BWL - Band IV - Unterweisung 94


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 94:
1. Mein Wort hat sich voll Liebe unter euch kundgetan. Es hat
sich als ein Balsam des Trostes erwiesen, als ihr weinend zu Mir
gekommen seid, und mit väterlichem Rate musste Ich euch
berichtigen. Wenn der Tag näherrückt, an dem Ich dies Wort auf den
Lippen Meiner Stimmträger verstummen lasse, werdet ihr das
Gefühl haben, dass es von einem Richter kommt, obwohl es immer
dasselbe sein wird in seiner Liebe und in seiner Zärtlichkeit. Aber es
wird soviel Licht in sich bergen, dass ihr selbst die geheimsten
Fehler und die verborgensten Flecken entdecken werdet, die ihr an
euch habt.
2. Von Mir werdet ihr niemals sagen können, dass Ich euch
nicht auf eure Unvollkommenheiten hinwies, oder dass Ich euch in
Meiner Lehre trügerische Unterweisungen gab. Wenn ihr morgen
eure Fehler entdeckt und die Größe dieser Offenbarung richtig
einschätzt, werdet ihr in der Lage sein, eurem Vater Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen.
3. Noch erfasst ihr diese Wahrheit nicht. Zuerst legte die
Finsternis eine dunkle Binde auf eure Augen, danach kam das Licht
Meines Wortes, aber ihr wart von ihm geblendet. Es ist unvermeidlich,
dass ihr einige Augenblicke im Dunkeln umhertappt, bis
ihr euch an dieses Licht gewöhnt und alles erblicken könnt, was
euch umgibt. Bis dahin sollt ihr mit eurer Kritik, mit euren Worten
und euren Handlungen vorsichtig sein, denn noch könntet ihr keine
sicheren Schritte auf dem Wege machen, noch von der Wahrheit
sprechen, wie ihr es tun sollt.
4. Die Wahrheit ist eine und ist ewig, und dennoch — seht euch
die Menschen an, wie sie verschiedene Wahrheiten ausposaunen!
Wie sehr wurden Meine Lehren auf Erden mit Füßen getreten!
5. Seit Christus euch von der Wahrheit kündete — wie viele
haben von ihr zu sprechen versucht! Doch Ich frage euch: Haben sie
Mich auch in der Liebe, im Gehorsam und in der Liebestätigkeit
zum Vorbild genommen? Ich allein weiß, welche zu allen Zeiten
Meine wahren Jünger und Apostel gewesen sind.
6. Wenn die Menschen morgen bei der Beurteilung dieser
Kundgabe an ihrer Wahrheit Zweifel bekommen, weil sie durch
sündige Sprachrohre gegeben worden ist, werde Ich sie begreifen
lassen, dass Mich die Sünde nicht abstößt, im Gegenteil, sie hat
Mich dem, der sich vom Wege verirrt hat, nähergebracht.
7. Ein weiterer Beweis Meiner Macht, den die Menschen
anerkennen werden, besteht darin, dass nur Ich bewirken konnte,
dass der Mund von Sündern mit Reinheit spricht, dass die lästernden
Lippen göttliche Belehrungen aussprechen, und dass ein ungeschulter
Verstand Unterweisungen und Offenbarungen voller Weisheit
übermittelt.
8. Welche werden jene sein, die in dieser Zeit als wahre Apostel
Meines Wortes an die Öffentlichkeit treten? Welche unter euch
werden ihren Mitmenschen die Schönheit Meiner Unterweisung vor
Augen führen?
9. Eure Werke sind notwendig; unerlässlich ist das lebendige
Zeugnis dieses Volkes, das Mein Wort hörte.
10. Die Lehre, die Ich euch gebracht habe, ist wie eine
unermesslich große Fackel, um die sich die Menschenscharen
versammeln müssen — die Menschen, die Hunger nach Wahrheit
und Durst nach Gerechtigkeit haben, und auch die irrenden Seelen,
die Forscher, die sich im Verlangen nach Licht verzehren.
11. Bereitet euch für die Zeit vor, in der große Scharen eurer
Mitmenschen sich auf die Suche nach der Oase des Friedens
machen, aber tut es in Demut. Sammelt in eurer Seele die Tugenden
an, die Ich euch in Meinem Worte gebracht habe. Sucht eure
Mitmenschen nicht durch Eitelkeiten oder gehaltlose Unterweisungen
zu beeindrucken. Sie kommen auf der Flucht vor eben
jenem zu euch.
12. Nicht nur die, welche Mein Wort durch das menschliche
Verstandesorgan vernahmen, werden Kinder dieses Volkes genannt
werden. Jeder, der sein Kreuz auf sich nimmt, jeder, der dies Gesetz
liebt und diesen Samen verbreitet, soll Arbeiter in Meinem
Weinberg, Apostel Meines Werkes und Kind dieses Volkes genannt
werden, auch wenn er Mich nicht mittels dieser Kundgabe gehört
hat.
13. Erneut sage Ich euch, dass ihr keine äußerlichen Formen
suchen sollt, um Mein Werk bekanntzumachen, denn ihr würdet
dann viele verwundbare Punkte darbieten, wodurch ihr von den
Sekten und Religionsgemeinschaften bekämpft würdet.
14. Wenn ihr nach moralischer Besserung trachtet, nach
Reinheit in eurem Leben, nach Vergeistigung in eurer Gottesverehrung,
wird es keine Waffen, Ideen oder Lehren geben, die euch
besiegen können. Baut auf den Geist, und alles wird erhalten bleiben
und die Heimsuchungen und Schlachten überleben, weil der Geist
unzerstörbar ist. Wenn ihr auf materiellen Grundlagen aufbaut,
handelt ihr wie der Törichte, der ein Gebäude auf Sand errichtet, das
bei der kleinsten Erschütterung zusammenbrechen muss.
15. Macht aus euren Herzen eine Schatzkammer, um in ihr
Meine Lehren als den kostbarsten Schatz aufzubewahren, den euer
Geist bis zu dieser Zeit erhalten hat.
16. Ich gebe Mich bei euch in dieser Zeit geistigen Ringens zu
erkennen, weil ihr zur Welt gesandt wurdet, um von diesem Gesetze
zu sprechen. Ihr wurdet bereits befreit, ihr habt euch schon vom
Unnützen abgewandt; geht jetzt auf dem Pfade weiter voran als die
von Jesus geliebten wahrhaftigen Arbeiter.
17. Ich habe euch in dieser Zeit zur Welt gesandt, damit ihr von
Mir sprecht und euer Geist seine Erfahrung an die andern weitergibt.
18. Wenn Ich euch offenbart habe, dass ihr Israel seid, so
geschah es, damit ihr wüsstet, dass ihr schon seit langem auf Erden
Meinem Wege folgt, und auch darum, damit ihr über eure
Verantwortung nachdenkt. Meint ihr nicht, dass es richtig ist, dass
Ich euch zuweilen euren Mangel an Glauben, an Eifer oder an
Liebestätigkeit zum Vorwurf mache?
19. Ein einziger Gott hat zu euch gesprochen seit Anbeginn der
Zeiten; einen einzigen Gott sollt ihr anerkennen und lieben.
Außerdem will Ich, dass ihr Mir eine einzige Art der Verehrung
darbringt.
20. Die Menschen sind es, die vielerlei Götter geschaffen haben;
jeder fühlt, verehrt und stellt ihn sich auf unterschiedliche Weise
vor. — Ich halte dies Volk von jedem religiösen Einfluss fern, damit
es Mich hier, in seiner Einsamkeit, in seiner Zurückgezogenheit
vernimmt und versteht, damit es Mir schließlich eine seines
Schöpfers würdige Verehrung darbringt. Dasselbe tat Ich in jener
Zeit, als Israel Jahrhunderte hindurch ein Gefangener unter dem
Joche und der Geißel der Pharaonen Ägyptens war. Es war Mein
Wille, Moses als Sendboten zu gebrauchen und jenes Volk der
Sklaverei zu entreißen, welches dazu bestimmt war, das Gesetz zu
empfangen und das Licht, das die Menschheit erhellen würde.
Vergleicht die Ereignisse jener Zeit mit denen von heute und ihr
werdet die Absicht verstehen, mit der der Meister zu euch von
diesen Geschehnissen gesprochen hat.
21. Euer Geist sagt Mir, dass die Menschheit auch in dieser
Epoche materielle Sklaverei, Trübsale und Geißelhiebe erfahren hat,
und dass sie durch die Knechtschaft des Geistes hindurchgegangen
ist.
22. Darum komme Ich erneut zu euch, um euch zu sagen: Liebt
euch, wie Ich euch in der Zweiten Zeit lehrte, damit euer Weg
erträglich ist. Habt Vergeistigung, Ordnung, Gehorsam, Glauben und
Nächstenliebe, und ihr werdet euch stark im Kampfe fühlen und
werdet das Vorbild für alle Völker der Erde sein.
23. Viele werden euch fragen, welches der Weg ist, dem ihr
folgt, und wohin ihr geht, und wenn sie sehen, dass euer Wandel
bescheiden, aber voll Sicherheit und Festigkeit ist, werden sie euch
mit einem Herzen voller Vertrauen und Glauben nachfolgen.
24. Heute kommt euer Geist im Verlangen nach Nahrung, das
Herz will Frieden, der Verstand hat Durst nach Licht. Doch der
Meister sagt euch: In den frühen Zeiten eurer Entwicklung besaßet
ihr all das, sogar ohne Verdienste erworben zu haben, um es zu
erlangen. Jetzt hingegen müsst ihr alles mit euren Werken innerhalb
des Gesetzes erreichen, das euch lehrt, euch untereinander zu lieben.
25. Nichts kostete es euch in jenen Zeiten, Gesundheit, Kraft,
Frieden und Überfluss zu haben, weshalb ihr alles leicht verloren
habt. Jetzt sage Ich euch, dass wenn ihr mit Anstrengungen, mit
Mühen und Opfern die Entfaltung jener Gaben zurückgewonnen
habt, die ihr nicht in ihrem ganzen Werte zu schätzen wusstet, ihr sie
nicht mehr verlieren werdet, denn dann werdet ihr das, was ihr habt,
nutzen, und werdet nie vergessen, was es euch kostete, dies zu
erlangen. Habt ihr eine Vorstellung davon, wie sehr diese Menschheit
sich entwickeln muss, um aus ihrem tiefen Schlafe zu erwachen
und sich mit dem Ziel der Zurückgewinnung (dieser Gaben) und der
Entwicklung auf den Weg zu machen? Doch ihr sollt ihr vorangehen
und sie den Weg zu ihrer geistigen Entwicklung lehren. Jetzt, wo ihr
dies Wort hört und bereits eine Gemeinschaft bildet, sage Ich euch,
dass ihr Reinheit in eurer Seele haben und in eurer Zurüstung
beharrlich bleiben sollt, damit ihr Mein Werk in voller Klarheit
bekunden könnt. Ich will, dass ihr die Aufgabe, die Ich euch anvertraut
habe, mit Lauterkeit durchführt. — Beruhigt euch, denn nicht
alles werdet ihr tun; Meine fürsorgliche Liebe wird euch beistehen.
26. Von vielen Punkten der Erde aus werden Einzelmenschen,
Gruppen und Volksmengen an die Öffentlichkeit treten und zur
Menschheit über die neue Zeit sprechen, über Vergeistigung, und für
die Befreiung und die Brüderlichkeit der Menschen wirken. Hierzu
sage Ich euch, dass Ich das übrige tun werde.
27. Es gibt Werke, die nur Ich vollbringen kann. Eines davon ist
das, diese Menschheit vor den Abgründen zu erretten, die sie selbst
geschaffen hat. Aber der Vater ist unendlich beglückt, wenn Er sich
bei Seinen göttlichen Aufgaben und Pflichten durch Seine
vielgeliebten Kinder unterstützt sieht. Deshalb lasse Ich den Ruf an
alle Menschen ergehen. Ich erkläre ihnen den Zweck Meiner
Kundgebung, und hernach erwähle Ich die Herzen guten Willens,
um sie als Soldaten und Gesandte Meiner göttlichen Sache
vorzubereiten.
28. Ich möchte dies Volk bald gleich Heerscharen auf Straßen,
in den Völkern und Nationen verstreut sehen, wie es die Frohe
Botschaft und das Zeugnis von Meinem Worte sowie das Licht
Meiner Verheißungen weiterträgt. Wenn ihr euch wahrhaft vereint,
werdet ihr erleben, wie eurem Verstande große Eingebungen
entspringen, welche der Schlüssel sein werden, der die heute noch
eurem Klopfen verschlossenen Türen öffnet.
29. In dieser Zeit habe Ich euch gesagt: Hat der Einfluss der
Welt in euch einen solchen Grad erreicht, dass ihr jede Spur Meiner
früheren Lehrworte ausgelöscht habt? Das ist der Grund, weshalb
Ich gekommen bin. Wer von den Bewohnern der Erde könnte euch
den ganzen Reichtum an Erfahrung und Licht begreiflich machen,
den euer Geist besitzt, obschon er ihn nicht kundtut, weil die
Einflüsse der Welt ihn daran hindern?: Niemand; Ich allein kann
euch retten und euch die Geheimnisse des Geistes offenbaren.
30. Unter der Menschheit befinden sich solche, die zu einer
andern Zeit auf eine göttliche Verheißung hin die Wüste durchquerten,
und die Stimme des Herrn auf einem Berge hörten. Auch
entdecke Ich andere, die zur Zeit Jesu lebten, Seine Werke sahen
und Sein Wort vernahmen, die Mir in die Einöde nachfolgten und
von den Broten und Fischen aßen, die Ich der Menschenmenge zu
essen gab, nachdem sie den Berg erstiegen hatte, um jene Stimme zu
hören; und Ich sehe auch jene, die am Tage Meiner Kreuzigung
schreiend in der Menge mitliefen. Selbst hier, unter den Scharen, die
herbeikommen, um dasselbe Himmlische Konzert zu hören (wie zu
Jesu Zeit), das jetzt neu für sie ist, entdecke Ich jene Seelen.
31. Diejenigen, die weinen, jene, die erbeben, wenn sie Mich
hören, und die die Stimme erkennen, die zu ihnen spricht, dies sind
jene, deren Geist noch immer den Nachklang Meiner Worte
bewahrt.
32. Bemerkt ihr, wie viele von denen, die zu dieser Kundgebung
kommen, für immer auf diesem Wege bleiben und sich diesen
Aufgaben hier widmen, ohne dass es eine menschliche Macht gibt,
die sie daran hindern könnte, zum Hören Meines Wortes
hierherzukommen? Es sind solche, die gegenüber Gott noch Liebesschulden
aus einer andern Zeit haben und die keine Gelegenheit
hatten, sich Ihm hinzugeben, die sich selbst aber versprochen haben,
auf Mich zu warten, um Mir nachzufolgen und bis ans Ende zu
dienen.
33. Heute erinnere Ich sie an die Ereignisse, die sie schon erlebt
haben.
34. In jener Zeit fragten Mich Meine Jünger, als sie erfuhren,
dass Ich bald von ihnen scheiden würde: "Herr, wann werden wir
Dich wiedersehen?" Da sagte Ich ihnen, in welcher Zeit Ich
zurückkommen würde und welche Zeichen für Meine Rückkehr Ich
geben würde.
35. Jetzt sage Ich den neuen Jüngern: Dies ist die angekündigte
Zeit, die Zeichen sind erfüllt, ohne dass eines fehlt.
36. Ihr wisst, dass diese Kundgabe mittels des menschlichen
Verstandesorgans gleichfalls zu Ende gehen wird, und wie jene fragt
ihr: "Herr, wenn Dein Wort nicht mehr zu hören ist — wird uns dann
nicht mehr das Glück zuteil, auf irgendeine Weise Deine
Manifestation zu fühlen?" Darauf antworte Ich euch: Nach dieser
Zeit wird die eurer Vergeistigung kommen, die der direkten
Zwiesprache mit eurem Herrn, in welcher ihr Mich ewig gegenwärtig
fühlen werdet. Sobald ihr diesen Grad der Erhebung erreicht,
werdet ihr nie mehr sagen, dass der Vater kommt oder dass Er
weggegangen ist, denn dann werdet ihr begriffen haben, dass Ich
immer bei euch bin. Dann werdet ihr euch daran erinnern, dass Ich
euch durch Jesus sagte: "Das Reich Gottes ist in euch."
37. Tragt die Gute Nachricht zu den Nationen. Verbreitet diese
Botschaft überallhin. Bedenkt, dass viele von denen, die Mich
erwarten, glauben, dass Ich auf Erden als Mensch erscheinen werde.
Doch dies habe Ich niemals gesagt, hingegen machte Ich euch
begreiflich, dass Mein Kommen geistig sein würde, dass Ich "auf
der Wolke" kommen würde.
38. Ich habe euch bereits gesagt, dass Ich Kirchen und Sekten
heimsuchen werde, um sie aus ihrer Lethargie wachzurütteln. Sie
werden dann das Licht dieser Zeit erkennen und das Ideal der
Vergeistigung nähren. Aber es ist erforderlich, dass ihr den Teil
ausführt, den Ich euch anvertraue. Denn dieser Same wartet nur
darauf, ins Erdreich zu fallen, um zu keimen und unter der
Menschheit Früchte der Weisheit und des geistigen Fortschritts zu
tragen.
39. Das Beispiel dieses einfachen Volkes hier, das seinen Weg
ohne Geistliche geht, die es leiten, und das Mir Verehrung darbringt
ohne Zeremonien und Symbole, soll ein Aufruf sein, der jene
erweckt, die noch in ihrer jahrhundertelangen Nacht schlafen, und
soll ein Ansporn zur Erneuerung und Läuterung vieler Meiner
Kinder sein.
40. Versucht nicht, eure Verantwortung in diesem Werke zu
ignorieren. Vergesst nicht, dass Ich euch als Wegbereiter und
Propheten der Dritten Zeit zur Erde gesandt habe.
41. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich Mich in dieser Stunde
mit demselben Körper zeigen würde, mit dem ihr Mich seinerzeit
saht, würdet ihr Meine Wunden frisch sehen, und Meinem Antlitz
noch die Spur des Opfertodes aufgeprägt. Aber es wäre ein
beständiger Vorwurf für die Menschheit, und Ich ziehe es vor, euch
Meine Wunden zu verbergen und euch nur Mein Licht zu zeigen.
Warum wollen viele Mich als Mensch in der Gestalt Jesu sehen?
Begreift ihr nicht, dass Ich mehr als eine Gestalt bin? Zwar habe Ich
Mich in dieser Zeit ebenso wie in damaliger Zeit in der Gestalt Jesu
sehen lassen. Doch diese Gnade ist nicht für alle gewesen; es ist
nicht notwendig, dass Mich alle auf diese Weise erblicken. Erneut
sage Ich euch: "Selig, die ohne zu sehen geglaubt haben."
42. Wenn die Menschen die äußerlichen religiösen Gebräuche
abgelegt haben und anstatt Mich in Bildnissen zu suchen, die
Menschenwerk sind, sie sich vergeistigen, werden sie Mich als so
groß und allmächtig begreifen, dass sie nicht damit einverstanden
sein werden, Mich begrenzt zu sehen, und nicht das Verlangen
haben werden, Mich in der Gestalt Jesu zu sehen — nicht einmal
geistigerweise.
43. Wie schwer erfüllbar ist die Aufgabe des Sehers in dieser
Zeit. Es genügt für ihn nicht, die Gabe des geistigen Gesichtes zu
haben, wenn ihm keine innere Erleuchtung zu eigen ist. Wer könnte
ihn führen außer seinem Gewissen, und wer könnte ihn aus einem
Irrtum befreien, wenn nicht das Gebet und die geistige
Wachsamkeit?
44. Sieben große Propheten hatte Israel in der Ersten Zeit. Sie
sprachen und schrieben über die Zukunft der Menschheit, über die
Heimsuchungen, die auf die Völker zukommen würden, und sie
kündigten auch die göttlichen Offenbarungen an, welche der Herr
den Menschen zuteil werden lassen würde. Sie waren nicht groß,
weil sie viel gesprochen haben, sondern weil sie sich im Verlangen
nach Meinem Lichte geistig erhoben haben.
45. Das Gleiche will jetzt der Vater von den neuen Propheten,
dass sie nämlich der Menschheit ein einziges Bild des Geistigen
anbieten, das jedoch voller Wahrheit ist und von dem Ich Meinen
Arbeitern gesagt habe: Bringt Mir als Ernte eurer Saat wenigstens
drei Samenkörnchen dar, die aber keimfähig sein sollen, und nicht
einen Scheffel, in dem das Stroh und die Spreu überwiegen. Vergesst
nicht, dass es eure Werke sind, die euren Weg in die Ewigkeit
vorbereiten.
46. Jetzt, da Mein Göttlicher Geist sich euch kundgibt, sende
Ich einen Lichtstrahl zu euch herab, welcher den Verstand des
Stimmträgers berührt, und er übermittelt euch Mein Licht, das zum
Wort geworden ist.
47. Siehe, hier ist "Das Wort" unter euch, dasselbe, das in der
Zweiten Zeit zu euch sprach. Es ist die gleiche Lehre und derselbe
Wesensgehalt; doch heute bin Ich nicht mit einem menschlichen
Körper bekleidet. Damals berührten Meine Füße den Staub der
Welt, heute offenbart sich eurem Geiste nur Mein Licht. Bereitet
eure Herzen, damit ihr Mich empfinden könnt, und nährt euch von
Meinem Worte, da ihr in Wahrheit wisst, dass der Mensch nicht vom
Brot alleine lebt. Ich werde euch Meinen Körper und Mein Blut
geben, die Ich einst als Brot und Wein darstellte. Jetzt wird es in
geistiger Weise Mein Wort sein, welches das Brot ersetzt, das Mein
Körper ist, und die geistige Essenz Meines Wortes wird der Wein
sein, den ihr als Mein Blut trinken werdet.
48. Die Seele des Volkes erbebt vor Seligkeit bei Meiner
Gegenwart. Auch der Meister ist beglückt durch die Anwesenheit
der neuen Jünger. Höret nun den Meister zu Seinen Aposteln der
Zweiten Zeit sprechen*:
* Diese sind bei der Kundgebung geistig anwesend.
49. "Geliebter Johannes, der du deine Schläfe an Mein Herz
legtest, du möchtest, dass alle, die Mir zuhören, würdig werden, sich
an Mich anzulehnen, um Meinen Frieden zu fühlen, um nahe am
Quell des Lebens zu sein. Dein Kampf ist nicht zu Ende, dein Geist
betet unermüdlich und sendet sein Licht unter die Menschheit der
Dritten Zeit, der du viele wundersame Dinge geweissagt hast. In
diesem Zeitalter erlebst du, lieber Johannes, nun die Erfüllung der
Manifestationen, die du in deinen Visionen und deiner Verzückung
erblickt hast und deren Bedeutung du nicht kanntest, noch wusstest
du, wann sie in Erfüllung gehen würden. Wache betend für die
Welt."
50. "Judas Ischariot, Mein Apostel, heute ist Demut in deiner
Seele, denn die Sühne ist bitter gewesen, sehr bitter. Heute jedoch
ergießt sich dein Einfluss wohltätig auf die Menschheit. Unsichtbarerweise
bietest du dich als Ratgeber der Menschen an. Ich habe
dir Meinen Frieden gegeben, Jünger — warum fühlst du ihn nicht
im Vollmaße in deiner Seele? Du hast viel geweint, obwohl Ich dir
nie Meinen Trost und Meine Vergebung versagt habe. Der Grund
dafür ist, dass du darauf wartest, dass auch das letzte Meiner Kinder
gerettet ist, um Mir dann sagen zu können: ›Herr, steige herab von
Deinem Kreuze, nun bin ich im Frieden, nun bin ich würdig, Deine
Vergebung zu empfangen.‹"
51. "Solange du siehst, dass sich die Menschheit täglich mehr in
die Sünde stürzt und Mich durch sie lästert, verrät und kreuzigt,
leidet deine Seele Qualen, die sich die Welt nicht vorstellen kann,
und jede Sünde, die Mich verletzt, empfindest du so, als ob du es
wärest, der Mich verletzt.
52. Sohn, Jünger, nimm von Meinem Tische das Brot und den
Wein, die du in jener Nacht zurückließest, welche die letzte war, die
Ich als Mensch mit dir erlebte. Ich sage dir: Iß und trink, heute biete
Ich dir das an, was du bei jenem Mahle nicht empfangen hast und
was alle anderen empfingen. Ich beseitige deine Bedürftigkeit und
dein Elend, und um der Demut willen, die dir heute als Frucht einer
großen Reue zu eigen ist — nimm Meinen Frieden in dich auf und
finde in ihm Meinen Körper und Mein Blut."
53. Siehe, Volk, dies sind Meine neuen Liebeslektionen. Tut an
euren Mitmenschen, was ihr Mich an euch tun seht. Was werdet ihr
in dieser Zeit mit Meinem Werke tun? Ich sehe einen neuen
Kalvarienberg und ein Kreuz vor Mir. Mein Leidensweg ist nicht
beendet, Meine Passion endete nicht auf Golgatha, Meine Schritte
lassen noch immer ihre blutige Spur zurück.
54. Mein Volk, Menschheit, komme auf Meinen Weg, und Ich
werde euer Opfer in ewiges Leben verwandeln, euren Schmerz in
Freude, und wenn ihr zum Gipfel des Berges gelangt, werdet ihr
Meine Liebe euch erwarten sehen. Auch die Welt erwartet Mich, sie
hat Hunger und Durst nach Meiner Liebe. Doch Ich werde zu allen
kommen, denn dies war Mein Versprechen. Wenn die Nationen
dereinst in Frieden sind, und die Sünde ausgerottet ist, und die
Menschen sich als Brüder lieben, werde Ich euch das Schwert
zeigen, mit dem Ich euch besiegte: die Liebe.
55. Wie bescheiden ist diese Kundgebung für den, der sie mit
den Augen des Fleisches sieht! Doch wie tiefempfunden und groß
für den, der sie mit dem Herzen und dem Geiste betrachtet!
56. So wie ihr jetzt um Mich seid, so war es auch an jenem
letzten Abend in der Zweiten Zeit. Die Sonne ging gerade unter, als
Jesus sich in jenem Raum zum letzten Male mit Seinen Jüngern
besprach. Es waren die Worte eines sterbenden Vaters an seine
vielgeliebten Kinder. Trauer war in Jesus und auch in den Jüngern,
die noch nicht wussten, was einige Stunden später Jenen erwartete,
der sie gelehrt hatte und sie so sehr geliebt hatte. Ihr Herr war im
Begriff zu scheiden, doch sie wussten noch nicht wie. Petrus weinte
und umklammerte dabei den Kelch an seinem Herzen, Johannes
benetzte mit seinen Tränen die Brust des Meisters, Matthäus und
Bartholomäus waren außer sich bei Meinen zukunftsweisenden
Worten. Philippus und Thomas verbargen ihre Bitterkeit, während
sie aßen. Jakobus der Jüngere und der Ältere, Thaddäus, Andreas
und Simon waren stumm vor Schmerz; dennoch war es vieles, was
sie zu Mir mit dem Herzen sprachen. Auch Judas Ischariot trug
Schmerz in seinem Herzen, doch auch Angst und Gewissensbisse.
Aber er konnte nicht mehr zurück, weil die Finsternis ihn in Besitz
genommen hatte.
57. Es nahte das Martyrium am Kreuz, von dem herab Christus
Seine Mutter gleichsam als eine Lerche zurückließ, die jenen
Kindlein Wärme spenden würde, während das Licht des Heiligen
Geistes herabströmte, um jene Menschen zu erleuchten. Bald
würden sie sich nach den Augenblicken der Schwäche stark genug
fühlen, um sich über die Welt zu verstreuen, die Frohe Botschaft zu
verkünden und den heidnischen und götzendienerischen Völkern das
Himmelreich anzukündigen.
58. Als Jesus Seine letzten Worte und Ermahnungen mitgeteilt
hatte, waren jene Jünger tränenüberströmt. Doch einer von ihnen
war nicht mehr da, seine Seele konnte soviel Liebe nicht aufnehmen,
noch soviel Licht schauen, und so ging er fort, weil jenes
Wort sein Herz versengte.
59. Gläubige dieser Zeit, neue Jünger: Ich ließ in Meiner
Apostelschar der Zweiten Zeit den Verrat eines Jüngers zu, um euch
in ihm eine große Lehre zu geben. Werdet nicht zu Richtern jenes,
den Ich mit Liebe gerichtet und dem Ich ebenso vergeben habe.
Nehmt ihn vielmehr als ein offenes Buch und als ein Sinnbild. Wie
viele von euch, die ihn jetzt verurteilen, tragen einen Judas in ihren
Herzen?
60. In diesen Augenblicken, in denen Ich zu euch spreche und
euch an jene Geschehnisse erinnere, verbirgt sich gleichfalls das
Königsgestirn. Es ist die gleiche Sonne wie jene, welche die
damalige Menschheit beschien. Doch jetzt, während Ich so zu euch
spreche, steigt das Wehgeschrei der Völker und das Getöse eurer
Kriege bis in Himmelshöhen.
61. Wie viel Elend sehe Ich in eurer Welt, und welche tiefe
Trauer ist in Meinem Geiste!
62. Gesegnet seien, die mit Schmerz im Herzen des Tages
gedenken, an dem Jesus vor dem Richterstuhl stand, von dem aus
Er, gefolgt von den Menschenmassen, zum Kalvarienberg
hinaufging.
63. Heute fühlt sich Mein Geist unter euch in einem neuen
Gefängnis, aber es besteht aus Liebe, es ist das eures Herzens, in
welchem ihr Mich gefangenhalten möchtet, weil ihr Mich zu lieben
beginnt. Auch sehe Ich das neue Kreuz, an dem ihr Mich erhöhen
werdet. Doch ist es nicht jenes, an dem ihr Mich sterben ließet;
heute ist es das eurer Vergeistigung, das nach Meinen offenen
Armen verlangt und das sich nach dem Strom Meines göttlichen
Blutes sehnt, welches Leben ist. Heute klagt ihr Mich nicht an, im
Gegenteil, ihr seid Meine Verteidiger, weil ihr nun um Meine
Unschuld wisst.
64. Das Gleiche kann Ich nicht von allen sagen, denn die
Menschen haben so viele Unvollkommenheiten und so viele Sünden
in der Welt angehäuft, dass diese für Mich auch wie ein neues Kreuz
des Schmerzes sind, das sie Mir für diese Zeit bereitet haben.
65. Ihr alle wurdet durch Mein Vorbild befreit und werdet nicht
zugrunde gehen können. Dennoch ist es notwendig, dass Ich euch
vor der Finsternis errette, die euch einhüllt und das wahre Leben
nicht erkennen lässt.
66. Wie viele gegensätzliche Gefühle bewegen dein Herz, wenn
du Mein Wort hörst, geliebtes Volk! Dieser leidvolle Ton, in
welchem Ich zu euch von jenen Stunden der Bitternis spreche,
bewegt am meisten jene, die viel gelitten haben; denn dies Leben ist
ein Leidensweg und ist Golgatha.
67. Damals richteten Mich drei Richter: Annas, Pilatus und
Herodes, und das Volk vollzog an Mir den Urteilsspruch. Jetzt sage
Ich euch, dass viele Meine Richter sind, und noch größer ist die Zahl
derer, die Mir in dieser Zeit Schmerzen zufügen werden. Aber je
mehr die Menschen Mein Gesetz und Meine Lehre verabscheuen —
wenn diese am meisten verfolgt und abgelehnt wird, wird die
Stimme der Glaubensmenschen erschallen, denn es wird nicht
dasselbe geschehen wie in der Zweiten Zeit; jetzt werde Ich nicht
allein sein.
68. Der "Blinde", dem Jesus das Sehvermögen wiedergab, wird
aus voller Kehle schreien, dass er das Licht gesehen hat. Die
"Toten" werden auferstehen und Zeugnis von Meiner Wahrheit
geben. Das empfindsame Herz der Frau wird Mir treu sein, und die
Männer mit starker Seele werden Meine neuen Helfer beim
Kreuztragen sein.
69. Maria wird nicht abwesend sein, noch wird sie irgendeinem
Meiner Schritte ferne sein, und ihr Himmlischer Geist wird Mir
überallhin folgen, denn Christus und Maria sind schon eins gewesen
mit dem Vater, bevor sie zur Erde gekommen sind.
70. Menschheit, Menschheit, heute könnte Ich nicht wie in jener
Zeit sagen: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun",
denn es gibt nicht einen, der nicht das Blut des Lammes getrunken
hat, jenes, welches Licht, Wahrheit und Leben ist.
71. Ein Augenblick genügte Dimas, um das Heil zu finden, und
dieser war der letzte seines Lebens. Er sprach zu Mir vom Kreuze
aus, und obwohl er sah, dass Jesus, den man Gottes Sohn nannte, im
Todeskampfe lag, fühlte er, dass Er der Messias, der Heiland war,
und er übergab sich Ihm mit der ganzen Reue seines Herzens und
der ganzen Demut seiner Seele. Darum versprach Ich ihm das
Paradies noch für denselben Tag.
72. Ich sage euch, Ich werde jeden, der unbewusst sündigt, aber
am Ende seines Lebens mit einem Herzen voller Demut und
Glauben zu Mir spricht, die Zärtlichkeit Meiner erbarmenden Liebe
spüren lassen, die ihn aus den Nöten der Erde emporhebt, um ihn
die Seligkeit eines edlen und erhöhten Lebens kennenlernen zu
lassen.
73. Ich ließ euch Maria zu Füßen des Kreuzes zurück, auf jenem
Berge, der Mein Blut und die Tränen der Mutter aufnahm. Dort
blieb sie in Erwartung ihrer Kinder, denn sie wird es sein, die das
Kreuz von ihren Schultern nimmt und ihnen den Weg zum Himmel
weist.
74. "Mich dürstet", sagte Ich zu jener Volksmenge, die Meine
Worte nicht verstand und sich an Meinem Todeskampfe weidete.
Was könnte Ich heute erst sagen, wo Ich sehe, dass es nicht nur eine
Menschenmenge, sondern die ganze Welt ist, die Meinen Geist
verletzt, ohne sich Meines Schmerzes bewusst zu sein?
75. Mein Durst ist unendlich, unfassbar groß, und nur eure
Liebe wird ihn stillen können. Warum bietet ihr Mir statt Liebe
einen äußerlichen Kult an? Wisst ihr nicht, dass, während Ich euch
um Wasser bitte, ihr Mir Galle und Essig darreicht?
76. Obwohl Mein Kelch in dieser Zeit so bitter ist, Mein Kreuz
so blutig und Meine Einsamkeit so groß, werdet ihr Mich nicht
ausrufen hören: "Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich
verlassen?" Denn jenen Beweis, den Jesus euch gab, indem Er offen
zeigte, dass Sein Schmerz menschlich und real war, werde Ich euch
heute nicht geben, weil Ich im Geiste komme.
77. Christus ist der Meister, und Er unterrichtete euch bis zum
letzten Augenblick. Als dieser Zeitpunkt kam und Er Sein Werk
beendet sah, übergab Er es demütig Seinem Vater mit den Worten:
"Alles ist vollbracht."
78. Wenn Jesus, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben
war, Seine Mission mit jenem Gebet der sieben Worte beendete und
zuletzt zu Seinem Vater sprach: "In Deine Hände befehle Ich
Meinen Geist", so bedenkt, ob ihr, die ihr Schüler und Jünger jenes
Meisters seid, dies Leben verlassen könnt, ohne es dem Vater als
einen Tribut des Gehorsams und der Demut darzubringen, und ob
ihr eure Augen für diese Welt schließen könnt, ohne den Herrn um
Seinen Schutz zu bitten, da ihr sie erst in andern Regionen wieder
öffnen werdet.
79. Das ganze Leben Jesu war ein Liebesopfer für den Vater.
Die Stunden, die Sein Todeskampf am Kreuze währte, waren ein
Gebet der Liebe, der Fürsprache und der Vergebung.
80. Dies ist der Weg, den Ich dir wies, Menschheit. Lebt in der
Nachfolge eures Meisters, und Ich verspreche euch, euch zu
Meinem Schoße zu führen, welcher der Ursprung aller Seligkeit ist.
Mein Friede sei mit euch!

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