BWL - Band VII - Unterweisung 180


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 180 
(gegeben während des Zweiten Weltkrieges)

1         Ich gebe euch Licht, damit ihr mein Wort ergründet und meine Unterweisung versteht, geliebte Jünger.

2         Der "Arbeiter" soll weiterhin das Feld bestellen und umpflügen, in das er mit dem Glauben und dem Wunsche, eine reiche Ernte einzubringen, den Samen legen muss. Doch der Meister sagt euch: Achtet darauf, das Erdreich auszuwählen, das geeignet ist, damit die Saat nicht verdirbt, und ihr immer Früchte erntet, die der Liebe entsprechen, mit der ihr euer Land bestellt habt.

3         Ihr alle könnt "Arbeiter auf meinen Feldern" sein; aber zuvor ist es notwendig, diese Mission zu spüren und zu verstehen. Der Sinn dieser Unterweisung ist es, die dunkle Augenbinde des Unwissenden zu entfernen und den "Lahmen" zum Gehen zu veranlassen und ihnen damit zu zeigen, dass Ich der einzige Gott bin, dem sie dienen sollen. Deshalb sage Ich euch: Ich bereite euch vor, um euch den anderen als Vorbild zu zeigen, da ihr eure Augen dem Lichte geöffnet und demütig bekannt habt, dass ihr unwissend wart. Ich werde durch euch gleichfalls säen und die Früchte meiner Barmherzigkeit ernten.

4         Eure Mitmenschen werden euch fragen, wie ihr diese Unterweisung erhalten habt, wie meine Kundgebungen vor sich gingen, und warum ihr diesem Wege folgt. Auf jede Frage sollt ihr mit absoluter Wahrhaftigkeit antworten. Denn wenn ihr euch nicht an die Wahrheit haltet, werdet ihr nicht stark sein und geschlagen werden. Dann wird der Same nicht keimen.

5         Ich will nicht, dass ihr dann mit leeren Händen dasteht, noch dass ihr am Ende eures Kampfes ohne Ernte seid, nachdem Ich euch von der Welt entfernt habe, um meinem Wege zu folgen, und euch "meine Jünger" genannt habe. Es wäre nicht gerecht, wenn ihr Enttäuschungen und Bitternisse ernten würdet, nur weil ihr nicht gelernt habt, mein Werk zu verteidigen, indem ihr es studiert und ergründet, um genügend Kraft, Seelenfrieden und Kenntnisse zu gewinnen, um den Prüfungen standzuhalten.

6         Meine Unterweisung ist eine einzige Lektion, die in vielerlei Formen ausgedrückt wurde, damit ihr sie begreifen könnt, und der ihr nichts hinzuzufügen habt. Doch obwohl sie Gesetz ist, will Ich sie euch nicht aufzwingen, weil ihr dann in Heuchelei geraten würdet, indem ihr äußerlich ihre Befolgung vortäuschen würdet, während euer Herz dagegen verstößt.

7         Ich habe das Gewissen in euer Wesen gelegt, damit es auf all euren Wegen gegenwärtig sei, da das Gewissen das Gute vom Bösen und das Richtige vom Falschen zu unterscheiden vermag. Geführt von diesem Lichte, werdet ihr nicht betrogen werden können, noch werdet ihr unwissend genannt werden können. Wie könnte der Spiritualist seinen eigenen Nächsten betrügen oder sich selbst zu betrügen versuchen, wo er doch in seinem eigenen Wesen das Licht seines Schöpfers besitzt?

8         Seinerzeit näherte sich Jesus ein reicher Jüngling und sagte zu ihm: "Meister, ich glaube das Reich zu verdienen, das du versprichst, weil ich die Lehre befolge." Jesus fragte ihn:

9         "Befolgst du das Gesetz?" Und der Jüngling antwortete: "Ja, Herr, ich faste, behandle meine Mitmenschen gut, tue niemandem

Böses und gebe einen Teil meines Vermögens zur Unterstützung des Tempels."

Darauf sagte Jesus ihm: "Wenn du Mir nachfolgen willst, so lasse alles, was du besitzest, hinter dir und folge dem Meister nach." Doch es war so vieles, was der Jüngling auf der Welt besaß, dass er sich nicht von seinen Reichtümern trennen wollte und vorzog, sich vom Herrn zu trennen. Er glaubte mein Gesetz zu erfüllen und betrog sich selbst.

10      Wie oft habe Ich euch gesagt: Übt tätige Nächstenliebe aus, bekundet diese Tugend, doch brüstet euch nicht damit, denn dann wird es keine Barmherzigkeit mehr sein, und ihr würdet euch betrügen!

11      Jünger: Wenn ihr keine Irrtümer oder Fehler begehen wollt, so prüft eure Handlungen im Lichte eures Gewissens. Und wenn es etwas gibt, das es trübt, so erforscht euch gründlich, und ihr werdet den Schandfleck entdecken, damit ihr ihn korrigieren könnt. Es gibt einen Spiegel in euch, in dem ihr euch betrachten und sehen könnt, ob ihr rein seid oder nicht.

12      Der Spiritualist soll an seinen Taten erkannt werden, welche, um rein zu sein, vom Gewissen diktiert sein müssen. Wer so handelt, wird fühlen, dass er sich zu Recht mein Jünger nennt.

13      Wer könnte Mich täuschen? ─ Niemand. Ich beurteile euch nicht nach dem, was ihr tut, sondern nach der Absicht, mit der ihr es tut. Ich bin in eurem Gewissen und jenseits desselben. Wie könnt ihr glauben, dass Ich eure Taten und deren Beweggrund nicht wissen kann?

14      Bereitet euch auf den Kampf vor, damit mein Werk nicht wegen eurer schlechten Werke angegriffen wird. Denn in vielen Fällen wird die Anerkennung oder Nichtanerkennung meines Werkes durch die Menschheit von euch abhängen.

15      Doch was kann mein Werk zunichte machen, da es die Wahrheit selbst, da es makellose Reinheit ist? Ihr jedoch würdet sehr wohl Gelegenheiten verpassen, um Verdienste zu erwerben und die Seele zu erheben.

16      Wenn jemand meine Wahrheit nicht kennt, dann deshalb, weil er sich nicht mit ihr befasste, und aus dieser Quelle trank, die ihr kristallklares Wasser für alle nach Liebe dürstenden Lippen ergießt.

17      Die Wahrheit, die Ich den Patriarchen, den Propheten und den Gerechten offenbarte, ist die gleiche, die Ich euch heute aufzeige. Denn meine Lehre, die ihr heute empfangt, ist das Gesetz aller Zeiten, mit dem Ich euch den Weg zur Aufwärtsentwicklung gewiesen habe, damit ihr eure Lebensreise bis zum Ziele fortsetzt. In meiner Lehre habe Ich euch nie etwas gesagt, das nicht eine wahrheitsgemäße Erklärung hat. Doch wenn ihr andersartige und kompliziert gestaltete Erklärungen geben solltet, wenn ihr meine Unterweisung abändert oder denen, die eine Erläuterung dazu benötigen, eine fehlerhafte Auslegung gebt, so werdet ihr eine schlechte Ernte einbringen.

18      Achtet darauf, wie ihr weitergebt und wie ihr sprecht. Begreift, dass ihr für eine sehr große Gabe verantwortlich seid.

19      Ich bin der Eigentümer des Saatkorns, ihr die Arbeiter. Wenn jemand faul ist und seine Aufgabe nicht erfüllt ─ wenn jemand vom Pfade abweicht, so gebt nicht Mir die Schuld, der euch überall ruft. Erkennt, dass der, der sein Heil gewinnen will, eine gewisse Anstrengung machen muss.

20      Seht, Ich wende Mich an eure Herzen, damit ihr, Mich fühlend, sagen könnt: "Meister, ich werde dir nachfolgen."

21      Hört gut zu: Zu allen Zeiten hat der Vater der Menschheit seine Liebe durch Botschaften an seine Sendboten kundgetan. Diese Liebe, die ihr bis zu diesem Augenblicke zu verstehen und zu fühlen versucht, ist eben jene, die euch schon immer liebkost hat.

22      Ich will, dass ihr euch an diesem Lichte sättigt, denn ohne Liebe werdet ihr nicht zu Mir gelangen. Ohne diese Kraft könnt ihr meine Herrlichkeit nicht erfassen.

23      Mein Wort berührt die zartesten Saiten eures Herzens, damit ihr zur Liebe erwacht und begreift, dass, wenn ihr nur lebt, um die Reichtümer der Welt zu gewinnen, und ihr weder Raum noch Zeit übrig habt, damit das Herz und die Seele ihre Fähigkeiten entwickeln, so werden diese auf ihrem Entwicklungswege sich nicht entfalten.

24      Lasst euer Herz nicht eingebildet werden, denn es versinnbildlicht das Feuer der Ewigkeit dessen, aus dem alles hervorging und wo alles neu belebt wird.

25      Der Geist bedient sich des Herzens, um mittels des Körpers zu lieben. Wenn ihr nur nach dem Gesetz der Materie liebt, wird eure Liebe vergänglich sein, weil sie begrenzt ist. Doch wenn ihr geistig liebt, gleicht jene Empfindung der des Vaters, welcher ewig, vollkommen und unwandelbar ist.

26      Alles Leben und alles Geschaffene steht in Beziehung zum Geist, weil er ewiges Leben besitzt. Begrenzt euch nicht, liebt Mich und liebt euch, da ihr jenen Gottesfunken des "Seins" besitzt, das keine Grenzen im Lieben kennt, welches Gott selbst ist.

27      Begreift, dass alles, was existiert, für euch da ist, so wie alles seiner Bestimmung nach ein unaufhörlicher Tribut und eine fortwährende Huldigung für den Schöpfer ist.

28      Von allen Wesen empfange Ich ihre Frucht, doch alles empfängt von Mir die lebenspendende Kraft.

29      Ich erläutere euch all diese Unterweisungen, damit eure Seele nicht mehr Gefangener eurer Sinne ist ─ damit, wenn ihr euch aufmacht, meine Unterweisung zu verbreiten, ihr bekannt macht, dass die Seele, wie alles Geschaffene, dem Gesetze der Entwicklung unterworfen ist.

30      "Entwicklung" ─ ein Wort, das auf den Lippen der Menschen sein wird, wenn sie sich einmal mit der Seele beschäftigen; denn es bedeutet Fortschritt, Aufstieg, Umwandlung und Vervollkommnung.

31      Wann wird der Mensch endlich frei von Vorurteilen sein, damit er sich nicht mehr den Formen zuwendet, noch alles, was ihn umgibt, größer sieht als sich selbst? Dann, wenn er die Freiheit des Geistes erreicht.

32      Nun könnt ihr wohl begreifen, dass, wenn Ich Mich den Menschen immer in Weisheit kundgetan habe, dies geschah, um die durch begrenzte Verstandesvermögen gefangengehaltenen Seelen zu befreien.

33      Noch immer gibt es in dieser Zeit Menschen mit beschränktem Verstand und ohne Inspiration. Obwohl die Menschen aufgrund ihrer Entwicklung bereits einen hellen und aufgeweckten Verstand haben müssten, denken und leben noch viele wie in den primitiven Epochen.

Andere haben einen großen Fortschritt in der Wissenschaft erreicht, sich dabei aber in ihrer Eitelkeit und Selbstsucht abgekapselt und geglaubt, den Gipfel des Wissens erreicht zu haben. Doch sie sind auf dem Weg zu ihrem geistigen Fortschritt stehengeblieben.

34      Euch, die ihr Mich in dieser Zeit vernommen habt und gehört habt, dass sich in meiner Unterweisung ständig das Wort "Geist" wiederholt, sage Ich, dass die Größe und das Licht, das dies Wort beinhaltet, diese Menschheit erschüttern wird, wenn sie es einst begreift.

35      Macht euch dieser Gnade auch fernerhin durch recht verstandene Demut würdig. "Demut" bedeutet nicht Armseligkeit, noch materielle Armut.

36      Bewahrt die moralische Kraft; denn ihr habt euch wie der Stahl auf dem Amboss durch die Leiden dieses Lebens gefestigt.

37      Ich sehe euch mit eurer Bestimmung einverstanden. Falls eure Vergangenheit qualvoll war, richtet eure Augen nicht mehr darauf. Vergesst es und lebt friedvoll in der Gegenwart. Fürchtet nicht die Zukunft, denn "das Morgen" bin Ich.

38      Alle meine Prophetien werden in Erfüllung gehen, und diese eure kleine Nation wird von der Menschheit als das "Land der Verheißung" betrachtet werden. Ich werde dafür sorgen, dass die Herzen in ihr Frieden fühlen und die Seelen erleuchtet werden. Hohe Regierende anderer Völker werden zu ihr kommen und sich in ihrem Schoße inspirieren, um mit Liebe zu regieren.

39      Die "verlorenen Stämme Israels" werden herbeikommen, um sich in diesem durch meine Barmherzigkeit bereiteten Lande zu versammeln und meinen Frieden zu fühlen.

40      Ihr müsst vorbereitet sein, denn eure Mitmenschen werden sich an euch wenden. Ihr wisst nicht wie und wann, aber mein Wort wird in Erfüllung gehen.

41      Deshalb fordere Ich euch auf, euch zusammenzuschließen, damit eure Mitmenschen fühlen, dass sie zum Schoße des Volkes des Herrn gelangt sind, wo sie das empfangen werden, was mein

Wille ist.

42      Ich mache euch im voraus mit allen Geschehnissen der Zukunft bekannt. Was jene "Stämme" anbelangt, sage Ich euch, dass sie, durch meine Weisheit dazu bewogen, herkommen werden, um das Erbe zu empfangen, das ihr erhalten habt. Sie werden nicht durch Zufall herbeikommen; aber es ist notwendig, dass ihr vereint seid, damit ihr mein Wort in Erfüllung gehen seht.

43      In der Zweiten Zeit, als der Kaiser über Palästina herrschte, war dieses unter sich gespalten. Das Volk Israel war Sklave der Heiden, und auf seinen Schultern fühlte es die Last des Jochs der Tyrannei.

44      Gerade damals kam der Sohn Gottes zu den Menschen.

45      Wie viel Schmerz gab es in jenem Volke, und wie groß war die Selbstsucht der Menschen! Aber man vernahm mein Wort, und es war wie Balsam auf alle Wunden jenes enterbten Volkes. Ich stillte seinen Durst nach Liebe, und daher sagten die, die an Mich glaubten: "Nur der Nazarener versteht zu lieben." Und dennoch wurde Ich verkannt.

Als die Menschen Mich dazu brachten, das Opfer zu erbringen, fragten sie Mich: "Jesus, wo sind die, die dir nachfolgten?" In diesem Augenblick schaute Ich auf Jerusalem und sagte: "Noch ist es nicht an der Zeit, dass der Same keimt. Doch der Zeitpunkt wird kommen, und die Menschheit wird dann die Frucht kennenlernen." Und wirklich ─ nach meinem Scheiden brachen meine Jünger auf und machten mein Wort bekannt.

46      Jetzt sage Ich euch: Im Jahre 1950 werden jene in Erscheinung treten, die meinem Worte nicht gehorchen werden, und sie werden Mich dazu bringen, erneut den Opfertod zu erleiden, welcher der Ungehorsam und die Zwietracht unter euch selbst ist. Dann werde Ich wie damals sagen: "Ich habe mein Saatkorn in diese Herzen gelegt, und es wird erblühen, und von seinen Früchten werden die Nationen essen, die mein in den Schriften festgehaltenes Wort kennenlernen werden."

47      Dies Vermächtnis ist für euch bestimmt. Denkt daran, dass ihr auf eurem Wege immer das Gute säen müsst.

48      Die Tage kommen näher, in denen die christliche Welt sich in ihrem Herzen darauf konzentriert, des Dramas zu gedenken, das vor etwa zweitausend Jahren auf Golgatha stattfand. Dann besinnen sich manche, um zu ergründen, ob die Handlungen ihres Lebens in Einklang mit ihrem Gewissen sind, oder ob sie angesichts der Versuchung schwach gewesen sind.

49      Doch dies Volk, das Mich derzeit vernimmt, fühlt, dass es nicht nötig hat, das Bild des Gekreuzigten zu betrachten, weil es begreift, dass jenes auf dem Kalvarienberg vergossene Blut noch immer im Herzen der Menschen wirksam ist. Denn es wurde "bewässert", um ihm zu zeigen, wie man eine Mission erfüllt.

Das spiritualistische Volk braucht jenes Drama nicht nachzuerleben; es hat gelernt, sich seelisch emporzuschwingen, bis es die Herrlichkeiten fühlt und schaut, die es im Geiste gibt. Wer wie

Thomas gezweifelt hat, dem habe Ich erlaubt, seine Finger in die Wunde Jesu zu legen und mein Blut zu sehen, das noch immer frisch ist, und das sich wie eine unerschöpfliche Quelle weiterhin in Liebe und Kraft in jede Seele ergießt.

50      Ich habe euch gesagt, dass Ich euch so nahe bin, dass Ich selbst das Geheimste eurer Gedanken kenne, dass Ich überall bin, wo ihr seid, weil Ich allgegenwärtig bin. Ich bin das Licht, das euren Verstand durch Inspirationen oder lichtvolle Ideen erleuchtet.

51      Ich bin in euch, denn Ich bin der Geist, der euch beseelt, das Gewissen, das euch richtet. Ich bin in euren Sinnen und in eurem Körper, denn Ich bin in der ganzen Schöpfung.

52      Fühlt Mich immer mehr in euch und in allem, was euch umgibt, damit, wenn der Augenblick kommt, diese Welt zu verlassen, ihr voll und ganz in das Geistige Leben eingeht, und es keine Verstörtheit in eurer Seele gibt durch die Eindrücke, die die Sinnenwelt hinterlassen könnte; und ihr euch Mir einen weiteren Schritt nähert, der Ich die Quelle von unendlicher Reinheit bin, aus der ihr ewig trinken werdet.

53      Ihr wisst nicht, wie viel Zeit ihr noch habt, um diesen Schritt zu tun. Darum wachet, denn die Versuchung wird euch zum Straucheln bringen wollen. Ich bereite euch vor und verspreche euch, dass meine Barmherzigkeit bereit sein wird, euch aus dem Sturm zu erretten. Ich werde euch meine Hilfe anbieten, wenn ihr zu Fall zu kommen droht, denn für Mich gibt es nicht einen, der mehr wert wäre, noch einen anderen, der weniger wert wäre. Ich bin der Vater, und wann immer ihr reuig zu Mir kommt, werde Ich euch empfangen und euch euren Lohn geben gemäß euren Verdiensten.

54      Denkt nach und überprüft euer Leben. Lasst euch durch das Licht eures Geistes erleuchten. Ich werde euch euren geistigen Fortschritt erkennen lassen.

55      Legt mein Wort richtig aus, wohl wissend, dass es nicht dessen Form ist, die ergründet werden soll, sondern der in ihm enthaltene Sinngehalt und das Ziel, dass es euch weist. Meine Stimmträger können Fehler begehen; doch das, was von Gott kommt, ist lauter und kann nicht befleckt sein.

56      Ich habe euch ein Samenkorn übergeben, von dem ihr eine reiche Ernte einbringen sollt. Nehmt Mich zum Vorbild und verbreitet auf dem Lebensweg Liebe und Barmherzigkeit unter euren Mitmenschen. Dann wird die Menschheit den Glauben und die Stärke, die ihr erlangt habt, anerkennen.

57      Versucht den Sinn meines Werkes zu verstehen, so wie jene ihn verstanden und auslegten, die Mir bis ans Ende nachfolgten.

58      Wenn ihr euer Herz als ein Heiligtum bereitet habt, in dem ihr den Besuch eures Vaters erwartet, damit er in ihm die Wärme eurer Liebe fühlt, dann könnt ihr wirklich sagen, dass "die Lerche" bei euch gewesen ist. Mich umgeben Männer, Frauen und Kinder, und alle sind wie Nestlinge am Baume des Lebens.

59      Ihr seid unablässig gewandert und habt im Innern der Erde die Wurzeln bestimmter Bäume gesucht, um ihre Früchte zu beurteilen, und oftmals habt ihr in jenen Wurzeln den nagenden Wurm entdeckt. Danach habt ihr Mich auf Bergen und in Tälern gesucht ─ mit der Hoffnung, eine väterliche oder wenigstens eine freundschaftliche Stimme zu vernehmen, die euch aus der Ungewissheit befreien und euch auf den Weg der Wahrheit führen würde. Jetzt, da ihr mein Wort vernehmt, dankt ihr Mir dafür, dass Ich euch gewährt habe, meine Unterweisung zu hören, die euch auf eine vollkommenere geistige Kommunikation vorbereitet als die, die ihr derzeit habt.

Heute muss Ich mein Licht begrenzen, um von euch verstanden zu werden. Aber der Augenblick wird kommen, in dem eure Seele und euer Verstand meine Weisheit direkt ertragen können. Heute genügt vielen ein wenig Licht und Frieden in ihrem Herzen ─ den Kindern eine Liebkosung, den müde gewordenen Alten der liebevolle Blick ihrer Kinder; denn dadurch fühlen sie einen Lichtstrahl in ihrem ermatteten und betrübten Herzen. Doch hernach werden sich alle aufmachen im Verlangen nach einem Lichte, das ihren Lebensweg erhellt.

60      Wenn man viele meiner Kinder derzeit fragen würde, ob sie den Wunsch hätten, meine Unterweisungen zu hören, so würden sie antworten, dass sie dessen unwürdig sind. Doch Ich sage euch, dass keines meiner Kinder unwürdig ist, Mich zu vernehmen. Alle bedürfen meines Wortes: die Gerechten, um sich daran zu erquicken, ihren Gott zu vernehmen; die Unwissenden, um zu lernen und durch die Unterweisungen des Meisters die Entwicklung ihrer Seele zu erreichen; die Sünder, um sich durch ihre Reue zu erneuern, wenn sie dem Vater zuhören.

61      Eine Stimme gelangt zu Mir und sagt Mir: "Komm und sieh, wie schwach Ich auf Erden bin, wie befleckt meine Seele ist. Ich weiß, dass Du mich liebst und mir vergeben kannst, dass Du Führer in meiner Finsternis und Beistand in meiner Einsamkeit bist. Komm mir zu Hilfe, denn in den Prüfungen dieser Stunde fühle Ich den Schmerz des Todeskampfes."

62      Wer spricht so zu Mir? Wer lässt in dieser Weise seine Rufe zu Mir gelangen im Verlangen nach Gnade? Etwa ein Herz? Nein, Volk, es ist die Menschheit, die nicht vergessen hat, dass Ich Liebe bin. Sie erkennt ihre Schändlichkeit und bittet um Erlösung.

63      Ich weinte über euer Scheiden von dem Augenblicke an, an dem ihr die geistige Heimat verließet, um zur Erde zu gehen. Seit damals sind es meine Tränen und mein Blut gewesen, die euch eure Sünden vergeben haben, und meine gütige und ruhige Stimme hat euch unablässig auf eurer Lebensreise beraten. Mein Schatten ist euch auf allen Wegen gefolgt. Ich bin es gewesen, der euch in Wirklichkeit vermisst hat, nicht ihr. Denn als ihr weggingt, fühltet ihr euch stark, und ihr glaubtet, dass ihr meines Beistandes nicht mehr bedürftet. Euer Weg war der der Willensfreiheit, eure Sinne erweiterten sich, um alles einzuatmen und zu betasten, was euch umgab, und ihr musstet sehr tief fallen, um eure Augen erneut auf Mich zu richten.

Schon damals habt ihr euch daran erinnert, dass ihr einen Vater hattet, an dessen Tisch ihr euch gesetzt habt. Da habt ihr nach eurem Herrn gerufen; doch Ich hatte euch schon zuvor gerufen und eure

Gegenwart an meinem Tische angemahnt. Ich hatte euch wie ein Vater gesucht, der sein Kind als Kleines weggehen sah, mit Unschuld in seinem Herzen und ohne Kenntnis des Weges.

64      Wenn ihr mein Wort ergründet, werdet ihr begreifen, dass die Absicht des Vaters, als Er euch auf die Welt sandte, um ihre Wege voller Gefahren und Verführungen zu durchlaufen, nicht die war, dass ihr euch auf ihnen verirren solltet. Denn sie waren im voraus so angelegt, dass ihr auf ihnen die notwendigen Lektionen für die Entwicklung der Seele erhalten würdet, um euch die Erfahrung zu geben, die euch fehlte, und schließlich, um euch voll Licht zu Mir zurückkehren zu lassen.

Als euer Geist aus Mir hervorging, war er wie ein Funke, den die Winde in eine Flamme verwandeln mussten, damit bei der Rückkehr zu Mir euer Licht mit dem der Gottheit eins werden würde.

65      Ich spreche zu euch vom Gipfel des neuen Berges aus. Dort erwarte Ich euch, und wahrlich, Ich sage euch: Am Tage eurer Ankunft wird es ein Fest in diesem Reiche geben. Ihr kommt auf dem Wege des Schmerzes dorthin und bereinigt dabei eure Verfehlungen ─ ein Weg, den nicht Ich vorzeichnete, sondern den der Mensch geschaffen hat. Diesen Pfad ließet ihr auch Mich gehen. Doch seit damals ist der Weg des Opfers und des Schmerzes durch mein Blut verherrlicht.

66      Hört in der Unendlichkeit den Schall meiner Stimme, wie ihr den Schall einer Glocke hört.

67      Bedenkt, dass Gerichtszeit ist; denn wahrlich, Ich sage euch, jedes Vergehen wird gesühnt werden. Die Erde selbst wird Rechenschaft fordern von dem schlechten Gebrauch, den der Mensch von ihr und ihren Naturreichen gemacht hat. Alles, was zerstört worden ist, wird euch zur Rechenschaft ziehen und die Menschen dadurch erkennen lassen, dass sie vom Schöpfer mit Liebesabsichten geschaffen wurden, und dass gerade jener einzige Wille, der sie vernichten könnte, sie umsorgt, sie beschützt und sie segnet.

68      Kann eine Seele wohl ruhig von diesem Planeten scheiden, wenn das, was sie entweihte und zerstörte, sie ruft, um sie zur Rechenschaft zu ziehen? Dies sind jene, die sich eine Welt schaffen mussten, in der die Gewissensbisse, der Materialismus und die Folgen eines Lebens des Ungehorsams gegenüber meinem Gesetze wie dunkle Nebelschwaden sind, in denen sie schmerzerfüllt umher schweifen, bis es in ihnen licht wird, damit sie damit beginnen, alles wiederherzustellen, was sie zerstört haben.

69      Um ihnen beizustehen, sage Ich ihnen: Seht, hier ist der Meister erneut unter seinen Jüngern.

70      Heute komme Ich, um bei denen den Glauben zu entzünden, die für kurze Zeit mutlos sind.

71      Wenn Ich zu euch gekommen bin, werde Ich auch zu all jenen kommen, die sich zu Mir erheben. Meine Liebe, mein Licht sind für alle.

72      Wenn die Kundgabe des Herrn bei seinen Jüngern stattfindet, fühlt ihr unendliche Wonne in eurer Seele, und auch wenn meine Kundgebung kurz ist, zeigt ihr euch zufrieden.

73      Ich will, dass ihr jenen Frieden und jene Freude, die ihr erlebt, wenn ihr Mich vernehmt, auch dann empfinden könnt, wenn ihr Mich im Gebet sucht, damit eure Gedanken, wann immer ihr jene innere Erhebung erlangt, wie ein fruchtbar machender Tau sind, der auf die unfruchtbaren Felder herniedersinkt.

74      Während die Welt in Unruhe ist, der Schatten des Chaos sich auf die Nationen legt und der Krieg die Menschheit erschüttert, vernehme Ich jene, die sagen: "Wenn es für Gott nichts Unmögliches gibt ─ warum hält er dann den Krieg nicht auf und schafft eine neue Welt voller Frieden?" Doch Ich sage euch, dass ebenso, wie im Menschen Krieg ist, auch der Friede in ihm ist. Jeder Mensch besitzt ein strenges und weises Gewissen, und durch dieses vermag er den Weg zu wählen, der ihm nützlich ist.

75      Schon ist auf der Welt ein neuer Kampf entbrannt. Ganze Nationen kämpfen mit dem Ziel, ihre Feinde zu besiegen. Andere streben nach Überlegenheit, um Völker zu unterjochen und Sklaven zu halten, und wieder andere, damit ihre Rasse beweist, dass sie die höchste unter allen ist; doch in ihrer Blindheit erkennen sie nicht den Abgrund, der alle erwartet.

76      Lasst eure Gedanken in dieser Atmosphäre der Finsternis und Verwirrtheit wie einen Lichtstrahl hindurchdringen. Mit ihnen helft ihr euren Mitmenschen, in den Augenblicken der Prüfung klar zu denken. Auf diese Weise werdet ihr die Mission erfüllen, die Ich euch anbefohlen habe.

77      Seid stark, um eure Leidenschaften zu beherrschen, dann ergreift ihr nicht für die eine oder die andere Seite Partei. Euer Herz muss für alle in Mitgefühl und Brüderlichkeit entflammen und innerlich an den Leiden und Nöten Anteil nehmen, die dieser Menschheit zusetzen. So wird euer Herz im Gleichklang mit dem meinem schlagen.

Alles Gute, das ihr tut, wird seinen Lohn haben. Oder meint ihr nicht, dass das Kommen des Friedens unter den Menschen eine Belohnung für eure Gebete wäre?

78      Seht, es ist kein Opfer, das Ich von euch verlange. Ich sende euch nicht aus, um unter jenen entfesselten Scharen zu predigen; Ich gebe euch nicht in die Hände der Heiden. Jetzt genügt es, wenn ihr euer Denken reinigt, damit ihr mit ihm den Weg eurer Mitmenschen erhellt.

79      Kämpft, betet, wachet, damit die Versuchung, welche Macht hat, sich euch in anziehendste Formen gehüllt zu präsentieren, euch nicht von euren guten Vorsätzen abbringt und euch von der Pflichterfüllung abhält. Lernt, mit ihr zu kämpfen und sie zu besiegen. Schlaft nicht, denn sie wird bis zuletzt kämpfen.

80      Euer Kampf ist größer, als ihr es euch vorstellen könnt, weil dieser Gegner unsichtbar ist. Denn oftmals sucht ihr ihn an vielerlei Orten und tragt ihn doch in euch selbst, in euren Gefühlen, und in euren Leidenschaften verborgen. Für diesen Kampf gibt es keine bessere Waffe als das Gebet.

81      Der Vater hat euch seine Ratschläge gegeben. Auch wenn jede Lehransprache unterschiedlich ist, ist doch ihre Essenz, ihr Sinn und Zweck derselbe: Euch meine Liebe zu schenken und euch den Weg zur Vollkommenheit zu weisen, der euch das Heil geben wird.

82      In den Tagen des Gedenkens fühlt selbst das härteste Herz meine Gegenwart. In der Unendlichkeit schwingt unablässig der Schall der göttlichen Glocke, welche die Kundgebung dieser neuen Zeit verkündet. Aber wie taub ist das Herz dieser Menschheit!

83      Wenn dann die Menschen erwachen und im Verlangen nach meinem Worte herbeikommen, wird es bereits zu spät sein, weil Ich nicht mehr da sein werde. Dann werden sie nur noch das Zeugnis meiner Kundgebung empfangen können. Viele werden sich selbst beklagen, weil sie Mich nicht an den Orten aufgesucht haben, an denen Ich Mich kundgab, und sie meine Stimme nicht vernommen haben.

84      In dieser Zeit wird die Menschheit von großen Prüfungen heimgesucht. An allen Orten der Welt erhebt sich ein Klagen. Der Grund dafür ist, dass die Seelen auf die Erde gekommen sind, um die Früchte dessen zu ernten, was sie in anderen Zeiten aussäten; denn niemand entkommt meiner Gerechtigkeit. Ich wäre nicht mehr vollkommen, wenn Ich euch dies nicht vor Augen führen würde, wenn Ich euch nicht die Frucht eurer Werke ernten ließe. Doch Ich rüste die Menschen auch durch das Licht dieser Botschaft zu.

Zu jedem Ohr wird die Kunde von meiner Wiederkunft gelangen, von den Unterweisungen, die Ich der Menschheit hinterließ. Meine Jünger werden aufbrechen, um den Kranken den Heilbalsam zu bringen, sie werden Kreuzträger jener sein, die von der Last ihres Kreuzes niedergedrückt sind. ─ Ich wiederhole diese Weisungen oft für euch, damit ihr sie nach meinem Abschied nicht vergesst.

85      Wachet und betet, damit ihr stark seid. Doch betet mit dem Geiste, damit ihr die vollkommene Zwiesprache mit dem Herrn erlangen und euch daran erfreuen könnt. Wenn ihr seht, dass das, was ihr in den Augenblicken des Gebetes durch Inspiration empfangen habt, Wirklichkeit geworden ist, so wird dies der Beweis dafür sein, dass ihr einen Augenblick der geistigen Zwiesprache mit dem Meister gehabt habt.

86      Bringt eure Art und Weise, Mich zu suchen, zu beten, zur Vollkommenheit. Bedenkt: Wenn mein Wort nicht mehr im Innern eurer Versammlungsräume zu vernehmen ist, werden die Männer der Kirchen sich aufmachen, euch zurückzuerobern, werden sie versuchen, euch zurückzugewinnen. Werdet ihr dann fähig sein, eure Augen gegenüber diesem Licht zu verschließen und die Aufgabe, die ihr empfangen habt, beiseite zu schieben, um euch stattdessen mit dem Vollzug eines Ritus zu begnügen?

87      Fürchtet euch nicht, wenn Ich zuweilen davon spreche, dass ihr verleumdet und verfolgt werdet. Ich sage euch nur, dass, wenn ihr mein Göttliches Gesetz erfüllt, und wenn ihr die Gesetze der Erde befolgt, ihr nichts zu befürchten habt.

88      Beweist schon jetzt, dass ihr Jesus in dieser Zeit nicht vergeblich sprechen gehört habt, dass ─ wenn Ich euch "Jünger" nannte, ihr diesen Titel mit Würde zu tragen versteht. Angesichts der Wahrhaftigkeit und Reinheit eures Handelns wird sich der Starrsinnigste beugen. Wenn dann auf der Welt die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen religiösen Lehren und Vorstellungen da ist, wenn die Menschen sich der Verkündung meiner spirituellen Lehre am stärksten widersetzen, werden die Wunder, die Ich euch gewähre, am größten sein, und jene Beweise werden die Welt erzittern lassen.

Mein Friede sei mit euch!

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