BWL - Band 6 - Unterweisung 164


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 164:
1. Viel habe Ich euch in dieser Zeit geprüft, damit ihr das Licht
und die Stärke erlangen könnt, die die Seele benötigt, um ihre
Vervollkommnung zu erreichen. Es gibt keine Prüfung, die keine
Lösung hat, noch einen Schmerz, der nicht einen Strahl des Lichtes
in der Seele hinterlässt. Gerade dabei könnt ihr euch Rechenschaft
geben über eure Ergebenheit und könnt eure Schwächen richtig
einschätzen. Denn ihr müsst Beweise von Glauben und ein Zeugnis
von meiner Lehre geben — nicht nur mit euren Worten, sondern mit
euren Werken, die euren Mitmenschen ein Beispiel sein sollen.
2. Ich schule euch, damit ihr nach Empfang der Unterweisung in
der Lage seid, sie zur Anwendung zu bringen und ihr sie nicht
vergesst. Ich bearbeite euch auf eurem Lebensweg, damit, wenn die
Zeit kommt, in der ihr mein Wort durch die Stimmträger nicht mehr
habt, ihr weiterhin mit mir von Geist zu Geist Zwiesprache halten
könnt. Wohin ihr auch geht, werdet ihr von mir begleitet werden,
und in eurem Worte wird mein Wort sein, in euren Gedanken meine
Inspiration, und in eurem Geiste wird der meine sein. Ihr seid meine
neuen Jünger, und Ich werde euch nicht verlassen, so wie Ich jene,
die mir in der Zweiten Zeit nachfolgten, nicht verließ. Auch sie
wurden geprüft, und im schwersten Augenblick der Prüfung beobachtete
Ich sie und beurteilte ihren Glauben.
3. Erinnert euch an folgende Bibelstelle: Der Meister fuhr, von
seinen Jüngern begleitet, im Boot auf einem ruhigen See. Jesus
sprach, und jene hörten ihm zu. Nachdem die Unterweisung beendet
war, schloss der Meister seine Augen und ruhte sich aus. Die Jünger
erörterten mein Wort und halfen sich gegenseitig beim Erfassen
desselben. — Bis zu diesem Zeitpunkt war alles um jene
Jüngerschar her voller Frieden. Danach erschienen die Vorzeichen
eines großen Sturmes, das Unwetter brach los und das aufgewühlte
Meer geriet in Aufruhr, die Wogen gingen hoch und das Boot wurde
zum Spielball der Wellen. Die Jünger fürchteten um ihr Leben,
gaben sich gegenseitig Anweisungen, rafften die Segel, während
einige beteten. Sie trauten sich nicht, Jesus aufzuwecken, doch als
die Gefahr zunahm, riefen sie laut nach ihm. Er aber schlief, und sie
wurden nicht erhört. Sie riefen ihn dann ein zweites und drittes Mal
an mit den Worten: "Meister, erwache; siehe, wir gehen unter." Jesus
öffnete seine Augen und sprach zu ihnen: "O ihr kleingläubigen
Menschen, die ihr nicht an mich geglaubt habt." Und indem er seine
Hand ausstreckte, gebot er den Wasserfluten, sich zu legen. Es
herrschte nun wieder Friede, und das Meer blieb ruhig. Die Jünger,
beschämt durch ihren Mangel an Glauben und betroffen von dem
Wunder, das sich vor ihren Augen vollzogen hatte, gelobten sich, nie
wieder zu zweifeln, und nach dieser Prüfung war ihr Glaube größer.
4. In dieser Zeit fahrt ihr auch auf solch einem Meer. Ihr kämpft
mit einem Sturm von Verirrungen, von Sünde und von Selbstsucht.
Das Boot ist mein Werk, jener Meister ist der, dem ihr gerade
zuhört, die Jünger seid ihr, die ihr jetzt bei mir seid. Die Wellen, die
heute euer Boot peitschen, sind auch wild bewegt, und angesichts
des zunehmenden Sturmes meint ihr, dass Ich schlafe. Wenn ihr
dann aus voller Kehle nach mir ruft, verdient ihr, dass Ich euch eben
jenes Wort wiederhole und euch sage, dass ihr meine Lehren nicht genutzt habt.
5. Lasst uns weiter in dem Boot fahren. Seht, schon naht der
Augenblick, in dem Ich meine Hand über die Wasserfluten ausstrecke
und ihnen sage: "Beruhigt Euch und werdet still." Heute
bereite Ich euch vor, denn bald werdet ihr mich nicht mehr hören,
und Ich will euch erstarkt zurücklassen. Noch habe Ich euch nicht
meine letzte Unterweisung gegeben, doch wenn diese Stunde
kommt, so fürchtet nicht die Prüfungen, verzagt nicht angesichts der
Gefahr, erinnert euch an meine Unterweisung und denkt gründlich
über sie nach; durch sie werdet ihr stark sein und eure Aufgabe erfüllen können.
6. Jetzt fragt euch der Meister: Wo sind eure Toten, und warum
weint ihr über das Verschwinden der Wesen, die ihr liebt? Wahrlich,
Ich sage euch, in meinen Augen ist niemand gestorben, denn allen
habe Ich ewiges Leben gegeben. Sie alle leben; jene, die ihr für
verloren hieltet, sind bei mir. Dort, wo ihr den Tod zu erblicken
vermeint, ist das Leben, wo ihr das Ende seht, ist der Anfang. Wo ihr
meint, dass alles Mysterium und unergründliches Geheimnis ist, ist
das Licht, klar wie eine immerwährende Morgenröte. Wo ihr glaubt,
dass das Nichts sei, ist das Alles, und wo ihr nur Stille wahrnehmt, ist ein Konzert.
7. Eure Seele ist noch nicht völlig zu ihrer Aufwärtsentwicklung
erwacht, aber die Prüfungen, denen Ich euch in dieser Zeit in
vielerlei Formen unterziehen werde, werden euch mit der
Wirklichkeit konfrontieren, und diese Welt, die ihr derzeit so sehr
liebt, die ihr so sehr bewundert, weil sie eurer körperlichen Hülle
Vergnügen beschert hat, werdet ihr dann für armselig halten, weil ihr
aufgestiegen seid und eine höhere, geistigere Lebensebene erreicht
habt; und dies wird sich fortsetzen bis zum Erreichen der Fülle des Lebens.
8. Gesegnet seien, die von der Welt nur das gebrauchen, was für
den Fortschritt ihrer Seele und ihres Körpers notwendig ist, denn so
wird euch die Trennung von dieser Welt nicht schwer fallen. Ihr
werdet nicht fühlen, dass eure Seele leidet, wenn sie ihre
Körperhülle verlassen muss.
9. Ich will, dass ihr imstande seid, euch mit wirklicher Ergebung
von dem Körper zu lösen, der vorübergehend eure Hülle, euer
Gewand ist, und dass ihr das gleiche mit allem tut, was ihr in der
Welt, die ihr heute bewohnt, erworben habt. Ihr sollt wissen, dass es
für die Seele keine Entfernung, Abwesenheit oder den Tod gibt, und
sollt beim Scheiden von dieser Welt begreifen, dass ihr in ein
besseres Leben eingeht, in welchem ihr auch weiterhin denselben
Vater lieben werdet, von demselben Gesetz regiert werdet und
demselben Ideal der Aufwärtsentwicklung nachstreben werdet; dass
ihr von dort aus das Leben besser überblicken, eure Mission in
besserer Weise durchführen werdet, und dass ihr den Abgrund vom
Gipfel unterscheiden könnt.
10. Wie sehr fürchtet der Mensch den Tod, wie verzagt ist er,
wenn die Todesstunde kommt. Die Seele fürchtet die Unendlichkeit,
jenes höchste und unbekannte Gefilde. Und weshalb fürchtet ihr
euch? — Weil ihr euch nicht vorbereitet habt. Ich habe euch geistige
Unterweisung gegeben, ihr kennt eure Bestimmung von Anfang an.
Immer sind das göttliche und das menschliche Gesetz aufeinander
abgestimmt gewesen und haben euch gelehrt, (recht) zu leben, damit
ihr jener Stunde bewusst und zugerüstet entgegengeht.
11. Wann immer ihr nahe daran wart, meine Lehre zu vergessen,
ist bei euch ein Sendbote von mir erschienen, sei es ein Prophet oder
Ich selbst, um euch das Licht zurückzubringen. Daher bin Ich jetzt
im stillen, ohne Gepränge zu euch gekommen — für manche voller
Geheimnisse, für andere als leuchtendes Vorbild, in verwirrender
Weise für jene, die mich nicht zu verstehen vermochten, doch voller
Majestät für die, die meine Gegenwart deutlich empfunden haben.
12. Bete, Volk, damit der Friede meines Geistes, mit diesem
Gebet vereint, auf der ganzen Welt empfunden und über sie
ausgebreitet werde. Wenn ihr einst alle in der geistigen Heimat seid,
werdet ihr erkennen, dass eure Gebete nicht vergeblich waren. Dort
werdet ihr erfahren, wie nahe sich alle geistigen Wesen stehen und
wie leicht die Zwiesprache von Geist zu Geist ist. Was die
Wissenschaft nicht zu vermitteln vermochte, werdet ihr aufgrund
meiner Unterweisung verwirklichen, welche alles in sich birgt, und
durch die Ich euch derzeit mittels des menschlichen Verstandesvermögens diese Lehren gebe.
13. An diesem Morgen der Gnade offenbart sich die Ausstrahlung
Christi, um euch stellvertretend für die ganze Welt zu empfangen.
14. Sammelt euch innerlich und vernehmt mein Wort. Ich bin
im Geiste zu euch gekommen, weil ihr nicht zu mir gekommen seid.
Doch wahrlich, Ich sage euch, der Mensch muss seine volle geistige
Entwicklung erreichen, damit er geistig aufsteigen und zu mir
gelangen kann. — Zu allen Zeiten hat der Mensch eine
Gegnerschaft gegenüber meinen Geboten gezeigt, wobei er die
Unbeugsamkeit seines Fleisches vorgab, das den Fortschritt seines
Geistes unterbinde. Doch Ich habe euch voll Güte gelehrt, meine
Unterweisung in die Tat umzusetzen, damit ihr feststellt, dass es
nicht unmöglich ist, sie zu befolgen.
15. Erkennt, dass bei euch Stillstand eingetreten ist, während
die Welt euch braucht; dass es nötig ist, an euch zu arbeiten und
euch zusammenzuschließen, damit ihr in euren Werken Kraft findet.
Ihr müsst begreifen, dass dies Wort euch nicht nur irdische Rechtschaffenheit
vermittelt, sondern auch geistige Zuversicht. Die Gnade
des Vaters ist in ihm enthalten.
16. Durch euren Eifer, euch zu vervollkommnen, und indem ihr
auf eurem Lebensweg Liebe und Barmherzigkeit sät, werdet ihr das
geistige Heil erreichen.
17. Ringt darum, Vergeistigung zu erlangen, indem ihr
Menschen guten Willens seid, mit Festigkeit in eurem Charakter,
denn dies Werk steht über aller menschlichen Wissenschaft, über
allem, was der Mensch besitzt und was er auf dieser Welt kennenlernen
kann. Die Vermaterialisierung, in die die Menschheit geraten
ist, erlaubt ihr nicht, das wunderbare Leben der Vergeistigung zu
erahnen. Ich richte euch nicht in diesem Augenblick, Ich will nur,
dass ihr mich versteht, indem ihr über mein Wort nachdenkt.
18. Die Welt vernimmt mich nicht, denn die Stimme dieser
Körper, durch die Ich mich kundgebe, hat nur eine geringe Reichweite.
Daher ist es die Stimme des Gewissens, welche meine
Weisheit ist, die zu den Menschen spricht und viele überrascht, die
im Banne ihrer Selbstsucht sonst taub sind gegenüber den Rufen
jener Stimme, nur auf Schmeicheleien und irdisches Ansehen
achtend und sich an ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Macht berauschend.
19. Wenn diese Menschen erfahren, dass Ich zu euch
gesprochen und euch offenbart habe, dass ihr, um zu mir zu
kommen, Liebe und Barmherzigkeit ausüben müsst, werden sie aus
ihrem tiefen Geistesschlafe erwachen, sich zurüsten und demütig zu
mir kommen, um mir zu dienen. Durch diese Beispiele werde Ich
zur Menschheit sprechen, werde Ich ihre Grundprinzipien
erschüttern. Die Sprachen und Rassen werden sich vermischen, weil
die Menschen das Geheimnis der Brüderlichkeit entdecken werden,
das sie in ihren Büchern und Pergamenten nicht gefunden hatten.
20. Ich liebe euch alle, euch allen gebe Ich mein richtungweisendes
Wort, damit es euch auf den wahren Weg führt und euch
schließlich davon überzeugt, dass ihr mein vollkommenes Gesetz ausübt.
21. Heute lebt ihr mehr für die Welt als für mich. Ihr müsst
beidem gleichermaßen gerecht werden, indem ihr eurem Körper das
gebt, was er zu seinem Unterhalt braucht, und eurer Seele, wessen
sie für ihr Heil bedarf.
22. Alle bemühen sich um die Erweiterung ihres menschlichen
Wirkens, jeder Verstand produziert andere Ideen, doch nicht alle
Werke der Menschen dienen euch dazu, eine höhere Entwicklung zu
erreichen, denn dazu müssen sie im Einklang mit dem vollkommenen
Gesetz der Liebe stehen.
23. Der Mensch mit seiner Wissenschaft verletzt die Naturgesetze
und leitet die Kräfte, die Ich zu eurem Wohle geschaffen
habe, auf den Weg der Zerstörung. Deshalb gibt es viele Erschütterungen
in eurem Leben. Denn ihr entfesselt mörderische
Kriege, und die Boten des Friedens fühlen sich gescheitert und
finden keinen Glauben.
24. Aber Ich bilde neue Boten heran, damit sie meinen Frieden
zu jedem Herzen bringen, das seiner bedarf, und dies seid ihr. Lasst
die Menschheit durch eure Gebete an diesem Frieden teilhaben.
Schafft auch durch Werke Frieden unter euren Mitmenschen, dann
werdet ihr ein Herz nach dem anderen gewinnen und der Tag wird
kommen, an dem die Welt in das Reich des Friedens eingeht —
nicht jenes Friedens, den die Menschen machen, der auf ihrer Macht
und ihren Drohungen gegründet ist, sondern dessen, der auf
geistigem Frieden beruht, jenes Friedens, den ihr erreichen werdet,
indem ihr einander liebt.
25. Nach 1950 wird die Zeit der Vergeistigung beginnen. Ich
werde mich durch jeden bekunden, der sich zurüstet, und so werdet
ihr fühlen, dass mein Geist sich niemals von dem euren entfernt.
26. Mein Wort wird in euren Geist geprägt sein und ihr werdet
es in Erfüllung gehen sehen. Wann immer ihr euch daran erinnert,
werdet ihr Trost in euren Herzen und Zuversicht und Licht in eurem Geiste fühlen.
27. Mein Gesetz kann kein schweres Kreuz auf euren Schultern
sein, im Gegenteil, es ist Erquickung und Wonne für den Geist.
28. Fürchtet nicht eure ungläubigen Mitmenschen, weil ihr mir
auf solche Weise dient. Auch ihnen ist der Zeitpunkt bestimmt, an
welchem sie in meine Gegenwart kommen müssen, und wenn dies
geschieht, werden sie sich aufmachen und mir dienen. Doch zuvor
müsst ihr mir dienen, damit ihr ein Beispiel von meiner Lehre gebt.
Die Zeit, die ihr hier darauf verwendet, mir zu dienen, werde Ich
euch im ewigen Leben ersetzen.
29. Durch euch will Ich der Menschheit meine Liebe schenken.
Seht: Während eure Nation in Sicherheit ist, stürzen sich andere ins
Verderben. Wendet eure Blicke und Gedanken nach Osten, und ihr
werdet dort Hunger, Schmerz und Verzweiflung entdecken. Deshalb
soll euer Gebet voll Mitgefühl und Liebe für eure Mitmenschen
sein, denn dann wird die Liebe eures Geistes, für den es keine
Entfernungen gibt, eure Mitmenschen erreichen und sie in euer
liebendes Erbarmen hüllen.
30. Wie viele träumen vom Sterben in der Erwartung, dass
dieser Augenblick sie zu mir bringt, damit sie mich dann ewiglich
im Himmel anbeten, ohne zu wissen, dass der Weg unendlich weiter
ist, als sie geglaubt haben. Um auch nur eine Stufe der Himmelsleiter,
die euch zu mir führen wird, höher zu steigen, muss man das
menschliche Leben in rechter Weise gelebt haben. Die Unwissenheit
ist schuld daran, dass viele die Essenz meiner Lehren falsch auffassen.
31. Sie fürchten sich davor, sich auf der Welt zu beflecken, weil
sie glauben, dadurch für immer den Himmel zu verlieren. Doch sie
befinden sich im Irrtum, weil niemand den Himmel verlieren wird.
Die Ewigkeit ist die gottgewollte Gelegenheit, die euer Schöpfer
euch bietet, damit ihr alle zu ihm kommt.
32. Ein anderer Irrtum ist es, sich rein erhalten zu wollen,
jedoch nicht aus Liebe zum Vater, nicht um dem wohlgefällig zu
sein, der ihn geschaffen hat, sondern nur aus dem egoistischen
Wunsch heraus, die Voraussetzungen zu erfüllen, um eine Stellung
für sich zu erringen, ein bequemes Plätzchen — und dies auch
zukünftig im ewigen Leben, gemäß der Vorstellung, die die
Menschen sich von diesem gemacht haben.
33. Manche fühlen sich bewogen, gute Werke zu tun, weil sie
fürchten, dass der Tod sie überrascht und sie dann keine Verdienste
haben, die sie ihrem Herrn darbringen können. Andere lösen sich
vom Bösen, doch nur aus Furcht, in Sünde zu sterben und nach
diesem Leben eine ewige Höllenqual ertragen zu müssen.
34. Wie entstellt und unvollkommen ist dieser Gott in der
Gestalt, in der so viele ihn sich vorstellen! Wie ungerecht, monströs
und grausam! Wenn man alle Sünden und Verbrechen, die die
Menschen begangen haben, vereint, so kann dies nicht mit der
Abscheulichkeit verglichen werden, welche die Höllenstrafe für alle
Ewigkeit bedeuten würde, zu der — ihrer Meinung nach — Gott die
Kinder verdammt, die sündigen. Habe Ich euch nicht dargelegt, dass
die höchste Eigenschaft Gottes die Liebe ist? Meint ihr dann nicht,
dass eine ewige Qual die absolute Verneinung der göttlichen
Eigenschaft ewiger Liebe wäre?
35. Christus wurde Mensch, um vor der Welt die göttliche Liebe
zu offenbaren. Aber die Menschen haben harte Herzen und einen
besserwisserischen Verstand, sie vergessen bald eine empfangene
Lehre und legen sie falsch aus. Ich wusste, dass die Menschen nach
und nach Gerechtigkeit und Liebe mit Rache und Strafe verwechseln
würden. Deshalb kündigte Ich euch eine Zeit an, in der Ich
geistig zur Welt zurückkehren werde, um den Menschen die Lehren
zu erklären, die sie nicht verstanden hatten.
36. Jene verheißene Zeit ist diese, in der ihr lebt, und Ich habe
euch meine Unterweisung gegeben, damit meine Gerechtigkeit und
göttliche Weisheit als eine vollkommene Lehre der erhabenen Liebe
eures Gottes offenbart wird. Meint ihr, dass Ich gekommen bin, weil
Ich fürchte, dass die Menschen schließlich die Werke ihres Herrn
oder sogar das Leben selbst vernichten werden? Nein, Ich komme
nur aus Liebe zu meinen Kindern, die Ich voll Licht und Frieden sehen möchte.
37. Ist es nicht recht und billig, dass auch ihr nur aus Liebe zu
mir kommt? Nicht aus Liebe zu euch selbst, sondern in der Liebe
zum Vater und zu euren Mitmenschen. Meint ihr, dass sich jener an
der göttlichen Liebe inspiriert, der nur aus Furcht vor Höllenqualen
die Sünde meidet, oder jener, der gute Werke nur im Gedanken an
die Belohnung tut, die er damit erlangen kann, nämlich einen Platz
in der Ewigkeit zu gewinnen? Wer so denkt, kennt mich nicht, noch
kommt er aus Liebe zu mir. Er handelt nur aus Liebe zu sich selbst.
38. Die Stunde ist gekommen, in der die dunkle Binde der
Unwissenheit für immer fällt, welche die Augen der Menschen so
lange Zeit hindurch bedeckt hat, damit sie das Leben in seiner Fülle
schauen können. Wenn manche wollen, dass die Menschen weiterhin
an die Höllenstrafe glauben, damit dieser Glaube ihnen als Zügel
diene, um ihre Schritte auf Erden zu lenken, so sage Ich euch, dass
die Wahrheit mehr Macht über die Seele hat als der Betrug.
39. Lauscht meinem Wort mit innerer Sammlung, o Jünger, und
denkt gründlich darüber nach.
40. Menschheit, wenn du alles, was du dazu verwendet hast,
blutige Kriege zu führen, darauf verwandt hättest, humanitäre Werke
zu vollbringen, wäre dein Dasein voll der Segnungen des Vaters.
Aber der Mensch hat die Reichtümer, die er angehäuft hat, dazu
benutzt, Zerstörung, Schmerz und Tod zu säen. Dies kann nicht das
wahre Leben sein, das die führen sollen, die Geschwister und
Kinder Gottes sind. Diese Art zu leben ist nicht im Einklang mit
dem Gesetz, das Ich in euer Gewissen schrieb.
41. Um euch den Irrtum, in dem ihr lebt, zu Bewusstsein zu
bringen, werden Vulkane ausbrechen; Feuer wird aus der Erde
strömen, um das Unkraut zu vernichten. Die Winde werden
entfesselt sein, die Erde wird sich schütteln, und die Wasserfluten
werden ganze Landstriche und Nationen verheeren.
42. Auf diese Weise werden die Naturreiche ihren Unwillen
gegenüber dem Menschen zum Ausdruck bringen. Sie haben mit
ihm gebrochen, weil der Mensch ein Band der Freundschaft und
Brüderlichkeit nach dem anderen zerstört hat, das ihn mit der Natur,
die ihn umgibt, verband.
43. Der Meister gibt euch diese Offenbarungen, weil Ich sehe,
dass die Wissenschaftler einerseits alles aufbieten, um der Natur ihre
Geheimnisse zu entreißen und neue Elemente und Kräfte zu
entdecken, um zu zerstören und zu töten, und sie andererseits die
wahre Wissenschaft außer acht lassen, nämlich jene, die zu erhalten,
zu lieben und aufzubauen lehrt. Die Menschen dieser Zeit sind sich
nicht klar darüber, dass sie ihre wahre Mission vernachlässigt, ihre
Aufgabe im Stich gelassen haben.
44. Millionen von Kranken leben auf der Erde, Millionen von
Kindern sind auf der Welt sich selbst überlassen und orientierungslos.
Zahllose Alte sind ohne den Trost eines Beistandes, der
ihnen hilft, ihr Los zu tragen. Es gibt unbeschützte Witwen und
Frauen, die die köstliche Wärme eines wirklichen Heimes nicht
kennen. Das Wertvollste im menschlichen Leben habt ihr mit Füßen
getreten, indem ihr die Ehe entweiht habt, welche eine Institution
göttlichen Ursprungs ist. Man vergreift sich am menschlichen
Leben, das geheiligt sein sollte. Man zerstört die Wohnungen meiner
Kinder, die unantastbar sein müssen, weil sie die Heiligtümer und
Tempel sind, in denen man mich verehrt, so bescheiden sie auch
sind. Dennoch behaupten die Menschen, eine Religion zu haben,
worauf Ich sie fragen könnte: Was ist das für eine Religion, die euch
lehrt, solche Werke zu tun, wie ihr sie getan habt?
45. An dem großen Tage wird der Vater zu allen Menschen
sprechen, und seine Stimme wird Gericht bedeuten.
46. Dieses Unheil entspringt der Vermaterialisierung, in die die
Menschheit geraten ist. Da ihr den Geist auf den letzten Platz
verwiesen habt und ihm die Leidenschaften des Fleisches und eure
Vorstellungen vom Tode vorgezogen habt, ist es nur natürlich, dass
ihr schließlich das Resultat erreicht habt, das ihr heute erblickt. Da
das Fleisch selbstsüchtig ist — welche andere Frucht hättet ihr von
ihm erwarten können außer Kriegen und der völligen moralischen Entartung?
47. Nur die Lehre der Vergeistigung wird bewirken können, dass
die Stimme des Gewissens vom Menschen vernommen wird, und
dass der Geist sich von der Sünde zu befreien vermag.
48. Der neue Krieg, der ausbrechen wird, wird nicht um
materielle Ziele geführt werden, sondern es wird ein Kampf
zwischen dem Geist und dem "Fleisch" sein, und wenn dann der
Geist gesiegt hat, wird er als Zeichen der Wiederherstellung des
Friedens in der Welt die Herrschaft der Liebe unter den Menschen
verkünden. Meint ihr nicht, dass ihr auf den Fundamenten eines
wahren Friedens eine Welt geistigen und materiellen Fortschritts errichten könnt?
49. Das geistig aufbauende Werk ist es, das die kommenden
Generationen erwartet. Wenn der Mensch sein Leben dieser edlen
und hohen Aufgabe widmet, wird er spüren, dass er die Harmonie
mit seinem Herrn, mit seinem Schöpfer gefunden hat, der noch
immer aufbauend wirkt.
50. Wenn ihr beim Hören dieser Unterweisungen damit beginnt,
die kleine Welt eurer Worte, Gedanken und Werke zu erneuern,
werdet ihr damit zur Erneuerung der Menschheit beitragen.
51. Das Universum ist ein großes Buch der Weisheit, das Ich vor
den Augen des Menschen aufgeschlagen habe, damit er die Gesetze,
die die Schöpfung regieren, erkennt und sie zu beachten lernt.
Indem er in diesem Buche studiert, wird er Weisheit erlangen, wird
er nach Besserung, Wohlergehen und Fortschritt in seinem Leben
auf Erden streben; und wenn er dies Wissen mit jeder Art geistiger
Erkenntnis krönt, wird er einen absoluten Sieg in diesem Dasein
erringen, welches eine tiefe und große Prüfung ist; denn er wird sich
die Wahrheit zu eigen machen und wird unsterblich sein.
52. Die göttlichen Gesetze, die das Weltall regieren, sind die der
Weisheit, Macht und Liebe. Von ihnen leiten sich alle anderen ab,
die der Schöpfung alles Bestehenden zugrunde liegen.
53. "Weltall": Wenn der Mensch dich mit reinem Herzen
studiert und mit einem Verstand voll Sehnsucht danach, mehr von
meiner Wahrheit zu erkennen, und er vor allem vom Geiste inspiriert
ist und nicht von selbstsüchtigen oder hochmütigen Gefühlen,
wird er von dir die großen Lehren empfangen, die er bisher nicht
erhalten hat. In dir wird er ein Abbild meines Reiches finden können.
54. Meine geliebten Kinder, in euren Verstand ergießt sich mein
Licht, damit ihr meine Worte als Buchstaben des Buches meiner
Weisheit studiert. Das menschliche Denkvermögen ist ein
unendliches Feld, das der geistigen Betrachtung dient. Denkt über meine Worte nach.
55. Viele haben mir zugehört, doch vorerst werden nicht alle
mit der gleichen Liebe darangehen, mir nachzufolgen. Auch seinerzeit
rief Ich große Menschenscharen, doch von ihnen folgten mir nur
zwölf Männer nach. Auch von ihnen standen nur drei dem Meister
wirklich nahe, und Johannes war der einzige, der die Offenbarung
der großen Geheimnisse erhielt, weil er die Schatzkammer göttlicher
Weisheit durch die Macht seiner großen Liebe öffnete. Die
Liebe öffnet die Pforten der Weisheit, weil sie Demut und Sanftmut
enthält. Die Liebe ist die wahre Heimat des Friedens in der Ewigkeit
des Geistes. Wer sie ausübt, braucht nichts zu erfragen, weil die
Weisheit zu ihm kommt. Er begreift die Unvollkommenen, die
Sünder, verurteilt niemanden, entschuldigt alle. Er versteht die
Schwachen und auch die Starken. Die Liebe bewirkte alles, durch
sie wurde der Mensch geschaffen, und sie wird die Macht sein, die
alle bewegen und zur Einheit bringen wird. Die Liebe ist der Grund für euer Dasein.
56. Wie viele Geheimnisse gibt es noch für den Menschen. Er
ist von unsichtbaren und unfühlbaren Wesen umgeben, die für ihn
bereits sichtbar und fühlbar sein sollten.
57. Ein Leben voller Schönheiten und Offenbarungen pulsiert
über dem Dasein der Menschen, doch diese in ihrer Blindheit sind
noch nicht imstande, es zu schauen.
58. Vergesst nicht meine Unterweisungen, denn sie werden euch
helfen, Apostel der Wahrheit zu sein. Ein wahrer Apostel meiner
Lehre ist jener, der alles tut, was ihn Gott durch Jesus lehrte. Ich
versichere euch, wenn Ich jeden von euch, die ihr mich so lange
vernommen habt, fragen würde: "Was tust Du derzeit, was habe Ich
Euch aufgetragen, oder was wünscht Ihr euch? Tut Ihr, was Gott
Euch befiehlt, oder das, was Ihr angeordnet habt?" Ihr wüßtet mir nicht zu antworten.
59. Diese Nation wurde dafür erwählt, in dieser Zeit meine
Verheißung zu erfüllen, damit ihr die Zeugen des Beginns und des
Endes meines Wortes wäret. Auch in der Zweiten Zeit war es nicht
erforderlich, dass sich meine Kundgebung über die ganze Welt
ausbreitete, damit diese von meinem Kommen erführe. Es genügte,
ein Volk zu erwecken, damit dieses sich aufmachte, den
empfangenen Samen zu bezeugen und zu verbreiten. Ich muss euch
darauf hinweisen, dass das Volk, das Ich durch meine Unterweisungen
belehrt hatte, sich nicht als absoluten Besitzer eines so
großen Erbes betrachten durfte, auch nicht als das einzige, dem in
diesem Werk eine geistige Mission anvertraut wurde. Meine Botschaft
aller Zeiten war an alle Menschen gerichtet; doch es geschah,
dass das Volk, das die Offenbarung empfing, am wenigsten Nutzen
daraus zu ziehen verstand, weil es nicht fähig war, die Gaben und
Gnaden zu schätzen, mit denen der Herr es überschüttet hatte.
60. Erinnert euch daran, wie in der Zweiten Zeit der Same, den
Christus in Judäa aussäte, erst außerhalb desselben erblühte.
61. Ich will euch damit nicht sagen, dass sich all diese Vorgänge
bei euch wiederholen müssen, denn es ist mein Verlangen, dass
meine Lehre unter diesem Volk erstrahlt und seinen Weg erhellt.
Aber wenn ihr euch nicht der Erfüllung der gesegneten Mission
widmet, die Ich euch anvertraut habe, wenn ihr euch nicht wie
wahre Jünger des Göttlichen Meisters einsetzt, so ruft wenigstens
die Menschen herbei, erklärt ihnen, was Ich zu denen sprach, die
mir zuhörten, gebt meine Aufträge an sie weiter, erhellt ihren Weg,
damit sie mein Gesetz und meine Weisungen befolgen.
62. Vergesst nicht, dass mein Wort lebenserhaltend ist und dass
die Menschheit sich zugrunde richtet, weil es ihr fehlt. Mein Wort ist
die Spur, die den Weg zur Erlösung weist. Denkt daran, dass es viele
gibt, die sich verirrt haben und verstört umherirren. Geht zu ihnen und rettet sie.
63. Richtet eure Aufmerksamkeit auf die, die hinzukommen, um
mein Wort zu vernehmen. Seht, wie sie vor Glück weinen, ihre
früheren Verfehlungen bereuen und Vorsätze zur Besserung fassen.
Seht, wie die, die nach Liebe hungernd in meine Gegenwart gelangt
sind, bei der Rückkehr in ihr Heim Frieden in ihren Herzen trugen.
Sie waren von der Gesellschaft Verachtete, als ihr sie in meine
Gegenwart brachtet, und ihr habt miterlebt, dass Ich aus ihnen
Stimmträger, Leiter und Propheten gemacht habe, damit sie mein
Werk weiter ausbreiten würden. Mein Wort stärkte nicht nur ihren
Geist, sondern war auch Gesundheit für ihren Körper.
64. Ihr seid ein Volk, zu dem Ich schon seit Jahrhunderten gesprochen
und es gelehrt habe. Ich meine damit eure Seele, die Ich
schon oft durch das Licht meiner Wahrheit erleuchtet habe, der Ich
auf ihrem Sühneweg oft beigestanden bin und eine neue Körperhülle gewährt habe.
65. Ich habe euch über die Zeiten hinweg ein Buch der Liebe
und Weisheit vermacht, damit ihr auf seinen Seiten das Licht finden
könnt, das euch den Weg weist, der zu Gott führt. Wenn ihr in
meinen Offenbarungen dieser Zeit einen handfesten Beweis für ihre
Wahrheit finden wollt, könnt ihr diesen in der innigen Beziehung
finden, die zwischen diesem Wort und jenem besteht, das Ich euch
in vergangenen Zeiten gab, als Ich euch sagte: "Ich bin der Weg, die
Wahrheit und das Leben, und niemand kommt zum Vater, wenn er
mein Gesetz nicht erfüllt."
Mein Friede sei mit euch!

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