BWL - Band VII - Unterweisung 184


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 184
Göttliche Gerechtigkeit oder menschliche Torheit 4
Die Geistwesen von uns unbekannten Sphären,
erfüllen auch Aufgaben 17
Beim Übersetzen des Wortes muss die göttliche Essenz
erhalten bleiben, ohne mentale Hinzufügungen 20
Die Wahrheit ist jenseits von Formen und Symbolen 28
Die Liebe ist der Weg des Geistes hin zu seinem Schöpfer 38
Fehlerhafte Ideen über den Himmel und die Erde 40
Entwicklung des Geistes von einer Sphäre zur nächsten 44
Hin zur Harmonie zwischen Geist und Materie 55

Unterweisung 184:
1. Menschheit, du hast dich in die Finsternis gestürzt. Doch die
Stunde ist gekommen, in der du zum Lichte aufsteigst.
2. Ich sende euch Elias, damit er euch aus eurer Lethargie reißt.
Wie könntet ihr meine Gegenwart fühlen, wenn ihr nicht wach seid?
3. Erwartet nicht, dass Ich zu eurer Welt als Mensch komme;
jene Lektion ist vorüber. Dennoch ─ obwohl Ich nur im Geiste bei
euch bin, werde Ich euch beweisen, dass es eine höhere
Offenbarungsform ist als jene, durch die Ich Mich bis heute
offenbart habe. Es ist der Beweis dafür, dass Ich euch geistig für
fähiger halte als die Menschen der vergangenen Zeiten.
4. Ich werde keinen Körper benötigen, um unter euch zu
wohnen, noch wird es unbedingt nötig sein, dass meine Stimme zu
einer menschlichen wird, um vernommen werden zu können.
Dennoch werdet ihr Mich uneingeschränkt als Meister, als Richter,
als Arzt bei euch haben.
5. Viele Fähigkeiten und Sinne hat eure Seele, damit ihr meine
Botschaften durch sie empfangt. Aber da ihr jene Fähigkeiten, die in
eurem Wesen existieren, bis zum heutigen Tage nicht kennt, glaubt
ihr, dass ihr Mich nur mit den Augen des Körpers sehen und mit
euren Ohren vernehmen könnt. Nun werde Ich euch das Haltlose
dieser Meinung beweisen, wenn ihr in der Stille eurer Schlafkammer
meine Gegenwart fühlt, und ihr euch in den Augenblicken
eures Gebetes vom Lichte der Inspiration durchflutet fühlt.
6. Noch seid ihr Seelen ohne Licht; doch Ich werde bewirken,
dass von euch Lichtfunken ausgehen in Form von Inspirationen,
hohen Ideen, edlen Gefühlen und guten Werken.
7. Ihr seid wie Lazarus im Grabe, für das geistige Leben Tote.
Aber bei meinem Rufe werdet ihr euch erheben, um Mir nachzufolgen
und von meiner Wahrheit Zeugnis abzulegen.
8. Jene Ereignisse, die die Völker der Erde täglich erschüttern,
sind Aufrufe der Gerechtigkeit, die euch zur Reue, zum Gebet, zur
Erinnerung und Läuterung aufrufen. Doch diese Prüfungszeit wird
so lange dauern, bis die Halsstarrigkeit und Torheit der Menschen
nachgibt, bis sie ihren Hochmut und ihre Gottlosigkeit aufgeben.
Nicht immer werden es Rufe der Gerechtigkeit sein, die man auf
Erden vernimmt; denn später, wenn die Menschheit geläutert ist,
werden es sehr unterschiedliche Ereignisse sein, die die Menschen
erregen. Es werden göttliche Inspirationen und geistige Kundgebungen
sein, es werden Offenbarungen der Natur sein. Die einen
zur Vervollkommnung eurer Seele, andere zum Wohle eures Lebens
auf der Welt.
9. Wisst ihr, welches die Gabe oder die Tugend ist, durch die die
Menschen mehr Gnade erlangen können? ─ Die Nächstenliebe.
Denn sie wird ihre Herzen veredeln, wird der Seele Gelegenheit
geben, sich ihren Mitmenschen hinzugeben, und wird das sein, was
am meisten an Glaubenssaat erntet. Denn die "Felder" und "Äcker"
sind voller Elend, Schmerz, Armut und Krankheit ─ Äcker, die nach
Liebe hungern und nur auf einen Samen und ein wenig Regen
warten, um zu erblühen.
10. Wenn es denen, die auf Erden mein Wort predigen, derzeit
unmöglich erscheint, das Vordringen der Sünde, das Überschäumen
von Feindschaften und Leidenschaften aufzuhalten, so ist für Mich
die Rückkehr der Menschen zum Guten und zur Gerechtigkeit nicht
unmöglich, nicht einmal schwierig.
11. Seht ihr jene Menschen, die große Völker regieren? Kennt
ihr die Macht ihrer Gesetze und ihrer Doktrinen? Seht ihr die
Wissenschaftler, wie sie unbesonnen und vermessen in die Geheimnisse
der Natur eindringen? Wahrlich, Ich sage euch, sie werden sich
noch mitsamt ihrem Hochmut, ihrem Können und all ihrem Wissen
demütig vor Mir niederwerfen. Denn jedes Menschenwerk gelangt
schließlich an seine Grenze, wo die Menschen dann von sich aus
ihren Augen für die Realität öffnen müssen und die Tragweite eines
jeden ihrer Werke, die Schwere ihrer Verfehlungen und das Ausmaß
ihrer Verirrungen erkennen.
12. Ich will euch damit nicht sagen, dass alles, was sie getan
haben, unvollkommen ist ─ nein. Aber es ist so wenig an Gutem,
das sie für ihre Mitmenschen bewirken, so wenig Gutes, das sie tun,
dass es besser ist, dass mein Gesetz das Unlautere und Schlechte,
das auf der Waage der Gerechtigkeit schwerer wiegt, richtet.
13. Der Menschheit ist noch eine kurze Zeitspanne gewährt, um
in ihr ihr Werk zu beenden und dem göttlichen Richter Rede zu
stehen, wenn er sie zur Rechenschaft zieht.
14. Währenddessen schreitet mein Licht voran, verbreitet sich
und dringt überall und in jede Seele ein.
15. Es war mein Wille, dass ─ wenn einmal diese Zeit meiner
Kundgaben gekommen wäre ─ alle meine Gekennzeichneten bereits
zubereitet sein sollten, wachend und betend, die Stunde meines
Kommens erwartend und einen einzigen Körper und einen einzigen
Willen bildend, um das zu vernehmen, was Ich euch offenbaren
würde. Doch Ich habe unter euch keine wahre Brüderlichkeit
gefunden.
16. Dies Volk, das meine Unterweisung empfangen hat, soll
seine Mitmenschen schulen und sie zu Meistern machen.
17. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich bin nicht gekommen, um
nur euch, die ihr auf Erden lebt, zu erleuchten, sondern Ich habe
auch alle Seelen gerufen, die in anderen, euch unbekannten Lebenswelten
den Weg verloren haben.
18. Welche Ergebung habe Ich bei den geistigen Wesen gesehen,
meine Aufträge zu erfüllen! Ihrer vom Körper freien Seele ist es
leichter gefallen, sich bereit zu machen, ihre Aufgabe in dieser Zeit
zu erfüllen.
19. Wie viele von ihnen erwarteten Mich frei von Irrtümern und
Verfehlungen, nach einer langen Sühnezeit. Und als Ich ihnen jenen
Teil des Buches der Sieben Siegel, das dem sechsten Zeitabschnitt
entspricht, offenbart habe, hat sich ihre Seele aufgerichtet, und in
ihrer Erhebung haben sie euch angespornt, haben Hindernisse auf
eurem Wege beseitigt und euch einen ehrenvollen Platz als Jünger
zugewiesen.
20. Um die göttlichen Unterweisungen zu verstehen, ist es
erforderlich, sich zu erneuern und das Gesetz zu erforschen.
Dadurch werdet ihr mein Wort verstehen lernen und große
Offenbarungen empfangen, die ihr durch die menschliche Wissenschaft
nicht erreichen könntet.
Der Tag wird kommen, an dem der Mensch seinen Nacken
beugen und seinem Vater mit der Achtung und Liebe lieben wird,
die Ich von euch verlange.
Meine Kundgebung ist für alle verständlich. Ich habe der
Fassungskraft eures Gehirnes gemäß gesprochen, denn meine ganze
Weisheit könntet ihr nicht begreifen. Diesem schlichten Worte, mit
dem Ich euch meine Lehren bekannt machte, sollt ihr nichts aus
eurem Verstande Stammendes hinzufügen, und wenn ihr es in
andere Sprachen übersetzt, so achtet darauf, dass ihr göttlicher
Sinngehalt erhalten bleibt.
21. Bereitet euch vor, damit euer Gehirn wie ein klarer Spiegel
ist, der mein Licht in all seiner Klarheit widerspiegelt, wenn ihr mit
dieser schwierigen Mission beschäftigt seid.
22. Lebt nahe bei Mir. Ich bin das Leben, Anfang und Ende alles
Geschaffenen. Wenn Ich euch eine Aufgabe wie die meine
anvertraut habe, so deshalb, weil Ich euch liebe und will, dass ihr
Mich zum Vorbild nehmt.
23. Rettet Herzen, tut Wunder, liebt einander.
24. Wenn ihr den nötigen Glauben und die notwendige
Seelenstärke in euch spürt, um das Kreuz auf euch zu nehmen, so
geht zu den Heimen und bringt mein Wort, zieht durch das weite
Land und durchschifft die Meere. Ich werde vor euch hergehen und
den Weg bereiten.
25. Seid wachsam, denn viele Wölfe im Schafspelz werden zu
euch kommen und euch betören wollen, um euch vom Wege
abzubringen. Doch wachet, und ihr werdet die Absichten ihrer
Herzen entdecken.
26. Wenn eure Mitmenschen leidend herbeikommen und
möchten, dass ihr ihre Tränen stillt, so tut es. Gebt all das Gute, das
in euch ist, dann werdet ihr später, im Jenseits, größere Barmherzigkeit
empfangen als die, die ihr auf dieser Welt erwiesen habt.
27. Geliebtes Volk, dein Gebet steigt auf zu Mir, wie in der
Ersten Zeit eure Psalmen im Tempel zu Mir empordrangen. Doch
diese Zeit ist vergangen, und eure Seele hat sich entwickelt. Der
große Tempel von Jerusalem existiert nicht mehr, denn mein Wort
ist in Erfüllung gegangen, und von seiner materiellen Gestaltung
blieb kein Stein auf dem andern.
28. Es gibt keine Bundeslade, noch die Gesetzestafeln auf dem
Altar mehr. Euer Geist sucht die Wahrheit jenseits der Gestalten und
Symbole, die ihm früher dazu dienten, zu glauben und zu verstehen
und die ihn lehrten, Mich anzubeten. Aber heute begreift er, dass
diese keine Berechtigung mehr haben, da ihr Sinn vom Geist verstanden
worden ist. Die Symbole waren nur materielle Objekte,
derer sich der Herr bediente, um dem Menschen die göttlichen
Lehren zu erläutern.
29. Wenn also der Schüler die grundlegende Unterweisung
verstehen gelernt hat, soll er die alten Kultformen vergessen, um
sich im Verlangen nach höheren Inspirationen und einer geistigeren
Anbetung zu erheben.
30. Denkt daran: Solange ihr irgendein Symbol vor euren Augen
haben müsst, das Mich verkörpert, könnt ihr euch nicht direkt mit
dem Göttlichen Geiste verbinden. Erkennt jedoch, dass ihr alle dazu
berufen seid, diese Zwiesprache von Geist zu Geist zu gebrauchen.
31. Alles, was euch in diesem Leben umgibt und umfängt, ist
ein Abbild des ewigen Lebens, ist eine tiefgründige Belehrung, die
durch materielle Formen und Objekte erläutert wird, damit sie
verstanden werden kann.
32. Noch seid ihr nicht zum Kern jener wunderbaren Lektion
gelangt, und der Mensch hat sich immer wieder geirrt, weil er das
Leben, das er auf Erden führt, so aufgefasst hat, als ob es die
Ewigkeit wäre. Er hat sich damit begnügt, sich mit den äußeren
Formen desselben zu befassen, und hat alles abgelehnt, was es an
göttlicher Offenbarung enthält ─ das, was Essenz und Wahrheit ist,
welche in der ganzen Schöpfung enthalten sind.
33. Wenn dies "Buch" sein Licht in den Seelen hinterlassen hat
und bis zur letzten Seite verstanden worden ist, wird der Mensch die
Erde verlassen, und seine Seele wird zu einer neuen Heimstätte
weiterziehen, wo er alles, was ihn das menschliche Leben auf
seinem Wege lehrte, wissen und verwerten wird. Dann wird er viele
Lehren begreifen können, die ihm durch das Leben in der Materie
offenbart wurden.
34. Studiert diese Worte, die euch euer Meister mit so viel Liebe
gewidmet hat, damit ihr durch deren Licht eure Werke beurteilen
könnt. Und wenn ihr begreift, dass ihr stehengeblieben seid, so
ergründet, was die Ursachen gewesen sind, die dies verursacht
haben, damit ihr sie in Zukunft vermeidet und euren Entwicklungsweg
immer vorwärts geht.
35. Die Mission, die Ich meinem Volke auf Erden anbefohlen
habe, ist groß und sehr heikel. Darum habe Ich es in jedem Zeitalter
aufgesucht, um es mit meinem Worte zu inspirieren und ihm etwas
mehr vom Inhalt des Gesetzes zu offenbaren.
36. Das Gesetz der Liebe, des Guten und der Gerechtigkeit ist
das geistige Erbe gewesen, das Ich ihm zu allen Zeiten vermacht
habe. Von Lektion zu Lektion habe Ich die Menschheit zum
Verständnis dessen gebracht, dass das Gesetz in einem einzigen
Gebot zusammengefasst werden kann: der Liebe. Liebt den Vater,
welcher der Urheber des Lebens ist, liebt den Mitmenschen, welcher
Teil des Vaters ist, liebt alles, was der Herr geschaffen und befohlen
hat.
37. Die Liebe ist Urgrund, Beginn, Same der Weisheit, der
Größe, der Macht, der Erhöhung und des Lebens. Dies ist der wahre
Weg, den der Schöpfer der Seele vorgezeichnet hat, damit sie von
Stufe zu Stufe und von Heimstatt zu Heimstatt immer mehr die
Annäherung an Mich fühlt.
38. Wenn der Mensch vom Anbeginn der Zeiten aus der
geistigen Liebe einen Kult gemacht hätte, anstatt in abgöttische
Riten und religiösen Fanatismus zu verfallen, so wäre diese Welt,
die heute durch die Angst und das Elend der Menschen zu einem
Tränental geworden ist, ein Tal des Friedens, in das die Seelen
kämen, um Verdienste zu erwerben, um nach diesem Leben jene
geistigen Heimstätten zu erreichen, in die die Seele auf ihrem Wege
eingehen soll.
39. Wahrlich, Ich sage euch, in keiner Epoche des menschlichen
Lebens hat dem Menschen die Kenntnis meines Gesetzes gefehlt.
Denn von dem göttlichen Funken, welcher sein Geist ist, hat ihm
niemals ein Lichtfunke in der Seele, eine Intuition in seinem
Verstande, oder eine Ahnung in seinem Herzen gefehlt. Dennoch ist
eure Seele mit einer dunklen Binde vor den Augen ins Jenseits
zurückgekehrt, und Ich sage euch, wer die Lektion, die das Leben
auf dieser Welt in diesem Tal der Prüfungen enthält, nicht nutzt, der
muss zu ihm zurückkehren, um seine Wiedergutmachung zu Ende
zu bringen, und vor allem, um zu lernen.
40. Falsch ist die Vorstellung, die ihr von dem habt, was das
Leben auf der Erde bedeutet, von dem, was die Seele ist, und von
dem, was die Geistige Welt ist.
Die Mehrheit der Gläubigen meint, dass, wenn sie mit einer
gewissen Rechtschaffenheit leben oder wenn sie im letzten Augenblicke
ihres Lebens die begangenen Verfehlungen bereuen, der
Himmel für ihre Seele sicher ist.
Doch diese falsche Vorstellung, die dem Menschen sehr gefällt,
ist der Grund dafür, dass er das Gesetz während seines ganzen
Lebens nicht beharrlich erfüllt und so bewirkt, dass seine Seele,
wenn sie diese Welt verlässt und in die Geistige Welt gelangt,
feststellen muss, dass sie an einen Ort gekommen ist, an dem sie
nicht die Wunder schaut, die sie sich vorgestellt hatte, noch die
höchste Glückseligkeit fühlt, auf die sie ein Anrecht zu haben
glaubte.
41. Wisst ihr, was jenen Wesen widerfährt, die sicher waren, in
den Himmel zu kommen, und die statt dessen nur Verwirrendes
vorfanden? Da sie nicht länger auf der Erde zuhause waren, weil
ihnen der Stützpunkt ihrer körperlichen Hülle fehlte, und sie sich
auch nicht zu jenen Höhen erheben konnten, in denen sich die
Sphären des geistigen Lichtes befinden, schufen sie für sich ─ ohne
sich dessen bewusst zu sein ─ eine Welt, die weder menschlich noch
zutiefst geistig ist.
Dann beginnen sich die Seelen zu fragen: Ist das der Himmel?
Ist das die Heimstatt, die Gott den Seelen bestimmt hat, nachdem
sie so lange auf Erden gewandert sind?
42. Nein ─ sagen andere ─ dies kann nicht der "Schoß des
Herrn" sein, wo nur Licht, Liebe und Reinheit existieren kann.
43. Allmählich, durch Nachdenken und Schmerz, gelangt die
Seele zum Begreifen. Sie versteht die göttliche Gerechtigkeit, und,
vom Lichte ihres Geistes erleuchtet, beurteilt sie ihre vergangenen
Werke und entdeckt dabei, dass sie armselig und unvollkommen
waren, dass sie nicht wert waren, das zu verdienen, was sie geglaubt
hatte.
Danach, aufgrund dieser Selbstbetrachtung, zeigt sich die Demut
und entsteht das Verlangen, auf jene Wege zurückzukehren, die sie
hinter sich hatte, um die Schandflecken auszulöschen, die Fehler
wiedergutzumachen und vor ihrem Vater wirklich Verdienstvolles zu
tun.
44. Es ist notwendig, die Menschheit über diese Geheimnisse
aufzuklären, damit sie begreift, dass das Leben in der Materie eine
Gelegenheit dafür ist, dass der Mensch für seine Seele Verdienste
erwirbt ─ Verdienste, die sie erheben werden, bis sie in einer Sphäre
höherer Vergeistigung zu leben verdient, wo sie aufs Neue verdienstvoll
handeln muss, um nicht zurückzubleiben und um weiter von
Stufe zu Stufe aufzusteigen; denn "im Hause des Vaters gibt es viele
Wohnungen."
45. Diese Verdienste werdet ihr durch die Liebe erwerben, wie
es euch das ewige Gesetz des Vaters gelehrt hat. Und so wird eure
Seele auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit Stufe um Stufe
fortschreiten und dabei den schmalen Weg kennenlernen, der zum
Himmelreich führt ─ zum wahren Himmel, welcher die Vollkommenheit
der Seele ist.
46. Seid willkommen, die ihr zu Mir kommt, um die Wege des
Friedens und der Liebe zu finden. Jene Menschen heiße Ich
willkommen und lasse sie begreifen, dass eine geistige Aufgabe auf
sie wartet.
47. Jünger, ihr werdet mit Mir kämpfen, werdet nahe bei eurem
Meister arbeiten, und so werden wir den Pfad zurücklegen, der euch
auf den Gipfel des Berges führt. Ihr werdet voll Demut bei Mir
anlagen, ohne zu bitten, dass euch euer Vater dieses oder jenes
Geschenk macht, sondern um willig das zu empfangen, was Er für
jedes seiner Kinder vorgesehen hat.
48. Ihr habt Licht in eurer Seele und seid außerdem bereits weit
auf dem Wege der Prüfungen vorangekommen, der eure Erfahrung
fruchtbar gemacht hat, und daher lasst ihr euch nicht mehr von der
Eitelkeit beherrschen, groß sein zu wollen, um bewundert und
bedient zu werden.
49. Wer außer Mir wäre fähig, in den Seelen zu regieren und ihr
Schicksal zu lenken? ─ Niemand. Wer daher beabsichtigt hat, den
Platz seines Herrn einzunehmen, weil er herrschen wollte, schuf für
sich ein Reich entsprechend seinen Neigungen, Vorlieben, Machtansprüchen
und Eitelkeiten ─ ein Reich der Materie, der niederen
Leidenschaften und unedlen Gefühlen.
50. Den Geist könnt ihr euch nicht untertan machen, denn in
ihm ist die vollkommene Gerechtigkeit. In den Seelen hat nur die
Reinheit Macht über die edlen Gefühle, nur das Gute bewegt sie ─
mit einem Wort: Die Seele nährt sich nur von der Wahrheit und dem
Guten.
51. Darum, o Jünger ─ obwohl ihr euch überreich mit Gaben
beschenkt seht und begreift, dass ihr ein Gut besitzt, das nicht alle
besitzen, sollt ihr euch niemandem überlegen fühlen. Stellt alles,
was ihr habt, in den Dienst meiner Sache, denn sie ist von Liebe
geprägt, und ihr sollt ihr euer ganzes Leben widmen, um auf diese
Weise euren Mitmenschen nützlich zu sein.
52. Zerstört das Reich der Eitelkeiten, das ihr geschaffen habt.
Beherrscht die menschlichen Leidenschaften und lasst eure Seele
sich in ihrem innersten Kern offenbaren, voll Liebe und Licht, die
ihr die Weisheit schenkt.
Versucht bei allen Handlungen eures Lebens Jesus zum Vorbild
zu nehmen. Er wurde nicht zur Erde gesandt, um eine Verfehlung zu
sühnen oder das Gericht seines Vaters zu empfangen. Christus, der
heute erneut zu euch spricht, kam zu den Herzen der Menschen
herab, um in ihnen sein Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und
Wahrheit zu errichten. Er brachte den Menschen keine materia-
listischen Lehren, noch ungerechte Gesetze. Er kam nicht, um die
Habgier der Menschen zu erwecken, noch ihre Leidenschaften zu
nähren. Er brachte die Lehre der Liebe, welche die Moral der Seele
ist. Darum sagte Er den Menschenscharen: "Mein Reich ist nicht
von dieser Welt."
53. Ihr fragt Mich im Innersten eures Herzens, wie es möglich
sein kann, dass große Geistwesen rebellisch werden und gegen Gott
wirken wollen. Ich sage euch dazu dies: Jene, die sich gegen Mich
erheben, sind noch nicht wirklich groß. Es sind unvollkommene
Geistwesen, die einen Teil ihrer Fähigkeiten zu entfalten vermochten
und die Entwicklung der anderen vernachlässigt haben. Ihre Intelligenz
ist entwickelt worden, aber nicht die edlen Gefühle ihrer Seele.
54. Das ist der Grund dafür, dass Ich euch seinerzeit darauf
hinwies, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Denn außer
den das Irdische betreffenden Unterweisungen, die ihm die Erde
vermittelt, benötigt er für seine vollständige Vervollkommnung das
Licht des Geistes, das er nur in meiner Unterweisung erhalten kann.
55. Ihr Menschen: Viele Jahrhunderte lang seid ihr auf der Erde
umhergeirrt, immer von der Last eurer Leidenschaften niedergedrückt.
Doch das Ende ist gekommen, schon seid ihr in der Ära
eurer geistigen Befreiung, in der die Seele im Körper herrschen
wird, der ihr Diener sein wird, und in der sie die Unendlichkeit zur
Heimstatt haben wird.
56. Bald werdet ihr erfahren, woher ihr gekommen seid, und
wohin ihr geht, damit ihr der Welt den Platz zuzuweisen versteht,
den sie in eurem Leben einnehmen soll, und ihr der Seele den Platz
gewährt, den sie in eurem Dasein haben soll.
57. Diese Worte, die Ich euch gerade gebe, sind prophetischer
Natur, damit ihr einen Ansporn habt, damit ihr euch anstrengt und in
eurer Zukunft mit einem Licht der Hoffnung rechnen könnt.
58. Jene, die durch die Welt gehen und wegen ihrer Schmerzen
Tränen vergießen, sollen nicht denken, dass Ich sie verlassen habe.
Ich stelle ihre Geduld auf die Probe und warte nur darauf, dass sie
ihre Läuterung erreichen, damit sie dann die Zahl meiner
Nachfolger vermehren.
59. Die Vergeistigung wird zu den Menschen kommen, ihre
Zweifel zerstreuen, sie zum sicheren Weg zurückkehren lassen, sie
das Licht der Wahrheit erblicken lassen. Dann werden die Menschen
sagen: "Das Wort des Herrn ist in Erfüllung gegangen, als Er uns
sagte: 'Jedes Auge wird Mich schauen.'"
60. Ihr müsst wissen, dass der Schmerz in dieser Zeit sehr groß
ist, weil die Seele des Menschen nun Schulden abträgt, die euer
Herz nicht kennt, und um Flecken zu tilgen, die lange Zeit in euch
gewesen sind. Ihr wisst nicht, wer ihr seid, und wie eure Werke
beschaffen waren auf dem langen Wege, den ihr zurückgelegt habt.
Doch jetzt müsst ihr, die ihr diese Offenbarung kennt, euch mit
Geduld und Ergebung wappnen. Denn dies wird euch erheben und
euch helfen, eure Läuterung zu erreichen.
61. Ich versichere euch, dass es vorerst nicht nötig ist, dass ihr
eure Vergangenheit kennt; dass es für euch genügt, wenn ihr die
Intuition oder die Ahnung habt, dass ihr in anderen Zeiten Fehler
begangen habt, die ihr nun wiedergutmachen müsst. Hingegen will
Ich, dass ihr durch mein Wort vieles von eurer Zukunft wisst, denn
dies Licht wird in euren Herzen die Hoffnung aufkeimen lassen, ein
Leben des Friedens und des Lichtes zu erreichen, in dem die Seele
und der Körper sich aufwärtsentwickeln. Denn es werden Zeiten
kommen, in denen zwischen dem Körperlichen und dem Seelischen
Harmonie herrschen wird.
62. Mein Licht wird alle Pfade erhellen, und die Sekten und
Religionen werden einen einzigen Weg vor sich sehen, ein einziges
Gesetz: das Liebesgesetz des Göttlichen Geistes. Dies wird die
weltumspannende Lehre sein, die alle Seelen vereinen wird.
Mein Friede sei mit euch!

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