BWL - Band 6 - Unterweisung 153


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 153:
1. Aufs neue erscheint unter euch der Meister, um euch seine
Unterweisung der Dritten Zeit zu geben.
2. Wahrlich, Ich sage euch, euer Glaube an meine Kundgebung
durch das menschliche Verstandesvermögen wird euch in den
Prüfungen eures Lebens Halt geben, denn mein Wort wird euch
überallhin begleiten. Seid nicht wie einige von denen, die mir
gemeinsam mit euch zuhörten und die, des Zuhörens müde, wieder
weggingen, ohne das Erbe kennengelernt zu haben, das sie in sich
trugen.
3. Der Augenblick wird kommen, an dem ihr euch für alles
verantworten müsst, was Ich euch anvertraue.
4. Ihr Anwesenden zeigt mit eurer Beharrlichkeit euren Willen
und Eifer, meiner Spur zu folgen. Ich sehe, wie die Liebe, die in
euren Herzen zu meiner Göttlichkeit bestand, mit eurer (geistigen)
Erhebung und der Ausübung der Nächstenliebe wächst.
5. Ich bin die Liebe des Vaters, die zu eurem Geiste spricht und
ihn mit Frieden erfüllt. Mein Wort läutert euch, denn es erreicht das
Innerste eures Wesens. Es bedeutet Rettung, weil es euch von den
schlechten Wegen abbringt und euch den Weg der Wahrheit anbietet,
und während ihr mir zuhört, geratet ihr durch dasselbe in
Verzückung, wobei ihr alle ein einziges Herz und einen einzigen
Willen bildet.
6. Ich spreche zur ganzen Menschheit und rufe den Sünder, der
hartnäckig an seinen Lastern festhält, zur Erneuerung auf, denn auch
für ihn halte Ich einen Platz in den Reihen meiner Soldaten bereit.
7. Mein ewiges und universelles Wort wird begrenzt, wenn es
durch den Stimmträger vermenschlicht wird, aber niemals verliert es
die Vollkommenheit seines Sinngehalts. Mein Wort verletzt nicht,
noch straft es. Warum glaubt ihr, dass Ich strafe, wo es doch der
Mensch ist, der seinen Weg mit Dornen bestreut, um danach auf
ihnen zu gehen?
8. Erkennt, dass alles, was existiert, innerhalb eines Gesetzes
lebt, und dass jener, der sich vom rechten Wege entfernt und nicht
den Geboten gehorcht, die euch regieren, sich sogleich durch das
Gesetz gerichtet sieht, damit er seinen Fehler erkennt.
9. Betrachtet für einige Augenblicke das Universum, das euch
umgibt, und ihr werdet die Harmonie, den Gehorsam und die
Genauigkeit bewundern, mit der alle Reiche und alle Wesen ihre
Bestimmung erfüllen. Meint ihr, mein Werk wäre auch dann
vollkommen, wenn nicht alles Geschaffene einem einzigen Gesetze
gehorchen würde? — Ihr, die ihr mein Meisterwerk seid, wurdet mit
Entscheidungsfreiheit, Willen, Intelligenz und allen Fähigkeiten
ausgestattet, die dem Geiste eigen sind, damit ihr durch die
Verdienste, die ihr durch die Entfaltung eurer Tugenden erlangt, die
geistige Vollkommenheit gewinnt, in welchem Zustand ihr Frieden
und Glück erfahren und das volle Licht finden werdet, das Ich für
euch bereitet habe, damit ihr das Gelobte Land erreicht.
10. Der Weg, der zur Rechten des Vaters führt, ist so schmal und
geradlinig, dass er selbst Mensch wurde in Christus, um mit den
Spuren seines Opfertodes und seines vergossenen Blutes dem
menschlichen Geiste den Weg zur Vollkommenheit vorzuzeichnen.
11. Jener Weg, welcher das Gesetz der Liebe ist, wird durch
menschliche Ideen nicht ausgelöscht werden, denn für jeden Geist
kommt der Zeitpunkt seiner Erlösung, und er findet sie nur in Gott.
12. Heute hört ihr mir zu, doch morgen, wenn Ich mich nicht
mehr in derselben Weise kundgebe, sollt ihr mir auf den Wegen der
Welt nachfolgen und mich zum Vorbild nehmen. Falls euch dann ein
Augenblick der Schwachheit ankommen sollte, wird euch mein
Wort auf dem Wege überraschen, und in der Erinnerung an meine
Liebesunterweisung werdet ihr Rettung finden und eure Mission,
eure Mitmenschen zu lieben, fortsetzen.
13. In dieser Zeit bin Ich unberührbar und unsichtbar zu euch
gekommen, und ihr habt mich nur mit eurer geistigen Empfindsamkeit
wahrgenommen. Ich habe auf diese Weise euren Glauben
auf die Probe gestellt. Ich habe euch viele Kundgaben gewährt,
durch die ihr euren Glauben bestärkt habt. Eure geistigen Augen
haben sich geöffnet, und eure Sinne erwachen nun, um mich zu
begreifen und hernach zu bezeugen.
14. Auch wenn eure Lippen nicht von meiner Wahrheit
gesprochen haben, auch wenn euer Herz noch immer zweifelt — der
Geist liebt mich und glaubt. Er sehnt sich danach, zu mir zu
gelangen, und in seinem Gebet bittet er mich um Licht, um das
"Fleisch" zu überzeugen, und um Stärke und Geduld, um es zu
überwinden. Noch gibt es keine Einigung zwischen dem Geist und
dem Fleisch, und oftmals seid ihr von den Eigenwilligkeiten
desselben besiegt worden und habt eure Fähigkeiten und euren
Willen in dessen Dienst gestellt. Doch darum bin Ich heute
gekommen, um den Geist zu nähren, um ihn zu stärken und ihm sein
Erbe zurückzugeben.
15. Immer habe Ich den Geist gesucht und zu ihm vom ewigen
Leben gesprochen, welches sein Ziel ist. Er gehört mir, und deshalb
fordere Ich ihn für mich. Ich habe ihn auf den Weg der Entwicklung
und der Wiedergutmachung gestellt, denn es ist mein Wille gewesen,
dass er sich durch Verdienste aufwärts entwickelt und sich durch sie
vervollkommnet. Die Körperhülle hat nur eine kurze Lebenszeit.
Wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat, zollt sie mir ihren Tribut, und der
Geist geht weiter seine Bahn, ohne sich aufzuhalten.
16. Heute ist eine Zeit größter Wiedergutmachung für die Seele.
Mein Gericht ist eröffnet, und eines jeden Werke sind auf eine
Waage gelegt worden. Wenn dieses Gericht auch schwer und
leidvoll für die Seelen ist, so ist ihnen der Vater doch nahe, welcher
mehr liebender Vater als Richter ist. Auch umgibt euch die Liebe
Marias, eurer Fürsprecherin.
17. Meine Kinder erwarten mich inmitten des Chaos, in
welchem sie heute leben. Im Wissen darum, dass Ich kommen
werde, sind sie furchtsam, weil sie gegen mein Gesetz verstoßen
haben; als Ich mich ihnen genähert und sie gefragt habe, ob sie mich
erkennen, haben sie mir folgendes geantwortet: "Herr, ich habe
Deine Gebote vergessen, ich bin in Materialismus geraten und bin
verwirrt. Doch heute, da Deine Stimme mich ruft, werde ich mich
bessern und mich von Deinem Lichte leiten lassen."
18. Und als Ich zu euch kam, die ihr das erwählte Volk darstellt,
und euch bat, mich in eurer Mitte aufzunehmen, hat euer Geist
sogleich geantwortet: "Forme und vervollkommne unser Wesen
durch Deine Unterweisung." Doch während der Geist seine Bestimmung
kennt und sie annimmt, bäumt sich das Fleisch dagegen
auf, und es beginnt ein Kampf zwischen beiden, in welchem ihr die
notwendigen Verdienste für eure Erlösung erwerben sollt.
19. Schon vor langer Zeit kündigte Ich euch die Ereignisse an,
die ihr habt Wirklichkeit werden sehen. Ich sagte euch: Wachet und
betet, denn der Tag ist nahe, an dem der Krieg und anderes Unheil
entfesselt ist. Doch euer ungläubiges Herz sagte mir: "Vater, ist es
denn möglich, dass Du unter uns Krieg zulässt, da Du doch Deine
Liebe, Güte und Vergebung kundgetan hast?" — Als Ich euch diese
Geschehnisse ankündigte, geschah es, damit ihr euch zubereiten und
für die ganze Menschheit beten solltet, damit ihr fortan ein Leben
der Verinnerlichung und der Bußfertigkeit führen und im Schoße
eurer Familie Frieden stiften und meine Lehre zur praktischen
Anwendung bringen sollt. Um all dies bat Ich euch, damit der
Schmerz gemildert würde. Ich wollte euch damit nicht sagen, dass
ihr auf diese Weise verhindern würdet, was geschrieben steht, aber
Ich bot euch an, Vermittler zwischen der Welt und meinem Geiste zu
sein.20. Alles, was vorausgesagt worden war, trat im Jahre 1939 ein:
starke Nationen, die die schwachen unterwarfen, andere, noch
mächtigere, die sich vereinten, um über die ersteren herzufallen; und
der sich ausbreitende Krieg, der alles auf seiner Bahn zerstörte und
den Schmerz säte. — Das Gebet einiger meiner Jünger war dieses:
"Herr, wir hoffen, dass dies Wort nicht in Erfüllung geht." Andere
warteten die Geschehnisse ab, um zu glauben. Doch mein Wort ging
in Erfüllung, und heute fragt ihr mich, ob jede Gefahr vorüber ist.
Doch Ich sage euch, dass der Friede, den ihr heute erlebt, nur ein
Scheinfriede ist, was bisher geschah, nur der Beginn der Leiden ist,
welche die Welt heimsuchen werden.
21. Ihr seid noch gebrechlich, meine Jünger, denn obwohl ihr
mein Wort habt, zweifelt ihr noch. Mein Vatergeist erwartet die
(geistige) Wiedergeburt der Menschheit. Jeder von euch soll im
Kreise seiner Familie ein Lehrer dieser Unterweisung sein, damit,
wenn der Tag der Heimsuchung kommt, ihr vorbereitet und stark
seid. Seht die widerspenstigen Herzen um euch, die euch zum
Weinen gebracht haben, so dass ihr mir in eurem Leiden gesagt
habt: "Warum prüfst Du mich inmitten meiner Angehörigen um
Deiner Lehre willen?" Ich aber sage euch: Jener euer Bruder, der
euer Ideal nicht verstanden hat, wird sich durch eure Geduld und
Barmherzigkeit wandeln und wird hernach euer bester Freund und
Vertrauter sein.
22. Schon kommen jene herbei, die meine letzten Worte hören
werden. In kurzer Zeit werden sie den geistigen Gehalt meiner
Lehre begreifen. Gebt ihnen den besten Platz, heilt sie und haltet sie
nicht auf ihrem Entwicklungswege auf. Wenn ihr seht, dass ihre
Geistesgaben sich schnell entfalten, so lasst sie voranschreiten, dann
wird ihr Arm euch helfen, das Kreuz zu tragen, und ihr alle werdet
Fortschritte machen.
23. O geliebtes Israel, in das Ich immer wieder mein Wort
ergossen habe — du hast noch nicht begriffen, wie sehr Ich dich
liebe! Wie oft wart ihr bewegt, wenn ihr mein Wort vernahmt, und
als ihr meine Wunder empfingt, habt ihr mir versprochen, dass ihr
mir bis ans Ende nachfolgen werdet. Seid gesegnet. Vertraut eurem
Vater, der immer wieder über euch wacht. Ihr lebt nicht in einer
Welt vollkommenen Friedens, aber in ihr wird es euch gelingen, das
eurem Geiste verheißene Reich zu erahnen. Meine Liebe ist mit
euch. Verlangt nach mir als Vater und nicht als Richter. Habt nicht
den Wunsch, vor meinem Richterstuhl zu stehen. Bereitet eure Seele
zu, damit, wenn ihr zu mir kommt, Friede und Zufriedenheit in euch
ist und Freude in meinem Geiste.
24. Zu allen Zeiten habe Ich mich als Vater offenbart. Am
Anfang der Welt sprach Ich geistig zu den Menschen, sie sahen mich
oftmals herniederkommen, um sie zu beraten oder zu berichtigen.
Ich sprach zu Adam, und er hörte demütig auf mich. Ich war bei
Abel, und welche Begnadung fand Ich in jenem Geschöpf. Doch Ich
nahte mich auch Kain, denn Ich liebe alle, die Gerechten und die
Sünder. Ich sandte große Geister, die mein Licht brachten, um das
Gesetz und die göttlichen Gebote zu lehren und zu offenbaren. Doch
wie wenige waren bereit, ihren Geist zu erwecken und auf die
Stimme ihres Gewissens zu hören. Einige bereuten es, wenn sie
sündigten, aber andere kehrten dem strengen und unbeugsamen
Gesetz Jehovas den Rücken. Doch mein Gesetz war in allen, und
obwohl mein Licht sie erleuchtete, sah Ich, dass die Sünder in der
Überzahl waren, dass das Böse zugenommen und den Seelen schwer
geschadet hatte. Da ließ Ich zu, dass sich eine große Reinigung
vollzog. Nur Noah und seine Familie überlebten, und sie waren der
Samen, der Beginn einer neuen Welt. Ich schloss ein Bündnis mit
dem gerechten Manne, und der Regenbogen des Friedens erschien,
das Zeichen des Bündnisses.
25. Bald erlagen die Nachkommen jener Menschen wieder der
Versuchung. Die Herzen, die ein Erbe der Liebe empfangen hatten,
wurden gefühllos und hart. Ein anschauliches Vorbild wurde für ihre
Erlösung notwendig. Da wurde Christus Mensch und wohnte unter
ihnen. Er aß von eurem Brot, er erlebte und durchlitt die Härten
eures Lebens. Er tat Wunder, um sich erkennbar zu machen, er
lehrte euch den rechten Weg. Ihr habt in seiner Nähe gelebt und saht
seinen Gang durch die Welt. Doch als das Ende seiner Mission
gekommen war — wie wenige waren da zubereitet, um seine
Himmelfahrt zu schauen, um seinen Opfertod zu begreifen und ohne
Zaudern den Pfad zu beschreiten, der durch sein Blut der Liebe und
Vergebung vorgezeichnet war.
26. Heute komme Ich zum zweiten Male als Meister. Mein
Blick sucht nach denen, die mir nachfolgen müssen, nach denen, die
sich zurüsten müssen, um zur Welt von meinem Kommen als
Tröstergeist zu sprechen. Aber mit Schmerzen betrachte Ich die
zartfühlenden und unschuldigen Herzen, die sich verhärtet haben.
So viele Tränen sind geflossen, dass ihre Quellen, die Augen der
Menschen, vertrocknet sind. Es gibt keine Liebe mehr für mich,
noch Mitgefühl der Menschen untereinander, und mein Vatergeist
leidet um der Menschheit willen. Mein Blick ruht auf jedem Herzen,
doch Ich empfange nur den Schmerz, den ihr in dieser Zeit geerntet
habt.
27. Der Meister sagt euch: Ihr habt die Gaben nicht zu nutzen
verstanden, die Ich euch gewährt habe. Doch die Zeit wird kommen,
in der ihr diese Unterweisung besser versteht und euch mir sehr
nahe fühlt und mir dankt.
28. Betet, wachet und bittet für die Welt. Wenn dann die Zeit
des Kampfes kommt, so erhebt euch und verbreitet mein Licht,
ermutigt und tröstet, beseitigt Krankheiten, tut Wunder, damit, wenn
ihr ans Ende eurer Reise gelangt, ihr voller Verdienste zu mir
kommt und in Frieden vor meinem Richterstuhl erscheint.
29. Doch wann wird sich dies Volk der geistigen Mission
bewusst werden, die es gegenüber den anderen Völkern der Erde
hat?
30. Ich habe euch gesagt, dass ihr nicht den Wunsch haben sollt,
mehr zu sein als irgend jemand, noch sollt ihr den Anspruch
erheben, über anderen zu stehen. Dennoch ist eure Bestimmung
groß, und selbst die Nation, die euch ihren Schutz bietet, muss den
Teil erfüllen, der ihr in diesem Werke zukommt.
31. Ich habe euch gelehrt, damit ihr euren Mitmenschen die
Frohe Botschaft weitergebt, und wenn die Zeit dafür gekommen ist,
meine Botschaft den anderen Nationen bringt. Aber Ich sehe euch
noch immer schlafen, ohne dass ihr die große Tragweite eurer
Mission erahnt.
32. Wollt ihr etwa, dass es Schmerz, Elend, Krankheit und
Hunger sind, die euch aus eurer Lethargie wachrütteln?
33. Der Kelch, den ihr trinkt, ist sehr bitter, und sehr schwer
sind die Ketten, die ihr mit euch schleift. Ihr seid noch immer das
geknechtete Volk Pharaos. Je mehr ihr euch nach eurer Freiheit
sehnt, desto größer sind die Mühsale, die man euch auferlegt, und
desto höher ist euer Tribut. Welches Maß an Bitternis werdet ihr
noch erreichen?
34. Es ist nötig, dass die Erwachten die anderen, die noch
weiterschlafen, aus ihrer Lethargie wachrütteln und ihnen sagen,
dass der Herr, derselbe wie vor Zeiten, sie auf dem Berge erwartet,
um sie seine Vaterstimme hören zu lassen und ihnen den Weg zu
zeigen, der sie zur Freiheit und zum Frieden führt. Aber die einen
wie die anderen müssen mein Wort richtig auffassen, denn
andernfalls werdet ihr euch fragen: "Wer ist der Pharao? Was ist die
Knechtschaft, von der hier die Rede ist? Auf welchem Berge wird
der Herr zu uns sprechen? Wohin wird der Weg uns führen, den er
uns weist?"
35. Doch ihr müsst die Sinnbilder ergründen lernen, in denen
Ich zu euch spreche, damit ihr sie hernach euren Mitmenschen
erklären könnt, ohne Irrtümern zu erliegen.
36. Die gesellschaftliche Umgebung, in der ihr lebt, die euch in
dieser Zeit umgibt, ist der Pharao dieser Zeit. Sie ist von Selbstsucht,
Hass, Habgier und allen Sünden der Menschheit durchdrungen.
37. Die Ketten sind eure Bedürfnisse, die euch zwingen, euch
dem herrschenden Egoismus, der Ungerechtigkeit und selbst der
Sittenverderbnis zu unterwerfen.
38. Der Berg, auf dem Ich euch erwarte, ist im Gewissen eines
jeden von euch, das sich nach meinem Willen in eurem Herzen
vernehmbar machen soll, denn in ihm ist mein Gesetz niedergeschrieben.
39. Der Weg ist die Lebensrichtung, die euch ermöglichen wird,
den ersehnten Frieden und jene Freiheit zu gewinnen, nach der ihr
verlangt, und welche die Erfüllung eben dieses Gesetzes mit sich
bringt.
40. Ahnt ihr nun die Bedeutung eurer Mission? Bete, Volk,
damit eure Nation bei meinem Rufe erwacht. Wachet, damit, wenn
euch die Menschenscharen aufsuchen, ihr ihnen entgegenzugehen
und sie durch euer Beispiel anzuspornen versteht.
41. Ergründet meine Unterweisungen, Jünger, kommt und
vernehmt mein Wort, denn diese Zeiten werden nicht wiederkommen.
Heute könnt ihr mich noch durch das Verstandesorgan der
Stimmträger hören, doch diese Zeit wird vorübergehen, und mein
Werk wird euch eine neue Offenbarungsphase eröffnen.
42. Erquickt euch beim Hören meiner Unterweisung und
bewahrt sie in euren Herzen. Macht aus eurem Gedächtnis eine
Truhe, welche die Essenz meiner Lehren birgt, als ob es ein Juwel
von unschätzbarem Wert wäre.
43. Heute, da Ich zur Verwunderung der einen und angesichts
der Ungläubigkeit oder dem Glauben der anderen zu euch zurückgekehrt
bin, erwartet ihr, dass der Meister über die Lehren zu euch
spricht, die er euch in vergangenen Zeiten gab.
44. Hört mir zu: Gott offenbarte sich dem Menschen vom
Beginn des menschlichen Lebens an als Gesetz und Gerechtigkeit.
Der göttliche Geist materialisierte sich in Anbetracht der Unreife
und Einfalt der ersten Geschöpfe, indem er seine Stimme vermenschlicht
und verständlich hören ließ. Die Empfindungsfähigkeit
jener Wesen erwachte, bis sie den Vater auf dem Weg über die Natur
zu deuten verstanden. Solange sie im Gehorsam lebten, erfuhren sie
die göttliche Huld durch alles, was sie umgab. Auch Fehltritte und
Bitternisse blieben ihnen nicht erspart, die ihnen anzeigten, dass sie
sich gegenüber ihrem Herrn vergangen hatten. Ich bewirkte, dass
das Licht des Gewissens in ihnen erstrahlte, welches auf ihrem
Lebensweg der Leuchtturm, der Richter und der Ratgeber sein
musste. Instinktiv wussten die ersten Menschen, dass jener
unsichtbare Vater immer das Gute gebot, und dass dieses Gebot auf
dem Gesetz beruhte, nach welchem sie leben sollten. Jenes innere
Licht nanntet ihr "Das natürliche Gesetz".
45. Später, als der Mensch sich vermehrte und bei seiner
Vermehrung vergaß, jenes Gesetz zu erfüllen, wobei er nicht auf die
Stimme seines Gewissens hörte und jede Scheu verlor, sandte ihm
der Vater, der dem Kinde in seine Wüste nachgegangen war,
Menschen zu, die durch ihre Tugend und Weisheit mit einem hohen
Geiste begabt waren, um sie an den Weg zu erinnern, von dem sie
abgewichen waren.
46. Erinnert ihr euch nicht an den gerechten Abel, für dessen
Blut Ich noch immer Rechenschaft fordere? Er starb neben seiner
Opfergabe.
47. Und an den tiefgläubigen Noah, der den Spott der Leute
ertrug und bis zum letzten Augenblick den Willen seines Herrn
verkündete? Sie erinnerten euch mit ihren Taten an mein Dasein und
mein Gesetz. Dann sandte Ich euch einen Abraham, ein Vorbild an
Gehorsam und unendlichem Glauben an seinen Herrn, einen
tugendhaften Isaak und einen Jakob, der getreu und voller Stärke
war, damit sie den Stamm des Baumes bilden würden, von dem ein
Ast Moses hervorbringen sollte, den Ich sandte, um mich zu
vertreten und den Menschen mein Gesetz zu übergeben.
48. In Moses erblickte die Menschheit einen Abglanz meiner
Majestät. Sie sah in ihm Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, unbeugsamen
Mut, Glauben, Gehorsam und Nächstenliebe. Ihr habt
erfahren, dass er angesichts der Schwachheiten seines Volkes die
Gesetzestafeln zornig zerbrach, die er soeben vom Vater empfangen
hatte. Doch wisst ihr auch, dass Ich sie sogleich wiederhergestellt in
seine Hände zurückgab, um euch begreiflich zu machen, dass nur
ein göttliches Gesetz euch zu allen Zeiten regieren soll: das des
unsichtbaren Gottes.
49. Als dann eine gewisse Zeit vergangen war und sich die
Notwendigkeit zeigte, dass die Menschheit ihren Vater eingehender
kennenlernen musste, sandte dieser — unermüdlich in seinem
Liebeswerk — der Welt seine Propheten, um der Menschheit
anzukündigen, dass er zur Erde kommen und Mensch werden
würde, um ihr seine Liebe fühlbar zu machen und sie durch seine
Geburt, sein Leben und seinen Tod zu lehren, was ein vollkommenes
Leben ist. Aber während die einen an meine Propheten
glaubten, zweifelten die anderen, töteten sie und bereiteten mit
dieser Opferung meinen Weg vor.
50. Das Wort meiner Sendboten ließ das Herz derer, die
sündigten, erzittern, denn sie kündigten das Kommen jenes an, der
mit seiner Wahrheit die Unwahrheit aufdecken würde. Während die
Menschen sagten: "Gott rät das Gute an, die vollkommenen Werke
der Liebe, Vergebung und Gerechtigkeit, weil er vollkommen ist;
doch wir Menschenwesen können dies nicht sein", kam Jesus auf
die Welt.
51. Er war Gott selbst, der zur Welt kam, um in menschlicher
Gestalt sein Gesetz und seine Lehre zu bringen. Heute würdet ihr
gerne erfahren, wie der Körper Jesu geschaffen wurde. Dazu sage
Ich euch: Ihr müsst euch damit begnügen, zu wissen, dass jener
Körper gezeugt und empfangen wurde durch das Wirken der
unendlichen Liebe, die Ich für euch empfinde. Von jenem Zeitpunkt
an begann Jesus den Kelch der Bitternis zu trinken, den er bis ans
Ende trinken musste. Er durchlebte alle menschlichen Wechselfälle,
ertrug die Prüfungen, lernte Mühsal kennen, Verfolgung, das lange
Tagewerk der Menschen, Durst und Einsamkeit; er fühlte am Körper
das Verrinnen der Zeit und betrachtete das menschliche Leben mit
seinen Tugenden und seinem Elend aus der Nähe, bis der Zeitpunkt
kam aufzubrechen, um zu sprechen und machtvolle Werke zu tun.
52. Da ließ Ich es zu, dass die Menschen sich um mich scharten,
um mich zu hören, mich zu betrachten, mich mit Worten und in
geistiger Weise auszukundschaften. Ich ließ zu, dass der Mensch
meinen Körper auf der Suche nach dem Göttlichen durchbohrte, bis
er meine Knochen erblickte, meine Seite geöffnet wurde und Wasser
herausfloss. Ich ließ zu, dass die Welt mich zu ihrem Angeklagten
machte, zu ihrem Spott-König, zu einem Entblößten, und mich so
mit dem Kreuz der Schande auf den Schultern zur Hinrichtungsstätte
schleppte, wo mich zwei Räuber erwarteten, um mit mir zu
sterben.
53. So wollte Ich sterben, an meinem Kreuz, um euch zu lehren,
dass Ich, euer Gott, nicht nur ein Gott des Wortes bin, sondern auch
einer der Tat. Aber die mich sterben sahen und meinen Todeskampf
miterlebten und meine letzten Worte vernahmen, sagten: "Wie kann
der Sohn Gottes sterben? Wie kommt es, dass, obwohl er der
Messias ist, wir ihn zusammenbrechen sahen und ihn klagen
hörten?"
54. Die Menschen verlangten einen weiteren Beweis, und in
meiner Liebe gab Ich ihnen diesen. So, wie Ich als Mensch aus dem
Schoße einer heiligen Frau geboren wurde, um der menschlichen
Mutterschaft Tribut zu zollen, so sank Ich auch in das Innere der
Erde zurück, um dieser Tribut zu zollen und dort meine Mission als
Mensch zu vollenden. Doch die Erde konnte jenen Körper nicht
festhalten, der nicht ihr, sondern dem Schoße des Vaters gehörte,
von dem er gekommen war und zu dem er zurückkehrte.
55. Jetzt sage Ich euch: Wenn ihr an Christi Göttlichkeit
gezweifelt habt, als ihr ihn am Kreuze sterben saht, könnt ihr mir
dann sagen: Welcher Mensch ist am dritten Tag nach seinem Tode
aus dem Grabe auferstanden, ohne es zu beschädigen, und ist mit
seinem eigenen Körper gen Himmel aufgefahren? Niemand! — Ich
tat es, weil Ich das Leben bin, denn Ich konnte weder im Geiste
noch im Fleische sterben.
56. Zweifel gab es nicht nur unter den Zuschauermassen. Selbst
unter meinen Jüngern gab es einen, der daran zweifelte, dass Ich
mich nach dem Tode unter ihnen zeigen könne. Es war Thomas, der
sagte, dass nur, wenn er seine Finger in die Wunde an meiner Seite
legen könnte, er es glauben würde, dass jenes möglich wäre. Kaum
hatte er dies gesagt, als Ich ihn meinen Gruß vernehmen ließ: "Mein
Friede sei mit euch!" Jener hatte noch die Kraft, sich zu nähern und
die tiefe Wunde zu betrachten und sie mit seiner Hand zu berühren,
um zu glauben, dass der Meister wirklich gestorben und
auferstanden war.
57. Selig, die glauben, ohne vorher gesehen zu haben. Ja, meine
Kinder, denn auch der wahre Glaube ist ein Blick, der schaut, was
weder der Verstand noch die Sinne entdecken können. Nur der
Glaube kann dem Menschen einige der Geheimnisse der Schöpfung
offenbaren.
58. Doch jener, der von den Toten auferstand, kommt in dieser
Zeit im Geiste voller Herrlichkeit, um erneut zu euch zu sprechen.
59. Wie viele von denen, die heute auf Erden wohnen, wissen,
dass sich vor der Menschheit ein neues Zeitalter aufgetan hat? Mit
Sicherheit wissen nur die, die dies Wort vernommen haben, dass im
Jahr 1866 eine neue Zeitepoche anbrach: die des Heiligen Geistes.
60. Durch das Verstandesorgan von Roque Rojas sprach der
Geist Elias', des Wegbereiters, der sich auf diese Weise kundgab, um
den Weg des Herrn zu bereiten.
61. Mittels jenes gerechten Mannes öffnete Ich das Buch meiner
Unterweisungen, meiner neuen Offenbarungen vor der Menschheit
und forderte sie auf, einen weiteren Schritt auf dem Wege voran-
zuschreiten.
62. Ich bin in dieser Zeit "auf der Wolke" gekommen, das heißt
geistig und für Menschenaugen unsichtbar. Diese "Wolke" ist das
Symbol für das Jenseits, von wo aus Ich einen Lichtstrahl sende, der
jene Verstandesorgane erleuchtet, durch die Ich mich kundtue. So ist
es mein Wille gewesen, und daher ist es ein vollkommenes Werk.
Ich kenne den Menschen und liebe ihn, denn er ist mein Kind. Ich
kann mich seiner bedienen, denn Ich habe ihn erschaffen, dazu habe
Ich ihn gemacht. Ich kann mich im Menschen offenbaren, denn Ich
schuf ihn gerade dafür, mich in ihm zu verherrlichen.
63. Der Mensch ist mein einziges und wahres Ebenbild, denn er
besitzt Leben, Intelligenz, Willen und Fähigkeiten wie sein Gott.
64. Bevor Ich mich in der Gegenwart in dieser Form offenbarte,
erforschte Ich das Herz der Menschen. Ich fragte jene, die ihren
Geist in verschiedenartigen Religionsgemeinschaften nähren: Seid
ihr befriedigt? Worauf sie antworteten: "Wir haben Hunger und
Durst nach Dir."
65. Viele haben das Erscheinungsbild und das Antlitz ihres
Vaters gesucht, ohne ihn zu finden. Sie hofften auf jenes Wunder,
doch das Wunder wurde nicht Wirklichkeit, weil sie kein Brot
gefunden haben, das ihren Geist wirklich nährte. Doch Ich hatte
diesen Baum, diese Quelle und diese Felder vorbereitet und habe die
nach Frieden hungernden und dürstenden Scharen, die sich nach
Liebe sehnen und sich geliebt fühlen wollen, herbeigerufen. Als sie
in meine Gegenwart gekommen sind, haben sie dies Wort vernommen,
das sich in allen bestehenden Versammlungsorten in
gleicher Weise offenbart, und jedes Mal, wenn es ertönt, ist es wie
die liebevolle Berührung einer Hand, die den aufweckt, der schläft,
und wie die Stimme eines Freundes, die berät.
66. Nachdem ihr mir einige Zeit zuhörtet, habt ihr begriffen,
dass ihr nicht nur Bewunderer sein könnt, die ihr Leben nur in
geistiger Betrachtung verbringen, und habt mir gesagt: "Herr, beim
Essen dieser Frucht, die du uns gegeben hast, haben wir gegenüber
Deiner Göttlichkeit die Pflicht auf uns genommen, ihren Samen
anzubauen und zu verbreiten."
67. Wenn ihr gewahr werdet, dass euer Meister noch immer sein
Kreuz der Liebe auf den Schultern trägt, weint ihr und sagt ihm:
"Herr, laß uns Dein Kreuz tragen, lasse zu, dass die Galle und der
Essig von uns getrunken wird." Doch Ich sage euch: So wie ihr es
erbeten habt, ist es bereits geschehen. Habt ihr nicht bemerkt, wie
schwer eure Mission in letzter Zeit war? Merkt ihr nicht, wie bitter
diese Zeit gewesen ist, und dass ihr derzeit etwas durchlebt, was ihr
noch nie erlitten habt? Zeigt weiterhin diese Bereitwilligkeit und
betet.
68. Ich habe euch einfache Leute erwählt, denn wenn Ich durch
den Mund von Gelehrten, Theologen und Wissenschaftlern sprechen
würde, würde mir nicht geglaubt. Wenn Ich dagegen durch einen
einfachen Menschen spreche, setze Ich die Menschen in Erstaunen.
Wer hat die großen Scharen hergebracht? Ihr alle wart es, weil ihr
bereit wart, Zeugnis abzulegen. Hier sind jene, die zu euch sagten:
"Wie ist es möglich, dass Christus in der Welt ist?" Und auch jene,
die ausriefen: "Es ist unmöglich, dass der Meister aller Vollkommenheit
sich durch einen Menschen kundgibt!" Hier sind sie,
die an euren Worten und Beteuerungen zweifelten.
69. Volk, wenn Jesus die Saat, die der Vater in der Ersten Zeit in
die Herzen der Menschen säte, mit seinem Blut bewässerte, so lässt
heute mein göttlicher Geist den Tau der Gnade auf jene Felder
niedergehen, um sie fruchtbar zu machen.
70. Der Tag meines Abschieds rückt näher. Mein Verweilen
unter euch in dieser Zeit ist länger gewesen als in vergangenen
Zeiten, länger als es mit Israel in der Wüste war, länger als die Zeit,
die Jesus unter den Menschen lebte. Wer von denen, die mich in
dieser Zeit vernommen haben, hat sich durch dies Wort vergiftet
gefühlt? Wer hat sich durch dasselbe in Laster oder in Irrtum
verstrickt? Wahrlich, Ich sage euch, wenn es euch nicht Gutes
gebracht hat, weil ihr es nicht in euch aufgenommen habt, so hat es
euch auch nichts Böses verursacht.
71. Erinnert euch, dass Ich euch einmal sagte: Ich habe euch
nicht geschaffen, damit ihr wie Schmarotzerpflanzen seid. Ich will
nicht, dass ihr euch damit begnügt, niemandem etwas Böses zu tun.
Ich will, dass ihr eure Befriedigung darin findet, Gutes getan zu
haben. Jeder, der nicht Gutes tut, obwohl er es tun könnte, hat mehr
Böses getan als jener, der, weil er keine guten Werke zu tun
imstande war, sich darauf beschränkte, Böses zu tun, weil es das
einzige war, das er zu tun verstand.
72. So hat an diesem Tage jener zu euch gesprochen, welcher,
für die Welt gestorben, zur Herrlichkeit des Vaters auferstand, um in
dieser Dritten Zeit im Geiste zu euch zu kommen.
73. Seht hier meine Wiederauferstehung am dritten Tag, an dem
Christus seinen neuen Jüngern erscheint und ihnen sagt:
Mein Friede sei mit euch!

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