BWL - Band 6 - Unterweisung 172


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 172:
1. Ich habe euch mit einem Gewand der Gnade bekleidet, damit
dieses euch von den Völkern und Religionsgemeinschaften der Erde
unterscheidet.
2. Nur durch die Ausübung meiner Lehre werdet ihr dies
Gewand rein erhalten können, das nicht materiell ist, sondern aus
Licht besteht, und das ihr in eurer Seele tragt.
3. Es ist so empfindlich, dass schon ein böser Blick, der böse
Gefühle gegenüber euren Nächsten widerspiegelt, fähig ist, ihm
einen Flecken aufzuprägen. Nun werdet ihr begreifen können, dass
— wenn ihr schwerere Verfehlungen begeht — ihr nicht bloß
Flecken verursacht, sondern aus eurem Gewand ganze Fetzen reißt.
4. Ihr alle seid, als ihr aus meinem Geiste hervorgingt, mit
diesem Gewand ausgestattet worden, welches seelische Reinheit ist.
Wer hat diese Gnade bis zu seiner Rückkehr unversehrt erhalten
können? Wer hat alle Schlachten und Versuchungen ohne Sünde
überstanden? — Sehr wenige. Die Mehrheit sah Ich in Lumpen, und
viele sind ohne jede Tugend.
5. Jetzt bin Ich gekommen, euch erneut zu bedecken, zu
bekleiden, indem Ich mein Licht auf die Seelen ergieße, gleich
einem unermesslich großen Mantel, den Ich zerteile, um euch zu
schmücken. Sei dir bewusst, o Volk, dass es gerade dies Licht ist, an
dem die Welt dich erkennen wird.
6. Ich mache euch frei vom Bösen, damit ihr würdig seid,
meinen Samen zu besitzen und ihn auszusäen. Wie könnte Ich euch
entblößt oder zerlumpt, befleckt oder unrein aussenden, um Zeugnis
von meinem Worte zu geben?
7. Jetzt, da ihr einen Weg zur Erneuerung begonnen habt, sollt
ihr nicht verweilen, nicht mitten auf dem Wege einschlafen, denn
dann würdet ihr euren geistigen Fortschritt verzögern.
8. Ich will, dass jeder Schritt, den ihr in meinem Werke tut, eine
weitere Stufe ist, die euch auf eurer Pilgerschaft höher bringt, und
dass ihr wisst, dass jedes Werk euch eine Frucht bescheren wird.
Versäumt nicht, sie zu ernten, begnügt euch nicht damit, zu säen und
hernach die Ernte zu vernachlässigen.
9. Wenn ihr wirklich das Verlangen habt, Meister in der Vergeistigung
zu werden, müsst ihr beharrlich, geduldig, lernbegierig
und aufmerksam sein, denn dann werdet ihr Gelegenheit haben, auf
eurem Wege nach und nach die Frucht eurer Werke zu ernten,
wodurch ihr Erfahrungen ansammeln werdet, welche Licht, welche
Erkenntnis des wahren Lebens sind.
10. Die auf der Welt mein Werk lehren, müssen wirkliche
Kenner des menschlichen Wesens sein — sowohl in dem, was der
Seele zugehört, als auch in dem, was den Körper anbelangt.
11. Von einem Geiste, der in der Erfahrung geläutert, im
Kampfe gestärkt und durch das Gute gereinigt ist, wird ein Rat
kommen, der zutreffend ist, ein Wort, das ein Problem löst, ein
Urteil, das richtig ist, eine Unterweisung, die überzeugt.
12. Wie viele gibt es auf der Welt, die sich mittels der verschiedenen
Kirchen und Sekten, die existieren, der geistigen
Führung widmen und, anstatt ihre Mitmenschen auf den Weg der
Wahrheit zu leiten, sie im Finstern in die Irre gehen lassen und in
den Abgrund der Unwissenheit stoßen! Warum? — Weil sie die
Menschen nicht kennen, weil sie nicht versuchen, sie zu verstehen.
Doch wie könnten sie auch die Menschen verstehen, wenn sie nicht
einmal sich selbst kennen?
13. Ich will nicht, dass dies auch euch passiert, geliebte Jünger
der Dritten Zeit. Beachtet, dass Ich gelehrt habe, zuerst euer Inneres
zu erforschen, um euch innerlich kennenzulernen, um euch selbst
beurteilen zu können. Erkennt, wie vielen großen und kleinen
Prüfungen Ich euch unterziehe, damit ihr meine Unterweisungen zur
Anwendung bringt und in Wahrheit mein Wort lebt. Wenn ihr dann
zubereitet seid, wenn ihr von dem feinen Meißel meiner
Gerechtigkeit und meiner Liebe in die rechte Form gebracht seid,
dann werde Ich euch mit meiner Botschaft des Trostes, der
Hoffnung und des Friedens zu euren Mitmenschen senden.
14. Wer wird dann der Macht der Wahrheit widerstehen können,
die von euren Worten ausgeht. Wer wird sich nicht von dem
Verständnis, der Einfühlsamkeit und der Überzeugungskraft eurer
Ratschläge gefesselt und tief bewegt fühlen? Es wird Glaube in den
Herzen sein, es wird zur Umkehr kommen, zur Gesundung und zu
zahllosen Wundern. Dies ist die Frucht, die ihr nach meinem Willen
ernten sollt, dies ist die Ernte, von der Ich erwarte, dass ihr sie
einbringt. Doch irrt euch nicht. Wenn Ich in meinen Unterweisungen
zu euch von der Frucht spreche, so gibt es immer einige, die dies
Wort in ganz irdischer Weise auslegen und die Frucht ihrer Werke in
Form von Schmeicheleien, Ehrungen, Aufmerksamkeiten und selbst
als Bezahlung in Geld suchen. Wie weit ist diese Frucht von jener
entfernt, die Ich in meinem Worte meine! Ihr habt bereits erfahren,
dass Ich von der Frucht der Erfahrung, der Lauterkeit, des
Verständnisses, des Seelenfriedens und der Vergeistigung
gesprochen habe.
15. Jene, die auf Erden noch Vergütungen suchten in Form von
Geld und Anerkennungen, sind Seelen von geringer Entwicklungshöhe,
die die Wahrheit nicht erkennen wollen und sich
noch mit dem Lohn begnügen, den die Welt gibt.
16. Sie werden nun aus ihren Träumen erwachen und sich ihrer
Nacktheit bewusst werden, obwohl sie meinten, festlich gekleidet zu
sein. Sie werden ihr geistiges Elend feststellen und sich geistig
bedürftig fühlen, während sie einen unerschöpflichen Schatz zu
besitzen glaubten.
17. Jünger, achtet auf euer Gewand, lernt von mir, damit ihr
morgen in der Lage seid, eure Mitmenschen zu lehren. Entäußert
euer Herz von jeder schlechten Neigung und wandelt es in
fruchtbares Land um, in welchem mein Wort keimt und Frucht
bringt, zur Freude eurer Mitmenschen und zum Ruhme eures
Geistes. Ich bin immer bei euch, doch ihr seid nicht immer bei mir.
Deshalb sage Ich euch, wenn ihr zur Kundgebung meines göttlichen
Lichtes durch den Stimmträger kommt: Seid willkommen, o ihr
nach Weisheit dürstenden Scharen.
18. Während ihr herbeikommt, um eine Verabredung einzu-
halten, stelle Ich mich ein, um ein Versprechen zu erfüllen, und Ich
segne euch, weil ihr mich nicht alleine in der Wüste habt predigen
lassen.
19. Ich habe euch nicht zugerüstet angetroffen, denn seit vielen
Jahrhunderten widmete sich die Menschheit, statt meine Lehre zu
studieren, äußerlichen Riten und Kultformen, die den Pfad des
Geistes nicht erhellen. Aber Ich vergebe euch, komme euch zu Hilfe
und lasse euch die Erkenntnis erreichen, die noch immer in meinem
Worte der Zweiten Zeit verborgen ist. Wenn ihr euch jene Lektion zu
eigen gemacht habt, werde Ich euch meine neue Botschaft geben,
die euch durch die Essenz und Weisheit, die sie euch bringen wird,
mit Jubel erfüllen wird.
20. Ich will, dass diese Menschheit nicht länger ein Anfänger in
der geistigen Erkenntnis ist, sondern zum guten Jünger wird, der die
Verantwortung begreift, die er in dieser Epoche des Gerichtes, der
Wiedergutmachung und des geistigen Aufstieges gegenüber dem
Vater hat.
21. Und du, Volk, musst durch deine Werke der Liebe Zeugnis
ablegen von meiner Unterweisung, damit auch andere Gemeinschaften
zum Lichte empordringen, welches Befreiung, Wahrheit
und Leben ist.
22. Lange Zeit habe Ich euch mit dieser Kundgabe Freude
bereitet, aber nur sehr wenige finde Ich zugerüstet. Die meisten
weichen von der Aufgabe ab, der sie all ihre Kräfte, ihre Liebe und
ihren Glauben widmen sollten, da ja gerade sie das Kreuz ist, das sie
erhebt und mir näherbringt.
23. Wenn einige mein Wort nicht verstanden haben, dann nicht,
weil es ihm an Klarheit mangelt, sondern weil sie ihr Verstandesvermögen
nicht auszubilden wussten, weil sie bis heute keine
Nächstenliebe in ihrem Herzen fühlten, weil sie den Sinngehalt
meines Wortes nicht in ihre Herzen dringen ließen, um es zur
wahren Liebe zu erwecken.
24. Ihr beklagt euch manchmal darüber, dass die Zahl der
Anhänger meines Wortes nur langsam zunimmt. Doch Ich sage
euch, dass ihr euch über euch selbst beklagen müsst, denn ihr habt
die Aufgabe, die Scharen, die diese Gemeinschaft bilden, zu
vermehren und zu vervielfachen. Aber wenn es in euren Herzen an
Glauben mangelt, wenn eure Geistesgaben nicht entfaltet sind, wenn
in eurem Verstande das Licht geistiger Erkenntnis fehlt — wie wollt
ihr dann den Ungläubigen überzeugen? Wie wollt ihr ihn mit eurem
Glauben und eurer Liebe bewegen, wenn diese Tugenden im Herzen
nicht entfaltet sind?
25. Wer nicht versteht, kann nicht zum Verständnis hinführen;
wer nicht fühlt, wird kein Gefühl erwecken. Begreift nun, weshalb
eure Lippen gestottert und gestammelt haben, wenn ihr vor der
Notwendigkeit standet, von meinem Worte Zeugnis abzulegen.
26. Wer liebt, braucht nicht zu stottern, wer glaubt, fürchtet sich
nicht. Wer fühlt, hat viele Möglichkeiten, seine Aufrichtigkeit und
Wahrhaftigkeit zu beweisen.
27. Ich spreche unablässig davon, dass ihr euch vorbereiten
müsst, indem ihr meine Unterweisungen genau studiert, dass ihr
mein Wort in die Tat umsetzt, weil Ich will, dass eure Schritte auf
diesem Wege sicher sind. Jene, die mich nicht wirklich verstanden
oder sich nicht wahrhaftig vergeistigt haben bis zu dem Zeitpunkt,
an dem mein Wort sich nicht mehr in dieser Form kundgibt und
meine geistige Welt nicht mehr durch meine Erwählten spricht, und
es auch keine Symbole und Riten mehr in meinem Volke gibt,
werden in Gefahr sein, Irrtümern zu erliegen, werden am Rande
eines Abgrundes verbleiben. Doch weshalb sich fürchten, dass dies
geschieht, wo Ich euch doch so lange Zeit hindurch und bei so
vielen Gelegenheiten gewarnt habe, damit ihr Gefahren, Stürze und
Heimsuchungen vermeidet?
28. Es ist Zeit, dass ihr über die Schritte nachdenkt, die ihr auf
diesem Wege tun müsst, über die Art und Weise, eure Mission auf
die reinste und vor mir wohlgefälligste Art zu erfüllen. Denn
wahrlich, Ich sage euch, die sich an diesen Idealen inspirieren,
werden eine wahre Vision ihrer Zukunft erlangen und eine
Gewissheit hinsichtlich all dessen, was sie im Leben vollbringen
müssen. Für sie wird es keine Abgründe geben, noch Finsternis,
noch Unsicherheiten.
29. Ich will, dass ihr alle solche starken Seelen seid. Deshalb
spreche Ich unablässig von Zurüstung, geistiger Versenkung und
Erforschung zu euch.
30. Ich sehe euch reuevoll, still weinend beim Hören meiner
Worte, und Ich segne euch, weil ihr die göttliche Essenz meiner
Unterweisungen in eure Herzen dringen ließet, die bis heute noch
nicht zur Liebe, zur Barmherzigkeit, zum Guten erwacht waren.
31. Euer Geist hat einen Augenblick der Ruhe gehabt, welcher
eine Erholung von der schweren Prüfung gewesen ist, die er durch
den erdgebundenen Körper erduldet.
32. Wie viele Seelen von denen, die zu dieser Kundgebung
kommen, hatten nicht einen Augenblick der Erholung seit dem Tage,
da sie sich in diesen Körper inkarnierten, bis sie zum ersten Mal
mein Wort hörten! Wie viele Wesen finden nur in den kurzen
Zeitspannen meiner Kundgabe Frieden! Ihnen und euch allen sage
Ich, dass ihr euch weiterhin innig an meinem Worte erfreuen dürft,
aber dass ihr auch daran denken sollt, dass der Tag kommen wird, an
dem ihr es nicht mehr vernehmen werdet; dann sollt ihr aufbrechen,
um euren Glauben, eure Vergeistigung und euren Gehorsam unter
Beweis zu stellen, in der Gewissheit, dass ihr dann euren (geistigen)
Fortschritt mit der direkten Zwiesprache von Geist zu Geist belohnt
sehen werdet.
33. Ich habe euch mit eurem Körper kämpfen sehen, um seine
Widerspenstigkeit zu beugen. Ihr habt große Schlachten mit eurem
Herzen durchstehen müssen, um ihm gegenüber Gehorsam und
Ergebung durchzusetzen. Seine Natur widersetzt sich den Forderungen
des Gewissens. Doch wenn ihr im Gebet ausharrt, wenn ihr
wacht, werdet ihr aus ihm den besten Mitarbeiter bei der geistigen
Erfüllung machen. Dies Ringen stellt einen Teil eurer Wiedergutmachung
in dieser Zeit dar.
34. Alle eure Eigenschaften sind verborgen vorhanden gewesen
seit dem Zeitpunkt, an dem ihr erschaffen wurdet. Die Intelligenz,
das Einfühlungsvermögen und die Vernunft sind euch immer zu
eigen gewesen, damit ihr die letzte Schlacht schlagen könnt. Wenn
ihr das Böse besiegt habt und euer Geist der Lotse ist, der das Schiff
lenkt, werdet ihr in der Lage sein, eure Mitmenschen aufzusuchen
und ihnen ein leuchtendes Vorbild zu sein, ein wahrhaftiges Zeugnis.
Ohne mit eurer Seelenstärke und Vollmacht zu prahlen, werdet ihr
eure Werke vorweisen und diese werden Gehorsam und Folgsamkeit
gegenüber meinen Gesetzen offenbaren und das Beispiel sein, das
eure Mitmenschen dazu ermutigt, euch auf dem Entwicklungswege
zu folgen.
35. Wenn ihr mein Wort nicht mehr durch die Stimmträger hört
und euer Geist das Verlangen fühlt, das zu verwirklichen, was Ich
euch in dieser Zeit lehrte, soll jeder meiner Jünger die Gruppe von
Menschen, die ihm zugewiesen wird, als seine eigene Familie
betrachten, um sie zu lehren und zu führen. Verhaltet euch ihnen
gegenüber barmherzig, korrigiert sie mit Liebe und Weisheit, lasst
sie eine Atmosphäre des Friedens einatmen wie die, die ihr heute
geschaffen habt, dann wird mein Geist sich einstellen, um euch alle
zu inspirieren und zu segnen.
36. Fragt sie nicht, woher sie kommen, noch warum sie mich
suchen. Elias wird sie führen, wenn ihre Stunde gekommen ist.
Schon heute bereite Ich jene vor, die in der letzten Stunde kommen
werden, und heiße diejenigen glückselig, die an dies Wort glauben,
das Ich euch durch menschliche Übermittlung gegeben habe.
37. Ich unterweise euch, damit ihr die Würze der Erde seid,
damit ihr das Leben der Menschen beglückt durch die Frohe
Botschaft, dass der Meister sich in dieser Zeit der Leiden kundgetan
und sein Wort als ein Erbe hinterlassen hat, damit alle sich davon
nähren und durch dasselbe ewig leben.
38. Ich trage euch nicht die völlige Umwandlung dieser
Menschheit auf; doch bringt den Herzen mein Wort in eifrigem
Bestreben, dann wird es Wunder bewirken. Welch großen Trost
werden eure Nächsten in ihren Tagen der Prüfung empfangen, wenn
ihr sie meine Unterweisung auszulegen lehrt, und wie werdet ihr
euch nach diesen Stunden zurücksehnen, die ihr in meiner Nähe
verbracht habt und in denen ihr diese göttliche Essenz getrunken
habt, wobei ihr euch wie Kinder fühltet, um von eurem Vater alle
Zärtlichkeit und Liebe zu empfangen.
39. Die Menschheit ist heute ein fruchtbares Feld zum Arbeiten.
Die Felder sind sehr groß, und die Arbeiter sind knapp. Wie wollt
ihr mir den geistigen Fortschritt der Generation, die heute diese Welt
bewohnt, darbringen, wenn ihr nicht fleißig arbeitet? Euch steht nur
eine begrenzte Zeit zur Verfügung, und es ist so vieles vorzubereiten.
Die Stunde ist günstig! Baut die Tempel wieder auf, die im
Innern der Menschenherzen zusammengestürzt sind. Helft dabei,
Heime wiederherzustellen, predigt Vergeistigung auf eurem Wege.
Legt Zeugnis ab mit euren Werken.
40. Wachet, damit Tugend eure Geschwister verwandle, dass die
Kinder ein süßes Band zwischen dem Vater und der Mutter seien
und die Heranwachsenden ein festes Fundament für die neuen
Generationen; dass Gatte und Gattin ein Ebenbild Gottes und seiner
Schöpfung sind und alle zusammen mit den Schutzengeln, die euch
beistehen, die vollkommene Harmonie mit eurem Vater erreichen.
41. Eure Bitten gelangen zu mir, das Licht, das Ich auf euren
Geist ausgegossen habe, erleuchtet euer Wesen. Alle eure Werke
sind gegenwärtig, und ihr könnt eure Verdienste beurteilen. Die
Leiden, die ihr jetzt durchlebt, werden vorübergehen, und Friede
wird im Universum erstrahlen.
42. Betet für die Nationen, die sich im Kriege bekämpfen. Teilt
euer Brot und eure Kleider mit jenen, die in Unglück geraten sind.
Öffnet eure Kornkammern und gebt ihnen mit wahrer Liebe zu
essen. Beweist in dieser Stunde der Angst eure Brüderlichkeit mit
der Welt. Übt tätige Nächstenliebe an den Kranken, bereitet die
Seelen vor, die ins Jenseits scheiden müssen, stärkt den Glauben der
Betrübten und bringt allen Frieden. Bittet, und Ich werde Wunder
unter der Menschheit tun, der Ich in allen Zeitaltern beigestanden
bin. Denn wenn ihr denkt, dass Ich meinen Thron verlassen habe,
um mich euch kundzutun, so befindet ihr euch im Irrtum, denn jener
Thron, den ihr euch vorstellt, existiert nicht. Throne sind etwas für
eitle und hochmütige Menschen. Begreift, dass mein Geist nicht an
einem bestimmten Orte wohnt. Da er unendlich und allgegenwärtig
ist, ist er überall, an allen Orten, im Geistigen, im Materiellen und in
allem Geschaffenen.
43. Wo ist dann jener Thron, den ihr mir unterstellt?
44. Fasst meine Worte nicht als Vorwurf für euer geringes
Verstehen und Erkennen der Wahrheit auf, denn Ich erscheine nicht
bei euch, um euch in eurer Unreife zu demütigen, sondern um euch
zum Lichte zu erheben.
45. Meint ihr, dass Ich die Entwicklung und Änderung, die eure
Erkenntnisse und Überzeugungen erfahren haben, seit ihr dies Wort
vernehmt, nicht anerkenne? Wahrlich, Ich sage euch, Ich bin mir der
Schritte bewusst, die ihr auf dem geistigen Pfade tut.
46. Als ihr zu meiner Kundgebung kamt, glaubtet ihr nicht an
meine Gegenwart mittels eines Menschen, denn man hatte euch
glauben lassen, dass ihr mich nur in Bildnissen, Symbolen und
Gegenständen finden könntet, die von euren Kirchen geweiht
wurden. Als ihr hernach trotz eures Mangels an Glauben begriffen
habt, dass in meinen Unterweisungen ein Sinngehalt war, der
erleuchtete und euren Herzen Frieden schenkte, da habt ihr erkannt,
dass sich ein göttliches Licht durch diese Geschöpfe offenbarte, die
dazu bestimmt sind, meine Botschaft zu übermitteln.
47. Ein neuer Glaube wurde in euren Herzen geboren, ein neues
Licht, das euch die Erkenntnis schenkte, dass der Mensch mit Gott
direkt in Verbindung treten kann. Doch dies war nicht alles; ihr
musstet noch zu der Einsicht kommen, dass der menschliche
Verstand nicht nötig ist, damit der Vater zu euch spricht. Und da
wußtet ihr, dass diese göttliche Kundgabe durch den Stimmträger
vorübergehend sein wird, weil später die Zeit der Zwiesprache von
Geist zu Geist kommen wird, wenn die Menschen erst einmal die
letzte Spur von Materialismus, Fanatismus und Unwissenheit aus
ihrem Kultus, ihren Glaubensüberzeugungen und gottesdienstlichen
Handlungen entfernt haben, und bei ihnen alles vergeistigt ist.
48. Einige von euch haben bereits verstanden, andere leben
bereits danach, aber noch fehlt euch vieles, um das Ziel zu
erreichen, von wo aus ihr mich in meiner Wahrheit, in meiner
Realität begreifen könnt, und nicht mehr durch Phantasien, die von
eurer menschlichen Vorstellungskraft geschaffen werden.
49. Stellt euch mich nicht mehr auf Thronen gleich denen auf
Erden vor. Macht euch frei von der menschlichen Gestalt, die ihr
mir immer zuschreibt. Versucht euch nicht den Himmel vorzustellen,
denn euer Verstand wird ihn niemals in all seiner
Vollkommenheit begreifen können. Wenn ihr euch von allem
Materiellen befreit, werdet ihr das Gefühl haben, als ob ihr die
Ketten zerreißen würdet, die euch banden, als ob eine hohe Mauer
vor euren Augen einstürzen, als ob ein dichter Nebel sich auflösen
würde und euch einen unendlichen Horizont und ein unbekanntes,
tiefes und leuchtendes Firmament schauen ließe, das zugleich für
die gutwillige Seele zugänglich ist.
50. Die einen sagen: Gott ist im Himmel, andere sagen: Gott
wohnt im Jenseits. Aber sie wissen nicht, was sie sagen, noch
verstehen sie, was sie glauben.
51. Zwar wohne Ich im Himmel, doch nicht an jenem bestimmten
Ort, den ihr euch vorgestellt habt. Ich wohne im Himmel
des Lichtes, der Macht, der Liebe, des Wissens, der Gerechtigkeit,
der Seligkeit, der Vollkommenheit und der Harmonie.
52. Ich bin im Jenseits, ja; aber jenseits der menschlichen
Sünde, jenseits materieller Gebundenheit, jenseits des Hochmuts,
der Unwissenheit und der Begrenztheit. Ich sage deshalb zu euch,
dass Ich zu euch komme, weil Ich zu eurer Begrenztheit komme,
weil Ich auf eine Weise zu euch spreche, dass eure Sinne mich
wahrnehmen und euer Verstand mich versteht, und nicht, weil Ich
von anderen Welten oder Wohnsitzen komme: Mein Geist wohnt in
der ganzen Schöpfung.
53. Ihr habt viel gekämpft und viel Zeit benötigt, um eure
Glaubensüberzeugungen und Vorstellungen umzuwandeln, und ihr
müsst euch noch mehr anstrengen, um das geistige Ziel zu
erreichen, für das Ich euch bestimmt habe, nämlich euren Vater zu
kennen, ihn zu lieben und ihn mit dem Geiste zu verehren. Dann
werdet ihr den wahren "Himmel" des Geistes zu ahnen beginnen,
jenen Zustand der Erhöhung, der Harmonie, des Friedens und
Wohlergehens, der das wirkliche Paradies ist, zu dem ihr alle
gelangen müsst.
54. Gebt einander die Hand als Zeichen der Freundschaft, doch
tut es aufrichtig. Wie wollt ihr Brüder und Schwestern sein, wenn
ihr noch nicht imstande seid, Freunde zu sein?
55. Wenn ihr wünscht, dass der Vater unter euch wohnt, müsst
ihr lernen, als Geschwister zu leben. Wenn es euch gelingt, diesen
Schritt auf dem Weg zur Brüderlichkeit zu tun, wird euer Sieg die
Zwiesprache von Geist zu Geist zur Belohnung haben. Denn wenn
ihr einander liebt und im Wollen und Denken vereint seid, werde Ich
euch gewähren, dass ihr durch Inspiration mit euren Geschwistern in
Verbindung tretet, die jenseits eurer Welt wohnen.
56. Mein Werk ist lichtvoll, meine Wahrheit ist klar, weshalb
niemand im Finstern wandeln und dabei behaupten kann, dass Ich
dort bin.
57. Als Ich seinerzeit unter euch lebte, kamen häufig nachts,
wenn alle schliefen, Menschen, die nach mir verlangten, heimlich
herbei, weil sie fürchteten, entdeckt zu werden. Sie suchten mich
auf, da sie Gewissensbisse fühlten, weil sie gegen mich geschrieen
und sich entrüstet hatten, während Ich zur Menschenmenge sprach.
Ihr Reuegefühl war noch stärker, als sie feststellten, dass mein Wort
in ihrem Herzen ein Geschenk des Friedens und des Lichtes
hinterlassen hatte, und Ich in ihren Körper meinen Heilbalsam hatte
überfließen lassen.
58. Niedergeschlagen erschienen sie bei mir und sprachen:
"Meister, vergib uns, wir haben erkannt, dass Wahrheit in Deinen
Worten ist." Ich antwortete ihnen: "Wenn ihr entdeckt habt, dass Ich
nur die Wahrheit spreche — warum verbergt ihr euch dann? Geht ihr
nicht ins Freie, um die Strahlen der Sonne zu empfangen, wenn
diese erscheint? Wann habt ihr euch ihrer geschämt?"
59. Wahrlich, Ich sage euch, wer die Wahrheit liebt, verheimlicht
sie niemals, noch verleugnet er sie, noch schämt er sich ihrer.
60. Ich sage euch dies, weil viele heimlich herbeikommen, um
mir zuzuhören, und dabei leugnen, wohin sie gehen, und das
verschweigen, was sie gehört haben, und manchmal auch leugnen,
bei mir gewesen zu sein. Wessen solltet ihr euch schämen?
61. Ihr müsst lernen, von meiner Unterweisung in einer solchen
Weise zu sprechen, dass ihr nie Anlass dazu gebt, Grund zum Spott
zu sein. Auch müsst ihr Aufrichtigkeit pflegen, damit, wenn ihr von
mir Zeugnis ablegt, ihr es mit Worten tut, die der Ausdruck eures
Herzens sind. Dies ist der Same, der immer keimt, denn er besitzt
die Überzeugungskraft der Wahrheit, die das Herz anrührt und zum
Geiste gelangt.
62. Wenn Ich meine göttliche Botschaft in euch verankere, muss
sie zu einer brüderlichen Botschaft werden. Doch damit sie das
materialistische Herz dieser Menschheit beeindruckt und bewegt,
muss sie den Stempel der Wahrheit haben, die Ich euch offenbart
habe. Falls ihr etwas verheimlicht, falls ihr etwas verschweigt, habt
ihr kein wahrhaftiges Zeugnis dessen gegeben, was meine Offenbarung
in der Dritten Zeit gewesen ist, so dass ihr keinen Glauben
finden werdet.
63. Ich habe euch bewiesen, dass man dem Unwissenden oder
Verblendeten die dunkle Binde von den Augen nehmen kann, ohne
ihm zu schaden, ohne ihn zu beleidigen oder zu verletzen. Ich
möchte, dass ihr ebenso handelt. Ich habe euch an euch selbst
bewiesen, dass Liebe, Vergebung, Geduld und Nachsicht mehr
Macht haben als Härte, Verdammungen oder Gewaltanwendung.
64. Behaltet diese Lektion im Gedächtnis, Jünger, und vergesst
nicht, dass, wenn ihr euch zu Recht Brüder eurer Nächsten nennen
wollt, ihr sehr viel Güte und Tugend haben müsst, um sie ihnen zu
erweisen. Ich verspreche euch, dass Ich meine Gegenwart in eurem
Geiste in überströmender Weise fühlbar machen werde, wenn auf
Erden das Licht der Brüderlichkeit erstrahlt.
Mein Friede sei mit euch!

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