BWL - Band 6 - Unterweisung 154



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 154:
1. Das Licht meines Geistes erleuchtet euch an diesem Morgen
der Gnade.
2. Meine Lehre und Lehrbeispiele der Zweiten Zeit sind von der
Menschheit nicht verstanden worden, denn statt gegenseitiger Liebe
finde Ich Zwietracht unter den Völkern und Streit zwischen den
verschiedenen Ideologien, Sekten und Religionsgemeinschaften. Ich
habe euch ein Beispiel von Demut gegeben, von der Wiege bis zu
dem Augenblick, da Ich unter euch an einem Kreuze starb. Mein
Leben, mein Beispiel, meine Lehren und mein Opfertod sind von
den Menschen nicht zum Vorbild genommen worden.
3. Jene Seite im Buche Gottes war eine Lehre für alle Zeiten;
auf ihr hinterließ Ich euch alles, was Ich euch damals zu sagen hatte,
nichts davon konnte Ich vergessen. Ich kündigte euch an, dass Ich zu
euch zurückkommen würde, und hier bin Ich in Erfüllung meiner
Verheißung. Doch Ich sehe eure Welt in völliger Unordnung, sehe,
wie die Menschen das Antlitz des Planeten gemäß ihren Überzeugungen
und Doktrinen zu verändern versuchen. Aber Ich komme
heute voller Liebe, um euch zu sagen: Wenn ihr die Lehren der
Zweiten Zeit nicht begriffen habt — hier bin Ich, um euch mit
meinem Worte zu helfen, sie zu verstehen.
4. Höret: Einst kam Jesus zum Ufer des Jordan und begegnete
dort Johannes dem Täufer, der seine Jünger lehrte und ihnen das
Kommen des Himmelreiches ankündigte. Als der Wegbereiter der
Zweiten Zeit den leuchtenden Blick Jesu, die Freundlichkeit seines
Angesichts und die göttliche Majestät erblickte, die Jesus ausstrahlte,
erkannte er den Messias und verneigte sich vor ihm.
Johannes, der gerade seine Jünger unterwiesen und von der Lehre
sprechen gehört hatte, die Jesus lehrte, hatte ihnen gesagt: "Das
Reich ist nahe herbeigekommen zu den Menschen", und als er vor
dem Erlöser stand, erkannte er ihn sogleich und rief aus: "Seht, dies
ist jener, dem gegenüber ich nicht wert bin, dass ich ihm die Riemen
seiner Sandalen löse."
5. Doch da Johannes mein Prophet und mein Diener war, waren
seine Lehren mit den meinen in Einklang, und seine Jünger waren
auch die meinen.
6. Bei einer anderen Gelegenheit, als Jesus sich in der Nahe
eines Dorfes aufhielt, sandte er seine Jünger aus, um Lebensmittel
für ihren Unterhalt zu suchen, und als sie zurückkehrten, begegneten
sie den Jüngern des Johannes, die gerade predigten. Als sie dann
beim Meister ankamen, sagten sie: "Herr, Herr, wir sind einigen
Männern begegnet, die eine Lehre verkünden und Wunder tun.
Entspricht dies deinem Gesetz?" Jesus sagte ihnen: "Warum regt ihr
euch auf? Jeder, der Nächstenliebe übt, steht innerhalb des
Gesetzes."
7. Ich sage euch dies heute, Jünger der Dritten Zeit, damit ihr
nicht jene für außerhalb meines Gesetzes stehend erachtet, denen ihr
auf eurem Wege begegnet und welche Liebe, Barmherzigkeit und
Licht säen, ganz gleich, wie der Name der Lehre, die sie befolgen,
auch sein mag.
8. Seinerzeit wurde Ich nicht von allen als der göttliche Sämann
erkannt. Für viele war Ich nur ein Galiläer, der auf Erden predigte.
Nur jene, die im Worte Jesu die Stimme der Gottheit entdeckten,
erkannten ihn als Sohn des Höchsten.
9. Der, der sich heute unter euch kundgibt, ist derselbe, der in
der Zweiten Zeit zu euch sprach. Doch was die Menschen damals
sahen, ist jetzt nicht mehr in gleicher Weise zu sehen. Jener Meister
mit freundlichem Antlitz, sanftmütigem Blick und liebevollem Wort
kommt heute im Geiste und spricht mittels eines Menschen.
10. Wer mich in dieser Form der Kundgabe fühlen und schauen
möchte, lasse seinen Verstand und sein Herz stille werden.
11. Viele von euch haben den Seelenfrieden verloren. Doch als
ihr den Frieden und das Vertrauen eurer Geschwister saht, habt ihr
eure Zuflucht zu ihnen genommen, zu ihrem Glauben und ihrer
Hoffnung, im Verlangen, den rettenden Hafen zu erreichen. Auf
diese Weise werdet ihr euch gegenseitig helfen.
12. Ich werde in dieser Zeit ein Volk heranbilden, das mein
Gesetz eifrig befolgt, das die Wahrheit liebt und die Barmherzigkeit.
Dies Volk wird wie ein Spiegel sein, in welchem die anderen die
Fehler, die sie begangen haben, sich widerspiegeln sehen können. Es
soll niemandes Richter sein, aber seine Tugenden, Werke und seine
(geistige) Pflichterfüllung sollen den Geist all derer berühren, die
seinen Weg kreuzen, und sie sollen allen ihre Fehler aufzeigen, die
gegen mein Gesetz verstoßen.
13. Wenn dies Volk einmal stark und zahlreich ist, wird es die
Aufmerksamkeit seiner Nächsten auf sich ziehen, denn die Reinheit
seiner Werke und die Aufrichtigkeit seiner Gottesverehrung werden
die Menschen in Staunen versetzen. Dann werden sich die
Menschen fragen: "Wer sind jene, die, ohne Tempel zu haben, auf
solche Weise zu beten verstehen? Wer hat diese Menschenscharen
gelehrt, ihren Gott betend zu verehren, ohne dass sie das Bedürfnis
fühlen, für ihren Gottesdienst Altäre zu errichten? Woher sind diese
Wanderprediger und Missionare gekommen, die gleich den Vögeln
weder säen, noch ernten, noch spinnen und dennoch weiter
existieren?"
14. Und Ich werde ihnen sagen: Dies arme und demütige Volk,
das jedoch voll Eifer nach meinem Gesetze lebt und stark ist
gegenüber den Leidenschaften der Welt, ist nicht von irgendeinem
Menschen herangebildet worden. Diese Scharen, die ihre Freude
daran haben, Gutes zu tun, die durch Inspiration erleuchtet sind und
die den Herzen die Botschaft des Friedens und einen Tropfen
Heilbalsam bringen, sind nicht von Lehrern oder Geistlichen irgendeiner
Kultgemeinde der Erde unterwiesen worden. Denn wahrlich,
Ich sage euch, in dieser Zeit gibt es auf eurer Welt keinen einzigen
Menschen, der die Verehrung Gottes in wahrer Geistigkeit zu lehren
vermöchte. Es ist nicht im Glanz von Riten oder Zeremonien, noch
im Reichtum oder in der irdischen Macht, worin die Wahrheit ihre
Wurzeln hat, welche, da sie demütig ist, die reinen, edlen,
aufrichtigen, die Lauterkeit liebenden Herzen als ihren Tempel
sucht. Wo sind jene Herzen?
15. "Christlich" nennt sich ein großer Teil dieser Menschheit,
ohne überhaupt zu wissen, was das Wort "Christus" bedeutet, noch
seine Lehre zu kennen.
16. Was habt ihr aus meinem Worte, meinem Beispiel, meiner
Lehre gemacht, die Ich euch einst gab?
17. Seid ihr tatsächlich entwickeltere Menschen als die jener
Zeitepoche? Warum beweist ihr es nicht durch die Werke eures
Geistes? Meint ihr etwa, dass dies Leben ewig ist, oder denkt ihr
vielleicht, dass ihr euch nur durch die menschliche Wissenschaft
entwickeln müsst?
18. Ich lehrte euch die wahre Erfüllung des Gesetzes, damit ihr
diese Welt in einen großen Tempel verwandeln solltet, in welchem
man den wahren Gott verehrt, wo das Leben des Menschen eine
beständige Liebesgabe für den Vater sein würde, den er in jedem
seiner Nächsten lieben und auf diese Weise seinem Schöpfer und
Meister Tribut zollen sollte.
19. Doch heute, da Ich zu den Menschen zurückgekommen bin
— was finde Ich da vor? Lüge und Selbstsucht haben die Wahrheit
und die Nächstenliebe ersetzt; Stolz und Eitelkeit — die Sanftmut
und die Demut; Abgötterei, Fanatismus und Unwissenheit — das
Licht, die innere Erhebung und die Vergeistigung; Gewinnsucht und
Entweihung herrschen, wo nur Pflichteifer und Rechtschaffenheit
bestehen sollten; Hass und entfesselter Streit unter Geschwistern
haben Brüderlichkeit, Frieden und Liebe ersetzt.
20. Doch Ich werde zu meinem Tempel kommen, um die
Händler von dort zu verjagen, wie Ich es in der Zweiten Zeit im
Tempel von Jerusalem tat, und werde ihnen ein weiteres Mal sagen:
"Macht aus dem Hause des Gebets keinen Krämerladen." Ich werde
die Menschen lehren, damit jeder vor dem wahren Altar dient, damit
sie nicht länger im Irrtum befangen sind, noch aus Unwissenheit in
die Irre gehen wegen der schlechten Auslegungen, die sie meinem
Gesetze geben.
21. Der Meister sagt euch: "Der Geistliche" ist der Geist,
während der Altar das Herz ist; das Gebet ist der nach oben
gerichtete Gedanke, und die Opfergabe sind die guten Werke, die ihr
darbringen könnt.
22. Wenn ihr fühlt, dass Hilfsbereitschaft und Liebe zu euren
Mitmenschen euer wahres Leben ausmachen — wie sollte da die
Welt nicht begreifen, dass das Herz nicht nur ein gefühlloses Organ,
und dass der Geist mehr als der Körper ist? Wie sollte sie da nicht
verstehen, dass die Inspiration wertvoller ist als die Bilder, die der
Mensch geschaffen hat, um das Göttliche darzustellen, und dass die
guten Taten, mit denen ihr von meinem Gesetze Zeugnis ablegt,
verdienstvoller sind als die wertvollsten irdischen Güter?
23. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euren Glauben retten und
so vermeiden wollt, dass eure Seele in diesem Unwetter zugrunde
geht, müsst ihr euren Tempel in geistiger Form errichten. Lasst mein
Reich in euer Herz herniederkommen, niemand darf gegen dessen
Licht ankämpfen. Wenn dann der Sturm vorüber ist, werdet ihr
erleben, wie sich unsichtbar, aber stark und groß der unzerstörbare
Tempel erheben wird, dessen Fundamente in euren Herzen sein
werden.
24. Schauet, wie in diesem Augenblick die Welt von dem hellen
Lichte erhellt wird, das von meinem Geiste ausstrahlt. Das Licht
hilft euch bei eurem Fortschritt und eurem Verstehen, und mit ihm
erlangt ihr den Frieden.
25. Das Licht und die Liebe entspringen dem Herzen, der Friede
ist im Geiste wie ein Abglanz der Ewigkeit.
26. Mein Wort ist liebevoll, doch ihr sollt seiner nicht überdrüssig
werden, denn wenn ihr euch nur an irdischen Vergnügungen
ergötzt, werde Ich eure Herzen leer vorfinden. Deshalb komme Ich
häufig zu euch, um zu bewirken, dass euer Herz in einem anderen
Rhythmus schlägt, wenn es in Kontakt mit dem Göttlichen kommt,
denn fortwährend irrt ihr vom Pfade eurer Pflichterfüllung ab.
27. Warum gab und gibt es Menschen, die, nachdem sie durch
den Gebrauch der Fähigkeiten, die der Schöpfer ihnen gewährt hat,
die menschliche Wissenschaft kennengelernt haben, dieselbe dazu
benutzen, um die göttliche Wissenschaft zu bekämpfen und abzulehnen?
— Weil ihre Eitelkeit ihnen nicht erlaubt, die Schatzkammer
des Herrn mit Demut und Hochachtung zu betreten, und sie
ihr Ziel und ihren Thron auf dieser Welt suchen.
28. Unter den Sündern werde Ich jene auswählen, die mir in
dieser Zeit zu dienen haben. Meine Macht wird in ihnen wirken, und
Ich werde sie durch meine Gnade umwandeln.
29. Versöhnt euch mit eurem Gewissen, damit ihr von ihm
Vergebung erlangt, denn solange ihr der Meinung seid, zugerüstet zu
sein, und dabei nicht auf die innere Stimme hört, die euch eure
Fehler aufzeigt, wird keine Zwiesprache mit mir bestehen, noch
wird die Abgötterei völlig verschwinden können.
30. In dieser Zeit spreche Ich als Vater und als Richter zu euch.
Doch fürchtet euch nicht, denn auch im Göttlichen gibt es die Liebe
und Zärtlichkeit einer Mutter, die ihr Maria nennt.
31. Meine geliebten Kinder, fühlt Liebe zu ihr. Ich höre das
Gebet, das eurem Geiste entspringt, um sie zu preisen, weil ihr
wisst, dass eure Lippen zu unbeholfen dafür sind, weil ihr sie für
unrein und lieber verschlossen haltet.
32. Doch Ich frage euch: Gibt es jemanden, der keine Liebkosung
von der Himmlischen Mutter empfangen hat? Wahrlich, Ich
sage euch, alle ohne Ausnahme haben von ihrer Liebe empfangen.
33. Seht jene, die früher verkommen waren und die jetzt die
Höhen des Berges ersteigen. Ihr könntet heute unter dem Abschaum
der Menschheit sein, doch bald werdet ihr in dieser Zeit geistiger
Prüfungen durch meine Gnade und eure Verdienste an Geduld und
Liebestätigkeit bewirken, dass auch ihr euch über jedes Elend
erhebt. Vergesst nicht, dass der Schmerz der Bildhauer der Seele ist.
34. Die Seele und die Körperhülle sind im Begriff, ein harmonisches
Wesen zu bilden, das sich seiner geistigen und menschlichen
Pflichten bewusst ist. Ihr seid Zeugen der Entwicklung der Lehren
gewesen, und in eurer geistigen Betrachtung seid ihr zum
Verständnis dessen gelangt, wer der Schöpfer aller Schönheit eurer
Welt ist, denn euer Verstand ist nicht mehr getrübt.
35. Ihr lebt in Frieden, weil ihr bestrebt seid, mit eurem Gott in
Einklang zu sein, und der Friede ist für den Geist ein Schatz in
dieser Welt. Man erfährt ihn, nachdem man alle Pflichten gegenüber
dem Vater erfüllt hat.
36. Versucht immer, so zu leben, dass ihr diese Befriedigung
habt, damit euer Geist im Augenblicke eures Aufbruchs von dieser
Welt zur anderen von keinerlei irdischer Sorge belastet wird, noch
von einem Schmerz wegen mangelnder Pflichterfüllung.
37. Ihr dürft nicht ermüden in der Liebestätigkeit, da ihr sie
euch selbst erweist. Sprecht mit Liebe von meiner Unterweisung,
und mein Wort wird in den Herzen erblühen.
38. Ich schule euch und erfülle euch mit Weisheit, denn Ich
habe euch bereits gesagt, dass ihr mein Wort durch das menschliche
Verstandesorgan nach 1950 nicht mehr vernehmen werdet, und wer
meine Unterweisungen nicht nutzt, wird sein Herz leer fühlen und
wird wie tot umherirren. Warum wie tot? — Weil er sich geistig und
moralisch kraftlos fühlen und in seinen Prüfungen keine Stärke
finden wird, um sich zu überwinden und meine göttliche Liebkosung
wahrzunehmen.
39. Eure Aufgabe ist es, diese eure Geschwister zum Leben
zurückzubringen, indem ihr sie vom Materialismus abbringt und sie
von der so großen Gnade überzeugt, welche die Vergeistigung in
sich birgt.
40. Nach 1950 werde Ich mich durch die Inspiration eines jeden
von euch weiterhin kundgeben. Wenn ihr euch geistig vorzubereiten
versteht, werde Ich Wunder tun. Ich verlange nur von euch, dass
euer Glaube wenigstens so groß ist wie das des Senfkorns, dann
werdet ihr mein Wort in Erfüllung gehen sehen.
41. Sprecht und tut Gutes ohne Furcht davor, ins Gerede zu
kommen. Ihr müsst euren Nächsten eure Hand reichen, ohne
Unterschiede zu machen, denn ihr wisst nicht, welche innerlich am
meisten leiden. Ihr werdet oftmals erleben, wie eure Mitmenschen
sich freuen werden, wenn sie euch zuhören, und sie werden euch
deutliche Zeichen ihrer Dankbarkeit geben.
42. Ladet sie unermüdlich auf den Weg des Guten ein, und wenn
sie dann auf ihm sind, werden viele Leiden von ihnen weichen.
43. Auf das Neue Jerusalem wird das Manna herabkommen.
44. Ich werde bewirken, dass unter euch die Freiheit der religiösen
Überzeugung und des Wortes sowie Gerechtigkeit besteht,
damit, wenn sich Menschen anderer Nationalitäten unter euch
aufhalten, sie bei ihrer Rückkehr in ihren Herzen ein Geschenk der
Liebe mitnehmen und ein Ideal von Brüderlichkeit und
Gerechtigkeit in ihnen entzündet ist.
45. Nach 1950 erwartet die Menschheit den wahren Frieden.
Doch Ich sage euch: Die todbringende Sichel muss weiterhin das
Unkraut abschneiden, bis die Felder rein sind und die Ähren des
Weizens erglänzen.
46. Ihr werdet angesehene Regierungsoberhäupter von dieser
Welt scheiden sehen, welche Hindernisse für den Frieden sind, und
die Nationen, die sich der göttlichen Gerechtigkeit widersetzen
sollten, werden verschwinden, um neuen Völkern Platz zu machen,
die dort entstehen werden.
47. Betet, damit ihr schon jetzt euren Samen des Friedens in sie
hineinlegt. Vereint euch als ein einziges Herz und ein einziger
Gedanke, dann werdet ihr meine Gegenwart sehr nahe fühlen.
48. Befolgt das Gebot, das Ich euch in zwei Zeitepochen hinterlassen
habe: "Liebet einander."
49. So, wie das Gelobte Land an das Volk Israel verteilt wurde,
so wird die ganze Erde an die Menschheit verteilt werden. Dies wird
geschehen, wenn die Zeit dafür gekommen ist — nach der Reinigung.
Da es mein Wille ist, dass diese Verteilung stattfindet, wird
bei ihr Gerechtigkeit und Gleichheit walten, damit alle Menschen
gemeinsam an einem einzigen Werke arbeiten können.
50. Heute essen die Völker die Krümel vom Tische der
Mächtigen und der Herren, während diese sich bereichern, indem
sie das Brot ihrer Diener und der von ihnen Abhängigen anhäufen.
Aber wenn die Brotkrumen der Armen auch hart sind, so sind sie
doch nicht so bitter wie die Speisen, die die Großen der Welt essen.
51. Die einen wie die anderen sind Opfer, daher ist es nötig,
dass Ich euch befreie, dass Ich eure Ketten zerreiße. Es ist aber
ebenso notwendig, dass die Knechtschaft und Verwüstung, die durch
die Plagen hervorgerufen wird, noch vermehrt wird, denn
andernfalls würden die Menschen nicht jenem nachfolgen wollen,
der zu eurem Heile kommt. Erinnert ihr euch des Kelches, den Israel
trank, als es in Ägypten in der Knechtschaft seufzte? Moses musste
erscheinen, um ihm die Befreiung zu bringen. Erinnert ihr euch auch
daran, wie das Volk in seinem eigenen Vaterland gefangen und
erniedrigt war, und wie es um die anderen Nationen stand, als der
Messias auf Erden erschien, um ihnen den Weg zum Heil zu zeigen?
52. Auch in dieser Zeit ergibt sich die Notwendigkeit, dass die
Menschen vor der Befreiung Mangel, Elend, Unterdrückung,
Ungerechtigkeit, Hunger und Durst kennenlernen, damit sie
schließlich im Verlangen nach einem anderen, besseren Leben zu
einem innerlichen Aufbruch kommen.
53. Wenn diese Menschheit ihrem Materialismus entsagt und
erkennt, wie weitab von meinem Gesetze sie gelebt hat, wird sie aus
tiefstem Herzen sagen: "Wie dumm und töricht sind wir Menschen
gewesen, als wir uns freiwillig den Leidenschaften hingaben, um
hernach deren Sklaven zu sein." Dort oben ist der Berg, von dem
aus der Vater euch sein Gesetz vor Augen geführt hat. Ersteigt ihn
auf dem Pfade, den Ich euch gewiesen habe. Das Land der Verheißung
hält seine Pforten ewig offen in Erwartung der Menschenscharen,
denen es Frieden und Segnungen beschert.
54. Wenn der Mensch in die Tiefe des Abgrundes gesunken ist
und erschöpft vom Kämpfen und Leiden nicht einmal mehr die
Kraft hat, sich selbst zu retten, wird er verwundert erleben, wie der
Tiefe seiner eigenen Schwäche, seiner Verzweiflung und Enttäuschung
eine unbekannte Kraft entspringt, die aus dem Geiste
stammt. Wenn dieser sich bewusst wird, dass die Stunde seiner
Befreiung gekommen ist, wird er die Flügel ausbreiten und sich über
die Trümmer einer Welt der Eitelkeiten, der Selbstsucht und der
Lügen erheben und sagen: "Dort ist Jesus, der Verschmähte. Er lebt.
Vergeblich haben wir ihn auf Schritt und Tritt und tagtäglich zu
töten gesucht. Er lebt und kommt, um uns zu retten und uns seine
ganze Liebe zu schenken."
55. Dies wird die Stunde sein, in der der Mensch erkennt, dass,
um wahre geistige Größe sowie ein hoheitsvolles Leben auf Erden
zu erlangen, es kein anderes Gesetz gibt als das seines Gottes —
noch eine andere Lehre als die, die Ich euch im Worte Christi gab.
56. Geht euren Konflikten auf den Grund, studiert die Probleme,
die euch zu schaffen machen, und setzt dann meine Weisungen und
meine Grundsätze in die Tat um. Dann werdet ihr erkennen, wie die
Menschheit in ihnen die Lösung aller Probleme, die sie belasten,
finden kann. Doch da ihr euch unfähig fühlt, die Worte und Lehrbeispiele,
die euch der Göttliche Meister gibt, in die Praxis
umzusetzen, wird es nötig sein, dass sich euch der Schmerz naht,
welcher gleichfalls Lehrmeister ist, um euch von vielen Wahrheiten
zu überzeugen, um euch empfindsam zu machen und euch außerdem
zu beugen.
57. Ihr fragt mich: "Hat Dein Wort etwa nicht genügend Macht,
um uns von unseren Fehlern zu überzeugen, zu retten und uns
dadurch zu ersparen, durch den Schmelztiegel des Leidens zu
gehen?" Doch Ich sage euch: Mein Wort hat mehr Macht, als ihr
ihm Zutrauen könntet. Doch wenn der, der mich vernimmt, sogleich
umgewandelt wäre, ohne Anstrengung, allein durch die Tatsache,
dass er mein Wort vernommen hat — welches Verdienst bestünde
dabei von eurer Seite?
58. Es ist notwendig, dass der, der es vernimmt, Glaube, Willen,
Anstrengung und Liebe aufbringt. Dann wird er ein großes Verdienst
haben, dessen Belohnung oder Auszeichnung darin bestehen wird,
kein Leid zu erfahren, weil er mein Gesetz und meine Lehre als
Waffe verwendet hat.
59. Ihr Scharen, die ihr mir gerade zuhört: Fühlt ihr nicht über
eurem Geiste die Gegenwart meines Gesetzes? Spürt ihr nicht, dass
euer Herz beim Hören meines Wortes wie neu belebt schlägt?
60. Betet, damit ihr versteht, und seid wachsam, damit ihr
meine Unterweisungen verwirklicht, denn in dieser für die
Menschheit bitteren und schwierigen Stunde tragt ihr große
Verantwortungen.
61. Wenn ihr trotz der großen Heimsuchungen, die euch
anfechten, nicht jene Spur von Vergeistigung verliert, die ihr zu
erreichen vermochtet, werdet ihr auf eurem Wege wahre Wunder
Wirklichkeit werden sehen, durch die euch euer Vater auf eurem
schweren Lebensweg ermutigt.
Mein Friede sei mit euch!

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