BWL - Band 6 - Unterweisung 157


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 157:
1. Volk Israel, du offenbarst mir dein Herz. Ich will, dass du
mich als deinen Vater liebst. Mein Geist sehnt sich nach deiner
Liebe. Die Welt hat mich vergessen, und wenn sie mich sucht, tut sie
es mittels unvollkommener Kulte, und da sie keine Beweise meiner
Gegenwart hat, verliert sie ihren Glauben und wird ungläubig. Wenn
ihr jemandem sagen würdet, dass Ich derzeit zum Volke Israel
spreche, so würde er es nicht glauben, würde Beweise von mir
fordern und wäre wie Thomas. Doch Ich habe euch gesagt: "Selig,
wer ohne zu sehen glaubt."
2. Der Tempel, den Ich für mich bereitet habe, ist im Geiste des
Menschen selbst, wie Ich euch immer gelehrt habe.
3. Studiert meine Kundgebungen und denkt daran, dass Ich ein
weiteres Mal zu euch gekommen bin, weil ihr nicht zu mir zu
kommen verstandet. Obwohl ihr das Gesetz, mein Wort und die
Prophetien hattet, habt ihr eure Bestimmung nicht verstanden und
eure Mission nicht erfüllt. Wenn ihr sie richtig erfasst hättet, würdet
ihr die Ereignisse erwarten, die dies neue Zeitalter anzeigen.
4. Ich bin gekommen, euch wie in der Zweiten Zeit meine
Unterweisung zu geben. Viele werden mich nicht anerkennen, nur
jene, die sich vergeistigen, werden diese Kundgebung klar erkennen.
Ihr, die ihr mich hört, habt Mitgefühl für die Menschheit, die meine
Spur nicht entdeckt hat, und bereitet euch vor, um zu lehren, und
werdet zu Meistern. Mit welcher Freude werdet ihr bei euren
Schülern deren Glauben und Kenntnis in meiner Lehre wachsen
sehen.
5. Viele Herzen werden zu mir kommen. Die von Hochmut
erfüllt sind, werden demütig herbeikommen. Andere werden von
ihrem Gewissen geleitet ankommen, ihre Werke ermessend und mit
großer Reue. Ich erwarte sie, um sie vorzubereiten, damit ihr Geist
wie eine reine Quelle ist und mein Wort wie kristallklares Wasser,
das ihren Durst löscht.
6. Elias wurde gesandt, jene vorzubereiten, die dies Licht
empfangen sollten. Er überraschte die Menschheit, in tiefem Schlafe
befangen und taub für alles, was geistig ist. Nur einige wenige
waren vorbereitet, um die Botschaft zu empfangen. Welche Glückseligkeit
war in jenen Kindern, als sie meine Verheißung erfüllt
sahen! Und welche Liebe war in meinem Geiste für alle Menschen!
Die Jahre sind vergangen, und mein Wort voll Lebenskraft ist
herabgeströmt, um die Herzen zu nähren. Andere werden später
erwachen, wenn diese Kundgebung vorüber ist. Doch sie sollen
nicht darüber klagen, denn eine Zeit größter Gnade kommt für alle,
in der ihr bestrebt sein werdet, ohne körperliche Mittler mit mir
Zwiesprache zu halten.
7. Die Wissenschaftler werden von mir heimgesucht werden.
Viele fremdartige Krankheiten werden aufkommen, und sie werden
sie nicht zu heilen verstehen; sie werden unfähig sein, den Schmerz
zu lindern. Nur jene, die sich geistig emporwenden, werden die
Fähigkeit zum Heilen haben. Es wird Geistliche geben, die voll
Verlangen, sich zu vergeistigen, sich dem "Volk Israel" anschließen
werden. Viele, die "Erste" gewesen sind, werden "Letzte" sein. Von
vielen Institutionen und Kirchen, die nicht auf Fundamente der
Liebe gegründet gewesen sind, wird kein Stein auf dem anderen
bleiben. Ich säubere derzeit die Felder, und Ich will nicht, dass
neben dem Weizen das Unkraut wächst.
8. Besucht die Heime, wendet euch dem Krankenlager zu, steht
denen bei, die in Gefängnissen und an Sühneorten leiden, tröstet
alle, geht hin in meinem Namen und betätigt eure Geistesgaben.
9. Nehmt euch die geistige Welt zum Vorbild, eifert ihr nach in
ihrer Geduld und in ihrer Liebe zur Menschheit, in ihrem Kampf um
euer aller Wohlergehen.
10. Viele, die die Welt sehr geliebt, aber später auf mich gehört
haben, erkannten ihre Irrtümer und spürten in sich das Verlangen
wachsen, sich zu läutern. Sie durchleben einen inneren Kampf, und
hernach fragen sie mich: "Herr, ist es notwendig, das 'Fleisch' und
die Welt zu verleugnen, um zu erreichen, dass unser Geist sich
befreit?" Darauf antworte Ich ihnen: "Das Verdienst besteht nicht in
der Verleugnung des 'Fleisches', sondern darin, die Harmonie
zwischen dem Geist und dem Körper, der ihm als Hülle dient, zu
erlangen." Doch wie diese Harmonie erreichen, wenn der Geist sich
nicht zuvor von seinem Gewissen leiten lässt?
11. Meint ihr, dass Ich euren Körper als einen Feind eures
Geistes eingesetzt habe? "Nein", antwortet ihr mir. Aber so haben
sie sich immer verhalten — wie Feinde. Immer hat das eine mit dem
anderen in einem beständigen Krieg gelegen — das "Fleisch", weil
es die Welt mit ihren falschen Festgewändern bevorzugt, und der
Geist, weil er das Verlangen fühlt, sich zu befreien und einen Grad
höherer Vollkommenheit zu erreichen.
12. Nur meine Unterweisungen, die die Erläuterung des
Gesetzes sind, werden euch zur Eintracht, zur inneren Versöhnung
eures Wesens bringen können. Glaubt mir: Wenn ihr diese Schlacht
gewonnen habt, dann wird euch der ganze Weg leicht werden.
13. Ihr sollt dies so verstehen: Das "Fleisch" ist das Schiff, der
Geist ist der Steuermann. Wie sollte es richtig sein, dass das Schiff
den Steuermann lenkt, wie es ihm gefällt?
14. Aus diesem Mangel an Harmonie im Menschen sind die
großen Unwetter entstanden, bei denen in der Mehrzahl der Fälle
der Geist der Besiegte war. Doch wenn das "Fleisch" schließlich
durch die Überzeugungskraft und das Vertrauen, mit dem sich der
Geist auf sein großes Ziel zubewegt, gefügig geworden ist und ohne
Aufbegehren die Aufgabe annimmt, die ihm zukommt, und seiner
Seele nicht mehr das entzieht, was ihr zusteht, dann wird die
Harmonie zwischen den beiden Naturen erreicht sein, aus denen das
menschliche Geschöpf besteht. Ihr werdet diese Erhebung erreichen,
wenn Körper und Seele gemeinsam auf dem Pfade der geistigen
Entwicklung wandeln, den ihnen mittels ihres Gewissens die Liebe
und die Weisheit ihres Schöpfers weist. Das "Fleisch" wird sich
dann aufgrund seines Gehorsams, seiner Folgsamkeit und Sanftmut
gegenüber den Befehlen des Geistes am Kreuz des Opfers und der
Entsagung kreuzigen, um seinem Geiste die Erhebung und die
Freude zuteil werden zu lassen, seinen Platz im ewigen Leben
erreicht zu haben.
15. Die Willensfreiheit ist der höchste Ausdruck, ist das
vollendetste Geschenk der Freiheit, die dem Menschen auf dem
Lebensweg gewährt wurde, damit seine Beharrlichkeit im Guten,
die er durch den Rat des Gewissens und durch die im Kampfe
bestandenen Prüfungen erlangt hat, ihn den Schoß des Vaters
erreichen lassen soll. Doch die Willensfreiheit ist durch die
Zügellosigkeit ersetzt worden, das Gewissen wird überhört; man
hört nur noch auf die Forderungen der Welt, und die Vergeistigung
ist durch Materialismus ersetzt worden.
16. Angesichts so großer Verwirrung und einer solchen Verirrung,
wird den Menschen dieser Zeit meine Lehre absurd
erscheinen. Doch Ich sage euch, dass es die rechte Unterweisung ist,
um zu erreichen, dass die Menschen sich von der Lethargie, in die
sie geraten sind, frei machen.
17. Erdenpilger, legt euren Wanderstab und euer Reisebündel ab
und ruht euch aus von eurer langen Wanderschaft. Setzt euch her zu
mir, esst von meinem Brot und sprecht mit eurem Meister. Lasst
euren Geist in einer vollkommenen Gemeinschaft zu mir kommen.
18. Ihr seid das gleiche Volk, das mir zu anderen Zeiten im
Verlangen nach Vervollkommnung seiner Seele nachgefolgt ist,
doch jetzt fragt ihr mich überrascht: "Warum bist Du zu uns
zurückgekehrt?" Und Ich antworte euch: Es steht geschrieben, dass
der Geist meiner Kinder für alle Ewigkeit zur Rechten seines Herrn
leben wird. Doch damit ihr zu mir gelangen könnt, ist es notwendig,
dass ihr in der Nachfolge eures Meisters lernt und Verdienste
erwerbt.
19. Ich habe zu allen Zeiten meinen Samen in euch gesät, doch
wie wenige sind derer, die mich geliebt haben. Ich habe meine
Macht durch Abgesandte, durch Erwählte aus einer großen Zahl von
Geistwesen offenbart — seit dem gerechten Abel, welcher ein
Vorbild der Demut war, Joseph, dem Sohn Jakobs, welcher mit
Weisheit und Heiligkeit gesalbt war; Johannes dem Täufer, der nur
lebte, um von mir Zeugnis abzulegen, ohne irgend etwas von der
Welt zu gebrauchen, das seinem Körper oder seiner Seele geschadet
hätte. Und wie diese, die reinen Geistes waren, gibt es so viele
andere, die ihr kennt und deren Werk im Laufe der Jahre wächst und
riesige Ausmaße annimmt. Doch haben euch so viele Beweise und
so viele Rufe, die ihr in der Unendlichkeit habt verhallen lassen,
nicht genügt, weil ihr in meinen Sendboten nicht den Abglanz
meiner Göttlichkeit erkennen wolltet.
20. Ihr habt um die Gegenwart eures Herrn gebeten, um ihm
ganz nahe zu sein und seine Stimme zu hören, die in eurer eigenen
Sprache spricht, und es wurde euch gewährt, damit ihr euer
Seelenheil erlangt. Doch obwohl Ich euch so nahe war und Ich zu
meinem Volk gesprochen habe, seid ihr mir nicht nachgefolgt und
habt mich genötigt, zu euch zurückzukommen.
21. Meine Lehre der Zweiten Zeit steht im Buche eures
Gewissens geschrieben. Ich lehrte euch, die Liebkosung und die
Zärtlichkeit Marias zu lieben und zu empfangen. Ich war glücklich,
die Wärme des mütterlichen Schoßes zu spüren und auch die
Nahrung zu genießen, die ihr Busen mir darbot. Ich konnte mit ihr
fröhlich sein und teilte auch die Mühsal und das schwere Tagewerk
mit ihr. Ich empfing die Liebkosung der Strahlen des Königsgestirns
und genoß den Anblick der Berge, der Felder, des Meeres, und allem
ließ Ich meine Segnungen zuteil werden. Ich segnete die
Getreidefelder, die Gewässer und alles, was den Menschen Nahrung
gibt.
22. Ich reichte die Freundeshand, freute mich über die Unschuld
der kleinen Kinder, die Anmut und edle Gesinnung der jungen
Männer und die Herzensreinheit der Jungfrauen. Es erfüllte mich
mit Befriedigung, die Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft der
Mütter und die Tatkraft der Männer zu betrachten. Dreiunddreißig
Jahre lebte Ich auf der Welt, damit der Mensch die Vollkommenheit
und das Vorbild seines Herrn unmittelbar miterleben sollte, den er
aus der Nähe betrachten konnte, um zu lernen, mich beständig zum
Vorbild zu nehmen. Ich lehrte euch die Liebe zu Gott sowie die
Befolgung seiner Gesetze. Ich sagte euch, wie ihr eure Eltern, eure
Geschwister und eure Kinder lieben solltet, sprach zu euch von der
Liebe zwischen Ehegatten, zeigte euch den anständigen Weg der
Arbeit, der gegenseitigen Achtung und Hilfsbereitschaft, lud euch
dazu ein, in vollkommener Gemeinschaft mit dem Vater zu leben
und auch im Einklang mit der Natur.
23. Dennoch — viele waren berufen, und nur wenige waren
auserwählt. Zwölf waren es, denen Ich die Fülle meiner Weisheit
zuteil werden ließ. Sie machte Ich für das Zweite Testament
verantwortlich, für die Lehren, die beinahe alle in bildlichem Sinne
gegeben wurden, für meine unzähligen Gleichnisse; und all dies war
für immer in den Geist der Menschen geprägt, damit es weder die
Zeit, noch die wechselvollen Geschicke auszulöschen vermöchten.
24. Ich gab jenen Geschöpfen Mut, damit nichts sie einschüchtern
sollte in dem Kampfe, der sie erwartete, und sie den
Schriftgelehrten die Stirne zu bieten und sich über die menschliche
Wissenschaft hinwegzusetzen verstünden. Ich sagte meinen Jüngern:
"Ich lasse euch als Hirten der Menschen zurück, jener Herde, die
heute zerstreut ist und die in einer einzigen Hürde vereint werden
muss." Auch sagte Ich ihnen: "Erbauet den Tempel"; doch als Ich
dies zu ihnen sagte, meinte Ich nicht aus Steinen erbaute Tempel,
Ich sprach zu ihnen vom Geiste, welcher der passende "Ort" ist, um
eine Wohnung für euren Herrn zu errichten. Der Mensch kann sich
meinen Tempel nicht einmal vorstellen, denn ihn bildet das
Universum mit allen seinen Geschöpfen, und in ihm befindet sich
der wahre Altar, die Opfergabe und das Licht.
25. Das Herz meiner Jünger war zubereitet, das Gefäß war
innen und außen rein und voller Güte, Glaube und Hoffnung. So
brachen sie auf, um der Menschheit die Frohe Botschaft zu bringen.
Als sie nach meinem Abschied zu ihren Mitmenschen sprachen,
sagten sie ihnen: "Ihr alle könnt den Herrn empfangen; in seinem
Worte ist das Blut und der Körper des Meisters enthalten."
26. So sprachen sie, und Ich führte sie Schritt für Schritt. Sie
verstanden zu lehren und alle ihre Worte durch Taten zu bestätigen.
Wo immer sie waren, waren sie innerhalb des Tempels — ob in der
Wüste, in der Heimat oder in den verschiedenen Ländern, die ihr
Fuß betrat. Ihr Mund war wie ein Quell kristallklaren und
erfrischenden Wassers, der die Völker läuterte.
27. Sie trugen wie Jesus weder Krone, noch Zepter, noch
Purpurmantel; sie waren demütig. Ich sagte ihnen: "Seid demütig,
seid die 'Letzten', wohin ihr auch geht. Gebt euren Mitmenschen
alles, was ihr von mir empfangen habt, verheimlicht nichts und sorgt
dafür, dass mein Saatkorn sich mehrt und zu allen Herzen gelangt."
28. Meine Jünger achteten stets das menschliche Leben, sie
wagten niemals, meinen Platz als Richter einzunehmen. Sie wussten
eine Angelegenheit, ob gerecht oder ungerecht, mir zu überlassen,
denn nur Ich konnte sie richtig lösen. Sie fragten die Menschen
nicht, warum sie sündigten, und gegenüber allen hatten sie
Mitgefühl und Erbarmen.
29. Jetzt in der Dritten Zeit, während mein Volk sich dem Ende
meiner Kundgabe nähert, rüste Ich neue Jünger zu. Alles hat sich
nach meinem Willen vollzogen. Ich erbaue derzeit im Geiste meiner
Kinder den unzerstörbaren Tempel.
30. Präsentiert mir keine weiteren Symbole und stellt mich nicht
mehr in körperlicher Gestalt dar. Hört und befolgt nur meine
Inspirationen. Dies wird genügen, um eure Vergeistigung zu
erreichen.
31. In dieser Zeit habt ihr meine Stimme in der gleichen Weise
gehört, in der Ich sie euch in der Ersten Zeit hören ließ, in der Ich
den Geist der Menschen erbeben ließ.
32. Jetzt gebe Ich euch meine Unterweisung nicht mehr durch
Jesum, mein inkarniertes Wort. Ich habe zu euch durch menschliche
Geschöpfe gesprochen, denn nun seid ihr höherentwickelt und könnt
mich verstehen und mein Wort übermitteln.
33. Schon ist das Ende dieser Kundgebung nahe, um sie dann in
einer höheren Form wiederaufzunehmen durch den Beginn der
Zwiesprache von Geist zu Geist mit eurem Schöpfer, welche die
höheren Geistwesen gebrauchen, die bei mir wohnen.
34. Fürchtet nicht den Tag meines Abschieds, denn Ich werde
niemals ferne von euch sein. Nach meiner Himmelfahrt in der
Zweiten Zeit zeigte Ich mich meinen Jüngern, begrenzt in der
Gestalt Jesu, um ihnen Trost zu spenden. Heute wisst ihr nicht, wie
viele Tage ihr mich nicht fühlen werdet, doch am Ende derselben
werdet ihr mich wieder erblicken und werdet spüren, dass Ich euch
inspiriere, und dass eurem Verstande neue Worte zuströmen. Ich
bitte euch nur um Vereinigung, ein einziger "(Gemeinde)Körper"
und ein einziger Wille, damit ihr auf diese Weise würdig seid, zum
Ziele zu gelangen. Es werden an diesem Tage (des Abschieds) die
zwölf Stämme des auserwählten Volkes zugegen sein, die zwölf
Apostel werden euch gleichfalls begleiten, damit ihr euch durch ihr
Beispiel ermutigt fühlt. Denn wie sie lasse Ich euch wie Schafe
unter hungrigen Wölfen zurück. Doch Ich werde mit euch sein in
eurer Verfolgung, im Gefängnis, in jedem Augenblick, in dem ihr
mich benötigt.
35. Ich werde meinen Samen beschützen.
36. Ihr müsst euch noch viel Mühe geben, damit, wenn Ich dann
sehe, dass unter meinem Volke die Liebe, die Reinheit und die
Schlichtheit regiert, Ich euch als Meister der Menschheit zurücklasse.
Wenn sie euch um Unterweisung bitten, so gebt sie ihnen,
wenn sie euch zum Schweigen bringen, so schweigt in Demut. Säet
stets auf eurem Wege, wie Ich es euch gelehrt habe.
37. Liebt eure Mitmenschen, damit ihr unter ihnen die
Fundamente des Friedens und der Eintracht legt.
38. Volk, wann wirst du Frucht tragen? Viel Zeit ist schon
vergangen, seit Ich euch lehre, und noch immer erstehen nicht die
Apostel, die die Menschen so sehr benötigen für ihren geistigen
Aufbruch.
39. Kurz ist die Zeit, die euch bleibt, um mich zu hören, und es
ist erforderlich, dass ihr meine Lektionen lernt, damit es euch
leichter ist, von ihnen Zeugnis abzulegen.
40. Denkt daran: Wenn mein Wort an euch aufgehört hat, hängt
es von eurem Vorbild und euren Werken ab, ob viele der Herzen, die
nicht das Glück hatten, mich bei dieser Kundgebung zu hören, zum
Glauben erwachen und sich zu meinem Werke bekehren.
41. Ich nenne euch als ein Beispiel für diese Worte die
Bekehrung des Saulus, später Paulus genannt, der seinen Körper und
seinen Geist völlig dem Dienste seines Herrn widmete.
42. Paulus zählte nicht zu den zwölf Aposteln, er aß nicht an
meinem Tische, noch folgte er mir auf den Wegen nach, um meine
Unterweisungen zu hören. Vielmehr glaubte er nicht an mich, noch
blickte er mit freundlichen Augen auf die, die mir nachfolgten. In
seinem Herzen existierte die Idee, den Samen, den Ich meinen
Jüngern anvertraut hatte, welcher sich gerade auszubreiten begann,
zu vernichten. Aber Paulus wusste nicht, dass er einer der Meinen
war. Er wusste, dass der Messias kommen musste, und er glaubte
daran. Doch konnte er sich nicht vorstellen, dass der demütige Jesus
der verheißene Heiland sein sollte. Sein Herz war voll des
Hochmuts der Welt, und deshalb hatte er die Gegenwart seines
Herrn nicht empfunden.
43. Saulus hatte sich gegen seinen Erlöser erhoben. Er verfolgte
meine Jünger sowie die Leute, die sich an sie wandten, um meine
Botschaft von den Lippen jener Apostel zu vernehmen. Und so
überraschte Ich ihn, als er dabei war, die Meinen zu verfolgen. Ich
berührte ihn an der empfindsamsten Stelle seines Herzens, und
sogleich erkannte er mich, weil sein Geist mich erwartete. Deshalb
hörte er meine Stimme.
44. Es war mein Wille, dass jener weithin bekannte Mann sich
auf diese Weise bekehren sollte, damit die Welt auf allen seinen
Wegen jene überraschenden Werke miterleben konnte, die ihr als
Ansporn zum Glauben und zum Verstehen dienen sollten.
45. Wozu noch im einzelnen das Leben dieses Mannes durchgehen,
der von da an sein Leben der Liebe zu seinen Nächsten
widmete, inspiriert von der Liebe zu seinem Meister und seinen
göttlichen Unterweisungen?
46. Paulus war einer der größten Apostel meines Wortes, sein
Zeugnis war immer von Liebe, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und
Licht durchdrungen. Sein früherer Materialismus wurde zu einer
sehr hohen Geistigkeit, seine Härte zu unendlicher Sanftmut; und so
wurde der Verfolger meiner Apostel zum eifrigsten Sämann meines
Wortes, zum unermüdlichen Wanderprediger, welcher die göttliche
Botschaft seines Herrn, für den er lebte und dem er sein Leben
weihte, in verschiedene Nationen, Provinzen und Dörfer brachte.
47. Hier hast du, geliebtes Volk, ein schönes Beispiel von
Bekehrung und einen Beweis dafür, dass Menschen, auch wenn sie
mich noch nicht gehört haben, große Apostel von mir werden
können.
48. Heute sage Ich euch: Wo ist mein Volk? Wo ist jenes, das
klug in den Prüfungen, mutig in den Schlachten und standhaft in den
Kämpfen ist? Es ist über die Welt verstreut. Doch Ich werde es mit
meiner Stimme zum Aufbruch veranlassen und es geistig vereinen,
damit es allen Völkern vorangeht. Aber Ich sage euch, dass es heute
von Menschen aller Rassen gebildet werden wird, die begreifen
werden, welcher Art das Bündnis ist, das Ich von allen Menschen
erwarte.
49. Dies Volk soll mutig und kämpferisch sein, doch soll es
keine brudermörderischen Waffen noch Kriegswagen haben, auch
soll es keine Vernichtungsgesänge anstimmen. Sein Banner soll der
Friede sein, sein Schwert die Wahrheit, und sein Schild die Liebe.
50. Niemand wird entdecken können, wo dies Volk ist: Es ist
überall. Seine Feinde werden versuchen, es zu vernichten, aber sie
werden es nicht können, denn nirgendwo werden sie es irdisch
vereint finden, weil seine Einheit, seine Ordnung und seine
Harmonie geistig sein werden.
51. Während ein Moses es einst befreite, auf ausgedörrten und
einsamen Wegen führte und mitten durch feindliche Scharen ziehen
ließ, die es umzingelten, bis er es zu den Toren des Gelobten Landes
gebracht hatte, wird heute ein Elias, der unsichtbar, aber doch
spürbar und gegenwärtig ist, das Volk zum Kampfe rufen und ihm
lichtvolle Wege weisen, um es mit festem und sicherem Schritt zu
den Schwellen der Heimstätte zu bringen, die Ich für euren Geist in
Bereitschaft halte.
52. Das geistige Gesetz, das ihm als Richtschnur und Führer
dient, ist das gleiche, das Ich in Stein prägte, und das euch auf dem
Berge Sinai offenbart wurde. Das geistige Brot, das es erhält, ist
dasselbe, das in dem Wort enthalten ist, das euch durch Jesum
gegeben wurde. Das Licht, das ihm Hoffnung und Mut gibt, um
niemals mehr vom Weg der Wahrheit abzuirren, wird die Inspiration
sein, die in dieser Zeit aus der Unendlichkeit herniederkommt, um
dem menschlichen Geist alles zu offenbaren, was ihm unbekannt
war.
53. Jeder, der in den Fähigkeiten, die Ich ihm gewährt habe,
sowie in den Geistesgaben Fortschritte zeigt, der außerdem ein
unermüdlicher Wahrheitssucher ist, oder der die Vergeistigung liebt
— wahrlich, Ich sage euch, er wird einer der Soldaten dieses Volkes
sein und wird den Ruf seines Herrn vernehmen, wenn er ihn zum
Kampfe ruft, ebenso, wenn er ihn zum Frieden auffordert.
54. Erscheint euch dies Bild nur als ein schöner Traum?
55. Als sich Moses in Ägypten an Israel wandte und ihm die
Segnungen des Gelobten Landes ankündigte, zweifelte das Volk,
weil es sich daran gewöhnt hatte, ans Joch der Knechtschaft und an
die Leiden der Sklaverei gekettet zu sein, weshalb es ihm unmöglich
erschien, dass es für sie ein Land der Freiheit und des Wohlergehens
geben könnte. Dennoch machte sich jenes Volk auf den Weg und
näherte sich immer mehr jenem Land, das ihm zuerst nur als ein
schöner Traum erschien, bis es schließlich die Frucht seiner
Beharrlichkeit und seiner Treue erreichte.
56. Macht euch keine Vorstellung von mir mit Krone und
Zepter; nein, seht mich lieber demütig und schlicht.
57. Ich will, dass ihr die Essenz meines Wortes aufnehmt,
welche die Nahrung für jede Seele ist. In ihr werdet ihr das Brot des
Lebens, den Wein geistiger Freude, die Frucht wahrer Liebe finden.
58. Es ist nötig, dass ihr, während ihr mit mir an diesem Tische
der Liebe und Vergeistigung speist, lernt, mit mir zu sprechen und
mich zu hören. Denn diese Kundgebung, der ihr derzeit beiwohnt,
ist nur vorübergehend, und es ist unerlässlich, dass ihr lernt, geistig
mit mir Zwiesprache zu halten, damit, wenn ihr meine Stimme nicht
mehr in dieser Form hört, ihr euch nicht verlassen, allein oder
verwaist fühlt.
59. Erquicket euch in dieser Zeit, da ihr meine Kundgabe habt.
Aber verdrängt niemals den Tag aus eurem Bewusstsein, der nach
meinem Willen festgesetzt ist, an dem ihr zum letzten Mal mein
Wort empfangt.
60. Ich sage euch dies: Weil für jene, die sich zu sehr an meine
Kundgabe gewöhnt haben, der Tag, an dem sie mich nicht mehr
hören können, der "Tod" ist, sie dann der Versuchung ausgesetzt
sein werden, durch unerlaubte Mittel eine Kundgebung zu erlangen,
die die Leere ihres Herzens etwas ausfüllt. Doch dort wird nicht
mein Licht sein.
61. Ihr müsst schon jetzt begreifen, dass, wenn diese Kundgabe
kein festgesetztes Ende hätte, ihr niemals einen Schritt nach vorn
machen könntet, denn ihr hättet kein Interesse daran, mein Wort zu
studieren, noch euch um die geistige Zwiesprache zu bemühen.
Wozu dies tun, wenn ihr Tag für Tag dies Wort vernehmen und ihr
diesen Trost jedes Mal empfangen könntet, wenn ihr ihn erbittet?
Aber wenn die Unterweisung abgeschlossen und die Botschaft
übergeben ist, wird alles anders sein. Wenn ihr mich dann nahe
fühlen wollt, müsst ihr über all das nachsinnen, was euer Gedächtnis
bewahrt hat, und wenn ihr euch stark fühlen wollt, müsst ihr euch
einer wirklichen geistigen Pflichterfüllung widmen, bei der ihr zu
Sämännern des Friedens, des Lichtes, des Heilbalsams und der
Liebestätigkeit werdet.
62. Um euretwillen soll die Zeit, in der ihr mich durch das
menschliche Verstandesorgan hört, nur kurz sein, denn ihr seid so
kindlich und gebrechlich, dass ihr euch schon nach kurzer Zeit, in
der ihr mich hört, an meine Gegenwart in dieser Form zu gewöhnen
beginnt. Ihr fühlt nicht mehr jene Gemütsbewegung, die euch in den
ersten Tagen erfasste, und immer weniger erlebt ihr jene Freude,
jene Beseligung, wenn ihr mir zuhört — ein Glücksgefühl, das euch
in vielen Nächten sogar den Schlaf raubte beim Gedanken daran,
dass ihr mich vernehmen würdet und im Verlangen danach, dass der
Tag und der Augenblick wiederkäme, an dem ihr jene Stimme hört,
die zu vernehmen euch zuweilen unmöglich erschien.
63. "Ist es wirklich wahr", habt ihr euch in eurem Herzen
gefragt, "dass ich die Stimme meines Herrn vernehmen kann? Bin
ich etwa würdig, durch dies wunderbare Wort der Kundgebung
meines Schöpfers beizuwohnen? O Meister, welch große Wonne
hast Du unserem Geiste beschert, indem Du uns Deine väterliche
Stimme, Dein Wort als Meister, Dein Göttliches Wort hören lässt!"
Ihr wurdet nicht müde, mich zu vernehmen, und wolltet kein
einziges Wort versäumen und alle meine Weisungen befolgen. Aber
die Zeit verging, und es wurde euch zur Gewohnheit, mich zu hören,
und da ihr euch nicht mehr zu vertiefen bemühtet, begann euch mein
Wort zu ermüden, das ihr eintönig fandet — "immer dasselbe,
immer gleich" — ohne euch bewusst zu machen, dass ihr es wart,
die nicht mehr vorbereitet herbeikamen wie in den ersten Tagen, als
ihr euch andächtig und erfüllt von Ehrfurcht, Staunen, Glauben,
Liebe und Demut nahtet.
64. Ich kann euch sagen, dass es kein einziges Herz gegeben
hat, dem, nachdem es mich einige Zeit vernommen hat, mein Wort
und meine Kundgebungen nicht zu etwas Alltäglichem geworden
wären, weshalb Ich euch nochmals sage, dass ihr infolge eurer
menschlichen Unreife und Schwäche nicht für lange Zeit in der
Vergeistigung standhaft zu bleiben vermögt, und es besser ist, dass
Ich die Zeit meiner Kundgabe um euretwillen begrenze. Denn wenn
Ich es nicht tue, würdet ihr schließlich alle keine Achtung mehr für
etwas fühlen, das eine Gnade gewesen ist, die euer Meister in
Erfüllung eines Versprechens der Zweiten Zeit euch jetzt gewährt
hat.
Mein Friede sei mit euch!

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