BWL - Band VIII - Unterweisung 233

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 233

1. Das Licht meines Geistes sei mit euch.
2. Jünger, die ihr mit euch selbst kämpfend herbeikommt, die
ihr die geistige Ewigkeit anstrebt und mit euren Werken nicht
zufrieden seid ─ bereitet euch vor. Denn wenn es auch ganz richtig
ist, dass ihr das, was eure Seele ersehnt, nicht erlangt habt, noch die
Früchte eurer Arbeit gesehen habt, so sage Ich euch dennoch, dass
ihr Erhebung und Fortschritt erreicht habt. Dies werdet ihr in jenem
Leben, das euch erwartet, bestätigt finden, in welchem ihr die volle
Kenntnis eures geistigen Fortschritts haben werdet. Dort werdet ihr
fühlen, dass die Liebe des Meisters wirklich in euer Wesen
eingedrungen ist, und dass das Gefühl der Barmherzigkeit gegenüber
denen, die leiden, sich in eurer Seele gefestigt hat. Dies wird
die von euch eingebrachte Ernte nach den verschiedenen
Reinkarnationen sein, die ihr gehabt habt.
3. Das "Geistige Tal" wird von Lichtgeistern bevölkert sein,
deren Tugenden im Dienste des Guten und des Fortschritts der
Menschheit sein werden.
4. Diejenigen, die sich auf dieser Welt wirklich vorbereiten und
ihre Mission mit wahrer Barmherzigkeit und Liebe vollziehen,
werden nicht darauf aus sein, die Vollendung ihres Werkes zu sehen,
um das Triumpfgeschrei zu vernehmen. Denn wer sich danach
sehnt, hat noch viel Materielles und wenig Geistiges an sich.
5. Wenn Ich euch gesagt habe, dass ihr eurem Leibe die
Bedeutung und den Platz geben sollt, den er in eurer Bestimmung
hat, so hat sich dies darauf bezogen, dass ihr ihn zu führen versteht,
damit er ein Werkzeug für eure Vervollkommnung sei. Denn es ist
eure Seele, die zu Mir gelangen muss.
6. Seht, wie einfach meine Lehre in jeder Hinsicht ist. Daher
sage Ich euch, dass ihr niemals versuchen sollt, sie zu
verkomplizieren. Seht, wie Ich euch die Art und Weise, ihr gerecht
zu werden, erleichtere. Doch in dem Maße, in dem ich sehe, dass ihr
meine Unterweisung geistig erfasst, mache Ich euch eure
Verantwortung fühlbar, die ihr damit übernehmt. Je unwissender ein
Mensch hinsichtlich meiner Unterweisung ist, desto geringer ist
seine Verantwortung.
7. Warum gibt es welche, die bei Mir gewesen waren und Mich
verließen? Warum vertauschen sie Mich für Befriedigungen, die
ihrer Seele schaden? Und wenn Ich sie auf ihrem Wege erreiche und
sie rufe, sagen sie Mir schließlich in ihrer Undankbarkeit, dass sie
Mich nie gesehen noch gefühlt haben. Wie konnten sie schon so
bald der Meinung sein, Den vergessen zu haben, der Schritt für
Schritt mit ihnen geht ─ Den, der ihnen in der Stunde der Prüfung
und in den Wechselfällen des Lebens beigestanden ist ─ Den, der in
jenen Augenblicken dem gequälten Herzen die himmlische
Harmonie meiner Liebkosung und meines göttlichen Friedens
gebracht hat, der ihm sagt: "Komm zu Mir, ruhe dich bei Mir aus,
folge Mir nach, Ich bin der Himmel, den du suchst." In jenem
Augenblick hat sich dieses Herz von einer Gefühlswallung ergriffen
gefühlt, weil es festgestellt hat, dass der Mensch nicht allein ist auf
seinem Wege, und ein Gebet der Liebe hat sich ihm entrungen, das
eine Danksagung für den Meister war. Ist es möglich, dass jemand
diese Beweise meiner Liebe vergessen kann? Ist es möglich, dass
jemand, nachdem er sie empfangen hat, leugnet, Mich empfunden
zu haben?
8. Ihr, die ihr Mir zuhört, fragt Mich: "Meister, wie kann ich
wissen, was gut und was schlecht ist?" Darauf antworte Ich euch:
Ich bin die Göttliche Gerechtigkeit, und als Gerechtigkeit bekunde
Ich Mich in jedem von euch durch das Gewissen, welches Licht
meines Göttlichen Geistes ist. Dies ist die "Stimme" Gottes im
Menschen, und da es im Menschen Fähigkeiten gibt, die ihn dazu
befähigen, jene "Stimme", deren "Rufe" und Urteile zu verstehen,
kann sich niemand damit rechtfertigen, dass er den Weg des Guten
nicht kennt, welcher das Gesetz der Liebe und die Gerechtigkeit ist.
Welches sind jene Fähigkeiten oder Eigenschaften, die dem
Menschen ermöglichen, die Stimme seines eigenen Führers und
Richters zu vernehmen? Die Intuition, die Vernunft, die Gefühle.
9. Wer schlecht handelt, tut dies daher nicht, weil er keine
Ohren hat, um jene Stimme zu vernehmen, sondern deshalb, weil er
sie verschlossen hat, um nicht sein eigenes Urteil zu vernehmen. Es
ist nicht, weil er keine Augen hat, um den guten Weg zu erkennen,
sondern deshalb, weil er sich absichtlich blind gemacht hat, um auf
dem Pfade zu gehen, den er in seinem Eigenwillen geschaffen hat.
10. Euch sage Ich: Warum die liebevolle und harmonische
Stimme Gottes zum Schweigen bringen, die durch euer Gewissen zu
euch spricht, obwohl sie euch immer sicher auf den Weg des Guten
führt?
11. Oftmals lässt euch das "Fleisch" wie ein dichter Schleier
nicht das Licht der Wahrheit erblicken. Deshalb sage Ich euch, dass
ihr jene Stimme in all ihrer Klarheit vernehmen werdet, wenn ihr
bereits vom Körper befreit seid. Jener Augenblick kann der der
höchsten Seligkeit für die Seele sein, die zur Erfüllung ihrer Mission
auf Erden gelangte, oder auch der unendlichen Schmerzes, wenn sie
ihre Fehler feststellt und ihre Flecken sieht, die sie einen neuen
Körper wünschen lässt als eine Gelegenheit, den Weg von neuem zu
beginnen. Dann offenbart sich die Gerechtigkeit des Vaters, die die
Liebe als Ursprung hat, als Macht, indem sie der Seele einen neuen
menschlichen Körper gewährt, um ihre Bestimmung zu erfüllen.
12. Wie viele Gelegenheiten wie diese habe Ich jedem von euch
gewährt, damit ihr am Ende der Zeiten zu Mir gelangt, da ihr als
Kinder zu Mir gehört. Doch Ich will nicht, dass ihr nur aus
Barmherzigkeit und Liebe zu Mir gelangt, sondern dass es auch
aufgrund eurer Verdienste geschieht, damit ihr euch würdig erweist,
die ganze Herrlichkeit meines Werkes zu besitzen und zu
schauen.
13. Wahrlich, Ich sage euch, im Himmel ist bei der Ankunft
eines bekehrten Sünders mehr Freude, als wenn hundert Gerechte in
ihn eingehen. Es ist der Sieg des Guten über das Böse, wenn die in
die Finsternis gefallene Seele ihre Größe zurückgewinnt.
14. Ich spreche zu euch in dieser Weise, um all jene
schwärmerischen Glaubensvorstellungen bei euch zu beseitigen, die
euren seelischen Entwicklungsweg hemmen. Denn meine Lehre ist
euch von ihren Auslegern nicht klar dargestellt worden.
15. Volk, sei stark gegenüber dem Schmerz. Wenn ihr erst
einmal zum Verstehen gelangt, werdet ihr Mir dafür dankbar sein,
euch geprüft zu haben.
16. Nähert euch Mir und hört Mir zu, denn in meinem Worte
werde Ich euch geistig nähren.
17. Meine Unterweisung in dieser Zeit hat das Wunder
vollbracht, euch zu Menschenscharen zu machen, die begierig nach
Licht sind.
18. In der Stille eures Herzens habt ihr den Meister vernommen,
und bei Ihm habt ihr euch von den weiten Wegen ausgeruht, von
denen ihr eure Müdigkeit und eure Schmerzen als Ernte mitbringt.
19. Das, wonach die Welt hungert, ist Liebe, Frieden, Wahrheit.
20. Bringt Einigkeit dorthin, wo Zwietracht herrscht, Licht
dahin, wo Irrtum existiert, Moral dahin, wo die Sünde wohnt, und
Balsam, wo Schmerz ist.
21. Dann werdet ihr ein klarer Spiegel sein ─ ein Spiegel,
welcher euer Geist ist, in dem sich meine göttliche Unterweisung
widerspiegelt und in dem die Menschheit ihre Unvollkommenheiten
erblickt.
22. Groß ist eure Bestimmung unter der Menschheit. Deshalb
habe Ich euch unterwiesen, damit ihr nicht strauchelt, was Grund
dafür wäre, dass eure Mitmenschen euch verurteilen würden.
23. Macht aus eurem Körper einen demütigen Diener, der sich
niemals zwischen euren Geist und den Meinen stellt, der Mir den
Dienst zu erweisen versteht, der ihm zukommt, und der zulässt, dass
euer Geist Mir die Verehrung darbringt, die ihm zukommt.
24. Die richtig verstandene Vergeistigung wird euch Kraft und
Gesundheit geben.
25. Von Anbeginn der Zeiten haben die Boten des Gesetzes und
der Lehre des Geistes den Wissenschaftler zum Gegner gehabt.
Zwischen beiden sind große Kämpfe entbrannt, und die Zeit ist
gekommen, dass Ich euch etwas zu diesen Auseinandersetzungen
sage.
26. Ich schuf diese Welt, damit sie inkarnierten Seelen als
vorübergehende Heimat diene. Aber bevor sie diese bevölkern
würden, versah Ich sie mit den Fähigkeiten des Geistes, des
Verstandes und des Willens. Ich wusste im voraus das Schicksal und
die Entwicklung meiner Geschöpfe. Ich legte in die Erde, ihr
Inneres, ihre Oberfläche und ihre Atmosphäre alle notwendigen
Elemente hinein für die Erhaltung, für den Unterhalt, die Entfaltung
und auch Erquickung des menschlichen Wesens. Doch damit der
Mensch die Geheimnisse der Natur als Quelle des Lebens entdecken
könnte, ließ Ich zu, dass seine Intelligenz erwachte.
27. So wurden dem Menschen die Anfänge der Wissenschaft
offenbart, zu der ihr alle befähigt seid, obschon es immer Menschen
mit größerer Begabung gegeben hat, deren Mission es war, der
Natur das Geheimnis ihrer Kräfte und Elemente zum Wohle und zur
Freude der Menschheit zu entreißen.
28. Auch habe Ich große Geister zur Erde gesandt, damit sie
euch das übernatürliche Leben offenbaren würden ─ jenes, das über
dieser Natur steht, jenseits der Wissenschaft. Durch diese
Offenbarungen wurde das Dasein eines universellen, starken,
schöpferischen, allmächtigen und allgegenwärtigen Wesens erahnt,
das für den Menschen ein Leben nach seinem Tode bereithält, das
ewige Leben der Seele.
29. Doch da die einen geistige Missionen und die anderen
wissenschaftliche Missionen mit sich brachten, haben sich die einen
und die anderen, die Religionen und die Wissenschaft, zu allen
Zeiten als Feinde im Kampfe gegeneinander erhoben.
30. Heute sage Ich euch, dass Materie und Geist keine gegensätzlichen
Kräfte sind; zwischen beiden soll Harmonie herrschen.
Licht sind meine geistigen Offenbarungen, und Licht sind auch die
Offenbarungen und Entdeckungen der Wissenschaft. Doch wenn ihr
von Mir gehört habt, dass Ich das Werk der Wissenschaftler oft
beanstande, dann deshalb, weil viele von ihnen die Energie, die
früher unbekannten Elemente und Kräfte der Natur für verderbliche
Zwecke der Zerstörung, der Feindseligkeiten, des Hasses und der
Rache, der irdischen Herrschaft und maßlosen Machtstrebens
missbraucht haben.
31. Ich kann euch sagen, dass es Mir bei denen, die ihre Mission
mit Liebe und guten Absichten ausgeführt haben ─ bei jenen, die
respektvoll und demütig in meine geheimen Schatzkammern
eingedrungen sind, Freude bereitet hat, ihnen große Geheimnisse
zum Wohle meiner Tochter, der Menschheit, zu offenbaren.
32. Die Wissenschaft hat die Menschheit seit Anbeginn der Welt
dazu veranlasst, den Pfad des materiellen Fortschritts zu
beschreiten, auf welchem Wege der Mensch auf Schritt und Tritt die
Früchte der Wissenschaft gefunden hat ─ die einen süß und die
anderen bitter.
33. Jetzt ist die Zeit da, in der ihr begreifen müsst, dass alles
Licht meinem Geiste zugehörig ist, dass alles, was Leben ist, von
meiner Göttlichkeit stammt, weil Ich die geheime Schatzkammer,
der Urquell und der Ursprung der ganzen Schöpfung bin.
34. Jene Kämpfe des Geistigen gegen das Wissenschaftliche
werden aus dem Leben der Menschen verschwinden bis zu dem
Grade, dass das Spirituelle mit der Wissenschaft in einem einzigen
Lichte vereint wird, das den Weg des Menschen bis in die
Unendlichkeit erhellt.
35. Ihr beginnt jene Zeit vorzubereiten. Denn der Spiritualismus
hat eine weltumspannende Mission zu erfüllen. Er wird es sein, der
allen Menschen das wahre Leben offenbart.
36. Stellt euch eine Menschheit vor, die ihre Wissenschaft, ihr
Talent in den Dienst derselben stellt, die ohne Schwärmerei noch
Abgötterei Gott eine wohlgefällige Verehrung darbringt, in der
selbst die Vergnügungen heilsam sind, und deren Freuden für Körper
und Seele gesund sind ─ dann werdet ihr eine neue, geistig
hochstehende Welt, Moral und Wissenschaftlichkeit haben. Man
wird das Leben des Nächsten respektieren und nicht über das eigene
verfügen. Denn jene Menschen werden begreifen, dass sie nicht
Herren ihrer selbst sind, und dass der einzige Eigentümer von allem
Ich bin.
37. Vorherbestimmt sind jene, die in jenen Gnadenzeiten auf der
Welt leben werden. Das, was ein Tränental war, ein Feld der
Zerstörung und des Todes, wird in ein Tal des Friedens verwandelt
sein.38. Es wird eine für die Entfaltung und das Erblühen der
Geistesgaben günstige Zeit sein. Dann wird die Wissenschaft die
Aufwärtsentwicklung der Seele nicht hemmen, sondern ich werde
ihr ermöglichen, noch mehr in meine Geheimnisse einzudringen, wo
Ich ihr große Geheimnisse zum Wohle der Menschheit offenbaren
werde.
39. Mein Geist wird sich wie immer an den guten Werken
meiner Kinder erfreuen, seien sie geistig oder wissenschaftlich oder
Früchte ihrer Empfänglichkeit für die Schönheit.
40. Dies Volk hier wird den Weg bereiten. Aber ihr werdet jene
Zeit nicht mit den Augen eures Erdenkörpers schauen.
41. Von euch wird kein erlösender Ruf ausgehen, nicht einmal
einer zur Vereinigung dieses Volkes. Es wird mein Wort sein, das
euch vereinigt und erlöst.
42. Wenn meine Kundgabe 1950 endet, will Ich Mich in eurem
Heiligtum einfinden. Dort, in eurem Herzen, wird für Mich der
Thron der Liebe sein, den mein Volk Mir errichten soll. Ihr wollt
doch nicht, dass Ich Mich an einem Kreuz, an einem Pranger oder in
einem Gerichtshof präsentiere.
43. Lasst nicht zu, dass die Zeit diese Worte auslöscht, damit ihr
aus ihnen das Große Buch der Weisheit eures Vaters bilden könnt.
44. Betet, indem ihr mit der Seele sprecht, denn die Stimme
eures Körpers ertönt nicht im Himmel.
45. Während einige im Geiste erscheinen, weil sie nicht
körperlich kommen konnten, zeigen mir andere nur ihre körperliche
Hülle, da ihre Seele ferne weilt, mit materiellen Dingen beschäftigt.
Doch Ich habe euch gesagt, dass man sich vorbereiten muss, um
Mich zu hören. Aber Ich will, dass mein Licht wie ein geistiges
Manna überall herabströmt, wo meine Kinder sind.
46. Ich werde für diesen Tag ein Festmahl vorbereiten, damit
sich alle an ihm erquicken, die auf der Erde leben, und jene großen
Geisterscharen die im Jenseits leben.
47. Ich empfange euch im Lichte des Buches der Sieben Siegel.
Elias bereitete in dieser Zeit das menschliche Verstandesvermögen
für meine Kundgabe vor. Seit damals habt ihr in meinem Werke
immer mehr eine neue Offenbarung entdeckt. Die einen gaben
meiner Unterweisung eine richtige Auslegung, andere verdrehten
ihren Sinn, und als die Stunde kam, in der das Volk sich in
Gemeinschaften oder Versammlungsstätten verzweigte, wirkte eine
jede in der Weise, in der sie von denen, die ihnen vorausging,
unterwiesen worden war.
48. Als ihr mein Wort zum ersten Mal hörtet, war die Zahl
meiner Zuhörer klein. Unter ihnen gab es Männer und Frauen,
Erwachsene und Kinder. Jene kleine Versammlung wuchs an und
wurde zu einem Volk, und da offenbarte ich ihm, dass es geistig
"Israel" war, das verborgen und über die Welt verstreut war.
Die Zeit verging, und die Menschenscharen vervielfachten sich.
Da rief Ich sie zu einer Zusammenkunft, weil Ich entdeckt hatte,
dass ihre Herzen getrennt lebten, dass es unter ihnen keine Einigkeit
noch Harmonie gab.
49. Mein Wort offenbarte sich herrlich, und mein Herz öffnete
sich wie eine Lade, welcher das Gesetz und die Verheißungen
entströmten. Vor ihr beugte das Volk seinen Nacken und schwor mit
erhobener rechter Hand, dem Vater nachzufolgen, es schwor, sich zu
vereinigen. Unauslöschlich war mein Wort dieses Tages, weil es im
Geiste des Volkes niedergeschrieben blieb, ebenso wie das
Versprechen dieses Volkes als ein Neuer Bund mit dem Göttlichen
Geiste aufgefasst wurde.
50. Seit damals ringt ihr um eure Einheit, damit ein einziges
Licht und eine einzige Anbetungsform in den Herzen sei. Aber nicht
alle respektierten diesen Bund, nicht alle machten das Ideal der
Einheit und der Vergeistigung zu dem ihren, und dies hat
Wirbelstürme und Orkane über dies Volk gebracht und ließ es
manchmal schwach werden. Heute sehe Ich, dass, während die
einen für die Bewahrung der Reinheit, der Lauterkeit und Schlichtheit
dieser Lehre kämpfen, die anderen aus Mangel an Vergeistigung
diese Lauterkeit nicht verstanden haben und sie daher mit fremden
Riten und Einflüssen verschiedener Religionen befleckt haben.
51. Ich bringe den Jüngern dieser Zeit eine Lehre, deren Inhalt
die Essenz dessen ist, was Moses lehrte ─ dessen, was Jesus in die
Menschheit verströmte, und dessen, was mein Geist euch offenbart.
Doch Ich habe gesehen, dass unter euch solche sind, die meine
Wahrheit verheimlicht haben, um sich vor ihren Gemeinden als
Herren und Könige erheben zu können. Wenn sie könnten, würden
sie eine Krone auf ihrem Haupte, einen Mantel über ihren Schultern
und ein Zepter in ihrer Rechten tragen. Aber stattdessen demütigen
sie ihre Geschwister und genießen es, Tribute, Schmeicheleien und
Lobpreisungen zu empfangen.
52. Die Menschen kommen Tag für Tag zu meinen Versammlungsstätten.
Neue Menschenscharen und letzte Jünger vermehren
dies Volk. Wenn sie zu einer Gemeinde kommen, in der meine
Kinder bemüht sind, die Güte und Lauterkeit meines Werkes zu
zeigen, werden sie von Licht erfüllt und preisen sie Mich. Doch
wenn sie dahin kommen, wo Eitelkeit und Leidenschaften nisten,
geraten sie in Verwirrung, und in dieser Weise verwirrt setzen sie
ihren Weg fort. Wie könnten sie auch das chaotische Vordringen
jener "Arbeiter" aufhalten, die den Menschenmengen vorangehen?
Wie könnten sie der Welt beweisen, dass es sich um keine Sekte
oder eine neue Religion handelt, sondern um das ewige Gesetz, um
das zur Lehre gewordene Licht des Heiligen Geistes, damit es die
Menschen zur Vollkommenheit ihrer Seele führt.
53. Wenn ihr von Anfang an die Essenz meiner Lehre und ihren
Zweck verstanden hättet, gäbe es nicht so viele Verwirrte auf dem
Wege. Ihr meintet, dass eure Gaben für eure irdischen Befriedigungen
da wären, und ließet zu, dass das Licht meines Wortes
erlöschte, als es zu den Herzen gelangte. Die Stimmträger haben
mein Wort vom ersten bis zum letzten der Versammlungsstätten
übertragen, bis ihre Kehle heiser wurde, damit wenigstens die
Lautstärke ihrer Stimme eure verhärteten Herzen aufwecken und
beeindrucken würde.
54. Ihr habt erlebt, wie sich die Gemeinden wegen ihrer
Unterschiedlichkeit der Auffassungen und Vorstellungen nicht
anerkannt haben, und seid davon unberührt geblieben, ohne
irgendetwas zu unternehmen, um diese Zwietracht zu beseitigen.
Zuweilen wollt ihr euch aufraffen und eure Gemeinden zur
Rechenschaft ziehen und sie anzuweisen. Doch was könnt ihr ihnen
anweisen, wenn ihr nichts wisst?
55. Ich weiß, dass die, die gelitten und gekämpft haben, um
meine Lehre in ihrer ganzen Reinheit aufzuzeigen, in diesen
Augenblicken weinen, wenn sie diese Worte vernehmen. Sie bitten
Mich um Vergebung und um Kraft, um in der Bresche auszuharren,
und Ich gewähre allen Vergebung, Kraft und Licht.
Ich segne die Demütigen. Doch denen, die es nicht sind sage
Ich: Seid demütig, vergesst nicht, dass Ich euch mit dem Verlorenen
Sohn meines Gleichnisses verglichen habe, welcher ─ nachdem er
sein Erbe fern vom Vaterhause vergeudet hatte und er seine Hände
leer und seinen Körper erschöpft und entblößt sah ─ nach Hause
zurückkehrte im Verlangen nach den Armen seines Vaters. Dieser
empfing ihn und veranstaltete ein Fest aus Glück darüber, ihn
wieder bei sich zu haben. Da wurde jener Sohn demütig, gehorsam
und liebevoll gegenüber seinem Vater. Denn der Schmerz über seine
Verfehlungen hatte Licht in sein Herz gebracht.
Ihr jedoch, denen ich gesagt habe, dass Ich euch in dieser Zeit
wie den verlorenen Sohn empfangen habe ─ glaubt, dass es richtig
ist, dass, nachdem Ich bei eurer Ankunft ein Fest gemacht habe,
euch an meinen Tisch gesetzt und mit Gnadengaben überhäuft habe,
ihr voller Eitelkeit seid und euch meines Hauses bemächtigt?
56. Mein Wort hat eure Herzen zu bewegen vermocht, und die
einen fassen in ihm den Vorsatz, ihre Werke zu veredeln, und die
anderen den Vorsatz zur Besserung. Daraufhin sagt euch der
Meister: Die Zeit der Reinigung ist gekommen. Geht zurück zu
euren Gemeinden und entfaltet die Gaben, mit denen Ich jeden von
euch begnadet habe. Es ist mein Wunsch, dass die so vielen
Unvollkommenheiten und Entweihungen aufhören, wenn ihr euch
nicht vor der von meiner Göttlichkeit festgesetzten Zeit meines
Wortes beraubt sehen wollt.
57. Ergründet meine Worte, denkt über sie nach und brecht
danach mit dem festen Vorsatz auf, eure Fehler zu bessern,
Unvollkommenheiten zu korrigieren und Kultformen zu säubern.
Betet und wachet, noch ist Zeit, den schlechten Samen zu
vernichten, den guten zu säen und seine Frucht zu ernten.
Mein Friede sei mit euch!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161