BWL - Band IV - Unterweisung 100


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 100:
1. Wenn Ich zu euch als Richter komme, hört ihr wieder jene
Stimme Jehovas, die euren Körper und euren Geist in der Ersten
Zeit erbeben ließ. Damals hielten sich die Menschen die Ohren zu in
dem Bestreben, die allmächtige Stimme ihres Vaters nicht hören zu
müssen. Heute sage Ich diesem Volke: Haltet euch nicht die Ohren
zu, verschließt Mir nicht eure Herzen, erkennt, wie Meine
unendliche Gnade sich im ganzen Universum ausbreitet. Habt keine
Angst, Ich will nur die Opfergabe eurer Liebe.
2. Wer gesündigt hat, hat Mich verletzt. Habt ihr etwa
gesündigt? Wenn es so ist, so erkennt, dass Ich auch als Vater und
als Meister gekommen bin, um euch zu vergeben und erneut den
Weg zum Heil zu lehren.
3. Mein Gericht ist aus der Liebe geboren, nicht aus der Rache.
Wenn Ich die Menschen mit Meiner Gerechtigkeit heimsuche, dann
nur, weil Ich sie retten will. Wenn Ich den Königen ihr Zepter
wegnehme, dann deshalb, weil Ich sie demütig sehen will. Wenn Ich
jene zur Rechenschaft ziehe, die die Menschheit leiten, geschieht es,
weil Ich gesehen habe, dass es nicht die Liebe, der Friede oder die
Gerechtigkeit ist, die sie in die Herzen ihrer Völker gesät haben. Ich
sehe nur, dass die Felder mit Tod, Trübsal, Unfrieden und Elend
besät worden sind.
4. Die Toten rufen schweigend nach Gerechtigkeit, und jene, die
körperlich und seelisch hungern, sind voller Hass in ihren Herzen,
um ihn, wenn der Augenblick gekommen ist, auszutoben.
5. Menschheit, Ich suche deine Versöhnung. Ihr lebt nicht in
Meinem Gesetze. Zerstört ist die Harmonie zwischen euch und
eurem Gott und allem Geschaffenen. Ihr liebt euch nicht als
Geschwister, und dies ist das Geheimnis des Glücklichseins, das
euch Jesus offenbarte. Doch wenn ihr die Harmonie untereinander
verloren habt — glaubt ihr dann, sie mit den Naturreichen der
Schöpfung bewahren zu können?
6. Die Hand des Menschen hat das Gericht über sich heraufbeschworen.
In seinem Gehirn tobt ein Sturm, in seinem Herzen
wütet ein Unwetter, und all dies offenbart sich auch in der Natur.
Ihre Elemente sind entfesselt, die Jahreszeiten werden unfreundlich,
Plagen kommen auf und mehren sich, und zwar deshalb, weil eure
Sünden anwachsen und Krankheiten bewirken, und weil die törichte
und vermessene Wissenschaft nicht die Ordnung anerkennt, die vom
Schöpfer bestimmt wurde.
7. Wenn Ich euch dies nur sagen würde, würdet ihr es nicht
glauben. Es ist daher notwendig, dass ihr das Resultat eurer Werke
mit Händen greifen könnt, damit ihr davon enttäuscht seid. Gerade
jetzt habt ihr diesen Augenblick eures Lebens erreicht, in welchem
ihr das Ergebnis all dessen erlebt, was ihr gesät habt.
8. Ihr, die ihr dies Wort vernommen habt, fragt Mich in euren
Herzen, warum Ich nicht dies Unheil aufhalte, das die Menschen mit
Hilfe ihrer Wissenschaft vorbereitet haben. Darauf antworte Ich
euch: Der Mensch muss den Kelch leeren, den er gefüllt hat. Die
Nationen mit ihrem Rassenwahn und ihren ehrgeizigen Zielen haben
sich schon seit langem für den Kampf gerüstet, um einander zu
vernichten. Nur Meine Liebe zu euch hat ihn (bisher) aufgehalten;
doch diesen Beweis göttlicher Barmherzigkeit wollte die Menschheit
weder erkennen noch begreifen.
9. Einen Augenblick nur werde Ich sie gewähren lassen, doch
diese kurze Zeitspanne göttlicher Gerechtigkeit wird ausreichen,
dass sie sich an die Liebe ihres Schöpfers erinnert, denn niemand
kann ohne Mein Gesetz oder ohne Meinen Frieden existieren.
10. Volk, da du Mich auch als Richter erlebt hast, so sage, ob
Meine Gerechtigkeit der euren gleicht. Fragt euch selbst, ob Ich es
verdiene, gefürchtet oder geliebt zu werden?
11. Seht, wie sich der gesegnete Same dieser Lehre ausgebreitet
hat in Erfüllung Meines Wortes. Von den großen Städten aus hat es
seinen Weg in die ärmeren Landstriche genommen und dabei weite
Entfernungen zurückgelegt. Es wird nicht vergehen, mag es auch in
einem Herzen, in welchem der Glaube stirbt, zu existieren aufhören;
doch dann wird es bereits in andere Herzen gesät sein. Mein Wort
wird von diesem Lande in andere Gegenden gehen und Herzen
suchen, wo es keimen kann. Niemand wird verhindern können, dass
diese Lehre sich verbreitet.
12. Noch jetzt ist der Weizen mit menschlichem Samen
vermischt mit all seinen Unvollkommenheiten, weil ihr euch das
Wesentliche Meiner Lehre nicht bewusst gemacht habt. Doch wenn
ihr die Augen des Geistes öffnet und euer Wahrheitsempfinden
erwacht, werdet ihr die Göttliche Lauterkeit dieser Offenbarung
schauen, und dann werdet ihr sie mit aller Liebe und Inbrunst eures
Herzens umfangen, sie rein und lauter in euch tragen und sie der
Menschheit bekanntmachen, welche entzweit ist und ferne vom
Wege Meines Gesetzes.
13. Wenn ihr meint, dass Mein Wort nur zu den Anwesenden
spricht, so irrt ihr euch. Mein Wort ist für jeden, der es empfängt, sei
es heute, morgen oder in ferner Zukunft. Es ist gleich, ob er es durch
einen Stimmträger, durch einen Zeugen oder mittels einer Niederschrift
empfängt.
14. Euch Anwesenden und euch Zukünftigen sagt euer Vater:
Wenn ihr Säer der Wahrheit sein wollt, Pfleger des Geistigen,
Freunde des Friedens, so erkennet die Vollkommenheit Meines
Samens und reinigt eure Herzen. Ich werde einen nach dem andern
für den Kampf (zur Verbreitung des Wortes) zurüsten, ihnen Wege
weisen, und das Land zur Saat vorbereiten.
15. Dem Anschein nach werden es materielle Bedürfnisse sein,
die euch zu andern Orten bringen, aber die Wahrheit wird sein, dass
es eure Aufgabe war, die euch hinführte, um euch die Ausdehnung
der nicht kultivierten oder nur spärlich bebauten Felder zu zeigen,
damit ihr in sie den gesegneten Samen legt, den euch Mein Geist in
dieser Dritten Zeit übergeben hat.
16. Betet für alle Arbeiter, eure Geschwister, vereinigt euch alle
in einem Gebet der Gleichheit und der Brüderlichkeit. Wachet über
die Gemeinden, ob sie groß oder klein sind, nahe oder ferne.
17. Lasst den Saft des Lebensbaumes durch euer Wesen fließen,
damit eure Früchte auch voller Leben sind.
18. Meine Unterweisung ist tiefschürfend, Jünger, aber Ich habe
euch die Mittel zur Verfügung gestellt, um sie zu begreifen.
Empfangt die Wesen des Jenseits, die Ich euch mit einer Botschaft
des Lichtes gesandt habe, damit sie euch helfen, vom Geistigen zum
Göttlichen fortzuschreiten. Hört auf sie, wenn sie euch raten, jede
materielle Bindung aus euren Herzen zu entfernen, um euch zum
Göttlichen aufschwingen zu können. Wer könnte besser über
Vergeistigung zu euch sprechen als sie? Wenn sie die geistige
Heimat erwähnen, sprechen sie zu euch als Wissende, denn von dort
kommen sie zu euch.
19. Diese Wesen durchlebten den Schmelztiegel der Läuterung.
Ihr Ringen, ihre Reue über begangene Verfehlungen, ihre Erfahrung
und geistige Erhebung sind die Verdienste gewesen, die Ich in ihnen
gefunden habe, und so habe Ich sie ausgesandt, damit sie sich unter
Meinem Volke kundgeben.
20. Sie sind rein und können daher zur Welt von Reinheit
sprechen; sie lieben Mich und lieben euch, deshalb haben sie das
Recht, von Liebe zu sprechen; sie sind durchdrungen von Gesundheit,
und aus diesem Grunde können sie dem Kranken Gesundheit
vermitteln.
21. Ich habe sie als Vorbild für die Menschheit ausgesandt.
Eifert ihnen nach und macht euch würdig, von Liebe, Erneuerung,
Frieden und Vergeistigung zu sprechen. Wahrlich, Ich sage euch,
wenn ihr also tut, wird es unter Meinem Volke keine heuchlerischen
Pharisäer von jener Art geben, die sehr auf die äußere Erscheinung
bedacht waren und im Herzen Fäulnis und Schmutz verbargen.
22. Diejenigen, die in ihrem Verstande die Ausstrahlung jener
Wesen empfangen, und jene, die ihre Botschaften vernehmen, sollen
zulassen, dass sie sich voll und ganz offenbaren, damit die
Erinnerung an sie in den Herzen der Zuhörerschar unauslöschlich
bleibt, und ihre Saat in den Herzen der Menschen unsterblich ist.
Bedenkt, dass ihre (direkte) Verbindung mit diesem Volke 1950
enden wird.
23. Die Inspiration dieser höheren Welt wird die Jünger des
Herrn weiterhin führen und inspirieren, wenngleich Ich euch darauf
hinweise, dass ihre Kundgabe in dem Maße, wie eure Vergeistigung
größer wird, im Laufe der Zeit immer subtiler und lichter werden
wird.
24. Auf diesem Wege sollt ihr ohne stehenzubleiben voranschreiten,
doch muss Ich euch gleichfalls sagen, dass er Schritt für
Schritt zurückzulegen ist und nicht in atemberaubendem Lauf.
25. Versinkt nicht in gewohnheitsmäßige Routine, begreift,
wann die Zeit dafür gekommen ist, einen weiteren Schritt auf dem
Lichtpfade zu tun. Übereilt euch nicht, ihn zu tun, doch zögert auch
nicht, ihn zu tun.
26. Die rechte Art und Weise, um nicht in Stillstand zu geraten,
ist die, euch genau an Mein Wort zu halten und euch jeder nur
äußerlichen Handlung zu enthalten, mit der ihr die tatsächliche
Befolgung Meiner Unterweisung ersetzen möchtet.
27. Ich bin auch als Meister, als Vater, als Arzt bei euch. Öffnet
eure Herzen, o Menschenscharen, die ihr mit eurer Bürde an Leiden
herbeikommt. Verschließt eure Augen für einen Augenblick dem
Weltlichen, und ihr werdet die Gegenwart des Geistigen empfinden.
Der müde Wanderer wird den Schatten eines unsichtbaren Baumes
verspüren, der ihm Schatten spendet und ihn stärkt. Das liebebedürftige
Herz wird fühlen, dass es das göttliche Heim betreten hat,
wo die Stimme des Vaters zu hören ist gleich einem Konzert. Der
Kranke wird das Gefühl haben, dass eine wohltätige und
barmherzige Hand über seine Wunde hinweggeglitten ist, die sie mit
Heilbalsam erfüllt und seinen Schmerz lindert.
28. Lernet, Mir näherzukommen, lernt, Mich zu bitten, um zu
empfangen und zu hoffen. Ihr werdet dann erleben, wie sich in
eurem Leben Wunder offenbaren.
29. Dies ist eine Zeit, in der der Mensch seinen Teil an
Vergeistigung und Glauben beitragen soll, damit die neuen Wunder
Wirklichkeit werden. Die Welt möchte die Werke noch einmal
erleben, die Jesus vor den Augen der Menschen tat. Dazu sage Ich
euch, dass ihr nicht hartnäckig danach verlangen sollt, weiterhin in
einem Zeitalter zu leben, das bereits vergangen ist. Ihr seid in eine
neue Zeit eingetreten, und in ihr werde Ich euch Lehren geben, die
euch noch nicht offenbart worden sind, und Ich werde Meine Werke
wiederholen, doch jetzt in geistiger Form.
30. Ihr müsst wach sein, Jünger, denn Ich werde zu euch nicht
nur durch dies Sprachrohr sprechen, Ich werde Mich eurem Geiste
auch in den Augenblicken kundtun, in denen euer Körper schläft.
Ich werde euch lehren, euch vorbereitet dem Schlafe hinzugeben
und eure Seele vom Irdischen zu lösen, damit sie sich zu den
Regionen des Lichtes erhebt, wo sie die Weissagung empfangen
wird, mit der sie ihren Weg erhellt, um dann ihre Botschaft dem
Verstande zu übermitteln.
31. Der Jünger, der seinen Meister in dem Augenblicke zu
empfangen versteht, in welchem dieser ihn sucht, strauchelt nicht
auf dem Pfade, noch hält er sich für schwach oder verlassen im
Kampfe.
32. Lernet begreifen, was die Vergeistigung ist, die Ich von euch
will, damit ihr nicht in einen schwärmerischen Mystizismus geratet,
welcher, statt euren Geist zu fördern, damit er die Göttlichen
Unterweisungen versteht, neue Unklarheiten vor ihm auftürmt.
33. Verinnerlicht euch, Jünger, lasst euren Geist jenes Leben zu
schauen beginnen, das ihn erwartet, jene Welt, welche in ihrer
Schatzkammer unendliche Herrlichkeiten für die Kinder Meiner
Göttlichkeit bereithält.
34. Verzögert nicht die Stunde, in der euer Geist diese Seligkeit
erlangt.
35. Mein Volk wächst, es mehrt sich, nicht nur auf Erden,
sondern auch in der Geistigen Welt. Unter jenen geistigen Scharen
sind die, die Blutsbande mit euch verbanden, sei es, dass sie eure
Eltern, Geschwister oder Kinder gewesen sind.
36. Wundert euch nicht, wenn Ich euch sage, dass Mein Volk so
zahlreich ist, dass die Erde nicht genug Raum für es hätte, und dass
es noch viel größer sein wird. Wenn Ich es einst vereint habe und
nicht eines Meiner Kinder mehr fehlt, wird ihm die Unendlichkeit
als Heimstatt gegeben werden, jene Sphäre des Lichtes und der
Gnade, die kein Ende hat.
37. Hier auf Erden bereite Ich euch nur vor, gebe Ich euch die
nötigen Anweisungen durch Meine Lehre, damit ihr wisst, wie ihr
jenem Leben näherkommt. Diese Menschheit ist nur ein Teil des
Volkes Gottes. Es ist notwendig, dass alle diese Erklärungen
kennen, damit sie ihr Leben auf das Ideal der Vollkommenheit
ausrichten. Diese göttliche Botschaft, welche Mein durch die Lippen
des menschlichen Stimmträgers gesprochenes Wort ist, soll nach
Meinem Willen zu allen Menschen gelangen. Mein Wort ist die
Glocke, welche die Welt ruft, seine Essenz wird die Völker in
Erregung versetzen und zum Erwachen bringen, um über die
Vergeistigung, über die Bestimmung der Seele nach diesem Leben
nachzudenken.
38. Solange die Religionsgemeinschaften weiter in tiefen Schlaf
versunken bleiben und ihre gewohnten Bahnen nicht verlassen, wird
es kein geistiges Erwachen geben, noch Erkenntnis der geistigen
Ideale, und daher wird kein Friede unter den Menschen sein können,
noch Raum für tätige Nächstenliebe; das Licht, das die schweren
menschlichen Konflikte löst, wird nicht erstrahlen können.
39. Euch, die ihr Mir zuhört, habe Ich "Mein Volk" genannt,
weil Ich euch Meine Lehre anvertraut habe, damit ihr die Menschen
einladet — nicht in erster Linie dazu, sich euch anzuschließen, denn
noch leidet ihr an vielen Unvollkommenheiten — sondern dazu, den
Weg Meines Gesetzes wirklich zu beschreiten, welches ganz gewiss
vollkommen ist.
40. Fern von euch, verstreut unter den Völkern der Erde, verborgen
unter den großen Menschenmassen gibt es viele Menschen,
welche Kinder Meines Volkes sind, weil sie in Meinem Gesetze
leben und es ihr Ideal ist, vom Vater inspiriert die Vergeistigung zu
erreichen durch die Liebe zu ihren Nächsten. Unter den Anwesenden
hingegen, die Mein Wort Tag für Tag vernehmen, gibt es
welche, die Ich noch nicht als Meinem Volke zugehörig betrachten
kann, obwohl sie Mich Jahr für Jahr gehört haben; denn statt Liebe
zeigt sich bei ihnen Übelwollen, statt Hilfsbereitschaft Selbstsucht;
anstatt ein Ideal seelischer Vervollkommnung zu haben, überwiegt
in ihnen der Egoismus, und sie betreiben all das, was ihrer Eitelkeit
schmeichelt.
41. Ich sagte Meinen Jüngern seinerzeit: "Ich mache euch zu
Erben Meines Reiches"; doch glaubt nicht, dass sie sich jener Gnade
würdig machten, weil sie mit ihrem Meister zusammengelebt haben.
Erinnert euch, dass es einen gab, der, obwohl er sich viele Male mit
seinem Herrn zum Essen niedergesetzt hatte und bei Ihm gelebt und
oftmals Sein Wort vernommen hatte, nicht würdig war, jenes
Himmlische Testament zu empfangen, welches der Meister Seinen
Jüngern anvertraute, als Er zum letzten Mal mit ihnen zu Tische saß.
42. Das Reich des Vaters ist das Erbe aller Kinder, diese Gnade
kann nur durch große Verdienste des Geistes erreicht werden. Ich
will, dass ihr es nicht für unmöglich anseht, die Gnade zu erlangen,
die euch Mir näherbringt.
43. Seid nicht traurig, wenn ihr in Meinem Worte hört, dass ihr
nur mit großen Anstrengungen und Mühen zum Gelobten Lande
gelangt. Freut euch, denn wer sein Leben auf dieses Ziel ausrichtet,
erleidet keine Enttäuschungen, noch sieht er sich betrogen. Es wird
ihm nicht so gehen wie es vielen ergeht, die nach dem Ruhm der
Welt streben und die ihn nach vielen Mühen doch nicht erreichen,
oder die ihn zwar erlangen, aber bald das Leid erfahren, ihn
zerrinnen zu sehen, bis nichts davon mehr übrigbleibt.
44. Jünger, Meine Lehre zeigt euch, dass ihr, ohne euch einen
Schritt von euren menschlichen Pflichten und den edlen Zielen
dieses Lebens zu entfernen, immer das Verlangen in euch haben
sollt, euch auf Gott zuzubewegen und würdig zu werden, den hohen
Lohn zu erlangen, der euch verheißen ist.
45. Der Körper ist so eng verbunden mit der Seele, dass diese,
wenn sie weiß, dass ihre Körperhülle leidet, das Gefühl hat, als ob
das Übel in ihr selbst wäre. Macht Gebrauch von Meinem
Heilbalsam, Seelen, und heilt euren Körper; lasst ihn über dem
Schmerz stehen, flößt ihm Glauben und Hoffnung ein.
46. Ihr kommt betrübt herbei und klagt bei Mir über eure
Leiden. Doch der Meister sagt euch, dass Er, auch wenn Er viel
Schmerz unter Seinen Kindern zu heilen hat, Seine barmherzige
Hand ausstreckt und euch berührt, damit ihr das Wunder Seiner
Liebkosung spürt und euch gesund erhebt und es bezeugt, damit
noch andere zu Ihm kommen.
47. Jene, welche die Trübsale des Lebens zu besiegen verstehen,
lassen niemals zu, dass diese ihre Seele betrüben. Seht, wie sie hier
Meine Gegenwart mit großem Jubel in ihren Jüngerherzen
empfangen, während der, welcher sich von den Prüfungen besiegen
ließ, traurig und niedergeschlagen herbeikommt. Anstatt einen
geistigen Lobgesang zu Mir emporzusenden, zeigt er Mir nur seinen
Schmerz und seine Tränen. Ich nehme diese leidvolle Opfergabe an,
aber Ich will, dass ihr sie zu einer Opfergabe des Glaubens, des
Vertrauens und des Friedens wandelt.
48. Ihr fragt Mich, ob Ich nichts für euch tun kann? Ach, Meine
kleinen Kinder, noch bevor ihr Mich bittet, habe Ich das, was ihr
benötigt, in eure Hände gelegt! Aber im Lebenskampf stehend und
ohne das Licht des Glaubens eurer Wege gehend, vermögt ihr Meine
Gegenwart nicht zu fühlen noch das zu erkennen, was Ich eurem
Geiste zuteil werden lasse, noch das Licht des neuen Tages zu
schauen, das nur auf euer Erwachen wartet, damit ihr es voll
erstrahlen seht.
49. Fragt jene, die in ihrem Leben das Wunder haben
Wirklichkeit werden sehen, befragt die, die mit einer Freude, die
sich in ihrem Antlitz widerspiegelt, hierherkommen. Sie werden
euch mit ihrem Zeugnis ein Buch aufschlagen, in welchem ihr eine
Geschichte lesen werdet, die ein Lehrbeispiel und ein Ansporn für
euren Glauben sein wird.
50. Wie könnt ihr glauben, dass Ich den weniger liebe, der mehr
leidet? Wie könnt ihr euren Schmerz als ein Zeichen dafür ansehen,
dass Ich euch nicht liebe? Wenn ihr doch verstündet, dass Ich gerade
aus Liebe zu euch gekommen bin! Habe Ich euch nicht gesagt, dass
der Gerechte bereits gerettet ist und dass nicht der Gesunde des
Arztes bedarf? Wenn ihr euch krank fühlt und euch bei eurer
Selbstprüfung im Lichte eures Gewissens als Sünder erkennt, so seid
gewiss, dass ihr es seid, die zu suchen Ich gekommen bin.
51. Wenn ihr glaubt, dass Gott zuweilen Tränen vergossen hat,
dann ist es doch gewiss nicht um derentwillen gewesen, die sich
Seines Himmlischen Reiches erfreuen, sondern um derer willen, die
verwirrt oder weinend sind.
52. Seht hier den vollkommenen Weg, denn in Meinem Worte
ist das Licht, das zur Vollkommenheit führt.
53. Mein Geist betritt Seinen wahren Tempel, welcher euer
Herz ist. Von dort aus habt ihr Mich gerufen und habt Mich gebeten,
dass Ich kommen solle, euch Mein Wort zu geben, und hier bin Ich
also.54. Ihr glaubt an Mich und sprecht Meinen Namen gläubig aus.
Wer Meine Unterweisungen bewahrt und danach handelt, wird
erlöst sein.
55. Eure Seele kann nicht in der Finsternis der Verwirrung
zugrunde gehen, weil Mein am Kreuz auf Golgatha vergossenes Blut
eure Seele dazu ermutigte, die Wanderschaft auf dem Weg zu ihrer
Entwicklung in Angriff zu nehmen und dabei den Spuren ihres
Meisters zu folgen. Ich habe euch zum Preis Meines Blutes, Meiner
Liebe erkauft. Seit damals seid ihr vorbereitet, um von den Toten
aufzuerstehen.
56. Wenn ihr Mich so sprechen hört, bekennt ihr im Innern, dass
ihr vor Mir Sünder seid, und wenn ihr fühlt, dass sich euer Geist
beruhigt, weil ihr auf den Vorwurf des Gewissens gehört habt, findet
ihr zu einer Gemeinschaft der Liebe mit Meiner Göttlichkeit.
57. Diese Liebe, die sich euch naht, ist die Tür zum Himmelreich,
die sich vor eurem Geiste auftut als eine immerwährende
Einladung.
58. Welches Meiner Kinder ist schwach geworden im Glauben
und hat sich auf dem Lebensweg verirrt, dem Ich Mich nicht
zugewandt hätte, um ihm das Leben zu geben? Wer von denen, die
im Stillen leiden, ist nicht von Mir erhört worden? Welches zur
Waise gewordene Kind auf Erden hat in seinem Leben nicht die
Gegenwart und den Trost Marias gefühlt, die es tröstet? Welcher
Todkranke hat in seinem Innersten nicht dieselbe Stimme
vernommen, die einst zu Lazarus sagte: "Steh auf und wandle"? Ich
bin Christus, der Trost und das Licht der Welt. Ich gehe euch nach in
eurem Glauben oder in eurem Zweifel, weil Ich weiß, dass selbst
der, der Mich am stärksten verneint, zuletzt bei Mir sein wird, der
Sühnelast seiner Werke erliegend.
59. Kommt her zu Mir alle, die ihr mit Leiden beschwert seid,
und Ich werde euch mit Meinem Worte Reinheit geben. Wenn ihr
Mich dann nicht mehr hört, werdet ihr weiterhin Meine liebevolle
Begleitung spüren.
60. Empfangt Mein Licht, damit es euren Lebensweg erhellt,
und ihr euch in der Stunde des Todes von der Bewusstseinstrübung
frei macht. Dann werdet ihr im Augenblick, da ihr die Schwellen
des Jenseits überschreitet, wissen, wer ihr seid, wer ihr gewesen
seid, und wer ihr sein werdet.
Höret Mein Gleichnis:
61. Es war einmal ein König, der von seinen Untertanen
umgeben einen Sieg feierte, den er über ein rebellisches Volk errang,
das zum Vasallen wurde.
62. Der König und die Seinen sangen eine Siegeshymne. Dann
sprach der König so zu seinem Volke: "Die Kraft Meines Armes hat
gesiegt und hat mein Reich wachsen lassen; doch die Besiegten
werde ich wie euch lieben, ich werde ihnen Felder auf meinen
Gütern geben, damit sie den Weinstock anbauen, und es ist mein
Wille, dass ihr sie ebenso liebt, wie ich sie liebe."
63. Die Zeit verging, und unter jenem Volke, das durch die
Liebe und die Gerechtigkeit jenes Königs gewonnen worden war,
trat ein Mann auf, der sich gegen seinen Herrn auflehnte und ihn im
Schlafe zu töten versuchte, wobei er ihn aber nur verletzte.
64. Angesichts seines Verbrechens floh jener Mann voller
Furcht, um sich in den dunkelsten Wäldern zu verstecken, während
der König die Undankbarkeit und die Abwesenheit seines Untergebenen
beklagte, denn sein Herz liebte ihn sehr.
65. Jener Mann wurde auf seiner Flucht von einem dem König
feindlichen Volke gefangengenommen, und als er angeklagt wurde,
ein Untertan dessen zu sein, dessen Herrschaft sie nicht anerkannten,
rief dieser ihnen erschreckt aus voller Kehle zu, dass er ein
Flüchtling sei, weil er den König gerade erst getötet habe. Doch man
schenkte ihm keinen Glauben und verurteilte ihn dazu, auf einem
Scheiterhaufen zu sterben, nachdem er zuvor gemartert wurde.
Als er bereits blutete, und man im Begriff war, ihn ins Feuer zu
werfen, geschah es, dass der König mit seinen Knechten dort
vorüberkam, welche auf der Suche nach dem Rebellen waren, und
als er sah, was hier geschah, erhob jener Herrscher seinen Arm und
sprach zu den Schergen: "Was tut ihr da, aufrührerisches Volk?" Und
beim Klang der majestätischen und gebieterischen Stimme des
Königs warfen sich die Rebellen vor ihm nieder.
66. Der undankbare Untertan, der noch immer nahe beim Feuer
in Fesseln lag und nur auf den Vollzug seines Urteilsspruches
wartete, war verblüfft und bestürzt, als er sah, dass der König nicht
tot war und dass er sich ihm Schritt für Schritt näherte und ihn
losband. Er führte ihn weg vom Feuer und behandelte seine
Wunden. Dann gab er ihm Wein zu trinken, bekleidete ihn mit
einem neuen weißen Gewand, und nachdem er ihn auf die Stirne
geküsst hatte, sprach er zu ihm: "Mein Untertan, warum bist du vor
mir geflohen? Warum hast du mich verletzt? Antworte mir nicht mit
Worten, ich will nur, dass du weißt, dass ich dich liebe, und ich sage
dir jetzt: Komm und folge mir nach."
Jenes Volk, das diese Szenen der Barmherzigkeit miterlebte, rief
verwundert und innerlich gewandelt: "Hosianna, hosianna!" Es
bekannte sich als gehorsamen Vasall jenes Königs und empfing nur
Wohltaten von seinem Herrn, und der Untertan, der einst rebellierte,
fasste, von soviel Liebe seines Königs überwältigt, den Vorsatz, jene
Beweise grenzenloser Zuneigung zu vergelten, indem er seinen
Herrn immerdar lieben und verehren würde, bezwungen von dessen
so vollkommenen Werken.
(Ende des Gleichnisses)
67. Siehe, Volk, wie klar Mein Wort ist! Doch die Menschen
kämpfen gegen Mich und verlieren ihre Freundschaft zu Mir.
68. Welchen Schaden habe Ich den Menschen angetan? Welchen
Nachteil bringt ihnen Meine Lehre und Mein Gesetz?
69. Wisset: Sooft ihr Mich auch verletzt, jedes Mal wird euch
vergeben werden. Aber dann seid ihr auch verpflichtet, euren
Feinden zu vergeben, wann immer sie euch beleidigen.
70. Ich liebe euch, und wenn ihr euch einen Schritt von Mir
entfernt, so tue Ich den gleichen Schritt, um Mich euch zu nähern.
Wenn ihr Mir die Tore eures Tempels verschließt, werde Ich an sie
pochen, bis ihr öffnet und Ich ihn betreten kann.
71. Wenn ihr glaubt, dass ihr bereits erlöst seid, weil Ich am
Kreuze war, so begreift auch dies, dass ihr euch jener Errettung
würdig erweisen und jenem Beispiel folgen müsst.
72. Bei Mir sind jene, die sündigten und heute gesegnet sind,
jene, die lästerten und heute Mein Liebeswort auf ihren Lippen
empfangen. Die Ehebrecherinnen, die keinen Frieden in ihrem
Gewissen hatten, haben Vergebung erlangt, damit sie nicht wieder
sündigen; denn Ich bin die Auferstehung und das Leben.
73. Da ihr die Jünger und Erben des Göttlichen Wortes seid, so
lästert nicht mehr. Bedenkt, dass Ich euch eine wohlgefällige
Sprache gegeben habe, um jede Idee, jede Inspiration und jedes
Gefühl auszudrücken.
74. Dies ist Mein Wort, für den Ungebildeten und den
Gebildeten.
75. Seid "Das gute Volk", seid wie ein blanker Spiegel, damit
alle glauben, dass Ich bei euch bin.
Mein Friede sei mit euch!

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