BWL - Band 6 - Unterweisung 162


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 162:
1. Es vergeht kein Tag, an dem die Menschheit nicht vor einer
Heimsuchung erzittert oder sich über ein Ereignis wundert, das sie
als außergewöhnlich betrachtet, und dennoch hat sie die Zeit, in der
sie lebt, nicht begriffen, noch den Sinn jeder dieser Prüfungen. Mit
welcher Klarheit kündeten euch die alten Propheten Joel, Daniel
und der Apostel Johannes von dem, was in diesen Zeiten geschehen
würde. Doch wie gleichgültig sind die Menschen dieser Epoche
gegenüber den Rufen ihres Herrn gewesen! Wenn sie gelegentlich
einmal ihre Gleichgültigkeit und ihren Materialismus durchbrechen,
geschieht es nur, um sich zu fragen: "Was geht nur auf der Erde vor
sich, wo alles Drangsal, Krieg, Schmerz, Verwüstung und Tod ist?"
Doch sie wachen nicht, beten nicht, noch denken sie über das nach,
was ihnen offenbart worden ist, denn bis heute haben sie nur die
falschen Befriedigungen interessiert, die ihnen die Welt beschert.
2. Je mehr die Menschen sich bedrängt fühlen, je mehr sie durch
Katastrophen, die sie selbst entfesselt haben, bedroht werden, desto
mehr meinen sie, dass ihnen ihre eigenen Kräfte genügen, anstatt
ihre Zuflucht bei mir zu suchen, mein Erbarmen zu erflehen und um
meinen Beistand zu bitten. Sie lassen sich von ihren niederen
Leidenschaften fortreißen und machen aus ihrem Hass und ihrem
Machtstreben die Waffen, mit denen sie kämpfen und sich
verteidigen wollen. Doch wann habt ihr je erfahren, dass das Böse
mit Bösem bekämpft werden kann?
3. Ich werde zulassen, dass die Menschen in ihrem Hochmut
fortfahren und sich in ihrem Materialismus brüsten, dass sie noch
eine Zeitlang in ihrem Mangel an Nächstenliebe weitermachen,
damit sie sehen, wohin ihre Leidenschaften sie bringen. Währenddessen
werde Ich mich im Herzen jedes einzelnen fühlbar machen,
der zubereitet ist und der mich erwartet.
4. Ich habe meinen Geist auf jeden Geist und alles Fleisch
ausgegossen, damit Männer und Frauen in Einklang mit der
Prophetie weissagen. Ich spreche zu euch durch Träume und
geistige Gesichte und gebe der Menschheit durch die Naturgewalten
Zeichen, damit unter den Menschen ein starkes, großes Volk in
Erscheinung tritt — so groß, wie sie es noch nie kennengelernt
haben. Dies Volk wird das Böse, das es auf seinem Wege findet,
zunichte machen, und es wird keinen Feind geben, der von ihm
nicht besiegt wird, noch eine Mauer, die es nicht überwinden kann.
Die ihm Zugehörigen werden überallhin vordringen, seine Rufe
werden von der ganzen Menschheit gehört werden, sein Wort wird
jedes falsche Tun beenden, und es wird ihm gelingen, alle Menschen
die Wahrheit erkennen zu lassen. Vor seinem Schritt werden
Doktrinen, Religionen, Ideologien und Wissenschaften, die die
Wahrheit verheimlichen, erzittern.
5. Ihr, die ihr dies Wort vernehmt — danket dem Herrn, eurem
Vater, dass es euch zuteil ward, die Erfüllung meines Versprechens
zu erleben, das durch die alten Propheten übergeben wurde, jene, die
euch bereits meine Kundgabe prophetisch verkündet hatten, als
einer von ihnen euch ankündigte, dass "mein Geist sich auf alles
Fleisch ergießen werde."
6. Wachet und seid stark, damit ihr ein Teil dieses Volkes von
tapferen Soldaten werdet, das Ich in Kürze aufbieten werde. Glaubt
nicht — und Ich habe es euch bereits bei vielen Gelegenheiten
gesagt ─, dass nur ihr zu diesem Volke gehört. Denn nicht nur die,
die mich in dieser Form der Kundgabe gehört haben, werden mit der
Kenntnis meiner Lehre begnadet sein. Erinnert euch daran, dass
mein Same über den ganzen Erdkreis verstreut ist.
7. Jene Propheten vergangener Zeiten erhielten keinerlei
irdische Vollmacht oder Ermächtigung, sie waren nicht gezwungen,
sich irgendeiner Autorität zu unterwerfen, und sie konzentrierten
sich nur darauf, den Weisungen ihres Herrn zu gehorchen, der sein
Wort auf die Lippen jener von ihm Erwählten legte.
8. Voller Glauben und Mut hielt sie nichts von ihrer Aufgabe
zurück, das Volk mein Gesetz zu lehren und es vom religiösen
Fanatismus abzubringen, indem sie ihm die Gleichgültigkeit und die
Irrtümer der Priester bewusst machten.
9. Wenn ihr ein wenig nachdenkt und die Schriften studiert,
werdet ihr erkennen, dass bei allen Propheten ein einziger
Wesensgehalt zum Ausdruck kam, den sie in ihrem Worte den
Menschen übergaben. Sie gaben den Menschen Ermahnungen,
Offenbarungen und Botschaften, ohne die Irrtümer des vermaterialisierten
Kultes, den das Volk in jenen Zeiten ausübte. Sie lehrten,
das Gesetz und das Wort Gottes zu befolgen, und halfen den
Menschen, mit ihrem Himmlischen Vater in Verbindung zu treten.
10. Volk, findest du nicht eine große Ähnlichkeit zwischen
jenen Propheten und diesen Stimmträgern, durch die Ich derzeit zu
euch spreche? Auch auf die Lippen dieser letzteren lege Ich die
Essenz meines Gesetzes; durch ihre Worte erreicht euch meine
Inspiration, und strahlend bricht aus ihnen die Unterweisung hervor,
die die Zuhörer dazu auffordert, ihren Herrn auf die lauterste Weise
zu suchen. Sie sprechen, ohne Furcht davor, dass unter den vielen,
die ihnen zuhören, auch Auskundschafter oder Fanatiker sind. Sie
erfüllen hingebungsvoll ihre Aufgabe im Dienste ihres Vaters, damit
er durch sie zur Menschheit spricht und ihr diese Unterweisungen
gibt, die dem Menschen neue Wege des Lichtes eröffnen werden.
11. Volk, es besteht nicht nur eine große Ähnlichkeit zwischen
jenen Propheten und diesen Stimmträgern, sondern es gibt auch eine
vollkommene Beziehung zwischen ihnen. Jene kündigten diese an,
und was jene vor langer Zeit voraussagten, erleben jetzt diese Diener.
12. Denkt nicht, dass zu jenen Zeiten das ganze Volk an das
glaubte, was seine Propheten verkündeten. Nein, oftmals mußten sie
den Spott ihrer Mitmenschen, die Drohungen der Priester und die
Verfolgung der Mächtigen ertragen. Es war nötig, dass die
Prophetien, die das Gericht Gottes über die Menschen ankündigten,
in Erfüllung gingen, damit alle an die Wahrheit glaubten, die die
Diener des Herrn verkündeten. Oft gingen ihre Ankündigungen erst
in Erfüllung, als sie nicht mehr auf dieser Welt waren. Auch in
dieser Zeit haben diese meine Kinder Spott, Verleumdung, die
Gleichgültigkeit derer erfahren, die ihnen zugehört haben. Aber
mein Wort wird außerhalb dieser Versammlungsstätten bekannt
werden, auch wenn es verspottet und abgelehnt wird. Auch das, was
Ich euch angekündigt habe, wird in Erfüllung gehen, und dann
werden die Menschen ihre Aufmerksamkeit auf das richten, was sie
zuvor mit Verachtung oder mit Gleichgültigkeit betrachteten.
13. So, wie jenes Volk damals vom Glauben an den unsichtbaren
Gott, der ganz Macht und Gerechtigkeit ist, durchdrungen
wurde, sobald es an das glaubte, was seine Propheten voraussagten,
ebenso wird dies Volk, das jetzt diese Offenbarung empfangen hat,
von einem unerschütterlichen Glauben erfüllt werden, der durch die
Kundgabe, die es von seinem Herrn empfangen hat, gestärkt sein
wird. Dieser Glaube ist unbedingt notwendig, damit das Zeugnis,
das von euren Lippen kommt, voll Überzeugungskraft ist. Doch Ich
habe euch bereits gesagt, dass, wenn ihr nicht von mir Zeugnis
abzulegen versteht, Ich es tun werde, wenn die Zeit dafür
gekommen ist, denn Ich werde meine Verheißungen nicht unerfüllt lassen.
14. Wie oft in der Geschichte des Volkes Gottes stellten sich die
Menschen mit ihrem Ungehorsam meinem Willen entgegen, doch
trotz ihrer Verirrungen ging mein Wort in Erfüllung. Dasselbe wird
in dieser Zeit geschehen. Nicht alle werden meinen Weisungen
gehorsam sein. Während die einen meine Anordnungen richtig
auslegen, werden andere in dem Bestreben, das Lautere und Wahre
mit dem Niederen und Fleischlichen in Einklang zu bringen, den
Versuch machen, sich über meinen Willen hinwegzusetzen, ohne zu
begreifen, dass der göttliche Wille, welcher Macht und unendliche
Gerechtigkeit ist, alle unlauteren Handlungen derer richtet, die mein
Wort entweiht haben.
15. Ich sage euch dies, weil Ich weiß, dass unter euch eine
Verwirrung entstehen wird, die Ich euch schon in dieser Zeit
voraussage. Aber Ich werde das Buch, in dem mein Wort niedergeschrieben
wurde, bewahren, damit es später zur ganzen Welt
gebracht wird und das bezeugt, was der Meister euch bei seiner
neuen Offenbarung gesagt hat.
16. Hört mich durch meine neuen Propheten, die ihr Stimm-
träger nennt, und legt mein Wort richtig aus, damit ihr hernach die
Aufträge erfüllt, die Ich euch gegeben habe.
17. Während die Menschen in mir einen unnahbaren, fernen
Gott erkennen wollten, habe Ich mir vorgenommen, ihnen zu
beweisen, dass Ich ihnen näher bin als die Wimpern ihren Augen.
18. Sie beten mechanisch, und wenn sie nicht sogleich alles
verwirklicht sehen, worum sie in dringlicher Weise gebeten haben,
rufen sie entmutigt: "Gott hat uns nicht erhört."
19. Wenn sie zu beten verstünden, wenn sie Herz und Verstand
mit ihrer Seele vereinigen würden, würden sie in ihrem Geist die
göttliche Stimme des Herrn vernehmen und würden fühlen, dass
seine Gegenwart ihnen sehr nahe ist. Aber wie wollen sie meine
Gegenwart spüren, wenn sie mich mittels veräußerlichter Kulte
bitten? Wie sollten sie erreichen, dass ihre Seele empfindsam wird,
wenn sie selbst ihren Herrn in Bildnissen anbeten, die von ihren
Händen gemacht sind?
20. Ich will, dass ihr begreift, dass Ich euch sehr nahe bin, dass
ihr euch leicht mit mir verbinden, mich fühlen und meine
Inspirationen empfangen könnt.
21. Wenn ihr die Offenbarungen und Lehren genau betrachtet,
die Ich euch über die Zeiten hin gegeben habe, werdet ihr nur einen
Weg entdecken, der euch ans Ziel der Vergeistigung führen kann.
Bedenkt, dass Ich es bin, der euch die vollkommenen und erfolgreichen
Mittel und Wege gelehrt hat, um zu mir zu kommen. Ich
sehe nicht ein, weshalb ihr euch von falschen Lehren verführen
lasst, die nur euren Fanatismus fördern und eure Unwissenheit vermehren.
22. Als der Welt das Gesetz gegeben wurde, sagte Ich euch: "Du
sollst keine fremden Götter neben mir haben."
23. Als in der Zweiten Zeit eine Frau Jesus fragte, ob in
Jerusalem der Ort sei, an dem sie Gott anbeten solle, antwortete ihr
der Meister: "Die Zeit kommt, in der weder Jerusalem noch irgendein
anderer Ort der rechte Platz ist, um Gott anzubeten, denn er wird
im Geiste und in der Wahrheit angebetet werden", das heißt von Geist zu Geist.
24. Als meine Jünger mich baten, dass Ich sie beten lehre, gab
Ich ihnen als Vorbild das Gebet, das ihr "Vaterunser" nennt, womit
Ich ihnen begreiflich machte, dass das wahre, vollkommene Gebet
jenes ist, das gleich jenem von Jesum spontan aus dem Herzen
kommt und bis zum Vater empordringt. Es soll Gehorsam, Demut,
Schuldbekenntnis, Dankbarkeit, Glaube, Hoffnung und Verehrung enthalten.
25. Wie viele Lektionen voller Spiritualität hat euch der Vater
durch all diese Botschaften gegeben, und wie sehr wurde sein
Gesetz und seine Lehre auf Erden entstellt! Diese Vermaterialisierung,
die andauernde Entweihung und die Verfälschung dessen,
was Ich euch lauter übergeben habe, sind der Grund für das Chaos,
das die Menschheit derzeit erleidet — sowohl im Geistigen als auch
im Materiellen, diesen beiden Lebensformen, die immer im
Menschen vereint waren. Denn es wäre nicht möglich, eine von
ihnen anzutasten, ohne dass die andere nicht mitbetroffen wäre.
26. Wundert ihr euch darüber, dass mich viele Menschen in
diesen Zeiten verlassen und andere Völker meine Lehre abgelehnt
haben? Seid ihr betroffen, wenn ihr seht, dass die materialistischen
Lehren sich unter der Menschheit weiter ausbreiten? Jeder von euch
höre auf die Stimme seines Gewissens und frage sich, ob er mit
seinem Leben ein wahrhaftiges Zeugnis der Lehre gegeben hat, die
in meinem Worte enthalten ist.
27. Über die schweren Vergehen und die Verfehlungen, die an
meinem Gesetze begangen wurden, wird mein Gericht kommen. Es
wird keine einzige Verfehlung geben, die nicht durch den
vollkommenen Meister korrigiert werden wird. Ihr dürft euch nicht
verwirren lassen. Berichtigt eure Fehler und richtet nicht. Begreift,
dass Ich euch niemals strafe — ihr straft euch selbst.
28. Ich mache Licht in jenem, der aus Unwissenheit gesündigt
hat, und bewege den zur Reue, der wissentlich gesündigt hat, damit
beide voll Zuversicht in meine Vergebung darangehen, die
begangene Verfehlung wiedergutzumachen. Dies ist der einzige
Weg, zu mir zu gelangen.
29. Bedenkt dies alles, ihr Geistlichen, die ihr die Menschen auf
den verschiedenen Pfaden der Religionen führt. Betet und bringt die
Euren zur Vergeistigung. Es ist nun an der Zeit, dass ihr eure
Verirrungen bereut und einen Kampf gegen den menschlichen
Materialismus beginnt, welcher Tod und Finsternis für die Seele ist.
Dafür sollt ihr meine Wahrheit gebrauchen, mein Wort als Waffe
ergreifen und in meiner Lehre leben.
30. Ich habe keine Vorliebe für die eine oder andere Religionsgemeinschaft.
Nicht Ich, sondern ihr werdet darüber entscheiden, ob
ihr auf meiner Seite steht. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr auch
erreicht haben, euch alle im Geiste zu vereinen.
31. Aus kleinen Kindern seid ihr zu Jüngern geworden; dennoch
sehe Ich, dass ihr geistig nicht weiter fortschreitet, und damit helft
ihr euren Mitmenschen nicht. Ja, Volk, du hältst den Fortschritt der
neu hinzugekommenen Scharen durch deinen Mangel an Fortschritt
in meiner Lehre auf. Ihr habt eine Barriere geschaffen, die es sehr
schwierig macht, dass eines eurer Geschwister einen Schritt weiter
kommt, als ihr gekommen seid.
32. So, wie Ich euch bei dieser Kundgebung selbst die letzte für
euch noch erfassbare Lektion zur Kenntnis bringe, müsst ihr bis zur
letzten meine Unterweisungen in die Tat umsetzen.
33. Wenn ihr noch nicht zubereitet seid, so deshalb, weil ihr,
obwohl ihr mich hört, mich noch nicht wirklich verstanden habt.
Wenn ihr mein Wort nicht verstanden habt, so deshalb, weil ihr nicht
darüber nachgedacht habt. Wenn ihr bis heute keine wahre
Liebestätigkeit ausgeübt habt, dann deshalb, weil ihr euch nicht von
meinem Wort der Liebe zu Mitgefühl erwecken ließt; und wenn ihr
nicht mehr empfingt, als ihr bis heute empfangen habt, so nur
deshalb, weil eure Verdienste spärlich gewesen sind.
34. Die Scharen, die herbeikommen, mein Wort zu vernehmen,
wären größer, wenn sie in euch würdige Vorbilder zur Nachfolge
sehen könnten, weil eure Werke dann ein Beweis von Hochachtung,
von Glaube, von Gehorsam gegenüber meinem Werk und für die
Befolgung meiner Lehre wären.
35. Ich habe euch gelehrt zu beten, damit ihr euch mittels des
Gebetes nicht nur dem Vater nähert, sondern auch euren bedürftigen
Mitmenschen, um ihnen eure Botschaft des Friedens zu bringen.
Doch wenn Ich euch frage, was euer Geist empfunden hat, als er für
die Nationen, für die Witwen, die Waisen, für die nach Brot
Hungernden, für die Gefangenen und für die Kranken gebetet hat,
könnt ihr mir nur sagen: "Herr, Du bist der einzige, der den
Bedürftigen Wohltaten zu erweisen vermag. Wir sind so unreif und
so unwissend, dass wir den Schmerz unserer Mitmenschen nicht
mitzufühlen vermögen, noch aus der Ferne begreifen können, was
ihnen zustößt. Wir begnügen uns damit, Dich zu bitten, dass Du die
Wohltat Deiner unendlichen Liebe auf sie ergießt. Denn angesichts
so großer Bedürfnisse des Geistes müssen wir bekennen, dass wir
noch nicht einmal Anfänger sind. Nur Du kannst uns sagen, was
unser Geist während seines Gebetes bewirkte."
36. Wenigstens in diesem Augenblick seid ihr ehrlich und
bekennt eure Unwissenheit und eure Unreife. Deshalb segne Ich
euch, und Ich mache meine Lehre noch klarer, damit sie selbst vom
ungebildetsten Menschen verstanden wird.
37. Volk, du weißt, dass sich die geistigen Wesen den Menschen
nahen, und je nach der Gesinnung jener Wesen auch der Einfluss ist,
den sie auf die Menschen ausüben. Ihr sollt wissen, dass, wenn ihr
für irgendeinen Mitmenschen betet, euer Geist sich von eurem
Körper löst, um sich jenem zu nähern, für den er bittet. Zieht daraus
den Schluss, dass je nach eurer Zurüstung und dem Grad von
Reinheit und Vergeistigung, die ihr in eurem Leben erreicht habt,
auch der geistige Einfluss sein wird, den ihr jenen zukommen lasst, für die ihr gerade betet.
38. Habt keine Angst, wenn Ich euch sage, dass ihr fortwährend
von unsichtbaren Wesen umgeben seid. Viele von ihnen bedürfen
eurer Hilfe. Widmet ihnen eure Gedanken, eure Worte und eure
Liebeswerke, damit sie den Weg zum Gehorsam finden und das Licht schauen können.
39. Die Waffen, die Ich euch gebe, sind nicht solche, die das
Leben rauben; sie machen niemanden blind, vergießen kein Blut,
noch verursachen sie Schmerz; sie lassen keine Witwen und Waisen
zurück, noch Heime, die ins Elend geraten sind. Denn die Waffen,
die Ich euch überlassen habe, sind die Liebe, die Barmherzigkeit
und die Vergebung, damit ihr mit ihrer Hilfe kämpfen könnt, um die
schlechten Einflüsse in Schwingungen des Lichtes zu verwandeln.
40. Widmet bei euren Gebeten immer einen Gedanken auch
jenen Wesen, die — ohne von den Augen des Körpers gesehen zu
werden — in eurer Nähe Tränen vergießen. Aber versucht nicht, zu
ihnen zu gelangen oder sie zu zwingen, sich kundzutun, es sei denn
mittels der Gedanken. Begreift, dass die Waffen, die Ich euch
gegeben habe, Waffen der Liebe, der Erhebung und des Friedens
sind.41. Um in dieser meiner Lehre Meister zu werden, ist es
unbedingt notwendig, dass ihr meine Unterweisung eingehend
studiert. Auch sage Ich euch, dass es Geistwesen voller Licht und
Weisheit gibt, die Ich als Beschützer eingesetzt habe. Sie sind
unendlich zahlreich und arbeiten unermüdlich im Werke des Vaters,
der alles erschaffen hat. Vertraut darauf, dass ihr weder allein noch
auf eure eigenen Kräfte angewiesen seid, sondern dass euch Wesen
umgeben, die demütig und ohne Prahlerei über euch wachen und
mit euch zusammenarbeiten, damit ihr geistig aufsteigt.
42. Das Göttliche Gesetz ist in zwei Geboten enthalten: Gott zu
lieben, der euer Vater ist, und in ihm seine Mitmenschen zu lieben.
Das ist es, was jene Wesen tun, die die Menschheit Schutzengel,
Beschützer, Lichtgeister, höhere Wesen nennt.
43. Eifert ihnen nach, helft ihnen bei ihrer Mission, dann wird
eine große geistige Harmonie entstehen, die unter allen Kindern
meiner Göttlichkeit bestehen soll. Dieser Harmonie wird der Friede
entspringen, der höchste Lohn der Seele in der Ewigkeit.
44. Ich habe euch gesagt, dass euer materielles Leben begrenzt
ist, und Ich erinnere euch daran, damit jeder erkennen möge, ob er
die Aufgabe erfüllte, die der Vater ihm zugewiesen hat. Falls ihr dies
vergessen habt, erinnere Ich euch daran, damit ihr euch aufmacht,
als gute Jünger eure Pflicht zu tun.
45. Euer Dasein auf Erden ist kurz. Sobald ihr dies erkennt,
bittet ihr mich um eine weitere Zeitspanne und sagt mir: "Herr, gib
mir Zeit zur Erfüllung meiner Aufgabe." Ich sage euch nur das: Die
Sonne geht keinen Augenblick früher oder später auf und unter als
vom Schöpfer bestimmt ist. Alles wird von einem unfehlbaren
Gesetz regiert. Daher werdet ihr keine Sekunde länger auf der Erde
leben, als euch bestimmt ist. Das ist der Grund dafür, weshalb mein
Wort für euch wie die Uhr der Ewigkeit klingt, die euch anrät, die Zeit zu nutzen.
46. Während für eure Seele der leuchtende Tag der Ewigkeit
näher rückt, nähert sich eurem Körper die Nacht. Begreift dies und
sagt nicht, dass ihr mein Gesetz erfüllt, nur weil ihr mein Wort
vernehmt. Versucht nicht, es nach eurer Denkungsart zu "erfüllen",
sondern indem ihr meine Göttlichen Unterweisungen zur Grundlage nehmt.
47. Bedenkt: Wenn ihr euch einst im geistigen Sein befindet,
nachdem ihr eure Pflichten und Aufgaben in diesem Leben erfüllt
habt, werde Ich euch erlauben, auf das Bewusstsein dieser Erdenmenschheit
einzuwirken, sie zu inspirieren und zu erleuchten und
ihr so auf ihrem Entwicklungswege beizustehen.
48. Eure Aufgabe ist heikel; um sie zu erfüllen, müsst ihr euch
demütig zeigen, so wie Jesus es euch lehrte, mit der Sanftmut und
tätigen Nächstenliebe, mit der er seine Mission erfüllte.
49. Ihr müsst dabei auf das Gewand der Überlegenheit und des
gesellschaftlichen Ansehens verzichten, das nur Eitelkeit in sich
birgt. Ihr müsst euch von der Selbstsucht freimachen und zu den
Zerlumpten und Aussätzigen herabsteigen, um sie in ihren Leiden zu
trösten. So werdet ihr meine Jünger sein, weil ihr dem Beispiel
folgt, das Ich euch gab.
50. Meine Barmherzigkeit hat euch beschenkt, und ihr müsst
ebenso große Wohltaten erweisen.
51. Wenn euer Sinn beim Beten rein ist und sich von allen
materiellen Einflüssen abgewandt hat, werde Ich euch gewähren,
was ihr für eure Mitmenschen erbittet. Ihr werdet dann verwundert
erleben, wie von euren Lippen überreicher Trost für die Leidenden
kommt. Eure Mühe wird fruchtbar und gesegnet sein, weil ihr meine Liebeslehre ausübt.
52. Jetzt sage Ich euch, dass ihr nicht nur zu euren Nächsten
wohltätig sein sollt, sondern auch zu den anderen Lebensformen und
Gattungen, denn alle sind Geschöpfe des Herrn. Alles ist das
vollkommene Werk des Vaters, in welchem sich seine Weisheit offenbart.
53. In der Natur ist alles Leben, Entwicklung und Umwandlung
innerhalb derselben.
54. Ich lasse euch wissen, wer ihr seid, damit ihr mit diesem
Verständnis zu allen Geschöpfen wohltätig seid.
55. Erkennt euch, erkennt eure Fähigkeiten, eure Empfindungen.
Verwechselt nicht die reinen Empfindungen mit den
Leidenschaften. Erkennt die Neigungen und Instinkte, die dem
Körper eigen sind, damit der Geist ihn immer beherrscht. Verweigert
eurem Geist nicht die Gelegenheiten zum Lieben, denn wo
Selbstsucht herrscht, kann er nicht in Liebe zu euren Mitmenschen
erstrahlen. Wenn ihr liebt, so tut es geistig und so, dass eure Liebe
allen gilt. Wenn ihr sie an Personen bindet, sie nur auf bestimmte
Menschen begrenzt, seid ihr dem Egoismus erlegen.
56. Die geistige Liebe könnt ihr als universelle Liebe
betrachten. Bereitet euer Herz gleich einer Quelle, welche die Liebe
meiner Gnade als kristallklares Wasser empfängt und sich mittels
eurer Werke auf eure Mitmenschen ergießt.
57. Je mehr ihr diese Liebe in euch fühlt, desto größer wird die
heilende Kraft sein, die ihr auf die Wunden einströmen lasst. Es
wird wirklicher Heilbalsam sein, der die niedergedrückte Seele zu
neuem Leben erweckt, und ein Duft, der das Leben derer, die
weinen, mit Wohlgeruch erfüllt.
58. Erkennt, dass in den Herzen der Menschen keine geistige
Liebe lebt. Sie lieben wohl, aber mit einer selbstsüchtigen Liebe, die
sogar ihr eigenes Leben zerstört, weil die Leidenschaft wie ein
Wurm ist, der die besten Gefühle zerfrisst. Wenn im Herzen des
Menschen Leidenschaften aufbrechen, zerstören sie schließlich alles
Gute, das er in seiner Seele hatte. Die Leidenschaft ist der Abgrund,
der sich vor den Füßen des Menschen auftut, und der ihn, wenn er
ihn in seine Tiefe niederreißt, das Licht und den Frieden verlieren lässt.
59. Seht, wie meine Unterweisung die Unwissenheit beseitigt,
damit ihr mich als göttliche und alleinige Weisheit anerkennt und
die falschen Götter zerstört, so wie Abraham tat, als er Gott jenseits
dessen suchte, was seine Augen sahen. Daher machte Ich einen
Bund mit ihm, auf dass er der Same des auserwählten Volkes sein
werde. Er bewies, als er auf die Probe gestellt wurde, dass sein Gott
Schöpfer und lebendiger Gott war.
60. Auch Ihr müsst die Wahrheit dieser Offenbarungen
beweisen — mit einer reinen Lebensweise und mit Andachten, die
frei von übertreibender und schwärmerischer Anbetung sind.
61. Erinnert euch, dass in die Tafeln Moses' jenes Gebot
eingemeißelt war, das euch sagt: "Du sollst Dir kein Bildnis, noch
irgendein Gleichnis dessen machen, was oben im Himmel ist, noch
was unten auf Erden ist, noch was in den Wassern 'unter der Erde' ist."
62. Bedenkt, wie lange Ich euch schon von der Abgötterei
abbringe, damit ihr mich über allem Geschaffenen stehend erkennt,
über allem, was sich bewegt und wandelt, damit ihr euren Geist
dorthin, zum Himmelreich erhebt.
Mein Friede sei mit euch!

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