BWL - Band 6 - Unterweisung 151


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 151:
1. Aus vielen Quellen habt ihr getrunken, in der Hoffnung,
euren Durst nach Liebe gestillt zu sehen, und in dieser Zeit seid ihr
durstiger denn je. Was habt ihr mit dem Wasser des Lebens gemacht,
das Ich euch schon damals gab?
2. Ich habe der Frau aus Samaria gesagt: "Wer von dem Wasser
trinkt, das Ich gebe, wird nie mehr dürsten." Doch heute sage Ich
euch: Wenn die Menschen von jenem Wasser getrunken hätten,
würden sie nicht soviel Elend mit sich tragen.
3. Die Menschen verblieben nicht in meiner Unterweisung und
zogen es vor, meinen Namen zu verwenden, um Religionen und
Konfessionen gemäß ihrer Auslegung und Bequemlichkeit zu
schaffen. Ich verwarf Traditionen und lehrte sie die Lehre der Liebe,
doch heute kommt ihr zu mir und präsentiert mir leere Riten und
Zeremonien, die den Geist nicht im geringsten fördern. Wenn keine
Spiritualität in euren Werken zum Ausdruck kommt, kann ihnen
keine Wahrheit innewohnen, und was nicht Wahrheit in sich birgt,
erreicht euren Vater nicht.
4. Als jene Samariterin fühlte, dass das Licht meiner Augen bis
auf den Grund ihres Herzens drang, sagte sie zu mir: "Herr, ihr
Juden sagt, dass Jerusalem der Ort ist, an dem man unseren Gott
anbeten muss." Da sagte Ich ihr: "Wahrlich, Ich sage dir, Frau, der
Zeitpunkt rückt näher, an dem ihr weder auf diesem Berge noch in
Jerusalem den Vater anbeten werdet, wie ihr es jetzt tut. Die Zeit
kommt, in der man den Vater im Geiste und in der Wahrheit anbetet,
denn Gott ist Geist."
5. Dies ist meine Lehre aller Zeiten. Seht, obwohl ihr die
Wahrheit vor Augen hattet, wolltet ihr sie nicht sehen. Wie könnt ihr
sie leben, wenn ihr sie nicht erkennt?
6. Eben deshalb seid ihr dürstend in meine Gegenwart
gekommen. Doch als ihr dies Wort vernommen habt, hat euer Herz
die Frische des Wassers des Lebens empfunden, und ihr wolltet euch
nicht mehr von der Quelle entfernen.
7. Ihr habt mir gesagt: "Herr, Du hast uns angekündigt, dass dies
Wort, das Du heute durch die Stimmträger gibst, sein Ende haben
wird. Was sollen wir dann tun, damit uns der Durst nicht erneut
überkommt?" Der Meister sagt euch: Ich bin gekommen, euch beten
zu lehren, euch die Geistesgaben zu offenbaren, die ihr besitzt und
nicht beachtet habt, mittels derer ihr mein Gesetz ausüben und mir
nacheifern könnt. Wer in seinem Leben Vergeistigung hat, kann
nicht Durst, Müdigkeit, Hunger oder Elend fühlen. Ferner sage Ich
euch: Ich werde euch nach 1950 aufgrund eurer Vergeistigung näher
sein.8. Daraufhin fragt ihr mich: "Wie erlangt man Vergeistigung?"
Und Ich sage euch: Ihr werdet sie erreichen, indem ihr von Geist zu
Geist betet, indem ihr darauf achtet, bei allen euren Handlungen
gerecht zu sein, indem ihr an euren Mitmenschen tätige Nächstenliebe
übt. Wenn man so lebt, wird die Seele frei und lenkt die
Schritte des Menschen, erleuchtet vom Lichte des Geistes. Er fühlt
sich nicht mehr einsam auf Erden, weil er begreift, dass die
Gegenwart des Herrn und die der geistigen Welt ihn begleiten. Bei
jedem Schritt, den er durchs Leben macht, entdeckt er ein neues
Licht und gewinnt für sich eine neue Erkenntnis. Er fühlt sich nicht
mehr als Geächteter oder als Elender und erquickt sich an den von
seinem Vater geschaffenen Wundern, die er jetzt durch die Gabe der
Inspiration und Offenbarung entdeckt.
9. Ich sage euch auch in dieser Zeit, dass wer von dem Wasser
trinkt, das Ich gebe, welches mein Wort ist, nie mehr Durst haben
wird, so, wie Ich euch sage, dass ihr keinen bestimmten Ort
aufsuchen sollt, um zu beten, da ihr mich überall finden könnt.
10. Ich habe euch vor allem gewarnt, was in eurem Leben
Mutlosigkeit bewirken kann, damit ihr auf eurer Lebensreise nicht
einen Augenblick lang verzagt. Ich habe euch angekündigt, dass die
Zeit kommen wird, in der alle Religionen versuchen werden, diese
Lehre zu erforschen, und wenn sie sich für sie interessieren, sie
dieselbe nach euren Taten, Worten und Zeugnissen beurteilen
werden.
11. Ihr wisst bereits, dass ihr ins Gerede kommt und bekämpft
werdet, dass sie so viele Argumente gegen den Glauben, an dem ihr
festhaltet, ins Feld führen werden, dass viele sich furchtsam verbergen,
andere demoralisiert sein werden und die meisten sich
verwirrt vom guten Weg abkehren werden.
12. Vergesst nicht, dass Ich euch all dies schon angekündigt
habe, doch Ich darf euch auch daran erinnern, dass jene, die trotz
aller Widerstände standhaft bleiben und im stillen beten, ohne dass
ihr Glaube und ihre Hoffnung wanken, wie das Samenkörnchen des
Gleichnisses sein werden, das sich vor dem Sturme rettete. Als dann
die vorbestimmte Zeit gekommen war, begann es zu keimen, zu
wachsen und sich danach zu vermehren, bis es die Felder bedeckte,
weil es zu warten verstand, bis die Winde nachließen, um leben und
sich vervielfältigen zu können.
13. Möchtet ihr nicht das kleine Samenkorn dieses Gleichnisses
sein, um morgen den Ruhm zu haben, von eurem Vater "Kinder des
Glaubens" genannt zu werden, so, wie Ich Noah nannte? Fürchtet
euch nicht, denn der Sturm wird sich nicht nur gegen euch richten.
So, wie ihr die Völker und Mächte der Erde sich rüsten saht für den
Kampf, so machen sich auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften
bereit, um die Schlacht zu schlagen.
14. Es ist nötig, dass sich für kurze Zeit der Himmel für alle
verschließt, und dass er sich erst wieder öffnet, wenn ein einziger
Schrei von der Erde aufsteigt, weil man erkennt, dass es nur einen
einzigen Vater aller Wesen gibt.
15. Ich will, dass ihr schon jetzt begreift, worin die Aufgabe
besteht, die ihr inmitten dieser Auseinandersetzung zu erfüllen habt
— eine Aufgabe, die nicht nur das Geistige umfasst, sondern auch
das Materielle betrifft.
16. Die Gerechtigkeit des Vaters hat diese Nation mit seinem
Zepter berührt, um ihr Vollmacht gegen den Krieg, die Ungerechtigkeit
und die Falschheit zu geben. Ihre Bewohner sind in ihren
Herzen und Seelen gesalbt worden, damit sich der Krieg von ihnen
fernhält. Sie sind vorbereitet und geläutert worden, damit sie Geduld
haben und nicht den Mut verlieren angesichts der Leiden, wenn sich
auf der Welt die Verwüstung ausbreitet und man die Klagen der
Bewohner der Nationen vernimmt. Von diesem Volk werden dann
Gebete emporsteigen, es wird die Form der Verehrung seines Vaters
klären, die Liebeswerke, die es auf seinem Wege tut, werden sich
vervielfachen. Denn dies wird die angekündigte Zeit sein, in der alle
Länder zubereitet sein werden, um diesen Liebessamen zu
empfangen.
17. Stellt euch im voraus durch eure Zurüstung auf den Kampf
ein, entfaltet eure Geistesgaben, gebt euren Waffen Glanz. Schreckt
nicht vor den Prüfungen zurück, denn sie geben eurem Geiste
Festigkeit und Standhaftigkeit.
18. Reinigt euer Herz, damit ihr rein und vorbereitet in diese
Auseinandersetzung geht, dann habt ihr nichts zu befürchten. Die
geistigen Mächte und die Elemente der Natur werden auf der Seite
all jener stehen, die sich als Soldaten meiner Sache der Liebe, des
Friedens und der Gerechtigkeit erheben.
19. In dieser Epoche suche Ich die Herzen der Menschen, um
ihnen den rechten Weg zu zeigen.
20. Ihr, die ihr noch Traditionen habt, erinnert euch an meine
Gegenwart unter euch in der Zweiten Zeit: Ihr gedenkt des Einzugs
Jesu in Jerusalem, erinnert euch mit Liebe an jene Zeit und denkt
über die Bedeutung einiger jener Textstellen nach, und Ich sage
euch: Heute ziehe Ich nicht in die gesegnete Stadt ein, sondern in
das Herz aller meiner Kinder guten Willens. Wenn ihr mich als Gast
aufnehmen wollt, so bereitet euch zu, dann werde Ich bei euch sein.
Ich habe euch immer in gleicher Weise geliebt, mein Geist ist
unwandelbar. Ihr, die ihr mich liebt und mir sehnsuchtsvoll
nachfolgen wollt, seht vor euch die Himmelsleiter, die zu mir führt.
Mein Weg ist allen bekannt, euer Geist weiß, dass er, um zu mir
zu gelangen, alle Gebote des Gesetzes befolgen muss.
21. Ich will, dass ihr reinen Geistes seid. Ich bin bereit, mich in
jeden zu ergießen, der sich vorbereitet.
22. Die gerechten Geister, die bei mir leben, beklagen das
Unverständnis des menschlichen Herzens, wenn sie mein Werk der
Dritten Zeit betrachten. Noch immer zweifeln manche und stellen
Bedingungen, um gehorsam zu sein; doch Ich setze meinen Kampf
fort aus Liebe zu euch und rufe die Herzen im Verlangen nach Liebe
und Mitgefühl wie ein einfältiger Pilger.
23. Der Weg ist der des Opfers, aber er führt zum Gipfel des
Berges. Kommt mit mir und lasst uns zusammen wandern. Hört das
Wort, das in dieser Zeit zu euch spricht. Es ist ganz schlicht, doch es
wird die empfindsamen Saiten des Herzens derer anrühren, die für
das Leben der Gnade gestorben sind, und wird sie zu neuem Leben
erwecken.
24. In der Zweiten Zeit waren zwölf Jünger beim letzten
Abendmahle bei mir. Jetzt lade Ich die ganze Menschheit ein, das
Brot des Geistes zu sich zu nehmen. Ich biete euch auch den Frieden
meines Reiches an, denn in mir ist die Macht, euch diese Gaben
anzubieten. Wer mir nachfolgen will, sei willkommen. Doch wer
von der Welt gerufen wird und ihr dienen will, wird, wenn er einst
meinen Weg sucht, mit großer Anstrengung und großem Schmerz
die Zeit aufholen müssen, die er verloren hat.
25. Dient mir, und ihr werdet mit eurem Gewissen im reinen
sein. Ich werde euch das für euren Lebensunterhalt Notwendige
obendrein geben. Solange ihr mit der Erfüllung eurer geistigen
Aufgabe beschäftigt seid, werden meine Engel über eure Güter
wachen.
26. Ich habe gesehen, wie ihr euch (innerlich) vorbereitet, und
wahrlich, Ich sage euch, Ich werde euch meinen "Körper" zu essen
und mein "Blut" zu trinken geben.
27. Der Geist ist bereit, die Lehren zu studieren, die Ich euch in
der Zweiten Zeit gab und deren Erklärung Ich euch derzeit gebe.
28. Seht hier den Tisch, auf dem sich das Brot des Lebens und
der Wein der Gnade befindet. Die Jünger umgeben mich, und in
ihrem Herzen fragen sie sich: "Obwohl der Vater bei uns ist, warum
offenbart sich in seinen Worten Trauer?" Doch unter denen, die so
fragen, gibt es andere, deren Geist ahnt, dass der Meister ihnen nun
etwas Schweres sagen wird. Es sind jene, die daran denken, wie der
Herr sein Brot in den Wein tauchte, um es jenem anzubieten, der ihn
verraten würde.
29. Als Jesus mit seinen Jüngern jenes Passahmahl feierte, wie
es der Tradition jenes Volkes entsprach, sagte er ihnen: "Etwas
Neues offenbare Ich euch nun: Nehmt von diesem Wein und esst
von diesem Brot, die mein Blut und meinen Körper darstellen, und
tut dies zu meinem Gedächtnis."
30. Nach dem Hinscheiden des Meisters gedachten die Jünger
des Opfers ihres Herrn, indem sie Wein zu sich nahmen und Brot
aßen, was Sinnbilder für jenen waren, der aus Liebe zur Menschheit
alles hingab.
31. Im Laufe der Jahrhunderte gaben die in Konfessionen aufgespaltenen
Völker meinem Worte unterschiedliche Auslegungen.
32. Heute will Ich euch sagen, was Ich in jener Stunde, bei
jenem Mahle empfunden habe, bei dem jedes Wort und jede
Handlung Jesu die Lektion eines Buches von tiefer Weisheit und
unendlicher Liebe war. Wenn Ich dazu Brot und Wein verwendete,
so geschah es, um euch verstehen zu lassen, dass sie der Liebe
gleichen, welche die Nahrung und das Leben der Seele ist, und
wenn Ich euch sagte: "Tut dies zu meinem Gedächtnis", dann wollte
der Meister damit sagen, dass ihr eure Nächsten mit einer Liebe
ähnlich jener von Jesum lieben und euch den Menschen als wahre
Nahrung hingeben sollt.
33. Jesus gab euch nicht nur sein Wort. Seine Unterweisungen
und Werke waren nicht nur Gleichnisse oder Sinnbilder. So, wie er
seinen Körper und sein Blut gegenüber seinen Jüngern zu deren
Belehrung mit Brot und mit Wein versinnbildlichte, gab er am
darauffolgenden Tag seinen Körper vor den Augen einer Volksmenge
hin und vergoss all sein Blut, um der ganzen Menschheit das
Brot des ewigen Lebens, der vollkommenen Liebe, zu essen zu
geben.
34. Jeder Ritus, den ihr mit diesen Unterweisungen macht, wird
unfruchtbar sein, wenn ihr meine Lehren und Beispiele nicht in
eurem Leben zur Anwendung bringt. Gerade das ist das Schwierige
für euch, aber eben darin besteht das Verdienst.
35. Jesus lehrte euch die Barmherzigkeit, die Sanftmut, die
Liebe; er lehrte euch, euren Feinden von Herzen zu vergeben. Er
sagte euch, dass ihr die Lüge fliehen und die Wahrheit lieben sollt.
Er verkündete euch, dass ihr das Böse, ebenso wie das Gute, das ihr
empfangt, immer mit Gutem vergelten sollt. Er lehrte euch die
Achtung vor jedem eurer Nächsten und offenbarte euch die Art und
Weise, wie man Gesundheit für den Körper und die Seele findet und
wie ihr mit eurem Leben den Namen eurer Eltern ehrt, damit auch
ihr von euren Kindern geehrt werdet.
36. Dies sind einige der Gebote, nach denen sich jeder richten
muss, der in Wahrheit christlich sein will.
37. Damit jene Unterweisung in den Herzen den Glauben
entzünden würde, damit sie von den Menschen geliebt werden
konnte, tat Ich dabei Wunder, und damit jene Wunder möglichst
eindrucksvoll waren, tat Ich sie an den Körpern der Kranken: Ich
heilte die Blinden, die Tauben, die Stummen, die Gelähmten, die
Besessenen, die Aussätzigen und erweckte auch Tote zum Leben.
38. Wie viele Wunder der Liebe tat Christus unter den
Menschen! Ihre Namen gingen als Lehrbeispiele für kommende
Generationen in die Geschichte ein.
39. Heute gebe Ich euch erneut mein Wort; der geistige Gehalt
ist der gleiche wie der, den Ich euch in der Zweiten Zeit übergab.
Ich spreche zu euch mit derselben Liebe. Ich zeige euch ein weiteres
Mal den Weg, auf dem man zum Vater gelangt. Ich lehre euch mit
größter Selbstlosigkeit.
40. Heute versinnbildliche Ich meinen Körper und mein Blut
nicht mit Brot und Wein, noch komme Ich als Mensch, um mein
Blut zu vergießen und euch meinen Körper an einem Kreuze zu
übergeben. Dies ist eine andere Zeit. Jetzt komme Ich im Geiste,
und es ist euer Geist, zu dem Ich über seine geistige Mission
spreche, denn er ist nunmehr fähig, die früheren Unterweisungen
und auch die neuen Offenbarungen zu verstehen. Ich bereite derzeit
meinen Tempel in eurem Herzen.
41. Als Mensch hatte Ich Gestalt, als Gott habe Ich sie nicht.
Seht, es ist nicht mehr an Körperlichkeit an mir als meine Wahrheit,
noch gibt es einen anderen Wein als meine Liebe.
42. Mein Geist, der allgegenwärtig ist, wird empfunden, wenn
ihr zubereitet seid. Sucht mich, und Ich werde vor eurem geistigen
Blick den Schleier von vielen Geheimnissen wegziehen. Ich werde
euer Herz zum Guten wenden, werde euch den Weg weisen, dem ihr
folgen sollt.
43. Wie könnt ihr weiterhin an Blut und Körper denken, da es
doch der Heilige Geist ist, der zu euch herniederkommt, da Ich nur
komme, um mit meinem Worte euren Geist zu erleuchten, euch zu
nähren und eure materielle Natur zu erschüttern?
44. Die Stimme eures Geistes rief mich in dieser Zeit; eure
innere Erhebung, euer Durst nach Licht ließen mich euch näherkommen.
45. Bald werden die Jünger des Spiritualismus diese Unterweisung
unter den Menschen verbreiten als die Lehre, die die
Menschen dazu inspirieren wird, für den Aufstieg ihres Geistes zu
kämpfen.
46. Bildet keine weiteren Sekten, nur die Gesinnung soll euch
vereinen. Euer Gewissen wird euch anzeigen, wann ihr euch vom
(rechten) Weg entfernt.
47. Ein einziges Gesetz habe Ich euch vom Anbeginn der Zeiten
gegeben. Es kennzeichnet für euch einen Pfad voller Klarheit,
welcher jener der Entwicklung eurer Seele ist.
48. In dieser Zeit werde Ich gleichfalls verraten, verkauft und
überantwortet werden. Noch kennt ihr die Art und Weise nicht, doch
öffnet eure Augen und arbeitet an euch, damit ihr nicht die Urheber
solcher Werke seid.
49. Was wird aus jenem werden, der meinen Ruf vernahm, den
Ich Jünger nannte, und den die Welt und sein Gewissen danach
Verräter nennen?
50. Wachet und vergebet einander, denn meine Vergebung
bedeckt das ganze Weltall.
51. An diesem Tage hat euer Herz mit Macht gepocht, weil Ich
in ihm gewesen bin.
52. Menschen, die ihr mein Wort vernehmt: Wendet eure
Gedanken ab von irdischen Plänen und richtet euch empor, damit
euer Geist sich erquickt und an meiner Gegenwart erfreut. Haltet die
notwendige Vorbereitung ein, denn der Augenblick ist feierlich. Der
Vater spricht zu seinen Kindern, und wenn der Vater es mit soviel
Liebe tut — warum sollten dann die Kinder ihm nicht mit der
ganzen Ehrfurcht, derer sie fähig sind, zuhören?
53. Ihr Stimmträger: Übermittelt meine Lehre mehr durch euren
Geist als durch eure Lippen.
54. Ihr "Goldfedern": Schreibt mein Wort mehr durch eure
Liebe als durch eure Federn nieder.
55. Ich will, dass diese Botschaft die Menschen aus ihrem
Schlafe aufweckt. Ich will, dass die Menschen, wenn sie meine
Unterweisungen von euren Lippen hören oder sie in euren Schriften
lesen, bewegt werden und erbeben.
56. Mein Volk wird sich aufmachen, die frohe Kunde weitergeben
und meine Botschaft dieser Zeit bekanntmachen. Ihr sollt
nicht nur mit euren Worten Beweise für meine Wahrheit geben,
sondern mit allen euren Werken, indem ihr euer Leben auf die
Befolgung dieser Lehre ausrichtet. Ihr werdet darauf bestehen, dass
die Wiedereinkörperung des Geistes (mit der Seele)* eine der
großen Wahrheiten ist, welche die Menschheit kennen und glauben
soll. Manche ahnen sie, akzeptieren sie und glauben an sie aus
Intuition heraus, als etwas, das in meiner liebevollen Gerechtigkeit
gegenüber den Menschen nicht fehlen konnte. Doch wird es auch
viele geben, die euch Gotteslästerer und Lügner nennen werden.
Seid unbesorgt, das gleiche geschah meinen Aposteln, als sie die
Auferstehung von den Toten predigten, wie sie Jesus lehrte. Die
Priester und die Richter warfen sie ins Gefängnis, weil sie solche
Lehren predigten. Später nahm die Welt jene Offenbarung an,
obschon Ich euch versichern kann, dass sie nicht die ganze
Bedeutung dieser Lehre zu erfassen vermochte, so dass es nötig ist,
dass Ich in dieser Zeit komme und euch davon unterrichte, dass die
"Auferstehung des Fleisches" sich nur auf die Wiedereinkörperung
des Geistes beziehen kann, da dieser das Wesentliche und der Grund
für das Leben ist — das, was in Wahrheit ewig ist.
* In Klammern gesetzte Ergänzungen im Text wurden ebenfalls von
den Übersetzern eingefügt.
57. Zu welchem Zweck sollten die toten Körper wiederauferstehen,
da sie doch nur die vergänglichen Gewänder der Seele
waren?
58. Das Fleisch sinkt in die Erde und vermischt sich mit ihr.
Dort wird es gereinigt, verwandelt sich und ersteht unablässig von
neuem zum Leben, während der Geist sich weiter aufwärtsentwickelt,
weiterhin der Vollkommenheit entgegengeht. Wenn er
zur Erde zurückkehrt, ist es für ihn eine Auferstehung zum menschlichen
Leben, und auch für seine neue Körperhülle ist es eine
Auferstehung in Verbindung mit der Seele. Doch das Materielle ist
nicht von unvergänglicher Beschaffenheit, das Geistige hingegen
wohl, daher sage Ich euch noch einmal, dass es euer Geist ist, den
Ich suche, den Ich lehre und den Ich bei mir haben will.
59. Seinerzeit sagte Ich Nikodemus, der mich in guter
Gesinnung aufgesucht hatte, um mit mir zu sprechen: "Was vom
Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was vom Geiste geboren ist, ist
Geist. Wundere Dich nicht, wenn Ich Dir sage, dass man nochmals
geboren werden muss." Wer verstand jene Worte? Ich wollte euch
mit ihnen sagen, dass ein Menschenleben nicht genügt, um eine
einzige meiner Lehren zu begreifen, und ihr viele Erdenleben
benötigt, um das Lehrbuch zu verstehen, das dies Leben in sich
birgt. Daher hat das Fleisch nur die Aufgabe, der Seele bei ihrem
Gang über die Erde als Stütze zu dienen.
60. Die Seele empfängt vom Körper die Eindrücke, die dieser
im Leben erhält. Je mehr ihre Empfindsamkeit und Reife zunimmt,
desto größer ist die Ernte für die Seele. Der Körper ist nur das
Werkzeug, der Übermittler, die Stütze und der Prüfstein.
61. Das Leben auf dieser Welt ist eine beständige Unterweisung
und ein Abbild des ewigen Lebens der Seele. Ich spreche von ihrer
Harmonie, ihrer Schönheit, ihrer Vollkommenheit.
62. Dies ist eine weitere meiner Unterweisungen, Volk; doch
damit du sie besser verstehst, vertiefe dich mehr mit deinem Geist
als mit deinem Verstande darin.
63. Ihr habt euer Herz bereitet, um mein Kommen zu erwarten.
Ich bin in ihm euer Gast.
64. Der Schleier des Geheimnisses und des Schweigens ist
zerrissen, schon von hier aus erblickt ihr die Lichtstrahlen des
Reiches und hört ihr die Stimme eures Vaters. Eure Seele hat sich in
den reinigenden Gewässern des Schmerzes gewaschen. Wer von
euch hat keine Tränen vergossen? Wer hat nicht die Bitternis
kennengelernt?
65. Ihr sehnt euch brennend nach Frieden, und in eurem Gebet
sagt ihr mir: "Herr, möchten doch die Kriege auf der Welt ein Ende
haben und der Friede Deines Reiches zu uns kommen!"
66. Ihr beginnt die Aufgabe zu fühlen, die Ich eurem Geiste von
Anfang an gegeben habe. Ihr seid jenes Volk, das Ich erwählt habe,
um zu ihm zu sprechen und ihm die Aufgabe anzuvertrauen, den
Völkern der Erde den Frieden und das Licht der Wahrheit zu
bringen. Auch ihr seid ein Teil jenes undankbaren Volkes, das mich
in der Gestalt Christi nicht anerkennen wollte. Andere Menschen
erkannten mich besser als die, die behaupteten, dass sie mich
erwarten würden.
67. Ihr habt wegen eurer Vermaterialisierung und eurer Undankbarkeit
viele Tränen vergossen, deshalb wacht ihr jetzt für den
Frieden und betet, dass die Menschen sich lieben mögen. Im stillen
fragt ihr euch, wie es möglich war, dass ihr in Jesum nicht euren
Herrn entdeckt habt; wie es möglich war, dass ihr ihn zum Opfertod
geschleppt und Kraft und Mut hattet, ihn sterben zu sehen; wie es
möglich war, dass ihr ihn nicht beweint habt, als selbst die Sonne ihr
Antlitz verbarg, um die Menschen ihre Blindheit begreifen zu
lassen. Wundert euch nicht darüber, dass ihr zu jenen Verirrungen
fähig gewesen seid; hier bin Ich in einer anderen Erscheinungsform,
und es ist sehr wohl möglich, dass manche mich erneut leugnen.
68. Es ist kein Friede auf Erden, nicht einmal in jenen Tagen,
die ihr der Erinnerung an die Passion eures Herrn widmet, und Ich
frage euch: Wie habt ihr die Reinkarnationen verwendet, die Ich
euch gewährt habe? Was habt ihr mit dem Leben eurer Nächsten
gemacht? Ihr habt nur die Zeit verstreichen lassen und euer Leben
und eure Ideale in falscher Weise genutzt. Ihr wolltet Herren sein,
und in Wirklichkeit seid ihr Sklaven der Welt und der Sünde
gewesen. Ihr träumt von Unsterblichkeit, doch lebt ihr nicht auf die
Ewigkeit, sondern auf den Tod zu. Ich, der Ich die Auferstehung und
das Leben bin, habe euch immer wieder aufgerichtet, damit ihr das
wahre Leben lebt.
69. Wahrlich, Ich sage euch, Ich werde diese brudermörderische
und selbstsüchtige Welt dem Gericht unterwerfen und sie läutern,
bis Ich Liebe und Licht aus ihr emporsteigen sehe. Auch denen, die
heute ihre Völker ins Verderben führen, die derzeit alle Laster säen
und verbreiten, die ihr Reich der Ungerechtigkeiten geschaffen
haben, werde Ich zur Wiedergutmachung den Auftrag erteilen, die
Versuchungen zu bekämpfen, die Verderbnis zu beseitigen und den
Baum des Bösen mit der Wurzel auszureißen. Unter dieses Gericht
wirst auch du fallen, Volk, denn du hast Moses verkannt, hast Jesum
geopfert, Elias verfolgt und die Propheten, sowie Apostel und
Jünger getötet.
70. Ich biete der Welt den Frieden an, aber der Stolz der groß
gewordenen Nationen mit ihrer falschen Macht und ihrem falschen
Glanz weist jeden Ruf des Gewissens zurück und lässt sich nur von
seinen ehrgeizigen Zielen und Hassgefühlen fortreißen.
71. Noch neigt sich der Mensch nicht zur Seite des Guten, der
Gerechtigkeit und der Vernunft, noch immer erheben sich die
Menschen und verurteilen die Sache ihrer Nächsten; noch glauben
sie, Gerechtigkeit schaffen zu können. Meint ihr nicht, dass sie sich
statt Richter eher Mörder und Henker nennen sollten?
72. Die Männer der Macht haben vergessen, dass es einen
Eigentümer allen Lebens gibt, doch sie nehmen das Leben ihrer
Nächsten, als ob es ihnen gehörte. Die Menschenmassen rufen nach
Brot, Gerechtigkeit, Behausung, Kleidung. Die Gerechtigkeit werde
Ich schaffen, nicht die Menschen noch ihre Lehren.
73. Der Mensch hat mich immer als Richter erblicken wollen,
nie hat er mir als seinem König einen Thron oder als seinem Gott
einen Altar zu errichten verstanden; er hat nur ein Tribunal zu
schaffen vermocht. Also sage Ich euch, dass Ich von jenem
göttlichen Gerichtshof aus nun jedes eurer Werke richte.
74. In ihrem Stolz haben die Menschen selbst die Natur und ihre
Elemente unterwerfen wollen, ohne sich bewusst zu machen, dass
diese zu Richtern werden, um den Hochmut und die Vermessenheit
des Menschen zu züchtigen.
75. Was die Propheten verkündeten, wird in dieser Zeit in
Erfüllung gehen. Mein neues Wort wird zu Philosophen und Theologen
gelangen, viele werden darüber spotten, und andere werden
sich empören. Doch während dies geschieht, werden ihre verwunderten
Augen die Erfüllung der Prophetien schauen, die Ich
euch jetzt angekündigt habe.
76. Ich habe euch nur gelehrt, das Gute zu lieben, und wenn Ich
dafür gekommen bin, so geschah es, weil Ich weiß, dass ihr auf der
Welt das Böse verehrt habt, dessen Macht aus euren Unvollkommenheiten
entstanden ist.
77. Es verlangt mich danach, in anderer Weise zu euch zu
sprechen — nicht Irrtümer richtigzustellen, nicht Fehler zu tadeln,
sondern euch Lehrworte von hoher Weisheit und tiefer Offenbarung
zu geben. Doch dies wird erst geschehen, wenn ihr euch außerhalb
dieses Körpers befindet, der euch bindet, und außerhalb dieser Welt,
die euch gefangen hält. Volk, du hörst meine Stimme, lasse dich
nicht in dieser Wüste nieder, erinnere dich, dass du in jener Ersten
Zeit der Welt für alle Zeitalter ein Beispiel des Glaubens, der
Beharrlichkeit und Stärke gegeben hast, als du jene Wüste
durchquertest, die voller Prüfungen, Hindernisse und Feinde war, bis
du das hohe Ziel erreichtest, das du verfolgtest: das Land der
Verheißung.
78. Nehmt euch dies Beispiel zum Vorbild, nehmt euch ein
Beispiel an euch selbst, denn ihr seid ein Teil jenes Volkes. Ohne
Unterlass ermutigte Ich den Glauben meiner Kinder, und schließlich
belohnte Ich ihre Treue. Wahrlich, Ich sage euch, ein neues Manna
halte Ich für euren Geist bereit, und erneut wird in der Stunde der
Prüfung aus dem Felsen der Wüste Wasser hervorquellen.
79. Mit Gesängen und Lobpreisungen für Jehova erleichterte die
Volksmenge ihre schwierige Wanderschaft. In der heutigen Zeit
werden das Gebet und die guten Werke bewirken, dass ihr die
Härten des Weges nicht spürt. Schon durchquert ihr die letzte Wüste.
Habt Mut und Glauben, erringt den Bergesgipfel mit euren Werken
der Liebe.
80. Jenseits dieser Welt gibt es ein Heimatland*, in das ihr alle
im Geiste eingehen werdet. Wer hat dort nicht ein geliebtes Wesen?
Wer möchte es nicht Wiedersehen, jemanden, an den er sich als
Vater, als Mutter, als Bruder, als Kind, als Gatte oder Gattin oder als
Freund erinnert?
* Siehe Fußnote unter 145, 29
81. Eure Erinnerungen, Gedanken und Gebete von heute sind
Rufe, die jene Wesen in ihrer Heimstatt vernehmen. Morgen wird
die Vergeistigung euch vereinen und bewirken, dass ihr alle eine
einzige Welt bewohnt und das Gebot befolgt, das euch sagt: "Liebet
einander."
Mein Friede sei mit euch!

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