BWL - Band 6 - Unterweisung 149


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 149:
1. Hier ist wieder der Meister, der euch seine Unterweisung
über euer Bewusstsein vermittelt.
2. Meine Liebe wird zum Worte des Lichtes unter den
Menschen dieser Zeit, in welcher die Welt der Freiheit des Geistes
bedarf, um meine Unterweisungen zu empfangen, die ihr den Weg
zur Rettung zeigen. Doch komme Ich in dieser Zeit nicht als
Mensch, Ich komme im Geiste zu jedem von euch und rufe die
ganze Menschheit, damit sie die Größe der geistigen Unterweisungen
der Dritten Zeit erkennt. Es ist mein Wille, den Geist der
Menschen dieser Epoche durch die Tugend meiner Jünger zu
erleuchten. Die Moral ist aus den Herzen der Menschen gewichen,
wenige nur sind es, die in meinem Gesetze verbleiben, und auch nur
wenige, die sich mit ihrem Schöpfer zu verbinden wissen, und dies
wegen der Verderbtheit und der geistigen Unwissenheit, die unter
den Menschen herrscht.
3. Niemand erwarte oder suche mich in Gestalt eines Menschen,
so wie Ich in der Zweiten Zeit kam. Sucht mich auch nicht durch
Bildwerke, von Menschenhänden gemacht.
4. Das Zeugnis der Dritten Zeit wird nicht das einzige sein, das
zu euch von meiner Liebe zur Menschheit spricht — es werden die
Taten und Worte der drei Zeiten sein, in denen sich der Vater dem
Menschen offenbart hat.
5. Ich habe jene "Eingeweihte" genannt, die als erste beginnen,
sich die Kenntnis meiner Unterweisungen zu eigen zu machen. Ich
habe ihnen den Grund für viele Ereignisse offenbart, damit sie ihr
Urteilsvermögen in der Vernunft und in der Wahrheit stärken.
6. Ich komme erneut, die Menschen zu lehren, nicht um von
ihnen zu lernen. In der Zweiten Zeit sah man mich im Tempel der
Weisheit mit Fürsten und Gesetzeslehrern sprechen, die Ich mit
Worten in Erstaunen setzte, die ein Mensch weder aussprechen noch
begreifen kann. Dies geschah in der Kindheit Jesu.
7. Als der Zeitpunkt des Predigens kam, machte Ich mich auf
den Weg zum Jordan auf der Suche nach dem Täufer, der mich
sogleich erkannte, als er mich erblickte. Die Art, in der Johannes
mich erkannte, und die Demut, mit der er seinen Meister verehrte,
sind ein Beispiel von Vergeistigung, von Sehertum und Erhebung.
8. Heute bin Ich zu euch zurückgekehrt und Ich musste viel zu
euch sprechen, um den Materialismus, den Zweifel und die Kälte
eures Herzens zu überwinden.
9. Hier bin Ich, Jünger, und lehre euch die Gaben eures Geistes
zu erkennen, die Verzückung zu begreifen, denn in der Verzückung
vernehmt ihr die Stimme des Geistes*, wird das Undurchdringliche
transparent und das Dunkel erhellt.
* Spanisch "conciencia" heißt wörtlich Gewissen oder Bewusstsein.
Passender erscheint manchmal „Geist“, der in seinem Kern den
göttlichen Funken mit dem Gewissen wie auch das Bewusstsein
enthält.
10. Dieser Zustand der Erhöhung darf nicht das Vorrecht nur
einiger weniger Wesen sein; es ist eine Gabe, die in jedem Geiste
schlummernd vorhanden ist, aber Ich habe mich in den vergangenen
Zeiten immer gerne jener bedient, welche von dieser Gnade
Gebrauch zu machen verstanden. Damit die Verzückung vollkommen
ist, müsst ihr vorher eine Fastenzeit einhalten, wie die
Gerechten der Ersten Zeiten.
11. Bevor Jesus die Frohe Botschaft zu predigen begann, lehrte
er euch in der Zweiten Zeit diese Lektionen, indem er sich für
vierzig Tage in die Wüste zurückzog, um sich in der Einsamkeit zu
sammeln, geistig zu versenken und im Allerhöchsten zu stärken.
12. Wahrlich, Ich sage euch, in jenen Stunden der innigsten
Gottverbundenheit schaute Jesus als Mensch das Symbol des
Opfertodes, und sein Körper erzitterte. Der Himmel tat sich auf, und
darin schaute er das Ende, das ihn erwartete. Er sah den
verfinsterten Berg und auf der Höhe desselben ein Kreuz, an das er
genagelt war. Seine Ohren vernahmen den Spott einer Volksmenge
und die Sätze, die sie an ihn richteten: "Wenn Du der Sohn Gottes
bist, so steige herab vom Kreuz und rette Dich." Er trank den
Leidenskelch, denn er sollte euch in jener Prüfung seine ganze Liebe
zeigen. Es war seine Mission, euch den Weg zu zeigen und euch mit
den göttlichen Waffen der Liebe, der Vergebung und der Demut zu
besiegen. Diese Waffen sind machtvoller als irgendein Schwert und
haben mehr Gewalt als die wütenden Wogen des Meeres. Sie haben
selbst solche Menschen Liebe fühlen lassen, die sie niemals
empfunden hatten.
13. Nach einer gewissen Zeit waren die Menschen von meiner
Lehre der Wahrheit, der Liebe und des Trostes besiegt.
14. Ich verlange nicht, dass ihr mir auf dem ganzen Weg der
Aufopferung und des Blutes nachfolgt, den Ich in der Zweiten Zeit
durchschritt. Die einen von euch werden einen Teil erfüllen, die
anderen werden dem Meister in einem anderen Beispiel nacheifern,
denn Christus gibt es nur einmal.
15. Macht euch bereit, mir nachzuleben, denn noch wisst ihr
nicht, welcher Teil es ist, dem ihr nacheifern müsst. Doch falls euch
beschieden sein sollte, wie Jesus zu fühlen, dass die Worte der
Scheinheiligen und der Ungläubigen euch wie Peitschenhiebe auf
dem entblößten Leibe treffen, so erhebt euch in Verzückung zum
Vater, wie es euch der Meister am Kreuze lehrte, und die Gotteskraft
wird voll auf eurem Geiste ruhen, welcher seinen Körper stärken
wird. Wenn ihr dann eure Augen öffnet, werdet ihr dasselbe wie
Jesus in der Wüste erleben, als nach der Verzückung, während die
goldene Sonne die Felsen und den Sand durchglühte, frische
Tropfen von Tau, welche ein Lufthauch herantrug, seine Stirne
liebkosten und seine Qual linderten.
16. Bevor Jesus, der Gerechte unter den Gerechten, in welchem
der göttliche Geist verborgen war, das Reich der Liebe bekannt
machte, bereitete er sich auf diese Weise vor, um euch ein weiteres
Beispiel von Demut und Vollkommenheit zu geben; und ihr, die
Jünger der Dritten Zeit, habt gehört, dass mein Wort euch gesagt hat:
Kommt zu mir und seid die guten Sämänner meines Wortes, denn
die Welt ist von ihrem geistigen Pfade abgeirrt.
17. Ich habe euch an Lehren der Zweiten Zeit erinnert, damit ihr
sie mit meinen neuen Unterweisungen vereint und mit ihnen die
Menschheit erleuchtet, o Arbeiter der Dritten Zeit!
18. Fühlt meine Gegenwart, die euren Geist erleuchtet und euch
zubereitet, damit ihr meine Friedensbotschaft versteht.
19. Vergesst eure Leiden, damit ihr mein Wort aufnehmt und
sein Wesensgehalt in eurem Herzen bleibt.
20. Ich habe euch ein weiteres Mal zur Erde gesandt, damit ihr
eure Mission fortsetzt, damit ihr erkennt, dass euer Geist eine
Stufenleiter der Vervollkommnung zurücklegen muss, und ihr euren
Verdiensten entsprechend eine größere Entwicklungshöhe erreichen
werdet. Ihr habt einen einzigen Meister, ein einziges Licht wird euch
leiten und weist euch immer den Weg zu eurer Höherentwicklung.
Ihr alle könnt aufsteigen, wenn ihr eure Mission erfüllt. Schon vor
langer Zeit habt ihr die Lebensreise begonnen, und doch habt ihr
euch bisher nur wenig aufwärtsentwickelt. Ich gebe euch dafür
einen Ansporn, wenn Ich euch schon in dieser Welt, in der ihr heute
lebt, das geistige Leben anderer Welten erahnen lasse.
21. Wenn ihr das Leben aller Lebewesen näher betrachtet,
werdet ihr es mit vielen Wohltaten und Liebesbeweisen beschenkt
sehen können. Ihr werdet in mir den besten Freund, den
untrennbaren Gefährten und den göttlichen Arzt entdecken. In dieser
Zeit, in der Ich über alle meine Kinder meinen liebevollen Schutz
ausbreite, sollt ihr an all jenen Gaben Anteil haben, weil ihr nach
meinem Ebenbild geschaffen seid.
22. Lange Zeit habt ihr euch selbst und die Bande, die euch mit
mir verbinden, sowie eure mir ähnliche Natur vergessen, und
deswegen seid ihr gesunken und vom Wege abgekommen. Der
geistige Pfad hat kein Ende, und Ich zeige ihn euch von seinem
Anfang an. Wenn ihr nicht auf ihm seid, so kommt herbei, und Ich
werde euch helfen, ihn zu begehen, die verlorene Zeit wieder
einzuholen.
23. Damit die Welt euch nicht versklavt, widmet einen Teil
eurer Zeit der Schulung und Entwicklung eures Geistes.
24. Viele eurer Mitmenschen leben in einer großen Trostlosigkeit.
Sie sind in eurer Nähe, und ihr habt es nicht bemerkt. Ihr könnt
euch noch nicht in die Herzen einfühlen, aber es ist mir
wohlgefällig, wenn Ich euch meine Unterweisung ausüben sehe, und
Ich habe mehr Gefallen daran, jene zu betrachten, deren Geist Liebe
und Trost spendet, als jene, die sich nur dem Studium meines
Wortes widmen und ihre Pflichten gegenüber ihren Mitmenschen
vergessen.
25. Arbeitet, damit ihr Frieden habt, setzt euch in dieser Zeit
voll ein, damit ihr ein Beispiel durch Arbeit, Gehorsam und Glauben
gebt.
26. Ich komme zu euch, um als der alleinige Gott erkannt zu
werden, der Vater aller Wesen, um euch zu sagen, dass Ich aus
einem jeden von euch einen Jünger und einen Erben von mir
machen will. Ich werde euch von meiner Unterweisung, die einem
mächtigen Baume gleicht, einen Samen geben, damit ihr ihn
großzieht und ihn an vielerlei Orte tragt, damit sich die Menschheit
von seinen Früchten nährt.
27. Jede falsche Auslegung, die von meinem Worte oder meinen
Werken gegeben wurde, werde Ich richtigstellen, denn Ich will eure
Erkenntnis vereinheitlichen, so dass ihr mich alle in gleicher Weise
liebt. Wacht für die Welt und lasst euren Geist den Menschen Licht
und Frieden bringen und sorgt dafür, dass die Welt von dem hellen
Lichte erleuchtet wird, das von meinem Geiste ausstrahlt. Das Licht
ist Fortschritt, die Liebe ist Erlösung, und der Friede ist Hoffnung.
Die Liebe ist Sache des Herzens, der Friede gründet im Geiste, und
beide sind ein Abglanz der Ewigkeit.
28. Ich sehe, dass einige meiner Kinder sich bei dem liebevollen
Worte Jesu gelangweilt fühlen, und zwar deshalb, weil ihre Sinne
nicht bei meinem Worte sind; sie sind in Gedanken mit materiellen
Angelegenheiten beschäftigt, und daher sind ihre Herzen leer, wenn
sie aufhören, mir zuzuhören. Aber der Meister lässt nicht nach, sich
seinen Kindern zu nähern, um ihre Herzen durch seine göttliche
Unterweisung höher schlagen zu lassen.
29. Menschen, die ihr eure Fähigkeiten erweckt, um die
menschliche Wissenschaft kennenzulernen, und dieselben beim
Studium der göttlichen Geistlehre einschlummern lasst! Ihr geht
ermüdet auf den mit Dornen gespickten Wegen auf der Suche nach
dem Ziel eures menschlichen Wissens. Doch Ich werde meine
Diener unter den Verlorenen aussuchen und ihre Herzen in Liebe zu
ihren Mitmenschen schlagen lassen.
30. Auch wenn die Menschen sich nicht um ihren geistigen
Fortschritt kümmern — Ich wache für alle Geister. Wenn sie nicht
auf die Stimme ihres Gewissens hören, die meine eigene Stimme ist,
werden sie keine Zwiesprache mit meiner Göttlichkeit erlangen.
31. Diese Menschheit ist infolge ihres Materialismus noch
immer götzendienerisch! Aaron, Aaron, du hast das Götzenbild vor
den Augen Israels geschaffen, doch wahrlich, die falschen Götter
werden vom Sockel gestoßen zu Boden stürzen! Wo ist der Tempel
Salomons? Wo das Allerheiligste? Wenn Ich die Symbole, die
gestattet waren, zum Verschwinden brachte — wie sollte Ich da
nicht die fanatischen Kulte bis zur Ausrottung bekämpfen? Salomon
erbaute einen materiellen Tempel, um mich anzubeten, doch selbst
von ihm blieb kein Stein auf dem anderen.
32. Die Geistlichen dieser Zeit kleiden sich königlich, um
symbolisch bei der Opferung Jesu zu amtieren, und obwohl sie
dabei meinen Namen und meine Stellvertretung in Anspruch
nehmen, entdecke Ich, dass ihr Verstand verwirrt ist, ihr Herz
aufgewühlt ist von den Stürmen der Intrigen und der Leidenschaften.
Es gibt nicht einen, der als Prophet verkündet, dass Ich
mich unter den Menschen dieser Zeit befinde.
Sie werden großes Leid erfahren, denn es ist keine geistige
Zurüstung unter ihnen. Wo ist die Erfüllung derer, die vor Jesum
gelobt haben, seiner Spur zu folgen? Wo sind die Nachfolger meiner
Apostel? Gibt es irgendeinen, der Johannes gleicht, der zu den
ersten gehörte, oder Paulus, der zu den Nachfolgenden zählte?
33. Daher naht sich der Meister euch aufs neue, um seine
Unterweisung wiederaufzunehmen. Schon sehe Ich die neuen
Pharisäer und Schriftgelehrten voll Hass gegen mich anstürmen.
Gerade dann werde Ich fragen: "Wo sind meine Jünger?" Doch
wenn die Stolzen, die Falschen, die Reichen, die ihre Macht zu
verlieren fürchten, die durch meine Wahrheit Bedrohten, mich
erneut verspotten und verfolgen, werden wilde Stürme losbrechen.
Aber nicht Ich werde es sein, der unter der Last des Kreuzes
zusammenbricht, sondern jene, die die Opferung dessen forderten,
der ihnen das Leben gab.
34. Es ist keine menschliche Stimme, die ihr in diesen
Augenblicken vernehmt, es ist die Stimme des Himmels, die euch
die Geschehnisse ankündigt, die kommen werden, damit ihr, die ihr
meine Prophetien hört, vorbereitet und nicht bestürzt seid, wenn ihr
erlebt, dass selbst die Naturgewalten aus dem Gleichgewicht
geraten; denn Ich bin die universelle Macht und die Gerechtigkeit,
und in Gerechtigkeit werde Ich mich offenbaren.
35. Ich bin gekommen, die Laster der Welt zu beseitigen, damit
die Menschen sich von sündhaften Bräuchen und Vorstellungen frei
machen, sich inspirieren lassen und vom Geiste sprechen. Dann
werden sie mich symbolisch in der liebevollen Gestalt Jesu
erblicken, die ihnen den Weg weist, der zum wahren Ziel des
Geistes führt, wo Ich sie erwarte.
36. Ihr seid Hüter des "Dritten Testaments". Bewahrt dies
Vermächtnis mit größtem Eifer für die zukünftigen Generationen.
Zeigt mein Werk mit der Vollkommenheit, die ihm innewohnt, denn
wenn ihr zu mir kommen solltet, ohne eure Mission erfüllt zu haben,
werdet ihr erneut ins Fleisch kommen müssen, und dann wird euer
Kampf sehr hart sein.
37. Nehmt euch in dieser Zeit, in dieser Wüste des menschlichen
Lebens, Moses zum Vorbild. Wahrlich, Ich sage euch: Ihr seid
wiederum auf dem Berge (Sinai), denn dort wird meine Stimme
ertönen und euch sagen: Versteht mich. Der Berg dieser Zeit ist eure
Erhebung, bei der ihr mein Gebot empfangen und meine Stimme in
eurem Gewissen vernehmen werdet. Schon von dort aus werdet ihr
das Gelobte Land erblicken können, welches sich in der Vollkommenheit
des Geistes befindet.
38. Das göttliche Gesetz vergeht niemals, die menschlichen
Gesetze dagegen verändern sich sehr wohl gemäß der geistigen
Entwicklung der Menschen.
39. "Du sollst Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele
lieben" ist das erste Gebot des göttlichen Gesetzes, das sich nicht
geändert hat, noch sich ändern wird. Seine Essenz, sein Sinngehalt,
seine Lehre sind ewig. Doch ihr habt auch gehört, dass euch gesagt
wurde: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen",
aber letzteres war kein Gebot des göttlichen Gesetzes, sondern eine
der vielen menschlichen Satzungen, die jener Zeit entsprachen.
40. Ich kam zu euch in Jesum und sagte euch: "Liebet eure
Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen,
bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr als
Kinder eures Vaters im Himmel erkannt werdet." Dies ist geistiges
Gesetz, daher ewig gültig, es wird keinerlei Veränderung erfahren.
Nur das Menschliche verändert, entwickelt und wandelt sich.
41. Was könnt ihr tun, um zu wissen, welches die Lehren,
Offenbarungen, Prophetien und Gesetze sind, deren Brauchbarkeit
bereits vergangen ist, und welche noch gültig sind? Welche
Offenbarungen sind ewig in Kraft, und welche Prophetien sind nicht
in Erfüllung gegangen? Wahrlich, Ich sage euch, nur das aufrichtige
Gebet und ein fruchtbares Leben können euch genügend
Spiritualität geben, um die göttliche Essenz zu entdecken, die Ich
euch in den drei Zeiten übergeben habe.
42. Als die Schriftgelehrten und die Pharisäer die Taten Jesu
beobachteten und entdeckten, dass diese nicht mit den ihrigen
übereinstimmten, behaupteten sie, dass die Lehre, die er verkündete,
gegen das Gesetz Moses' sei. Der Grund dafür war, dass sie das
Gesetz mit den Traditionen verwechselten. Doch Ich bewies ihnen,
dass Ich nicht gekommen war, das Gesetz, das der Vater dem Moses
offenbart hatte, zu übertreten, sondern um es mit Worten und
Werken zu erfüllen.
43. Es trifft zu, dass Ich mich über viele Traditionen jenes
Volkes hinwegsetzte, denn der Zeitpunkt für deren Beseitigung war
bereits gekommen, um eine neue Zeit mit höheren Unterweisungen
einzuleiten.
44. Wenn Ich euch in den ersten Offenbarungen alles gesagt
hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, dass der Meister, der
Messias, euch neue Unterweisungen lehren musste, noch dass in
dieser Zeit der Heilige Geist gekommen ist, um euch die Herrlichkeiten
des geistigen Lebens zu zeigen. Deshalb sage Ich euch, dass
ihr euch nicht an das klammern sollt, was euch in früheren Zeiten
offenbart wurde, als ob es das letzte Wort meiner Lehre gewesen
wäre. Ich kam aufs neue zu den Menschen, und lange Zeit hindurch
habe Ich mich durch ihr Verstandesvermögen kundgetan, und Ich
kann euch überdies sagen, dass mein letztes Wort noch nicht
gesprochen ist.
45. Sucht in meinem Buch der Weisheit immer das letzte Wort,
die neue Seite, die euch die Bedeutung und den Sinngehalt des
früher Gegebenen offenbart, damit ihr in Wahrheit meine Jünger
seid.46. Heute lebt ihr fern von denen, die mehr als ihr leiden. Aber
wenn erst einmal die Vergeistigung euer Leben erleuchtet, dann
werdet ihr bei jenen zu leben suchen, von denen ihr heute Abstand
haltet, weil ihr sie für verloren haltet, oder weil sie euch Widerwillen
einflößen.
47. Ihr werdet zu Überbringern des Wortes des Lichtes, der
Erlösung und der Hoffnung werden und euch jenen zuwenden, die
von ihren Nächsten vergessen worden sind.
48. Zu niemandem sollt ihr mit Strenge sprechen, denn auf diese
Weise erlöst man nicht. Ihr müsst lernen, dass man den Sünder nicht
beleidigen darf, um seine Verfehlung zu bestrafen.
49. Ich sage euch: Wenn man zu Raubtieren mit Liebe spricht,
neigen sie ihr Haupt.
50. Wenn jener, zu dem ihr sprecht, einige Verdienste haben
sollte, so sagt es ihm. Wenn ihr in ihm irgendeine Tugend unter
vielen Untugenden entdecken solltet, so sprecht zu ihm nicht von
den Untugenden, sondern von der Tugend, um ihn zum Guten
anzuregen und anzuspornen.
51. Die Liebe soll es sein, die euch leitet, damit ihr zu wahren
Botschaftern des göttlichen Trösters werdet. Denn ihr, die ihr in
keinen Abgrund hinabgestürzt seid, seid immer schnell bei der
Hand, zu beschuldigen, zu richten. Ohne das geringste Mitgefühl
verurteilt ihr leichtfertig eure Nächsten, und das ist nicht meine
Lehre.
52. Wenn ihr, bevor ihr richtet, euch selbst und eure Fehler
erforschen würdet — Ich versichere euch, euer Urteil wäre barmherziger.
Ihr haltet jene in den Gefängnissen für schlecht und
betrachtet als Unglückselige, die in den Krankenhäusern sind. Ihr
haltet euch von ihnen fern, ohne euch bewusst zu machen, dass sie
würdig sind, in das Reich meiner Liebe einzugehen. Ihr wollt nicht
daran denken, dass auch sie das Recht haben, die Strahlen der Sonne
zu empfangen, welche geschaffen wurde, um allen Geschöpfen,
ohne irgendeine Ausnahme, Leben und Wärme zu schenken.
53. Jene an Orten der Sühne eingeschlossenen Menschen sind
oftmals Spiegel, in denen sich die Menschen nicht erblicken wollen,
weil sie wissen, dass das Bild, das jener Spiegel ihnen enthüllt, in
vielen Fällen das einer Anklage sein wird.
54. Doch Ich sage euch: Gesegnet seien jene meiner Arbeiter,
die in ihrem Herzen die Pein derer zu fühlen vermögen, welche der
Freiheit oder der Gesundheit beraubt leben und die sie besuchen und
trösten; denn eines Tages werden sie einander wieder begegnen, sei
es in diesem oder einem anderen Leben, und ihr wisst nicht, ob sie
dann nicht mehr Gesundheit, größere Freiheit und mehr Licht haben
als jene, die ihnen die Botschaft der Liebe in ein Gefängnis oder ein
Krankenhaus brachten; dann werden sie sich in ihrer Dankbarkeit
erkenntlich zeigen und jenem die Hand entgegenstrecken, der sie
ihnen zu einer anderen Zeit reichte.
55. Jener Augenblick, da ihr mein Wort ihrem Herzen nahebrachtet,
jener Moment, in welchem eure Hand über ihre Stirne
strich und ihr sie an mich denken und mich fühlen ließet, wird
niemals aus ihrem Geiste getilgt werden, so wenig wie in ihrem
Verstande euer Gesicht und eure brüderliche Stimme in Vergessenheit
geraten werden, weshalb sie euch überall erkennen
werden, wo ihr euch auch befindet.
56. Während ihr hier mein Wort vernehmt, vergesst ihr für kurze
Zeit die Leiden, die alle Menschen treffen, und ihr verdrängt aus
eurem Bewusstsein die Vorstellungen von Zerstörung, Krieg und
Tod, welche die Menschheit bedrohen.
57. Fürchtet ihr den Schmerz? — Verbannt die Sünde, und der
Schmerz wird nichts gegen euch vermögen. Ihr sollt einen anderen
Schmerz fühlen, aber es wird nicht mehr der auf sich selbst
bezogene Schmerz sein. Es wird nicht der eure sein, sondern ihr
werdet aus Liebe zu anderen zu leiden beginnen.
58. Wenn der Geist sich emporschwingt, fühlt er mit seinen
Nächsten, und je mehr er sich mir nähert und mich liebt, desto
größer ist seine Liebe zu seinen Brüdern.
59. Ich lehre euch derzeit, auf dem Pfade zu wandeln, der euch
von den Ängsten und Leiden befreit, welche die Anfeindungen und
ehrgeizigen Bestrebungen der Menschen hervorrufen — Belehrungen,
die ihr zuweilen für undurchführbar haltet; aber bald werdet
ihr sie gläubig umarmen, überzeugt davon, dass es der einzige Weg
zur Rettung ist.
60. Ihr habt den Sinngehalt meines Wortes noch nicht verstanden,
noch macht ihr euch eure Aufgabe bewusst. Daher gibt es
manchen, der, obwohl er geistige Wonne fühlt, wenn er mir zuhört,
es vorzieht, sich wieder zu entfernen aus Furcht davor, gegenüber
seinem Meister und seinen Mitmenschen Verpflichtungen
einzugehen. Und es gibt andere, die mir sagen: "Herr, es ist uns
nicht möglich, Deine Lehren und Anordnungen zu befolgen, weil
wir unreif, menschlich und vermaterialisiert sind. Aber versage uns
nicht, Deinem Worte zuzuhören. Es ist so schön, dass es trotz seiner
Undurchführbarkeit unsere Herzen mit Wonne und Frieden erfüllt."
61. Ach, ihr kleinen Kinder, die ihr nicht wisst, was ihr sagt! Ihr
nennt meine Unterweisung undurchführbar, haltet ihre Verwirklichung
für unmöglich und seid euch dabei nicht bewusst, dass ihr
sie durch ein unreines sündiges Menschenwesen, wie ihr alle es
seid, vernehmt, für das es nicht unmöglich war, den Menschen die
Botschaft Gottes zu übermitteln.
62. Was ist unmöglicher als das?
63. Liebt euren Vater, habt Erbarmen mit euren Nächsten, trennt
euch von allem, was für euer menschliches Leben oder für eure
Seele schädlich ist. Dies lehrt euch meine Lehre. Wo seht ihr da die
Schwierigkeiten und die Unmöglichkeiten?
64. Nein, geliebtes Volk, es ist nicht unmöglich, mein Wort zu
befolgen; nicht dieses ist schwierig, sondern eure Besserung,
Erneuerung und Vergeistigung, weil es euch an hochherzigen
Gefühlen und hohem Streben mangelt. Doch da Ich weiß, dass all
eure Zweifel, Unwissenheit und Unentschlossenheit verschwinden
müssen, werde Ich euch weiterhin lehren, denn für mich gibt es
nichts Unmögliches. Ich kann Steine in Brot des ewigen Lebens
verwandeln und kann kristallklares Wasser aus Felsen sprudeln
lassen.
65. Geht meinem Worte auf den Grund und ihr werdet nicht
länger auf die Suche nach der Wahrheit gehen müssen. Im Kern
dieser Botschaft werdet ihr den Reichtum an Licht entdecken, den
euer Geist benötigt.
66. Ergründet mein Wort, damit ihr euch von seinem geistigen
Gehalt nähren könnt, ihr meine Gegenwart finden und meine
göttliche Liebkosung spüren könnt. Achtet beim Studium darauf,
nicht am Buchstaben hängenzubleiben, und bemüht euch, alles zu
deuten, was ihr an Symbolischem und Gleichnishaftem findet. Sucht
die Vereinfachung und Geistigkeit in euren Forschungen, Beobachtungen
und Studien, und denkt immer daran, dass ihr morgen
eure Mitmenschen an dieser Botschaft teilhaben lassen müsst, denen
ihr sie in bereits aufbereiteter Form weitergeben sollt, damit sie sie
schneller verstehen.
67. Beseitigt rechtzeitig jedes Symbol und jedes irdische Bild,
aber bewahrt den Sinngehalt derselben.
68. Begreift den geringen Wert der Ausdrucksweisen, wenn ihr
sie mit der ewigen Essenz des Geistigen vergleicht. Auch sollt ihr
bestrebt sein, nach und nach in diese Weisheit einzudringen, damit
euch die Ausübung meiner Unterweisungen nicht unmöglich
erscheint.
69. Schließt euch zusammen, geliebte Jünger, denn die Zeit
eures Kampfes ist gekommen und wird für jeden von euch kurz sein,
wenn ihr die Kürze eures Lebens auf Erden in Betracht zieht.
70. Beeilt euch, ihr habt viel zu tun. Denkt nicht, dass euch
etwas fehlt, um meine Jünger in diesem Werk zu sein.
71. In der Zweiten Zeit wählte Ich auch meine Apostel aus. Es
waren keine Gelehrten, es waren keine Leuchten menschlicher
Weisheit. Es waren einfache Fischer des Meeres, doch Ich machte
sie zu Sämännern und zu Fischern des Geistes.
72. Ich will euch auch zu geistigen Fischern machen, damit ihr
meine Liebesbotschaft zu allen Herzen bringt, die im weiten Meer
der Leidenschaften und des Materialismus, in welchem die Menschheit
lebt, verloren sind; und von dort, aus jenem Meer, sollt ihr jeden
herausholen und retten, der von euch in meinem Namen gerufen
wird.
73. Dann wird meine Botschaft der Hoffnung das Herz des
Brudermörders, des Totschlägers, des Stolzen, des Weltmenschen,
des Gefühllosen gegenüber dem Schmerz und dem Elend anderer
erreichen, und an allen wird mein Wort in Erfüllung gehen.
74. Zunächst, und solange ihr euch noch vorbereitet, betet für
die Nationen und die Völker, betet für alle, denn die Menschheit
geht auf Disteln und Dornen, dieselben, die sie zuvor ausstreuten,
damit andere darauf treten sollten. Es sind die Menschen selbst, die
ihr Verderben vorbereitet haben, und hernach sind sie genötigt, um
Barmherzigkeit zu flehen, die sie nie für einen ihrer Nächsten
empfanden.
75. Doch es ist nötig zu retten, zu vergeben und zu erlösen, denn
in jedem Menschen wohnt ein Geist, der zu mir gelangen muss.
76. Ihr seid die Erstlinge eines Volkes, das der geistige Leuchtturm
der Menschheit sein soll. Ein neues Israel, welches — einmal
aus seiner Knechtschaft befreit — sich aufmachen wird im Verlangen
nach dem höchsten Ideal, das es im Geiste gibt, welches
darin besteht, im Schoße Gottes, eures Herrn, zu leben.
77. Noch seid ihr weit davon entfernt, durch euer Vorbild den
Weg eurer Mitmenschen erhellen zu können. Aber meine Stimme,
die in eurem Gewissen ertönt, ermutigt euch voranzuschreiten, nicht
zu verzagen, im Kampfe auszuharren, denn nur so wird dies Volk
seine Geschichte in das Herz der Menschen schreiben.
78. Die Prüfungen, die ihr täglich in eurem Leben sich
einstellen seht, sind der Amboss, auf dem euer Geist geschmeidig
gemacht wird, wo eure Tugend sich bewähren und euer Glaube stark
werden soll.
79. Ohne Prüfungen gibt es keine Verdienste, ohne Verdienste
kann es keinen Lohn geben.
80. Denkt über die Prüfungen nach, die Israel in der ersten Zeit
durchlebte. Betrachtet seine Bitternisse, seine Trübsale und Nöte,
dann werdet ihr verstehen, warum es ihm gewährt wurde, zum
Gelobten Land zu kommen, wo jenes Volk viele Jahrhunderte lang
Frieden, gesunde Lebensfreude und Gemeinschaft mit seinem Herrn
hatte.
81. Nicht ewig währte das Glück jenes Volkes in dem Land, das
ihm als Lohn für seinen Glauben und seine Beharrlichkeit gewährt
wurde, denn nichts ist ewig auf der Welt. Aber euch sage Ich in
Wahrheit, dass das neue Gelobte Land, welches das Ziel des
Aufstiegs eures Geistes ist, ganz gewiss ewig währen wird. Dieses
wird euch durchaus für immer Obdach geben und euch die
unendliche Wonne fühlen lassen, das geistige Leben in all seiner
Fülle und Seligkeit genießen, erleben, empfinden und kennenlernen
zu können.
82. Ich segne jedes dieser Häuser, in denen ihr zusammenkommt,
um zu beten und das Brot meines Wortes zu empfangen,
ebenso wie Ich eure Heime segne. Wahrlich, Ich sage euch, keine
dieser Versammlungsstätten bedeutet mehr als irgendeines eurer
Heime.
83. Wenn ihr hier gesammelt und ehrerbietig eintretet, weil ihr
wisst, dass der Ort dazu bestimmt ist, euch im Gebet zu vereinen,
um den geistigen Tempel zu bilden, so sage Ich euch auch dies, dass
euer Heim ein weiterer Tempel ist. Denn so, wie der Geist im Gebet,
im göttlichen Wort, in der inneren Einkehr und in der Ausübung des
Gesetzes sein Heiligtum schafft, so findet der Mensch einen
weiteren Gottesdienst in seinem Heim, wo er Liebkosung, Wärme,
Vorbilder, Unterweisungen und Ratschläge findet. Doch verwechselt
nicht das Heim mit dem materiellen Haus. Dieses könnte
verschwinden und euch den Unbilden der Witterung aussetzen, und
doch wäre euer Heim nicht zerstört, solange unter euch Liebe,
Achtung, Gehorsam und all jene Tugenden vorhanden sind, welche
der menschlichen Familie in immer größerem Maße zu eigen sein
sollen.
84. Ebenso wenig können diese Versammlungsstätten den
wahren Tempel darstellen, denn wenn ihr ihn in eurer Seele tragt, so
könnt ihr ihm sowohl hier als auch in eurem Heim begegnen, in der
Stadt wie auf dem Land, unter einem Baum, im Gebirge, am Ufer
des Meeres oder in der Wüste.
85. Der Tempel des Geistes ist überall, weshalb es nur eurer
Zurüstung bedarf, damit ihr ihn findet.
86. Versammelt euch zunächst weiterhin in diesen Gemeindehäusern.
Tut es, solange ihr das Bedürfnis danach habt, denn meine
Liebe, meine Barmherzigkeit und meine Gnadengaben werden auf
eure Zusammenkünfte ausgegossen sein, wo nach meinem Willen
meine Gegenwart fühlbar sein wird, wo Ich bewirken werde, dass
die Seelen für das Licht neu geboren werden und die Kranken das
Wunder ihrer Heilung erleben, während sie meinem Worte lauschen.
87. Mein Vaterherz ist immer bereit, euch das zu geben, um was
ihr bittet, was ihr benötigt. Dennoch darf euer Vater nicht alles
alleine tun. Ihr lebt in einer Zeit, in welcher die Liebe des Meisters
im Herzen der Jünger Widerhall finden muss, damit das Wunder
Wirklichkeit wird.
88. Seid unermüdlich beim Wiederholen meines Wortes. Es
wird wie ein unsichtbarer Meißel die Aufgabe übernehmen, die
scharfen Kanten eures Charakters zu glätten, bis ihr vorbereitet seid,
selbst die schwierigsten Probleme eurer Mitmenschen zu behandeln.
Ihr werdet Leiden, Sühnezwänge und Wiedergutmachungen bei
ihnen finden, deren Ursachen sehr verschieden sein können. Manche
haben keinen besonders schwer zu begreifenden Ursprung, dagegen
wird es andere geben, die ihr nur mit Intuition, durch Offenbarung
und geistige Gesichte aufklären könnt, um eure Mitmenschen von
einer schweren Last zu befreien. Diese Geistesgaben werden jenes
Wunder nur bewirken, wenn der, der sie betätigt, von Mitgefühl mit
seinem Nächsten inspiriert ist.
Mein Friede sei mit euch!

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