geistesgestört gehalten.
12. Auch in dieser Zeit wird es geschehen, dass — wenn die
Zwiesprache von Geist zu Geist, die Errichtung des Friedens auf
dem ganzen Erdkreis und die Kenntnis des Jenseits angekündigt
wird — die materialistische Welt dagegen aufstehen und mit aller
Kraft die Möglichkeit leugnen wird, solche Ziele zu erreichen, und
mit Härte jene verurteilen wird, die es wagen, solche Ereignisse anzukündigen.
13. Wenn die Menschheit die Worte und Ankündigungen
studiert und ergründet hätte, die von den Propheten früherer Zeiten
gemacht wurden, hätten sie in ihnen vieles von dem gefunden, was
ihr derzeit Wirklichkeit werden seht — von dem, was die Menschheit derzeit erlebt.
14. Die Vorstellung, die ihr vom Geistigen erlangt habt, wurde
euch vorausgesagt, ebenso all das, was eure Wissenschaft entdeckt hat.
15. Heute kann Ich euch versichern, dass in der Zukunft die
Mitteilung durch Gedanken eine große Entfaltung erreichen wird,
und durch dies Verständigungsmittel werden viele Barrieren verschwinden,
die heute noch die Völker und Welten trennen. Wenn ihr
lernt, euch gedanklich mit eurem Vater zu verbinden, wenn ihr die
Zwiesprache von Geist zu Geist erreicht — was könnte euch dann
noch Schwierigkeiten bereiten, euch mit euren sichtbaren oder
unsichtbaren, anwesenden oder abwesenden, nahen oder fernen
Geschwistern in Verbindung zu setzen?
16. In meiner Unterweisung lernt ihr derzeit diese Form der
geistigen Mitteilung wie Ich sie euch gelehrt habe. Damit ihr euch
täglich darin übt, habe Ich euch geraten, stille zu sein, eure Lippen
zu schließen und euren Geist sprechen zu lassen.
17. Ich will, dass ihr meine guten und demütigen Jünger seid,
solche, die keine Ernennungen oder Ehrungen innerhalb der Gemeinschaft
beanspruchen, sondern dass euer Ideal nur darin besteht,
durch Tugend die Vervollkommnung zu erreichen und meine
Anweisungen zu befolgen, damit euer Leben ein Vorbild wird. Was
könnten euch Ehrenplätze, Titel oder Namen nützen, wenn ihr keine
Verdienste habt, um sie zu Recht zu besitzen?
18. Tut nichts und haltet an nichts fest, was falsch ist. Die
Rangordnung unter euch nehme Ich vor, ohne dass ihr es wisst, denn
nur Ich weiß, wann ihr einen festen Schritt auf dem Entwicklungswege
getan habt. Fühlt euch immer klein, auch wenn ihr im
Grunde bereits Meister seid.
19. Groß ist die Liebe, die Ich zu euch habe, und diese Liebe,
die ihr bereits in euren Herzen gespürt habt, will euch erwecken,
damit ihr euch erhebt, den Auftrag des Vaters zu erfüllen.
20. Durch einfache Menschen gebe Ich euch mein Wort,
welches, wie ein feiner Meißel, euren Geist glättet und formt.
21. Ich will, dass ihr das Ideal der Aufrichtigkeit beibehaltet,
das mein Gesetz den Menschen schon immer eingegeben hat, damit
es euch hilft, im Kampfe durchzuhalten, bis ihr Brüderlichkeit und
Vergeistigung auf der Welt verankert habt.
22. Jeder von euch versteht mich entsprechend dem geistigen
Reifegrad, den er erreicht hat. Daher offenbare Ich mich auf unterschiedliche
Weise, damit alle mein Licht empfangen und meine
Unterweisungen zu erfassen vermögen.
23. Bleibt nicht stehen auf eurem geistigen Entwicklungswege.
Seid euch bewusst, dass Ich mich bei euren Fortschritten immer
stärker offenbare, und dass ihr bei jedem eurer Entwicklungsschritte
mich mit größerer Herrlichkeit empfangt.
24. Auch wenn die, die mein Wort übermitteln, im Kampfe
unterliegen sollten, werde Ich mich meinem Volke kundtun. Denn
wahrlich, Ich sage euch, Ich will nicht, dass euch diese
Unterweisung fehlt. Erinnert euch: Während ihr mir zugehört habt,
ist euch Kraft zugeflossen, damit euch euer Glaube hilft, die
Hindernisse zu überwinden, die sich auf eurem Lebenswege
einstellen. Ich will euch zubereiten, um euch als Zeugen meiner
Kundgebung zurückzulassen, und damit ihr euren Mitmenschen als
Vorbild dient, wenn ihr mit euren Werken die Lehre bezeugt, die ihr empfangen habt.
25. Lernt und handelt, unterweist und fühlt dabei, was ihr tut
und sagt, bekräftigt meine Lehre durch eure Werke. Ich will keine
Heuchler unter meinen Jüngern. Bedenkt, was aus der Menschheit
und euch selbst würde, wenn dies mit soviel Liebe und Geduld
begründete Werk durch Mangel an Moral, Tugend und Wahrhaftigkeit
in eurem Leben zu Fall gebracht würde.
26. Seht, wie über die Menschheit Epochen der Läuterung
hinweggegangen sind, und noch immer gibt es in ihr keine
Erneuerung. Bedenkt, dass es Menschen und Völker gibt, die darum
gerungen haben, dauerhaften Frieden zu schaffen, doch dieser ist
nicht gekommen, vielmehr breitet sich die blutige Welle weiterhin
aus. Der Grund dafür ist, dass bei den Menschen keine Liebe und
Aufrichtigkeit herrscht. Sie haben es nicht verstanden, sich in
Nächstenliebe zu begegnen, und daher habe Ich meinen Frieden und
mein Wort gebracht, das den Verstand der Menschen zur Einigkeit
und zu gegenseitiger Liebe aufruft.
27. Ihr, die ihr mich in diesen unscheinbaren Versammlungsstätten
hört — schließt euch zusammen, liebt euch als "Arbeiter" auf
ein und demselben "Ackerland", habt dasselbe Ziel, und dies Ziel
soll die Rettung der Menschheit sein.
28. Sucht den Wesensgehalt meines Werkes und unterlasst
überflüssige Erörterungen. Fangt damit an, euch von Schandflecken
zu reinigen, dann werdet ihr nicht das beflecken, was klar und rein
ist. So werdet ihr eure Mitmenschen dazu anregen, ihre Unvollkommenheiten zu korrigieren.
29. Liebt euch, wie Jesus es euch lehrte. Macht euch frei von
Egoismus, setzt eure eigene Person hintan.
30. Ihr dürft nicht von dieser Welt scheiden, ohne zuvor euer
Werk des Friedens und der Liebe vollbracht zu haben. Dies soll das
Zeugnis sein, das ihr von mir ablegt, und die rechte Art und Weise,
eine Schuld auszugleichen, die ihr bei mir habt.
31. Dies sage Ich euch durch einfache Leute, durch die
"Letzten", durch solche, die auf ihrem Lebensweg von den
Menschen vergessen waren, die den Ruf des Meisters hörten und
darum kämpften, ihm nachzufolgen. Doch diese Spur, die Ich euch
mit meinem Worte hinterlasse, ist die gleiche, die Ich euch in der
Zweiten Zeit vorzeichnete, und dieselbe, die Ich euch in der Ersten
Zeit durch Moses hinterließ.
32. Sucht mich jenseits materieller Erscheinungen, sucht mich
im Geistigen, auch wenn ihr mich in allem Geschaffenen
versinnbildlicht finden könnt. Die Augen eures Geistes sollen es
sein, die meine Gegenwart schauen.
33. Der Materialismus lässt die Menschen nicht den Pfad
erkennen, dem sie folgen. Die Sünde, der Fanatismus, die
Eitelkeiten bilden den dichten Schleier, der sie daran hindert, ihren
Vater zu schauen. Wenn es nicht so wäre, würden sie an die
Vergänglichkeit dieses Lebens und an den Wert des geistigen Lebens
denken. Sie würden jene Welt der Vollkommenheit erahnen, die sich
jenseits des Todes befindet.
34. Wenn die Menschen im Geiste und im Herzen demütig
wären, wäre der Friede bei ihnen, denn der Friede gründet in der
Demut, nicht in falschem Größenwahn, noch in eitlem Ruhm. Aber
die Menschen sind in Klassen aufgeteilt, und während die einen alle
Annehmlichkeiten besitzen, gehen andere im Elend zugrunde.
Deshalb gibt es keinen Frieden.
Aber all jene Selbstherrlichkeiten werden durch meine
Gerechtigkeit beseitigt werden, und die Menschen werden sich dann
als Geschwister anerkennen, als Kinder desselben Vaters.
35. Die fürsorgliche Liebe eures Herrn hat euch den goldenen
Weizen anvertraut, damit ihr ihn durch eure Arbeit auf Erden mehrt.
Es ist der Same eines Werkes, das Ich vor langer Zeit im Geiste des
Menschen begann und das ihm den wahren Frieden geben wird.
36. Wohl euch, die ihr in dieser Zeit mein Wort vernommen
habt, denn in ihm werdet ihr den sicheren Weg finden. Aber ihr sollt
es nicht nur hören, sondern es ergründen, es richtig auslegen, damit,
wenn ihr es eure Mitmenschen lehrt, ihr keine Verwirrung in ihre Herzen sät.
37. Euer Geist muss abwarten, bis sein Fleisch sich läutert und
erneuert, damit er an die Erfüllung seiner Mission gehen kann. Dann
werdet ihr geistig und körperlich ein einziges Wesen sein, ein
folgsames und gehorsames Werkzeug, durch das sich die Geistesgaben
offenbaren werden, die der Vater ihm gewährt hat. Handelt
nicht wie jene, die — ohne meine Lehre der Vergeistigung verstanden
und ergründet zu haben, ohne die notwendige Vorbereitung
und Reife zu haben — sich auf den Weg machen und sich "Arbeiter"
nennen, ohne sich bewusst zu werden, dass der Same, den sie
anbauen, nicht wirklich der meine ist.
38. Erinnert euch, dass jene zwölf Jünger der Zweiten Zeit eine
gewisse Zeit brauchten, bis sie die Lehre ihres Meisters schließlich
verstanden. Sie empfingen viele Unterweisungen und wurden vielen
Prüfungen unterworfen. Sie wurden von mir unablässig befragt, und
jede ihrer Schwächen oder ihrer Unvollkommenheiten wurde durch
mein Wort berührt und korrigiert, damit in ihnen die Lauterkeit und
die Wahrheit zum Durchbruch kommen sollten; und dennoch
brauchten sie eine Vorbereitungszeit, um meine Lehre bekannt zu machen.
39. Was werde Ich nicht alles an euch tun müssen, meine
Jünger, die ihr in einer viel materialistischeren Zeit lebt, als es jene
war?40. Begreift nun, warum Ich euch so lange gelehrt habe, und
weshalb Ich euch unablässig prüfe.
41. Während Ich zu Andreas, Simon und Johannes, als sie mich
zum ersten Mal sahen, nur sagte: "Folget mir nach", und sie folgten
mir, musste Ich zu euch in dieser Zeit viel sprechen, damit sich
schließlich in euren Herzen der Glaube Bahn brechen konnte.
42. Ich will, dass ihr in jenen Aposteln das Vorbild findet, das
euch bei eurem Tagewerk ermutigt, und ihr begreift, dass — als sie
hinauszogen und mein Wort predigten — in ihre Herzen bereits der
Friede und die Liebe eingezogen waren und keine Unlauterkeit mehr in ihnen war.
43. Es gab nicht einen, der einen Samen gesät hätte, der nicht
der meine war, oder der eine Tat begangen hätte, durch die seine
Mitmenschen hätten in Verwirrung geraten können. Der Grund dafür
war, dass sie ihrerseits gleich den Früchten warteten, bis sie am
Baum des Lebens reif waren, um sich dann in Reinheit dem
Verlangen der Herzen darzubieten, die nach Erkenntnis der Wahrheit hungerten.
44. Heute dagegen habt ihr euch mit dem Anspruch, Meister zu
sein, aufgemacht, als ihr noch nicht einmal fähig wart, die erste
Lektion zu lernen. Ihr wollt eure Mitmenschen retten, während ihr
noch in Gefahr seid, zu Fall zu kommen; und ihr sprecht von
Reinheit, von Lauterkeit, von Vergeistigung, während ihr noch nicht
einmal eure Laster abgelegt habt.
45. Das ist der Grund dafür, weshalb viele von euch weinend zu
mir zurückgekehrt sind und sich beklagen, dass man euch Betrüger
genannt hat, weil ihr nicht einen Kranken heilen konntet, weil ihr
nicht einen Ungläubigen überzeugt habt, oder weil ihr dabei ertappt
wurdet, als ihr Handlungen begingt, die für mein Werk unpassend
sind. Daraufhin widmen sich manche dem Studium meiner Lehre
und der Besserung ihres Lebens, um nicht nochmals zu scheitern,
während andere in ihrem unlauteren Tun, Verwirrung zu säen,
fortfahren, und wieder andere, entmutigt durch die erlittenen
Niederlagen, den Weg verlassen und die Wahrheit meines Werkes leugnen.
46. Ich wollte euch Schritt für Schritt weiterbringen, indem Ich
euren Geist Seite um Seite in meinen Lehren der Liebe unterwies,
denn es gibt keinen längeren Weg als den der (notwendigen)
Entwicklung des Geistes. — Wahrlich, Ich sage euch, ihr könnt auf
Erden nichts finden, was heiliger für euch ist als einer eurer Nächsten.
47. Diese meine Lehre gibt euch die Kenntnis dessen, was für
euch der Geist, das Gewissen, die Empfindungen, der Glaube ist und
bedeuten soll. Wann immer einer von euch diese Lehren kennenlernt,
fühlt er, dass seinem Herzen Achtung und tiefe Liebe
gegenüber seinen Mitmenschen entströmt, denn in jedem von ihnen
kann er etwas von der Gegenwart Gottes erkennen, erkennt er ein
Kind des Höchsten, ln jedem seiner Nächsten und im Innern eines
jeden Menschen erblickt er den Tempel des Herrn.
48. Wer all dies Wissen begreift und für gesichert hält — würde
er es wagen, diesen Tempel zu entweihen, und wäre er fähig, diesen
Mitmenschen zu beleidigen?
49. Dies ist die Lektion, die ihr nach meinem Willen begreifen
sollt, denn wenn dies geschieht, werdet ihr nur noch einen Schritt
davon entfernt sein, das höchste Gebot zu befolgen, das euch sagt:
"Liebet einander."
50. Wie könnt ihr euch Spiritualisten nennen, solange ihr nicht
wisst, was ein Geist ist, und was er für Gott bedeutet und wert ist?
51. Denkt über alles nach, was Ich euch gesagt habe, damit eure
Körperhülle mit eurem Geiste zu einem einzigen Willen verschmilzt
und zulässt, dass dieser sich offenbart und seine Mission erfüllt. Ihr
werdet dann erleben, dass jede eurer Geistesgaben ein Licht und
eine Kraft ist, der sich die steifsten Nacken und die härtesten Herzen
beugen werden. Und wenn sie einen Beweis wahrer Spiritualität
erhalten, werden sie bewegt ausrufen: "Diese handeln wirklich nach
der Lehre Jesu, diese predigen wirklich die Wahrheit!"
52. Fasst diese Stunde als die eurer Gemeinschaft mit dem Vater
auf. Sprecht geistigerweise mit mir, Ich höre dich, o Volk. Lege alle
Leiden bei mir nieder, die du von der Welt empfängst. Wascht mit
euren Tränen die Flecken eurer Seele ab. Ihr werdet erleben, wie das
Weinen und das Gebet die Last eures Herzens für euch immer
leichter machen. Dann werde Ich meine Gnade auf euch ergießen,
durch die Ich euch das Gefühl der Stärke geben werde.
53. Wenn ihr euch deshalb Trinitarier nennt, weil ihr meine
Unterweisungen gründlich studiert habt und sie mit euren Werken
bezeugt, so kann es in euch nicht an Licht, Kraft und Frieden fehlen.
54. Ich habe das göttliche Siegel in euch gelegt, das euch zu
Erben der Weisheit macht, die im Buche meiner Göttlichkeit
aufbewahrt ist, und wer dies Licht in sich trägt, kann nicht zu Fall kommen.
55. Der Vater aller Zeiten ist es, der derzeit zu euch spricht. Es
ist derselbe, der euch durch Moses das Gesetz offenbarte, der euch
in Christus die Stimme des "Wortes" hören ließ, und der euch jetzt
Elias im Geiste sandte, damit er die Menschen zubereite, weil sie in
dieser Zeit lernen sollen, innere Zwiesprache mit dem Heiligen
Geist zu halten, welcher Ich selbst bin. Wer in die Gemeinschaft mit
mir kommt, wird entdecken, dass Ich der Vater selbst bin und
zugleich jener, den ihr den Sohn nennt: Es ist das Wort der Liebe der
Gottheit. Die Dreieinigkeit Gottes bedeutet nicht Verschiedenheit
des Geistes, sondern der Eigenschaften oder Kräfte.
56. Gesetz, Liebe, Weisheit — dies sind die drei Offenbarungsformen,
in denen Ich mich dem Menschen gezeigt habe, damit er auf
seinem Entwicklungswege eine feste Überzeugung hat und eine
vollständige Kenntnis seines Schöpfers. Diese drei Offenbarungsphasen
unterscheiden sich voneinander, aber sie alle haben ein und
denselben Ursprung, und in ihrer Gesamtheit sind sie die absolute Vollkommenheit.
57. Bei verschiedenen Gelegenheiten habe Ich euch schon
gesagt: Warum wollt ihr unbedingt drei göttliche Wesen erkennen,
wo ihr nur eines finden könnt? Eine einzige Stimme hat zu allen
Zeiten zu euch gesprochen, ein einziger göttlicher Geist hat sich
euch offenbart. Diese einzigartige, ewige Stimme, die euch mein
Gesetz in verschiedenartigen Ausdrucksformen verkündet hat, ist
die, die ihr auch in euer Gewissen geprägt in euch tragt, und deren
Essenz ihr auch in euren Herzen bewahren solltet. Aber statt mich
im Geiste und in der Wahrheit zu lieben, wie es euch meine Lehre
gelehrt hat, liebt ihr mich in materialistischen Kultformen und
Darstellungen, weil ihr euren Schöpfer nicht auf andere Weise begreifen könnt.
58. Als Ich mein Gesetz in einen Stein prägte — wer hätte daran
gezweifelt, dass jene Tafeln geheiligt waren, da sie das göttliche
Gebot enthielten? Dennoch entzog Ich jene Steintafeln dem Blick
des Menschen und beließ ihm nur die Kenntnis meines Gesetzes.
59. Christus wurde geboren, lebte und starb in Armut, Reinheit
und Vollkommenheit, und ihr hättet gewünscht, dass er ewig auf der
Erde geblieben wäre. Daher habt ihr das Verlangen gehabt, ihn in
Bildnissen zu verewigen, von Menschenhänden gemacht. Aber ihr
müsst begreifen, dass seine menschliche Erscheinung verschwand,
um dem Geist des Menschen nur die reinste Essenz seines Wortes
und seiner Werke zu hinterlassen, welche der vollkommene
Ausdruck der göttlichen Liebe waren. Heute, da Ich mich im Geiste
offenbart und mich durch von mir zubereitete Verstandesorgane
kundgetan habe — was könnt ihr von meiner dritten Offenbarung
vermaterialisieren? Hofft ihr, Gegenstände, Orte oder Personen zu
vergöttlichen? Nein, ihr sollt von dieser Zeit meiner geistigen
Kundgabe nur das unendliche Licht bewahren, das Ich auf euch
ergossen habe, das Licht ewiger Weisheit. Wenn ihr im Gesetz der
Ersten Zeit Liebe und Weisheit suchen würdet, würdet ihr sie finden;
wenn ihr in der Liebe Jesu das Gesetz und die Weisheit suchen
würdet, würdet ihr sie finden, und wenn ihr danach trachtet, in der
Weisheit, die mein Geist in dieser Dritten Zeit auf alle Geschöpfe
ausgegossen hat, das Gesetz und die Liebe zu finden, so könnt ihr
diese in ihrem Wesenskern entdecken. Erkennt, dass alle göttlichen
Tugenden und Kräfte eine einzige Essenz bilden, und diese ist Gott.
60. Ergründet die Unterweisung, die Ich euch gegeben habe. In
ihr offenbart sich die Liebe, die Ich zur Menschheit habe.
61. Mit meinem Unterricht forme Ich euer Herz, wobei Ich mich
einfacher Menschen bediene. Die Jünger des Spiritualismus sollen
meine Lehre in all ihrer Reinheit bewahren, denn sie wird es sein,
die den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Menschen festigt.
62. Die religiösen Symbole werden verschwinden, denn der
Mensch darf mich nicht mehr begrenzen, damit sein Werk des Vaters würdig ist.
63. Indem ihr mir ohne sinnfällig-materielle Darstellungsformen
zugehört habt, habt ihr in euch einen neuen Charakter ausgebildet.
Euer Verstand ist erwacht, und eure Moral ist erstarkt.
64. Ich will für die Zukunft Männer und Frauen mit Überzeugung
haben — Jünger, die durch ihr Beispiel predigen, keine
Heuchler, denn euer Sturz wegen fehlender Moral und Wahrhaftigkeit,
aus Mangel an Frieden und Seelenstärke wäre sehr schmerzhaft.
65. Seht, wie die Menschheit, die über die Zeitalter hinweg
durch den läuternden Schmelztiegel und die sühnenden Feuerproben
gegangen ist, noch immer nicht in der Lage ist, ihren Frieden zu
festigen. Die blutige Spur wird immer länger, weil die Menschen
mein Wort vergessen haben. Es gibt keine Aufrichtigkeit, kein
Vertrauen, keine Hilfsbereitschaft und keine Liebe.
66. Doch hier bin Ich mit meiner neuen Botschaft der Einheit
und des Friedens, mit meinem schlichten Wort, das nach schwerem
Ringen das Wunder vollbringen wird, den Verstand und die Herzen
der Menschen zu vereinigen. Gibt es da noch solche, die fragen,
weshalb Ich gekommen bin?
67. Auch in dieser Zeit waren viele berufen und nur wenige
auserwählt, doch bei mir gibt es keine Bevorzugten. Denn der
Mensch ist es, der sich seines Herrn würdig macht und sich ein
Anrecht auf seine Gnade erwirbt.
68. Allen habe Ich meine Unterweisung in gleicher Weise
gegeben, alle habe Ich gelehrt, auf diesem Wege zu wandeln und in
diesem Tränental zu leben. Versteht mich recht: Nicht nur ihr müsst
unter diesem Gesetze leben, sondern die ganze Welt. Aber es werden
meine über den ganzen Erdkreis verstreuten Jünger sein, die es
durch ihre Moral und ihr Vorbild einpflanzen.
69. Erfüllt schon jetzt eure Aufgabe und lasst nicht zu, dass die
Zeit für den Geist verstreicht, ohne dass dieser sie nutzt, denn dann
könnte der Augenblick des Bedauerns kommen.
70. Dies ist der Grund, weshalb Ich mich der Demütigen
bediene, derer, die sich auf den Wegen des Lebens verirrt hatten, die
die rettende Stimme ihres Herrn hörten und bereitwillig aufbrachen,
ihm nachzufolgen. Dies seid ihr, die "Letzten", weil ihr mir in der
Dritten Zeit dient.
71. Ich sende euch meinen Frieden, aber wahrlich, Ich sage
euch, solange es Menschen gibt, die alles Lebensnotwendige
besitzen und jene vergessen, die vor Hunger sterben, wird es keinen
Frieden auf der Erde geben.
72. Der Friede liegt nicht in menschlichen Herrlichkeiten noch
in Reichtümern. Er gründet sich auf guten Willen, auf gegenseitiges
Lieben, Dienen und Sich-Achten. O, wenn die Welt doch diese
Lehren verstünde! Der Hass würde verschwinden, und die Liebe
würde im Menschenherzen erblühen.
73. Nur meine Liebe und meine Gerechtigkeit können heute
jene beschützen, die Hunger und Durst danach haben. Ich allein
vermag in meiner vollkommenen Gerechtigkeit den aufzunehmen,
der sich gegen seine eigene Existenz vergeht.
74. Wenn diese wüssten, dass die Verlassenheit der Seele
schrecklicher ist als die Einsamkeit in dieser Welt, würden sie
geduldig und mutig bis zum letzten Tag ihres Erdendaseins ausharren.
75. Ich habe euch in diesem Worte meine väterliche Liebe geschenkt.
Bezeugt meine Wahrheit mit euren Werken.
76. Liebet einander.
Mein Friede sei mit euch!

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