BWL - Band 6 - Unterweisung 145


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 145:
1. Siehe, der Göttliche Geist ist wieder unter euch.
2. Kommt her zu mir, geliebte Kinder, ruht euch aus von eurer
Pilgerschaft auf Wegen und durch Wüsten, denn nicht Ich komme zu
euch, sondern ihr seid zu mir gekommen.
3. Ich, euer Schöpfer, zeige dem Menschen meine Sanftmut,
meine Demut und meine Liebe für alle meine Kinder. In der
Zweiten Zeit sandte Ich mein "Wort", damit es unter euch Mensch
werde, und er nannte sich selbst "Menschensohn", um euch Beweise
meiner Demut zu geben.
4. Ich offenbare mich derzeit durch die bevorzugte Kreatur der
Schöpfung, den Menschen, damit ihr mein Wort durch das Verstandesorgan
eurer Geschwister vernehmt.
5. Für wie ferne von euch haltet ihr mich, und wie nahe bin Ich
euch in Wirklichkeit!
6. In euch empfange Ich die ganze Menschheit, welche an
diesem Tage einem weiteren Jahr Lebewohl sagt, das Ich ihr
anvertraut habe.
7 Ihr wisst nicht, wie Ich mich euch an diesem Tage zeigen
werde — ob als Vater, als Meister oder als Richter.
8. Ich werde euch überraschen und in das Innerste eures
Herzens eindringen.
9. In Wahrheit sage Ich euch, dass Jehova, "Das Wort" und der
Heilige Geist ein einziger Gott ist, der Alleinige, welcher Anfang
und Ende alles Geschaffenen ist, das Alpha und das Omega alles
Seienden. Ich werde als Vater zu euch sprechen und euch als
Meister lehren. Meine Zärtlichkeit wird auf euer Fleisch und euren
Geist herabkommen.
10. Maria, eure universelle Mutter, lebt in mir, und sie schenkt
ihren vielgeliebten Geschöpfen die zärtlichsten Liebkosungen. Sie
ist in euren Herzen gewesen, um in ihnen ihren Frieden und die
Zurüstung eines Heiligtums zu hinterlassen. Maria wacht über die
Welt und breitet ihre Flügel wie eine Lerche über sie aus, um sie von
einem Pol zum andern zu behüten.
11. Von der ganzen Schöpfung empfange Ich den Tribut,
welcher als Danksagung zu mir gelangt.
12. Mein durchdringender Blick erkennt das Herz des Mannes
und der Frau, von der Kindheit bis ins Alter. Ich erscheine unsichtbarerweise
in den Nationen, in den Provinzen, in den verschiedenen
Kirchen und bei den entkörperten Wesen, die noch die Erde
bevölkern. Und meine geistige Gegenwart lässt die Menschen
erzittern, denn sie wissen nicht, was die Zukunft für die Menschheit
bereithält.
13. Jetzt werde Ich den Menschen in seiner Willensfreiheit
antasten. Er möchte seinen Willen tun, aber alles wird nach meinem
Willen geschehen.
14. Die Entwicklung betrifft alle Seelen, und aufgrund der
Tugend und Intuition, die sie entfalten, wird dieses Licht zu ihnen
gelangen.
15. Sie werden begreifen, dass es keinen Frieden auf der Welt
gibt, dass es Hunger und Durst, Not und Elend gibt. Doch Ich frage
euch: Warum?
16. Ist etwa der Reichtum an Segnungen, den Ich in diese Erde
hineinlegte, verschwunden? Haben sich die Ordnung und die
Gesetze des Universums gewandelt? Gibt das Königsgestirn kein
Licht und Leben mehr? Ist kein Wasser mehr in den Quellen,
Fruchtbarkeit auf den Feldern und Frucht auf den Bäumen? Ist kein
Erkenntnislicht in euren Gehirnen, und sind keine Gefühle in euren
Herzen? Ist keine Spur von Kraft mehr in eurem Geiste, so dass ihr
euer Angesicht nicht mehr zu mir erheben könnt? Warum verhaltet
ihr euch dann wie Feinde, da ihr doch alle aus mir hervorgegangen
seid?
17. Auch der göttliche Geist weint, aber jetzt sollen meine
Tränen nicht auf die Welt niederfallen; Ich vergebe ihr. Sie sollen
auf meinen göttlichen Mantel hinabfallen.
18. Nehmt von mir die Ähre, es ist der Weizen der Liebe, des
Friedens und des guten Willens. Baut ihn an und macht aus ihm
Brot, das eure Seele erhält.
19. In meiner Hand ist ein Schwert, aber es ist keine
Mordwaffe: Es ist die Wahrheit. Wer ein Soldat der Wahrheit sein
will, nehme es in seine Rechte, und er wird mit seinem Licht in
allen Schlachten siegen.
20. Der Geist der Menschen schreitet voran auf der Suche nach
der Lehre, die Ich euch derzeit gebe. Schon beginnen die Pilger
einzutreffen.
21. Ihr müsst wach sein, denn die Wissenschaftler werden euch
auf die Probe stellen. Seid nicht kleinmütig, weil ihr unbedeutend
seid, denn den Geringgeachteten wurde immer das offenbart, was
den sich groß dünkenden Gelehrten verborgen wurde oder zu
begreifen nicht erlaubt war.
22. Schließt euch zusammen, damit, wenn ihr verfolgt werdet,
sich das Rote Meer öffnet, um euch durchzulassen. Doch du musst
mein Gesetz der Liebe erfüllen, o Volk. Wollt ihr meine Vergebung?
Auch Ich will, dass ihr euren Mitmenschen vergebt.
23. Ihr habt mir eure Verstorbenen anbefohlen, und Ich sage
euch: Eure "Toten" leben in mir. Ihr habt mir eure Liebe geschenkt,
doch Ich bitte euch, dass ihr sie als Barmherzigkeit euren Mitmenschen
erweist.
24. Menschheit, schon nähern sich die Strahlen der Sonne und
erhellen das Antlitz eurer Welt, um euch mit ihrem Lichte zu sagen,
dass ein neuer Tag bei euch anbricht als eine kostbare Zeitspanne,
damit ihr in ihr euren Fortschritt erarbeitet und den wahren Frieden
erreicht, wie es den Menschen guten Willens zukommt.
25. Höre deinen Vater, ruhe einige Augenblicke aus, o Volk aus
umherirrenden Seelen. Wohl dem, der auf mein Wort hört, es liebt
und daran glaubt, denn er ist ein des Vaters würdiges Kind, weil er
meine Gesetze und Unterweisungen eifrig bewahrt, um ihnen
hernach durch Werke der Liebe Folge zu leisten.
26. In diesem Augenblick lauscht ihr alle aufmerksam meinem
Worte, kein unnützer Gedanke stört euer Denkvermögen. Die einen
lauschen verzückt, andere schuldbewusst aufgrund ihrer Gewissens-
bisse, wieder andere hängen an jeder meiner Äußerungen.
27. Die Menschheit, welche im Augenblick von dieser
Gemeinde hier repräsentiert wird, hat ein Jahr hinter sich gebracht,
das wie ein Schatten des Schmerzes für jene war, die weinten, wie
eine freundschaftliche Hand für jene, die seine Begünstigungen
empfingen — eine Sekunde für die Ewigkeit eures Geistes. Aber die
Zeit geht ihren Gang, denn die Zeit bin Ich, der Ich immerdar bei
allen meinen Kindern gewesen bin und sein werde.
28. Es gibt an diesem Tage einen Augenblick, an dem jede Seele
meine göttliche Gegenwart in ihrem Geiste fühlt, und je größer die
Aufgabe ist, die sie mit sich trägt, desto stärker ist auch die Stimme,
die im Inneren zu ihr spricht.
29. Das Jahr 1945 nahm die letzten Schatten des Krieges mit
sich. Die Sichel mähte Tausende von Existenzen nieder, und
Tausende von Seelen kehrten zur geistigen Heimat* zurück. Die
Wissenschaft setzte die Welt in Erstaunen und ließ die Erde durch
ihre Vernichtungswaffen erbeben. Die Sieger machten sich zu
Richtern und Henkern der Besiegten. Schmerz, Elend und Hunger
breiteten sich aus und ließen in ihrem Gefolge Witwen, Waisen und
Kälte zurück. Seuchen wandern von Nation zu Nation, und selbst
die Naturgewalten lassen ihre Stimme der Gerechtigkeit und
Empörung über soviel Übeltaten vernehmen. Ein Trümmerfeld der
Zerstörung, des Todes und der Verheerung ist die Spur, die der
Mensch, der sich zivilisiert nennt, auf dem Antlitz des Planeten
hinterließ. Das ist die Ernte, die mir diese Menschheit darbringt.
Doch Ich frage euch: Ist es diese Ernte wert, in meine
Kornkammern zu kommen? Verdient es die Frucht eurer Bosheit,
von eurem Vater angenommen zu werden? Wahrlich Ich sage euch,
dieser Baum ist alles andere als jener, den ihr hättet pflanzen
können, wenn ihr jenes göttliche Gebot befolgt hättet, das euch
heißt, einander zu lieben.
* Spanisch „valle“ heißt wörtlich Tal und bedeutet oft: Jenseits,
(geistige) Welt, Lebensraum, Heimat(land), zu Hause.
30. Hart und unnachgiebig sind die Menschen mit ihren
Nächsten, so wie sie es auch zu Moses' Zeiten waren, als es
allgemeiner Brauch war, einen Schlag mit einem Gegenschlag zu
erwidern. Heute sage Ich euch, dass wenn dies die Art ist, in der ihr
Gerechtigkeit auffasst, ihr mit derselben Elle gemessen werdet, mit
der ihr eure Nächsten messt.
31. Doch Ich vergebe euch, Ich segne euch und gebe euch Zeit,
damit ihr den gesegneten Samen meiner Unterweisung liebevoll
pflegt. Ich bin der große Streiter. Wer eilt herbei, um Soldat dieser
Sache zu werden? Ich führe Krieg mit Hilfe des Friedens. Und Ich
vernichte das Böse mit dem Schwert des Guten.
32. Jeder, der sich in den stillen Stunden seines Lebens
entschließt, mir auf dem Pfad des Guten nachzufolgen, ist mein
Soldat, und Ich lege ein Schwert in seine Hände, damit er kämpfe
und siege. Dies Schwert ist die Wahrheit, der gegenüber es keinen
Feind geben wird, der ihrem Lichte standhält.
33. Es ist ein Tag des Jubels, geliebtes Israel, weil der Ewige bei
euch ist, um euch zu lehren, einander zu lieben und zu vergeben. Ich
habe euch meine Unterweisung übergeben und bin voller Freude zu
euch gekommen; aber Ich habe auch gelitten, weil ihr mich für
Augenblicke vergesst.
34. Empfangt meinen Frieden. Ein weiteres Mal segne und
vergebe Ich euch. Eure Herzen haben sich mir zu Füßen geworfen
als eine Opfergabe, als ein Brandopfer, als ein Ruf nach Frieden und
Vergebung für die ganze Welt. Die Unterweisung des Meisters hat
ein weiteres Mal gleich einer Fackel des Lichtes in eurem Verstande
und Geiste gebrannt.
35. Es ist die Zeit des Kampfes des Lichtes gegen die Finsternis,
welche die Völker der Erde unvorbereitet trifft — eine Zeit der
Heimsuchungen und der Sühneleistungen, eine Zeit der Läuterung
und der Gerechtigkeit. Ich sehe alle Nationen in Verwirrung. Alle
Sekten und Religionsgemeinschaften sind gespalten. Doch dies ist
die Zeit, in der Ich euch erneut das Buch der Wahrheit vor Augen
führe.
36. Ihr sagt, dass ein neues Jahr kommt, doch Ich sage euch:
Der Geist ist nicht den Zeiten unterworfen. Die Zeit ist es, die der
Ewigkeit und dem Geist untersteht.
37. Wohl dem, der mein Wort gehört hat und es liebt, der meine
Kundgebungen versteht und in seinem Herzen sorgsam die Erinnerung
an das, was er gesehen und gehört hat, bewahrt.
38. Gläubige und Ungläubige hören mir zu. Sowohl jene, die
mich lieben, als auch jene, die mich verlästern, lauschen auf mein
Wort. Die Erwachten und die Schlafenden, die Fleißigen und die
Faulen, die Vergeistigten und die Vermaterialisierten, sie alle
lauschen in meinen Gebetshäusern, welche den Tempel des Heiligen
Geistes bilden, den Tempel ohne materielle Altäre, den Tempel ohne
menschliche Eitelkeiten.
39. Wie lange seid ihr gewandert, Menschen! Wie oft habt ihr
euch unterwegs verirrt! Wie sehr habt ihr gesucht! Wie vieles habt
ihr erforscht! Ihr habt euch sehr hoch erhoben und seid in den
Abgrund gestürzt.
40. Doch hier ist Jehova, der Ewige, der Unbekannte, der
Vergessene, und fragt die Menschen: Seid ihr nun müde geworden?
Wollt ihr nunmehr auf dem Weg der Sünde haltmachen? Seid ihr
noch nicht genug enttäuscht? Wollt ihr noch immer groß auf dieser
Welt sein? Wisst ihr nicht, dass in der Demut die Größe liegt?
41. Ich bin Vater und bin der Geber. Ich bin der, der dem
Menschen zu allen Zeiten gesagt hat: "Bittet, so wird euch
gegeben." Hier ist meine Hand; in ihr ist ein Zepter der Gerechtigkeit,
eine goldene Ähre und ein Schwert des Lichtes. Nehmt
hin, was ihr wollt, noch immer verbleibt auf dem Grunde des
Kelches die bitterste Hefe. Aber auch das neue Jahr kommt als eine
Verheißung des Friedens.
42. Wollt ihr, dass das Himmelreich zu euch kommt, wie Ich es
euch verheißen habe? Mein Wille sei der eure!
43. Ich vergebe dir, sündige Menschheit, weil Ich ein liebevoller
Vater bin. Nehmt die goldene Ähre und baut diesen Weizen an.
Vermehrt ihn hundertfältig und erquicket euren Geist an eurer Ernte.
Es ist der Weizen der Liebe, der Harmonie, der Brüderlichkeit, des
Friedens und des guten Willens. Tragt ihn in euch! Backt das
tägliche Brot mit diesem Weizen und beschert es eurem Bruder. Es
ist Weizen der Vergebung, der Nächstenliebe, der Freundschaft.
Verstehst du mich, Volk?
44. Ich ziehe an diesem Tage den Schleier von der Zukunft weg
und bereite euch vor. Seht, wie große Scharen und Züge von
Menschen auf der Suche nach diesem Volke vorandrängen, wie
Legionen im Verlangen nach diesem Lichte herbeiströmen. Die
Pilger klopfen an eure Tür. Erwache, Volk! Der Wissenschaftler eilt
herzu, um euch zu erforschen, um euch zu befragen.
45. Ihr habt meine Geheimnisse respektiert und seid nur in sie
gedrungen, wenn Ich euch gerufen habe. Ihr kennt mich, soweit Ich
es euch zugestanden habe, und kommt mir schrittweise immer
näher.
46. Ihr gehört zu meinen Auserwählten in dieser Zeit. Einige
von euch wurden bereits in der Kindheit gerufen, andere in der
Jugend, manche erst im Alter, doch jedem wurde eine Aufgabe
anvertraut unter Berücksichtigung der Zeitspanne, die er noch auf
Erden leben wird.
47. Es gab nicht eine Seele, die zu mir kam und mir nicht eine
Sorge anbefohlen hätte. Es kam euch so vor, als ob jener Schmerz,
mit dem ihr ankamt, ein Hindernis in eurem Leben wäre, aber
hernach wurde euch bewusst, dass es nur die Stufe gewesen ist, die
euch mir näherbrachte. Dann habt ihr jene Prüfung gesegnet, durch
die eurem Geiste noch soviel Freude zuteil werden sollte.
48. Ihr tut gut daran, jenen Schmerz zu segnen, der euch mir
näherbrachte, denn durch ihn habt ihr gelernt, mich zu suchen und
mich zu bitten. Später habt ihr zu beten gelernt und schließlich, eine
geistige Aufgabe durchzuführen, um meine Lehren der Liebe und
Barmherzigkeit an euren Brüdern auszuüben.
49. Seit damals habt ihr in eurem Leben ein Wunder Wirklichkeit
werden sehen, denn obwohl ihr dasselbe Brot wie früher esst,
schmeckt es euch jetzt nicht mehr bitter, sondern süß und
angenehm; die Schwierigkeiten, die euch auf eurem Wege
begegneten und die euch lästern oder den Glauben verlieren ließen,
machen euch jetzt nicht mehr kleinmütig, weil ihr sie nicht mehr für
unüberwindlich haltet, und selbst eure körperlichen Leiden, die euch
früher niederwarfen, lassen euch jetzt nicht mehr verzagen.
50. Es ist die Kraft des Glaubens, es ist die Wirkung der Vergeistigung
und der Erneuerung.
51. Früher gingen viele geistige Eindrücke unbemerkt an euch
vorüber, weil ihr nur die Befriedigung eurer Sinne suchtet, und die
Sinneseindrücke haben häufig die Tendenz, die Seele zu vermaterialisieren.
Jetzt beginnt ihr ein neues Leben zu entdecken,
beginnt ihr das Wesentliche, die Schönheit, den Sinn, die Wahrheit
all dessen, was euch umgibt, zu entdecken.
52. In dem Maße, in dem ihr meiner Unterweisung zuhört, wird
euer Denken hochherziger, ändert ihr eure althergebrachte Art, mich
zu verehren, und bessert ihr euer Leben. Schon habt ihr aufgehört,
so zudringlich zu bitten, wie ihr es früher tatet, und ihr lernt zu beten
und das zu fühlen, was ihr mir im Gebet sagt. Wenn ihr mir also
gesagt habt: "Herr, Dein Wille geschehe an mir", war der Grund
dafür der, dass ihr den Sinngehalt eurer Worte verstanden habt und
euch darauf einstelltet, von mir nur das zu empfangen, was Ich
bestimme. Aber es gibt immer "Letzte" unter der Zuhörerschar, weil
ständig neue Herzen zu diesen Versammlungsstätten kommen im
Verlangen nach dem Wasser des Lebens. Zu ihnen muss Ich in
anderer Weise sprechen, damit sie mich verstehen und sich zugleich
verstanden fühlen.
53. Erinnert euch daran, dass Ich jeden von euch ebenso
empfing, als er zum ersten Mal hierher kam, um mein Wort zu
vernehmen. Zu manchen spreche Ich nicht von einer geistigen
Mission, weil sie mich nicht begreifen würden, aber Ich spreche zu
ihnen über die Last der Leiden, die sie im Leben tragen und unter
deren Gewicht sie sich bezwungen und niedergedrückt fühlen. Ich
lehre sie die Art und Weise, wie sie die schweren Prüfungen lösen
können, denen sie innerhalb und außerhalb ihrer Familie begegnet
sind. Ich tröste sie in ihrem Leid, gewähre ihnen den heilenden
Balsam, der ihnen die Gesundheit zurückgibt, ermutige sie und
erfülle sie mit Hoffnung.
54. Dann fühlt der Kranke, dass ein Blick vom Himmel um
seinen Schmerz weiß, und dass dieser Blick der seines Vaters ist,
welcher ihn von der Last der Leiden, die er mit sich schleppt,
befreien wird. Das Herz, das auf Erden keine Zärtlichkeit, kein
Verständnis oder Wohlwollen gekannt hat, fühlt sich auf einmal in
das Liebeswerben meines Wortes gehüllt. Es liebt mit einer
unendlichen Liebe und fühlt seinen so lange Zeit zurückgehaltenen
Schmerz in Strömen überfließen.
55. Sowohl der einsame oder unverstandene Mensch, als auch
der zum Sklaven von Leidenschaften oder Lastern gewordene
Mensch, die verlassene Frau wie das junge Mädchen, das sich davor
fürchtet, dem Leben die Stirn zu bieten, sowohl der Familienvater
oder die Familienmutter, die all ihre Probleme vor mich bringen, als
auch die Waise, die keinen Schutz auf der Welt hat — sie alle
vernehme Ich, und ihrer aller Herzen bearbeite Ich mit dem feinen
Meißel meines Wortes.
56. Ich weiß, wenn Ich mich mit all dem befasse, was sie
beschwert — so menschlich oder materiell es auch sei ─, dann
befasse Ich mich mit ihrer Seele, weil Ich sie dabei von ihrer Last
befreie, weil Ich ihr damit den Weg bereite, den sie hernach
zurücklegen muss, und weil Ich auf diese Weise die Leuchte des
Glaubens in ihr entzünde.
57. Mein Liebesquell strömt in diesen Augenblicken auf euch
über und vergibt und segnet euch.
58. Euch alle empfange Ich an diesem Tage, damit ihr mein
Wort vernehmt und euch an ihm erquickt.
59. Wenn es unter diesen Scharen Heuchler und Pharisäer gibt,
Wucherer, Räuber materieller Güter oder auch moralischer Güter,
wie es die Ehre ist, oder geistiger Güter, wie es der Glaube und der
Friede ist, so will Ich euch doch alle liebkosen, als ob ihr alle
makellos wäret; denn Ich bin euer Vater, welcher Durst nach eurer
Erneuerung und eurer Liebe hat.
60. Gerade an den Verlorensten und dem Gesetze Fernstehendsten
beweise Ich immer wieder die Macht meines Wortes.
Deshalb sprach Ich in dieser Zeit in ausführlicher Weise zu euch —
mit einer Unterweisung voll liebevoller Gerechtigkeit und unendlich
weisen Belehrungen, um euch vor den Abgründen zu retten und
euch auf den Gipfel emporzuführen. Denn die Abgründe sind voller
Finsternisse, und dort könnt ihr niemals die Wahrheit erkennen. Die
Gipfel dagegen sind vom Lichte der Weisheit, der Liebe und der
Gerechtigkeit umstrahlt.
61. Die Gerechtigkeit schaffenden Heimsuchungen und die
Zurechtweisungen sind für die Halsstarrigen, für die Törichten und
die hartnäckig im Bösen Verharrenden. Doch Ich weiß, wann ein
Wort der Liebe ausreicht, damit sie sich bekehren.
62. Diese Gemeinde wird unablässig auf diese beiden Arten
angerührt. Die Liebe genügt, damit sich von ihr die seelisch* und
körperlich Folgsamen leiten lassen, während für jene, die für die
Liebe unempfänglich sind, die Notwendigkeit besteht, dass der
Schmerz sie zur Mäßigung und Ordnung zurückbringt.
* Das in der 2. Fußnote unter 143,7 Gesagte gilt analog auch für die
Adjektive geistig und seelisch. Obwohl sich die beiden Begriffe oft
weitgehend überschneiden, wurde von einer Doppelbezeichnung
"geistig-seelisch" wie auch dem moderneren „psychisch“ anstelle von
"seelisch" abgesehen.
63. Langsam und Schritt für Schritt, so wie die Erneuerung bei
ihnen in Erscheinung tritt, wechseln sie aus den Reihen derer, die
sich durch Schmerz läutern, in die Reihen jener über, die sich durch
die Vergeistigung erheben.
64. Ihr alle hört mich, und ihr alle schweigt. Das Buch eures
Gewissens liegt offen vor eurem Geiste, vor eurem Verstande. Es
zeigt euch den wahren Weg und macht euch den Pfad erkennbar, den
ihr freiwillig beschritten habt. Doch in diesem Augenblick hat sich
der Geist der Zuhörerschar neu belebt, um selbst das letzte meiner
Worte zu vernehmen.
65. Hier, angesichts dieses Wortes, gibt es keinen Menschen, der
nicht im Innern und im Äußeren seines Wesens erbebt, das heißt im
Geiste und im Fleische. Während er mir hier zuhört, denkt er an das
Leben, an den Tod, an die göttliche Gerechtigkeit, an die Ewigkeit,
an das geistige Leben, an das Gute und an das Böse.
66. Während er meine Stimme vernimmt, fühlt er in sich die
Gegenwart seines Geistes, und er erinnert sich, woher er kommt.
67. In der kurzen Zeitspanne, da er mir zuhört, fühlt er sich eins
mit allen seinen Nächsten und erkennt sie im Tiefsten seines Wesens
als seine wahren Geschwister, als Geschwister in der geistigen
Ewigkeit, die ihm sogar näher stehen als jene, die es nur dem
Fleische nach sind, da dieses nur vorübergehend auf Erden ist.
68. Es gibt keinen Mann und keine Frau, die, wenn sie mich
vernehmen, sich nicht von mir erkannt fühlen. Daher wagt niemand,
seine Schandflecken vor mir zu verbergen oder zu beschönigen. Und
Ich mache sie bewusst, aber ohne irgendjemanden öffentlich
bloßzustellen, denn Ich bin ein Richter, der niemals bloßstellt. Ich
sage euch, dass Ich unter euch Ehebrüche, Kindesmorde,
Diebereien, Laster und Gebrechen aufdecke, die wie Aussatz auf der
Seele derer sind, die gesündigt haben. Doch Ich beweise euch nicht
nur die Wahrheit meines Wortes, indem Ich euch zeige, dass Ich die
Verfehlungen eures Herzens aufzudecken vermag. Ich will euch
auch die Macht meiner Unterweisungen beweisen, indem Ich euch
die Waffen gebe, um das Böse und die Versuchungen zu besiegen,
indem Ich euch lehre, wie man die Erneuerung erreicht, und indem
Ich in eurem Wesen ein Verlangen nach dem Guten, dem Hohen und
dem Reinen erwecke und einen absoluten Widerwillen gegenüber
allem Unedlen, allem Falschen und allem für die Seele Schädlichen.
69. Ihr Männer und Frauen, aus denen Ich mein neues Volk
bilde, ihr geliebten Scharen, die ihr in dieser gesegneten Stunde im
stillen innerlich weint, ruht euch bei mir aus, fühlt, wie meine
Vergebung zu euch herabkommt, euch von euren Makeln reinigt und
euch von eurer Last befreit, damit ihr ein neues Dasein beginnt.
70. Seid unbesorgt, Ich sehe die aufrichtige Reue bei denen, die
sich der Schwere ihrer Verfehlungen bewusst geworden sind und
mich in diesen Augenblicken mit zerrissenem Herzen bitten, dass
Ich ihnen vergebe; dass Ich sie ihre Vergehen nicht bezahlen lasse,
indem Ich sie mit der gleichen Elle messe, mit der sie in der Welt
gemessen haben, und die mich schließlich anflehen, ihnen eine
Gelegenheit zu geben, um mir ihre Reue zu beweisen. Wie sollte Ich
nicht den kennen, der mit wahrer Reue weint, und wie könnte Ich
ihm jene Gelegenheit verweigern, um die er mich mit soviel
Ängsten bittet. Ebenso kenne Ich auch jene, die sich mit einer
unechten Reue selbst betrügen, mich jedoch nicht, weil Ich über
eure Gegenwart hinaussehe. Diese werde Ich solange Prüfungen
unterwerfen, wie es für ihr völliges Erwachen beim Anruf ihres
Gewissens notwendig ist.
71. Fühlt jetzt alle meine Liebkosung, meine Liebe und meinen
Frieden, denn ihr seid zum geistigen Festmahl ins Haus des Meisters
gekommen, und es ist nur recht und billig, dass ihr alle die Speisen
der Vergebung und der Liebe eures Vaters genießt.
72. Mein Mantel der Liebe breite sich über das Universum aus.
Mein Friede sei mit euch!

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