BWL - Band 6 - Unterweisung 152


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 152:
1. Es ist ein Tag des Gedenkens, an dem die verschiedenen
Religionsgemeinschaften große Scharen versammeln, die nach dem
Worte Gottes hungern. Seht, wie jede von ihnen der Passion Jesu in
anderer Weise gedenkt.
2. Es ist ein Gedenktag, an dem das Herz des Menschen sich für
eine kurze Zeitspanne von den irdischen Vergnügungen abwendet,
und er ahnt, dass seine Bestimmung nicht auf dieser Welt endet,
sondern dass er wie Jesus in diesem Leben die Straße der Bitternis
durchlaufen muss, um sich zur Rechten des Herrn zu erheben.
3. Wie wenige sind derer, die die Passion des Meisters ohne
Riten und sinnbildliche Darstellungen in ihrem Herzen nachzuerleben
vermögen! Ihr Spiritualisten, die ihr mich durch das
menschliche Verstandesorgan vernehmt — erwartet nicht, dass Ich
jenes Drama in Form einer sinnfälligen Schaustellung wiederhole.
Ich werde euch nur zugestehen, dass ihr durch mein Wort der Werke
und Lehren gedenkt, die Ich euch in jenen Stunden gab. Aufs neue
sind die Jünger bei mir, und Ich habe ihnen gesagt: Wachet und
betet, seid auf der Hut vor den Fallen der Versuchung, bedenkt, dass
das Fleisch schwach ist.
4. Wenn Ich euch seinerzeit sagte, dass Ich euch ein neues
Gebot geben will, indem Ich sagte: "Liebet einander", so sage Ich
euch heute, dass dies Gebot auch weiterhin das erste und das letzte
ist.
5. Ich sagte meinen Jüngern in der Zweiten Zeit: "Sehr bald
werdet ihr mich nicht mehr sehen, denn Ich gehe zum Vater. Doch
bald werde Ich erneut unter euch sein, denn Ich werde euch den
Tröster senden, den Geist der Wahrheit." Und hier bin Ich, Jünger
der Dritten Zeit, und erfülle mein Wort und meine Verheißung.
6. Als die Stunde nahte und das Abendmahl zu Ende war, hatte
Jesus seinen Jüngern die letzten Anweisungen gegeben. Er brach auf
zum Olivengarten, wo er zu beten pflegte, und sprach zum Vater:
"Herr, wenn es möglich ist, so nimm diesen Kelch von mir. Doch
nicht mein, sondern Dein Wille geschehe." Dann näherte sich jener
meiner Jünger, der mich ausliefern sollte, begleitet von der Schar,
die mich ergreifen sollte. Als jene fragten: "Wer ist Jesus, der
Nazarener?" — näherte sich Judas seinem Meister und küsste ihn.
Im Herzen jener Männer war Furcht und Betroffenheit, als sie die
ruhige Gefasstheit Jesu sahen, und sie fragten noch einmal: "Wer ist
Jesus?" Da ging Ich auf sie zu und sagte ihnen: "Hier bin Ich, Ich
bin’s." Da begann meine Passion.
7. Sie brachten mich vor Priester, Richter und Machthaber. Sie
verhörten mich, urteilten über mich und klagten mich an, gegen das
Gesetz Moses' zu verstoßen und ein Reich schaffen zu wollen,
welches das des Kaisers zerstören sollte.
8. Wie viele Herzen, die wenige Tage zuvor meine Werke
bewundert und gesegnet hatten, vergaßen diese, zeigten sich
undankbar und schlossen sich denen an, die mich schmähten. Doch
es war notwendig, dass jenes Opfer sehr groß war, damit es niemals
aus den Herzen der Menschen gelöscht würde.
9. Die Welt und ihr als Teil von ihr habt mich verlästert,
verspottet und erniedrigt gesehen, wie es kein Mensch hätte sein
können. Doch geduldig leerte Ich den Kelch, den ihr mir zu trinken
gabt. Schritt für Schritt erfüllte Ich meine Liebesbestimmung unter
den Menschen und schenkte mich allen meinen Kindern.
10. Selig, die an ihren Gott glaubten, obwohl sie ihn blutüberströmt
und keuchend erlebten.
11. Doch etwas Schwereres erwartete mich noch: Zwischen
zwei Räubern an ein Holz genagelt zu sterben. Aber so stand es
geschrieben, und also musste es in Erfüllung gehen, damit Ich als
der wahre Messias erkannt würde.
12. Als Ich von der Höhe des Kreuzes herab meine letzten
Blicke auf die Menschenschar richtete, erblickte Ich Maria, und
sagte ihr mit Bezug auf Johannes: "Mutter, dies hier ist Dein Sohn",
und zu Johannes: "Sohn, dies ist Deine Mutter."
13. Johannes war der einzige in jener Stunde, der den Sinn des
folgenden Satzes verstehen konnte, denn die Volksmenge war so
blind, dass, als Ich sagte: "Mich dürstet", sie der Meinung war, dass
es körperlicher Durst war, und sie mir Galle und Essig reichte,
während es doch Durst nach Liebe war, den mein Geist litt.
14. Auch die beiden Übeltäter rangen neben mir mit dem Tode,
doch während der eine lästerte und sich ins Verderben stürzte, ließ
sich der andere vom Lichte des Glaubens erleuchten, und obwohl er
seinen Gott an den schmachvollen Kreuzesbalken genagelt und dem
Tode nahe sah, glaubte er an seine Göttlichkeit und sagte zu ihm:
"Wenn Du im Reich der Himmel bist, so gedenke meiner", worauf
Ich, von soviel Glauben bewegt, antwortete: "Wahrlich, Ich sage
Dir, heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein."
15. Niemand kennt die Stürme, die in dieser Stunde im Herzen
Jesu tobten. Die entfesselten Naturgewalten waren nur eine
schwache Widerspiegelung dessen, was in der Einsamkeit jenes
Menschen vor sich ging, und der Schmerz des göttlichen Geistes
war so groß und so real, dass das Fleisch, das sich für einen
Augenblick schwach fühlte, ausrief: "Mein Gott, mein Gott, warum
hast Du mich verlassen?"
16. So, wie Ich die Menschen zu leben lehrte, lehrte Ich sie auch
zu sterben, wobei Ich selbst denen vergab und sie segnete, die mich
schmähten und marterten, als Ich zum Vater sprach: "Vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun."
17. Und als der Geist diese Welt verließ, sagte er: "Vater, in
Deine Hände befehle Ich meinen Geist." Das vollkommene
Lehrbeispiel war vollbracht, als Gott und als Mensch hatte Ich
gesprochen.
18. Doch hier bin Ich, Volk, wie Ich es euch versprach. Ich
komme nicht im Körper, das heißt im Fleische, sondern im Lichte,
und sage euch: Die Zeit ist vorbei, in der Ich, um meinen Samen zu
säen, ihn mit Blut bewässern musste; doch wie sehr müsst ihr euch
stattdessen läutern und zubereiten.
19. Inspiriert vom Lichte des Heiligen Geistes werdet ihr Schritt
für Schritt diese Lehre aussäen, sie dem "Tauben" zu Gehör bringen
und sie den "Blinden" schauen lassen. Ihr werdet wie der Meister
Verhöhnung, Verleumdungen und Erniedrigungen erleiden, selbst
von euren Angehörigen verspottet werden, doch ihr werdet nicht
schwach werden. Denn sogleich werdet ihr euch daran erinnern,
dass der Sohn des Höchsten, der ganz Macht und Weisheit war, nicht
vor den Prüfungen der Menschen floh, damit er ihnen durch
dieselben seine Wahrheit bezeugte.
20. Das ist der Grund, weshalb Ich euch immer wieder sage:
Entnehmt meinem Worte die geistige und moralische Kraft für euren
Lebenskampf, denn wer im Geiste stark ist, wird es auch in
irdischen Dingen sein. Und Ich kann euch auch dies sagen, dass ihr
manchmal sogar bis zum Opfertod gehen werdet, wie Ich es euch
durch Jesum in der Zweiten Zeit lehrte.
21. Wache und bete, Volk, nicht nur wegen der materiellen
Gefahren, sondern auch wegen der Fallstricke, die eure Augen nicht
erkennen können — jene, die von unsichtbaren Wesen stammen.
22. Die großen Legionen verwirrter Seelen führen Krieg mit den
Menschen, wobei sie deren Unwissenheit, Stumpfheit und Mangel
an geistigem Schauen ausnützen; und die Menschen haben ihre
Waffen der Liebe nicht vorbereitet, um sich vor ihren Angriffen zu
schützen, weshalb sie bei diesem Kampfe wie schutzlose Wesen
erscheinen.
23. Es war notwendig, dass meine geistige Lehre zu euch kam,
um euch zu lehren, wie ihr euch zurüsten müsst, um bei diesem
Gefecht siegreich zu bestehen.
24. Von jener unsichtbaren Welt, die in eurer eigenen Welt lebt
und webt, gehen Einflüsse aus, welche die Menschen heimsuchen,
sei es in ihrem Verstande, in ihren Gefühlen oder in ihrem Willen,
und sie zu ergebenen Dienern, zu Sklaven, zu Werkzeugen, zu
Opfern machen. Überall erscheinen geistige Kundgaben, und
dennoch wollen die Erdenmenschen weiterhin nicht wahrnehmen,
was ihren Geist umgibt.
25. Es ist nötig, die Schlacht zu beginnen, das Dunkel zu
zerstören, damit, wenn das Licht in den Menschen anbricht, alle sich
in einer wahren Gemeinschaft vereint aufmachen und durch das
Gebet in dem Kampfe siegen, den sie gegen die Mächte aufnehmen,
die sie so lange Zeit hindurch beherrscht haben.
26. Menschen und Völker sind der Macht jener Einflüsse
erlegen, ohne dass die Menschheit es bemerkt. Seltene und
unbekannte Krankheiten, die von ihnen erzeugt werden, haben die
Menschen niedergeworfen und die Wissenschaftler verwirrt.
27. Wie viel Zwietracht, wie viel Verwirrung und Schmerz hat
der Mensch auf sich gehäuft. Das Fehlen von Gebet, Moral und
Geistigkeit hat die unreinen und verstörten Wesen angezogen. Und
was kann man schon von denen erwarten, die ohne Licht und ohne
Zurüstung abgeschieden sind?
28. Dort sind jene, die ihr betrogen und unterdrückt habt, die ihr
verstört und gedemütigt habt. Nur Verwirrung und Finsternis können
sie euch zusenden, sie können nur Rache üben, und sie machen euch
nur Vorwürfe.
29. Nennt mich jetzt nur Zauberer und Hexenmeister, weil Ich
euch diese Dinge offenbare, während doch nicht Ich es bin, der sie
veranlasst hat, sondern ihr. Ich will nur alle miteinander vor dem
Dunkel, dem Schmerz und dem (geistigen) Tode bewahren, denn Ich
bin das Licht, das vor den Menschen und vor den Legionen
verwirrter Seelen erstrahlt. Wer von ihnen wird mich zuerst
erkennen?
30. Als Ich in der Zweiten Zeit einen Besessenen befreit hatte,
sagten jene, die dies sahen, dass Jesus einen Pakt mit dem Geist des
Bösen habe. Der Geist hingegen, der jenen Menschen quälte, sprach
zu mir und sagte: "Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes."
31. Dennoch gab es auch solche, die, verwundert über jene
Werke, sagten: "Aufgrund welcher Autorität und Vollmacht befiehlt
er den unreinen Wesen, und sie gehorchen ihm?" Sie wussten nicht,
dass diese Geistesgabe in allen Menschen ist, dass ihr alle jene
Waffen mit euch führt. Später wiederholten meine Jünger die Werke
ihres Meisters und bewiesen damit, dass Christus gekommen war,
um die Menschen zu unterweisen; nicht nur, um seine Macht zu
zeigen, sondern um den Menschen die Geistesgaben und die
Vollmacht zu offenbaren, die sie alle besitzen.
32. Betet, sagte euch der Meister, das Gebet verleiht den Waffen
der Liebe strahlenden Glanz, mit welchen ihr für die Menschheit
den Frieden erringen sollt. Es bewirkt, dass die Geistesgaben
erwachen, die Seele hellfühlend, der Blick erkennend und das Herz
empfindsam wird.
33. Volk, Ich habe dich gelehrt, dich aus den unsichtbaren
Schlingen zu befreien und euch dagegen zu verteidigen, euch von
den fremdartigen Krankheiten zu heilen und von den schlechten
Einflüssen frei zu machen. Aber wahrlich, Ich sage euch — wie Ich
euch bereits offenbart habe — nur das Gebet und die Tugend
können euch dazu dienen, diese Prüfungen zu überstehen. Wenn ihr
euch als Ersatz dafür andere Maßnahmen ausdenkt, werdet ihr Opfer
solcher Einflüsse werden, und anstatt euren Weg licht zu machen,
werdet ihr das Dunkel vermehren. Dann wird euch die Welt zu
Recht Hexenmeister, Zauberer nennen, während Ich euch eine
kostbare Gabe gegeben habe, um allen bedürftigen Seelen Licht und
Frieden zu bringen.
34. Wann werdet ihr es erreichen, dass sich jene ganze Welt der
Finsternis, des Leidens und der Verirrungen in eine Welt des
Friedens verwandelt? Wann werdet ihr das Licht der hohen geistigen
Sphären auf euch zu ziehen vermögen, damit ihr mit allen euren
Mitmenschen in Einklang kommt in jener Heimstatt, die Ich euch
bestimmt habe?
35. Aufgrund der Unterweisung, die Ich euch in meinem Worte
gegeben habe, sind wirkliche Wunder unter euch geschehen. Die
Seelen erwachen für einen neuen Tag, die Herzen schlagen voller
Hoffnung. Jene, die die Wahrheit nicht zu erkennen vermochten,
weil ihre Unwissenheit wie eine Binde war, die ihre geistigen Augen
bedeckte, sehen jetzt und blicken verwundert um sich. Die
körperlich (wie auch seelisch) Kranken werden gesund, wenn sie in
ihrem Wesen, in ihrem Herzen die Essenz meiner Worte aufnehmen.
36. Dann entströmt dem Innersten, dem Reinsten dieses Volkes
ein Dankgebet für die Werke, die Ich an ihm tue, und es sagt mir:
"Danke, Herr, denn Du hast uns für würdig erachtet, dass sich diese
Wunder in uns vollziehen."
37. Wenn diese Männer und Frauen sich dann erheben, gestärkt
durch mein Wort der Liebe, des Trostes und der Weisheit, haben sie
ihre Mitmenschen aufgesucht und auf ihrem Wege Wunder
vollbracht, oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein.
38. Durch ihren Glauben heilen sie Herzen, durch ihr Zeugnis
vertreiben sie die Finsternis und rütteln jene wach, die gleichgültig
waren. Mit ihrer Intuition lösen sie die Probleme des Lebens, und
durch ihre Kraft vermögen sie den Prüfungen standzuhalten. Ihre
Hände lernen die Kranken zu "salben", ihr Verstand findet den Weg,
mein Wort zu ergründen und freut sich an ihm; ihr Gebet hilft ihnen,
ihre Geistesgaben zu entfalten, die eingeschlummert waren, und
indem sie so Schritt für Schritt vorangehen, erreichen sie, dass ihr
Herr ihren Weg mit Wundern besät.
39. Die Versammlungsstätten, in denen sich mein Wort kundgetan
hat, haben sich vervielfacht, wobei jede von ihnen wie eine
Schule wahren Wissens ist, wo die Menschen sich versammeln, die
meine Jünger bilden und begierig herbeikommen, um die neue
Lektion zu lernen.
40. Wenn jede dieser Gemeinden von all den Wohltaten Zeugnis
ablegen würde, die sie aus meiner Barmherzigkeit empfangen hat,
so würde das Bezeugen jener Wunder kein Ende haben. Und wenn
ihr alles in einem Buche sammeln müsstet, was Ich vom ersten
meiner Worte bis zum letzten durch alle meine Stimmträger
gesprochen habe, so wäre dies ein Werk, das ihr nicht vollbringen
könntet.
41. Doch Ich werde der Menschheit durch Vermittlung meines
Volkes ein Buch zukommen lassen, in welchem die Essenz meines
Wortes und das Zeugnis der Werke enthalten ist, die Ich unter euch
vollbrachte. Fürchtet euch nicht, diesen Auftrag zu übernehmen,
denn Ich werde euch inspirieren, damit in diesem Buch die
Unterweisungen festgehalten werden, die unerlässlich sind.
42. Meint ihr etwa, dass das, was meine Apostel der Zweiten
Zeit niederschrieben, alles war, was Ich auf Erden sprach? Wahrlich,
Ich sage euch: Nein. Bedenkt, was mein Jünger Johannes sagte:
"Der Werke, die Jesus vollbrachte, sind so viele, dass ich dafürhalte,
dass die Welt die Bücher nicht fassen würde, die hierfür geschrieben
werden müssten."
43. Seht, Jünger, auch ihnen habe Ich im Augenblick der
Niederschrift nur das inspiriert und in Erinnerung gerufen, was
unbedingt nötig war, um als ein Testament und Zeugnis für die
zukünftigen Generationen erhalten zu bleiben.
44. In dieser Epoche habe Ich mein Wort erneut unter den für
das Leben der Gnade Toten zu neuem Leben erweckt. Ich nenne
euch so, weil ihr in eurem Wesen einen Geist habt, der sich nicht
vom Brot des Lebens zu nähren wusste und deshalb nicht begriffen
hat, dass er der Ewigkeit angehört.
45. Ich kam, um die Fruchtbarkeit des Wortes zu sehen, das Ich
der Welt in der Zweiten Zeit übergab, und stellte fest, dass das Böse
weiterhin in Blüte war und seine bitteren Früchte unter die
Menschen gestreut hat. Ich suche die Spur, die mein Opfertod im
Herzen des Menschen hinterlassen sollte, doch das Blut, das Ich
entdecke, ist jenes, das von den Menschen in ihren brudermörderischen
Kriegen vergossen worden ist — sündiges Blut bei
dem einen, unschuldiges bei anderen. Immer spricht es zu mir von
Feindschaften, niederen Leidenschaften, geistiger Finsternis, von
Tod.46. Das ist die Welt, der du die Stirne bieten musst, o Volk.
Doch fürchtet euch nicht, denn der Geist der Menschen hat sich sehr
entwickelt, und wenn ihr mit Worten zu beraten versteht, die von
Herzen kommen, wie Ich es euch gelehrt habe, werdet ihr erleben,
wie sich ihre Augen dem Lichte öffnen und sie euch in Liebe und
Barmherzigkeit ihre Arme entgegenstrecken.
47. Die gegenwärtige Zeit muss der Zurüstung und der
Besinnung gewidmet sein, Volk, denn wenn du sie jetzt nicht nutzt,
wirst du ihr noch nachtrauern.
48. Ihr müsst viel an euch arbeiten, damit ihr vorbereitet seid,
euch aufzumachen und mein Wort zu predigen. Ihr müsst die völlige
Erneuerung eures ganzen Lebens erreichen, damit, wenn jener, der
die Lehre vernimmt, die ihr predigen werdet, euer Heim in Augenschein
nimmt oder euren Schritten folgt, um euch auszukundschaften,
nur Reinheit und Wahrheit in euren Werken findet.
49. Wenn ihr den Wunsch habt, der Welt die Größe der Lehre zu
zeigen, die Ich euch in dieser Zeit gelehrt habe, so denkt daran, dass
ihr zuvor wie klare Spiegel werden müsst, die mein Licht
widerspiegeln können. Vertraut nicht immer auf die Beredsamkeit
eures Sprechens oder auf die mehr oder weniger große Fähigkeit
eures Wortes. Wahrlich, Ich sage euch, die schönsten Worte werden
niemals die Überzeugungskraft erreichen, die ein gutes Werk hat, so
unscheinbar dieses auch sein mag.
50. Geliebtes Volk, dies ist der "dritte Tag", an dem Ich mein
Wort unter den "Toten" zu neuem Leben erwecke. Dies ist die Dritte
Zeit, in der Ich vor der Welt in geistiger Weise erscheine, um ihr zu
sagen: "Hier ist derselbe Christus, den ihr am Kreuze sterben saht,
und er spricht derzeit zu euch, denn er lebt und wird leben und wird
immer sein."
51. Dagegen sehe Ich, dass die Menschen ein hinsichtlich des
Glaubens, der Liebe und des Lichtes totes Herz im Leibe haben,
obwohl sie in ihren Religionsgemeinschaften behaupten, die
Wahrheit zu verkünden. Sie meinen, dass sie ihr Seelenheil gesichert
haben, wenn sie in ihren Kirchen beten und an ihren Riten teilnehmen.
Doch Ich sage euch, die Welt muss erfahren, dass das Heil
nur durch das Vollbringen von Werken der Liebe und Barmherzigkeit
erlangt werden wird.
52. Die Versammlungsstätten sind nur eine Schule. Die
Religionsgemeinschaften sollen sich nicht nur darauf beschränken,
das Gesetz zu erklären, sondern sie sollen dafür sorgen, dass die
Menschheit versteht, dass das Leben ein Weg ist, auf dem man das
zur Anwendung bringen muss, was man vom göttlichen Gesetze
gelernt hat, indem man meine Lehre der Liebe ausübt.
53. Wer nur der Unterweisung zuhört, wer sich damit begnügt
hat, der Lehrstunde, der Unterweisung beizuwohnen, und damit
bereits seine Pflicht erfüllt zu haben glaubt, befindet sich in einem
schweren Irrtum, denn wenn er die Lektion lernte, die ihm offenbart
wurde, und sie nicht in die Tat umsetzte, wurde er weder seinem
Meister, noch seinen Mitmenschen, noch sich selbst gerecht. Er war
dann nur ein Schüler, der die Unterweisung zu verstehen vermeinte
und dabei das Wichtigste derselben vergaß, das heißt: Liebe,
Vergebung, Mitgefühl, Geduld, Glauben und alles, was eine
göttliche Unterweisung an Gutem enthält und anrät, zur Tat werden
zu lassen.
54. Geliebtes Volk, lerne, der "Letzte" zu sein, damit du in
meinen Augen der Erste bist. Ich will euch von Herzen demütig
haben, schlicht und tugendsam. Lasst euch nicht von den falschen
Herrlichkeiten der Erde verführen, die nur dazu dienen, den Geist
vom wahren Wege abzubringen oder ihn nicht weiter vorankommen
zu lassen und ihn dadurch kostbare Zeit für seinen geistigen
Fortschritt vergeuden lassen. Sucht immer den Platz, wo ihr nützlich
sein könnt, und zieht diesen immer jenem vor, der euch als
angesehener erscheint.
55. Seid nicht eitel noch leichtfertig, liebt nicht die Ehrenplätze,
wie es die Pharisäer taten, um sich vor dem Volke aufzuspielen,
damit dieses ihnen Ehren erweise.
56. Der wahrhaft hohe Geist befleckt sich nicht mit solchen
Armseligkeiten, denn ihn stoßen Prahlerei und Schmeichelei ab.
Wer das Gesetz Gottes erfüllt, indem er es im geistigen und im
menschlichen Leben verwirklicht, dem genügt der Friede vollauf,
den er nach jedem seiner Werke von seinem Herrn empfängt.
57. Das Verlangen nach höherer Stellung, nach bewundernden
Blicken und Schmeicheleien bedeutet, sich selbst mehr zu lieben als
alle anderen, und dies bedeutet, sehr weit von der Erfüllung des
Gesetzes Gottes entfernt zu sein.
58. Habe Ich euch nicht gesagt: Du sollst Gott mehr als alles
Geschaffene lieben? Dies ist der Sinn des ersten Gebotes. Sagte Ich
euch nicht: Du sollst deine Nächsten wie Geschwister lieben? Dies
ist das Zweite, was ihr tun müsst. Erkennt also, dass eure Eigenliebe
an letzter und niemals an erster Stelle stehen soll.
59. Deshalb nannte Ich jene Pharisäer heuchlerisch, die von sich
behaupteten, die Eifrigsten im Dienste Gottes zu sein, und die doch
immer bestrebt waren, die ersten in der Synagoge zu sein, die es
genossen, die Huldigung der Leute zu empfangen, und die darauf
bedacht waren, ihren Körper immer mit schönen Festgewändern zu
kleiden, um unter ihnen ihre ganze Bosheit zu verbergen.
60. Ich will euch nicht Heuchler nennen. Wenn ihr euch nicht
rein fühlt, so seid wenigstens zurückhaltend und stellt nicht Reinheit
zur Schau; denn es wäre sehr traurig, wenn jemand, der bereits an
eure Weisheit und Tugend glaubt, die Wahrheit entdeckt und sieht,
dass euer Zeugnis falsch war.
61. Immer soll Aufrichtigkeit und Wahrheit in euren Handlungen
zum Ausdruck kommen.
62. Immer soll Bescheidenheit euer Leben bestimmen, bittet
euch der Meister.
63. Ihr werdet dann erleben, wie echte Tugend in eurem Herzen
wohnen wird. Ihr werdet es merken, wenn eure rechte Hand ein
gutes Werk getan hat, und eure linke davon nicht einmal etwas
bemerkt hat.
64. Sagt der Welt, dass es nicht nötig ist, dass Christus in jeder
Generation geboren wird und stirbt, damit ihr gerettet werden könnt;
sagt, dass mein Wort der Zweiten Zeit noch immer lebendig ist und
alle Seelen anrührt und das Herz jeder Generation ruft.
65. Ich übergebe euch meine neue Botschaft, damit sie euch das
Verständnis der ganzen früheren Offenbarung erleichtert.
66. Ich bin zu den Menschen zurückgekehrt, um ihnen in ihren
gegenwärtigen Prüfungen beizustehen. Der Meister sagt euch:
Beunruhigt euch nicht, wenn ihr die Zeichen meiner neuen
Kundgebung kennenlernt, freut euch vielmehr, weil Ich euch erlaubt
habe, diese Unterweisungen direkt mitzuerleben.
67. So, wie Ich mich der Magdalena in der Zweiten Zeit nach
dem Opfertod im Geiste zeigte, und diese überrascht und zugleich
voll Freude ausrief: "Herr, gepriesen und verherrlicht seist Du für
immer!", so bin Ich jetzt bei euch erschienen, als ihr glaubtet, dass
der Meister abwesend sei oder gleichgültig gegenüber euren Leiden;
und nach eurer Überraschung habt ihr mich gesegnet. Ihr habt in
eurem Geiste mein Licht empfangen, und nachdem ihr eine so große
Gnade empfangen habt, habt ihr euch an eure Mitmenschen erinnert
und für sie Fürbitte eingelegt mit den Worten: "Ich habe das Glück,
Dein Wort zu vernehmen, während andere diese Unterweisungen
nicht kennen!" Doch der Meister sagt euch: Ich habe meinen Geist
auf mancherlei Weise in allen Nationen kundgetan. Die sich
innerlich bereitet haben, erkennen, dass sie in einer Zeit der Gnade
und der Gerechtigkeit leben, und sie haben meine Gegenwart
empfunden.
68. So, wie Ich Magdalena vergab, vergebe Ich euch allen, doch
Ich will, dass ihr euch wie sie meiner würdig macht.
69. Wie viele Lehrbeispiele, die wert sind, als Vorbild zu
dienen, könnt ihr von euren Geschwistern aus anderen Zeitepochen
zusammentragen! Ihr Wirken ist wie ein offenes Buch. Doch ihr —
wollt ihr nicht, dass euer Wirken als Vorbild niedergeschrieben
bleibt? Ich werde jene eurer Werke, die Ich als würdig befinde,
euren Nachkommen vor Augen führen. Ihr werdet heute, da ihr im
materiellen Körper lebt, weder Ruhm noch Verehrung ernten. Seid
demütig und lasst andere eure Werke bewerten.
70. In dem großen Tagewerk, das euch erwartet, werde Ich euer
(Helfer wie ein) Simon von Kyrene sein.
71. Meine Lehre wird große Umwälzungen auf der Welt
hervorrufen, es wird große Wandlungen in den Sitten und Ideen
geben, und selbst in der Natur werden Veränderungen eintreten. All
dies wird den Beginn eines neuen Zeitalters für die Menschheit
anzeigen, und die Geister, die Ich in Kürze auf die Erde senden
werde, werden von all diesen Prophetien sprechen. Sie werden mein
Wort erklären und die Werke erläutern, um bei der Wiederherstellung
und Aufwärtsentwicklung dieser Welt mitzuhelfen.
Mein Friede sei mit euch!

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