BWL - Band IV - Unterweisung 106


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 106:
1. Jünger, hier ist euer Meister. Ich werde vor euch den Schleier
von vielen Geheimnissen wegziehen. Fragt, bittet, so wird euch
gegeben. Doch bittet Mich nicht um mehr, als was ihr wissen sollt.
2. In den vergangenen Zeiten konnte Ich euch nicht die
Geheimnisse offenbaren, die Ich euch in dieser Dritten Zeit bekanntmache,
weil euer Geist nicht fähig war, mehr zu verstehen oder zu
begreifen, als seine geistige Entwicklung es ihm erlaubte. Aber
Mein Wort ist das gleiche — unwandelbar, ewig. Euer Geist ist es,
der geboren wurde, der wächst und sich entwickelt, bis er die
Vollkommenheit erreicht. Der Göttliche Geist hat weder Anfang,
noch wird Er ein Ende haben, Er ist unwandelbar.
3. Euer Geist ist Teil eines Volkes, das Ich als Mittel oder
Werkzeug gebraucht habe, um der Menschheit Meine großen Lehren
zu übergeben. Es sind drei Offenbarungen gewesen, die der Vater
diesem Volke gegeben hat: Die erste Lektion war das Gesetz der
Gerechtigkeit in der Ersten Zeit, in der frühen Kindheit dieses
Volkes; die zweite war das Gesetz der Liebe, offenbart in der
Zweiten Zeit, als es kaum die geistige Jugend erreicht hatte; die
dritte Lektion ist diese, die Ich euch in der gegenwärtigen Epoche
gebe, die Ich "Dritte Zeit" genannt habe. In ihr offenbare Ich euch
das Geistige Gesetz in vollem Umfang — ein Gesetz, das alles
umfaßt, was euch in den vergangenen Zeiten gezeigt wurde, und
alles, was euer Geist wissen und besitzen muss. Geistig habt ihr nun
die Jugendzeit erreicht.
4. Da ihr euch beständig entwickelt — warum sollte Ich euch
dann immer die gleiche Lektion bringen? Das ist der Grund,
weshalb Meine verborgene Weisheit euch in jedem Zeitalter tiefere
Geheimnisse offenbart.
5. Angesichts des Materialismus und des Bösen, die in dieser
Zeit herrschen, zweifelt ihr daran, genügend geistige Auffassungs-
fähigkeit zu haben, um Meine neuen Unterweisungen zu verstehen,
sie zu erfüllen und zu leben. Doch Ich sage euch: Jenseits des
Materialismus der Menschheit, ihrem Elend, ihrem Laster und ihrem
Machtstreben gibt es den Geist, der durch lange Entwicklungswege
und schwere Kämpfe hindurchgegangen ist und der nur auf den
Augenblick wartet, sich seines falschen Gewandes zu entledigen,
um sich voll Kraft auf den Pfad der Gerechtigkeit und Liebe zu
begeben, welcher dem Geiste zukommt.
6. Die menschliche Wissenschaft ist der vermaterialisierte
Ausdruck der geistigen Befähigung, welche der Mensch in dieser
Zeit erreicht hat. Das Werk des Menschen in dieser Zeit ist nicht nur
ein Produkt des Verstandes, sondern auch seiner geistig-seelischen
Entwicklung.
7. Der Meister, der Seine Jünger in der geistigen Jugend
angetroffen hat — bereits soweit vorbereitet, um die neue Lektion
zu verstehen — wird die drei göttlichen Offenbarungen als
Testament der Liebe zu den Menschen in einem einzigen Buche
vereinigen. Der Grund, weshalb ihr euch trinitarisch nennt, ist der,
dass ihr in eurem Geiste den Samen dieser drei Lehrepochen tragt.
Dennoch werden Mir in dieser Zeit nicht alle nachfolgen, nicht
einmal alle, die Mich anhören, denn nicht alle sind erwacht, noch
haben alle die Prüfungen zu nutzen verstanden, die sie in ihrem
Leben gehabt haben. Es gibt die gegenüber geistigen Belehrungen
Gleichgültigen, im Stillstand Verharrenden, im Irrtum Befangenen,
doch jedem ist der Zeitpunkt bestimmt, an dem er erwachen und die
Stimme seines Gewissens hören wird.
Diejenigen, die in dieser Zeit beim Hören Meines Wortes
erzitterten, waren jene, die Meine neue Kundgabe mit Ungeduld
erwarteten, die sich Meines Versprechens, zurückzukommen,
erinnerten, so wie der verirrte Wanderer in tiefer Nacht darauf
wartet, dass das Morgenrot erscheint, um den Weg zu finden und die
Wanderung fortzusetzen.
8. Meine Stimme, die Ich heute in dieser Form materiell hörbar
mache, wird sich bald nicht mehr vernehmen lassen, und dann
werde Ich an euren Werken die Frucht Meiner Aussaat betrachten.
Ich werde in jedem von euch eine "Ähre" und eine "Frucht"
hinterlassen, damit, wenn ihr Hunger spürt oder ein (geistig)
Bedürftiger mit einer Bitte an euch herantritt, ihr Brot habt und dem
Vater nicht sagt, dass Er von euch ging und euch ohne Erbe
zurückließ.
Ich will, dass ihr in diesen Zeiten, wenn ihr Verlangen nach
Meinen göttlichen Gnadengaben fühlt, eure Zuflucht zu eurem
Geiste nehmt und bei ihm Hilfe sucht; denn dort werdet ihr viele
Schätze finden, die Meine fürsorgliche Liebe in ihn legte. Auch
werdet ihr Meinen Samen im Überfluss finden, darauf wartend, dass
ihr die Äcker vorbereitet, um ihn auszusäen. Ich habe euch gelehrt,
diese Felder zu bestellen und über die Saat zu wachen. Morgen soll
euer Geist die Frucht seiner Werke einbringen als eine Ernte, die
würdig ist, dem Vater dargebracht und in Seinen Kornkammern
verwahrt zu werden.
9. Es wird eine kurze Zeitspanne geben, in der Mein in dieser
Zeit gegebenes Wort dem Anschein nach vom Antlitz der Erde verschwunden
ist. Dann werden die Menschen darangehen, spirituelle
Lehren zu erfinden, neue Gesetze und Gebote zu lehren. Sie werden
sich Meister, Apostel, Propheten und Gottgesandte nennen, und Ich
werde sie eine Zeitlang sprechen und säen lassen. Ich werde sie ihr
Saatkorn anbauen lassen, damit sie, wenn sie die Frucht ernten,
erfahren, was sie gesät haben. Die Zeit und die Naturgewalten
werden über ihre Saaten hinweggehen, und ihre Schritte werden für
jedes dieser Menschenkinder wie ein Gericht sein.
10. Es ist notwendig, dass die Welt den Betrug kennenlernt,
damit sie die Wahrheit erkennt. Dann werden die Wahrheit und die
Lebensessenz, die Ich euch in dieser Zeit übergab, unter den
Menschen wieder in ihrer ganzen Lauterkeit und Spiritualität
auferstehen.
11. Seht euch die Menschen an, die die Völker führen,
Doktrinen schaffen und sie den Menschen aufzwingen. Jeder
verkündet die Überlegenheit seiner Doktrin, doch Ich frage euch:
Was ist die Frucht all dessen gewesen? Die Kriege mit ihrem
Gefolge von Verelendung, Leiden, Zerstörung und Tod. Dies ist die
Ernte gewesen, die die Vertreter solcher Theorien hier auf Erden
geerntet haben.
Beachtet, dass Ich Mich der Willensfreiheit der Menschheit nicht
entgegen gestellt habe, wenngleich Ich euch sagen muss, dass
unbeschadet jener Freiheit das Gewissen unaufhörlich zum Herzen
dessen spricht, der sich von der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe
und der Vernunft entfernt.
12. Auch im menschlichen Leben werde Ich die Menschen
begreifen lassen, wie die Früchte ihrer Saat beschaffen sind, indem
Ich zulasse, dass die Folgen ihrer Taten früher oder später als ihre
Richter zutage treten. Nach diesem Gericht werden Mich alle
suchen, und dann werden sie entdecken, dass Mein Wort sich den
Menschen aller Lebensalter und Kulturen anpasst. Denn das
göttliche Wort, Meine Lehre, gehört nicht einer bestimmten Epoche
an, weil es ewig ist.
13. Meine Unterweisung teilt dem Geiste Kraft mit, sodass er
alle Prüfungen überwindet; die Anzahl derselben ist in der
Bestimmung jedes Geschöpfes aufgezeichnet. Warum vor ihnen
zurückschrecken? Warum verzagen angesichts des Gebirges, das
sich vor euren Augen erhebt? Wisst ihr nicht, dass ihr nach
Überwindung dieser Hindernisse das Ziel erreichen werdet, das ihr
sucht?
14. Wie viel Schwachheit sehe Ich noch immer in eurem
Fleische — eine Schwachheit, die euch häufig zum Lästern
veranlasst. Wenn die Naturkräfte sich unsanft zeigen, flucht ihr;
wenn irgendein Schmerz euren Körper plagt, verzweifelt ihr; wenn
die Arbeit euch niederdrückt, verliert ihr die Geduld; selbst die
Wärme und die Kälte machen euch wütend, und die Finsternis der
Nacht flößt euch Furcht ein. Wie solltet ihr nicht verzagen, wenn ihr
euch von den Forderungen des Fleisches leiten lasst, das die
niederen Leidenschaften hervorbringt? Wann werdet ihr endlich
Meine guten Jünger sein, die mit ihren Werken der Liebe die
Wahrheit Meiner Lehre bezeugen?
15. Jünger Christi zu sein bedeutet nicht, dass ihr euch allzu
weit vom Irdisch-Materiellen entfernen sollt. Es bedeutet, dass ihr
euch zwar vom Schlechten und Überflüssigen trennt, euch jedoch
nicht von euren irdischen Pflichten und Freuden abkehren sollt. Ich
will euch nicht als Fanatiker haben, noch als Sklaven des Geistigen,
solange ihr noch im Fleische seid. Der gute Jünger Jesu ist jener, der
Gott zu geben weiß, was Gottes ist, und dem "Kaiser", was des
"Kaisers" ist.
16. Eine schwere Auseinandersetzung erwartet Mein Volk, denn
es wird auf seinem Wege einem hohen Entwicklungsstand im Geist
und Verstande der Menschen begegnen. Eben darum will Ich, dass
auch ihr euch in dieser Zeit Meiner Kundgabe entwickelt, damit
euch niemand etwas vormachen kann. Habt absolutes Vertrauen zu
Meinem Worte, in dem Bewusstsein, dass in ihm mehr Weisheit
enthalten ist als im Verstande der Gelehrten, und Kenntnisse, die
sich in allen Büchern auf Erden nicht finden.
17. Sät unermüdlich Liebe und Frieden; auf diese Weise werdet
ihr euren geistigen Weg vorbereiten, und wenn dann der Tod
plötzlich an euren Körper herantritt und der Geist bereits einen
großen Teil seines Weges zurückgelegt hat, wird er voll Seligkeit
schauen, wie weit ihn die Verdienste seiner Liebeswerke für seine
Mitmenschen erhoben haben.
18. Volk, erkenne, wie du in dem Maße, in dem du dich in
Meine Unterweisung vertiefst, alte Gewohnheiten und Gebräuche
hinter dir lässt, weil du in ein neues, reineres, geistigeres Leben
eingehst. Es ist eine neue Welt, die vom Grunde eures Herzens
aufsteigt.
19. Wie viele Geheimnisse hat Mein Wort aufgelöst, und wie
viele irrtümliche Auslegungen habe Ich berichtigt. Ebenso werdet
ihr auf die Wege der Welt gehen und euren Mitmenschen Mein
Gesetz erklären müssen. Ich sage euch: Ihr werdet fortgehen, denn
niemand ist Prophet in seinem Land, Ich selbst musste damals
Nazareth verlassen, wo Ich lebte, um dort Glauben zu finden, wo Ich
als ein Fremder betrachtet wurde, wo man nicht von Mir sagen
würde: "Jener Mensch, der sich ›Sohn Gottes‹ nennt, ist der Sohn
von Maria und Joseph, dem Zimmermann."
20. Ich sage euch dies, weil sich unter euch, die ihr Meine
geistigen Gaben empfangen habt, auch jene befinden, an denen
selbst ihre Eltern, ihre Kinder oder ihre Geschwister gezweifelt
haben. Unter euch sind solche, die wegen des Zeugnisses für Meine
Unterweisung wie Ich Zauberer, Hexenmeister genannt wurden.
Vergesst diese Worte nicht, denn einige werden in ihrer engeren
Heimat bleiben müssen; andere werden sie verlassen müssen und
auch ihre Nation, um Mein Wort zu andern Völkern zu tragen.
21. Diese Nation, fruchtbar gemacht durch das Leid, nahm
Meinen Samen auf, und dieser keimte; doch glaubt nicht, dass nur
ihr dies Licht habt. Wenn ihr Meine Lehre zu andern Völkern bringt,
werdet ihr erleben, wie bald sie keimen und sich verbreiten wird. In
jenen Ländern werdet ihr Propheten und Sendboten sein, und daher
werdet ihr Glauben finden.
22. Mein Licht verbreitet sich von einem Ende der Erde zum
andern und erhellt das ganze Universum. Das Licht des Göttlichen
Geistes ist die Sprache, die zu allen Wesen spricht. Ihr als
menschliche Wesen empfangt Mein Wort durch das Verstandesvermögen
des Menschen. Zu denen, die ihr Engel nennt, lasse Ich
Meine Stimme in Form göttlicher Inspiration gelangen; und in jeder
Welt oder geistigen Heimstätte lasse Ich Mich hören und mache Ich
Mich verständlich gemäß dem Entwicklungsgrad ihrer Bewohner.
23. Ich möchte zu euch sprechen, wie Ich zu den Engeln
spreche — nicht, weil ihr die Reinheit derselben habt, sondern weil
Ich will, dass ihr euch dieser Gnade erfreut und zunehmend jenen
Wesen in ihrer Hoheit ähnlich werdet. Die Zwiesprache von Geist zu
Geist wird alle Wesen und alle Welten einander näherbringen. Aber
ihr müsst vorbereitet sein, um euch untereinander zu verstehen, und
dafür gebe Ich euch eine einzige Sprache, ein einziges Licht, eine
einzige Art der Zwiesprache: die der wahren Liebe.
24. Es beginnt für euch das Zeitalter der geistigen Kommunikation.
Weit ist der Weg, den ihr zurücklegen müsst, und viel Zeit
wird noch vergehen, bis ihr diese Gabe ihren Höhepunkt erreichen
seht; aber von den ersten Schritten an und bei jedem weiteren
werdet ihr eine Ermutigung finden, um auf dem Wege fortzufahren.
25. War euch Meine Kundgabe durch den menschlichen
Stimmträger nicht hoch willkommen? Wart ihr nicht von der
Gegenwart der Geistigen Welt durch das Verstandesvermögen
beglückt? Denn dies waren die wegbereitenden Schritte für die
geistige Zwiesprache, die ihr hernach erreichen werdet. Und in
jenen Augenblicken, in denen ihr Meine Stimme in der Stille eures
Gebetes sucht — ist der Friede, den ihr empfindet, und jene
aufkommende Inspiration, die ihr empfangt, nicht wohltuend?
26. Ihr wisst von den Zeiten des Friedens, die kommen werden,
weil ihr Meine Inspiration und Meine Offenbarungen empfangen
habt; aber es gibt manche, die, ohne Mich in dieser Zeit gehört zu
haben, die universelle Harmonie erträumen und ersehnen, und dabei
wissen sie nicht, ob sie zu euch kommen wird; es ist das Ahnungsvermögen,
das in ihnen spricht.
27. Selbst die Wissenschaftler haben eine Vorahnung vom
Gedankenaustausch durch Geistesgaben, und dies kommt daher,
weil sie in ihrem beständigen Forschen und Vordringen in das Innere
des menschlichen Wesens das Vorhandensein jenes Wesens entdeckt
haben, das, obschon einer andern Welt angehörend, im Menschen
lebt: die Seele.
28. Heute sage Ich euch allen: Wandelt bedachtsam und
vorsichtig auf diesem Pfade, damit ihr euch nicht von ihm verirrt.
Wachet und betet auf eurer Lebensreise, damit ihr zum Ziele gelangt
und eure Seligkeit sehr groß ist, wenn der Vater spricht und das
ganze Geistige Universum Ihn hört und versteht, und ihr euch in
derselben Weise untereinander versteht.
29. Ich will, dass ihr in eurem Herzen die Liebe eures Vaters
fühlt; diese Liebe strahlt von Meinem Geiste auf euren hernieder.
Aber da ihr noch nicht die wahre Vereinigung des Geistes erreicht,
spreche Ich zu euch durch diese Geschöpfe, in einer schlichten und
einfachen Sprache, die von allen verstanden wird. Es ist Mein Wille,
euch Mein Wort in größter Schlichtheit kundzutun, damit ihr das
Wesentliche desselben ganz leicht entdeckt und euch nicht in
wirrem Wortschwall verliert, der meist unnütz ist.
30. Klärt euren Verstand und reinigt eure Lippen, damit, wann
immer ihr Meine Lehre erklären sollt, von euren Lippen der
kristallklare Strom Meines Wortes kommt, ohne dass sich eurem
Wort großsprecherische Ausdrücke beimischen, die ihm seine
Schlichtheit und seine Kraft nehmen. Wenn ihr Meine geistige Lehre
mit wissenschaftlichen oder philosophischen Ausdrücken erklären
wolltet, würdet ihr die Welt nicht beeindrucken, noch werden euch
eure Mitmenschen verstehen, noch werdet ihr eine wahre
Vorstellung von dem vermitteln, was Meine Unterweisung ist.
Als Ich damals in Jesus zur Welt sprach, gebrauchte Ich nicht die
Sprache der Gelehrten, der Philosophen oder der Wissenschaftler,
um zu euch vom Himmelreich zu sprechen. Ich verwandte die
einfachsten Ausdrücke eurer Sprache, denn gerade sie drücken die
überirdischen Dinge am besten aus. Ich machte Gebrauch von
Gleichnissen und bezog Mich auf die Gegenstände, die euch
vertraut waren, damit ihr durch sie den Sinn des Geistigen Lebens
erkennen solltet.
31. Wahrlich, Ich sage euch, Jesus musste nichts von den
Menschen lernen, denn dann wäre Ich nicht der Göttliche Meister
gewesen, sondern der Schüler der Menschen. Wenn jemand gesagt
hat, dass Christus von Theologen, Theosophen oder Weisen unterwiesen
worden ist, so sagt er nicht die Wahrheit. Denn vor Christus
und in der Zeit, in der Er auf Erden lebte, gab es keine Lehre, die
Ihn gelehrt hätte, so auf die Welt zu kommen, zu leben und zu
sterben, wie Er es tat. Doch Ich sage euch gleichfalls, dass man die
Lehren des Himmels nicht von der Welt lernen kann, und dass das,
was Jesus lehrte, die Wahrheit war, welche im ewigen Reich des
Geistes gültig ist.
32. So, wie die Menschen sich darauf versteifen, das Einfache
kompliziert zu machen, möchten sie auch im Göttlichen die
Zusammensetzung und die Substanzen entdecken, die der
materiellen Natur eigen sind. Ihr Erstaunen wird groß sein, wenn sie
einst feststellen, dass das Geistige oder Göttliche ohne Substanz und
ohne Gestalt das Ganze ist, der Anfang und das Ende, die Wahrheit,
das Ewige.
33. Die Menschen sind immer allzu sehr mit den Herrlichkeiten
der Erde beschäftigt gewesen, um über die Bedeutung
nachzudenken, welche das Beten und die geistige Betrachtung des
jenseits dieses Lebens Liegenden hat, sodass sie ihren eigenen
Wesenskern hätten entdecken können. Wer betet, spricht mit dem
Vater, und wenn er fragt, erhält er sofort die Antwort. Die
Unwissenheit der Menschen über das Geistige ist Folge des Mangels
an Gebet.
34. Volk, da du auf dieser Erde die Sprachenverwirrung Babels
nicht zu beseitigen vermochtest, da die Rassen sich nicht zu
vereinen noch zu lieben verstanden, werde Ich Meine Familie in der
Geistigen Heimat vereinen. Die hartnäckigen und verstockten
Sünder werden im Geistigen vor Mich kommen, und wenn sie ihr
Urteil empfangen, wird ihre Erleuchtung und ihre Reue ebenso groß
sein, wie ihre Sünde auf Erden groß war.
35. Betet für die, die von euch scheiden und zum Jenseits
aufbrechen, denn nicht allen gelingt es, den Weg zu finden, nicht
alle sind imstande, sich geistig zu erheben, noch erreichen alle in
kurzer Zeit den Frieden.
36. Manche leben im Geistigen unter der Zwangsvorstellung des
materiellen Lebens*, manche leiden unter heftigen Reuegefühlen;
andere sind gefühllos, zusammen mit ihren Körpern unter der Erde
begraben, und wieder andere können sich nicht von ihren
Angehörigen trennen, von denen, die auf der Welt zurückblieben,
weil das Klagen, die Selbstsucht und die menschliche Unwissenheit
sie zurückhält, sie an die Materie bindet und des Friedens, des
Lichtes und des Vorankommens beraubt.
* Dies bedeutet, dass diese Seelen Verstorbener noch erdgebunden in
dem Wahne leben, weiterhin als Mensch auf der materiellen Welt zu
Hause zu sein.
37. Lasst zu, dass jene Seelen weiterziehen, die sich noch auf
dieser Welt aufhalten, ohne dass sie ihnen noch zukommt; lasst sie
die Güter, die sie in diesem Leben besaßen und liebten, aufgeben,
damit sie ihren Geist zur Unendlichkeit erheben können, wo sie das
wahre Erbe erwartet.
38. Hegt keinen Groll und denkt nicht mehr an die schlechten
Taten derer, die dahinschieden. Habt nicht den Wunsch, dass sie vor
euch auf den Knien liegen und beständig eure Vergebung erflehen.
39. Wie blind ist die Menschheit!
40. Erkennet euch und erkennet Mich, damit ihr lernt, auf dem
Pfade der Liebe zu wandeln, und vollbringet Meiner würdige Werke.
Seht, Ich will, dass ihr viel von Mir wisst, damit ihr eurem Vater
ähnlich werden könnt.
41. Ihr alle müsst zu Mir kommen, die einen früher, die andern
später, aber alle werden anlangen. Es könnte gar nicht anders sein,
da ihr alle Funken Meines Göttlichen Lichtes seid, da ihr Teil von
Mir Selbst seid. Lernet von Mir, zu lieben und zu vergeben und so
das Gebot zu erfüllen, das euch sagt: Liebet einander.
42. Ihr wollt, dass Ich euch jederzeit vergebe, doch ihr lasst
euch Zeit mit der Vergebung gegenüber euren Mitmenschen oder
verweigert sie! Warum wollt ihr im Abgrund zugrunde gehen,
obwohl ihr so große Fähigkeiten in eurem Geiste besitzt?
Mein Wort kommt in dieser Zeit, um euren Verstand zu
erleuchten. Ihr habt die Wahrheit in Büchern gesucht und habt nur
Unterhaltung für den Verstand gefunden, aber keine Wohltat für den
Geist, keine Nahrung oder Aufmunterung, um euch in eurer
Schwachheit oder in eurer Erschöpfung aufrecht zu erhalten.
43. Ich übergebe euch Mein Wort nicht in wissenschaftlicher
oder sprachlich gewählter Form, damit ihr es verstehen könnt. Aber
auf dem Grunde seiner Einfachheit birgt es große Schätze an
Weisheit und an Licht für die Menschen.
44. Da ihr Mich so sehr gesucht habt, und euer Herz Mich
erwartete, bin Ich nun hier und erfülle Mein Versprechen, zu euch
zurückzukehren, und erhöre euer sehnliches Verlangen, Mich zu
vernehmen.
45. Mein Göttlicher Geist folgt euch überallhin auf den Wegen
der Welt, als ob es der Schatten eures Körpers wäre. Ich ließ euch
Freuden und auch Trauer kennenlernen, Ich wollte, dass ihr
Erfahrungen von Kampf und von Frieden machen solltet, dass ihr
alles erproben und kennenlernen solltet. Aber es gab etwas, das ihr
in dieser Welt vergeblich gesucht habt, ohne es finden zu können,
weil dies Etwas nur bei Mir gefunden werden kann: Meine Weisheit.
Das ist der Grund, weshalb euer Geist, als er Mich vernahm, gefühlt
hat, dass er endlich gefunden hat, was er suchte: die Wahrheit.
46. Ja, Volk, Ich bin der Anfang und das Ende von euch, Ich bin
das Alpha und das Omega, obschon Ich euch noch nicht alle Lehren
mitteile oder offenbare, die Ich noch für euren Geist in Bereitschaft
halte und die ihr erst erfahren werdet, wenn ihr schon sehr ferne von
dieser Welt seid. Viele neue Lektionen werde Ich euch in der
heutigen Zeit offenbaren, doch Ich werde euch das geben, was ihr zu
besitzen vermögt, ohne euch groß zu dünken oder euch gegenüber
den Menschen mit stolzer Überlegenheit aufzuspielen. Ihr wisst ja,
dass wer eitel auf seine Werke ist, sie durch eben diese Eitelkeit
zerstört. Darum habe Ich euch gelehrt, im Stillen zu wirken, damit
eure Werke eine Frucht der Liebe tragen.
47. Weist die Schmeichelei von euch, denn sie ist eine Waffe,
die eure edlen Gefühle zerstören wird. Sie ist ein Schwert, das jenen
Glauben töten kann, den Ich in euren Herzen entzündet habe.
48. Wie könnt ihr zulassen, dass die Menschen den Altar
zerstören, den ihr im Innersten eures Wesens besitzt?
49. Ich weiß, dass im Schoße dieses Volkes große Werke
vollbracht worden sind, doch es genügt, wenn Ich es weiß, auch
wenn eure Namen in der Welt unbekannt sind.
50. Ich allein kenne das wahre Verdienst oder den wahren Wert
eurer Werke, denn nicht einmal ihr selbst könnt sie beurteilen.
Manchmal wird euch ein geringes Werk sehr groß erscheinen, und
von andern wird euch nicht einmal bewusst werden, dass ihr
Verdienst zu Mir gelangte.
51. Werdet stark in der Demut, in der Menschenwürde, und ihr
werdet nicht zugrunde gehen. Ich habe euch die Waffen dazu
gegeben. Kämpft, und ihr werdet keine einzige Schlacht verlieren.
Der Lorbeer, der eure Stirne schmücken wird, wird ein Kuss der
Liebe eures Vaters sein.
52. Verfallt nicht wieder in Lethargie, nachdem ihr euch davon
befreit habt. Seid nicht wie die ungetreuen Jungfrauen, die den
Bräutigam nicht mit brennenden Lampen zu erwarten verstanden.
Denn wenn euer früheres Erwachen bitter war, so wird das nächste
damit nicht zu vergleichen sein.
53. Hütet euer Erbe, und es wird niemanden geben, der es euch
entreißt, denn der Mensch hat nicht die Macht, die Gaben des
Geistes zu rauben.
54. Volk, kurz sind die Augenblicke Meiner Anwesenheit unter
euch, in denen Ich euch durch dies Wort Meine Unterweisung gebe.
Doch bevor Ich scheide, will Ich euch Meine Lehre als einen Schatz
hinterlassen, als ein Vermächtnis der Wahrheit und Liebe, damit,
wann immer ihr euch wegen eurer materiellen Armut und
Dürftigkeit sehr klein gegenüber der Menschheit fühlt, die
Erkenntnis dessen, dass ihr ein Vermächtnis von unendlichem
geistigen Wert besitzt, euch dazu ermutigt, euer Angesicht ohne
Scheu zu erheben und eure Lippen unbefangen zu öffnen, um Mein
Wort weiterzugeben. Dies ist die einzige Größe, die ihr nach
Meinem Willen haben sollt: die des Geistes.
55. Wenn ihr doch verstündet, dass viele Menschenwesen, die
ihr elend seht — die einen blind, andere aussätzig, wieder andere
vor Hunger verschmachtend — oftmals in ihrem Geiste mehr Licht
und Reife haben als manche, die mit Gesundheit, Macht und
Gelehrsamkeit prahlen! Strebt daher nicht nach Gold, Ehrungen
oder Wohnhäusern. Bemüht euch um Frieden, Gesundheit und
Tugenden.
56. In Meinen hohen Ratschlüssen ist vorgesehen, dass ihr
Führer und Berater der Menschen sein sollt. Arbeitet an euch, damit
ihr würdig werdet, den Herzen der Menschen den Samen des Vaters
zu bringen. Die mächtigen "Bäume" werden sich vermehren; von
ihnen werde Ich Zweige abschneiden, die von Meinen Arbeitern in
die Provinzen gebracht werden, wo Meine Kinder sich lange Zeit
danach gesehnt haben, Mein Wort zu hören.
Meine Unterweisungen sind ausführlich, weil die Menschenscharen
Mich bitten, dass Ich zu ihnen spreche, dass Ich ihnen
Erläuterungen gebe, dass Ich sie das Leid und Elend der Welt
vergessen lasse; und so bleibe Ich für längere Zeit unter ihnen, ohne
dass sie den Gang der Zeit oder Ermüdung fühlen. Nur so werdet ihr
euch schließlich Meine Unterweisungen zu eigen machen und ihren
Sinngehalt verstehen und ergründen.
57. Wie herrlich wird es sein, wenn diese Scharen hier in ihrer
Schlichtheit und Bescheidenheit sich auf den Weg machen und die
Frohe Botschaft dieser Zeit hinaustragen, die so sehr von Geist und
Moral erfüllt ist! Ihr sollt die Väter, die sich zum Richter ihrer
Kinder gemacht haben, daran erinnern, dass sie ihnen vergeben und
sie lieben sollen; die Mütter, die ihre Kinder verleugnet und ihnen
ihren Schoß verweigert haben, sollen angehalten werden, ihre Arme
auszubreiten und ihre Kinder an ihr Herz zu drücken, damit auch
diese lieben können; und die Kinder sollt ihr ermahnen, sich nicht
gegen ihre Eltern zu erheben, die sie hochachten sollen, weil die
Eltern auf Erden Meinen Platz einnehmen. Wie könnte die Seele
sich ohne Rechtschaffenheit aufwärtsentwickeln?
58. Morgen werdet ihr eure Worte durch Taten lehren und
bekräftigen müssen. Doch gebt eurem Leben schon jetzt eine höhere
Sittlichkeit, stellt eure Heime wieder her und vereinigt eure
Familien. Der Vater soll sich auf die Suche nach seinem Kinde
machen, das aus seinem Heime floh, und die Kinder sollen sich
wieder dem zuwenden, der sie im Stiche ließ. Die Ehefrau soll in
die Arme des Lebensgefährten zurückkehren, und der Ehemann, der
seine Pflichten vernachlässigt hatte, suche die Gefährtin auf, und sie
sollen eine neue und bessere Existenz aufbauen.
59. Heute versteht ihr besser denn je eure Verantwortung gegenüber
Meiner Gerechtigkeit, o Väter und Mütter! Denn jene Wesen,
die ihr Kinder von eurem Blute nennt, sind Seelen, für die ihr Mir
verantwortlich seid.
60. Ich will, dass die Gemeinschaft eurer Herzen der Garten ist,
wo diese Rosen und Lilien erblühen. Bringt die Menschen herbei,
Mein Wort zu hören, bringt sie zum Festmahl, das Ich Selbst ihnen
auftragen werde. Wahrlich, Ich sage euch, sie werden gestärkt
weggehen, nachdem sie das Brot des wahren Lebens gegessen und
den Wein Meiner Gnade getrunken haben.
61. Wer von diesem Brote isst, wird nie mehr Hunger haben.
Mein Friede sei mit euch!

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