BWL - Band IV - Unterweisung 99


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 99:
1. Seid willkommen, Jünger, am Himmlischen Tische. Genießt
die wohlschmeckende Speise, die Ich euch in Meinem Worte bringe.
Wie ein Dieb, der in ein Schlafgemach eindringt, so bin Ich in euer
Herz gekommen und habe entdeckt, dass ihr Hunger nach geistigen
Erkenntnissen habt.
2. Niemand sollte von Meiner Gegenwart überrascht sein.
Schon durch Jesus zeigte Ich euch die Ereignisse an, die Meine
Kundgebung als Geist der Wahrheit ankündigen würden. Auch sagte
Ich euch, dass Mein Kommen im Geiste geschehen würde, damit
niemand materielle Manifestationen erwarten sollte, die niemals
kommen werden. Betrachtet das jüdische Volk, wie es noch immer
den Messias erwartet, ohne dass dieser in der Form kommt, die sie
erwarten, weil der wahre bereits bei ihnen war und sie Ihn nicht
erkannten. Menschheit, willst du Meine neue Manifestation nicht
anerkennen, um Mich weiterhin gemäß deiner Glaubensvorstellung
zu erwarten und nicht dem entsprechend, was Ich dir versprach?
3. Erwacht aus eurem Schlafe und werdet zu Kindern des
Lichtes, denn Ich bringe euch einen göttlichen Samen, der euch den
Frieden und das Leben geben wird, und Ich will, dass ihr ihn zu säen
beginnt.
4. Wartet nicht länger damit, an Meinen Ruf zu glauben.
Bedenkt, dass sich in der großen Schlacht, die euch angekündigt ist,
das Gericht fühlbar machen wird. Ich will, dass ihr in diesem
Kampfe wohl gerüstete Soldaten seid, bereit, mit euren Werken der
Liebe Glauben in die schwachen Herzen zu senken.
5. Volk, verbanne jede Furcht vor den Meinungen deiner
Mitmenschen, denn nicht sie werden dir den Frieden geben, nicht
sie werden dich ins Gelobte Land bringen. Fürchtet nicht die
Menschen, folgt Mir beharrlich auf diesem Pfade. Denn in der
Stunde des Gerichtes für die Menschheit würdet ihr aus tiefstem
Herzensgrunde beklagen, nicht treu gewesen zu sein, euch nicht an
Meiner Unterweisung ermutigt zu haben, noch gelernt zu haben, die
großen Prüfungen im Einklang mit Meinem Gesetze zu lösen. Den
Beharrlichen und den Getreuen wird der Sieg gehören.
6. Mein rettendes Boot ist in tiefster Sturmesnacht erschienen.
Kommt alle zu ihm, die ihr befürchtet, in der Sünde unterzugehen,
als Schiffbrüchige, die ihren Kurs verloren haben.
7. Die Trübung des Verstandes, der Mangel an Glauben, die
Unkenntnis der Wahrheit sind Finsternis für den Geist, und darum
befindet sich die Menschheit heute auf einem Irrweg. Wie haben
sich jene Menschen vermehrt, die dahinleben, ohne zu wissen oder
wissen zu wollen, wohin sie gehen!
8. Ich wusste, dass für die Menschen eine solche Zeit kommen
würde, voller Schmerz, Verwirrung, Unsicherheit und Misstrauen.
Ich versprach euch, euch aus dieser Finsternis zu retten, und hier bin
Ich: Ich bin der Geist der Wahrheit. Weshalb wollt ihr Mich erneut
als Mensch? Erinnert ihr euch nicht, dass Ich als Mensch starb und
euch sagte, dass Ich euch in Meinem Reiche erwarten würde? Damit
machte Ich euch begreiflich, dass die Seele ewig ist, unsterblich.
9. Es war der Göttliche Geist, der durch den Mund Jesu sprach
und der mit Seinem Blute den Preis für eure Rettung besiegelte. Wie
lautete euer Urteilsspruch? Zu leben, um Mich später auf dem Wege
über euer Gewissen als Licht kommen zu sehen. Ich gab euch
Beweise Meiner Unsterblichkeit und hüllte euch in Meinen Mantel
der Vergebung, um euch zum Verständnis dessen zu bringen, dass
jenes auf Golgatha vergossene Blut das erhabenste Lehrbeispiel der
Erfüllung einer Liebesmission war, um in der Ewigkeit den Frieden
zu erlangen. Darum sage Ich euch, dass ihr selbst eure Seligkeit
erringen müsst.
10. "Israeliten" habe Ich euch genannt, weil euer Geist jenem
Samen entstammt, den Ich den Gründern des Volkes, welches "Volk
Gottes" genannt wurde, anvertraute.
11. "Israel" war der Name, den Ich Jakob und seinem Samen
gab. Warum wurde dieser Name später dazu verwendet, eine Rasse
zu bezeichnen, obwohl er sich nur auf geistige Missionen bezieht?
Ich inspirierte Patriarchen und Propheten dazu, jenes Volk das Volk
Gottes zu nennen. Wisst ihr warum? Weil es unter allen übrigen
Völkern der Erde eine geistige Mission mit sich zur Welt brachte.
Während die einen Völker die Wissenschaft in ihren Händen hielten,
andere die Künste, und wieder andere die menschlichen Gesetze,
kam dies Volk mit dem Geistigen Gesetz, der Lehre des Herzens,
dem Licht der Ewigkeit. Während andere Völker der Welt
Philosophen und Wissenschaftler schenkten, gab dieses ihr Propheten,
die den Menschen göttliche Botschaften übermittelten,
Patriarchen, die mit ihrem Leben den Weg zu Gott lehrten, Apostel,
die als Zeugen der Wahrheit lebten und starben, und vor allem den
Göttlichen Meister, der im Schoße des Volkes Israel Mensch wurde
und den Menschen die erhabenste Himmelsbotschaft brachte.
12. Darum wurde jenes Volk das "Volk Gottes" genannt,
wenngleich Ich euch sage, dass alle Völker Mein sind und Ich alle
gleichermaßen liebe; doch jedes bringt zur Erde seine Mission mit.
13. Diesen geistigen Samen lasse Ich in der heutigen Zeit auf
der Welt erscheinen. Er wird unter der Menschheit verstreut zutage
treten — nicht als eine Rasse oder in Form von Volksstämmen,
sondern in allen Rassen, denn Israel gründet im Geiste, und das
Geistige steht über dem Menschlichen.
14. Aufs neue wird Mein Volk mit der Mission, dem Geiste
Licht zu bringen, in Erscheinung treten. Seine geistigen Fähigkeiten
werden in das menschliche Leben einfließen wie zu allen Zeiten.
Meine Propheten, Sendboten und Jünger haben den Menschen
(schon immer) Licht und Frieden gebracht.
15. Ihr, die ihr Mich hört, versteht diese Unterweisungen
gewisslich. Doch begnügt euch nicht damit, sie zu verstehen; ihr
müsst darangehen, weiterhin eure ewige Bestimmung zu erfüllen,
den geistigen Weg eurer Mitmenschen zu erhellen. Erfüllt eure
Mission, und ein weiteres Mal wird in euch das Licht erstrahlen,
welches immer im Volke Gottes vorhanden sein soll.
16. Seht, wie euer Geist die Zeit vorausgeahnt hat, in der er jetzt
steht, und er ist im Verlangen nach der Erfüllung Meiner
Verheißungen eilends herbeigekommen. Euer Herz wusste nichts
von Meinem Kommen, denn in diesen Zeiten legt die Menschheit
Meinen Prophetien nur wenig oder keine Bedeutung bei; aber der
Geist bewahrte jenes Wort in seinem tiefsten Innern.
17. Euer Herz war eingeschlummert; aber seit ihr Mein erstes
Wort oder Meine erste Unterweisung vernommen habt, erwachte es,
und als es die Wahrheit begriff, erkannte es sogleich, dass die Seelen
zur Erde gekommen sind, um einen göttlichen Auftrag zu erfüllen,
und nicht, damit jeder nach seinem Willen handelt. Wer dies
Erwachen erlebt hat, der folgt Mir Schritt für Schritt nach und
erbaut in seinem Innern ein Heiligtum.
18. Mein Wort der Liebe wird dem ganzen auserwählten Volke
zuteil. Erquickt euch an ihm, Jünger. Wenn Ich euch manchmal
berichtige und sogar richte, so denkt über diese Unterweisungen
gründlich nach, damit ein jeder das beherzigt, was ihn betrifft. Freut
euch nicht, wenn Ich eine Verfehlung tadle, die ihr nicht begangen
hättet, obschon ihr jene kennt, die sie begangen haben. Denn in
diesem Augenblick wird euch euer Gewissen an jene Belehrung
erinnern, in der Ich euch sagte: "Seht nicht den Splitter im Auge
eures Bruders, ohne zuvor den Balken zu erkennen, den ihr mit euch
schleppt."
19. Denkt daran, dass ihr alle Meine Apostelschar bildet, die Ich
morgen aussenden werde, um Mein Wort zu bezeugen, und dass ihr
euch schon jetzt zu lieben beginnen sollt. Glaubt ihr nicht, dass
Meine Kundgabe durch euer Verstandesorgan eine große Bedeutung
hat? Oder meint ihr, dass dies hier eine der vielen Sekten ist, die
heute entstehen und die Rettung der Welt verkünden und danach
wieder verschwinden, ohne Spuren Meines Friedens zu hinterlassen?
20. Beobachtet, wie dieser Same, obschon ihr ihn schlecht
gepflegt habt, nicht stirbt, seht, wie er Finsternis und Fallgruben,
Hindernisse und Prüfungen besiegt hat und Tag für Tag weiterhin
keimt und sich entwickelt. Warum stirbt dieser Same nicht? Weil die
Wahrheit unsterblich, ewig ist. Deshalb werdet ihr erleben, dass
wenn diese Lehre bisweilen zu verschwinden scheint, dies gerade
dann sein wird, wenn neue und üppige Triebe hervorsprießen, um
den Menschen zu helfen, auf dem Wege zur Vergeistigung einen
weiteren Schritt vorwärts zu machen.
21. Glaubt nicht, dass dies nur in dieser Dritten Zeit geschehen
ist, nein, auch in der Zweiten Zeit, nachdem der Meister und Seine
Jünger den Samen, den sie in das Herz der Menschen säten, mit
ihrem Blut bewässert hatten, gab es Augenblicke, in denen es
schien, als ob die Lehre Christi von der Welt verschwunden wäre.
Wie viele sind in der heutigen Zeit schließlich in ihrem Glauben
schwankend geworden und haben an jener Wahrheit gezweifelt, die
zuvor ihr Leuchtfeuer und ihr Gesetz gewesen ist, da sie den
Opfertod Jesu und derer, die Ihm nachfolgten, für unnütz halten. Ich
brauchte dann nur neue Diener zur Welt zu senden, damit sie alle
Unwahrheiten entfernten, welche die Menschen Meiner Lehre
hinzugefügt und womit sie dieselbe entstellt hatten, und schon
keimte der Same wieder und trug Blüten und Früchte.
22. Ich lehre euch diese Zusammenhänge, damit ihr nicht zu
denen gehört, die Meine Wahrheit verheimlichen, Meine Lehre
entstellen oder Mein Gesetz entweihen, sondern zu denen, die mit
der ganzen Liebe ihres Geistes den Samen, den Ich euch anvertraut
habe, hegen und pflegen, welcher derselbe ist, der nach Meinem
Willen zu allen Zeiten in den Herzen der Menschen erblühen sollte:
als Liebe der Menschen untereinander.
23. Den Meister, der bei euch auf der Welt war, könnt ihr
"Rabbi aus Galiläa" nennen, denn in jenem Lande wurde Er
Mensch. Doch von dem Meister, der heute unsichtbar zu euch
kommt, könnt ihr, obwohl es derselbe ist, nicht sagen, dass Er aus
Galiläa ist, denn Ich komme im Geiste.
24. Meine neuen Unterweisungen sind die Bestätigung jener,
die Ich euch in der Zweiten Zeit gab, aber sie sind noch
weitreichender. Bedenkt: Damals sprach Ich zum Herzen der
Menschen, jetzt dagegen spreche Ich zum Geiste.
25. Ich verleugne keines Meiner Worte, die Ich euch in der
Vergangenheit gab, im Gegenteil, Ich gebe ihnen die gebührende
Erfüllung und die richtige Auslegung. Ebenso sagte Ich damals den
Pharisäern, die glaubten, dass Jesus das Gesetz zerstören wolle:
"Denkt nicht, dass Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten
aufzulösen, im Gegenteil, Ich komme, um sie zu erfüllen".
Wie könnte Ich jenes Gesetz und die Prophetien verleugnen, da sie
doch das Fundament des Tempels sind, der in drei Zeitaltern in den
Herzen der Menschen errichtet werden musste, und die Ankündigung
Meines Kommens zur Welt?
26. Solange die Menschen in ihrer Blindheit und in ihrer
Unwissenheit verharren, werden sie Anlass dafür sein, dass Gott, der
vor allem Vater ist, sich gegenüber Seinen Kindern vermenschlichen,
begrenzen und verkleinern muss, um verstanden werden zu
können. Wann werdet ihr zulassen, dass Ich Mich vor euch mit der
Herrlichkeit zeige, in der ihr Mich schauen sollt?
27. Ihr müsst groß sein, um euch Meine Größe vorstellen zu
können, und um dessentwillen komme Ich immer wieder, um euch
geistige Größe zu geben, damit ihr die unendliche Wonne erfahren
könnt, euren Vater kennenzulernen, Seine Liebe zu spüren, das
Göttliche Konzert zu hören, das über euch erklingt.
28. Dies ist die Dritte Zeit, geliebte Jünger, und daher müsst ihr
den vorangegangenen Lektionen eine weitere hinzufügen. Vieles
habt ihr zu studieren, aber seid unbesorgt, denn die Unterweisung
dieser Zeit wird euch die der vergangenen Zeiten besser verstehen
lassen. Ebenso war es bei denen, die sich nach dem Gesetze Moses
richteten, die Propheten studierten und den Wesenskern der Lehren
erst begriffen, als Jesus kam.
29. Statt der Psalmen, die ihr in der Ersten Zeit eurem Vater
lobsanget, haltet ihr heute geistige Zwiesprache mittels des geistigen
Gebets.
30. Wie langsam geht die Menschheit der Vollkommenheit ihrer
Gottesverehrung entgegen!
31. Immer, wenn Ich zu euch mit einer neuen Lektion komme,
erscheint sie euch eurer Entwicklungsstufe allzu weit voraus. Doch
begreift, dass Ich euch ein Zeitalter zur Verfügung stelle, damit ihr
sie, solange es währt, erfassen und in euer Leben aufnehmen könnt.
32. Immer, wenn der Tod das Dasein eurer Körperhülle beendet,
ist dies wie eine Erholungspause für die Seele, die, wenn sie sich
wieder inkarniert, mit neuen Kräften und größerem Lichte
zurückkehrt und das Studium jener göttlichen Lektion fortsetzt, das
sie nicht abgeschlossen hatte. Auf diese Weise reift im Verlauf von
Zeitaltern der Weizen, welcher eure Seele ist. Vieles habe Ich euch
in Bezug auf das Geistige Leben offenbart, doch Ich sage euch, dass
ihr jetzt noch nicht alles wissen müsst, sondern nur das, was für euer
Kommen zur ewigen Heimat wesentlich ist. Dort werde Ich euch all
das sagen, was euch zu wissen bestimmt ist.
33. Um euch in dieser Zeit neue Lehren zu offenbaren, eröffnete
Ich die Zeit des Lichtes und des Geistes mit Meiner Kundgabe durch
die Verstandesorgane von ungebildeten und unwissenden, aber
schlichten Menschen. Morgen, wenn ihr Meine ersten Lektionen
verstanden und zur Anwendung gebracht habt, werdet ihr die
Zwiesprache von Geist zu Geist haben, welches das höchste Ziel ist,
das ihr erstreben könnt. Doch bis sich diese Form der Verständigung
unter den Menschen verbreitet, wird noch Zeit vergehen, und ihr
wisst nicht, wie viele Zeitalter noch vorübergehen werden, bis sie
vollkommen geworden ist.
34. Zu allen Zeiten habe Ich eine Form gesucht, zu euch zu
sprechen, Mich hörbar und verständlich zu machen, aber nicht
immer seid ihr geneigt oder bereit gewesen, die göttliche Stimme zu
hören. Angesichts eurer Erdgebundenheit musste Ich Mich vermenschlichen
und euren Sinnen wahrnehmbar machen, um gefühlt
zu werden, um euch Meine Kundgabe durch den menschlichen
Stimmträger zuteil werden zu lassen, wie ihr es in dieser Zeit erlebt
habt. Doch Ich habe euch angekündigt, dass diese Form der
Kundgabe 1950 enden wird.
35. Volk, vergiss nicht, dass euch euer Vater an diesem Tage
gesagt hat, dass Er immer einen Weg, sich euch mitzuteilen, gesucht
hat, damit ihr erkennt, dass wenn ihr morgen Mein Wort nicht mehr
durch Meine Werkzeuge empfangt, ihr einen neuen Zeitabschnitt
erreicht habt, in welchem ihr die wahre Kommunikation zwischen
eurem Geist und dem Göttlichen Geist zu ahnen beginnen werdet.
36. In der heutigen Zeit frohlocken die Seelen, die die Gegenwart
des Heiligen Geistes in jenem Lichte spüren, das den Verstand
erleuchtet und die Herzen mit Wonne und Inspiration erfüllt. Jene,
die ihre Empfindsamkeit nicht genügend erweckt haben, um Mich
wahrzunehmen, haben Durst und ermangeln des Friedens. Dazu
sage Ich denen, die die Göttliche Inspiration empfangen, dass sie
ihre Mitmenschen herbeirufen und sie durch die gute Kunde von
Meinem geistigen Kommen wachrütteln.
37. Dies Leben ist eine beständige Prüfung für den Menschen,
vom Augenblick an, da er geboren wird, bis zum irdischen Tode.
38. Das menschliche Leben ist für den Geist der Schmelztiegel,
in dem er sich läutert, und der Amboss, auf dem er geschmiedet
wird. Es ist unerlässlich, dass der Mensch ein Ideal in seinem Geiste
hat, Glauben an seinen Schöpfer und Liebe zu seiner Bestimmung,
um sein Kreuz mit Geduld bis zum Gipfel seines Kalvarienberges zu
tragen.
39. Ohne Glauben an das ewige Leben gerät der Mensch in
Verzweiflung bei all den schweren Prüfungen, ohne hohe Ideale
versinkt er im Materialismus, und ohne Kräfte, um eine Enttäuschung
zu ertragen, geht er in der Mutlosigkeit oder im Laster
zugrunde.
40. All dies wissen die Menschen aus eigener Erfahrung, denn
es ist notwendig gewesen, dass sie die leidvolle Seite des Lebens
und die Finsternis kennenlernten, damit sie das Licht wahrnehmen
können, wenn ihnen dieses vor Augen kommt. Darum habe Ich euch
an diesem Tage gesagt, dass Jubel in den Seelen ist, die ihre Augen
geöffnet haben, um das göttliche Licht der Weisheit und der Liebe
zu schauen.
41. Wahrlich, Ich sage euch, viele werden Meine Lehre fliehen
aus Angst davor, sich zu vergeistigen; doch es wird weder die
Vernunft noch der Geist sein, der in ihnen spricht, sondern die
niederen Leidenschaften des Fleisches.
42. Wenn ein Geist der Wahrheit zugetan lebt, flieht er den
Materialismus wie jemand, der sich aus einer verseuchten
Umgebung entfernt. Der hochstehende Geist findet sein Glück in
der Moral, dort, wo Friede regiert, wo die Liebe wohnt.
43. Mein Licht strahlt in allen Menschen, es ist eine unerbitt-
liche, aber gütige Stimme, die unablässig zu allen Menschen spricht.
44. Seid nicht besorgt um jene, die sich dem Anschein nach
darauf versteifen, Mich nicht anzuhören, denn im gegebenen
Augenblick können sie in ihrer Bekehrung und ihrem Glauben die
Inbrünstigsten und Standhaftesten werden. Erinnert ihr euch nicht an
die Bekehrung des Paulus?
45. Ich tue keine übereilten Schritte. Ich weiß, dass Mich Meine
Kinder inmitten der Ewigkeit irgendeinmal suchen werden im
Verlangen nach Erlösung. Nur die Menschen müssen sich beeilen,
denn je länger sie ihre Erneuerung hinauszögern, desto mehr
verlängern sie ihre Sühnezeit.
46. Das Licht dieser Dritten Zeit hat eure Herzen mit dem
lebendigsten Glücksgefühl erfüllt, die Hoffnung auf Frieden in der
Welt ersteht in euch aufs neue. Täglich beschäftigt ihr euch mehr
mit den Werken eures Herrn im wachsenden Verlangen danach, bei
diesem Werke der Vergeistigung mitzuarbeiten. Wahrlich, Ich sage
euch, Ich werde euch alle Zeit, die ihr auf Mein Werk verwendet,
belohnen. Doch vernachlässigt nicht eure Pflichten auf Erden, um
euch dem Geistigen zu widmen, bis ihr sicher seid, dass Ich es euch
befohlen habe. Dann müsst ihr nicht nur eure Arbeit, sondern sogar
eure Angehörigen hinter euch lassen, um nach der einen oder andern
Gegend aufzubrechen und euren Mitmenschen die Frohe Botschaft
zu bringen.
47. Unter diesem Volke werden jene erstehen, die sich Meinem
Dienste widmen. Sie bereiten sich vor, um nicht morgen in den
Prüfungen wankend zu werden. Nicht das ganze Volk versteht sich
für den Kampf vorzubereiten, denn ihr seht ja, dass viele, die Mein
lebendiges Wort hörten, davon unberührt blieben, und dass ihr Herz
nicht zu gehorchen bereit ist.
48. Wenn ihr doch die Lichtgeister sehen könntet, die über euch
wachen, wie sie angesichts der Herzenshärte und des Ungehorsams
des Volkes leiden; wenn ihr deren geistiges Schluchzen hören
könntet! Warum richtet ihr euch nicht nach dem unfehlbaren Rat,
den diese Wesen euch geben? Habt ihr in ihnen nicht euren
liebevollen und mitfühlenden Bruder gefunden, euren treuen und
selbstlosen Freund?
49. Bedenkt, dass ihr sehr bald im Geistigen sein werdet und
dass ihr das, was ihr auf dieser Erde gesät habt, auch ernten müsst.
Der Schritt von diesem Leben in das andere bleibt weiterhin ein
ernstes und strenges Gericht für den Geist. Niemand entgeht diesem
Gericht, auch wenn er sich für den würdigsten Meiner Diener hält.
50. Mein Wille ist es, dass ihr von dem Augenblick an, an dem
ihr jene unendliche Heimat betretet, nicht mehr die Ängste der Erde
erlebt und ihr die Beglückung und die Wonne zu fühlen beginnt,
eine weitere Stufe erklommen zu haben.
51. Lasst nichts unvollendet auf der Welt. Liebt die Menschen
wie eure eigene Familie. Betet für die Menschen, so fernestehend
sie euch auch sein mögen, so wie ihr betet, wenn einer der Euren
abwesend ist und leidet. Heilt den Kranken, und während ihr es tut,
denkt an all jene, die in jener Stunde den Kelch des Leidens trinken.
Lasst während eures ganzen Weges auf dem weiten Meer, das ihr
durchquert, durch euer Leben eine Lichtspur zurück. Schlaft nicht,
während Mein Licht die Gewissen erleuchtet. Bedenkt, dass jene,
welche wachen, Meine Inspiration empfangen, um Meine Botschaft
hernach an ihre Mitmenschen weiterzugeben. Trennt euch von allem
Unnützen und Schlechten, damit ihr zu jedem Zeitpunkt würdig
seid, Meine Gnade zu besitzen.
52. Empfanget die Seele in eurer Mitte, die zur Erde kommt, um
in einem Kindlein zu inkarnieren, und stehet ebenso auch der Seele
mit eurem Gebete bei, die sich von ihrem Körper löst und von euch
Abschied nimmt. Geleitet sie mit eurem Gebete bis zu den
Schwellen des Jenseits. Liebt eure Nächsten und dient ihnen zu
jeder Stunde und in jeder schwierigen Lage, die sie durchleben
sollten.
53. Lebt immer geistig wachsam, damit ihr denen von Herzen
vergeben könnt, die euch verletzt haben. Denkt im voraus darüber
nach, dass wer seinen Bruder verletzt, dies nur tut, weil es ihm an
geistigem Lichte mangelt, und Ich sage euch, dass die Vergebung
das einzige ist, was in jene Herzen Licht bringen kann. Groll oder
Rache vermehren die Finsternis und ziehen das Leid herbei.
54. Seid klug und tapfer in den Prüfungen, damit ihr diesen
Samen in den Herzen eurer Kinder zurücklasst und sie sich mit
Zuneigung und Dankbarkeit an euch erinnern, so wie ihr der
Patriarchen der Ersten Zeiten gedenkt, die euch ihr Erbe an
Glauben, an Tapferkeit hinterließen, wie es bei Abraham war, den
ein ganzes Volk als Vater anerkannte und liebte.
55. Heute sind es Ratschläge, die Ich euch gegeben habe, doch
es sind Himmlische Ratschläge. Denn Ich habe Meine Freude daran,
als Vater zu euch zu sprechen, da Ich in Meinem Geiste eure
Kindesliebe fühle.
56. Volk, zu seiner Zeit taufte Johannes, der auch der Täufer
genannt wird, diejenigen mit Wasser, die an seine Weissagung
glaubten. Diese Handlung war ein Sinnbild für die Reinigung von
der Ur-Schuld. Er sagte den Menschenscharen, die zum Jordan
kamen, um die Worte des Wegbereiters zu hören: "Siehe, ich taufe
euch mit Wasser, doch schon ist Jener auf dem Wege, der euch mit
dem Feuer des Heiligen Geistes taufen wird".
57. Aus diesem Göttlichen Feuer wurden alle Geister geboren,
sie gingen rein und lauter daraus hervor. Doch wenn sie sich auf
ihrem Wege mit der Sünde befleckt haben, welche der Ungehorsam
mit sich brachte, so ergießt sich aufs neue das Feuer Meines Geistes
auf sie, um ihre Sünde zu vernichten, ihre Flecken auszulöschen und
ihnen ihre ursprüngliche Lauterkeit zurückzugeben.
58. Wenn ihr diese Geistige Taufe, statt sie als die Läuterung zu
verstehen, die der Mensch durch einen Akt aufrichtiger Reue
gegenüber seinem Schöpfer erlangt, in einen Ritus verwandelt und
ihr euch mit dem Symbolgehalt einer Handlung begnügt —
wahrlich, Ich sage euch, dann wird euer Geist nichts erreichen.
59. Wer so handelt, lebt noch in den Zeiten des Täufers, und es
ist, als ob er nicht an dessen Prophetien und Worte geglaubt hätte,
die von der Geistigen Taufe sprachen, vom Göttlichen Feuer, durch
das Gott Seine Kinder läutert und im Lichte unsterblich macht.
60. Johannes rief die Menschen als Erwachsene zu sich, um
jenes Wasser als Sinnbild der Läuterung auf sie zu gießen. Sie
kamen zu ihm, als sie sich bereits ihrer Handlungen bewusst waren
und schon den festen Willen haben konnten, auf dem Wege des
Guten, der Rechtschaffenheit und der Gerechtigkeit zu bleiben.
Seht, wie die Menschheit es vorgezogen hat, den symbolischen Akt
der Läuterung mittels Wasser zu vollziehen, statt wahrhaftiger
Erneuerung durch Reue und den festen Vorsatz zur Besserung,
welche aus der Liebe zu Gott geboren werden. Die rituelle
Handlung bedeutet keine Anstrengung; hingegen das Herz läutern
und darum ringen, rein zu bleiben, bedeutet für den Menschen sehr
wohl Anstrengung, Entsagung, und selbst Opfer. Darum haben die
Menschen es vorgezogen, ihre Sünden dem äußeren Anschein nach
zuzudecken, indem sie sich mit der Einhaltung von Zeremonien,
bestimmten Handlungen und Riten begnügten, die ihre moralische
oder geistige Verfassung nicht im geringsten verbessern, wenn bei
ihnen nicht das Gewissen mitspricht.
61. Jünger, das ist der Grund, weshalb Ich nicht will, dass unter
euch rituelle Handlungen stattfinden, damit ihr durch deren Vollzug
nicht das vergesst, was tatsächlich auf die Seele einwirkt.
62. Die Ursünde stammt nicht aus der Vereinigung von Mann
und Frau. Ich, der Schöpfer, ordnete diese Vereinigung an, als Ich
beiden sagte: "Wachset und mehret euch". Dies war das erste
Gesetz. Die Sünde lag im Missbrauch, den die Menschen von der
Gabe der Willensfreiheit gemacht haben.
63. Bereitet euch, um in eurer Mitte weiterhin die Kinder zu
empfangen, die Ich euch anvertraue. Seid euch eurer Aufgabe und
eurer Verantwortung voll bewusst. Dies Licht werdet ihr in Meiner
Lehre finden.
64. Wisset, dass die Seele, wenn sie inkarniert, alle ihre
Fähigkeiten mitbringt, dass ihre Bestimmung bereits niedergeschrieben
ist, und dass sie daher nichts auf der Welt erst
empfangen muss. Sie bringt eine Botschaft mit oder eine
Sühneaufgabe. Manchmal erntet sie eine (gute) Saat, und ein
andermal bezahlt sie eine Schuld. Aber immer empfängt sie in
diesem Leben eine Lektion der Liebe, die ihr ihr Vater gibt.
65. Ihr, die ihr eure Kinder durch dies Leben geleitet, sorget
dafür, dass sie, wenn die Zeit kindlicher Unschuld vorüber ist, den
Weg Meines Gesetztes beschreiten. Erweckt ihre Gefühle, offenbart
ihnen ihre Fähigkeiten und regt sie immer zum Guten an, und
wahrlich, Ich sage euch, wen ihr Mir in dieser Weise zuführt, der
wird von dem Lichte überströmt werden, das von jenem göttlichen
Feuer ausstrahlt, welches Meine Liebe ist.
Mein Friede sei mit euch!

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