BWL - Band VII - Unterweisung 185


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 185:

Fähigkeit für die freie geistige Erhebung 1
Die Verbreitung des Wortes in der Dritten Zeit in der Welt 17
Indem der Geist sich entwickelt, löscht er fehlerhafte Konzepte 29
Unsere geistigen Geschwister umgeben uns 33
Geistiger Kult ohne Vermaterialisierungen 37
Man darf nicht die menschliche Intelligenz mit
dem Geist verwechseln 43
Erfüllte Prophezeiungen 46
 

1. Ich segne euch, weil ihr glaubt, dass es mein Geist ist, der
euch diese Unterweisung gibt, obwohl ihr meine Unterweisungen
mittels des menschlichen Verstandesvermögens vernehmt.
2. Ihr lasst die Unvollkommenheiten des Stimmträgers unbeachtet,
euch liegt nur daran, den göttlichen Sinngehalt zu verstehen.
Die mein Wort auf diese Weise studieren sind es, die die Wahrheit
entdecken. Sie werden die Jünger sein, die morgen aufbrechen
sollen, um den Menschen meine Lehre zu erläutern. Sie werden jene
zum Verstehen veranlassen, die sich geirrt haben beim Auslegen der
Schriften der vergangenen Zeiten. Denn, um die Wahrheit meiner
Offenbarungen zu entdecken, ist es notwendig, sich nicht an den
materiellen Sinn der Worte zu halten, sondern den geistigen Sinn zu
suchen, der die Essenz ist, die die Wahrheit und das Leben ist.
3. Darum habe Ich dies Volk einer Prüfung unterzogen, die
zugleich eine tiefe Lehre ist, indem Ich mein Wort durch Vermittlung
eines menschlichen Verstandesvermögens gab und es darauf
hinwies, dass es sich nicht mit der äußeren Form des Wortes
befassen soll, sondern in seinen Kern eindringen soll, um den
Sinngehalt zu entdecken. Mit dieser Anweisung wird dies Volk in
der Lage sein, denen, die die Auslegung meiner früheren
Botschaften suchen, die Art und Weise zu erklären, wie man geistig
den Sinngehalt jeder Unterweisung, Textstelle oder jedes
Gleichnisses entdeckt ─ die Wahrheit, die eine einzige ist.
4. Ich sehe unter diesem Volk auch jene, die nach und nach
begriffen haben, dass, je größer die Vorbereitung ihrer Seele und
ihres Körpers ist, desto reichlicher und klarer meine Unterweisung
durch den Stimmträger ist. Ach, wenn doch all diese Menschenscharen
wirklich die Art und Weise anstreben würden, sich meiner
Gnade würdig zu erweisen ─ wie groß und vollkommen wäre meine
Kundgebung!
Aber noch immer sehe Ich, dass viele Herzen den äußerlichen
Kult suchen, um an meine Gegenwart glauben zu können, ohne zu
begreifen, dass, anstatt zuzulassen, dass sich ihre Seele frei erhebt,
sie diese bei einem materiellen Altar zurückhalten, sie mit nutzlosen
Zeremonien zerstreuen und sie bei den gewohnten Traditionen
ermüden. Wahrlich, Ich sage euch, für euch ist diese Zeit nun vorbei.
Lange Zeit habt ihr eure Sinne am Glanz der Kirchen erquickt,
lange habt ihr die Kunstwerke eurer Mitmenschen bewundert. Jetzt
müsst ihr all das hinter euch lassen, damit eure Seele zu dem
wunderbaren Leben gelangt, das ihr zugedacht ist, sich in den
Augenblicken ihres Gebetes in ihm mit Licht sättigt und ihrem
Körper all die Freuden und Inspirationen übermittelt, die sie
während ihrer Verzückung empfängt. Dann werdet ihr euch bewusst
werden, wie armselig und plump die Formen gewesen sind, mit
denen die Welt das Göttliche darstellen wollte.
5. Eure Seele ist von der Kindheit in das Jugendalter eingetreten,
und deshalb muss sich ein Wandel in ihrem Leben vollziehen.
6. In den vergangenen Zeiten nahm Ich von eurem Geiste alle
Opfergaben an, die er Mir darbrachte, auch wenn in ihnen viel
Unwissenheit und Unvollkommenheit enthalten war. Heute wird nur
das, was lauter, aufrichtig, wahrhaftig ist, zu Mir gelangen können.
7. Seht ihr, wie schön jene Blumen aus euren Gärten sind, die
ihr Mir zuweilen darbringt? Wahrlich, Ich sage euch, nicht einmal
jene Gabe darf Ich in dieser Zeit entgegennehmen, denn jene
Blumen sind nicht euer Werk, sondern das meine; doch das, was ihr
Mir darbringen sollt, sind die geistigen Blumen eures Herzens, das
heißt: eure guten Werke, eure reinen Gebete, eure Tugenden.
8. Betrügt euch nicht länger selbst, versucht nicht mehr, mit
Äußerlichem das zu ersetzen, was tief geistig sein muss. Fürchtet
nicht, die Begrenzungen niederzureißen, fürchtet euch nicht, euch
der Wahrheit zu stellen. Der Himmel gehört nur den Tapferen und
Begeisterten.
9. Wenn ihr einmal jeden Fanatismus und jede Abgötterei in
euren Herzen beseitigt habt und von Geist zu Geist beten lernt,
werdet ihr zum wahren Altar des Herrn gelangt sein ─ jenem, der
nicht von dieser Welt ist. Auf diesem Altar werdet ihr eure Opfergabe
darbringen können, welche die eurer guten Werke sein wird,
und die in meinen Augen schöner sein wird als die Blumen eurer
Gärten. Denn die guten Werke eurer Seele werden niemals
verwelken.
10. Ihr Menschenscharen: Öffnet eure Herzen, um den Tau
meiner Gnade in sie einströmen zu lassen. Ich will, dass dies Volk
einem unermesslich großen Garten gleicht, in dem die schönsten
Blumen der Gedanken, des Herzens und der Seele blühen, welche
jene sind, die Ich hegen und pflegen werde.
11. Volk: Wenn Ich mit der Klarheit, mit der Ich mein Wort
kundtue, über Andachtsformen und Opfergaben zu euch spreche ─
fühlt ihr da Schmerz, weil Ich euch von euren bisherigen Glaubensüberzeugungen
abbringe? ─ "Nein, Meister", sagt ihr Mir.
12. Der Grund dafür ist, dass in meinem Worte ein Balsam und
ein Licht existiert, das nicht zulässt, dass in irgendeinem Verstande
eine Unklarheit entsteht, noch dass irgendein Herz betrübt wird.
13. Ich will, dass ihr zu euren Mitmenschen ebenso sprecht,
wenn ihr versucht, ihre Augen dem Lichte zu öffnen. Tut es mit der
Klarheit und der Liebe, die Ich bei euch angewendet habe, und ihr
werdet keinen Schmerz in den Herzen hinterlassen, sondern
vielmehr Frieden und Licht.
14. In Erfüllung einer göttlichen Verheißung habe Ich Mich
euch in dieser Zeit kundgetan. Im Sinngehalt, der im Kern dieses
Wortes enthalten ist, bin Ich voll und ganz bei euch gewesen. Wer
diesen Sinngehalt gefunden hat, hat Mich empfunden. Die sich
hingegen damit aufgehalten haben, das Äußerliche meiner Kundgebung
zu beurteilen, haben meine Wahrheit nicht entdecken
können.
15. Während die einen beim Vernehmen meines Wortes in
höchstes Staunen gerieten, haben die anderen nicht das geringste
Erschauern empfunden, noch wurden sie sich meiner Gegenwart
bewusst, und dass sie Mich gehört haben.
16. Wenn mein Wort einmal nicht mehr durch diese Stimmträger
zu vernehmen ist, wird es viele Herzen geben, die das Ende
dieser Zeit beweinen, ebenso wie es welche geben wird, die ─
obwohl sie Mich vernommen haben ─ sich nicht des Guten bewusst
werden, das sie besaßen, und das sie verloren, weil sie es nicht zu
nutzen wussten.
17. Es werden Zeiten kommen, in denen dies Wort an vielen
Orten verbreitet werden soll. Aber dann wird es durch die Zeugnisse
derer geschehen, die es vernommen haben, es verstanden haben und
es geglaubt haben, und ihr werdet Zeugen dessen werden, dass viele
von denen, die niemals die Gnade hatten, meine Unterweisungen zu
hören, fähig sein werden, den göttlichen Sinngehalt, den diese als
Schatz in sich tragen, zu entdecken, und sie voll Überzeugung und
Glauben ausrufen werden: "Es ist das Wort des Meisters!"
18. Ihr werdet eure Mitmenschen vor Seligkeit weinen sehen,
von meiner Botschaft innerlich aufgewühlt, und werdet sie darüber
klagen sehen, dass sie nicht zu meinen Auserwählten gehört haben.
Dann werdet ihr Reue darüber empfinden, dass ─ obwohl Ich so
lange Zeit bei euch gewesen bin, euer Herz nicht den Glauben und
die Liebe gezeigt hat, die ihr allein durch euer Zeugnis in euren
Mitmenschen aufkeimen sehen werdet.
19. Unter jenen Menschenscharen werdet ihr die Menschen
entdecken, die das Geistige intuitiv erfassen, die Inspirierten,
diejenigen, die die Zwiesprache von Geist zu Geist vorausahnen, die
Seher und solche, die Gaben und Fähigkeiten des Geistes in voller
Entfaltung besitzen.
20. Meint ihr etwa, dass Ich mein Wort allen Völkern der Welt
gebe? ─ Nein, auch bei dieser meiner neuen Offenbarung ist es so
wie bei denen der vergangenen Zeiten, bei denen Ich Mich zwar nur
einem einzigen Volke offenbart habe, dieses jedoch die Aufgabe
hatte, sich aufzumachen und die Frohe Botschaft zu verbreiten und
den Samen auszusäen, den es in meiner Botschaft empfing.
21. Erinnert euch, dass mein Same in anderen Ländern allein
durch das Zeugnis meiner Apostel mit größter Kraft emporspross.
22. Bedenke, geliebtes Volk: Wenn andere Völker jenen Zeugnissen
glaubten, so geschah dies, weil jene, die diese ablegten, es
mit all der Liebe und Wahrhaftigkeit zu tun verstanden, derer ihre
Herzen fähig waren. Ich sage euch dies, weil, wenn ihr wollt, dass
die Welt Mir durch euch glaubt, ihr euch vorbereiten müsst, um es
jenen Aposteln in ihrer Liebe, in ihrer Demut, in ihrer Geistigkeit
und in ihrem Glauben gleichzutun. Dann wird die Welt diese Lehre
als Wahrheit betrachten, und mein Wort wird für die Menschen
heilig sein. Dann werdet ihr eure Mitmenschen die Schriften, die
von meinem Worte hergestellt werden, begierig lesen sehen, und
werdet erleben, wie sie diese in verschiedene Sprachen übersetzen,
damit alle Völker sie kennen lernen.
23. Ihr werdet erleben, wie dies Wort, an das sich dies Volk hier
so sehr gewöhnt hat, das so herabgewürdigt worden ist von denen,
die es am meisten gehört haben, morgen für die, die auf Erden viel
leiden, wie eine Oase sein wird. Ihr werdet erleben, wie es Balsam
und Leben, Nahrung und Licht im Leben derer sein wird, die
Hunger und Durst nach Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit haben.
24. Männer und Frauen, die ihr lange Zeit hindurch mein Wort
vernommen habt, und die ihr darüber hinaus Aufgaben innerhalb
dieses Werkes übernommen habt: Lasst zu, dass meine Worte eure
Herzen bewegen, lasst zu, dass der Geist im Innersten eures Wesens
spricht. Vieles habt ihr von der Frucht des Lebensbaumes gegessen,
doch was habt ihr mit dem Samen gemacht? Warum stammt nicht
alles, was ihr sät, von dem Saatkorn, das Ich euch gegeben habe?
Ich sehe, dass ihr auch euren eigenen Samen verwendet, den ihr
jenem beimengt, den Ich eurer Fürsorge anvertraut habe. Wer von
euch versteht nicht, was Ich euch in diesen Augenblicken sage?
25. Ich missbillige damit nicht alle Werke, die ihr tut. Was Ich
euch damit sagen will, ist, dass ihr dem Guten, das ihr tut, keinerlei
Unlauterkeit beimengen sollt, denn dann werdet ihr nicht mehr
meine Wahrheit säen, so wie Ich sie euch offenbart habe, und
morgen, wenn die Stunde kommt, da euer Geist die Frucht seiner
Aussaat erntet, wird er naturgemäß feststellen, dass diese Frucht
genau dem entspricht, was er auf seinem Lebensweg säte.
26. Ich bin die Essenz alles Geschaffenen. Alles lebt durch
meine unendliche Kraft. Ich bin in jedem Körper und in jeder
Gestalt. Ich bin in jedem von euch, aber es ist notwendig, dass ihr
euch vorbereitet und euch empfänglich macht, damit ihr Mich
fühlen und finden könnt.
27. Ich bin der Lebenshauch für alle Wesen, denn Ich bin das
Leben. Daher habe Ich euch begreiflich gemacht, dass, wenn ihr
Mich bei allen euren Werken vor Augen habt, es nicht nötig ist, dass
ihr mein Bild in Ton oder in Marmor darstellt, um Mich anzubeten
oder Mich euch nahe zu fühlen. Dies Unverständnis hat nur dazu
gedient, die Menschheit in die Abgötterei zu führen.
28. Aufgrund meines Wortes ahnt ihr die Harmonie, die
zwischen dem Vater und allem Geschaffenen besteht, begreift ihr,
dass Ich die Essenz bin, die alle Wesen nährt, und dass ihr ein Teil
von Mir selbst seid.
29. In dem Maße, wie ihr den Sinn eures Lebens, die
Bestimmung der Seele und den Zweck der Entwicklung versteht,
geht ihr in das geistige Leben ein. Auf diese Weise vergesst ihr die
Formen, die ihr Mir gegeben habt, in denen ihr Mich gesucht habt,
und verlöschen nach und nach die falschen Glaubensüberzeugungen
und irrigen Vorstellungen, in denen diese Menschheit so viele
Jahrhunderte hindurch befangen war.
30. Die Seele wird sich aufgrund ihrer Fähigkeiten
höherentwickeln können, bis sie ihre Vollkommenheit erreicht. Aber
Ich bin der Meister, der euch immer auf eurem Entwicklungswege
beigestanden ist, damit euer Leben nicht unfruchtbar ist.
31. Wenn ihr zu Menschen guten Willens werdet, wird euer
Leben mit der Vollkommenheit der ganzen Schöpfung in Einklang
kommen. Ihr werdet das Licht wahren Wissens erlangen, und die
Frucht eurer Werke wird euch ewigen Frieden geben. Euer
physischer Teil ist Substanz, die sich in Atomen in der Schöpfung
auflösen wird.
Dies habt ihr begriffen, aber für viele ist das unsterbliche Leben
der Seele unbegreiflich. Sie verstehen nur das, was ihre Augen
sehen, oder ihre Wissenschaft beweist. Wo sind jene, die in diesem
Erdenleben bei euch wohnten? ─ Ihr wisst es nicht. Ihr könnt euch
höchstens vorstellen, dass sie in einer Lichtwelt leben. Dazu sagt
euch der Meister: Viele von ihnen sind um euch. Die Seele hat
sowohl die Fähigkeit, den Ort einzunehmen, den der Vater ihr im
Jenseits zugewiesen hat, als auch gleichzeitig eine Aufgabe bei euch
auszuführen. So groß ist die Macht der Geistseele.
32. Diese Lehren habt ihr noch nicht verstanden. Doch um die
Entfaltung jener Fähigkeit zu erlangen, wäre es erforderlich, dass
bei euch das in Erfüllung geht, was Ich euch in der Zweiten Zeit
sagte: Der Mensch muss, um meine Gnade zu erlangen, einem
Kinde in seiner Reinheit gleichen.
33. Doch ihr sollt euch nicht mehr alleingelassen fühlen. Bei
jedem Werk, das der Mensch vollbringt, gibt es die Einflussnahme
eines Lichtgeistes. Die Geistige Welt wirkt auf die menschlichen
Verstandesorgane ein und lenkt sie. Jene Welt ist größer und schöner
als die, die ihr mit euren Augen erblickt. Es ist eine Welt des Lichtes
und der vollkommenen Harmonie. Ihre Bewohner sind bei Mir, sie
wachen, mit Mir vereint, über die Schöpfung.
34. Doch könnt ihr, obwohl ihr diese Unterweisungen kennt und
daran glaubt, weiterhin darüber klagen, dass die Menschen, die ihr
auf der Welt geliebt habt, ins Jenseits geschieden sind, da ihr nun
doch wisst, dass sie über euch wachen? Warum denkt ihr an sie in
ihrer menschlichen Gestalt, obwohl sie jetzt rein seelischer Natur
sind?
35. Heute habe Ich zu euch über das gesprochen, was ihr das
Mysterium des anderen Lebens nennt.
36. Ich allein kann euch diese Lehren offenbaren. Die Menschen
können es nicht, weil sie nicht in die verborgene Weisheit
eingedrungen sind.
37. Ich musste euch zubereiten, damit ihr in mein Heiligtum
eintreten könnt, um eine weitere meiner Unterweisungen zu
vernehmen. Denn Ich sehe, dass ihr zuerst eure Sinne beeindrucken
musstet, damit eure Seele sich erheben konnte. Eure Augen suchten
das Bild, das zu euch von meiner Gegenwart sprechen könnte, eure
Ohren waren in Erwartung der musikalischen Töne von Kirchenliedern,
um das Herz von den irdischen Sorgen freizumachen, und
selbst der Weihrauch und der Duft von Blumen waren für euch
nötig, um an Mich denken zu können, und sei es auch nur für einige
Augenblicke. Da ihr jedoch all diese liturgischen Bestandteile nur
im Innern der diesem Gottesdienst geweihten Kirchen fandet, wart
ihr außerhalb derselben nicht in der Lage, meine Gegenwart zu
begreifen oder gar zu fühlen. Heute dagegen hat eure geistige
Zurüstung damit begonnen, anstatt die Sinne eures Leibes zu
entwickeln, eure Seele zu erwecken, um das, was sich auf die
körperlichen Sinne bezieht, nicht mehr zu beachten.
38. Eure Augen suchen nicht mehr nach einem Bild, das für
euch die Göttlichkeit repräsentieren kann; eure Ohren verlangen
nicht mehr nach jenen Klängen, die ihr benötigtet, um euch für
kurze Zeit die Anreize der Welt vergessen zu lassen. Ihr wartet nicht
mehr darauf, der Feier eines Gottesdienstes beizuwohnen, um
glauben zu können, dass Ich nur bei jenem Akt und an jenem Orte
gegenwärtig bin.
39. Das einzige, was euch heute am Herzen liegt, besteht darin,
wie ihr euren Verstand klärt, wie ihr euer Herz reinigt, um den
göttlichen Sinngehalt meines Wortes empfangen, fühlen und
verstehen zu können; und ihr wisst, dass es dafür kein besseres
Mittel gibt als die Meditation und das Gebet.
40. Heute würde euch jedes Ding stören, das man euch vor die
Augen stellen könnte, und die beste Musik würde euch neben dem
himmlischen Konzert meines Wortes allzu armselig erscheinen. Und
anstatt euch bei eurer Andacht hilfreich zu sein, könnten euch diese
Dinge schließlich stören. Ihr benötigt oder wollt nichts Äußerliches;
daher habt ihr euch daran gewöhnt, eure Augen während der Zeit, in
der ihr meine Kundgabe empfangt, zu schließen. Denn die Seele
möchte sich in ihrem höchsten Verlangen nach Erhebung jedes
Kontaktes mit dem Materiellen entledigen.
41. Früher war der Altar, den ihr für meine Göttlichkeit errichtet
hattet, fern von euch; heute habt ihr ihn in euren Herzen errichtet.
Eure Opfergabe, die lange Zeit materiell gewesen war, habt ihr jetzt
durch eine seelische Bekundung ersetzt. Ihr wisst, dass in meinen
Augen eure Liebe schöner ist als die schönste Blume eurer Gärten,
und dass die Vergebung, die ihr einem Mitmenschen gewährt, für
Mich mehr Wert hat als die Buße, mit der ihr früher eure Flecken
reinzuwaschen glaubtet.
42. Ich vernehme euch in der Stille, für Mich ist es nicht nötig,
dass ihr eure Lippen bewegt. Ich bin kein Sünder, der einem anderen
Sünder zuhört. Ich bin im Geiste, und es ist eure Seele, die Ich
vernehme, und sie ist es, die sich zu erheben und sich Mir mitzuteilen
versucht.
43. Viele haben in dieser Zeit mein Wort vernommen, aber nicht
alle haben es als Wahrheit aufgefasst. Natürlich sind nicht alle zu
dem Zeitpunkt hinzugekommen, in dem sie diese Lehre begreifen
können. Zu allen Zeiten gab es viele Berufene, doch nur wenige
wurden schließlich auserwählt ─ aus dem Grunde, an den Ich euch
heute erinnere: Es ist der, dass nur jene, die rechtzeitig verstehen,
fühlen oder glauben, zu denen gehören, die dabeigeblieben sind und
sich zubereiten, um Mir zu folgen.
Manchmal erlebt ihr, dass eure Mitmenschen mit dem Anschein,
geistig sehr fortgeschritten zu sein und meine Liebeslehre zu
verstehen, herbeikommen. Hernach seht ihr, dass sie das, was sie in
meinem Worte empfingen, nicht als Wahrheit annahmen, und zwar
deshalb, weil es nicht in erster Linie die menschliche Intelligenz ist,
die Mich entdecken kann ─ es ist der Geist, wenn in ihm Liebe
vorhanden ist. Verwechselt nicht das eine mit dem anderen.
Ein andermal dagegen seht ihr einige eurer Mitmenschen zu
meiner Kundgebung kommen, die ungebildet und allzu vermaterialisiert
erscheinen, von denen ihr nicht einmal im Entferntesten
erwartet, dass sie mein Wort gefühlsmäßig erfassen können, und ihr
seid erstaunt gewesen über ihre Feinfühligkeit und das Verständnis,
das sie augenscheinlich erlangt haben. Der Grund dafür ist, dass sie
in ihrem Äußeren, im Menschlichen unbeholfen sind, in ihrem
Innern jedoch eine sehr große seelische Entwicklung erreicht haben.
44. Nicht immer sind die, die geglaubt haben, vom ersten
Augenblick an zum Glauben erwacht. Fast alle haben innerlich
gekämpft. Ich habe in ihren Herzen folgende ─ oder ähnliche ─
Fragen entdeckt: "Ist es wohl Wahrheit? Ist es möglich, dass Ich hier
der Gegenwart des Herrn begegne? Ist es möglich, dass Ich hier für
meine Leiden Heilung finde, die Ich so lange für unheilbar hielt?"
Doch als sie das Wunder empfingen, haben Mich manche noch
immer gefragt: "Ist es wohl Er, der mich heilte?"
Aber es hat auch viele gegeben, die vom ersten Augenblick an,
an dem sie meine Stimme hörten, geglaubt haben, und es gab sogar
welche, die, noch bevor sie mein Wort vernahmen, schon an
dasselbe glaubten.
45. Was den Verstand vieler Menschen am meisten gequält hat,
ist die Ärmlichkeit, die Armseligkeit, in der Ich Mich offenbart
habe. Denn sie waren an das Prunkvolle der Riten und den verschwenderischen
Reichtum in den materiellen Kirchen gewöhnt.
Doch Ich sage euch, dass ebenso, wie Ich einstmals die Eitelkeit der
Menschen richtete, indem Ich ihnen meine Schlichtheit vor Augen
führte, Ich heute die falschen Zurschaustellungen mied und nicht
nur unter Armen, sondern sogar unter Sündern erscheinen wollte.
46. Wenn die Menschen morgen in Ruhe die Art und Weise
meiner Kundgebung studieren und sie mit den in den Schriften
enthaltenen Prophetien vergleichen, und sie den Wirkungskreis, in
dem Ich Mich zeigte und in dem meine Kundgebung sich entfaltete
─ die Nation, die Ich erwählte, und das Volk, das Ich rief ─ genauer
untersuchen, werden sie zu der uneingeschränkten Auffassung
kommen, dass alles in Vollkommenheit geschah, und dass die
Prophetien insgesamt treulich in Erfüllung gingen.
47. Hier spreche Ich nun aufs Neue zu den Menschen, spreche
zu ihnen mit meiner göttlichen Essenz, aber mit Worten und
Begriffen, die in Reichweite ihres Auffassungsvermögens liegen.
Doch während einige allein aufgrund der göttlichen Essenz, die sie
in meinem Worte finden, an Mich glauben, benötigen andere dessen,
was ihr Wunder nennt, um glauben zu können. Darum sage Ich
euch, dass ihr dasselbe Volk seid wie jenes der Zweiten Zeit, das
ihre für Menschen unheilbaren Kranken zu Mir brachte, um meine
Macht auf die Probe zu stellen.
48. Ich treffe die einen blind an, andere lahm, viele aussätzig,
und andere von verwirrten Geistern besessen. Euch alle werde Ich
heilen, und in Wahrheit sage Ich euch, dass keiner zugrundegehen
wird. Doch Ich muss euch auch darauf hinweisen, dass ihr zubereitet
sein müsst; denn die Wunder dieser Zeit werde Ich mehr in eurer
erhobenen Seele als im Körper vollbringen.
49. Lazarus wird nicht der einzige sein, durch den Ich euch die
Auferweckung kennenlernen lasse. Ich werde alle "Toten"
auferwecken.
50. Ihr Menschenscharen, hier habt ihr mein Wort. Ihr könnt
Mir glauben oder nicht daran glauben, Mich lieben oder nicht
lieben. Aber wahrlich, Ich sage euch, diese Zeit wird nicht wiederkommen,
diese Weisheitslektionen, diese göttlichen Ansprachen
werdet ihr in dieser Form nicht mehr hören. Wenn ihr Mich nach
1950 vernehmen wollt, müsst ihr im Geiste ins Jenseits eindringen.
Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt."
Mein Friede sei mit euch!

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