BWL - Band 6 - Unterweisung 146


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 146:
1. Jünger, Ich habe eure Stirn gestreichelt und eure tiefen
Sorgen vertrieben, und ihr habt eure Augen zu mir erhoben und mir
gesagt: "Warst Du hier, Herr?"
2. Ihr müsst eure Aufmerksamkeit auf mein Wort konzentrieren,
denn wenn Ich wirklich gehört werde, öffne Ich meine Schatzkammer
und ergieße meine Weisheit auf meine Jünger. Ihr fragt
mich: "Worauf ist Deine so große Geduld und Deine so große
göttliche Liebe zurückzuführen?" Und Ich antworte euch: Viele von
euch sind auf Erden Eltern, und ihr alle seid Kinder gewesen.
Welcher Vater hat seinem Kinde Schmerz gewünscht, auch wenn er
von ihm die schwerste Beleidigung empfangen hat, die grausamste
Undankbarkeit? Im Herzen jenes Vaters ist eine tiefe Wunde
entstanden, Schmerz hat ihn durchdrungen, und manchmal hat sogar
Zorn seinen Verstand getrübt, aber ein Wort der Reue jenes Kindes
oder ein Akt der Demut hat genügt, dass er es wieder an sein Herz
drückte. Wenn ihr dies als Menschen tut — warum seid ihr dann
erstaunt, dass Ich mit Vollkommenheit euch liebe und vergebe?
3. Ich erschuf euch, um euch zu lieben und mich geliebt zu
fühlen. Ihr braucht mich ebenso wie Ich euch brauche. Wer
behauptet, dass Ich euch nicht brauche, sagt nicht die Wahrheit.
Wenn es so wäre, hätte Ich euch nicht geschaffen, noch wäre Ich
Mensch geworden, um euch durch jenes Opfer zu retten, welches
ein großer Liebesbeweis war; Ich hätte euch zugrunde gehen lassen.
Doch ihr müsst erkennen: wenn ihr euch von meiner Liebe nährt, ist
es gerecht, dass ihr dasselbe eurem Vater darbringt, denn Ich sage
euch immer wieder: "Mich dürstet, mich dürstet nach eurer Liebe."
4. Wie solltet ihr mir nicht fehlen und wie sollte Ich eure
Abwesenheit nicht fühlen, wo ihr doch Teil meines Geistes seid?
Erkennt ihr, weshalb Ich euch bitte, dass ihr mein Wort ergründen
sollt und selbst die Art und Weise, in der Ich gekommen bin? —
Damit ihr euch nicht über die Tatsache wundert, dass Ich mich
durch sündige Körper kundtue. Für meine Liebe konnte eure Sünde
kein Hindernis bedeuten. Ich bin gekommen, euch zu läutern, um
euch mir näherzubringen. Manche haben dies verstanden und andere
nicht. Daher gibt es unter den Scharen von Männern und Frauen, die
mich in dieser Zeit vernommen haben, solche, die laut verkündet
haben, dass Ich zu den Menschen zurückgekommen bin, sowie auch
jene, die sagten, dass dies unmöglich ist.
5. Meine Gegenwart hat sich niemals von euch zurückgezogen.
Es ist mein Wort, das Ich in Erfüllung meiner Verheißung über euch
ausgieße. Es ist meine Liebe und mein Licht, die von diesem Worte
ausstrahlen. Derzeit lehre Ich euch, doch wenn das Jahr 1950
kommt, das nach meinem Willen als das letzte dieser Kundgebung
vorgesehen ist, werde Ich diese Form der Kundgebung beenden,
ohne dass mein Geist sich von euch trennt.
6. Nur einige Herzen werden auf diese Zeit vorbereitet sein.
7. Habe Ich etwa in der Zweiten Zeit darauf gewartet, dass die
Welt sich bekehre, um erst dann zu scheiden? Ich schied unter Spott,
Hohn, Grausamkeiten und Zweifeln. Ich wusste, dass mein Tod
notwendig war, damit die Welt sich zum Leben erhebe. In dieser
Zeit werde Ich aufs neue in den Augenblicken eurer Verwirrtheit,
eurer Bestürzung und eurer Zweifel scheiden. Aber mein Wort, das
der Menschheit als ein Testament der Liebe vermacht wurde, wird
die Welt noch einmal erschüttern.
8. Der Krieg der Ideen, Glaubensbekenntnisse, Religionen,
Lehren, Philosophien, Theorien und Wissenschaften wird kommen,
und mein Name und meine Lehre werden auf allen Lippen sein.
Meine Wiederkunft wird diskutiert und gerichtet werden, und
daraufhin werden sich die großen Gläubigen erheben und verkünden,
dass Christus erneut unter den Menschen gewesen ist. Zu
diesem Zeitpunkt werde Ich jene Herzen aus der Unendlichkeit
ermutigen und auf ihren Wegen Wunder tun, um ihren Glauben zu
stärken.
9. Die Menschheit gedenkt heute jenes Tages, an dem einige
Weise aus dem Morgenland zur Krippe von Bethlehem kamen, um
das göttliche Kind anzubeten. Heute fragen mich einige Herzen:
"Herr, ist es wahr, dass jene mächtigen und weisen Herren sich vor
Dir verneigten und Deine Göttlichkeit anerkannten?"
10. Ja, meine Kinder, es war die Wissenschaft, die Macht und
der Reichtum, die kamen und vor meiner Gegenwart niederknieten.
11. Auch waren dort die Hirten, ihre Frauen und ihre Kinder mit
ihren bescheidenen, gesunden und schlichten Gaben, mit denen sie
den Erlöser der Welt und Maria als Sinnbild himmlischer Zärtlichkeit
empfingen und begrüßten. Sie repräsentierten die Demut, die
Unschuld, die Schlichtheit. Doch jene, die in ihren Pergamentrollen
die Prophetien und die Verheißungen besaßen, die vom Messias
sprachen, schliefen tief, ohne auch nur zu ahnen, wer zur Welt
gekommen war.
12. Ihr zweifelt zuweilen an dem, was die von meinen Aposteln
niedergeschriebene Historie berichtet, weil mein Leben von vielen
falschen Legenden umrankt wurde. Jetzt sage Ich euch, dass das,
was sie niederschrieben, Wahrheit war, und dass es außerdem für
eure Rettung unbedingt notwendig war. Dies alles bestätige Ich jetzt,
doch das, was die Phantasie der Menschen geschaffen hat, wird
durch die Wahrheit meines Wortes in dieser Zeit für immer zerstört
werden. Das einfache Volk ist zu meinem Worte gekommen und
bringt in seinem Herzen seine Gabe der Demut und Bescheidenheit.
Später werden sich eure wissenschaftliche Welt, die Reichen und die
Mächtigen vor meiner unsichtbaren Gegenwart verneigen.
13. Obwohl Ich euch vermaterialisierter angetroffen habe als in
vergangenen Zeiten, wird es die durch den Geist erreichte
Entwicklung der Menschheit ermöglichen, meine neue geistige
Erscheinungsweise zu verstehen. Wie weit sich der Mensch auch
von meiner Göttlichkeit entfernt glaubt — siehe da, er ist nur einen
Schritt von ihr entfernt. Manche behaupten, dass Ich nicht existiere.
Doch lasst euch davon nicht beeindrucken. Diese Menschen
sprechen so, weil sie sich von mir irreale Vorstellungen gemacht
haben. Als sie durch ihre Wissenschaft diesbezüglich enttäuscht
wurden und Ich nicht dort war, wo sie es vermeinten, haben sie mich
verleugnet. Aber wie groß ist ihr Verlangen zu wissen, ob Ich
wirklich existiere.
14. Noch hat der Mensch sich nicht entdeckt, er muss sich erst
noch geistig erkennen, um die Lösung für viele verwirrende Rätsel
und die Antwort auf viele Fragen zu erhalten. Jetzt ist der Zeitpunkt
da, an dem er sich finden, entdecken und erkennen kann und soll.
Wenn dies geschieht — mit welcher Klarheit wird er dann meine
Gegenwart empfinden!
15. Ich habe euch gestattet, für kurze Zeit mit den Wesen des
Jenseits in Verbindung zu treten, was Ich in der Zweiten Zeit nicht
billigte, weil ihr damals nicht dafür vorbereitet wart, weder sie noch
ihr. Diese Tür ist in dieser Zeit von mir geöffnet worden, und damit
mache Ich die Ankündigungen meiner Propheten und einige meiner
Verheißungen wahr. Im Jahre 1866 tat sich für euch diese unsichtbare
Türe auf und auch das Verstandesorgan der Erwählten, um die
Botschaft kundzutun, welche die Geister des Lichtes den Menschen
bringen würden. Vor jenem Jahre gaben sich in den Nationen und
Völkern der Erde Geistwesen kund, welche die vorauseilenden
Zeichen meines Kommens waren.
16. Um die Wissenschaft habt ihr euch sehr bemüht und
hinsichtlich des Geistigen tief geschlafen. Doch Ich bin gekommen,
euch eine göttliche Wissenschaft zu lehren, die als Wurzel die Liebe
hat, und von welcher Barmherzigkeit, Weisheit und Brüderlichkeit
ausgeht. Eure Wissenschaft hat die Völker einander nähergebracht,
hat Zeit und Entfernungen überwunden, ist Frucht des Verstandes.
Was ist also seltsam daran, dass sich die Welten durch den Geist
näher kommen und man die Ewigkeit durch ihn gewinnt? Jeder, der
das Verlangen hat, diesen Weg zurückzulegen, bekleide sein Herz
mit Ehrfurcht, er wache, bete und sei dem Rufe seines Gewissens
gehorsam.
17. Ich habe euch gesagt, dass euer Verkehr mit der geistigen
Welt in dieser materiellen und handgreiflichen Form kurz sein wird,
denn 1950 wird diese Lektion und Erfahrung zu Ende gehen. Doch
wenn ihr sie angemessen nutzt, wird sie euch zahllose Früchte
hinterlassen, unter ihnen auch jene, euch für die Zwiesprache von
Geist zu Geist vorzubereiten, für die direkte Kommunikation ohne
die Notwendigkeit der Befähigung, die Ich vorübergehend eurem
Verstande gestattete. Nur die Liebe soll euch dann noch gegenseitig
anziehen.
18. Ich unterweise euch in dieser Form, damit ihr nicht
konfusen Wissenschaften, neuem Fanatismus oder Aberglauben
anheimfallt. Daher wurde euch in der Zweiten Zeit nicht erlaubt,
solche Lehren, die in dieser Form gegeben werden, kennenzulernen,
weil ihr ihren geistigen Gehalt nicht verstanden hättet. Christus hat
es euch verheißen und Elias hat es in dieser Zeit erfüllt. Auch nach
1950 werden sich auf der Welt weiterhin Geistwesen materiell
kundtun. Dies wird dazu dienen, dass viele Zweifler glauben und
viele Geistesträge erwachen. Doch dies Volk hier soll gehorsam sein
und zulassen, dass diese Art der Kundgabe bei ihm zum angezeigten
Zeitpunkt endet. Später werden dann diese Jünger zu den Nationen
aufbrechen und mit fester Hand alles Unkraut ausreißen, das unter
den Menschen emporgeschossen ist, so dass nur das Licht der
Erfahrung als fruchtbarer Weizen übrigbleibt. Nach der Entweihung,
die man mit dem Heiligen treibt, werden jene kommen, die die
Ehrfurcht vor dem lehren, was rein ist. Und wenn dann in den
Herzen der Menschen Vergeistigung herrscht, werden sie fühlen,
dass ihr Denken sich zu anderen Welten erhebt, und sie werden
diese in ihre Herzen eindringen fühlen. Dann werden die Menschen
eine geistige Erhebung erreicht haben, die es ihnen ermöglichen
wird, in ihren Herzen die Gegenwart des Himmelreiches zu
empfinden.
19. Die Bande der Liebe, mit denen ihr auf Erden vereint
gewesen seid, werden sich mit jenen, die sich euch geistig in der
Ewigkeit anschließen, noch enger gestalten. So wird sich die
universelle Familie bilden, in der es keine Unterschiede mehr geben
wird.
20. Ihr habt unter euch auch Bekundungen von verwirrten
Wesen gehabt, die im Finstern leben. Sie sind durch die Türen jener
Gabe gekommen, die Ich euch anvertraut habe. Doch wer könnte
jene Bekundungen für böse halten oder diese meine Lehre deshalb
als unlauter beurteilen? Meint ihr nicht, dass diese Gabe dazu dient,
nicht nur unter den Menschen Gutes zu tun, sondern auch unter
jenen, deren Seelen verfinstert sind?
21. Wer diese Lehren als falsch beurteilt, hat die Werke Jesu in
der Zweiten Zeit schlecht studiert. Das geistige Leben ist dem
materiellen Leben ähnlich, auch jenes hat seine Kreuzwege,
Heimsuchungen und Versuchungen wie dies Leben, das ihr lebt.
Wann immer sich eine Türe öffnet, um Gutes zu tun, eilen die
Bedürftigen dorthin, wie es bei Jesum in der Zweiten Zeit geschah
und wie es bei denen geschieht, die jene Gabe in dieser Zeit
empfangen haben. Gerade dort will Ich eure Barmherzigkeit sehen.
22. Ich segne euch, denn, als Besessene zu euch gekommen
sind, habt ihr sie nicht vom Teufel Besessene genannt, sondern ihr
habt im Besessenen einen sühnenden Mitmenschen gesehen und in
denen, die ihn beherrschen, in Not befindliche Geschwister, die ihn
verwirren.
23. ln der Zukunft wird es nicht mehr nötig sein, dass jene
Wesen euer Gehirn gebrauchen, um die Wirklichkeit zu begreifen.
Es wird ihnen genügen, eure Gedanken in ihrem Geiste zu
empfangen, um das Licht zu schauen.
24. Dies ist bereits der letzte Zeitabschnitt, in welchem Ich in
dieser Form bei euch sein werde. Glaubt daran, und glaubet auch,
dass Ich nicht in diese Welt zurückkommen werde, um mein Wort
materiell hörbar zu machen, und noch weniger, um Mensch zu
werden.
25. Wappnet euch, denn es werden Gerüchte von Menschen zu
euch gelangen, die behaupten, dass Ich zurückgekommen bin, dass
Christus zur Erde gekommen ist. Ihr sollt dann treu bleiben und mit
Festigkeit sagen: "Der Herr ist im Geiste bei allen seinen Kindern."
Falls ihr jedoch schlafen und euch nicht vergeistigen solltet, werdet
ihr leugnen, dass Ich mein (durch menschliche Stimmträger
gesprochenes) Wort zurückzog; und, zu Gotteslästerern und Ungehorsamen
geworden, werdet ihr meinen Strahl auf die Menschenscharen
herabbeschwören und ihnen sagen: "Lasst uns jenen bitten,
der uns sein Wort gab, dass er weiterhin zu uns spricht. Wir wollen
ihm Gesänge und Hymnen darbringen, damit er uns erhört." Doch
wahrlich, Ich sage euch: Mein Strahl wird nicht mehr zum
menschlichen Verstandesorgan zurückkehren, denn Ich werde eure
Torheit nicht unterstützen. Was für Folgen hätte das? — Dass die
Worte scheinbaren Lichtes euch in Verwirrung stürzen! Will euer
Herz das nicht? Dann rüstet euch zu für jene Prüfung, und über
eurem Gehorsam und eurer Demut wird das Licht meiner Inspiration
erstrahlen.
26. Ich kündige euch an, dass sehr bald Verwirrung herrschen
wird, wenn nicht noch vor 1950 der Zusammenschluss dieser
Gemeinden zu einer einzigen Gemeinschaft geschieht, denn es wird
welche geben, die sagen, dass der Meister sich weiterhin kundgibt,
und dann wehe diesem Volke! Habt ihr euch diese Bedrohung noch
nicht vor Augen gehalten? Noch immer ist bei euch nicht jener Geist
der Brüderlichkeit und Einigkeit erwacht, und ihr erwartet, dass es
die Ereignisse sind, die euch vereinen. Doch wenn ihr dies erwartet,
werdet ihr statt dessen erleben, wie Seuchen, Unordnung, Kriege
und das Gericht der Naturgewalten ausbrechen, bis es auf der Welt
keinen Ort des Friedens mehr gibt — weder an der Oberfläche der
Erde, noch in ihrem Inneren, weder auf dem Meer, noch in den
Lüften.
27. Volk, Ich begann mein Wort an diesem Tage voller Güte,
doch dann wurde es streng, weil es notwendig ist, euch vor
Gefahren zu warnen und eure Irrtümer rechtzeitig zu korrigieren.
Aber Ich will mein Lehrwort mit gütigen Worten beenden.
28. Jünger, vergesst nicht, dass an dem Tage, an dem die
Menschen der Geburt Christi gedenken, Ich eure Augen noch weiter
geöffnet habe, damit ihr auf dem Wege der geistigen Pflichterfüllung,
der Demut und des Gehorsams zu mir kommt.
29. Heute habt ihr mir nicht wie die Hirten jener Zeit als Gabe
der Liebe und Wonne Milch, Honig und Brot dargebracht. Auch
werden mir die Könige und Gelehrten dieser Zeit keinen Weihrauch,
kein Gold und keine Myrrhe bringen. Alle werden mir ihre Seele
entgegenstrecken, damit Ich in sie eine Liebesgabe lege.
30. In diesem Augenblick komme Ich mittels eines menschlichen
Verstandesorgans in meinem Worte zu euch herab, um euch
willkommen zu heißen und euch zu sagen, dass Ich euch für immer
meine Vergebung geschenkt habe.
31. Ich erwarte in euch das neue Saatkorn. Hört mich, damit ihr
zum Samen des Lichtes werdet.
32. Viele von euch wollen sterben, weil ihr ermattet und auf
Erden ohne Ideale seid. Zwar ist der Tod des Körpers die Neugeburt
für die Seele, aber jener Körper, den ihr besitzt, dient euch dazu,
euch zu läutern. Betet und wachet, und ihr werdet nicht schwach
werden. Ich bin in euch. Wenn ihr sagt, dass das Blut Christi auf die
Menschheit niederfiel — meint ihr da, dass es sich nur um ein
Sinnbild oder ein Symbol handelt? Was würdet ihr denken, wenn Ich
euch sagen würde, dass sowohl mein Blut als auch mein Körper
euch den Weg der Erfüllung der Mission vorzeichnete, die jedem
von euch anvertraut wurde? Und wenn mein Geist in jeden von euch
überströmt — wieso erkennt ihr euch dann nicht als Brüder an und
verabscheut euch statt dessen? Habt ihr nie daran gedacht, dass
alles, was ihr euren Mitmenschen antut, ihr mir antut?
33. Forscht nicht länger nach der menschlichen Abstammung
Jesu, sie wird euch nicht die Vollkommenheit meines Körpers
offenbaren. Dringt in die großen Offenbarungen ein, die Ich euch
damals und in der heutigen Zeit gegeben habe, und ihr werdet das,
was Ich euch derzeit sage, verstehen.
34. Greift nicht zu den Büchern der Welt, die, selbst wenn sie
von mir sprechen, nicht unter göttlicher Inspiration geschrieben
wurden. Bedenkt, dass Irrtümer enthalten kann, was vom menschlichen
Verstande stammt, doch was vom Himmel kommt, kann euch
nicht irreführen. Hütet meine Offenbarungen mit mehr Eifer, als
wenn ihr Perlen oder Brillanten behütet.
35. Die Menschen behaupten in ihren Büchern, dass Jesus bei
den Essenern gewesen sei, um sein Wissen zu erlangen. Doch jener,
der alles wusste und existierte, bevor die Welten entstanden, hatte
nichts von den Menschen zu lernen. Das Göttliche konnte nichts
vom Menschlichen lernen. Wo Ich mich auch aufhielt, es geschah,
um zu lehren. Kann es auf Erden jemanden geben, der weiser ist als
Gott? Christus kam vom Vater, um den Menschen die göttliche
Weisheit zu bringen. Gab euch euer Meister nicht einen Beweis
dafür, als er mit zwölf Jahren Theologen, Philosophen und
Gesetzeslehrer jener Zeit in höchstes Staunen versetzte?
36. Manche haben Jesus die Schwachheiten aller Menschen
zugeschrieben und ergötzen sich daran, den Menschen, der göttlich
und ohne Fehl ist, mit dem Schmutz zu bewerfen, den sie in ihren
Herzen tragen. Diese kennen mich nicht. Wenn alle Wunder der
Natur, die ihr betrachtet, nichts anderes als die materielle Verkörperung
göttlicher Gedanken sind — meint ihr dann nicht, dass
der Körper Christi die Materialisation eines erhabenen Gedankens
der Liebe eures Vaters war? Also liebte euch Christus nur mit dem
Geist, nicht mit dem Fleische. Meine Wahrheit wird niemals
verfälscht werden können, weil sie ein absolutes Licht und eine
unumschränkte Macht in sich birgt.
37. Ich offenbare in dieser Zeit durch diese schlichten und
ungebildeten Verstandesorgane den liebevollen und unvergesslichen
Klang der Worte Jesu, welche nicht verletzen.
38. Die Menschen haben ohne Achtung und ohne Liebe das
Leben der höchsten Wesen zu beurteilen gewagt, die Gott zu den
Menschen gesandt hat, wobei sie mein eigenes Wort als Grundlage
für ihre Klügeleien verwendeten. Wenn Ich meine Jünger bei einem
bestimmten Anlass Brüder nannte, so war dies nicht das einzige
Mal, noch waren sie alleine es, die Ich so nannte. Maria trug in
ihrem jungfräulichen Schoße den Körper Jesu. Die auserwählte
Mutter, die reinste Mutter, die Lilie ohne Makel war die Inkarnation
der mütterlichen Zärtlichkeit, die im Göttlichen existiert. Warum
sollte Jesus, der sich Gottes Sohn nannte, die Menschen nicht
Brüder nennen, da diese gleichfalls Kinder Gottes sind? Wann
werdet ihr endlich die nötige Geistesreife haben, die euch
ermöglicht, dem Göttlichen und dem Menschlichen die richtige
Sinndeutung zu geben? Begreift, dass dies der einzige Weg ist zu
erfahren, wo die Irrtümer sind und wo die Wahrheit erstrahlt.
39. Die Menschen können euch von mir nicht mit mehr
Wahrheit berichten als Ich, selbst wenn Ich euch diese Belehrungen
durch Menschen gebe. Bedenkt, dass sie in Verzückung sind, wenn
Ich durch sie spreche. Meine Lehre wird noch verstanden werden;
ihr Wesenskern, welcher Gesetz ist, wird von der Menschheit gelobt
werden. Zuvor wird der Unkrautsamen vernichtet werden. Doch
wann werdet ihr alle Menschen Brüder nennen? Wann werdet ihr in
ihnen Kinder eures Vaters sehen? Die einzige Urkunde, die euch zu
meinem Schoße bringen kann, wird darin bestehen, dass ihr
imstande gewesen seid, Kinder Gottes und Brüder eurer Nächsten
zu sein.
40. Ihr, die ihr euch so sehr um euer Heim sorgt — warum sorgt
ihr euch nicht ebenso um die Heimstatt, die ihr für euren Geist in
der Ewigkeit bereiten müsst? Ihr, die ihr in eurer Wohnung das Licht
anmacht, um nicht im Dunkeln zu sein — warum entzündet ihr nicht
die Leuchte eures Herzens, damit ihr nicht im Finstern verweilt?
41. Wenn ihr dafür reif seid, werde Ich ausführlich und klar über
die drei "Zeiten" und die sieben Etappen oder Epochen sprechen,
damit ihr nicht beides miteinander verwechselt.
42. Siehe, hier ist mein offenbarendes und schlichtes Wort.
Begreift es und lasst es zur Tat werden.
43. Dies ist ein Augenblick der Gnade, in welchem das Licht
meines Heiligen Geistes sich in allen Welten ausbreitet — ein Licht,
welches göttliche Weisheit für jedes geistige Geschöpf ist. Und ihr,
die ihr mein Wort hört und euch an der Weisheit des Geistes der
Wahrheit erquickt, entdeckt in dem allem den Sinngehalt meiner
Unterweisungen, bereitet euch wirklich vor, denn ihr müsst viele
mein Gesetz lehren.
44. Mein Gesetz ist ein Weg der Gerechtigkeit und Liebe, auf
den Ich die Menschen noch einmal rufe, damit sie die Familien und
Völker mit jener Liebe und Gerechtigkeit regieren, von der Ich zu
euch spreche. Auf jenem Gesetze gründet der Ursprung und das
Ende alles Geschaffenen. Es ist mein Wille, dass alles in Harmonie
lebt, und dass ihr euch innerhalb dieser Schöpfung geistig
entwickelt, so wie die verschiedenen Naturreiche sich entwickeln,
damit ihr den Fortschritt eures Geistes erreicht.
45. Der Mensch ist moralisch und geistig stehengeblieben. Er
hat eine Gottesverehrung und eine Lebensform geschaffen, die er für
die beste hält, und ist in eine Routine geraten, die seinen Geist
langweilt und ermüdet und ihn in sinnbetörenden Riten und
Zeremonien fanatisch werden lässt. Betrachtet dagegen das
Entwicklungsniveau, das die Reiche haben, welche die materielle
Natur bilden. Erkennt ihre Ordnung, ihre Harmonie und ihre
Vollkommenheit.
46. Ihr müsst begreifen, dass ihr — mit Geist begabt — in der
Schöpfung das geliebteste Werk des Vaters darstellt, weil er in euch
geistige Essenz, geistige Eigenschaften und Unsterblichkeit hineinlegte.
47. Für die Seele gibt es keinen Tod, einen Tod, wie ihr ihn
auffasst, das heißt das Aufhören zu existieren. Der Tod des Körpers
kann nicht der Tod oder das Ende für die Seele sein.
Gerade dann öffnet sie die Augen für ein höheres Leben,
während ihre Körperhülle dieselben in Bezug auf die Welt für
immer schließt. Es ist nur ein Augenblick des Überganges auf dem
Wege, der zur Vollkommenheit führt. Wenn ihr es noch nicht so
verstanden habt, so deshalb, weil ihr diese Welt noch sehr liebt und
euch eng an sie gebunden fühlt. Es bedrückt euch, diese Heimstatt
zu verlassen, weil ihr euch für die Eigentümer dessen haltet, was ihr
in ihr besitzt; und manche haben auch eine unbestimmte Vorahnung
meiner göttlichen Gerechtigkeit und fürchten sich davor, die geistige
Welt* zu betreten.
* Spanisch „valle“ heißt wörtlich Tal und bedeutet oft: Jenseits,
(geistige) Welt, Lebensraum, Heimat(land), zu Hause.
48. Die Menschheit hat diese Welt allzu sehr geliebt — allzu
sehr, weil ihre Liebe fehlgeleitet war. Wie viele sind aus diesem
Grunde auf ihr umgekommen! Wie sehr haben sich die Seelen aus
demselben Grunde vermaterialisiert!
49. Nur wenn ihr die Schritte des Todes nahe gefühlt habt, wenn
ihr schwer krank gewesen seid, wenn ihr gelitten habt, dann erst
habt ihr daran gedacht, dass ihr nur einen Schritt vor dem Jenseits
steht, vor jener Gerechtigkeit, die ihr nur in solchen kritischen
Augenblicken fürchtet; und dann macht ihr dem Vater Gelöbnisse
und schwört, ihn auf Erden zu lieben, ihm zu dienen und zu
gehorchen.
50. Der Schmerz läutert euch, der Schmerz ist der Meißel, der
das Herz des Menschen formt, damit es Vergeistigung erlangt.
Damit euer Schmerz nicht unfruchtbar ist, muss euch die Fackel des
Glaubens erleuchten, damit ihr geistige Erhebung und Geduld in den
Prüfungen habt.
51. Ihr seid die beste Frucht, die aus mir hervorgegangen ist,
dem universellen Baume. Erfüllt immer mein Gesetz der Liebe,
damit Ich mich an euch erfreuen kann.
52. Wenn ihr wegen der Mitmenschen einen Kelch der Bitternis
im Leben leert, so gebt ihnen denselben Kelch zurück, aber voller
Honig. So wie es Christus tat, der nur Schmerz und Bitternis erntete
unter den Menschen, die er so sehr liebte, und der noch am Kreuze
hängend und während die Volksmenge lästerte und ihm Galle und
Essig anbot, seine Seite öffnete als einen Quell der Liebe, um den
Kindern sein Blut zu geben als Wein der Auferstehung und des
ewigen Lebens.
53. In der Zweiten Zeit entfernte sich der Meister für einige
Stunden von seinen Jüngern, und als er zurückkam, beobachtete er,
dass sie sich miteinander besprachen. Da fragte er sie: "Was habt ihr
aus meiner Lehre gelernt?" Und einer von ihnen antwortete:
"Meister, wenn Du nicht bei uns bist, studieren wir Deine Worte,
doch nicht immer gelingt es uns, sie zu verstehen." Darauf sagte der
Meister zu ihnen: "Betrachtet das Meer, seht, wie unermesslich groß
es ist. So ist auch das Gesetz des Vaters. Es ist der Anfang und das
Ende alles Geschaffenen, aber Ich werde es euch verstehen lassen,
soweit es mein Wille ist."
54. Auf verschiedenen Wegen wandelt die Menschheit in dieser
Dritten Zeit und findet nicht die Wahrheit. Ich sende ihr Botschaften
und Zeichen, aber sie ist blind. Die Rufe der Naturgewalten und die
Kriege haben nicht ausgereicht, um die Wiederkunft Christi unter
den Menschen zu bezeugen.
55. Ich bin unter einigen wenigen und lehre meine Botschaft der
Vergeistigung, die der Mensch in dieser Zeit kennenlernen soll. Und
unter denen, die zu mir gekommen sind, mich zu hören, habe Ich die
neuen Jünger erwählt, welche die Gesandten und Boten meines
Werkes in der Welt sein werden.
56. Daher seht ihr, wie unermüdlich und beharrlich Ich meine
Unterweisung lehre; denn Ich will euch stark zurücklassen. Dies
Wort muss auf dem ganzen Erdenkreise vernommen werden.
57. Wenn ihr mit Aufrichtigkeit und Liebe arbeitet, werdet ihr
ein Werk vollbringen, das euch bei mir würdig machen wird, weil
ihr in heißem Bemühen darauf hingewirkt habt, Moral, Liebe und
Vergeistigung in die Menschen zu pflanzen.
58. Ich werde bewirken, dass euer Beispiel von den Menschen
beachtet und anerkannt wird. Dann werden die kommenden
Generationen unbeirrt euren Schritten folgen.
59. Um den Frieden zu erreichen, erfüllet mein Gesetz, dann
werdet ihr ihn in eurem Geiste haben, und die Todesstunde für den
Körper, von der ihr nicht wisst, wann sie kommt, wird euch in
Frieden antreffen.
60. Wachet, darauf achtend, dass ihr euren Verstand nicht mit
unreinen Gedanken beschmutzt. Er ist schöpferisch, und wenn ihr
einer schlechten Vorstellung Obdach gewährt, wirkt sie herabziehend
auf niedere Ebenen, und eure Seele wird vom Dunkel
umfangen.
61. Beachtet mein Gesetz sorgfältig, denn Ich habe es in euch
gelegt. Wisst ihr, warum Ich die materiellen Symbole entfernte?
Weil ihr selbst das Symbol der Liebe des Vaters seid.
62. Seid innerlich vorbereitet, wann immer ihr einer meiner
Unterweisungen beiwohnt, und wenn ihr eine Lektion empfangt,
denkt darüber nach, wie ihr sie nutzen sollt; denn andernfalls wird
der geistige Samen in euren Herzen unfruchtbar sein, und ihr hättet
nicht nur die göttliche Saat nicht genutzt, sondern auch nicht eure
Zeit.
63. Sammelt euch innerlich, bevor ihr herbeikommt, mich zu
hören, damit ihr meine Versammlungsstätten nicht mit denselben
Gebrechen verlasst, mit denen ihr hergekommen seid. Dann werdet
ihr mit innerlicher Befriedigung sagen können, dass ihr die Unterweisungen
eures Meisters zu nutzen verstandet.
64. Wenn ihr euch beim Zuhören nicht konzentriert und nicht
Sorge tragt, meine Unterweisungen in Anwendung zu bringen,
werdet ihr niemals die Frucht schauen können, die mein Wort unter
euch hervorbringen kann. Aber wenn ihr euch dagegen anstrengt,
meine Lehre zu vollziehen, und ihr sie bei eurem Tun zur
Anwendung bringt und sie lebt, dann werdet ihr nach und nach
sehen, wie ihr aus eurem geistigen Stillstand herauskommt und auf
eurem Entwicklungsweg fortschreitet — jenem Weg, der euren
Geist Schritt für Schritt zu wahrer Größe führen wird.
65. Mein Wort spricht von Liebe, und diese Liebe soll in der
Anwendung auf euer Leben in Brüderlichkeit, Einigkeit, Gleichheit,
Harmonie und Frieden zum Ausdruck kommen. Doch damit ihr
euch in Gehorsam an meinem Worte inspiriert, müsst ihr zuvor an
die Wahrheit meiner Kundgebung glauben.
66. Wenn ihr mir jetzt nicht glauben solltet, wo Ich mich durch
das Verstandesorgan dieser Geschöpfe kundtue — was wird erst
geschehen, wenn Ich durch den Geist der großen Inspirierten
kommender Zeiten zu euch spreche?
67. Ihr alle wünscht, euch zu retten. Ihr alle wollt den
Sühnepflichten des Geistes entkommen, und ihr alle träumt davon,
den Himmel kennenzulernen. Doch Ich sage euch, dass die Anstrengung,
die ihr macht, um all dies zu erreichen, recht klein ist,
und dass ihr oftmals, anstatt die Mittel und Wege zu suchen, die
euch helfen könnten, dies zu erlangen, dieselben flieht.
68. Ihr glaubt, dass der Himmel eine Region in der
Unendlichkeit ist, und dass ihr durch ein aufrichtiges Bereuen eurer
Verfehlungen in der Stunde eures körperlichen Todes in ihn
eingehen könnt, weil ihr darauf vertraut, dass ihr in jenem
Augenblick Vergebung findet und von mir ins Himmelreich geführt
werdet. Das ist es, was ihr glaubt. Ich dagegen sage euch, dass der
Himmel kein bestimmter Ort, noch eine Region, noch eine
Heimstatt ist. Der Himmel der Seele ist ihre hohe Gefühlswelt und
ihre Vollkommenheit, ihr Zustand der Reinheit. An wem liegt es
also, euch zu erlauben, dass ihr in den Himmel kommt — an mir,
der Ich euch immer gerufen habe, oder an euch, die ihr immer taub
gewesen seid?
69. Begrenzt nicht länger das Unendliche, das Göttliche.
Begreift ihr nicht, dass der Himmel nicht mehr unendlich wäre,
wenn er — wie ihr glaubt — eine bestimmte Heimstätte, eine
Region oder ein bestimmter Ort wäre? Es ist an der Zeit, dass ihr
das Geistige in einer höheren Weise auffasst, auch wenn eure Vorstellungskraft
nicht die ganze Wirklichkeit zu umfassen vermag.
Aber sie soll sich ihr wenigstens annähern.
70. Seid euch immer bewusst, dass der Geist, der die hohen
Grade der Güte, der Weisheit, der Reinheit und der Liebe erreicht,
über der Zeit, dem Schmerz und den Entfernungen steht. Er ist nicht
darauf beschränkt, an einem Ort zu wohnen, er vermag überall zu
sein und kann allerorten eine höchste Wonne daran finden zu
existieren, zu fühlen, zu verstehen, zu lieben und sich geliebt zu
wissen.
71. Dies ist der Himmel des Geistes!
Mein Friede sei mit euch!

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