BWL - Band 6 - Unterweisung 167


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 167:
1. Aus vielen Herzen steigt zu Gott die Frage auf: "Herr, wird
der Schmerz, der diese Welt heimsucht, für immer fortbestehen?"
Darauf antwortet ihnen der Meister: "Nein, meine vielgeliebten
Kinder, euer Schmerz wird verschwinden, sobald ihr die wahre Liebe findet."
2. Obwohl man auf Erden viel von Liebe spricht, gibt es sie in
Wirklichkeit nicht unter euch. Manche täuschen sie vor, andere
verwechseln sie mit einem selbstsüchtigen Gefühl, und wieder
andere mit einer niederen Leidenschaft. Falschheit regiert im
Menschenherzen, die Lüge herrscht, man heuchelt Liebe, Freundschaft,
Wohltätigkeit. Das Unkraut ist gewuchert und hat sich
überallhin verbreitet, und nur das Feuer des Schmerzes wird
imstande sein, es zu vernichten.
3. Dies Feuer werden die Menschen mit ihren Kriegen der
Ideen, Glaubensbekenntnisse, Philosophien und Wissenschaften
entflammen. Es ist der Krieg, der sich mit großen Schritten nähert.
Dort, in diesem Feuer, das durch ihre eigenen Machtgelüste,
Leidenschaften und Feindschaften entzündet wird, werden sie ihre
Läuterung finden. So haben sie es gewollt, so haben sie es gefordert.
4. Wie wäre es möglich, dass die Menschen sich wie Geschwister
lieben, wenn sie ihr Herz noch nicht geläutert haben? Es
bedarf einer großen Heimsuchung auf der Welt, damit sie aus ihr
geläutert hervorgehen; denn der Schmerz läutert.
5. Auch sage Ich euch: Die Menschen müssen an die Menschen
glauben, müssen Glauben und Vertrauen zueinander haben, denn ihr
müsst zu der Überzeugung kommen, dass ihr alle auf der Erde einander braucht.
6. Meint nicht, dass es mir gefällt, wenn ihr sagt, dass ihr an
mich glaubt, und Ich dabei weiß, dass ihr an der ganzen Welt
zweifelt. Denn was Ich von euch erwarte, ist dies, dass ihr mich
durch die Liebe, die ihr euren Nächsten entgegenbringt, liebt und
denen vergebt, die euch verletzen; dass ihr dem Ärmsten,
Geringsten oder Schwächsten liebevoll beisteht, eure Mitmenschen
unterschiedslos liebt und bei allen euren Werken größte Selbstlosigkeit
und Wahrhaftigkeit walten lasst.
7. Lernt von mir, denn Ich habe niemals an euch gezweifelt,
glaube an eure Rettung und vertraue darauf, dass ihr euch aufraffen
werdet, um das wahre Leben zu erreichen.
8. Auch wenn es nach außen hin viel Falschheit bei den Werken
der Menschen gibt, gibt es nicht einen, in dessen Innern nicht ein
Teil Wahrhaftigkeit vorhanden ist. Dieser Teil ist der Funke
geistigen Lichtes, den er in sich trägt, ist meine göttliche Gegenwart,
der Gottesfunke, der ihn innerlich erleuchtet. Ich werde bewirken,
dass dies Licht, welches das meine ist, in jedem Herzen erstrahlt,
und dass sein Widerschein sich in jedem eurer Werke bekundet.
9. Ich will, dass ihr in der Wahrheit lebt, und dafür ist es nötig,
dass alles Böse stirbt. Ihr, die ihr euch der Stunde, die näherrückt,
bewusst seid — wachet und betet schon heute, kündigt euren
Mitmenschen diese Schlacht als Propheten an, damit sie sich
vorbereiten und in den Augenblicken der Bitternis während des
kommenden Kampfes nicht verzweifeln.
10. Seid davon überzeugt, dass alle "Felder" Frucht tragen
werden, wenn sie zubereitet sind. Mein Same ist bereit, auf sie
niederzugehen: Jedes menschliche Wesen wird eine Pflanze sein, die
erblüht und Früchte der Liebe schenkt und so die Bestimmung alles
Geschaffenen erfüllt.
11. Im Pflanzenreich gibt es Schmarotzerpflanzen, die unnütz
sind; nehmt sie euch nicht zum Vorbild.
12. Wisst ihr, warum der Vater von euch nur Früchte der Liebe
erwartet? — Weil der Same des Lebens, den Ich in jedes Geschöpf
legte, der Ur-Same, die Liebe war.
13. Wenn ihr zuweilen, wie es bei Pflanzen der Fall ist, dem
Anschein nach vertrocknet seid, wenn ihr für kurze Zeit welk
geworden seid oder Durstqualen erlitten habt, so geschah dies nicht,
weil euch das Wasser meiner Gnade gefehlt hat. Mein Liebesquell
hat sich immerdar auf jeden Geist und jedes Herz als lebenspendendes
Nass ergossen. Aber diese menschlichen, mit Geist
begabten Pflanzen besitzen Willensfreiheit, und infolge des
schlechten Gebrauchs dieser kostbaren Gabe entfernen sie sich von
jener göttlichen Gnade, welche das einzige ist, was die Seele retten
und stärken kann. Wie verschieden seid ihr von den Pflanzen der
Erde, die an ihrem Orte immer ergeben das entgegennehmen, was
ihnen die Barmherzigkeit Gottes beschert!
14. Ihr alle meint, in eurem Leben schon geliebt zu haben, doch
Ich sage euch: Manche haben wirklich geliebt, während andere die
Leidenschaften und den Egoismus mit Liebe verwechselt haben.
15. Durch Jesum gab Ich euch die vollkommene Unterweisung.
Betrachtet meinen Lebensweg als Mensch von der Geburt bis zum
Tode, dann wird sich euch die Liebe in lebendiger und vollkommener Weise erschließen.
16. Ich verlange nicht von euch, dass ihr Jesum gleich sein sollt,
denn in ihm war etwas, was ihr nicht erreichen könnt: als Mensch
vollkommen zu sein, da jener, der in ihm war, Gott selbst in
begrenzter Form war. Aber Ich sage euch dennoch, dass ihr ihm nacheifern sollt.
17. Mein ewiges Gesetz hat zu euch immer von dieser Liebe
gesprochen. Ich sagte euch in den ersten Zeiten: "Du sollst Gott von
ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben", und "Liebe deinen
Nächsten wie dich selbst."
18. Später gab Ich euch diese inspirierten Worte: "Liebet eure
Geschwister, wie der Vater euch geliebt hat"; "Liebet einander."
19. In dieser Zeit habe Ich euch offenbart, dass ihr Gott mehr als
alles Geschaffene lieben sollt, dass ihr Gott in allem Bestehenden,
und alles Bestehende in Gott lieben sollt. Dass ihr an euren Mitmenschen
Barmherzigkeit und nochmals Barmherzigkeit üben sollt,
damit ihr den Vater in all seiner Herrlichkeit schaut, denn Barmherzigkeit ist Liebe.
20. Der Mensch ist niemals so wie heute in der Lage gewesen,
mich durch geistige Anbetung zu lieben, frei von Unlauterkeit. Die
heidnischen Zeiten und die der Ungläubigen sind nun ferne. Der
Götzendienst, der in allen Kulten und zu allen Zeiten fortbestanden
hat, ist den Seelen zum Überdruss geworden mit seiner Sinnenbetörung
und seinem falschen Glanze.
21. Bald kommen die Generationen, die an allen Enden der
Erde die geistige Verehrung für meine Göttlichkeit einführen. Wenn
diese Form der Religionsausübung dann schließlich ein Reich des
Friedens und des Lichtes unter den Menschen errichtet, wird der
religiöse Fanatismus bei den Menschen verschwinden, weil in der
Vergeistigung kein Platz mehr für Leidenschaften, noch für Unwissenheit ist.
22. Weil ihr noch einen weiten Weg vor euch seht, sollt ihr nicht
stehenbleiben und denken, dass ihr niemals ans Ziel gelangen
werdet. Schreitet voran, denn selbst über einen verlorenen Augenblick
wird eure Seele später weinen. Wer hat euch gesagt, dass das
Ziel auf dieser Welt ist? Wer hat euch gelehrt, dass der Tod das Ende
ist, und dass ihr in jenem Augenblick mein Reich erreichen könnt?
23. Der Tod ist wie ein kurzer Schlaf, nach welchem die Seele
unter der Liebkosung meines Lichtes mit erneuerten Kräften
erwachen wird wie zu einem neuen Tage, der für sie beginnt.
24. Der Tod ist der Schlüssel, der euch die Tore des Gefängnisses
öffnet, in dem ihr euch befandet, solange ihr an die Körpermaterie
gebunden wart, und er ist zugleich der Schlüssel, der euch
die Pforten zur Ewigkeit öffnet.
25. Dieser Planet, der durch die menschlichen Unvollkommenheiten
in ein Sühnetal verwandelt wurde, war für die Seele
Gefangenschaft und Verbannung.
26. Wahrlich, Ich sage euch, das Leben auf Erden ist eine
weitere Stufe auf der Leiter des Lebens. Warum fasst ihr es nicht so
auf, damit ihr alle seine Lektionen nutzt? Der Grund, warum viele
ein ums andere Mal zu ihm zurückkehren müssen, ist der: Weil sie
es nicht verstanden und sie aus ihrem vorhergehenden Leben keinen Nutzen zogen.
27. Bei den Menschen von morgen wird es soviel Vergeistigung
und Verständnis für die Entwicklung geben, die ihre Seele erreichen
muss, dass — wenn ihr Todeskampf beginnt und sie nur noch einen
Schritt vom Leibestode entfernt sind — sie selbst und jene, die
ihnen in dieser Stunde beistehen, jenen Augenblick als den
schönsten ihres ganzen Erdendaseins betrachten, welcher wie der
Höhepunkt eines fruchtbaren und nutzbringenden Lebens sein wird,
und sie wie ihr Meister am Kreuze sagen können: "Alles ist vollbracht."
28. Ich spreche in väterlichem Tone und mit einfachen Worten
zu euch. Ihr habt meine neue Offenbarung in dieser Zeit von
Geheimnissen erfüllt erwartet, und groß war eure Überraschung, als
ihr die Schlichtheit meiner Unterweisungen und die bescheidene
Art, zu euch zu sprechen, gesehen habt.
29. Elias kam wie ein Lichtstrahl inmitten eines Sturmes,
gefolgt von seinen unsichtbaren Heerscharen, seinen großen
Legionen von Lichtgeistern, die ihm wie die Schafe dem Hirten
folgen. Er bricht den Menschenmassen eine Bahn, reißt zur Rechten
und zur Linken das Dorngestrüpp nieder, um denen eine Bresche zu
schlagen, die ihm nachfolgen, und sammelt die Seelen, die seine
Stimme als die des Hirten erkennen, der sie in dieser Zeit zu mir führen wird.
30. Habt ihr vergessen, dass es ein Schaf Elias' war, das euch
Zeugnis gab von meiner Gegenwart und euch einlud, euch in der
Hürde zu vereinigen, um dann der Spur des Hirten zu folgen?
31. Mache dich auf, Menschheit, entdecke den Weg, entdecke
den Grund für das Leben! Vereinigt euch, Volk mit Volk, liebt euch
alle! Wie dünn ist die Scheidewand, die ein Heim vom anderen
trennt, und dennoch, wie ferne sind ihre Bewohner einander! Und an
den Grenzen eurer Länder — wie viele Bedingungen werden da
verlangt, damit ihr den Ausländer durchlasst! Und wenn ihr dies
selbst unter Menschenbrüdern tut — was habt ihr dann erst bei
denen gemacht, die sich in einem anderen Leben befinden? Ihr habt
zwischen ihnen und euch einen Vorhang herabgelassen — wenn
nicht den eures Vergessens, so doch den eurer Unwissenheit, welche
wie dichter Nebel ist.
32. Wenn Ich die Bewohner dieser Welt betrachte, sehe Ich, dass
alle Völker meinen Namen kennen, dass Millionen von Menschen
meine Worte aussprechen; doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch
sehe Ich keine Liebe der Menschen untereinander!
33. Alles, was Ich euch in dieser Zeit lehre und was auf der Welt
geschieht, ist die Erklärung und die Erfüllung der Offenbarung, die
Ich der Menschheit durch meinen Apostel Johannes gab, als Ich ihn
zu der Zeit, da er auf der Insel Patmos lebte, im Geiste in die
Himmelshöhen, zur göttlichen Ebene, zur Unermesslichkeit trug,
um ihm durch Sinnbilder den Ursprung und das Ziel, das Alpha und
das Omega zu zeigen; und er sah die Ereignisse, die geschehen
waren, jene, die sich gerade vollzogen, und jene, die noch kommen würden.
34. Er verstand zu diesem Zeitpunkt nichts davon, aber meine
Stimme sagte ihm: "Schreibe auf, was du sehen und hören wirst",
und so schrieb er. Johannes hatte Jünger, die das Meer mit Schiffen
überquerten und ihn an seinem Rückzugsort aufsuchten. Begierig
fragten jene Männer den, der ein Jünger Jesu gewesen war, wie der
Meister gewesen sei, wie seine Worte und seine Wundertaten; und
Johannes, der seinem Meister in Liebe und Weisheit nacheiferte,
setzte sie mit seinem Worte in Erstaunen. Auch als das Alter
herannahte, als sein Körper bereits von der Zeit gebeugt war, hatte
er noch genug Kräfte, um von seinem Meister zu zeugen und seinen
Jüngern zu sagen: "Liebet einander." Als jene, die ihn aufsuchten,
sahen, dass der Tag von Johannes' Hinscheiden näherkam, baten sie
ihn im Verlangen danach, alle Weisheit zu besitzen, die jener
Apostel angesammelt hatte, ihnen alles zu offenbaren, was er von
seinem Meister gelernt hatte, doch als Antwort vernahmen sie
immer nur jenen Satz: "Liebet einander."
35. Jene, die mit soviel Eifer und Interesse fragten, fühlten sich
betrogen und dachten, dass das Alter die Worte Christi aus seinem
Gedächtnis gelöscht habe.
36. Ich sage euch, dass Johannes kein einziges meiner Worte
vergessen hatte, sondern dass er aus all meinen Lehren als eine
einzige Quintessenz jene Lehre aussprach, die das ganze Gesetz
zusammenfasst: die Liebe untereinander.
37. Wie hätte jenem so geliebten Jünger die Lehre des Meisters,
den er so sehr liebte, aus der Erinnerung schwinden können?
38. Wisst ihr etwa, Jünger dieser Zeit, ob Ich euch, wenn das
Jahr 1950, das letzte meiner Kundgabe, gekommen ist, nicht
gleichfalls statt jeder Unterweisung nur noch sagen werde: "Liebet
einander"? Alles auf eurem Lebenswege spricht zu euch von dieser
Lektion: Der Baum, der sein Laubwerk ausbreitet, um euch Schatten
zu spenden, die Blume, die ihre Blütenblätter fallen lässt, nachdem
ihr ihren Duft eingeatmet habt, so dass ihr Opfertod zu eurer Wonne wird.
39. Dies ist der Weg, deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr Gott
in allem Geschaffenen lieben sollt und die ganze Schöpfung in Gott,
denn in allem bin Ich gegenwärtig und in allem spreche Ich zu euch.
40. Ich sehe, dass alle Menschen krank sind, sei es körperlich
oder seelisch. Ihr Menschen, in deren Inneren nur noch der
andauernde Klageruf des Gewissens zu hören ist — sucht mich als
Quelle der Gesundheit, denn Ich besitze den Balsam, der alle Übel
heilt. Doch um meine Macht unter euch zu offenbaren ist es nötig,
dass ihr mir eure Herzen frei von Flecken vorweist.
41. Ihr habt Verlangen danach, dass Ich meine Macht und meine
Wundertaten auf eurem Lebensweg erweise, und Ich bin bereit, euch
dies zu gewähren. Die Schatzkammer eures Vaters wartet nur auf
eure Zurüstung, um euch mit Gesundheit, Stärke und Licht zu überschütten.
42. Heute hegt und pflegt euch mein Wort, es ist Saat und
zugleich Bewässerung; und morgen, wenn die rechte Zeit dafür
gekommen ist, werde Ich die Ernte der Liebe einbringen, den
goldenen Weizen meiner Ländereien.
43. Fragt ihr euch, weshalb Ich eure Fehler und Unvollkommenheiten
immer wieder korrigiere? Ich reiße nur die Brennnesseln
und anderes Unkraut aus, die in euren Herzen gewuchert
sind und eure guten Gefühle erstickt haben.
44. Diese Zeit dient der Läuterung. Nicht nur die Menschen
werden ihre Schandflecken in den kristallklaren Wassern meines
Gerichtes abwaschen müssen, auch die Geistwesen sind dieser
Säuberung unterworfen.
45. Wenn die Menschen dann von jeder Befleckung frei sind,
werden sie fühlen, dass die Erde sich dem Himmel nähert. Diese
Annäherung wird geistig geschehen und euch mit Frieden,
Zuversicht und Erkenntnis erfüllen.
46. Jünger, wenn ihr in euren Mußestunden darangeht, mein
Wort zu ergründen, werdet ihr in seinem Wesensgehalt eine vollkommene
Vernunft und eine unendliche Gerechtigkeit feststellen.
Mein Wort erweckt die Menschen zu einem gehobenen Leben,
einem glücklichen Dasein. Doch während es für euch nötig war,
dass Ich in dieser Form spreche, um euch aufzuwecken, hat es
manche Menschen gegeben, die die körperlich hörbare Kundgebung
des Geistigen nicht benötigten, um sie zur Erfüllung meines
Gesetzes zu erwecken.
47. Die intuitiven Spiritualisten, die Inspirierten, die Träumer,
sie tragen mich in ihren Herzen, auch ohne das Wort vernommen zu
haben, das ihr bisher empfangen habt. Sie halten schon seit langem
geistige Zwiesprache mit ihrem Meister.
48. Ihr werdet ihnen auf eurem Wege begegnen und von ihrem
Wissen um mein Werk überrascht sein. Auch sie werden, wenn sie
euch begegnen, erfreut sein, wenn sie ihre Ideen und ihr Tun
bestätigt sehen, wenn sie euer Zeugnis und eure Erläuterungen
vernehmen. Sie sollen jedoch in euren Vorstellungen, Handlungsweisen,
eurer Religionsausübung oder in eurem Leben nichts
entdecken, was die Spiritualität meiner Lehre verleugnet, denn dann
werden sie sich mit Enttäuschung im Herzen von eurem Wege
abwenden. Wachet und betet, Jünger, damit ihr meine Unterweisung
versteht und sie in eurem Leben mit derselben Lauterkeit zur
Anwendung bringt, mit der ihr sie empfangen habt. Dann wird der
Jubel in euren Herzen groß sein, wenn ihr mit jenen zusammentrefft,
die Ich intuitive Spiritualisten genannt habe. Zusammen werdet ihr
auf der Welt eine starke Gemeinschaft bilden, die mit ihrem Gebet,
ihrem Eifer im Gesetz, ihrer Einfachheit in der Lebensführung und
ihrer Liebe zum Nächsten die Menschheit die wahre Verehrung
Gottes lehrt und ihr den Weg des guten Willens weist, um auf Erden
in Frieden zu leben.
49. In der Demut eures Gebetes sagt ihr mir: "Herr, wenn Du
der höchste Schöpfer bist und außerdem unser Vater, so tue mit uns,
was Dir wohlgefällt. Wenn es Dein Wille ist, dass der Schmerz
unsere Herzen abschleift, so tue an uns, was Dein Wille vorgesehen
hat. Wenn Du willst, dass wir uns läutern, bevor Du uns eine
Aufgabe anvertraust, so geschehe es, wie Du es bestimmt hast."
50. Es sind nur wenige, die so zu mir sprechen, doch ihrer
bediene Ich mich, um euch ein Beispiel dafür zu geben, wie eure
Bereitwilligkeit und Ergebung gegenüber den Weisungen des Vaters
sein soll. Aber Ich gebe euch allen meine Unterweisung, damit ihr
ebenso demütig und gehorsam werdet.
51. Manchmal wird euch mein Wort von Gericht erfüllt
vorkommen und wird die Empfindlichkeit derer berühren, die es
vernehmen. Doch immer werdet ihr es von einer göttlichen Essenz,
einer großen Sanftmut und unendlichen Barmherzigkeit durchdrungen
finden, die bewirken werden, dass es immer mit Wonne und
mit Interesse vernommen wird.
52. Wenn mein Wort euch überfordern würde, könntet ihr es
nicht erfassen. Doch Ich will, dass ihr über die göttlichen Unterweisungen,
die Ich euch lehre, nachdenkt; denn wer studiert,
inspiriert sich, und wer sich von der göttlichen Liebe inspirieren
lässt, ist bereits mein Jünger.
53. O ihr spiritualistischen Jünger, habt keine Furcht vor der
Erfüllung eurer Aufgabe, denn es ist nicht schwierig, sie zu erfüllen.
Mit Weisheit führe Ich euch auf dem Wege, damit ihr nicht stolpert,
damit niemand sich verirrt. Doch denkt nicht, dass er mit Rosen
bestreut ist, weil Ich euch den Weg bereite — nein, ihr werdet
Dorngestrüpp und Prüfungen auf ihm finden.
54. Ich sage euch: Wer mir nachfolgen oder mich finden will,
muss den Weg des Opfers und der Entsagungen dem der ungesunden
Vergnügungen und der niederen Leidenschaften vorziehen. Denn auf
dem ersteren Wege werdet ihr die Wonnen finden können, die euch
meine Kraft und Ermutigung bescheren, und auf dem letzteren sehr
schmerzhafte Stürze. Meine göttliche Spur, meine Spur der Liebe,
werdet ihr immer auf dem Pfade der Selbstüberwindung, des Opfers,
der Nächstenliebe und der Demut finden.
55. Die Menschen sind wie Kinder, die nicht über die Folgen
ihrer Taten nachdenken, und deshalb begreifen sie nicht, dass ein
Stolperstein, an den sie auf ihrem Wege stoßen, nur ein Hindernis
ist, das der Meister aufstellte, um ihren besinnungslosen Lauf
aufzuhalten oder um ihnen zu ersparen, eine falsche Entscheidung zu treffen.
56. Ich will, dass ihr euch nunmehr wie Erwachsene benehmt,
dass ihr eure Werke, eure Taten überlegt, dass ihr eure Worte wägt.
Dies ist der Weg, Klugheit und Gerechtigkeit in euer Leben zu
bringen. Außerdem sollt ihr darüber nachdenken, dass das Leben
eine unermessliche und beständige Prüfung für den Geist ist.
57. Auf meinem Wege geht niemand zugrunde, und obschon es
Gelegenheiten gibt, bei denen der Mensch von der Last des Kreuzes
bezwungen zusammenbricht, richtet ihn eine höhere Kraft wieder
auf und ermutigt ihn. Diese Kraft entspringt dem Glauben.
58. Gesegnete Jünger, Ich sage euch wahrheitsgemäß, dass die
Frohe Botschaft meines Wortes bereits zu vielen Herzen gelangt
wäre, wenn dies Volk meine Unterweisung befolgen würde. Mit dem
Beispiel der Werke in eurem Leben würdet ihr das größte Zeugnis
für die Wahrheit meiner Lehre geben.
59. Niemand soll glauben, dass die Anwesenden dazu bestimmt
sind, alles zu tun. Nein, Volk, jede Generation hat den Auftrag,
einen Teil meines Werkes durchzuführen.
60. Macht aus euren Herzen ein Gefäß und sorgt dafür, dass
seine Liebe zum rechten Zeitpunkt in die Herzen eurer Mitmenschen
überströmt. Schafft jedoch keine Hindernisse, die die Ausbreitung
meiner Lehre verzögern oder verhindern, denn unter großem körperlichem
oder seelischem Schmerz müsstet ihr sie wieder beseitigen.
61. Macht euren Mitmenschen alles fühlbar, was mein Werk an
Heilsamem und Gutem in sich birgt. Ich sage euch, dass jeder, den
ihr den göttlichen Einfluss spüren lasst, der von ihm ausgeht, mein
Wort segnen wird.
62. Ich werde euch gewähren, dass ihr das, was Ich an euch
getan habe, an euren Mitmenschen tut; denn wenn mein Wort
Wunder wirkte, so tragt auch ihr es in euren Herzen, und eben dies
Wort sollt ihr euren Mitmenschen weitergeben.
63. So, wie Ich euch an Seele und Körper gesund machte, euch
den Frieden zurückgab oder bewirkte, dass in euren Herzen der
Glaube geboren wurde, und euch vor dem Verderben rettete, ebenso
sollt auch ihr an allen tun, die dessen bedürfen. Aber Ich muss euch
darauf hinweisen, dass mein Wort diese Wunder nur dann bewirkt,
wenn ihr es vorher in euren Herzen wirklich fühlt, wie euer Vater es
fühlt, wenn er es euch gibt.
64. Wenn ihr die erhebende Wirkung und die Macht meines
Wortes kennenlernen wollt, so bringt es zur Anwendung, und ihr
werdet oftmals staunen. Doch wenn ihr es nur in eurem Herzen
bewahrt, um euch selbst daran zu erfreuen, werdet ihr wie der reiche
Geizhals sein, der nicht weiß, was er besitzt, noch den Wert seines
Besitzes kennt, weil sein Schatz ein totes Vermögen ist.
65. Lernt, in den Stürmen dieses Lebens Herzen zu fischen,
Kranke zu heilen und Seelen zu leiten. Vergeistigt euch, und ihr
werdet darin eine Kraft finden, die euch ermöglichen wird, die
Prüfungen mit Gleichmut und Zuversicht zu überstehen. Diese
Vergeistigung wird sich in eurem materiellen Leben widerspiegeln
und wird Nahrung, Heilbalsam und die Fackel sein, die euren Weg erhellt.
66. Es wird vorkommen, dass das Brot auf dem Tische eures
Heimes knapp ist, ohne dass euer Körper Hunger verspürt und eure
Kräfte nachlassen. Es werden Tage des Schmerzes und der
Betrübnis kommen, in denen Seuchen die Städte verheeren, und
dort, wo es keinen Arzt gibt und man sich auch nicht auf
Medikamente verlässt, wird sich mein unsichtbarer Balsam
offenbaren, welcher im Augenblicke des Gebetes meiner Kinder
herniederkommen wird. Doch müsst ihr Verdienste erwerben, bevor
die Tage der Verwüstung nahen, damit ihr dann, statt euch mit
eurem eigenen Schmerz zu beschäftigen, den eurer Mitmenschen lindert.
67. Entzündet Lampen des Glaubens im Herzen eurer Mitmenschen,
lehrt sie, meinen Namen mit Ehrfurcht auszusprechen,
meine Lehre hochzuschätzen und mit dem Geiste zu beten. Erinnert
euch daran, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern
auch von jedem Wort, das vom Herrn kommt.
Mein Friede sei mit euch!

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