BWL - Band IV - Unterweisung 105


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 105:
1. Aus diesem Worte sollt ihr ein Buch herstellen, das auf Erden
bleiben wird, damit die Menschen den Pfad zur Vergeistigung
finden. Viele von ihnen werden seine Wahrheit leugnen, aber viele
werden auch bestätigen, dass alle seine Aussagen richtig sind.
2. Von Generation zu Generation werden sich die Gaben des
Geistes stärker und klarer offenbaren, und diese Tatsache, die sich
selbst bei den am meisten Zweifelnden und Ungläubigen zeigt, wird
das Zeugnis für die Wahrheit all dessen sein, was Ich euch in den
vergangenen Zeiten ankündigte und euch in dieser bestätigte.
3. Erkennt ihr etwa, mit welch durchdringender Kraft Mein
Wort in dieser Zeit ertönt ist, wenn es sich durch das Gehirn des
Stimmträgers kundgetan hat? Ebenso wenig könnt ihr euch das
Wunder der Zwiesprache von Geist zu Geist vorstellen, wenn diese
ihren Höhepunkt erreicht.
4. Staunt ihr nicht, wenn ihr die Beschreibung eines geistigen
Gesichtes mittels der Sehergabe oder der prophetischen Kraft eines
Traumes vernehmt? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt kaum
angefangen, einen Schimmer von dem zu erspähen, was andere in
der Zukunft sehen werden.
5. Ihr wart über die Gabe der Intuition verwundert, und die
Gabe der Heilung hat euch in Staunen versetzt; doch es ist
notwendig, dass ihr den Spiritualisten von morgen ein gutes Vorbild
hinterlasst.
6. Die Zeit, die Joel ankündigte, in welcher die Menschen in
ihrem Geiste und Fleische den Geist Gottes empfangen würden, ist
jetzt da. Doch es ist erst die Morgendämmerung, und es ist nötig,
dass ihr, die ersten Jünger, guten Samen hinterlasst, damit eure
Werke gute Früchte sind, die die Wanderer von morgen auf ihrem
Lebensweg ermutigen, und nicht Stolpersteine, über die man
strauchelt.
7. Aufgrund des Lichtes, das ihr empfangen habt, gehört ihr zu
denen, welche die Lehre, die Ich euch schon in vergangenen Zeiten
offenbart habe, richtig auslegen werden.
8. Die gründliche Erforschung, die ihr Meinem Worte zuteil
werden lasst, und die Befolgung desselben durch euch werden das
beste geistige Werk sein, das ihr den kommenden Generationen
hinterlasst. Sie werden euch dafür dankbar sein, und Ich werde euch
segnen.
9. Ihr, die Ersten in diesem Zeitalter, sollt Stützen, Führer und
Wächter der Nachkommenden sein und euch an der Durchführung
eurer Mission erfreuen.
10. Lebt, um eure Mitmenschen zu retten, dann werde Ich euch
retten. Lasst eure Boote zu Wasser und macht euch auf die Suche
nach den Schiffbrüchigen, und wenn ihr seht, dass die Wellen
aufbrausen und bedrohlich werden, so betet, und sogleich werdet ihr
den Mantel Meines Friedens über eurem Geiste fühlen.
11. Jünger, denkt nicht, dass nur im Schoße des Volkes Israel
Meine Sendboten, Meine Propheten, Wegbereiter und Erleuchteten
erschienen, denn ihr würdet dann viele Meiner Gesandten leugnen,
die Ich mit Botschaften des Lichtes, des Friedens und der Liebe an
verschiedene Orte auf Erden gesandt habe.
12. Die Menschheit ist das Erdreich, in das Ich den Samen der
Liebe säe. Dieses wurde mit dem göttlichen Tau bewässert, damit,
wenn die Aussaat Meines Wortes stattfinden würde, es ein
geeignetes Feld vorfinden sollte, um Frucht zu tragen.
13. Immer, wenn eine Gottesoffenbarung im Begriffe ist, die
Menschen zu erleuchten, habe Ich ihnen Wegbereiter oder Propheten
gesandt, um sie vorzubereiten, damit jenes Licht von ihnen erkannt
werden kann. Doch glaubt nicht, dass nur jene Meine Boten sind,
die Botschaften für den Geist bringen. Nein, Jünger, ein jeder, der
unter den Menschen das Gute sät in irgendeiner seiner Formen, ist
ein Bote von Mir.
14. Diese Sendboten könnt ihr auf allen Wegen eures Lebens
antreffen, sowohl in den Religionsgemeinschaften, als auch in den
Wissenschaften — unter den Menschen, die regieren, oder bei
denen, die gute Lehren erteilen.
15. Ein guter Diener von Mir weicht niemals von dem Pfade ab,
den er zurückzulegen hat; er stirbt lieber unterwegs, als dass er
zurückweicht. Sein Vorbild ist ein Same des Lichtes im Leben seiner
Nächsten, und seine Werke sind Beispiele für die andern. Ach, wenn
die Menschheit doch die Botschaften verstehen könnte, die Ich ihr
durch sie zusende! Doch es ist nicht so, weil es viele Menschen gibt,
die heikle Missionen auf der Welt haben, die jedoch ihre Blicke von
jenen großen Vorbildern abirren lassen, um einen Weg einzuschlagen,
der ihnen besser gefällt.
16. Ihr habt Regierende, in deren Herzen nicht die Gerechtigkeit
und Hochherzigkeit vorhanden ist, um ihr Volk zu regieren, weil sie
hinter dem armseligen Ziel nach Macht und Reichtum her sind —
Menschen, die von sich behaupten, dass sie Meine Stellvertreter
sind, und die nicht einmal die Liebe zu ihren Nächsten kennen —
Ärzte, die das Wesentliche ihrer Mission nicht kennen, welches die
Barmherzigkeit ist — und Richter, die Gerechtigkeit mit Rache
verwechseln und das Gesetz zu verderblichen Zwecken missbrauchen.
17. Keiner, der krumme Wege geht und seinen Blick von jenem
Lichte abwendet, das er als Leuchtfeuer seines Gewissens in sich
hat, hat eine Vorstellung von dem Gericht, das er sich selbst bereitet.
18. Es gibt auch solche, die Aufgaben an sich gerissen haben,
die ihnen nicht zustehen, und die mit ihren Irrtümern Beweise dafür
geben, dass ihnen absolut die erforderlichen Fähigkeiten fehlen, um
die Aufgabe durchzuführen, die sie von sich aus übernommen
haben.
19. Ebenso könnt ihr Diener Gottes finden, die es nicht sind,
weil sie dafür nicht gesandt wurden — Menschen, die Völker führen
und die nicht einmal fähig sind, ihre eigenen Schritte zu lenken —
Lehrer, denen die Gabe zu lehren fehlt und die statt Licht zu
verbreiten den Verstand verwirren — Ärzte, in deren Herz kein
Gefühl des Mitleids geschlagen hat angesichts des fremden
Schmerzes und die nicht wissen, dass der, welcher diese Gabe
wahrhaft besitzt, ein Apostel Christi ist. Alle Meine Grundprinzipien
wurden von den Menschen geschändet, doch nun ist die Stunde
gekommen, in der alle ihre Werke gerichtet werden. Dies ist Mein
Gericht, da es Mir zukommt, es zu vollziehen. Deshalb sage Ich
euch: Wachet und erfüllet Meine Gebote der Liebe und Vergebung.
20. Habe Ich euch gesagt, dass ihr zum Volke Israel gehört, dem
Besitzer des Göttlichen Samens? Arbeitet also an euch, damit ihr
würdig seid, den Samen der Liebe, des Friedens und des Lichtes bei
euch zu tragen.
21. Denkt über die Lektionen nach, die Ich euch an diesem Tage
gelehrt habe, damit ihr nicht von dem Pfade abirrt, den Ich euch
vorgezeichnet habe, und ihr nicht Aufgaben an euch reißt, die euch
nicht zukommen, und damit ihr keinen falschen Gebrauch von euren
Fähigkeiten macht. Denn wenn ihr nach allem, was ihr in Meinen
Unterweisungen gehört habt, jene Fehler begeht, auf die Ich euch
hingewiesen habe, wird euer Gericht strenger sein müssen als das
von dem, der während seines Lebens keine Lehre von solchem
Lichte kennenlernte, wie es die Lehre enthält, die ihr empfangen
habt.
22. Geliebtes Volk, mehre dich, bleibe standhaft und erfülle
deine Mission.
23. Ich habe ein Licht entzündet auf dem Wege der Seele, damit
diese sich nicht verirrt und sicher ihres Weges zieht — wie ein
Schaf, das weiß, wo die Hürde ist.
24. Dies Licht, das jenes des geistigen Gewissens ist, beleuchtet
die Bresche und entdeckt den Wolf, wenn dieser im Dickicht
auflauert.
25. Nicht alle Menschen gehen auf dem sicheren Wege. Es gibt
viele Verirrte, die den Weg verloren haben, umherirrende Reisende,
Wesen ohne bestimmte Richtung. Wenn Ich ihren Weg kreuze und
sie frage: "Wohin geht ihr? Was oder wen sucht ihr?", so sagen sie
Mir mit hängendem Kopfe: "Meister, ich weiß nicht, wohin ich
gehe, wohin meine Füße mich tragen, noch was es ist, das ich
suche." Dann habe Ich ihnen gesagt: "Folget Mir nach", und dies
eine Wort, das in ihr Herz drang, hat genügt, um ein Licht der
Hoffnung, eine Flamme des Glaubens zu entzünden, die ihnen neuen
Mut gab, Meiner Spur zu folgen. Denn seit dem Zeitpunkt, da sie
Mir nachzufolgen begannen, spürten sie eine unbekannte Kraft, die
sie keinen Augenblick verließ und sie ein unbedingtes Vertrauen in
ihre Bestimmung fühlen ließ.
26. Ich will, dass ihr alle, die ihr dies Wort vernehmt, verstehet,
dass Ich euch mit der Aufforderung, auf diesem Wege zu wandeln,
nicht nur geistige Befriedigungen und Wonnen auf ihm anbiete,
sondern auch Prüfungen, Lektionen und Sühneerlebnisse, aber dass
zugleich eine höhere Kraft herabströmt, um den zu stärken, der
geprüft wird, und dass diese Kraft während des ganzen Lebensweges
der Stab ist, auf den sich der Wanderer stützen muss. Diese Kraft
enthält alles: Glaube, Liebe, Gehorsam und Vertrauen.
27. Seid euch dessen bewusst, Jünger, die ihr dem Meister
nachzufolgen beginnt, damit, wenn sich Prüfungen auf eurem
Lebenswege einstellen, ihr denkt: "Ich bin schon darauf vorbereitet,
der Meister hat mich darauf hingewiesen, und ich habe das
Vertrauen, mit Seinem göttlichen Beistand zu bestehen." Wahrlich,
Ich sage euch, wenn ihr euch diese Lektionen mit starkem und
aufwärtsgewandtem Geiste zunutze macht, werdet ihr feststellen,
dass keine Prüfung umsonst ist. Denn sowohl jene, die einem
Menschen bestimmt ist, als auch jene, die sich im Schoße einer
Familie zeigt, oder jene, die eine Nation heimsucht — sie alle und
jede einzelne von ihnen birgt einen tiefen Sinn und oftmals große
Lebenslehren in sich. Wer könnte in diesem Augenblicke sagen, dass
er frei von Prüfungen ist? Niemand, denn es ist die Zeit der
geistigen Wiedergutmachung.
28. Öffnet eure Augen für die Wirklichkeit und macht euch die
Verantwortung bewusst, die ihr übernehmt, wenn ihr Meinem Worte
lauscht und zu Zeugen Meiner Kundgebungen in dieser Zeit werdet.
Ich will euch damit sagen, dass ihr euch nicht damit begnügen dürft,
Mein Wort zu vernehmen und eure geistigen Bedürfnisse zu
befriedigen, ohne an die der andern zu denken. Denn diese
Befriedigung wird nicht vollständig sein können, wenn ihr bedenkt,
dass gerade in den Augenblicken eures geistigen Entzückens
Millionen eurer Mitmenschen kämpfen, verzweifeln oder im Feuer
der mörderischen Kriege fallen.
29. Meine Lehre bereitet euch auf eine Auseinandersetzung
zugunsten des Friedens und der Vergeistigung in der Welt vor. Meine
Unterweisung sagt euch, was ihr tun sollt, damit ihr alle in diesem
Rettungswerke mitarbeitet. Dann wird euer Geist immer mehr den
Frieden und die Befriedigung erleben, die denen zukommen, die bei
Meinen Werken der Liebe mit Mir zusammenarbeiten.
30. Verliert nicht jene Empfindsamkeit, die euer Herz beim
Hören Meines Wortes gewinnt, wenn ihr zu eurem materiellen
Lebenskampf zurückkehrt, denn dort, auf jenen Wegen sind eure
Mitmenschen in Erwartung eines Wortes von euch, das Trost enthält
oder einen Ausspruch, welcher Meine Botschaft des Lichtes zu ihren
Herzen bringt. Doch falls euer Herz in seine gewohnte Härte
zurückgefallen ist, wenn sie sich an euch wenden, werdet ihr nicht
einmal in das Innere dessen schauen können, der bei euch etwas
suchte, das nicht euer Eigentum war, sondern ihm zugedacht war:
Mein Licht, Mein Friede, Mein Balsam.
31. Denkt nicht, dass euer Mangel an Liebe zu den Menschen
ungestraft bleiben könne; denn falls ihr gegen eure geistigen
Pflichten verstoßen solltet, werden die Menschenscharen, wenn sie
in den Schoß eurer Gemeinschaften eintreten und die Botschaft
kennenlernen, die ihr ihnen verheimlicht oder vorenthalten habt,
sich innerlich fragen, ob dies Meine neuen Apostel sind, während
andere, die in Meine Lehre eindringen, euch eine Lektion darüber
erteilen werden, wie die göttlichen Aufträge zu erfüllen sind.
32. Ich muss in dieser Weise zu euch sprechen, um zu
verhindern, dass ihr einschlaft, und damit ihr nicht in eurem
Schlummer überrascht werdet. Ich fordere euch auf zu kämpfen, und
dafür gebe Ich euch Mein Beispiel beständiger Wirksamkeit.
33. Niemand sage Mir, dass er auf seinem Wege zu große
Hindernisse vorfindet, um seine Aufgabe erfüllen zu können. Denn
wenn ihr daran glaubt, dass sich kein Blatt vom Baume ohne den
Willen des Vaters bewegt, so müsst ihr auch begreifen, dass ihr eure
Mission über das hinweg, was ihr Hindernisse nennt, durchführen
sollt.
34. Hegt nicht die Auffassung, dass ihr mit der bloßen
Anwesenheit an diesen Orten bereits eure geistige Aufgabe erfüllt,
oder dass ihr allein mit dem Sprechen über Meine Lehre Mir bereits
gedient habt. Denn euer Betätigungsfeld ist so weit und so voller
Gelegenheiten, um auf euren Wegen Liebe zu üben, dass ihr euch
nicht anstrengen müsst, um passende Gelegenheiten zum Säen zu
finden. Doch ihr habt auf all dies nicht geachtet, und deshalb sagt
ihr, dass ihr zu viele Hindernisse vor euch habt, um erfüllen zu
können; denn ihr habt nicht alles ergründet, was eure geistige
Aufgabe beinhaltet.
35. Liebt, dient, seid nützlich, rettet und tröstet, macht aus
eurem Leben ein schönes Beispiel, eine praktische Lehre, damit
man euch nacheifert. Dann werdet ihr geistiges Licht auf eure
Mitmenschen ausstrahlen. Wenn ihr von Meiner Lehre sprecht,
werdet ihr die Mission erfüllen, den Samen der Vergeistigung zu
säen. Aber tut es mit Demut und seid euch bewusst, dass jedes Werk,
das Eitelkeit enthält, ein unfruchtbarer Same sein wird, der niemals
keimen wird.
36. Ich versichere euch, dass wenn ihr in eurem Leben mit dem
Takt, der Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit, die Ich euch anrate,
wirkt, die harten Herzen, von denen ihr zu Mir in euren Gebeten
sprecht, sich von eurer Tugend bewegt erweichen werden, und ihr
werdet zu der Überzeugung kommen, dass der fortgeschrittene Geist
niemals an der Durchführung dieser Mission gehindert werden kann,
weil er über allen Kleinlichkeiten dieses Lebens steht.
37. Denkt niemals schlecht von denen, die euch nicht mögen,
und seid nicht erbittert über jene, die euch nicht verstehen, da ihr
selbst das innerlichste Gefühl, das ihr gegenüber euren Nächsten
habt, diesen gedanklich übermittelt.
38. Ich biete euch in dieser Zeit so viele Erleichterungen an,
Meine Jünger zu sein, dass ihr eure Eltern, Gattinnen oder Kinder
nicht zu verlassen braucht, um Länder aufzusuchen, in denen ihr
Meine Lehren verbreitet, noch braucht ihr mit lauter Stimme auf
Straßen und Plätzen predigen, auch müsst ihr nicht fürchten, dass
euch am Ende der Missionstätigkeit unweigerlich das Blutgerüst
erwartet. Diesen Weg legte Ich zurück und auch Meine Apostel;
doch jenes Blut säuberte den Pfad, damit die neuen Jünger nicht auf
ihm zu Falle kämen. Ihr müsst nur noch den geistigen Sinn dieser
Botschaft verstehen, damit ihr sie verwirklicht und in einfacher
Weise auf euer Leben anwendet, sodass ihr Mein Wort wirklich lebt.
39. Ich habe dem Geiste Macht über die Materie gegeben, damit
er aus den Prüfungen siegreich hervorgehe und bis zum Endziel des
Weges gelange. Doch der Kampf wird groß sein; denn seit der
Mensch auf der Welt das einzige Reich schuf, an das er glaubt,
zerstörte er die Harmonie, die zwischen ihm und allem, was ihn
umgibt, vorhanden sein soll. Von seinem stolzen Throne herab
möchte er alles der Macht seiner Wissenschaft unterwerfen und den
Elementen und Kräften der Natur seinen Willen aufzwingen. Doch
ist ihm dies nicht gelungen, denn schon seit langem hat er die Bande
der Freundschaft mit den geistigen Gesetzen zerrissen. — Als Ich
jetzt diesem Volke hier gesagt habe, dass die Naturgewalten ihm
gehorchen können, gab es welche, die dies nicht geglaubt haben,
und Ich sage euch, dass sie Grund zum Zweifeln haben, denn die
Natur wird niemals denen gehorchen, die sie missachten, schänden
oder verhöhnen. Wer dagegen im Einklang mit den Gesetzen des
Geistes und der Materie zu leben versteht, das heißt, wer mit allem,
was ihn umgibt, in Harmonie lebt, der wird während seines Lebens
mit seinem Schöpfer eins werden und dadurch würdig werden, dass
die Elemente der Natur ihm dienen und gehorchen, wie es jedem
Kinde zukommt, das seinem Vater gehorsam ist, dem Schöpfer alles
Bestehenden.
40. Ich habe nicht gesagt, dass diese Gemeinde hier die
notwendige geistige Erhebung erreicht hat, um solche Wunder
Wirklichkeit werden zu lassen, auch nicht, dass sie derzeit bereits
die Harmonie zwischen dem Materiellen und dem Geistigen
erreicht. Ich rege sie nur dazu an, durch die Vergeistigung nach
diesem Ziel zu streben.
41. Um euch in eurem Glauben zu ermutigen und euch die
Wahrheit Meiner Worte zu beweisen, vollbringe Ich zuweilen bei
euch solche Werke, die ihr Wunder nennt und die nur die Belohnung
für jene sind, die sich in die universelle Harmonie einzuordnen
verstanden, auch wenn es nur für eine kurze Zeitspanne gewesen
ist.
42. Die geschichtliche Überlieferung über die ersten Menschen,
welche die Erde bewohnten, wurde von Generation zu Generation
weitergegeben, bis sie im Buch der Ersten Zeit niedergeschrieben
wurde. Es ist ein lebendiges Gleichnis jener ersten Menschenwesen,
die auf der Erde lebten. Ihre Lauterkeit und ihre Unschuld
ermöglichten ihnen, die Liebkosung der Mutter Natur zu fühlen.
Zwischen allen Wesen bestand ein freundschaftliches Verhältnis,
und unter allen Geschöpfen eine uneingeschränkte Brüderlichkeit.
Hernach entfremdeten die menschlichen Leidenschaften die
Menschen jenem Leben, weshalb sie sich genötigt sahen, mittels der
Wissenschaft nach dem zu streben, was sie aus Mangel an
Vergeistigung verloren hatten. So ist die Menschheit bis in die
gegenwärtigen Zeiten gelangt, in denen sie, um zu überleben, von
den Elementen und Kräften der Natur das für ihr Leben Notwendige
stehlen musste.
43. Ich verbiete euch nicht, von der Wissenschaft Gebrauch zu
machen, noch verdamme Ich sie. Ich will nur, dass die Menschen
mittels Meiner Lehre begreifen, dass es ein höheres Wissen gibt als
jenes, das sie kennen, und das sie durch die Liebe erreichen können,
welche die Essenz aller Meiner Unterweisungen ist.
44. Menschen, wie sollte Ich euch nicht sagen, dass diese
Zeiten, in denen ihr lebt, von Verwirrung geprägt sind, da Ich doch
sehe, dass ihr Mein Licht nicht durch die dunklen Wolken eurer
Gedanken dringen lasst? Auch sage Ich euch, dass Mein Licht
triumphieren wird, denn es gibt keine Finsternis, die seiner
Leuchtkraft standhalten kann. Dann werdet ihr begreifen, dass der
Vater euch in der Stunde der Heimsuchung niemals verlässt.
45. Viele Völker sind in den tiefen Abgrund der Vermaterialisierung
gestürzt, und andere sind nahe daran, zu stürzen; doch der
Schmerz ihres Sturzes wird bewirken, dass sie aus ihrem tiefen
Schlafe erwachen.
46. Es sind jene Nationen, die nach einer Zeit des Glanzes einen
Niedergang erlebten und in der Finsternis des Schmerzes, des
Lasters und des Elends versanken. Heute ist es nicht ein Volk,
sondern die ganze Menschheit, die dem Tod und dem Chaos blind
entgegenläuft. Der Hochmut der Völker wird durch Meine
Gerechtigkeit heimgesucht werden. Erinnert euch an Ninive,
Babylon, Griechenland, Rom und Karthago. Bei ihnen werdet ihr
tiefe Lehrbeispiele der Göttlichen Gerechtigkeit finden.
47. Wann immer die Menschen das Zepter der Macht ergriffen
und zugelassen haben, dass ihr Herz von Gottlosigkeit, Hochmut
und wahnsinnigen Leidenschaften erfüllt wurde, wodurch sie ihre
Völker mit sich fortrissen in die Entartung, hat sich Meine
Gerechtigkeit genaht, um sie ihrer Macht zu entkleiden. Aber
gleichzeitig habe Ich eine Fackel vor ihnen entzündet, die den Weg
zum Heil ihrer Seele erhellt. Was würde aus den Menschen, wenn
Ich sie im Augenblicke ihrer Prüfungen ihren eigenen Kräften
überließe? Wendet eure Blicke all jenen Völkern zu, die früher groß
waren und die heute in Ruinen liegen. Sie werden aufs neue
erblühen, doch nicht der Hochmut und das Verlangen nach irdischer
Größe werden sie wieder aufrichten, sondern das Ideal, das sich an
jener Gerechtigkeit und Tugend inspiriert, die Meine Unterweisungen
verbreiten. Aus ihren Trümmern werden neue Nationen
erstehen, und auf den Ruinen ihrer Kirchen und ihrer Götzen werden
sie ihrem Gott die wahre Anbetung darbringen.
48. Der Hochmut wurde gedemütigt, und die Sünde wurde
durch Schmerz abgewaschen; doch vergesst nicht, dass noch viele
Schandflecken zu entfernen sind, und dass — so rein das Leben der
Menschen auf Erden auch noch werden wird — dieser Planet
niemals die ewige Heimat für den Geist sein wird. Denn wer dies
glaubt, hat Mein Wort schlecht ausgelegt, oder er hat den wahren
Sinn des Lebens nicht verstanden.
49. Diese Welt wird immer nur die vorübergehende Heimstatt
der Seele sein, nur eine Teilstrecke auf dem Weg zu ihrer
Entsühnung, ihrer Entwicklung und Vervollkommnung. Das Leben,
das euch erwartet, um euch für immer aufzunehmen, ist anders.
50. In Meine Gegenwart kommen Kranke, Gescheiterte, geistig
Arme, und während die einen Meinen Willen segnen, begehren
andere angesichts des Schmerzes auf und schreiben ihre Leiden
einer göttlichen Strafe oder Ungerechtigkeiten des Schicksals zu.
Dann ist es nötig, dass Ich euch von eurer Unwissenheit befreie und
euch den Kern der Wahrheit aufdecke.
51. Solange ihr im Fleische lebt, läutert sich eure Seele von
dunklen Flecken aus vergangenen Leben, und daher wurde es nötig,
euch all dies zu offenbaren, damit ihr die Leiden der Erde geduldig
ertragen könnt.
52. Seit Anbeginn der Menschheit gibt es die Reinkarnation der
Seele als ein Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit und als eine der
Formen, in denen der Vater Seine unendliche Gnade bewiesen hat.
Die Reinkarnation ist nicht nur eine Sache dieser Zeit, sondern aller
Zeiten, und ihr sollt auch nicht meinen, dass Ich euch dies
Mysterium erst jetzt offenbart habe. Schon in den frühesten Zeiten
existierte im Menschen das intuitive Wissen über die Wiedereinkörperung
der Seele. Doch die Menschen, welche materialistische
Wissenschaften und Schätze der Welt erstrebten, ließen sich von den
Leidenschaften des Fleisches beherrschen, wodurch jene Fasern des
menschlichen Herzens verhärtet wurden, mit denen man das
Geistige wahrnimmt, sodass die Menschen taub und blind für alles
wurden, was dem Geiste zugehört. Was kann es ihnen nützen, ihre
Augen auf die Schriften zu heften, welche das Gesetz und die Lehre
enthalten, die Ich euch in vergangenen Zeiten offenbarte, wenn ihr
Verstand nicht in ihren Sinngehalt einzudringen vermag, und ihre
Herzen den Wesenskern derselben nicht wahrnehmen? Erkennt, dass
die Empfindungsfähigkeit und das geistige Ahnungsvermögen in
den Menschen verkümmert sind, und dass sie daher beim Suchen
nach Meiner Wahrheit in jenen Texten meistens irrtümlichen
Auslegungen anheimfallen. Sie haben das Licht direkt vor ihren
Augen, aber statt dass sie zum Kern der Unterweisungen
Vordringen, halten sie sich bei den Buchstaben auf, das heißt an der
äußerlichen Form, wodurch sie häufig Irrtümern erliegen. Doch nun
bin Ich hier, um in die Geheimnisse und dunklen Stellen Licht zu
bringen, sowie um euch von Verwirrungen und Irrtümern zu
befreien.
53. Wohl denen, die Mich gerufen haben, denn damit haben sie
ihre Sehnsucht nach Liebe und Wissen bewiesen. Sie haben erlebt,
wie Meine helfende Liebe ihnen beisteht. Doch müsst ihr einsehen,
dass ihr nicht alles, was ihr in dieser Zeit wissen wollt, auf einmal
erhalten könnt. Denn es ist notwendig, dass ihr betet, meditiert und
Meine Lehren lebt, um alles zu empfangen, was ihr ersehnt.
54. Sowohl der Mensch, der das Licht des Wissens in der Natur
sucht, als auch der, der Meine Weisheit in den geistigen Offenbarungen
sucht, muss den Weg, auf dem er all jene Wahrheiten
finden wird, die er auf andern Pfaden nicht entdecken kann, auf
eigenen Füßen zurücklegen. Eben darum habe Ich eure Seele
ausgesandt, ein Leben nach dem andern hier auf Erden zu leben,
damit sie aufgrund ihrer Entwicklung und ihrer Erfahrung alles
entdeckt, was in ihr ist und in dem, was sie umgibt.
55. Wenn ihr wollt, so prüft Meine Worte gründlich, doch
studiert und beobachtet danach das Leben aus ihrer Sicht, damit ihr
die Wahrheit feststellen könnt, die in allem, was Ich euch gesagt
habe, enthalten ist.
56. Es wird Gelegenheiten geben, bei denen es euch so
vorkommt, als ob ein Widerspruch bestünde zwischen dem, was Ich
euch heute sage, und dem, was euch in vergangenen Zeiten offenbart
wurde, doch diesen gibt es nicht. Die Menschen sind es, die im
Irrtum befangen sind. Aber nun werden alle zum Lichte gelangen.
57. Falls ihr euch wegen dieser Art, Meine Lehre aufzufassen,
angegriffen seht, so seid unbesorgt, denn wahrlich, Ich sage euch,
noch steht niemand in der rechten Erkenntnis, weshalb euch
niemand beweisen kann, dass er bereits zum Kern der Wahrheit
vorgedrungen ist.
58. Studiert Meine Lehre, erlanget Licht durch das Gebet, macht
das Gute zur Norm eures Lebens, und ihr werdet erleben, wie ihr in
den Augenblicken, in denen ihr es am wenigsten erwartet, von
Inspirationen und Gedanken überrascht werdet, welche wahrhaftige
Offenbarungen Meines Geistes sind.
59. Wenn ihr fühlt, dass euch von Mir ausgehende Inspirationen
erreichen, sollt ihr euch demütig zeigen, damit ihr euch niemals für
größer haltet als die andern, und damit ihr mit jener Liebe, mit der
Ich euch Mein Licht gesandt habe, eure Mitmenschen an diesem
teilhaben lasst.
Mein Friede sei mit euch!

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