BWL - Band IV - Unterweisung 103


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 4

Unterweisung 103:
1. Achtet darauf, was geschieht, wenn ihr das verlasst, was euch
auf Erden obliegt, um herbeizukommen und Mein Wort zu hören,
oder um irgendeinen Schmerz zu lindern. Wenn ihr zu eurer Arbeit
oder zu eurem Heime zurückkehrt, kommt es euch so vor, als ob
jemand dort gewesen wäre und euch in eurer Abwesenheit vertreten
hätte. Und so ist es tatsächlich, Jünger, denn Ich bin es, der über das
wacht, was ihr in den kurzen Zeitspannen versäumt, in denen ihr mit
der Erfüllung eurer geistigen Aufgabe beschäftigt seid.
2. Nehmt dies als einen Beweis dafür, dass, wann immer ihr
diese Welt hinter euch lasst, um euer Dasein Meinem Dienste zu
widmen, Ich über jene wachen werde, die ihr zurücklasst, welche
Ich mit Meinem Mantel des Friedens bedecken werde, wobei Ich die
Leere, die ihr bei ihnen hinterlasst, durch Meine Gegenwart
ausfüllen werde.
3. Begreift, dass wenn Ich euch schon seit langem die Art und
Weise gelehrt habe, als Kinder Gottes in der Welt zu leben, so
bereite Ich euch jetzt vor, damit ihr in das Geistige Leben eindringt,
das euch nach diesem erwartet. Geht durch dies Dasein in Erfüllung
eurer Aufgabe, die ihr zur Erde mitgebracht habt, damit ihr die
Bedeutung des Geistigen Lebens erfassen könnt, wenn ihr einst in
dasselbe eingeht.
4. Meidet die Menschen nicht unter dem Vorwand, dass ihre
Sünden euch erschrecken. Wenn ihr Mich liebt, sollt ihr es nicht
unterlassen, Mich in euren Nächsten zu lieben. Gerade jetzt, da die
Gefahren und Bedrohungen sich über den Menschen zusammenballen,
müsst ihr Mir beweisen, dass ihr sie liebt, dass ihr ihren
Schmerz mitfühlt, und dass ihr bereitsteht, für die Rettung aller zu
kämpfen. Habt ihr nicht erlebt, wie Ich euch immer gerade in den
Augenblicken größter Bitternis für die Menschheit zu Hilfe
gekommen bin?
5. Wache und bete, Volk, deine Mission ist eindeutig festgelegt,
daher soll niemand zu Mir zurückkommen und Mir sagen, dass er
nichts tun konnte, weil er nicht den Zweck kannte, um dessentwillen
er ausgesandt wurde. Eure Werke sollen von Nächstenliebe,
Gemeinschaftsdenken und Frieden bestimmt sein.
6. Meine neuen Jünger, die Mich in dieser Zeit gehört haben,
haben die Verantwortung dafür übernommen, Meine Lehre zu
verbreiten und darauf zu achten, dass ihre Werke das beste Zeugnis
für die Wahrheit sind, die diese Unterweisung in sich birgt.
7. Indem sie so in Einklang mit diesem Worte leben, werden sie
die Aufgabe erfüllt haben, um derentwillen sie auf diese Welt
gesandt wurden, und ihr Zeugnis wird als wahr angenommen
werden.
8. Zu allen Zeiten habe Ich Mich in dem Volke kundgetan, das
dazu bestimmt war, die Erkenntnis und den Glauben an Meine
Göttlichkeit über die Welt zu verbreiten — ein Volk auserwählter
Geister und nicht einer bestimmten Rasse, denn es ist einerlei, ob
Ich sie in der einen oder einer andern Nation inkarniert finde, ob sie
die eine oder eine andere Sprache sprechen.
9. Warum sollte Ich den Körper des Menschen mit Schönheiten
schmücken, die nur dem Geiste zukommen? Warum sollte der Herr
nur an einer der Rassen Gefallen finden, welche die Menschheit
bilden?
10. In dieser Zeit wirkt der Geist des wahren Israel überall. Es
sind die Geister, die Meine Gegenwart fühlen, die Mein Kommen
erwarten, die auf Meine Gerechtigkeit vertrauen.
11. Wenn diese Worte zu andern Orten gelangen, werden viele
darüber spotten; aber Ich sage euch, es wäre für sie besser, dieselben
nicht zum Gegenstand ihres Spottes zu machen, denn die Stunde
wird kommen, in der sie aus ihrem tiefen Schlafe erwachen und
erkennen, dass auch sie Kinder des Volkes Gottes sind.
12. Diese Menschenscharen hier, die Mich heute vernehmen,
können einem Irrtum erliegen, wenn sie Mein Wort nicht studieren
und wenn sie sich nicht freimachen von ihrer irdisch-materiellen
Denkungsart. Es kann ihnen ergehen wie dem israelitischen Volke
der Ersten Zeiten, welches die Stimme des Herrn hörte, das Gesetz
empfing und Propheten hatte, weshalb es schließlich glaubte, das
einzige von Gott geliebte Volk zu sein — ein schwerer Irrtum, von
dem es die großen Heimsuchungen, die Erniedrigung, die
Verbannung und die Gefangenschaft befreien sollten.
13. Ihr müsst wissen, dass Meine Liebe euch nicht nach Rassen
oder nach Glaubensüberzeugungen aufteilen könnte, und dass, wenn
Ich von "Meinem Volke" spreche, dies nur geschieht, weil Ich schon
seit den Ersten Zeiten Geister zubereite, die Ich zur Erde sende,
damit sie mit ihrem Lichte den Weg der Menschheit erhellen.
14. Sie sind die ewigen Wanderer gewesen, die in verschiedenen
Nationen gelebt haben und durch viele Prüfungen gegangen sind. In
dieser Zeit haben sie festgestellt, dass die menschlichen Gesetze
ungerecht sind, dass die menschlichen Gefühlsäußerungen nicht
wahrhaftig sind, und dass in den Seelen der Menschen Friedlosigkeit
herrscht.
15. Ihr alle habt eine neue Inkarnation erlebt, und das Leid, das
ihr erfahrt, ist so schwer, dass ihr Mich bittet, euer Dasein zu
beenden. Doch Ich frage euch: Wisst ihr nicht, dass ihr nicht
aufhören könnt, zu existieren, und dass, wenn ihr heute auf Erden
leidet, eure Seele nach ihrem Übergang in die Geistige Welt
weiterhin unter derselben Prüfung leben wird, bis sie ihre Schuld
bezahlt oder die Lektion gelernt hat? Ihr leert derzeit einen sehr
bitteren Kelch, weil ihr euch am Ende eines Entwicklungsabschnitts
und am Beginn eines andern befindet. Es ist die Zeit der Ernte, in
der ihr die Früchte dessen empfangt, was ihr während des letzten
"Tagewerks" gesät habt. Es muss also geschehen, damit, wenn die
Felder dann rein sind, Ich Meinen Sämännern erneut den Samen der
Liebe zur Aussaat übergebe, welcher — gut gepflegt — euch die
Früchte des Friedens und der Erlösung bescheren soll.
16. Ihr wart zu krank und zu schwach, um weiterzugehen, ihr
spürtet, dass ihr keine Hilfe hattet. Ihr suchtet ein Licht, das euch
zum sicheren Hafen leiten würde, und dies war der Zeitpunkt, an
dem Ich zu euch kam, die ihr in tiefer Nacht verirrt wart und nicht
wusstet, wohin ihr ginget. Ich hatte euer Klagen vernommen und
sandte euch Elias, damit er euch seinen Beistand gewähre und euch
Mein Kommen ankündige.
17. Meine Gegenwart ließ euch vor Seligkeit erbeben, und
augenblicklich fühltet ihr euch getröstet. O Jünger, vergesst nicht
Meine Unterweisung von diesem heutigen Tage. Heute habt ihr
gelernt, dass alles, was ihr geerntet habt, die Frucht eurer Werke ist,
und dass ihr euch nach der Läuterung frei und ledig von allen
Unvollkommenheiten fühlen werdet. — Ihr seht viele Anzeichen,
die zu euch von den großen Prüfungen sprechen, die noch über
euren Planeten kommen müssen, und obwohl ihr Mich vernehmt,
wollt ihr Mich noch nicht verstehen und habt ihr nicht gebetet.
Erkennt, dass dies die Zeit der Buße und der Überwindung für euch
ist, die ihr wisst, was kommen muss. Ihr steht an der Schwelle zu
einem neuen Zeitalter, und alles fordert euch zum Arbeiten auf.
Betrachtet die fruchtbaren Felder, die jungfräulichen Fluren, die
lautere und belebende Sonne und die kristallklaren Gewässer. Alles
ist darauf angelegt, dass ihr lebt, atmet und eure geistige Aufgabe
erfüllt. Ich spreche in bildlichem Sinne zu euch, und ebenso zeige
Ich euch das Kommende, damit ihr Meine Worte studiert und Mein
väterliches Sehnen begreift.
18. Ich will nicht, dass ihr Meine Unterweisung falsch auslegt
und euch in Klöster einsperrt, um zu beten, und ihr die Menschen im
Stich lasst. Wirkt für sie, befreit sie von ihrer Unwissenheit und
ihrem Materialismus und entfacht in ihnen den Glauben.
19. Lebt in der Gnade, liebt die Gerechtigkeit, seid sanftmütig,
begünstigt nicht das Böse, im Gegenteil, wehret ihm, indem ihr eure
Mitmenschen zum Guten ermahnt, dann werdet ihr dem Geiste den
Weg bereitet haben, damit er nicht strauchelt. Tut dies alles, ohne
dass es euch als ein Opfer erscheint.
20. Ertragt die Prüfungen, die ihr durchzumachen habt, mit
Geduld, denn niemand wird von ihnen verschont. So werdet ihr eure
Mitmenschen die Beharrlichkeit in Meinem Gesetze lehren.
21. Schließt euch zusammen, verleugnet euch nicht gegenseitig,
weil ihr Meine Lehre in unterschiedlicher Weise ausübt. Falls ihr
euch aus diesem Grunde entzweit habt, so sucht eure Geschwister
auf und liebet einander, so wie Ich euch liebe.
22. Ebenso, wie Ich im Olivengarten betete, damit die Seelen
der Menschen nicht verloren gehen sollten, so sollt auch ihr für eure
Mitmenschen beten. Ich sehe, wie viele Tränen die Menschen noch
vergießen müssen, um geläutert zu werden; aber Meine Barmherzigkeit
hält sie aufrecht und stärkt sie, damit sie nicht auf dem
Wege zusammenbrechen.
23. Jünger, die ihr das Buch Meines Wortes von Mir empfangen
habt — werdet schon jetzt stark, damit ihr nicht zurückweicht, wenn
ihr an eine Türe klopft und man euch nicht öffnet. Vergesst nicht,
dass Ich euch gesagt habe, dass ihr in Meinem Namen einmal,
zweimal und ein drittes Mal anklopfen sollt, und dass, wenn ihr
feststellt, dass eure Bemühung das Verhalten eurer Mitmenschen
nicht zu bessern vermochte, ihr Mir die Angelegenheit überlasst und
euren Weg fortsetzt, ohne Bitterkeit im Herzen zu tragen und noch
weniger zu wünschen, dass jene von Leid betroffen werden, die
nicht auf euch hören wollten. Wappnet euch mit Güte, denn ihr wisst
nicht, an welchem Tag oder zu welcher Stunde ihr an dieselbe Türe
klopfen müsst, oder ob sie nicht nach euch verlangen. Nur die Liebe
und die Geduld werden die Herzen aus Stein erweichen können, und
darum sollt ihr immer vorbereitet sein.
24. Ich sage euch erneut, dass ihr bei den Taten eurer
Mitmenschen nicht als Richter auftreten sollt. Wann immer Meine
Jünger, Meine Gesandten und Boten nicht gehört werden, werde Ich
Meine Stimme im Gewissen derer vernehmen lassen, die Meine
Rufe von sich wiesen. Jene Stimme wird die des Richters sein, doch
ihr wisst bereits, dass im Göttlichen Richter immer Meine Vaterliebe
ist. Bei euch Menschen ist es nicht so, die ihr oftmals, wenn ihr zu
Richtern eurer Mitmenschen werdet, euch nicht mehr als deren
Nächste erweist. Ihr müsst jedes böse Gefühl aus euren Herzen
entfernen, damit ihr die Seelen der Menschen mit Liebe erreichen
könnt.
25. Liebt den, der euch empfängt und euch Glauben entgegenbringt,
nicht mehr als den, der euer Wort nicht annimmt. Wenn ihr
diesen Fortschritt erreicht, werdet ihr sagen können, dass ihr Mich
zu verstehen und in eurem Wesen eine Kraft zu fühlen beginnt, die
euch den Mut geben wird, die größten Prüfungen zu bestehen, denen
euch die Welt unterwerfen könnte.
26. Für diese Unterweisung, die Ich euch gerade gebe, gab Ich
euch bereits in der Zweiten Zeit ein Beispiel. Jesus hing am Kreuze,
der Erlöser starb angesichts der Menschenscharen, die Er so sehr
geliebt hatte. Jedes Herz war eine Tür, an die Er geklopft hatte.
Unter der Zuschauerschar befand sich der Mensch, der viele
Menschen regierte, der Kirchenfürst, der Zöllner, der Pharisäer, der
Reiche, der Arme, der Verkommene, und der von schlichtem Gemüt.
Doch während die einen wussten, wer Der war, der in jener Stunde
starb, weil sie Seine Werke gesehen und Seine Wohltaten empfangen
hatten, beschleunigten andere voll Durst nach unschuldigem Blut
und gierig nach Rache den Tod Jenes, den sie höhnisch "König der
Juden" nannten, ohne zu wissen, dass Er nicht nur König eines
Volkes war, sondern dass Er es von allen Völkern der Erde und von
allen Welten des Universums war. Während Jesus einen Seiner
letzten Blicke auf jene Menschenscharen richtete, erhob Er voll
erbarmender Liebe und Mitleid Seine Bitte zum Vater und sprach:
"Mein Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
27. Jener Blick umfasste sowohl die, die um Ihn weinten, als
auch jene, die sich an Seiner Qual weideten, denn die Liebe des
Meisters, welche die Liebe des Vaters war, galt allen gleichermaßen.
28. Ich sage euch Jüngern in Meinem Gesetze der Liebe, dass
wenn ihr keine vollkommenen Werke tun könnt wie jene, die Ich in
Jesus tat, so sollt ihr euch wenigstens anstrengen in eurem Leben,
um ihnen nahe zu kommen. Mir genügt es, ein wenig guten Willen
zu sehen, um Mir nachzueifern, und ein wenig Liebe zu euren
Nächsten, und schon stehe Ich euch bei und offenbare Meine Gnade
und Meine Macht auf eurem Wege.
29. Niemals werdet ihr allein im Kampfe sein. Da Ich euch
nicht allein lasse, wenn ihr von der Last eurer Sünden
niedergedrückt seid — glaubt ihr da, dass Ich euch verlasse, wenn
ihr unter der Last des Kreuzes dieser Liebesmission euren Weg
geht?
30. Versteht Mich, Jünger, damit ihr Mich zum Vorbild nehmen
könnt. Geht Meinen Werken und Meinen Worten auf den Grund,
damit ihr den Wesenskern Meiner Lehre entdeckt. Ich warte nur auf
eure Zurüstung, um euch den Zeitpunkt anzuzeigen, an dem ihr
wirken sollt, denn Ich werde den Menschen durch euch das Licht
der Erlösung bringen.
31. Ja, geliebte Jünger, Ich bin der Weinstock. Nehmet hin den
Wein Meiner Gnade; morgen werdet ihr ihn benötigen, um zu
kämpfen. Bereitet euch jetzt vor, da ihr an Meinem Tische sitzt.
Wenn dann die Stunde schlägt, sollt ihr weder zaudern noch zagen.
Ihr werdet Meine Sämänner sein und in eurem Glauben wie die
Menschen handeln, die das Land bestellen, den Samen säen und
dabei all ihr Vertrauen, ihre Ergebung und Hoffnung auf Gott setzen.
So spreche Ich zu euch, die ihr nicht wisst, woher der Regen für
eure Saat oder das Brot für eure Lippen kommen wird; aber Ich
versichere euch, dass euch nichts fehlen wird.
32. Vergesst nicht, dass der Sieg den Beharrlichen gehört.
Erfüllt eure Aufgabe auf Erden, und wenn ihr sie beendet habt,
könnt ihr von dieser Welt gehen und in das Land ziehen, das Ich
euch verheißen habe — die Geistige Heimat, die den Kindern des
Herrn bestimmt ist. Setzt eure Hoffnung auf das Ewige Leben und
hört nicht auf die Materialisten, die der Meinung sind, dass Meine
Lehre ein Hindernis für den materiellen Fortschritt der Menschheit
ist, weil sie immer vom Geistigen Leben zu euch spricht.
33. Ebenso wenig hat derjenige Recht, der meint, dass er
immerzu an den Tod denken und das verschmähen muss, was dies
Leben euch bietet, weil es vergänglich ist. Dieser hat Mein Wort
nicht richtig auszulegen verstanden, ja, er kennt es nicht einmal.
34. Das erste Gesetz, das über das Gewissen zum Verstand des
Menschen gelangte, war jenes, das ihm sagte: "Wachset und mehret
euch." Doch jetzt sage Ich euch, dass jenes Gesetz sich nicht nur auf
die Vermehrung der menschlichen Gattung beschränkt, sondern
auch die eurer Fähigkeiten, Tugenden und Kenntnisse einschließt.
35. Ich lehre euch, durch die Welt zu gehen und dabei ein Werk
der Liebe für die zu hinterlassen, die nach euch kommen. Wer dies
tut, hat seine Augen auf das Ewige gerichtet. Wenn euch das Dasein
auf Erden zu kurz erscheint, um ein großes Werk durchzuführen, so
seid unbesorgt, dass der Tod euer Werk abbricht, denn es wird nicht
so sein, da Meine liebende Fürsorge allmächtig ist und Ich die
Mittel habe, damit ihr es bis zur Vollendung bringt. Ich habe euch
Anteil gegeben am Schöpferwerk, am Werk der Entwicklung und
am Werk der Vervollkommnung, und nichts wird verhindern
können, dass ihr ans Ziel eures Weges gelangt.
36. Erfüllt eure Aufgabe im Einklang mit dem Schöpfer und mit
euren Nächsten, und am Ende, wenn alles zum Abschluss gebracht
ist, werdet ihr unendlich beglückt sein bei der Betrachtung des
Göttlichen Werkes, bei welchem ihr mit eurem Vater zusammengearbeitet
habt. Wie groß wird dies Glück in Meinem Geiste sein,
und welche unaussprechliche Seligkeit wird in allen Meinen
Kindern sein!
37. Ich sehe euren Durst nach Liebe, euren Hunger nach Licht,
und das so große Verlangen, das ihr nach Mir habt, und Ich, euer
Vater, dem alle Mittel zur Verfügung stehen, Meine Stimme zu euch
gelangen zu lassen, wollte zu euch durch menschliche Verstandesorgane
sprechen, als einer für euch zugänglichen Form, um euch zu
helfen, Meine geistigen Botschaften zu begreifen.
38. Nur Meine Macht hat bewirkt, dass der Sünder zu einem
Sprachrohr Meines Wortes wird. Doch wer dies in Zweifel gezogen
hat, hat bald die Umwandlung der Menschenwesen miterlebt, durch
die Ich euch Mein Wort gegeben habe. Ihr habt einem ungebildeten
Verstande Gedanken von unendlicher Weisheit entspringen sehen,
habt erlebt, wie auf den Lippen von Sündern das Göttliche Wort voll
Licht und Güte erblüht. Die Stimmträger, unermüdlich in diesem
Dienste und Mir ergeben, haben ermöglicht, dass Mein Geist diese
Botschaft an die Menschheit zum Ausdruck bringt.
39. Ich habe große Menschenscharen empfangen, ohne
irgendeines Meiner Kinder zu bevorzugen. Unter ihnen war sowohl
der, der Mich liebt, als auch jener, der Mich leugnet, sowohl der, der
an Meine Gegenwart in dieser Form glaubt, als auch jener, der
zweifelt, und sie alle habe Ich mit demselben Worte der Liebe und
derselben väterlichen Liebkosung empfangen.
40. In diesen Menschenscharen habe Ich das ganze Menschengeschlecht
empfangen. Wenn Ich zu diesem Volke hier sprach, habe
Ich Mein Wort an alle Menschen gerichtet, denn Meine Botschaft ist
für die Menschen dieser Zeit und für die der Zukunft gewesen.
Wann immer unter diesen Scharen Menschen anderer Länder
gekommen sind, habe Ich sie stellvertretend für ihre Völker mit
Liebe empfangen und sie vorbereitet, damit sie Sendboten und
Propheten unter jenen sein sollten, die der Rasse und Sprache nach
zu ihnen gehören, und Ich habe sie zu beten und zu wachen gelehrt
für ihre Völker und sie zu Wächtern für die Zeiten der Prüfung und
Verfolgung gemacht.
41. Mein sehnliches Verlangen, das ihr als einen göttlichen
Auftrag auslegen solltet, geht dahin, dass ihr Mein Wort zu jedem
Herzen bringt, wo es benötigt wird; dass ihr nicht vergesst, dass
ebenso, wie ihr vor Hunger und Durst wehklagend in Meine
Gegenwart gekommen seid, sich die ganze Menschheit in dieser
Stunde in einer wahren Agonie der Seele befindet.
42. Schon ist der Tag nahe, an dem die Menschen die
Bedeutung begreifen, die der Geist hat, denn viele, die sich gläubig
wähnen, glauben nicht, und andere, die zu sehen vermeinen, sehen
nicht. Doch wenn sie einmal die Wahrheit erfassen, werden sie
erkennen, dass es kindisch, ungerecht und unvernünftig wäre, eine
Wesenheit, die einem andern Leben angehört, weiterhin mit
Früchten der Welt zu nähren. Dann werden sie das Licht in den
Religionen suchen, und in ihrer Seelenangst und ihrem quälenden
Verlangen, die Wahrheit zu finden, werden sie das Falsche der
Lehren abschaffen und alles Oberflächliche und Äußerliche
ausmerzen, das sie in den verschiedenen Kulten finden, bis sie den
göttlichen Wesenskern entdecken.
43. Ich will, dass wenn diese Zeiten kommen, ihr euch in voller
Erkenntnis all dessen befindet, was geschieht, und der Mission, die
ihr durchführen sollt. Darum sage Ich euch noch einmal: Höret,
ergründet und verstehet Mein Wort.
44. Mich dürstet nach eurer Liebe, daher habe Ich Mich euch in
dieser Zeit genähert; denn es ist nicht Liebe, was Ich unter den
Menschen gefunden habe, sondern Sünde und Selbstsucht.
45. Die Menschen dieser Zeit haben die Lehrbeispiele und die
Werke vergessen, die euch Jesus als Vermächtnis Seiner Liebe
hinterließ.
46. Ihr habt jenes Wort nicht in eure Herzen geprägt, denn wenn
ihr es wirklich bewahrt hättet, wäre euch Meine Verheißung, zu
euch zurückzukehren, gegenwärtig gewesen, und ihr hättet gewacht
und gebetet in Erwartung Meines Kommens. Aber als Ich kam,
überraschte Ich euch als Schlafende. Da sagte Ich: Gesegnet seien
jene, die ohne Vorbehalte Meinem Rufe folgen, denn Ich werde sie
zu Besitzern großer Weisheit machen. Einige kamen guten Glaubens
herbei, andere warteten, bis sie sich von der körperlichen Hülle
befreit sahen, um Mir dann zu sagen: "Da bin ich, Herr; wie ein
Vogel, der sein Gefängnis verlässt und seine Flügel ausbreitet, so
komme ich zu Dir, um Deinen Willen zu erfüllen." Doch Mein
Wille, Volk, ist gewesen, dass ihr schon in dieser Welt feste Schritte
auf dem geistigen Pfade tut, denn Ich will, dass der Körper, den Ich
euch anvertraut habe, nicht länger eine Kette oder ein Gefängnis für
die Seele ist. Die Seele wurde nicht geschaffen, um Sklave des
Fleisches oder der Welt zu sein: sie ist frei. Dennoch haben die
geistige Unwissenheit und der religiöse Fanatismus die Seele des
Menschen zu einem Sklaven gemacht, der Jahrhundert um
Jahrhundert Ketten der Finsternis mit sich geschleppt hat.
47. Jetzt weise Ich euch erneut den Weg, versüße eure
Lebensreise mit dem Wohlgeschmack Meines Wortes und übergebe
einem jeden sein Kreuz der Liebe, damit er mit seiner Last den
Berggipfel ersteige und auf ihm sein Werk vollende. Niemand, der
Mein Jünger ist, habe die Absicht, ohne sein Kreuz zu Mir zu
kommen, denn dann wird er nicht als Apostel Meiner Lehre
anerkannt werden.
48. Es gibt viele Menschen, die behaupten, Meine Lehre zu
befolgen, andere, die Mich zu lieben glauben, aber ihre Liebe ist
falsch, weil sie Meine Lehre nicht ausüben, und weil sie nie
innerhalb Meines Gesetzes gelebt haben. Ich will nicht, dass ihr wie
sie seid, sondern dass ihr wahrhaft Liebe und Barmherzigkeit zu
empfinden beginnt. Prahlt nicht mit dem, was Ich euch gegeben
habe, noch mit dem, was ihr tut, auch wenn ihr oftmals fühlt, dass
das Herz in eurer Brust vor Wonne zu zerspringen scheint, nachdem
ihr ein gutes Werk vollbracht oder euch eines Wunders würdig
gemacht habt.
49. Meine Unterweisung ist von Schlichtheit geprägt. Sie
offenbart in geistiger Sprache den Wert oder das Verdienst, das jedes
eurer Werke haben muss, damit es von eurem Herrn anerkannt wird.
Wahrlich, Ich sage euch, euer Geist erkennt bereits aufgrund des
Lichtes, das er erlangt hat, ob ein Werk genügend wertvoll ist oder
nicht, um es dem Vater darzubringen. Dies ist die Lehre, mit der Ich
in dieser Zeit euren Geist nähren werde.
50. Von dem Wein, der sich in diesem Kelche befindet, werde
Ich Tropfen für Tropfen auf eure Lippen träufeln bis zum Tage
Meines Abschieds. Doch werdet nicht traurig, denn ebenso, wie ihr
Mich hört, so vernahmen Mich Meine Apostel in der Zweiten Zeit,
als Ich ihnen sagte: "Ich werde bald Weggehen und euch an Meiner
Stelle zurücklassen, damit ihr eure Mitmenschen lehrt." Sie hatten
mit Mir zusammengelebt, hatten mit ihrem Meister gelitten, sahen
Meine Werke und hörten Meine Worte. Doch sie waren nicht die
einzigen, denn Mein Leben war öffentlich, und Zeugen Meines
Wortes waren sowohl schlichte Gemüter, Arme und von Herzen
Sanftmütige, als auch Sünder, Pharisäer, Schriftgelehrte, Zöllner;
der Statthalter, der Staatsbeamte und der Hauptmann.
51. Ich sprach zu jedem und gab ihm Mein Licht entsprechend
seinem geistigen Bedürfnis.
52. Ebenso habe Ich in dieser Zeit zu euch gesprochen und
Mich vor allen und bei hell-lichtem Tage kundgetan, damit
jedermann den Teil auf sich nehme, der ihm in Meinem Werke
zukommt, und ihn erfüllt. Wie schön wird der Lohn sein, den euer
Geist empfängt, wenn er einst die Körperhülle verlässt. Macht euch
dieser Belohnung würdig; doch befreit euch deshalb von der
Finsternis der Unwissenheit, damit ihr nicht zu umherirrenden
Seelen ohne Richtung und ohne Ziel werdet.
53. Dient der Menschheit und liebt sie, die eure Schwester ist
und die in diesen Augenblicken durch Meine Gerechtigkeit
heimgesucht wird. Seht, es gibt kein Herz, das nicht den Kelch der
Bitternis getrunken hat. In dieser Zeit ist der Schmerz bei allen
Menschen, doch durch ihn werde Ich gesucht werden, und durch ihn
werden die Menschen das Leid spüren, Mich verletzt zu haben.
54. So manche erwarten die Wiederkunft des Messias; doch in
welcher Weise erwarten sie Mich? Wann werdet ihr es endlich zur
Kenntnis nehmen, dass Ich Mich der Menschheit derzeit erneut
kundtue? Wahrlich, Ich sage euch, Mein Licht ist zu allen Nationen
gelangt durch Meine Boten, welche als Wegbereiter Meiner dritten
Offenbarung zur Menschheit kamen.
55. Sieben Nationen werden auserwählt sein, damit sie den
Weltfrieden schaffen, und wahre Brüderlichkeit unter den Menschen
existiert; in ihnen werde Ich Mich offenbaren. Heute habe Ich sie in
brudermörderische Kriege verstrickt angetroffen, ihren Träumen von
Größe und ihrem unersättlichen Machthunger hingegeben. Aus
dieser (mexikanischen) Nation werde Ich einen Botschafter des
guten Willens zu den großen Völkern der Welt senden, um zu ihnen
vom Frieden zu sprechen, und wenn sie den Krieg beendet haben,
wird das Licht der Eintracht und des Friedens zu ihrem Geiste
gelangen. Aber dies Licht wird nicht aus dem Osten oder dem
Westen erscheinen, es wird von Meinem Geiste auf den Geist der
Menschen herniederkommen.
56. Bereitet euch vor, damit die für diese Mission Bestimmten
zum richtigen Zeitpunkt zu den Nationen aufbrechen können, und
wenn sie dann bewirkt haben, dass Mein neues Wort überall
vernommen wird, wird der mächtige Baum seine Äste, seinen
Schatten und seine Früchte zu all seinen Kindern gelangen lassen.
Ihr müsst dann eure Anstrengungen und euren Eifer verdoppeln,
damit Meine Lehre keine Verfälschungen erleidet, und damit die
unwissenden und unbesonnenen Menschen nicht von dem euch
anvertrauten Baume Äste absägen in der Absicht, aus ihnen
fremdartige Bäume großzuziehen.
57. Mein Werk soll in der Lauterkeit und Vollkommenheit
bekanntgemacht werden, in der Ich es euch offenbart habe — ohne
äußerliche Riten oder Gebräuche.
58. Wenn ihr es als so vollkommen erkennt, fühlt ihr euch
unwürdig desselben und fragt ihr euch: "Warum wandte sich der
Vater gerade an uns, um es uns zu offenbaren?" Doch Ich sage euch,
dass eure Seele trotz der Unvollkommenheiten, die ihr an euch habt,
auf ihrem weiten Lebensweg eine große Entwicklung erreicht hat.
Aber nicht jetzt schon werdet ihr euch der Größe dieser Kundgebung
bewusst, sondern erst, wenn Ich Mein Wort unter euch
zurückgezogen habe. Dann werdet ihr das Gute, das ihr hattet,
begreifen und werdet von Seligkeit erfüllt sein, Mich unter euch
gehabt zu haben.
59. Wahrlich, Ich sage euch, an Meinem Tisch der Liebe habt
ihr gegessen und getrunken, o geliebte Jünger.
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161