BWL - Band VIII - Unterweisung 235

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 235

1. Ich kam zu euch wie ein neuer Tag, indem Ich mit meinem
Lichte euer Unverständnis und euren Zweifel liebevoll beseitigte.
2. Kommt zu dem von Mir vorbereiteten Festmahl, damit ihr
eurem Munde die gute Speise zuführt, die euch mit Kraft und Gnade
erfüllen wird.
3. Ich lade euch ein, euch des Friedens und der Rettung aus dem
aufgewühlten Meer zu erfreuen, und kennzeichne euch erneut den
Pfad der Brüderlichkeit und der Liebe, weil Ich will, dass ihr ein
Beispiel von Tugend und Pflichterfüllung werdet.
4. Gefahren belauern und bedrohen eure Seele. Aber mein Licht
hält euch wach, und euer Gebet lässt euch siegen.
Ihr seht diese Welt von Übeltaten und selbstsüchtigen Handlungen
erfüllt. Der Mann und die Frau verletzen sich und bestreuen
ihren Weg mit Disteln und Dornen. Ihr fühlt Traurigkeit, wenn ihr
seht, wie die Kinder sich auf krumme Wege verirren. Gerade hier
sind die Boten des Lichtes, des Trostes und des Friedens nötig.
5. Während Stürme die Menschheit peitschen, gehe Ich das
Buch des Lebens Blatt für Blatt vor eurem Geiste durch, um euch zu
Soldaten des Friedens zu machen.
6. Mein Geist spricht zu euch durch das menschliche
Verstandesvermögen. In dieser Zeit ist "Das Wort" nicht Mensch
geworden, und daher kann Ich euch erneut sagen: Selig, wer ohne
Mich zu sehen geglaubt hat, denn er wird viele Unterweisungen aus
meiner geheimen Schatzkammer kennenlernen.
7. Jünger, denkt an das nahe Bevorstehende, welches das Ende
dieser Form meiner Kundgabe ist. Das Jahr 1950 rückt näher, und
danach werdet ihr mein Wort nicht mehr vernehmen. Wenn ihr nicht
wacht, wird euch die Versuchung überrumpeln, und der falsche
Christus wird sich durch "Arbeiter" präsentieren, die heute Mir zu
Diensten sind und morgen aufgrund ihrer Schwachheit leugnen
werden, dass mein Wort beendigt worden ist. Sie werden eine
dunkle Binde auf die Augen ihrer Brüder legen und die Menschenmengen
auf den Weg des Schmerzes und der Finsternis führen,
werden den Seelen Ketten der Unwissenheit anlegen und vor ihnen
Abgründe von Verlassenheit und Bitternis aufreißen. Dann werden
die, die in diese Verwirrung geraten sind, sich gotteslästerlich gegen
Mich kehren und Mich verurteilen, wobei sie vergessen, dass der
Meister euch rechtzeitig warnte, damit ihr nicht in Versuchung
geratet.
8. Erkennet den Weg, erkennt, dass der Heilige Geist euch in
seiner Weisheit vom Gipfel des Berges aus ruft, um euch Ruhe zu
geben, um euch die himmlische Stimme hören zu lassen, die die
Ankunft eurer Seele segnet, die die Schwachheit des Körpers und
die Fallstricke der Welt zu besiegen verstand.
9. Lasst eure Seele den Wein trinken, den Ich ihr anbiete, lasst
sie sich weiterhin von meiner Liebe nähren. Der Kranke wird die
Gesundheit zurückgewinnen, und der Blinde wird mein Licht
schauen. Denn diese Herzen werden sich wie eine Blume öffnen,
deren Duft bis zum Vater gelangen wird.
10. Die Barmherzigkeit meines Göttlichen Geistes möge euren
Körper und eure Seele beleben, geliebte Jünger.
11. Ich empfange euch wie kleine Kinder, um euch durch das
menschliche Verstandesvermögen eine Unterrichtsstunde zu geben.
12. Nähert euch Mir, hört Mir zu und behaltet jeden meiner
Sätze, ergründet sie, denn durch ihren Sinngehalt werdet ihr eure
Schmerzen, Trübsale und Sorgen vergessen können. Vergesst für
kurze Zeit die Vergangenheit und lebt den gegenwärtigen Augenblick.
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
13. Widmet diesem erhabenen Augenblick eure reinen
Gedanken, denn Ich will in das Innerste eures Herzens gelangen.
14. Wenn ihr einmal meine Lehre durch mein Wort zu verstehen
und zu leben vermögt, und ihr die Fähigkeiten eurer Seele entfaltet
habt, werdet ihr eure Herzen mit dem Wasser dieser göttlichen
Quelle angefüllt haben, mit dem ihr den Durst der Bedürftigen
werdet stillen können.
15. Der Zweck meiner Lehre ist die moralische und geistige
Rettung der Menschheit. Um euch bei eurer Aufwärtsentwicklung
zu helfen, strahlt mein Geist dieses Licht aus. Dies ist der Sinn
meiner Botschaft.
16. Wahrlich, Ich sage euch, die menschliche Erneuerung muss
bei der Frau beginnen, damit ihre Früchte, die die Menschen von
morgen sein werden, frei von den Makeln sind, die euch zur
Degeneration gebracht haben.
17. Danach wird es Sache des Mannes sein, seinen Teil zu
diesem Werk der Wiederherstellung beizutragen; denn jeder, der
eine Frau verdorben hat, wird sie wieder aufrichten müssen.
18. Bedenket, Männer, dass oftmals ihr es wart, die in ihren
Netzen tugendhafte Frauen zu Fall gebracht haben, indem ihr in
ihnen die empfindsamen und schwachen Seiten gesucht habt. Doch
jene Spiegel, die klar waren und die heute trübe sind, sollt ihr dazu
bringen, dass sie erneut die Reinheit und Schönheit ihrer Seele
widerspiegeln.
19. Warum verachtet ihr heute eben jene, die ihr früher zu
einem verkommenen Leben verführt habt? Weshalb beklagt ihr euch
über die Entartung der Frau? Begreift, dass, wenn ihr sie auf den
Weg meines Gesetzes geführt hättet, welcher das Gesetz des
Herzens und des Geistes, der Achtung und der Nächstenliebe ist,
indem ihr sie mit der Liebe liebet, die erhebt, und nicht mit der
Leidenschaft, die herabwürdigt, so hättet ihr keinen Grund, zu
weinen und euch zu beklagen, und sie wären nicht zu Fall
gekommen.
20. Der Mann sucht und erwartet bei der Frau Tugenden und
Schönheit. Doch wieso verlangt ihr das, was ihr nicht verdient? Ich
sehe, dass ihr noch immer große Verdienste zu haben glaubt, obwohl
ihr nur wenige habt. Baut mit euren Werken, Worten und Gedanken
wieder auf, was ihr zerstört habt, und gebt der Ehrenhaftigkeit, der
Moral und der Tugend den Wert, den sie haben.
21. Wenn ihr euch in dieser Weise bemüht, Männer, helft ihr
Jesus bei seinem Rettungswerk, und euer Herz wird von Wonne
erfüllt sein, wenn ihr die Heime durch gute Gattinnen und ehrbare
Mütter geehrt seht. Eure Freude wird groß sein, wenn ihr seht, dass
die Tugend zu jenen zurückkehrt, die sie verloren hatten.
22. Die Erlösung gilt allen. Warum sollte nicht selbst der größte
Sünder erlöst werden? Deshalb sage Ich euch Männern: Arbeitet mit
Mir zusammen, um die zu retten, die ihr ins Verderben gestürzt habt,
indem ihr ihnen mit dem Lichte meiner Lehre neue Hoffnung
einflößt. Lasst meine liebevollen Gedanken ihren Verstand und ihr
Herz erreichen. Bringt ihnen meine Botschaften auch in die
Gefängnisse und Krankenhäuser, sogar zu den Orten des Morastes.
Denn dort werden sie vor Reue und Schmerz weinen, weil sie nicht
stark genug gewesen sind, als die Welt mit ihren Versuchungen sie
ins Verderben zog.
23. Jede Frau war einmal ein Kind, jede Frau war einmal
Jungfrau, deshalb könntet ihr mit Einfühlungsvermögen ihr Herz
erreichen.
24. Ich werde Mich jener Männer bedienen, die diese Tugenden
nicht befleckt haben, und ihnen diese Aufgabe anvertrauen. Denkt
daran, dass Ich euch gesagt habe: "An euren Werken werdet ihr
erkannt werden."
25. Lasst zu, dass die Seele durch die irdische Erscheinungsform
spricht.
26. Doch denen, welche die von Mir in jenes Wesen gelegten
Liebreize nicht zu achten bereit waren, sage Ich: Warum sagt ihr,
dass ihr liebt, wenn es nicht Liebe ist, was ihr fühlt? Weshalb gebt
ihr Anlass dazu, dass andere zu Fall kommen, und nichts hält euch
davon ab? Bedenkt: Was würde euer Herz fühlen, wenn man das,
was ihr mit jenen entblätterten Blumen macht, mit eurer Mutter,
eurer Schwester oder mit eurer geliebten und daher geachteten Frau
machen würde? Habt ihr einmal an die Wunden gedacht, die ihr den
Eltern von denen geschlagen habt, die sie mit so viel Liebe großgezogen
haben?
27. Fragt euer Herz in einer regelrechten Prüfung im Lichte des
Gewissens, ob man das ernten kann, was man nicht gesät hat.
28. Was bereitet ihr euch für euer zukünftiges Leben, wenn ihr
dauernd eure Nächsten verletzt? Wie viele werden eure Opfer sein?
Was wird euer Ende sein? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt viele im
Wirbelsturm eurer Leidenschaften zu Opfern gemacht; manche
gehören eurer Gegenwart an und die anderen eurer Vergangenheit.
29. Ich will, dass das Herz und der Mund, die ein Hort der
Treulosigkeiten und der Lüge waren, zu einem Hort der Wahrheit
und keuscher Liebe werden.
30. Erhellt den Weg eurer Nächsten durch das Wort und euer
Vorbild, damit ihr die Retter der gefallenen Frauen sein könnt. Ach,
wenn doch jeder von euch wenigstens eine erlösen würde! Äußert
euch nicht schlecht über jene Frau, weil das verletzende Wort,
welches eine verwundet, alle verletzen wird, die es hören ─ weil
von diesem Augenblick an auch jene zu bösen Richtern werden.
Respektiert die Handlungsweisen und die Geheimnisse anderer,
denn es ist nicht eure Sache, sie zu verurteilen. Mir sind Männer, die
in der Sünde zu Fall gekommen sind und die Ich wieder aufrichten
werde, lieber als Heuchler, die Reinheit zur Schau tragen und
dennoch sündigen. Ich ziehe einen großen Sünder, der jedoch
aufrichtig ist, der Vortäuschung einer falschen Tugendhaftigkeit vor.
Wenn ihr euch schmücken wollt, sollen es die Festkleider der
Aufrichtigkeit sein.
31. Wenn ihr eine tugendhafte Frau mit hohen Gefühlen findet
und euch unwürdig fühlt, zu ihr zu kommen, obwohl ihr sie liebt,
und wenn ihr sie daraufhin demütigt und verachtet und, nachdem ihr
gelitten und eure Verfehlung eingesehen habt, euch ihr zuwendet,
um Trost zu finden, so werdet ihr vergeblich an ihre Türe klopfen.
32. Wenn alle Frauen, die im Leben jedes einzelnen Mannes
eine Rolle gespielt haben, von ihm das Wort und das Gefühl der
Liebe, der Achtung und des Verständnisses empfangen hätten,
befände sich eure Welt nicht auf der Höhe der Sünde, auf der sie
ist.
33. Behandelt eure Ehefrau nicht schlecht, seid barmherzig, sie
ist Teil von euch selbst. Ich habe euch gesagt: "Liebet einander."
Beginnt bei eurer eigenen Familie, denn dann werdet ihr auch die
anderen lieben und verstehen.
34. Der Meister der Liebe und des Friedens hat euch mit seinem
Worte voller Herzlichkeit, aber auch der Gerechtigkeit erschüttert.
Denn wenn Ich immer mit Sanftmut zu euch sprechen würde, wäre
mein Werk nicht vollständig. Manchmal bin Ich ein Frühlingslüftchen,
das liebkost, und manchmal ein Herbststurm, der peitscht.
Der Grund dafür ist, dass ihr euch zuweilen allzu groß fühlt. Ihr
fühlt euch geliebt und bewundert, doch in Wirklichkeit seid ihr eitel,
egoistisch und herzlos. Ihr kennt euer Elend nicht, das nur Ich euch
klargemacht habe, damit ihr eure Unreife erkennt.
35. Fangt an zu denken, zu wirken und zu leben, die Menschheit
benötigt neue Männer und Frauen, die ihr mit dem Beispiel ihrer
guten Werke den Weg zur Erlösung zeigen.
36. Menschen, Menschen, die ihr euch alle aneinander stoßt!
Ich habe euch angetroffen, wie ihr eure Bosheit leugnet und euch
mit dem brüstet, was ihr für Größe haltet, während ihr eure
Schandflecken verbergt. Doch Ich sage euch, dass der Mensch, der
sich für lobenswert hält in seiner scheinbaren Größe, ein seelisch
Armer ist. Und denen, die aus Mangel an Tugenden über die Fehler
der anderen lästern und fremde Verfehlungen richten, muss Ich
sagen, dass sie Heuchler sind und der Gerechtigkeit und Wahrheit
sehr ferne sind.
37. Nicht nur jene morden, die das Leben des Körpers nehmen,
sondern auch die, die das Herz durch Verleumdungen zerreißen.
Jene, die die Gefühle des Herzens, den Glauben, das Ideal töten,
sind Mörder der Seele. Und wie viele von ihnen leben frei, ohne
Gefängnis und ohne Ketten.
38. Wundert euch nicht, dass Ich so zu euch spreche, denn Ich
sehe unter euch zerstörte Heime, weil ihr, eure Pflichten missachtend,
außerhalb von ihnen neue Verpflichtungen eingegangen
seid, ohne euch um den Schmerz und die Verlassenheit eurer
Angehörigen zu kümmern. Seht euch um, wie viel zerstörte Heime
gibt es, wie viele Frauen im Laster, und wie viele Kinder ohne Vater.
Wie könnten in jenen Herzen die Zärtlichkeit und Liebe existieren?
Meint ihr nicht, dass derjenige, der das Glück jener Menschen
abgetötet und das zerstört hat, was heilig war, ein Verbrecher ist?
39. Ihr habt euch derart an das Böse gewöhnt, dass ihr selbst die
Menschen, die jene neuen Todeswaffen erfinden, groß nennt, weil
sie in einem Augenblick Millionen Menschenleben vernichten
können. Und ihr nennt sie sogar Gelehrte. Wo bleibt da eure
Vernunft? Groß kann man nur durch den Geist sein und gelehrt nur
der, der auf dem Weg der Wahrheit wandelt.
40. Verwechselt nicht die Kriegstreiber mit den Großen Genies,
damit ihr eure Bewunderung nicht denen gebt, die nur Böses in ihrer
Seele tragen, auch wenn sie äußerlich eine Würde zur Schau tragen,
die sie nicht haben. Wenn ihr einen Augenblick lang die Stimme der
Vernunft und des Gewissens vernehmen würdet, würde sie diese von
ihrem Sockel stoßen. Doch dem Entarteten ist nicht daran gelegen,
sich so zu erkennen, wie er ist, und wenn er für einen Augenblick
den erbärmlichen Menschen erblickt, den er in sich trägt, zieht er es
vor, seine Gedanken auf etwas anderes zu richten. Es ist ihm
unangenehm, seine Fehler zu erkennen und zu bewerten.
41. Ach ihr Menschen der Erde, wann werdet ihr endlich die
Botschaft jener inneren Stimme des Gewissens vernehmen, die sich
auf Schritt und Tritt erhebt, um euch eure unwürdigen Taten
vorzuwerfen.
42. Ihr hört Mir aufgewühlt zu, und zwar deshalb, weil ─ wenn
die Wahrhaftigkeit Christi spricht ─ der Mensch in Erkenntnis seiner
Verschuldungen verstummt.
43. Heute habe Ich euch dazu inspiriert, die Frau zu retten, die
auf ihrem Wege gestrauchelt ist; und wenn ihr Mir dann diejenige
vorführt, die ihr gerettet habt, werde Ich ihr eine Blume, Segen und
sehr großen Frieden geben, damit sie nicht nochmals zu Fall kommt.
44. Wenn ihr diese Aufgabe so erfüllt, werden jene Wesen, die
durch die Welt verwundet wurden, die Liebe Jesu in ihre Herzen
einziehen fühlen.
45. Ich werde es vernehmen, wenn sie Mir in ihrem Gebete
sagen: "Mein Vater, schau nicht auf meine Sünde, sieh nur meinen
Schmerz an. Richte nicht meine Verdorbenheit, blicke nur auf mein
Leid." In diesem Augenblicke wird auf jenes gequälte Herz mein
Trost herabkommen, und es wird sich mit Tränen reinigen. Wenn ihr
nur wüsstet, dass das Gebet des Sünders stärker empfunden ist als
das des Stolzen, der sich für gerecht und rein hält.
46. Unter den Scharen, die mein Wort vernehmen, sind auch
jene Frauen, von denen Ich zu euch gesprochen habe. Mein Mantel
hat sie vor euren Blicken und euren Urteilen geschützt, denn auch
sie habe Ich an die große Festtafel des Geistes gesetzt.
47. Ich habe sie zu diesem Fest der Liebe und Vergebung
gerufen, damit sie in meiner Gegenwart die Liebe fühlen, die sie
gesucht und unter den Menschen nie gefühlt und gefunden haben.
48. Auf jene betrübten Herzen wird meine Zärtlichkeit herabströmen
und zu ihnen sprechen, und sie werden Mich fühlen und
Mir glauben.
49. Dann werdet ihr sehen, wie das Werk beschaffen ist, das
befleckt, und wie das, das erlöst. Ihr werdet die Wunder erleben, die
die wahre Liebe vollbringt, und so werdet ihr eurem Herrn helfen,
das wiederherzustellen, was ihr selbst zerstört habt. Das, was ihr
beschmutzt habt, werde Ich reinigen. Dann werden jene gefallenen
Blümchen mit ihrer Tugend und ihrem Duft wieder den Altar des
Universums schmücken.
50. Seht, wie Ich Sünder freispreche durch die Lippen von
solchen, die gleichfalls Sünder sind!
51. Doch ihr Frauen, die ihr euch höheren Gesellschaftsklassen
anzugehören glaubt und euch schämt, euch jenen zu nähern, die
gesündigt haben ─ wehe euch, wenn ihr euch dadurch beleidigt
fühlt, weil ihr nicht begriffen habt, dass ihr geistig alle gleich seid!
Viele von euch haben zwar körperlich nicht gesündigt, doch sehr
wohl in Gedanken, und wie viele andere von euch haben ihre
Fehltritte zu verheimlichen verstanden! Wenn ihr also gesündigt
habt ─ weshalb empört ihr euch? Ich sage euch, dass sowohl
Mädchen, als auch Ehefrauen und Mütter um das edle Ideal ringen
müssen, das Ich euch an diesem Tage inspiriert habe.
52. Dies ist die Unterweisung, die euch der Meister mit seinem
Worte gibt, das euch Kraft und Liebe schenkt. Arbeitet und liebt,
damit euer Herz den Frieden und die geistige Glückseligkeit erlangt,
von der Ich zu euch in der Bergpredigt gesprochen habe.
53. Nicht Ich komme zu euch herab, sondern ihr erhebt euch bis
zu der "Wolke", um meine Stimme zu hören.
54. In der Dritten Zeit ist das "Göttliche Wort" nicht Mensch
geworden, es ist in geistiger Form zu euch gekommen. Dieser Teil
der Erde, in dem ihr lebt, ist heute der dazu bestimmte gewesen, die
Erfüllung meiner Verheißungen und Ratschlüsse zu empfangen. Hier
schreibe Ich zurzeit das dritte meiner Testamente, und hier
versammelte Ich euch, damit ihr Mich erwarten würdet. Denn ihr
seid die gleichen wie die in vergangenen Zeiten.
So, wie ihr Mich in dieser Zeit erwartet habt und euer Warten
schmerzlich war, voller Sehnsucht, nur vom Lichte meiner Verheißung,
zurückzukehren, ermutigt, ebenso habt ihr in der Ersten
Zeit, als die Ketten eurer Knechtschaft rasselten, die Leiden der
Heimatlosigkeit ertragen, getragen von der Hoffnung auf meine
euren Vorvätern gegebene Verheißung. Ich stellte euren Glauben auf
die Probe, ihr erwarbt Verdienste des Durchhaltevermögens, und
schließlich habt ihr als Belohnung den Besitz des Gelobten Landes
erlangt.
55. Ihr habt ein neues Leben entdeckt. Das Volk vergaß seine
frühere Sklaverei. Die falschen Götter blieben ihm fern. Die Unterdrückung
und Knechtschaft war vorüber, und jedes Kind Israels
öffnete seine Augen, um zu sehen, dass die Sonne sein war, die
Kinder sein waren, die Felder ihm gehörten; dass das Brot ihm gut
schmeckte, und Früchte im Überfluss da waren.
Ihr habt einen großen Fortschritt erreicht, solange ihr innerhalb
der Grenzen meines Gesetzes lebtet. Doch die Kunde von eurem
Glanz gelangte zu anderen Reichen und erweckte deren Besitzgier,
und als Zwietracht unter den Stämmen des Volkes aufkam, fielen
andere Völker über euch her, um euch erneut zu Knechten und
Tributpflichtigen von Reichen und Imperien zu machen.
56. Meine Gerechtigkeit entriss euch jenes Land, rettete jedoch
zugleich eure Seele, um sie zu läutern und auf der Suche nach
diesem Erdenwinkel auszusenden, der jenem gleicht, den ihr
besessen habt, und dessen jungfräulicher Schoß euch Milch und
Honig beschert hat und reich an Segnungen gewesen ist.
57. Zu ihm bin Ich im Verlangen nach euch gekommen. Hier ist
erneut meine Gegenwart unter euch und erleuchtet und ermutigt
euch, damit ihr nicht noch einmal Sklaven der Welt, noch der
niederen Leidenschaften werdet. Die Ketten, die ihr zerbrochen
habt, dürfen euch nicht noch einmal niederzwingen, und selbst wenn
ihr euer menschliches Leben unterdrückt fühlen solltet, so wird doch
eure Seele frei von Ketten sein, sodass ihr euch emporrichtet und
meine Wahrheit schaut.
58. Fasst alle eure Leiden und Missgeschicke als den Schmelztiegel
auf, der euch läutert, oder als den Amboss, der euch stählt, um
auf dem Wege des Aufstiegs und der Läuterung eurer Seele stark zu
sein.59. Ich weiß, dass ihr leidet, denn Ich koste von eurem täglichen
Brot und finde es bitter. Ich betrete euer Heim und fühle keinen
Frieden darin. Ich suche euch im Winkel eures Nachtlagers auf und
treffe euch weinend an. Dann lasse Ich euch meine Gegenwart
fühlen und gebe euch meine Kraft, damit ihr nicht unter der Last des
Schmerzes zusammenbricht. Ihr lebt mit dem angstvollen und weltweiten
Ach und Weh, aber von euren Lippen wird niemals eine
Gotteslästerung kommen.
60. Wenn die Tage der Prüfung einmal vorüber sind, werdet ihr
überrascht sein, dass ihr sie heil überstanden habt, und ihr werdet
erkennen, dass Ich immer mit euch war.
61. Ich habe euch in dieser Zeit herbeigerufen, um euch eine
neue Gelegenheit zur Erfüllung eurer Mission zu bescheren. Denn
ihr sollt alle eure Mitmenschen an eurem Erbe teilhaben lassen, da
Ich alle gleichermaßen liebe.
62. Den vollkommenen Frieden für eure Seele werdet ihr
finden, wenn euer Kampf im "Geistigen Tale" endet. Derzeit seid ihr
Soldaten, die für diese Sache kämpfen, und ihr dürft nicht schlafen.
63. Dieses spiritualistische Volk lebt unbekannt. Die Welt hat
keine Kenntnis von eurer Existenz, die Mächtigen nehmen euch
nicht zur Kenntnis. Aber es naht der Kampf zwischen Spiritualisten
und Christen, zwischen Spiritualisten und Juden. Dieser Kampf ist
für die Gültigkeit meiner Lehre in der ganzen Menschheit notwendig.
Dann wird das Alte Testament mit dem Zweiten und Dritten
Testament in einer einzigen Essenz vereinigt werden.
64. Vielen von euch mag dies unmöglich erscheinen, doch für
Mich ist es das natürlichste, richtigste und vollkommenste.
65. Als Ich als Mensch unter euch lebte, war die Kirche Moses'
durch Fürsten, Priester und Schriftgelehrten eingeführt und
repräsentiert, die, obwohl sie die Prophetien besaßen und vom
Kommen des Messias wussten, ihre Augen nicht öffneten, um meine
Zeichen zu erblicken, noch ihre Herzen öffneten, um meine Gegenwart
zu fühlen. Doch als sie mein Wort vernahmen, schlugen sie ihre
Augen nieder, weil ihr Geist ihnen bewusst machte, dass sie vor
dem Richter standen. Aber weil sie nicht vorbereitet waren, konnten
sie sich meine Gegenwart in jener Form nicht erklären, und da sie
an Mir zweifelten, brachten sie auch das Volk zum Zweifeln.
66. Wie wenige fühlten Mich! Wie wenige bekannten, als sie
Mich sahen, dass Ich der Sohn Gottes sei!
67. Nach meinem Opfertod begann der Kampf. Die Verfolgung
war groß für die, die Mir auf dem Wege des Schmerzes, der
Verleumdung und der Gefangenschaft bis zum Tode nachfolgten. Sie
wurden aus ihrem eigenen Lande vertrieben und wanderten durch
fremde Nationen, wobei sei meinen Samen aussäten, der auf
fruchtbare Felder fiel, auf denen er keimte, erblühte und Früchte
trug.68. Als die Jünger der Lehre Christi erstarkt waren, suchten sie
die Vereinigung mit den "Ersten", indem sie ihnen auseinandersetzten,
dass der Gott, der durch Moses das Gesetz übergab, der
gleiche war wie der, der durch den Mund Christi sprach.
69. Die Auseinandersetzung war intensiv und wurde mit Blut
besiegelt. Doch am Ende derselben erfüllte sich mein Wille, als die
Testamente der Ersten und der Zweiten Offenbarungszeit zu einem
einzigen Werke vereinigt wurden.
70. Deshalb sage Ich euch, dass, bevor die Offenbarung der
Dritten Zeit mit den früheren Testamenten vereinigt wird, ihr die
große geistige Schlacht überstehen müsst, die angekündigt ist.
71. Wundert euch nicht darüber, dass die Vereinigung der drei
Testamente nicht in der Nation vollzogen wird, die in der Dritten
Zeit für diese Offenbarungen bestimmt war. Auch die Vereinigung
des Ersten Testaments mit dem Zweiten geschah nicht in Judäa.
Erinnert euch, dass auch Ich in meinem Heimatland kein Prophet
war.
72. Seid nicht darauf aus, dass sich die Wundertaten der
vergangenen Zeiten wiederholen. Dringt in den Kern meiner
Unterweisungen ein, damit ihr entdeckt, dass Ich zu allen Zeiten mit
dem einen Ziel gekommen bin, euch zu erlösen.
73. Ich sage euch noch einmal: Vergesst nicht das Gesetz
aufgrund der Traditionen. Ich beseitigte viele Traditionen, doch
lehrte Ich die Erfüllung des Gesetzes. Doch wenn Ich in den letzten
Stunden, die Ich als Mensch mit euch verbrachte, das Brot und den
Wein segnete und sie (symbolisch!) in meinen Körper und in mein
Blut verwandelte, damit ihr euch durch sie an Mich erinnern und
Mich in euren Herzen tragen würdet, so müsst ihr heute erkennen,
dass ihr in dieser Dritten Zeit keine Symbole mehr nötig habt, weil
Ich euch meinen Körper und mein Blut geistig in meiner
Unterweisung darbringe.
74. Heute will Ich, dass euer Herz für euren Mitmenschen Brot
und Wein ist, indem ihr ihn liebt, ihn erleuchtet, ihn zur Wahrheit
und zur Liebe auferweckt.
75. In keiner Zeit bin Ich als Geistlicher gekommen, niemals
habe Ich Riten bei euch zelebriert. Ich bin nur der Meister gewesen,
der euch seine Lehren in Gleichnissen gab.
76. Heute tritt die Menschheit nach und nach in die geistige
Zubereitung ein, die Großen der Erde beugen sich langsam, wenn
sie ihr Werk begreifen. Doch noch ist es nicht an der Zeit, dass der
Schmerz von dieser Welt genommen wird. Denn die Menschen
würden sich erneut gegen Mich erheben, indem sie die Wissenschaft
und die Naturkräfte als Werkzeuge der Rache benutzen würden.
Daher wird der Leidenskelch noch eine Zeitlang getrunken werden.
77. Wenn die Menschheit einmal zubereitet ist, wird meine
Stimme in jedem Geiste ertönen, und die Menschen werden
erkennen, dass es keine andere Macht, keine andere Gerechtigkeit
und keine andere Weisheit gibt als die meine.
78. Lange ist die Geschichte dieser Welt, lange auch der Weg
der Menschheit ─ mit dem Ringen ihrer Völker, um den Höhepunkt
zu erreichen, nachdem der Niedergang und der Zusammenbruch
gekommen ist. Wie viel von meinen Kindern vergossenes Blut,
durch das die Erde gerötet wurde, wie viele Tränen von Männern,
Frauen und Kindern! Wie viele Sünden und Verfehlungen! Aber
auch: Wie viele Beweise von Liebe habe Ich empfangen, wie viel
Tugend habe Ich gesehen! Doch nachdem ihr so lange gelebt habt,
habt ihr immer noch nicht das Friedens- und Erlösungsziel
erreicht.
79. Noch sind die "letzten Gefechte" mit ihren Bitternissen und
die "letzten Wirbelstürme" nicht eingetroffen. Noch steht aus, dass
alle Kräfte in Aufruhr geraten und die Atome in einem Chaos
herumwirbeln, damit nach alledem eine Lethargie, eine
Erschöpfung, eine Traurigkeit und ein Ekel eintritt, die den
Anschein des Todes erwecken. Doch dies wird die Stunde sein, in
der in den empfindsam gewordenen Geistseelen der vibrierende
Widerhall einer Posaune vernommen wird, der euch vom Jenseits
aus ankündigt, dass unter den Menschen guten Willens das Reich
des Lebens und des Friedens naht. Bei jenem Schall werden "die
Toten auferstehen" und Reuetränen vergießen, und der Vater wird
sie als die "Verlorenen Söhne" empfangen, die von der langen Reise
ermüdet und vom großen Kampfe ermattet sind, und wird ihre Seele
mit dem Kuss der Liebe versiegeln.
80. Von diesem "Tage" an wird der Mensch den Krieg verabscheuen.
Er wird den Hass und den Groll aus seinem Herzen
verbannen, wird die Sünde verfolgen und ein Leben der Wiedergutmachung
und des Wiederaufbaus beginnen. Viele werden sich
von einem Lichte inspiriert fühlen, das sie zuvor nicht schauten, und
werden aufbrechen, um eine Welt des Friedens zu schaffen.
81. Es wird erst der Anfang der Zeit der Gnade sein, des
Zeitalters des Friedens.
82. Die Steinzeit liegt bereits weit zurück. Das Zeitalter der
Wissenschaft wird auch vorübergehen, und dann wird unter den
Menschen das Zeitalter des Geistes erblühen.
83. Der Brunnquell des Lebens wird große Geheimnisse
offenbaren, damit die Menschen eine Welt errichten, die stark ist in
der Wissenschaft des Guten, in der Gerechtigkeit und in der Liebe.
Mein Friede sei mit euch!

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