BWL – Band VII – Unterweisung 186


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 186

1. Willkommen seien all jene Jünger, die sich Mir nahen, um ihr
Wissen zu vergrößern. Glücklich und selig seien alle, die die
Wahrheit meiner Unterweisungen klar erkennen wollen.
Ihr tut gut daran, wenn ihr den Schleier zerreißen wollt, der eure
geistigen Augen bedeckt. Eine schwere Verantwortung laden all jene
auf sich, die keine Anstrengung machen, tiefer in die Geheimnisse
meiner verborgenen Weisheit einzudringen.
2. Wann endlich werden sie der Vergnügungen, die ihnen das
Fleisch beschert, überdrüssig werden? Wann werden sie sich
bewusst werden, dass diese Vergnügungen sie daran gehindert
haben, sich an den Erquickungen der Seele zu erfreuen? Sie sind
Vasallen des Reiches der Sünde, sind Sklaven ihrer Leidenschaften
und gehen wie Taube, Blinde, Lahme und Aussätzige durch die
Welt, ohne sich ihrer Verirrungen bewusst zu werden. Wenn einer
schließlich begreift, dass seine Seele krank ist, versteht er das
Heilmittel nicht in dem Lichte zu suchen, das von meinem Geiste
ausstrahlt.
3. Die Blinden führen die Blinden: So sehe Ich viele Nationen
der Welt, mehr als genug von den Völkern der Erde. Die Tugend ist
schwach geworden, und die guten Gefühle sind verloren gegangen.
Das menschliche Herz, das alle edlen Gefühle und jeden erhebenden
Gedanken eingeben soll, ist heute zu einer Quelle der Selbstsucht,
der Laster und Verirrungen geworden.
4. Was ist seltsam daran, dass euer Herr, der euch unendlich
liebt, heute zu euch kommt, um euch die Waffen zu geben, mit
denen ihr das Böse bekämpfen sollt, das in allen Menschen
herrscht?
5. Es ist richtig, dass meine Lehre eine Waffe ist, ein
Lichtschwert, dass das Herz trifft und das Empfindlichste im
Menschen berührt. Wille, um das Böse zu besiegen, ist das, was ihr
benötigt, und jene Kraft für eure Seele gibt euch mein Wort. Die
größte und edelste Schlacht, in der Ich euch als Sieger sehen will, ist
die, die ihr gegen euch selbst schlagt, um eure Leidenschaften, die
Selbstsucht und die Sinneslust zu beherrschen. Bei jeder
Gelegenheit soll in eurem Innern jene große Schlacht entbrennen.
6. Auf der einen Seite sind der gute Wille, die Vernunft, die
Gerechtigkeit und die Nächstenliebe, auf der anderen kommen die
verderblichen, menschlichen Leidenschaften hoch. Doch das Licht
wird über die Finsternis triumphieren. Wenn Ich wüsste, dass es
nicht so sein würde, würde Ich euch nicht gestatten, euch in einen
für eure Seele nutzlosen und unfruchtbaren Kampf einzulassen.
7. Wenn ihr an die Patriarchen, an die Propheten oder an meine
Apostel denkt, so haltet sie nicht für außergewöhnliche Menschen;
denn sie alle wurden aus der gleichen Essenz geschaffen, mit der ihr
geschaffen worden seid. Aber jene waren Menschen, die sich darum
bemühten, auf dem Pfade des Lichtes zu bleiben, sich an die
Wahrheit zu halten, mein Gesetz immer zu beachten und im Guten
zu leben. Ihr Wille wurde nicht schwach, weshalb sie Werke
hinterließen, die für ihre Menschenbrüder Vorbild sind.
8. Erkennt ihr jene Menschen, die hinter den Vergnügungen, den
Annehmlichkeiten oder einfach nur hinter dem täglichen Brot
nachrennen, gleichgültig gegenüber den Gaben des Geistes,
unempfänglich gegenüber den Wahrheiten, die euch das ewige
Leben offenbaren? Später werdet ihr sie begierig zum geistigen
Heiligtum laufen sehen, um zu Mitarbeitern der wahren Kirche zu
werden.
9. In meinem göttlichen Worte ist es, in dem die Menschen das
Licht finden werden, das sie die Kraft gebrauchen lehrt, die die
Seele in sich birgt, und sie festen Schrittes auf dem Pfade der
Prüfungen gehen lehrt, welcher das Leben ist. Wer mein Licht
erblickt, macht keinen falschen Schritt, noch strauchelt er.
10. Ihr müsst mein Wort ergründen; denn wenn ihr es nicht tut,
werdet ihr dort Geheimnisse erblicken, wo der Meister klar und in
vollkommener Weise zu euch gesprochen hat. Gott hat keine
Geheimnisse für den Menschen. Die Sache ist die, dass ihr das eine
Mal nicht zum Lichte vordringen wolltet, und ein andermal die
Offenbarungen vorzeitig kennenlernen wollt. Der Schmutz, in den
der Mensch gefallen ist, ist der Grund dafür, dass er viele meiner
Unterweisungen nicht richtig auszulegen verstand, obwohl es bereits
an der Zeit ist, dass er sie verstünde.
11. Was habt ihr von euren Religionen gelernt? Was nützt es
euch, zu sagen, dass ihr dies oder jenes glaubt, wenn euer Leben
sich nicht der Einhaltung jener Grundsätze unterwirft, die diese
anempfehlen, und ihr euch Mir durch sie auch nicht näherzukommen
versucht?
12. Wenn ihr wissen wollt, ob ihr das göttliche Gesetz erfüllt, so
fragt euch, ob ihr auf der Welt eine Liebesernte empfangt.
13. Ich habe euch in dieser Zeit vieles zu sagen, damit ihr
begreift, dass Ich bereit bin, euch mein Himmelreich zu übergeben.
Doch dafür müsst ihr eure Geistseele frei machen, denn sie wird es
sein, die Mich empfängt. Dann werdet ihr Mich sehen und Mich
fühlen.
14. Es soll einen Bund des Friedens unter den Menschen guten
Willens geben. Aber Ich weise euch darauf hin, dass ihr nicht warten
soll, bis ihr in der geistigen Heimat seid, um diesen Bund zu
schließen. Das Verdienst liegt darin, dass ihr hier, wo die Welt das
Blut des Lammes als Liebessamen empfing, dem Vater den Tribut
der Dankbarkeit und eure beste Opfergabe darbringt: euren Gehorsam,
indem ihr euch untereinander liebt.
15. Glaubt an die Unsterblichkeit der Seele. Ich sage euch dies,
weil manche glauben, dass der Tod bei denen, die in der Sünde
verharren, deren Existenz vernichten und sie vom Ewigen Leben
ausschließen wird, und sie stattdessen einer ewig-währenden Strafe
unterworfen sein lässt.
16. Diejenigen, die sich eine solche Vorstellung zu eigen
machen, haben einige meine Offenbarungen falsch ausgelegt und in
ihrem Sinngehalt missdeutet. Wenn dies richtig und möglich wäre,
wäre es so, wie wenn man die Niederlage der Liebe, des Guten und
der Gerechtigkeit erklärt. Welchen Sinn hätte es dann gehabt, dass
Ich Mensch wurde ─ meine Passion, mein Tod und meine
Gegenwart unter euch als Mensch? Vergesst nicht, dass Ich um der
Sünder, der Kranken, der Sklaven, der Hungernden, der Verirrten
willen kam.
17. Eure Geistseele besitzt das Ewige Leben, das ihr durch den
Göttlichen Geist verliehen wurde, und das einzige, was vom
Menschen stirbt, ist die Hülle, das Fleisch, das die Seele zurücklassen
wird, um sich emporschwingen zu können. Auch die Sünde
wird sie vergehen sehen, wenn sie eine solche in sich trägt, und die
dunkle Binde der Unwissenheit wird wie eine verdorrte Frucht von
ihr abfallen. Doch die Seele wird sich nach jedem dieser "Tode", die
sie an sich erleben wird, ohne zu sterben, stärken, bewusster,
leuchtender und reiner emporschwingen.
18. Habt ihr in eurem Leben irgendeine körperliche Leidenschaft
erlebt, die euer ganzes Wesen erfasste und es euch unmöglich
machte, die Stimme des Gewissens, der Moral und der Vernunft zu
vernehmen?
Dies geschah, als die Seele tief gesunken war, weil die Versuchungen
und die Macht der Bestie des Bösen, welche im Fleische
wohnt, sie bezwungen hatte.
Und stimmt es etwa nicht, dass ihr ein tiefes Glücksgefühl und
tiefen Frieden erfahren habt, als es euch gelang, euch von jener
Leidenschaft zu befreien, und ihr ihren Einfluss überwunden hattet?
19. Dieser Friede und diese Freude sind auf den Sieg der Seele
über den Körper zurückzuführen ─ einen Sieg, der durch einen
unermesslichen Kampf, eine "blutige" innere Schlacht, errungen
wurde. Doch es genügte, dass die Seele neue Kraft schöpfte und sich
aufrichtete, angeregt und beraten durch das Gewissen, und schon
bezwang sie die Impulse des Fleisches und machte sich frei davon,
sich noch weiter ins Verderben ziehen zu lassen.
Bei diesem Ringen, bei dieser Verzichtleistung, bei dieser
Schlacht gegen euch selbst habt ihr etwas sterben sehen, das in
eurem Inneren wohnte, ohne dass es euer Leben war. Es war nur
eine unsinnige Leidenschaft.
20. Begreift daher: Wenn der Mensch sich von der Eingebung
des Gewissens leiten lässt und alle seine Handlungen dem höheren
Gebot unterwirft, ist es so, als ob in ihm ein neuer Mensch geboren
würde ─ jener, für den es keinen Tod gibt. Denn er wird den Körper
nur als die notwendige Hülle für die Seele betrachten; und wenn
diese zu ihrer wahren Heimat aufbrechen wird, wird der Körper in
den Schoß der Erde hinabsinken müssen, um sich in ihr aufzulösen.
21. Ich sage euch, dass es keinen "ewigen Tod" gibt, und noch
weniger könnte es eine ewige Sühne geben. Nur das stirbt, was
schädlich ist ─ das Unnütze, das Schlechte, und die Sühne muss
enden, wenn die Läuterung erreicht ist. Schon seinerzeit sagte Ich
euch, dass nichts in meinem Werk zugrunde ginge. Ich sagte euch
auch, dass keines meiner Kinder verloren ginge, und außerdem
offenbarte Ich euch die Unsterblichkeit der Seele, indem Ich euch
sagte: "Ich bin das Leben, wer an Mich glaubt, wird nimmermehr
sterben."
22. Geliebtes Volk: Schließt eure menschlichen Augen und fühlt
meine Gegenwart "auf der Wolke". Ihr vernehmt eine Menschenstimme,
es ist die, die der Stimmträger übermittelt, dessen Ich Mich
bediene, um euch meine gedankliche Schwingung zuteilwerden zu
lassen. Doch wenn ihr euch geistig emporschwingt, werdet ihr
meine geistige Gegenwart fühlen. O gesegnete Dritte Zeit, in der
jedes Auge seinen Herrn wird schauen können! Die Abgötterei wird
zu Boden stürzen, und die Menschen werden die Wahrheit voll und
ganz kennenlernen.
23. Um diese Zeit einzuleiten, wollte Ich Mich durch euer
eigenes Verstandesvermögen mitteilen, damit ihr Mich näher,
vertrauter, euch zugehöriger fühlt. Auch in der Zweiten Zeit kam Ich
den Menschen näher, indem Ich unter ihnen geboren wurde, an ihrer
Seite lebte, ihre Schmerzen teilte und vor ihren Augen litt.
24. Heute erwachen die Menschenscharen bei meinem neuen
Worte und bilden miteinander eine Gemeinschaft. In ihrer Mehrheit
besteht diese aus den Armen der Erde ─ jenen, die ihr "Enterbte"
nennt, die aber in Wirklichkeit keine der Gaben entbehren, die euch
der Heilige Geist verliehen hat. Aufgrund meiner Lehre sind diese
Menschen aus ihrer Lethargie erwacht und sind sich all dessen
bewusst geworden, was sie in sich tragen. Daraufhin hat in ihnen
eine seelische Entfaltung begonnen, und ihre Unbeholfenheit ist
nach und nach verschwunden. Die Intuition hat eingesetzt und ihr
Wesen erleuchtet, die Inspiration hat ihren Verstand liebkost, die
Sehergabe hat während ihres Gebetes ihren Blick erleuchtet, sie
vom Geistigen den Schleier wegziehen lassen und ihnen auch etwas
von dem enthüllt, was die Zukunft in sich birgt. Die Gabe, zu heilen
─ sei es durch das einfache Wort, durch die "Salbung", oder selbst
mittels Gedanken ─ ist dem Innersten ihres Herzens entsprungen,
und viele andere Fähigkeiten sind bei den demütigen Jüngern dieses
Werkes sichtbar geworden.
25. Der Grund dafür ist, dass sie, die nichts auf Erden besaßen
─ als sie fühlten, dass sie vom Vater ein Erbe erhalten haben, sie ihr
ganzes Herz und ihren ganzen Enthusiasmus in den Dienst dieser
Sache gestellt und auf diese Weise viele der Gnadengaben entdeckt
haben, die ihr Wesen in sich barg und die sie nicht kannten.
26. Wie hätten die Menschen die Gaben, die ihr Geist besaß,
auch entdecken können, da ihr Herz nur danach verlangte, die
Reichtümer der Erde zu besitzen?
27. Wenn die Menschen zu beten verstanden hätten, wenn sie
begriffen hätten, dass Ich die Sprache des Herzens kenne, dass Ich
die Bedürfnisse ihrer Seele begreife, dass Ich selbst ihren kleinsten
Wunsch verstehe, dass Ich ihre Gedanken zu deuten weiß, so wie
diese auch zu sein scheinen, so hätten sie ihr Gebet zum Schöpfer
emporgesandt. Aber der Mensch ist weltlich und hat seine
Gottesverehrung und seine seelische Entwicklung vermaterialisiert.
Doch wie der Menschheit ihre Irrtümer begreiflich machen? ─
Indem ein Volk zu ihr gesandt wird, das vergeistigt ist, dessen
Kinder in jener höheren Moral leben, welche meine Lehre lehrt.
28. Die Menschheit hat mit ihrer Wissenschaft, durch ihre
Sünde, durch ihre Kriege, durch ihre Lehren und ihren Materialismus
die Göttliche Gerechtigkeit herausgefordert, und da ihre
Beleidigungen sehr groß waren, konnte sie nur Bestrafung erwarten.
Aber seht, wie Ich darauf geantwortet habe, indem Ich den
Menschen mein göttliches Licht sandte, welches Trost, Offenbarung,
Vergebung und Friede ist, damit es sie erleuchte und ihnen in ihrer
Entwicklung beistehe.
29. Der Mensch hat einen Kelch, den er später wird austrinken
müssen, mit Bitternis angefüllt. Doch wahrlich, Ich sage euch, durch
diesen Schmerz wird er das Licht empfangen. Aber Ich bringe euren
Herzen ein Licht, das milde zu euch gelangen wird, das euren Geist
durch die Liebe und die wahre Weisheit überzeugen wird.
30. Ihr Menschenscharen, die ihr gerade diese Stimme hört ─
freut euch bei dem Gedanken, dass ihr dazu bestimmt wurdet, mein
Licht in dieser Zeit großer geistiger Auseinandersetzungen zu
schauen.
31. Schlaft nicht, denn Ich spreche nicht nur durch diese
Stimmträger zu euch. Ich spreche in jedem beliebigen Augenblick
zu euch, in dem eure Seele im Frieden ist und sie sich zur
Zwiesprache mit Mir emporschwingen kann.
32. Damit ihr euch eures Herzens als Führer bedienen könnt,
lasst zu, dass Ich es zuvor glätte, damit ihr durch seine Gefühle die
göttliche Inspiration empfangt.
33. Nicht nur ihr ruft Mich an, auch eure Geschwister rufen, den
verschiedenen Religionen entsprechend, nach ihrem Gott. Ich
komme nicht nur zu euch, Ich, der Tröstergeist, gebe jedem
betrübten Herzen und Geiste Frieden.
34. Der Mensch schuf in seiner Vorstellung ein Bild der Liebe
Jesu und übertrug es auf eine Leinwand, wobei er ihm menschliche
Gestalt gab, da er den Geist des Schöpfers nicht darstellen konnte.
35. Von allen Menschen; von allen Völkern aller Zeiten habe
Ich immer ihre Anbetung, ihre Brandopfer, Riten und Opfergaben
angenommen; denn es ist die gute Absicht und nicht die Tat, die für
Mich zählt.
36. Zwar sind die Bildnisse, die die Menschen von Mir hergestellt
haben, unvollkommen; doch Ich halte Mich nicht damit auf,
das Bildwerk zu betrachten, in welchem sie Mich erkennen, sondern
die gute Absicht ihres Vorhabens ist es, die Mich erreicht.
37. Dennoch ─ wie wohlgefällig wird es für den Vater sein,
wenn Er die Menschheit die Vergeistigung ausüben sieht wie dies
Volk, das seine ersten Schritte zu tun beginnt und sich dabei des
Oberflächlichen und Äußerlichen entledigt, um zu fühlen, dass ihr
Mich wirklich in euren Herzen tragt, dass Ich in eurem Vorhaben
bin, wenn ihr ein gutes Werk zu tun beabsichtigt, dass Ich in euren
Gedanken bin, wenn ihr mit Mir Zwiesprache zu halten versucht.
38. Wer könnte, wenn er diese Stimme vernimmt, daran
zweifeln, dass die Herrlichkeit Gottes sich in der Armseligkeit eines
menschlichen Körpers offenbart? Ist es Gott etwa wohlgefälliger,
sich in einem Brot zu manifestieren, das unbeseelte Materie ist, als
durch seine eigenen Kinder, den nach seinem Bild und Gleichnis
geschaffenen und als vollkommenstes Wesen der Schöpfung
betrachteten Menschen? Weshalb sollte sich das Licht, der Göttliche
Geist, nicht durch das bevorzugte Geschöpf kundgeben, das nach
seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist? Es ist nichts Seltsames
daran, dass Gott sich durch das Verstandesorgan des Menschen
kundtun kann. Doch diese Menschheit ist ungläubig und misstrauisch,
weil sie viele Male in ihren heiligsten Gefühlen verletzt
worden ist. Deshalb hört sie nur, und vernimmt nicht.
39. Das menschliche Herz muss erneut mit dem Meißel der
Liebe bearbeitet werden, damit die Gefühle der Brüderlichkeit und
des Edelmutes aus ihm entspringen.
40. Das menschliche Herz hat sich so sehr verhärtet, dass es
angesichts des Schmerzes oder des Unglücks eines Mitmenschen
gefühllos bleibt. Doch es muss den fremden Schmerz fühlen und die
Ursache desselben verstehen, damit der Mensch auf seinem
Entwicklungswege vorankommen kann.
41. Wenn der Mensch sich damit begnügt, seinen Nächsten zu
beurteilen, wird er nur Fehlurteile fällen. Doch wenn er versucht,
den Grund für dessen Schmerz zu verstehen, mit dem edlen Vorsatz,
ihm zu helfen, wird ihm der verborgene Ursprung jenes Schmerzes
offenbart werden, den er dann lindern kann.
42. Wieviele machen ihr Leben aus Mangel an geistigem
Glauben unerträglich, weil sie meinen, dass die physische Welt die
einzige ist, die existiert, und sie daran zweifeln, dass es Geist gibt;
denn für sie kann ihn nichts beweisen. Diese und andere traurige
Betrachtungen bringen sie zur Verzweiflung und treiben sie sogar in
den Tod.
43. Auf diese Unterweisung soll sich die erste Lektion stützen,
die ihr euren zukünftigen Jüngern gebt. Ihr sollt ihnen Gelegenheit
geben, von der ersten Stufe ihres Entwicklungsweges aufwärts zu
steigen. Ihr sollt ihnen offenbaren, dass der Vater in seiner
unendlichen Liebe und seiner vollkommenen Gerechtigkeit jeder
Seele soviele materielle Leben gewährt, wie sie für ihre Vervollkommnung
benötigt; dass manche körperliche Wesen mehr als
andere leiden, dass es Leben voller Wohlergehen und andere voll
Bitternis und Sühne gibt.
44. Die Erdenbürger, die ohne Schmerzen und ohne große
Prüfungen leben, sind es, die der Grund dafür waren, dass viele
Unwissende und Unzufriedene Mich ungerecht nennen.
45. Diese Fälle wird es auf eurem Wege mehr als genug geben,
und ihr werdet die dazu Berufenen sein, die Erklärung dafür zu
geben. Man wird euch fragen, ob es sicher ist, dass es nach diesem
Leben eine Belohnung oder eine Strafe gibt. Darauf sollt ihr
antworten, dass, solange die Seele nicht die nötige Entwicklungshöhe
erreicht hat, um (für immer) im Geistigen Tale zu leben, sie
auf dieser Erde inkarnieren muss, wobei sie jedes Erdenleben dem
Fortschritt des vorhergehenden entsprechend durchläuft. Manchmal
wird es geschehen, um eine gute Ernte zu ernten, in anderen Fällen,
um irgendeine Schuld abzutragen oder ein begonnenes Werk zu
vollenden.
46. Wenn die Seele dann den ganzen Weg zurückgelegt hat, der
ihr als ihre Bestimmung auf Erden vorgezeichnet worden ist, wird
sie sich zur geistigen Heimat erheben können, wo sie die Fortsetzung
jenes Weges vorfinden wird, der sie zur ewigen Seligkeit,
zum Schoße des Herrn führen wird.
47. Lasst keine dunklen oder unklaren Punkte übrig. Ihr werdet
nicht alle überzeugen, aber selbst durch den Zweifel der
Ungläubigen werdet ihr vorankommen, indem ihr deren Gedanken
kennenlernt, um andere, denen ihr später begegnen werdet, im
Wortgefecht zu überzeugen.
48. Wahrlich, Ich sage euch, meine Unterweisung wird für die
Menschheit wie das Erwachen an einem Frühlingsmorgen sein, wie
der Tau, der die Felder fruchtbar macht ─ heute, da die Welt ein
Feld des Todes ist, dürr und trocken.
49. Geht zu allen in meinem Namen. Wer könnte den liebevollen
Namen Jesu ablehnen, da mein Opfer doch für alle geschah?
50. Lasst eure Mitmenschen fühlen, dass ihr zurzeit am Fuße
des Berges seid und die belebende Unterweisung eures Meisters
erwartet. Denn mein Wort ist Leben für eure Seele.
51. Ich decke den Tisch mit weißen Tischdeckchen, und Ich
habe auf sie die Früchte des Baumes des Lebens gelegt, damit eure
Seele sich stärkt.
52. Das Licht des Heiligen Geistes befreit eure Seele aus der
Finsternis; denn ihr seid vom Wege abgeirrt, habt euch verirrt und
seid für das Leben der Gnade tot.
53. Du bist in Abgötterei geraten, o geliebtes Volk, in Ungehorsam
und in Undankbarkeit. Du hast das Licht verlassen und hast
Dich dem Dunkel zugewandt, du hast dich des weißen Gewandes
entledigt und hast statt des kristallklaren Wassers trübes Wasser
getrunken und dich damit vergiftet.
54. Ich wurde in der Zweiten Zeit Mensch, um euch lieben und
vergeben zu lehren, Ich kam, um ein Beispiel von Demut und
Sanftmut zu geben, als Meister gab Ich euch meine Unterweisung.
Doch die Zeiten sind vergangen, und ihr seid in Irrtümer verfallen.
55. O Volk, das Ich unter allen Menschen auserwählt habe! Ich
habe euch gesucht und euch in den Katakomben gefunden, Ich habe
euch in der Wüste gefunden, wo ihr die sieben Sünden nährtet.
Heute komme Ich als guter Hirte und suche euch auf allen Wegen
und Pfaden und rette euch vor dem Abgrund. Ihr habt Mir zugehört
und Mich gefühlt und habt alles von Mir empfangen, was eurer
Seele fehlt. Ich habe euch Liebesbeweise gegeben, habe euch
erleuchtet, und vom Buche meiner Unterweisung habe Ich euch
überreichlich gegeben.
56. Komm, mein Volk, steige Schritt für Schritt den Berg empor.
Beim Emporsteigen werdet ihr euch in Gemeinschaft mit eurem
Vater fühlen und werdet die Frucht vom Baume des Lebens
genießen können. Eine Quelle kristallklaren Wassers fließt vom
Gipfel des Berges herab, um euren Durst zu löschen.
57. Israel der Dritten Zeit: Du vernimmst gerade deinen Meister,
der dich unterweist und der weissagt. Wozu, geliebtes Volk? ─
Damit du durch meine göttliche Gnade aus der Lethargie erwachst,
in der du dich befindest.
58. Wer Augen hat, soll sehen; wer ein Gehirn hat, soll
nachdenken, und wer Ohren hat, soll seinen Meister vernehmen. Ihr
seid diejenigen, die mein Zeigefinger gekennzeichnet hat ─ die
Toten, denen Ich Leben gegeben habe ─ die Blinden, denen Ich das
Sehvermögen wiedergegeben habe ─ die Verirrten, die Ich mit
meinem Lichte leite, und die Schiffbrüchigen, denen Ich das
Rettungsboot gezeigt habe.
59. Betrachtet das Festmahl, das der Vater dem "verlorenen
Sohn" bereitet hat, der zugrundegegangen war, gepeitscht von
Wirbelstürmen und den Kelch der Bitternis trinkend.
60. Fühlt Mich und lasst Mich in euren Herzen wohnen und
euch wie meinen Jüngern in der Zweiten Zeit sagen: "Nehmet und
esset, dies ist mein Leib." Ebenso sage Ich zu euch in dieser Dritten
Zeit: "Nehmet und esset, dies ist mein Wort."
61. Geliebte Jünger, das Jahr 1950 rückt näher, an dem Ich
aufhören werde, in dieser Form zu euch zu sprechen. Aber im
Hinblick darauf sage Ich euch, dass ihr mein Wort im Überfluss
empfangen haben werdet, und ihr euch wie euer Meister auf den
Weg machen sollt. Ihr sollt für die Menschheit wie ein Leuchtturm
sein und eure Mitmenschen mit reicher Liebe beschenken.
Mein Friede sei mit euch!

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