BWL - Band 6 - Unterweisung 155


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
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Unterweisung 155:
1. Viele der Unterweisungen, die Ich euch in dieser Zeit gebe,
erscheinen euch neu, weil sie bei euch in Vergessenheit gerieten.
Doch jetzt ist die Zeit, in der Ich sie euch erneut vor Augen führe.
Ich habe für euch ein großes Arbeitsfeld vorbereitet, zu dem Ich
euch einlade, um darauf den Samen der Ewigkeit zu säen, den Ich
euch derzeit übergebe.
2. Ich bilde meine neuen Jünger heran, die durch ihren Glauben
und ihre Nächstenliebe immer mehr Macht über die Krankheiten des
Leibes und der Seele erlangen werden — eine Vollmacht über die
Naturgewalten und auch über die geistige Welt.
3. Begreift, dass die Zeiten der Unwissenheit vorbei sind. Jetzt
lebt ihr in Zeiten des Verstehens und umfassender Verwirklichung
meiner Unterweisung. Könnt ihr euch vorstellen, wie weit ihr es
schon gebracht hättet, wenn ihr meine Lehren von den ersten Zeiten
an ausgeübt und meine Gebote befolgt hättet? Aber ihr habt lange
Zeit geschlafen und habt auch lange Zeit damit verbracht, den
Körper durch Lustbarkeiten zu befriedigen, und all dies hat euch auf
dem geistigen Entwicklungswege aufgehalten. Daher erscheint euch
heute, da Ich mit einer neuen geistigen Unterweisung zu euch
gekommen bin, dieselbe fremdartig und nicht im Einklang mit eurer
Art zu denken, zu fühlen und zu leben. Aber ihr braucht nur über
eine meiner Kundgaben nachzudenken, um die Wahrheit meines
Wortes zu erkennen. Dann seht ihr, dass meine Lehre nicht
fremdartig ist, sondern dass eure Art zu leben befremdlich ist.
4. Kommt auf mein "Land", Ich werde euch dort an alles
erinnern, was ihr vergessen hattet. Ich werde all das tilgen, was ihr
nicht als geistigen Samen beibehalten sollt, und werde euch all das
vor Augen führen, was ihr bisher nicht gesehen habt. Mit einem
einzigen Schritt werde Ich euch dem Stillstand entreißen, in den ihr
versunken seid, und werde euch in ein neues Leben eingehen lassen
— in jenes, das ihr von Anfang an hättet leben müssen.
5. Seht ihr, wie schlicht dies Wort ist, das auf den Lippen der
Stimmträger erblüht? Doch wahrlich, Ich sage euch, es wird die
Menschen in all seiner Schlichtheit und Bescheidenheit der Ausdrucksweise
zum Verstehen jener Weisheit bringen, die sie mittels
der Wissenschaften und mit Hilfe der Theologien nicht zu begreifen
vermochten.
6. Die guten Jünger, die Beharrlichen, die Getreuen werden die
großen Erforscher dieser Lehre sein. Auch sie werden bescheiden
sein, aber trotz ihrer Schlichtheit werden sie ihre Mitmenschen
durch das Licht des Wortes in Staunen versetzen.
7. Mein Volk soll nicht nur mit den Lippen sprechen, sondern
meine Unterweisungen mit seinen Werken predigen und dadurch
lehren, wie man mein Gesetz erfüllt und achtet. Es soll selbstlos
weitergeben, was es von seinem Herrn empfangen hat. Es soll
seinen Eifer für die Wahrheit und die Unverfälschtheit des Schatzes
beweisen, der ihm anvertraut wurde.
8. Lehrt eure Mitmenschen durch gute, aufrichtige und hochherzige
Taten. Denkt daran, dass ihr eure Seele schon hier läutern
müsst, damit sie beim Übergang in die andere Welt würdig ist, sich
dort aufzuhalten, und sie nicht verstört ist, noch in die Irre geht.
9. Ihr habt die notwendige Kraft, um alles aus eurem Wege zu
entfernen, was eure Schritte aufhält. Ihr wisst bereits, dass die
Waffe, die alles besiegt, die Liebe ist. Sehr groß wird der Jubel jenes
sein, der in diesem menschlichen Ringen obsiegt und sich als der
siegreiche Soldat zeigt, nachdem er diese Schlacht gewonnen hat.
10. Erinnert euch, dass Ich es bin, der euch die Waffen gegeben
hat, und dass Ich mich nicht damit begnügt habe, sondern dass Ich
euch auch zu kämpfen gelehrt habe, um die Schlachten zu
gewinnen.
11. Was habt ihr also auf anderen Wegen zu suchen, da Ich euch
derzeit alles auf dem Wege der Wahrheit gebe?
12. Ich habe das Verstandesvermögen der Ungeschulten erschlossen,
damit sie sich an der Auslegung meiner Worte erquicken
können. Ich habe die Augen der "Blinden" für das Licht der
Wahrheit aufgetan, damit sie sich von ihren Sünden reinigen, da sie
sich von ihrem Herrn geliebt fühlen.
13. Wurde euch nicht seit den ersten Zeiten prophetisch
verkündet, dass der Tag kommen würde, an dem jedes Auge den
Vater schauen würde? Also wird der, der rein ist, mich schauen, und
dies wird seine Belohnung sein; und jener, dessen Herz befleckt ist,
wird mich gleichfalls schauen, und dies wird seine Rettung sein.
Wer seine Augen gegenüber meinem Lichte öffnet, dringt zum
Geheimnis vor und erkennt das Warum. Er erfährt den Anfang und
das Ende. Er muss in der Zukunft festen Schrittes gehen.
14. Legt meine Unterweisung richtig aus; denkt nicht, dass mein
Geist Freude daran haben kann, wenn er eure Leiden auf Erden
sieht, oder dass Ich komme, euch alles zu entziehen, was euch
Freude macht, um mich daran zu ergötzen. Ich komme, damit ihr
meine Gesetze anerkennt und respektiert, denn sie sind eures
Respekts und eurer Beachtung würdig, weil sie euch die Glückseligkeit
bescheren, wenn ihr ihnen gehorcht.
15. Ich lehrte euch, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem
"Kaiser", was des "Kaisers" ist; doch für die Menschen von heute
gibt es nur den "Kaiser", und ihrem Herrn haben sie nichts
darzubringen. Wenn ihr wenigstens der Welt nur das Notwendige
zuteil werden ließet, so wären eure Leiden geringer. Aber der
"Kaiser", den ihr euer Tun und Lassen bestimmen lasst, hat euch
widersinnige Gesetze diktiert, hat euch zu Sklaven gemacht und
nimmt euch das Leben, ohne euch irgendetwas dafür zu geben.
16. Bedenkt, wie anders mein Gesetz ist, das weder den Körper
noch den Geist bindet. Es überredet euch nur liebevoll und führt
euch voller Güte. Alles gibt es euch ohne Eigennutz und Selbstsucht,
und alles belohnt und vergütet es euch im Laufe der Zeit.
17. Begreift, Jünger, studiert meine Lektionen, damit ihr erfahrt,
dass Ich mit euch ein Volk heranbilden will, auf das der Vater sein
Vertrauen setzt, denn es wird zubereitet sein, um große Missionen
zu erfüllen. Ein Volk, das nicht beim ersten Alarmruf verzagt, ein
Volk, das jenem zu begegnen versteht, der sich sein Feind nennt,
und das ihm vergibt, ihn liebt und unterweist.
18. So sollt ihr nach meinem Willen für den Tag meines
Abschieds zugerüstet sein. Ihr alle wisst, dass 1950 das durch
meinen Willen festgesetzte Datum ist, von dem ab Ich mich nicht
mehr durch das Verstandesorgan des Stimmträgers kundgebe; und
da mein Wort immer in Erfüllung geht, wird dieser Zeitpunkt meine
Kundgebung zum Abschluss bringen, welche für euch den Beginn
des Dritten Zeitalters kennzeichnet.
19. Hegt nicht den Wunsch, dieses Datum zu ändern, und
versucht auch auf keinerlei Weise, die Kundgebung meines Wortes
in der bisherigen Form beizubehalten, noch jene der geistigen Welt.
Schon jetzt sage Ich euch, dass die, die es dennoch tun sollten, nicht
mehr durch das Licht des Meisters erleuchtet sein werden.
20. Doch warum solltet ihr eine solche Entweihung begehen, da
Ich euch angekündigt und auch verheißen habe, dass ihr nach dieser
Zeit von Geist zu Geist mit mir Zwiesprache halten werdet, auch
wenn ihr keine Stimmträger gewesen seid?
21. Auch habe Ich euch gesagt, dass jene, die Ich zu Propheten
dieser Zeit berufen und ausgerüstet habe, die Aufgabe haben
werden, die Menschenscharen zu warnen und sie nicht schlafen zu
lassen. Ihnen werde Ich große Lehren offenbaren, damit sie euch
helfen, nicht in Versuchung zu fallen.
22. Ich spreche zu euch mit größter Klarheit, auch wenn Ich ein
Sinnbild verwende, weil Ich weiß, dass ihr mich so besser verstehen
könnt. Als Ich in der Zweiten Zeit zu den Menschenmengen sprach,
tat Ich es oftmals mittels Gleichnissen, damit sie mich verstehen
sollten. Doch wenn Ich mich nur an meine Jünger wandte, tat Ich es
mit zwar einfachen, aber in der Belehrung tiefgehenden Worten.
23. Begreift also, dass Ich durch Gleichnisse spreche und ein
Sinnbild verwende, damit die "Letzten", jene mit ungeschultem
Verstand oder die, die ihren Geist noch wenig entwickelt haben, den
ganzen Sinngehalt meiner Unterweisung zu begreifen vermögen.
Wenn Ich euch Offenbarungen mache, ohne Sinnbilder zu
verwenden, sind sie für jene bestimmt, deren Entwicklung und
Kenntnis geistiger Lehren ihnen ein besseres Verstehen ermöglicht.
24. Vergebens werden viele Menschen sagen, dass diese Lehre
neu ist, oder dass sie keine Beziehung zu den göttlichen Offenbarungen
hat, die euch in vergangenen Zeiten gegeben wurden. Ich
versichere euch, dass alles, was Ich euch in dieser Zeit mittels des
menschlichen Verstandesvermögens gesagt habe, seine Wurzeln und
seine Grundlagen in dem hat, was euch bereits in der Ersten und
Zweiten Zeit prophetisch verkündet wurde.
25. Doch die Verwirrung, von der Ich zu euch spreche, kommt
daher, weil diejenigen, die jene (früheren) Offenbarungen auslegten,
den Menschen ihre Deutungen aufgenötigt haben, und diese waren
teils zutreffend und teilweise irrig. Auch geschieht es, weil jenes
geistige Licht meiner Lehren den Menschen vorenthalten und
manchmal in verfälschter Form gegeben wurde. Daher haben heute,
da die Zeit gekommen ist, wo mein Licht euch aus der Finsternis
eurer Unwissenheit befreit, viele Menschen verneint, dass dies das
Licht der Wahrheit sein kann, da es nach ihrer Meinung nicht mit
dem übereinstimmt, was Ich euch früher gelehrt habe.
26. Ich versichere euch, dass keines meiner Worte verlorengeht,
und dass die Menschen dieser Zeit schließlich erfahren werden, was
Ich euch in den vergangenen Zeiten (tatsächlich) gesagt habe. Wenn
die Welt dann den Spiritualismus kennenlernt, wird sie sagen: "In
der Tat, all dies hat bereits Jesus gesagt!"
27. Und wirklich, Ich habe euch (damals) bereits alles gesagt,
auch wenn Ich von vielen der offenbarten Wahrheiten euch nur das
Grundsätzliche derselben verkündete. Ich hinterließ sie euch, damit
ihr sie allmählich begreifen lernen solltet, denn zu jener Zeit war die
Menschheit noch nicht fähig, all das zu verstehen, was Ich euch jetzt
in vollem Umfang zeige.
28. Bei einer bestimmten Gelegenheit war Jesus mit einem
Mann zusammen, der im Gesetze bewandert war, und als Antwort
auf dessen Fragen machte ihm der Meister eine Offenbarung.* Da
sagte der Mann, erstaunt angesichts dessen, was ihm nie in den Sinn
gekommen wäre: "Herr, aber wie kann dies möglich sein?" Worauf
der Göttliche Meister antwortete: "Wenn ihr nicht an die irdischen
Dinge, die Ich euch sage, glauben könnt — wie könntet ihr dann an
die himmlischen Dinge glauben?" Doch nun ist es an der Zeit, dass
ihr mich versteht, weil der entwickelte Geist des Menschen jenes
intensive Licht der Gottheit empfangen kann, das alles offenbart,
enthüllt und erklärt, und das ihr das Licht des Heiligen Geistes, das
heißt, den Geist der Wahrheit, nennt.
* Über die Reinkarnation des Geistes mit der Seele im nächtlichen
Gespräch mit Nikodemus (Joh 3,1-21)
29. Sei also guten Mutes, geliebtes Volk, denn die Unterweisung,
die Ich euch in dieser Zeit gebracht habe, wird für euch das
Brot des ewigen Lebens sein.
30. Auch heute gebe Ich euch die Lehren, die ihr erst in der
Zukunft völlig verstehen werdet, nur in angedeuteter Form, denn
jetzt würdet ihr sie nicht verstehen, noch würden viele von euch sie
glauben. Damit will Ich euch sagen, dass ihr noch nicht das Ziel,
den Gipfel geistiger Erkenntnis erreicht habt, noch sind meine
göttlichen Unterweisungen an ihre Grenze gelangt.
31. Seid für immer und ewig meine Jünger, wacht immerdar
über mein Wort, das ihr niemals zu verändern versuchen sollt. Mein
Gesetz und meine Lehre widersprechen sich niemals. Im Göttlichen
ist alles Ordnung, Harmonie und Vollkommenheit, wovon ihr euch
anhand der materiellen Natur, die euch umgibt, überzeugen könnt.
32. Niemand vermochte in der Zweiten Zeit der göttlichen Kraft
zu widerstehen, die vom Worte Jesu ausging. Wer es hörte, war
sogleich überzeugt, überwunden und eines Besseren belehrt. Der
Sünder wie der Hochmütige, der Arme wie der Reiche, der Pharisäer
wie der Schriftgelehrte, der Vertreter Gottes wie der Vertreter des
Kaisers — alle, die an ihn glaubten, fühlten, dass ihr Geist
angesichts der göttlichen Gegenwart des Sohnes Gottes erbebte.
33. Der Grund dafür war, dass das Wort Jesu nur die Erläuterung
seiner Werke war, denn das Zeugnis für seine Existenz war in
den Worten seiner Lehre enthalten.
34. Auf dieselbe Art lehrte Jesus seine Jünger, indem er ihnen
zeigte, dass es für die Glaubwürdigkeit ihres Wortes notwendig war,
diese durch das Beispiel ihrer guten Werke zu unterstützen.
35. Auch auf den Lippen jener Jünger musste das Wort Gottes
diejenigen erschüttern, die es vernahmen, weil von ihren Augen
Licht ausstrahlte und ihre Worte Wahrheiten enthielten, die man
nicht ablehnen konnte. Auch sie lehrten durch ihr Vorbild, predigten
durch ihre Werke und besiegelten sie wie ihr Meister mit ihrem Blut.
Mit ihrem Tode bestätigten sie die Wahrheit der Worte, die sie zur
Welt sprachen. Darum gewannen sie das Herz der Völker und der
Nationen, denen sie den Samen der Wahrheit und der Liebe
brachten.
36. Die Menschenmassen, selbst Adelige und Heiden, ergaben
sich angesichts der Wahrheit und der Lauterkeit meiner Lehre, die
rein und wahrhaftig ausgeübt und gepredigt wurde.
37. Keiner, der das Glück gehabt hat, mein Wort in seinem
Herzen in seiner ursprünglichen Reinheit zu empfangen, ist jemals
vom Wege abgeirrt. Doch wie elend war es um die bestellt, die mein
Wort mit menschlichen Unlauterkeiten vermischt empfangen haben!
Als diese jene Unvollkommenheiten schließlich entdeckt haben,
haben sie ihm den Rücken gekehrt, haben über das gespottet, was
sie zuvor für absolute Wahrheit hielten.
38. Seht jene großen Völker der Erde, wie sie von der Selbstsucht
beherrscht sind, welche die Verneinung meiner Lehre ist! Seht,
wie sie im Materialismus versunken sind, nur für die Welt leben und
jeden geistigen Anruf überhören! Ich sage euch, auch sie haben
meine Unterweisungen kennengelernt. Aber es fehlte daran, dass
diejenigen, die meinen Samen Weitergaben, durch ihr Leben und
durch das Beispiel ihrer Werke von jener Wahrheit Zeugnis ablegen,
was sie hätten tun müssen, so wie es jene Jünger des Herrn taten und
auch einige andere, die später ebenso wie diese wirkten und die
Wahrheit der Lehre unter Einsatz ihres Lebens weitergaben.
39. Wie ist es möglich, fragt ihr euch manchmal, dass, obwohl
diese Welt mit dem Worte des Erlösers besät und mit seinem Blut
und dem jener, die ihm nachfolgten, bewässert wurde, es Menschen
und Völker gibt, die nichts von jener Unterweisung bewahrt haben?
40. Dazu sage Ich euch, dass in dieser Zeit Apostel der Wahrheit
gefehlt haben, die mit ihren Werken der Liebe die Fehler der
Menschen aufzeigen und die Wahrheit bezeugen, die in der
göttlichen Unterweisung enthalten ist.
41. Von der Verwirklichung meiner Lehre, die euch nur die
Liebe, die Barmherzigkeit, die Ehrfurcht, die Gerechtigkeit und den
Frieden lehrt, ging man über zu einem abgöttischen Kult, zu
Materialismus, zu religiösem Fanatismus, zur Entweihung, und als
die Menschheit in all diesem ein Abweichen von der Wahrheit
empfand, strebte sie nach ihrer Befreiung.
42. Heute haben sich viele nicht nur von der Befolgung meiner
Lehre abgewandt, sondern haben sie bekämpft und versuchen sie
restlos aus den Herzen der Menschen zu tilgen. Sie wissen nicht,
dass Ich dabei bin, sie zu überraschen, indem Ich jenes Wort
gebrauche, dem niemand widerstehen kann — mit jener Stimme,
welche Könige und Herren erzittern ließ und Throne und Weltreiche
zu Fall brachte. Doch zuvor muss jede Pflanze, die nicht von mir
gesät worden ist, mit der Wurzel ausgerissen werden, damit mein
göttlicher Same wieder in vorbereitetes Erdreich fällt.
43. Jünger, nehmt diese ganze Lektion tief in euch auf, damit ihr
zu denen gehört, die in der Zeit der Prüfung wachen und beten.
44. Nichts stört euren Frieden in diesem Augenblick, nichts
beeinträchtigt eure Andacht, die euch innere Erhebung erlangen
ließ.45. Immer, wenn ihr den Meister in dieser Weise empfangt,
werdet ihr fühlen, wie die Trübsale verschwinden, die eure Herzen
manchmal wie in Nebel hüllen.
46. Groß ist meine erbarmende Liebe, weil auch eure Leiden
groß sind. Aber sagt nicht, dass sich die Zeiten geändert haben, und
dass diese euch den Schmerz gebracht haben; denn die Zeit als
solche ändert sich nicht, es sind die Menschen, die sich verändern.
47. Euer Leben hat sich aufgrund der Wissenschaft, der neuen
Gesetze, Ideen und Sitten gewandelt. Wenn eure Seele sich immer
an die Vergeistigung hielte, würde sie nicht von dem Materialismus,
der sie umgibt, angesteckt werden; aber sie lässt sich häufig von den
Einflüssen der Welt mitreißen. Doch auf dem Höhepunkt des
Materialismus kommt mein göttliches Licht zu euch, das euch fragt:
Welche Veränderungen habt ihr in der Natur, die euch umgibt,
beobachtet? Keine!* Doch blickt über die materiellen Dinge hinaus,
und ihr werdet die geistige und verstandesmäßige Entwicklung der
Menschen erkennen.
* Es ist zu beachten, daß dies in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
gesagt wurde. ─ Zudem: Die Abläufe in der Natur folgen zu allen
Zeiten ohne jegliche Abweichungen den bekannten und eventuell auch
noch nicht bekannten Naturgesetzen.
48. Dicht ist das Dunkel, das euch umgibt, doch der Geist
braucht Freiheit. Diese Freiheit schenkt mein Wort, welches das
Wunder vollbringen wird, dass der Geist sich mit dem Körper
versöhnt, da er begreift, dass beide durch ein einziges Gesetz vereint
sind. Dann werden Körper und Geist in Einklang mit dem Gewissen
wirken, das euch offenbaren wird, wer ihr seid und wohin ihr geht.
49. Eure Werke werden gemäß eurer Art zu denken entstehen,
und wenn euer Denken durch die Inspiration des Geistes erleuchtet
ist und dieser auf die Stimme des Gewissens hört, werden eure
Werke vollkommen sein, da der Geist aufgrund seiner Herkunft
vollkommen ist.
50. Immer werde Ich euch sagen: Macht Gebrauch von den
Befriedigungen, die eure Welt euch gewähren kann, aber genießt sie
im Rahmen meines Gesetzes, und ihr werdet vollkommen sein.
51. Ihr vernehmt immer wieder den Vorwurf des Gewissens,
und zwar deshalb, weil ihr Körper und Geist nicht durch das von mir
gegebene Gesetz in Einklang gebracht habt.
52. Oftmals sündigt ihr weiterhin, weil ihr glaubt, dass euch
nicht vergeben wird. Dies ist eine irrige Meinung, denn mein Herz
ist eine Tür, die für den, der bereut, immerdar offensteht.
53. Lebt denn in euch keine Hoffnung mehr, die euch ermutigt,
auf eine bessere Zukunft zu warten? Lasst euch nicht von
Schwermut und Verzweiflung erfassen. Denkt an meine Liebe, die
immer bei euch ist. Sucht bei mir die Antwort auf eure Zweifel, und
ihr werdet euch bald von einer neuen Offenbarung erleuchtet fühlen.
Das Licht des Glaubens und der Hoffnung wird tief in eurem Geiste
aufleuchten. Dann werdet ihr eine Schutzwehr der Schwachen sein.
54. Jahre des Hungers kommen auf euch zu, doch wenn ihr euch
wie Geschwister liebt, wird erneut das Wunder der Ersten Zeit
eintreten und Manna auf euch herabfallen.
55. Ich werde die Zungen der Menschen in dieser Zeit lösen,
damit sie mich an einer einzigen Sprache erkennen: Der geistigen,
jener der Liebe. Dann wird die Weissagung Jesajas erfüllt sein, als er
sagte: Die Zungen werden frei, weil Feuerzungen sie lösen werden.
56. Gebt meiner Barmherzigkeit sichtbaren Ausdruck, sprecht
von meinem Werk, scheut nicht vor Aufopferung zurück. Macht
Gebrauch von euren Waffen der Liebe, Barmherzigkeit, Hochherzigkeit
und Sanftheit, und wenn ihr euch mit Glauben und Mut
dem Kampfe stellt, wird der Sieg bald euer sein. Doch geht meinem
Wort auf den Grund, damit ihr nicht das Gefühl habt, dass meine
Lehre euch zur Befolgung zwingt; denn Ich lade euch nur dazu ein,
mich anzuhören, und — wenn ihr mich erst einmal verstanden habt
— jener an die Erfüllung seiner Aufgabe gehe, der es aus Liebe, aus
Überzeugung, aus freiem Willen tut. Meine Pflicht als Vater ist es,
immer den Weg zur Rettung meiner Kinder aufzuzeigen.
57. Meine Lieben, erkennt, dass ihr in dieser schlichten
Unterweisung eine Möglichkeit habt, die Liebe eures Vaters kennenzulernen
und zu begreifen. Auch mich verlangt nach der Schlichtheit
und Aufrichtigkeit eures Herzens, um mich euch in Fülle zu
offenbaren.
58. Jetzt in der Zeit meiner Kundgabe offenbare Ich mich in
allen Stimmträgern und gebe durch dieselben Anweisungen und
Lehren. Wer könnte wagen zu leugnen, dass Ich mich durch diesen
oder jenen kundtue? Wer kennt schon in Wahrheit mein wirkliches
Wesen? Liebt und achtet euch gegenseitig, damit euer Wirken im
Himmel als Verdienst angerechnet wird. Auch ist es mein Wille,
dass mein Wort im Druck erscheint, damit es die kommenden
Generationen kennenlernen.
59. Damit ihr von euren Mitmenschen anerkannt werdet, müsst
ihr darauf achten, dass immer die Liebe euer Tun lenkt.
Seid mitfühlend mit fremdem Schmerz, beseitigt mit der Vollmacht,
die Ich euch gegeben habe, die schlechten Einflüsse, die die
Gesundheit eurer Mitmenschen untergraben, und ihr werdet von
ihnen als Menschen mit geistiger Macht anerkannt werden. Höret
mein Gleichnis:
60. "Ein alter Mann wanderte langsam und mühsam auf einem
Wege. Bald wurde er von zwei jungen Männern eingeholt, die auf
demselben Wege schnell dahineilten und die zu ihm sprachen:
'Lieber Alter, ist Dein Ziel noch weit entfernt?' Worauf ihnen der
Greis antwortete: 'Das Ziel ist noch ferne, der Weg ist noch weit und
man muss ihn bedächtig gehen, um nicht zu ermatten. Obwohl ich
müde bin, glaube ich, mit letzter Anstrengung ans Ziel zu gelangen!'
61. Nachdem jene jungen Leute ihn angehört hatten, setzten sie
ihren Weg eilig fort, vergaßen die Worte des Alten und machten
abschätzige Bemerkungen über die Zuversichtlichkeit jenes bejahrten
Wanderers, der das Ziel des Weges zu erreichen hoffte,
obwohl er ihrer Meinung nach beinahe am Umfallen war.
62. Der Alte ging weiter seines Weges, doch jene Jünglinge, die
ihn so schnell hinter sich gelassen hatten, wurden später von Durst,
Hunger und Müdigkeit überfallen, und schließlich brachen sie vor
Erschöpfung zusammen. Sie schliefen tief, als sie von dem Alten
eingeholt wurden, der sie aufweckte und gütig zu ihnen sagte: 'Ihr
jungen Leute habt nun in Eurer Jugend erfahren, was Erschöpfung
ist. Geht diesen Weg, der so weit ist, nicht eilenden Schrittes. Lasst
uns bedächtig gehen, und ich versichere Euch, dass wir ankommen
werden.' Aber jene erwiderten schlaftrunken: 'Lass uns zurück, wir
haben uns bis zum Äußersten verausgabt und können nicht mehr
weiter. Ihr habt einen Wanderstab und könnt weiterziehen, wir
haben keinen.'
63. Als der Greis, der nicht verstanden wurde, sie so (daliegen)
sah, bot er ihnen in Stück Brot an, mit dem er sie stärkte, führte ein
wenig Wasser an ihre Lippen und löschte ihren Durst. Er half ihnen
beim Aufstehen, begleitete sie auf der Wanderschaft und entzündete
ihren Glauben, bis er sie schließlich ans Ziel gebracht hatte."
64. Denkt gründlich nach und lernt, geliebte Jünger, denn ihr
habt die Aufgabe, Führer der Menschheit zu sein.
Mein Friede sei mit euch!

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