BWL - Band 6 - Unterweisung 163


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 163:
1. Volk, Ich sehe eure Tränen und vernehme euer Schluchzen.
Ich betrachte eure Mühsale und Leiden. Ich sehe die Ketten der
Armut und Entbehrungen, die ihr tragt, die Enttäuschung, die euer
Herz bedrückt, weil ihr zu der Überzeugung gekommen seid, dass es
auf der Welt keine Gerechtigkeit noch Nächstenliebe gibt. Dann
betet ihr und sagt mir: "Herr, ich bin Deines Friedens nicht würdig.
Wenn ich Deine Wohltaten nicht verdiene, so gib mir Kraft, um die
Leiden und Ungerechtigkeiten des Lebens zu ertragen."
2. In diesen Augenblicken wird meine Gegenwart spürbar, die
euch sagt: Verliert nicht die Geduld, seid weiterhin besonnen, verzweifelt
nicht einen Augenblick, denn ihr wisst nicht, zu welchem
Zeitpunkt mein Friede an eure Tür klopfen wird. Lehnt euer Haupt
an meine Brust und hört nicht mehr auf das Kriegsgeschrei. Vergesst
eure Drangsale und denkt daran, dass ihr nicht untergehen werdet,
solange ihr bei mir seid. Kommt zu mir, begleitet euren Vater und
Herrn. In mir werdet ihr den Bruder, den Gatten, den Freund, den Vater finden.
3. Stärkt euer Herz, indem ihr mein Wort vernehmt, damit, wenn
ihr den Lebenskampf wiederaufnehmt, ihr es in aufrechter Haltung
und mit erhobenem Kopf tut, und ihr voll Zuversicht lächeln könnt.
4. Zweifelt nicht mehr im Augenblick der Prüfung, sagt nicht,
dass Ich euch im Augenblick des Schmerzes, im schwierigsten
Moment nicht erhört habe. Solange ein Lebenshauch in euch ist,
solange euer Körper atmet, solange euer Verstand denkt und eure
Seele leidet, werde Ich bei euch sein, weil Ich das Leben bin, das im
ganzen Universum pulsiert und vibriert.
5. Versteht zu beten — nicht nur in euren Stunden der Trübsal,
sondern auch in euren Augenblicken der Freude. Vor mich bringt ihr
nur eure Tränen, Leiden und Kümmernisse, in euren Freuden
jedoch, wenn euer Herz festlich gestimmt ist, vergesst ihr mich;
dann verschließt ihr mir eure Türen.
6. Ich muss zu euch sprechen und euch für euren Kampf
zurüsten, der schwer sein wird. Ich will, dass in und um euch her
Licht ist, dass ihr innerhalb und außerhalb eures Heims Tugend übt,
denn so wird euch niemand als (geistig) Schlafende überraschen können.
7. Ich habe euch angekündigt, dass in dieses Land lange Züge
von Menschen aus fremden Ländern kommen werden, die auf der
Suche nach Frieden für ihr Herz und nach Licht für ihren Geist sind.
Sie werden den Jüngern dieser Lehre begegnen, die sie befragen
werden. Sie werden von ihnen die Bezeugung dessen verlangen, was
sie gehört haben, und sie einer Prüfung unterziehen, um die
Wahrheit dieses Wortes zu erhärten.
8. Meint ihr nicht, dass euer Herz dann eine wahre Quelle der
Nächstenliebe, der Güte und des Lichtes sein muss, welche bereit
ist, als Beistand bei den Nöten eurer Mitmenschen überzuströmen?
Würde es euch nicht gefallen, wenn jedes Heim meines Volkes eine
Schule wäre, in der die göttliche Unterweisung praktisch angewandt wird?
9. In der Zweiten Zeit brachte Ich meine Lehre zu vielen
Ortschaften in Judäa, und überall fand Ich einen geeigneten Ort, um
mein Wort hören zu lassen. Der Meister war immer wachsam, und
wenn er auf die Probe gestellt wurde, wurde er niemals überrascht.
Die Täler vernahmen meine Stimme, die Berge gaben das Echo
meiner Worte zurück, die Wellen des Meeres empfingen die
Schwingungen meiner Botschaften, und die Einsamkeit der Wüsten
wurde von meiner Gegenwart erhellt.
10. Ich will, dass ihr euch vereinigt, dass dies Volk wie eine
Oase in der Wüste der Welt ist. Ich weiß, dass die Menschen euch
suchen werden, denn sie werden es müde werden zu zerstören, zu
sündigen, zu töten. Angesichts der Worte des Lichtes und der hohen
Gedanken wird der heute noch schlummernde Geist erwachen, und
meine Lehre wird wie eine Rettungsarche auf Erden erscheinen.
Diese Zeit wird für dies Volk zur Prüfung werden, denn von seinem
Zeugnis werden viele Herzen abhängig sein.
11. Warum also verzagen oder angesichts der Prüfungen jetzt
aufbegehren, da sie der Meißel sind, der euer Herz glättet, damit es
morgen der Dolmetscher seines Meisters sein kann und sein wird?
12. Ich will hören, dass ihr mir sagt: "Danke, Meister, Deine
Prüfungen haben mich zurechtgewiesen, und Dein Licht hat mich
auf dem Pfade ermutigt. Meine Kranken genesen, und ich vermochte
den Betrübten auf meinem Wege zu trösten."
13. Ich erwarte, dass andere mir sagen, dass Ich sie zubereiten
solle, damit sie meine Arbeiter werden, dass Ich ihnen die
Arbeitsgeräte anvertrauen möge, damit sie die Saat des Friedens und
der Liebe in das Herz ihrer Mitmenschen säen.
14. Meine fürsorgliche Hilfe hängt von eurer Bitte ab, euch die
göttliche Gabe zu gewähren, Arbeiter auf der geistigen Flur zu sein.
15. Heute will Ich euch in euren Trübsalen trösten: Kranke, die
ihr während eures ganzen Lebens das Kreuz des Schmerzes getragen
habt, kommt zu mir, Ich werde euch heilen. Ich werde euch lehren,
gegen eure Krankheiten zu kämpfen und in Geduld und Demut den
Augenblick der Befreiung von dem Leid zu erwarten, das euch
niederdrückt. Auch werde Ich euch alles zeigen, was ihr auf eurem
Sühneweg erreicht habt.
16. Kommt zu mir alle, die ihr eine Last der Leiden mitgebracht
habt. Es ist vergeblich, dass ihr bei den Menschen Heilung und Trost
sucht, denn die Nächstenliebe ist aus den Herzen der Menschen
gewichen, und ihr müsst wissen, dass man ohne Nächstenliebe keine
Wunder tun kann. Die Wissenschaft allein genügt nicht, um die Welt
von ihren Schmerzen zu befreien.
17. Die Wissenschaftler betrachten die göttlichen Offenbarungen
voller Eitelkeit als ihrer Aufmerksamkeit unwürdig. Sie
wollen sich nicht geistig zu Gott erheben, und wenn sie etwas von
dem, was sie umgibt, nicht begreifen, leugnen sie es, um nicht ihre
Unfähigkeit und ihre Unwissenheit bekennen zu müssen. Viele von
ihnen wollen nur an das glauben, was sie beweisen können.
18. Welchen Trost können diese Menschen den Herzen ihrer
Nächsten bringen, wenn sie nicht das Urprinzip der Liebe erkennen,
welches die Schöpfung regiert, und außerdem den geistigen Sinn
des Lebens nicht verstehen?
19. Ich wusste, dass diese Zeiten der Vorherrschaft der materialistischen
Wissenschaft, der Selbstsucht, der Gleichgültigkeit gegenüber
denen, die leiden und zugrunde gehen, kommen würden und
deswegen bot Ich euch an, den Tröster zu senden; hier habt ihr die
Erfüllung jener Verheißung. Ich bin im Geiste gekommen, um euch
alle Geheimnisse zu erklären, damit ihr zu Kindern des Lichtes
werdet. Ich bringe euch den göttlichen Trost dieser Offenbarung,
und mit ihrer Hilfe werdet ihr alle Prüfungen des Lebens bestehen
und euch zu mir erheben können.
20. Ich habe euch gerufen, und als ihr in meine Gegenwart
kamt, habt ihr mir tränenüberströmt gesagt, dass ihr die Bedürftigsten
auf Erden seid, habt mir euer Elend vor Augen geführt und
mich auf euer fehlendes Wissen und eure geringen Fähigkeiten
hingewiesen, euch in den Wechselfällen des Lebens einen Weg zu
bahnen. Da habe Ich euch offenbart, dass ihr durchaus keine Parias
oder die Allerärmsten seid. Ich habe euch geprüft, und ihr habt
geklagt, weil ihr euch enterbt fühltet, ohne entdeckt zu haben, dass
ihr in eurem Geiste einen Schatz mit euch tragt.
21. Der Kranke weinte, weil er keinen Arzt hatte, der für ihn
erreichbar gewesen wäre, damit er ihn heile, und er noch nicht
entdeckt hatte, dass sein Geist eine Überfülle an Heilbalsam besaß.
22. Jener, der infolge seiner Unwissenheit weinte, wurde nicht
gewahr, dass in der Stille seines Herzens die göttliche Stimme
seines Meisters ertönte, die ihn ins geistige Reich rief. Der sich für
enterbt hielt, hatte nicht alle Gaben entdeckt, mit denen der Vater
ihn aussandte, damit er seine Aufgabe auf Erden erfülle. Es war
nötig, dass die Wahrheit bis zu euch durchdrang und in euren Herzen
das Licht entzündete, damit ihr aus eurer tiefen Lethargie erwachtet,
euch voller Glauben aufrichtetet und sagtet: "Wir sind nicht allein,
der Herr ist bei uns. Wir sind keine Parias, unser Wesen ist voller
Gaben des Vaters. Wir werden unter der Last des Schmerzes nicht
zugrunde gehen, weil wir den unaussprechlichen Trost des Wortes
des Meisters im Herzen haben, das uns auf allen unseren Wegen sein
Licht schenkt. Wir sind nicht auf den Willen der Menschen
angewiesen, unser Los hängt nicht von ihnen ab, sondern vom
Willen unseres Vaters. Es wird keine Hindernisse, Fußangeln oder
Irrwege mehr geben, die uns entmutigen und davon abbringen, den
wahren Weg fortzusetzen. Im Schmerze werden wir Trost finden, in
dunklen Stunden werden wir das Licht erstrahlen lassen, und in
unserem Lebenskampfe werden wir spüren, dass uns Kraft zuströmt.
Wer hat uns gerettet? Wer hat uns die Gesundheit und das Leben
zurückgegeben? Es ist der Meister gewesen, der uns durch sein
göttliches Wort zum wahren Weg zurückgeführt und uns den Trost
gespendet hat, der seit den ersten Zeiten von ihm verheißen wurde."
23. Liebet die Wahrheit, o Jünger, begreift sie und lebt sie. Wer
die Wahrheit kennt, hat in sich das Glück, das Licht Gottes zu
schauen. Er kennt den Frieden und wandelt unbeirrbar auf den Pfaden der Erfüllung.
24. Dies Werk wird von vielen kritisiert und abgelehnt werden,
wenn sie erfahren, dass sich in ihm geistige Wesenheiten kundgetan
haben. Aber seid unbesorgt, denn es werden nur die Unwissenden
sein, die diesen Teil meiner Unterweisungen bekämpfen.
25. Wie oft haben die Apostel, die Propheten und die Sendboten
des Herrn unter dem Einfluss geistiger Lichtwesen zur Welt
gesprochen, ohne dass die Menschheit sich dessen bewusst wurde,
und wie oft hat jeder von euch unter dem Willen geistiger Wesenheiten
gehandelt und gesprochen, ohne dass ihr es wahrgenommen
habt! Und eben dies, was schon immer geschehen ist, habe Ich euch jetzt bestätigt.
26. In der Zweiten Zeit lehrte euch Jesus, dass der menschliche
Verstand eine Tür ist, durch die die Geisterwelt eindringen kann. Er
lehrte euch, euch von den verwirrten Wesen zu befreien, die die
Menschen auf ihrem Sühneweg wegen der Verfehlungen, die sie
begangen haben, durch ihre schlechten Einflüsse auf die Probe
stellen; ebenso wie er auch lehrte, euch bis zu einem solchen Grade
zu vervollkommnen, dass der Heilige Geist durch den Mund des
Menschen sprechen möge.
27. Und dennoch, wie oft hat man mit diesen Offenbarungen
Geschäfte gemacht, und wie wurden sie entweiht! Das ist der Grund
dafür, dass mein Werk in dieser Zeit bekämpft worden ist und
fernerhin bekämpft wird. Doch jene, die wirklich an dasselbe
glauben, werden es weiterhin studieren und befolgen, damit sie
morgen meine Unterweisungen erläutern können und jene von
ihrem Irrtum abbringen, die verwirrt sind, und jene, die meine Lehre entweihen.
28. In dieser Zeit wollte Ich all diese Offenbarungen ausführlich
darlegen und deren Erläuterung zum Abschluss bringen, und zu
diesem Zweck sandte Ich Elias, damit er euer Verstandesvermögen
erleuchte und euch den Weg bereite, damit ihr nicht durch mein
Kommen und das meiner geistigen Heerscharen in Bestürzung gerietet.
29. Elias als geistige Wesenheit klopfte an die Türen des
Auserwählten dieser Zeit, welcher, ohne irgendetwas von der jetzigen
Kundgebung zu wissen oder zu kennen, sich beunruhigt,
unterworfen und besiegt sah angesichts der geistigen Macht, die an
sein Herz pochte, um ihn zu veranlassen, sich diesem Dienste zu
widmen. Dies war der erste Same, der von den ersten Gläubigen
betreut wurde und der die ersten Blüten und die ersten Früchte trug.
30. Die Pflanze wuchs und wurde zu einem jungen Bäumchen,
seine Blüten waren die Kundgaben der Lichtwesen, die als Boten,
Propheten, Schutzengel und Ratgeber zu diesem Volke kamen. Die
Früchte waren die Kundgaben eures Meisters mittels seines
göttlichen Strahls, der euch den süßen Geschmack des Lebens gebracht hat.
31. Wie könntet ihr die Idee des Todes in euch zunichte machen,
ohne das Dasein der Wesen mitzuerleben, die früher auf Erden
waren und die heute unsichtbar in einer anderen Welt leben? Wie
könntet ihr euch von denen befreien, die euch auflauern und Übel
verursachen, und wie könntet ihr mit jenen harmonisch übereinstimmen,
die nur Licht und Güte in sich tragen? — Nur, indem ihr
ihre Gegenwart fühlt, ihre Stimme hört und ihren Rat befolgt —
indem ihr ihre Bekundungen erlebt und seht, wie sie ihre Werke
vollbringen. Das Zeugnis dieses Volkes muss sich über die Welt
verbreiten, um die Menschen zu überzeugen, die zwar sagen, dass
sie an das Leben glauben, nicht jedoch an die Auferstehung und an
die Ewigkeit. Sie sind die Toten, die ihre Toten bewachen, weil sie
Angst davor haben, wissend zu werden.
32. Volk, nutze die Tage, die dir noch für diese geistige Kundgabe
durch das Verstandesvermögen des Menschen verbleiben. Ihr
wisst, dass dieser Unterricht nur noch kurz sein wird, und dass die
Frucht eurer Erfahrung, das wahrhaftige, klare Zeugnis, frei von
Geheimniskrämerei sein soll, das ihr morgen euren Mitmenschen bringt.
33. Ich werde euch nicht erlauben, die Geisterwelt weiterhin zu
Kundgaben durch die materiellen Sinne zu veranlassen, sobald der
nach meinem Willen festgesetzte Zeitpunkt vorüber ist. Doch sollt
ihr wissen, dass ungeachtet dessen, dass der Strahl des Herrn und
der geistigen Wesenheiten nicht mehr euer Gehirn in Besitz nimmt,
die Inspiration durch euren Herrn bei all jenen, die sich im Gebet
erheben, für immer und ewig fortbesteht. Und das Licht der
geistigen Welt wird von einer Welt zur anderen, von einem Geist
zum anderen leuchten und zu all meinen Kindern gelangen.
34. Gesegnet seien alle, die diese Zeit der Unterweisungen
wirklich nutzen, denn nach dem Jahre 1950 werden sie es sein, die
den Samen meiner Lehre verbreiten. Ihr, die ihr ein Teil des Laubes
des mächtigen "Baumes" gewesen seid, sollt dafür sorgen, dass die
Menschen an ihm die Frucht des Lebens und der Wahrheit finden.
35. Volk, wenn du beim Sprechen über meine Lehre in deinem
Herzen die Wahrheit derselben fühlst, wirst du erleben, wie viele
deiner Worte Wirklichkeit werden; und wenn ihr alle eure Worte zur
Tat werden lasst, werdet ihr wahre Wunder vollbringen. Aber wenn
es nicht der Geist ist, der durch den Körper spricht, wenn nicht er es
ist, der sich kundgibt, werdet ihr weder Frieden noch Gesundheit geben können.
36. Der Geist wird seine Stimme vernehmbar machen können,
wenn ihr zubereitet seid. Das Kind des Vaters, das in euch wohnt,
hat sehr große Macht, die ihm sein Schöpfer gewährt hat, um denen
zu helfen, die in Not sind. Deshalb lehre Ich euch, jene nicht
zugrunde gehen zu lassen, die euch ihren Jammer vor Augen führen,
nicht zuzulassen, dass der Hilferuf dessen, der euch ruft, in der
Wüste verhallt. Von dem weiterzugeben, was ihr empfangt, ist ein
Gesetz, das euer Vater euch gelehrt hat. Habe Ich euch nicht geliebt?
Dann könnt auch ihr euren Mitmenschen Liebe schenken. Gebt
diese brüderliche Liebe untereinander weiter.
37. Nicht nur von Materiellem lebt der Mensch, er muss sich
auch von geistigen Schätzen nähren. Ich spreche so zu diesen
Zuhörerscharen, die nur demütig lauschen, und meine Lehre verwandelt
sie nach und nach. Doch wann werdet ihr dies Licht zu
allen Völkern der Erde tragen? Wann werdet ihr erreichen, dass alle
Menschen sich in meiner Wahrheit läutern?
38. Alles ist vom Menschen geschändet worden, nicht nur seine
Seele: Die Gewässer sind verunreinigt, die Luft ist verseucht und
von Krankheitskeimen und Tod geschwängert, und so frage Ich
euch: Mit welchen Lehren und zu welcher Zeit gedenkt ihr euch zu
läutern? Wann werdet ihr jemals soweit sein, euch an Leib und Seele
zu reinigen, wenn ihr nur euren Körper waschen wollt? Was würdet
ihr damit erreichen? — Euch selbst zu betrügen. Reinigt zuerst das
Herz und den Verstand, woher alle schlechten Gedanken und bösen
Werke kommen. Das inkarnierte Wesen bedarf des geistigen Brotes,
um sich — wenn auch nur für einige Augenblicke — als das zu
fühlen, was es ist: Geist.
39. Sucht ein anderes Brot neben dem für jeden Tag notwendigen,
strebt außer nach eurem Heim noch nach einer anderen
Heimstatt. Dieses Brot ist das meines Wortes, und diese Heimstatt
ist in der Unendlichkeit.
40. Während Ich zu euch spreche, teilt mir euer Herz viele
seiner Wünsche, seiner Hoffnungen mit. Ich antworte einigen
meiner Kinder, die auf ihrem Lebensweg die Gegenwart von
Geistwesen erlebt haben, die ihr gewöhnlich als finstere oder
verwirrte Geister bezeichnet.
41. Warum bittet ihr mich, dass Ich diese Wesen von den Orten,
an denen sie sich gewohnheitsmäßig kundgeben, entferne? Sie
müssen erfahren, dass sie ihren scheinbaren "Tod" überlebt haben,
um das Gesetz der Wiedergutmachung zu erfüllen und Erfahrung zu
erlangen. Sie erfüllen, wenn auch unfreiwillig, ihre Aufgabe, den
ungläubigen und vermaterialisierten Menschen das wahrhaftige
Zeugnis zu geben, dass die Seele den Körper überlebt.
42. Deshalb werde Ich sie erst zurückrufen, wenn der von mir
festgesetzte Zeitpunkt kommt. Jetzt haben sie noch eine Aufgabe zu
erfüllen. Bittet mich daher nicht, dass Ich sie von euch entferne; sie
müssen bis zu dem ihnen bestimmten Zeitpunkt warten. Warum
wollt ihr, dass alles im Leben nach euren Wünschen verläuft und
nicht so, wie es für die anderen gut ist? Ich weise euch darauf hin,
dass jene Wesen euch nicht belästigen werden, wenn ihr großmütig
seid und mit ihnen Mitgefühl habt.
43. Richtet eure Gedanken jetzt empor, bittet, und ihr werdet
empfangen. Bittet um das, was ihr für euch und eure Mitmenschen
für richtig haltet. Bewahrt die innere Stille in diesen Augenblicken,
in denen ihr bittet und den Glauben habt, dass Ich es bin, der
gegenwärtig ist, damit ihr in Gemeinschaft mit mir kommt. Ich
vernehme die Seelen, komme zu den Herzen, spreche zu euch von
Geist zu Geist. Ich nehme von euren Herzen alle Schmerzen, alle
Ängste, Trübsale und Kümmernisse. Es gibt kein einziges Herz, das
Ich nicht aufgesucht habe; es gibt kein einziges Bewusstsein, das Ich
nicht erleuchtet habe; es gibt keinen einzigen Schmerz, von dem Ich
meine Kinder nicht befreit habe, um ihn mit mir zu nehmen und aus
allen zusammen eine Dornenkrone zu bilden.
44. So sollt ihr nach meinem Willen beten, so sollt ihr immer
mich empfangen. Zeigt eure Liebe nicht durch äußere Gebärden, die
euch nur dazu dienen, dass man euch dabei sieht. Sucht mich im
stillen, seid allein mit eurem Herrn, und ihr werdet es erreichen,
meine Gegenwart in euren Herzen zu haben und meine Stimme zu
hören, die euch sagt: Ich gebe euch meine Barmherzigkeit, weil ihr
auf dieser Welt vergänglich seid.
45. Elias vereinigt derzeit die auserwählten Seelen, ob inkarniert
oder nicht mehr im Fleische, damit sie vereint stark sind, denn
die Prüfungen, die auf euch zukommen, sind groß. Doch ihr werdet,
vom Lichte meines Heiligen Geistes erleuchtet, daraus hervorgehen,
weil Ich euch liebe und euch nicht zuschanden werden lasse. Schult
euch, damit ihr mein Wort recht erfasst und den Weizen vom
Unkraut zu scheiden versteht. Wachet und betet, damit ihr nicht von
diesem Wege abkommt und euch nicht unvermutet der Schmerz überrascht.
46. Begreift, dass nicht Ich den Schmerz zuteile, denn Ich bin
euer Vater, der eure Seele schmücken will. Ihr selbst seid es, die den
Schmerz auf ihrem Lebensweg säen, und wenn er euch dann
überfällt, sagt ihr mir: "Herr, warum drückt uns der Schmerz
darnieder?" Doch erkennt, dass Ich euch nur Liebe schenke, euch
segne und euch meine Unterweisung gebe.
47. Höret mein Gleichnis:
48. Eine Frau ging auf einem Wege und führte drei kleine
Knaben mit sich, der älteste war acht Jahre alt, der mittlere sieben,
und der kleinste vier. Sie schenkte ihnen mütterliche Liebe im
Überfluss, nährte und kleidete sie mit großer Zärtlichkeit. Eines
Tages sagte der älteste Sohn zur Mutter: "Seit langem schon plagst
du dich ab, um uns zu ernähren und zu kleiden. Ich bin der größte
von uns Brüdern und bin bereit, zu tun, was du mir aufträgst, um dir
beim Unterhalt meiner Brüder beizustehen. Ebenso wird auch mein
etwas jüngerer Bruder, wenn er groß ist, mitarbeiten, um dich beim
Jüngsten zu unterstützen, und wenn dieser auch groß geworden ist,
wird er wie wir arbeiten, und so werden wir alle auf demselben
Wege beisammen bleiben."
49. Die Mutter sagte ihm: "Du bist noch klein, und wahrlich, ich
sage Dir, Du kennst die Welt noch nicht. Die Menschen in ihrer
Bosheit werden Dir Schaden zufügen, und dann müsstest Du zu mir
zurückkehren, während Du von Schmerz erfüllt bist. Doch da ich
Dich liebe, möchte ich nicht, dass Du in die Irre gehst oder durch
eigenes Zutun Schmerz erfährst." Jener Junge antwortete ihr
nachgiebig und gehorsam: "Ich werde mich nach Deinem Willen
richten und warten, bis der passende Zeitpunkt gekommen ist, und
ich zu den Orten gehen kann, die Du mir anweist."
50. Jene Frau sagte darauf zu ihm: "Wahrlich, Du hast nun die
erste Lektion gelernt, und deshalb betrachte ich Dich als den
größten von Deinen Geschwistern — nicht nur wegen Deines Alters,
sondern weil Du folgsam und besonnen bist."
51. Die Jahre vergingen, und jener Knabe war zu einem
Jüngling geworden. Seine Brüder, die gleichfalls größer geworden
waren, nahmen sich die Besonnenheit ihres älteren Bruders zum
Vorbild, dessen Intelligenz Tag für Tag größer wurde.
52. Eines Tages sagte die Frau zu dem jungen Mann: "Willst Du
die Wege der Welt durchstreifen? Ich werde Dir ein Buch mitgeben,
dessen Inhalt Du studieren sollst, damit Du seine Unterweisung in
Deinen Verstand und Dein Herz prägst. Denn wahrlich, ich sage Dir,
es wird Dich alle Gefahren unversehrt überstehen lassen, und kein
Schmerz wird Dich überraschen." Dann führte sie ihn zusammen
mit seinen Brüdern zu einer Hütte, in der ein verehrungswürdiger
Greis wohnte, zu dem sie sprach: "Hier sind meine Kinder, auf die
Du lange Zeit gewartet hast, denn Du kanntest sie schon vor mir. Ich
hoffe, dass Du sie empfängst und ihnen beistehst nach Deinem Willen."
53. Der Greis betrachtete sie mit großer Liebe und sprach zu der
Frau: "Deine Kinder sind gut, aber sie bedürfen noch der Zurüstung,
um in die Welt hinauszugehen; denn sie sind noch schwach, und die
Welt könnte sie mit ihrer Verderbtheit anstecken. Gib mir das Buch,
das Du in Deinen Händen hältst, damit ich Dir aus ihm große
Lehren offenbare. Denke gründlich über diese Lektionen nach, dann
wird Dich deren Wahrheit alle Gefahren heil überstehen lassen."
Sich an den Jüngling wendend, sprach er: "Du sollst aus diesem
Buche lernen und Deinen Bruder liebevoll unterrichten, damit dieser
seinerseits den Jüngsten unterweist, und Ihr dann alle durch Eure
Liebeswerke Zeugnis ablegt von dieser Unterweisung."
54. Als der größte der Brüder den Greis betrachtete, dessen
Angesicht so gütig und sanftmütig war, kniete er vor ihm nieder und
sprach zu ihm: "Lass mich Deine Hände und Deine Stirne küssen."
Der Greis antwortete: "Tue dies, denn Du bist meiner Liebe würdig,
und mit ihr wirst Du große Werke vollbringen." Dann sprach die
Frau zu dem Jüngling: "Bereite Dich vor, denn Du wirst Dich nun
bald aus meiner Obhut entfernen. Aber auch wenn Du ferne bist,
wirst Du bei mir sein. Ich hoffe, dass Du Dich immer an Deine
Brüder erinnerst und daran denkst, dass sie dem Beispiel folgen
sollen, das Du ihnen gibst. Tue keine Fehltritte, sei wie ein reiner
und blanker Spiegel, in welchem diese sich betrachten können,
damit sie, Deinem Vorbild folgend, von Schmerz verschont bleiben."
55. Der Jüngling antwortete: "Weil ich Dich und den guten
Greis liebe, werde ich alles nur Mögliche tun, um für meine Brüder
ein gutes Vorbild zu sein." Der rechte Zeitpunkt kam, und der junge
Mann ging fort zu verschiedenen Orten, doch an allen sah er, dass
die Schlechtigkeit und die Verbitterung groß und die Herzen durch
die Sünde verhärtet waren. Für einen Augenblick empfand er
Furcht; aber sich an die Worte des Greises erinnernd, schlug er das
Buch auf, und auf der ersten Seite fand er das Gesetz, das die
Menschen regieren sollte, damit sie durch dessen Befolgung stark
sein würden. Er fand Lehren von unendlicher Liebe, mit deren Hilfe
er heilenden Balsam würde spenden können, welcher den Schmerz
der Kranken lindern und die Betrübten aufmuntern würde — das
Licht, um den Blinden das Augenlicht wiederzugeben, um die
Verwirrten zu erleuchten, und die Weisheit, um den Herzen seiner
Mitmenschen Frieden zu bringen.
56. Groß war die Freude jenes Jünglings, welcher inmitten der
Wüste seinen Geist emporrichtete und zu dem Greise sprach: "Sei
gesegnet, Herr, Du hast mich durch Deine Unterweisung erleuchtet,
und ich fühle, dass Du in meinem Herzen wohnst, und dass Du mir
die Werke eingegeben hast, die ich nach Deinem Willen tun soll. Ich
bin bereit, mich dem Kampfe zu stellen, um den Bewohnern dieser
Welt Deine göttliche Botschaft zu bringen, mich denen zu nahen, die
in ihren Herzen Trauer empfinden, den nach Deiner Unterweisung Dürstenden."
57. Jener Jüngling erkannte, dass jene Menschenmassen, welche
außer dem Schmerz, den sie in ihren Herzen fühlten, von einer
unermesslich großen Finsternis umgeben waren, nach Gerechtigkeit
und Barmherzigkeit hungerten.
58. Voller Liebe wandte er sich jenen Menschenscharen zu und
sagte zu ihnen: "Von einem fernen Orte komme ich zu Euch und
erfülle damit den Auftrag eines Greises, um Euch den Balsam für
Eure Leiden zu bringen und Euer Erkenntnisvermögen zu fördern.
Vernehmet die Botschaft, die ich Euch bringe, öffnet die Türen
Eurer Herzen und nehmt die Wahrheit in Euch auf; denn ich liebe
Euch, wie ich den Greis liebe, der mich zu Euch sandte, und ich
gebe seine liebevolle Hilfe an Euch weiter."
59. Daraufhin streckten jene Notleidenden ihre Hände aus, und
als sie jenes Geschenk der Liebe fühlten, brachen aus ihren Augen
Tränen der Reue hervor, und die Worte jenes Abgesandten waren
wie kristallklares Wasser, das ihren Durst löschte. Sie fühlten
Frieden und dankten dem Greise, der ihnen jenen Jüngling gesandt
hatte, der sie durch sein Vorbild den Weg zu ihrer Erlösung lehrte.
60. Der Jüngling sprach zu ihnen: "Bewahrt, was Ihr empfangen
habt, in Euren Herzen und lasst nicht zu, dass die Zeit oder die
Bosheit der Welt es Euch entreißen, denn dann würde Eure Sühne
doppelt so schwer werden."
61. Jene frohen Menschenscharen fragten ihn, woher er komme
und wie er sich nenne, worauf der Jüngling antwortete: "Ich darf es
Euch nicht sagen. Ihr sollt nur soviel wissen, dass ich ein Sendbote
bin. Habt Vertrauen zu dem, was Ihr empfangen habt. Denn wenn
Ihr Glauben habt, wird selbst Euer Aussatz verschwinden."
62. Als das Volk sich gesund und stark fühlte, stimmte es eine
Liebeshymne an, die es zuvor nicht gekannt hatte, und von dem
Jüngling angeleitet, brachten sie dem Greise ihren Glauben, ihre
Ergebenheit, ihre Liebe dar.
63. Als der Jüngling zu dem Greis zurückkehrte, um die
Erfüllung seiner Aufgabe zu melden, erlebte er, dass jener, der ihn
ausgesandt hatte, um seinen Nächsten seine Botschaft der Liebe zu
bringen, ihn an sein Herz drückte und, sich an die Frau wendend, die
ihn zu ihm gebracht hatte, sprach: "Dies ist der Sohn, der die
Mission zu erfüllen vermochte, die ich ihm auftrug, dass sein
Vorbild seinen Geschwistern als Leitbild dienen solle, damit sie sich
aufmachen, wenn die rechte Zeit dafür gekommen ist, um den
Herzen der Menschen meine Wahrheit zu verkünden."
64. Geliebtes Volk, ein weiteres Mal habe Ich euch meine
Liebeslehre gegeben, damit ihr sie klar erfasst und sie das Licht ist,
das euch auf eurem Lebenswege leitet; damit ihr durch die Erfüllung
eurer Aufgabe eurem Vater näherkommt, der euch voller Liebe eure
Belohnung geben und euch wie Moses die lichten Gefilde des
Gelobten Landes zeigen wird.
Mein Friede sei mit euch!

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