BWL - Band IV - Unterweisung 102


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 102:
1. Euer Bittgebet hat den Himmel erreicht, und als Beweis dafür
fühlt ihr in diesen Augenblicken Meinen Frieden. Wenn ihr bei einer
Gelegenheit das Empfinden habt, dass ein süßer Frieden euer Herz
durchdringt, könnt ihr mit Sicherheit sagen, dass euer Schöpfer euch
nahe gewesen ist. Wenn euer Herz schneller schlägt und euch eine
unerklärliche Wonne erfüllt, so deshalb, weil euer Geist die Stimme
seines Herrn vernommen hat.
2. Nehmt euer Kreuz auf euch in dem Gedanken, dass Meine
Gegenwart bei euch ist, um euch auf eurem Entwicklungswege zu
ermutigen.
3. Ihr alle könnt und sollt zu den vom Herrn Erleuchteten
gehören. Es gibt nicht ein Herz, das nicht in seinem Innern den
göttlichen Samen der Liebe und der Tugend trägt. Jene, die Meine
Lehre umarmen, um zu Meinen Jüngern zu werden, sind diejenigen,
die durch wahrhaftige Zeugnisse von Liebe und Barmherzigkeit
gegenüber der Menschenmenge ihren Meister als vollkommene
Liebe und unendliche Weisheit vorstellen. Dies ist die Art und
Weise, in der ihr die Frohe Botschaft durch reine Werke, Worte und
Gedanken auf Erden bekanntmachen sollt.
4. Ich will, dass ihr in dieser Zeit so große Empfindsamkeit im
Geistigen erreicht, dass ein Gedanke von Mir, der sich in eurem
Verstande widerspiegelt, genügt, um Mir mit wahrer Sanftmut zu
gehorchen.
5. Jene Zeiten, in denen das Volk von seinem Gott eine
unleugbare materielle Manifestation forderte, um an Sein Wort, Sein
Dasein oder Seine Gerechtigkeit zu glauben, sind vorbei. Jene
Zeiten, in denen das Volk nur bei der schrecklichen Stimme seiner
Propheten oder bei der Göttlichen Gerechtigkeit erzitterte, die sich
durch die entfesselten Elemente, durch Plagen, Seuchen und Kriege
offenbarte, sollt ihr als vergangen betrachten; hegt nicht den
Wunsch, dass sie bis in eure Tage fortbestehen. Euer Geist ist
entwickelt und soll mit der vermaterialisierten Seele ringen, bis er
sie für die Schwingungen, Eingebungen und Botschaften empfänglich
macht, die aus der Geistigen Welt zu euch gelangen.
6. In jedem Zeitalter bin Ich eurem Geiste beigestanden, damit
er immer mehr zur Erkenntnis der Wahrheit vordrang. Sorgt dafür,
dass die Stunde kommt, in welcher der letzte Schleier verschwindet
und ihr die Herrlichkeit eures Vaters schauen könnt.
7. Wer — ohne jemandem zu sagen, dass er Mein Jünger ist —
auf seinem Wege Güte verbreitet, dem wird überall von seinen
Mitmenschen die Frage gestellt werden, welches der kürzeste Weg
ist, um zum Vater zu gelangen.
8. Wer damit prahlt, Mein Soldat, Mein Diener oder Mein
Jünger zu sein, wird nur Misstrauen, Spott, Verachtung und
Verurteilung erwecken.
9. Nachdem Jesus große und machtvolle Werke vor den Augen
Seiner Jünger vollbracht hatte, fragte Er einmal Petrus: "Und du,
wer glaubst du, dass Ich bin?" Darauf antwortete der Jünger
verwundert, doch voller Glauben: "Du bist der Sohn des lebendigen
Gottes." So sollt ihr nach Meinem Willen durch die Welt gehen: Mit
jener sanften Güte, die euch Jesus lehrte. Dann werden jene nicht
fehlen, die beim Anblick eurer Werke zur Überzeugung kommen,
dass ihr Meine Jünger seid und dass ihr euren Mitmenschen Meine
Lehre weitergebt. Bedenkt, dass Ich der gute Weg bin, Mein Wort
hat euch Zeugnis davon gegeben. Vieles habe Ich zu euch
gesprochen, doch könnt ihr nicht sagen, dass ein einziges Meiner
Worte euch etwas außerhalb Meines Gesetzes gelehrt hat.
10. Ich traf euch wie welke und dürre Pflanzen unter den
Strahlen einer unbarmherzigen Sonne an und ließ euch die
Liebkosung Meines Wortes fühlen, das wie ein himmlischer Tau auf
euch war. Ihr seid auf einem Weg voller Disteln gegangen und
wolltet aus Furcht vor Verletzungen nicht mehr weitergehen. Aber
nachdem ihr Mein Wort vernommen hattet, habt ihr die Lebensangst
verloren, wich aus euren Herzen das Misstrauen und der Argwohn,
und ihr nahmt die Lebensreise voll Hoffnung und Glauben an eure
Bestimmung wieder auf. Denn jeder Augenblick, der verstrich, ließ
in eurem Geiste das Wort des Vaters ertönen, welches für jeden, der
es zu sich nimmt, eine Speise des ewigen Lebens ist.
11. Volk, zur gleichen Zeit, da Ich euch zurüste, damit ihr in das
Geistige Leben eindringt, bereiten sich Legionen von Menschen in
der Welt vor, um aus den Herzen ihrer Mitmenschen jeden Samen
geistigen Ursprungs auszureißen. Ich gebe euch die nötige Zeit,
damit ihr euren Glauben stärkt und in euren Herzen die göttliche
Erkenntnis von dem, was Ich euch offenbart habe, sich entfalten
lasst. Wenn ihr euch wirklich zurüstet, habt ihr nichts von der Welt
zu fürchten, weder von ihren Worten, noch von ihren Büchern, auch
werden ihre Versprechungen oder ihre Drohungen nicht erreichen,
den Wesensgehalt Meiner Unterweisung aus euren Herzen zu verdrängen,
noch die Verheißung des Gelobten Landes, das Ich euch
angeboten habe. Ihr werdet es für die verlockendsten Versprechungen
der Welt niemals vertauschen.
12. Wann immer diese Prüfung über euch kommt und eure
Feinde eure Schritte belauern, sollt ihr euch daran erinnern, dass es
Christus ist, der in diesem Augenblicke zu euch spricht und euch
daran erinnert, wie Jesus in der Wüste versucht wurde, und wie Er
mit Seiner Stärke die Welt und das Fleisch überwand. Ich will, dass
ihr ebenso seid — stark gegenüber jedem Gegner, ohne zu
vergessen, dass ihr den mächtigsten eurer Feinde in euch selbst habt,
und dass nur der Glaube und die Kraft, die von Mir kommt, euch
den Sieg geben werden.
13. Euer Kampf wird nicht ohne Belohnung bleiben; diese wird
unendlich größer sein als diejenige, die ihr von der Erde erwarten
könntet. Von diesem hohen Lohn werde Ich euch nur ein wenig hier
auf dieser Welt im voraus geben, und dies wird die Befriedigung
sein, die Feinde Meiner Wahrheit zu ihr bekehrt zu sehen.
14. Denkt gründlich über Meine Lehren nach, geliebte Jünger,
dann wird euch aus diesem Nachdenken die Stärke erwachsen, die
euch helfen wird, im Kampfe nicht zu verzagen.
15. Macht euren Verstand frei von jeder Unlauterkeit, wenn ihr
Mein Wort verstehen wollt. Der Meister wirkt auf ihn ein, um ihn
aus jenem Schlafe zu erwecken, in welchem er befangen ist, und um
ihm das strahlende Licht des neuen Morgens zu zeigen.
16. In Meiner Liebe zu euch mache Ich das Göttliche
menschlich, um es für euch verständlich zu machen. Meine göttliche
Weisheit wandle Ich in Menschenwort um und bewirke, dass ihr
durch diese Geistesgabe die Unterweisung eures Himmlischen
Vaters vernehmt, welcher euren Körper durch Seine Liebe stärkt und
eure Seele von ihren Flecken reinigt.
17. Der Vater aller Wesen spricht zu euch in diesem Augenblicke.
Die Liebe, die euch schuf, macht sich in einem jeden fühlbar,
der dieses Wort vernimmt.
18. Bevor ihr Mich durch diese Stimmträger vernommen habt,
kündigte euch eine verborgene Stimme in eurem Innern Meine
Gegenwart auf eurem Wege an. Diejenigen, die jene Stimme in
ihrem Herzen zu hören vermochten, bestätigten hernach beim
Empfang der Frohen Botschaft, zu der sie ein Bruder mit den
Worten brachte: "Komm, denn der Göttliche Meister spricht derzeit
und erwartet dich", dass die Vorahnung, die sie hatten, sie nicht
getäuscht hatte, dass die Ankündigung ihres Herzens Wirklichkeit
war. Wahrlich, Ich sage euch, dies sind jene, die bei Mir geblieben
sind, jene, die an Meine Kundgebung glaubten, weil sie Mich bereits
erwartet haben.
19. Wenn Ich nicht mehr in der Form zu euch spreche, die ihr
heute erlebt, werde Ich Mich euch direkt von Geist zu Geist erneut
kundgeben, und dann werdet ihr nicht mehr zweifeln, noch fragen:
"Ist es wirklich der Herr?" Dann werdet ihr die Gewissheit und den
absoluten Glauben haben, dass euer Geist mit seinem Schöpfer
Zwiesprache zu halten beginnt.
20. Werdet nicht schwach in eurem Bemühen, Mir näherzukommen,
weil ihr eure geistige Reife für gering haltet. Ihr leitet ein
Zeitalter der Vergeistigung ein, doch ihr werdet nicht gerade die
Vollkommenheit in eurer geistigen Zwiesprache erreichen; nach
euch werden andere kommen, und nach diesen wieder andere,
welche Meine Stimme hören werden, die göttliche Inspiration
empfangen und Meine Botschaften wiedergeben werden in einer
Weise, die ihr euch jetzt nicht vorstellen könnt. Kann es nicht sein,
dass ihr selbst es sein werdet, die zu jenen Zeiten leben? Doch in
diese zukünftigen Dinge kann nur Ich eindringen, und nur Ich kann
wissen, welche wiederkommen werden und welche im Geistigen
bleiben werden, um nicht mehr zur Erde zurückzukehren.
21. Einige Meiner Jünger werden den ersten Stein setzen,
andern wird es zukommen, den letzten Stein im schönsten
Bauwerke zu setzen, das der Mensch seinem Herrn errichtet hat.
22. Dies Werk wird die Frucht der geistigen Harmonie unter
allen Menschen sein. Heute fühlt ihr euch sehr ferne davon, diese
Frucht hervorbringen zu können, weil ihr erkennt, dass Zwietracht
unter den Menschen herrscht. Verzweifelt dennoch nicht, schon naht
die Sichel, welche das Unkraut abschneiden wird, das die
Menschheit entzweit hat, damit ihr, wenn die Heimsuchung
vorübergegangen ist, erneut die Gerechtigkeit, die Vernunft und die
Brüderlichkeit erstrahlen seht.
23. Heute öffne Ich das Göttliche Buch Meiner Liebe vor euch;
tut auch ihr dies mit euren Herzen, geliebte Jünger. Doch seid
unbesorgt, denn bevor Ich euch Meine Unterweisung gebe, halte Ich
inne, um eure Sorgen zu vernehmen und euch von euren Leiden zu
heilen. Mein Wunsch ist, dass wenn ihr zu Mir kommt, tiefer Friede
in eurem Geiste ist. Ich weiß, welche von euch viel zu kämpfen
haben, und dafür ist es unbedingt notwendig, dass ihr schon jetzt
große Ermutigung empfangt. Die Kraft gibt euch Mein Wort, das
von Leben und Gesundheit durchdrungen ist. Dies Wort entspringt
dem Göttlichen Wort, das in dieser Zeit in das Innere eures Geistes
dringt, um die vollkommene Gemeinschaft zwischen dem Vater und
Seinen Kindern zu verwirklichen.
24. Für manche wird Meine Unterweisung unvergesslich sein,
denn in ihrem Leben wird sie der Stern sein, der ihre Schritte lenkt.
Diese werden zur rechten Zeit herbeikommen, um Mir nachzufolgen
und Meine Offenbarungen zu bezeugen. Andere werden sich vom
Weg entfernen, ohne anscheinend zu wissen, Wem sie zugehört
haben, noch was die Wahrheit war, die dies Wort enthielt. Dann
werden sie ein wenig weiterwandern müssen, bis der Zeitpunkt ihrer
Prüfungen gekommen ist und sie im Innersten ihres Wesens die
Inspiration aufsteigen fühlen, die sie an das erinnert, was sie einst
vernahmen und dem ihr Herz zu jenem Zeitpunkt keine Bedeutung
beimaß. Hört Mir zunächst einmal alle zu, ganz gleich, ob ihr euch
hernach abwendet oder Mich leugnet. Ich säe in eurem Geiste, dort,
wo nur Ich Zugang finde, weil es nur einen Schlüssel dafür gibt, und
den besitze Ich. Wenn die rechte Zeit dafür gekommen ist, wird aus
der Tiefe eures Herzens das Licht hervorbrechen, das Ich heute im
Verborgensten eures Wesens aufbewahrt zurücklasse.
25. Beseitigt das Dunkle in eurem Leben, die Unwissenheit, das
Laster, alles, was euren Körper krank macht. Bringt Licht in euer
Dasein, und verströmt die Liebe eures Geistes auf dem Lebenswege
eurer Mitmenschen.
26. "Zeit neuer Erkenntnisse" haben die Menschen dieses
Jahrhundert genannt, doch Ich sage euch, dass ihr nicht nur auf das
Licht vertrauen sollt, das von der Wissenschaft ausgeht, sondern
auch auf eure geistigen Gaben. Vergesst nicht, dass der Mensch
nicht nur vom Brot lebt, sondern auch von jedem Wort, das von Gott
kommt.
27. Bewahrt Mein Wort in euren Herzen, und wenn ihr von ihm
Gebrauch macht, so soll es nicht geschehen, um vor denen zu
prahlen, die diese Lehre nicht kennen. Habt nicht den Wunsch, als
die neuen Erleuchteten zu erscheinen, denn keiner eurer Mitmenschen
ist ohne Licht. Wenn ihr beim Weiterreichen Meines
Erbes nicht demütig seid, werdet ihr kein Licht spenden können.
28. Ich vermache der Menschheit derzeit ein neues Buch, ein
neues Testament: Mein Wort der Dritten Zeit, die Göttliche Stimme,
die beim Lösen des Sechsten Siegels zum Menschen gesprochen hat.
29. Es ist nicht nötig, dass eure Namen oder eure Taten in die
Geschichte eingehen. In diesem Buche wird Mein Wort wie eine
klingende und klare Stimme sein, die ewig zum menschlichen
Herzen spricht, und Mein Volk wird der Nachwelt die Spur ihrer
Schritte auf diesem Wege der Vergeistigung hinterlassen.
30. Hinterlasst denen, die nach euch kommen, die Erinnerung
an eure guten Werke als ein Vorbild. Beeilt euch, schon heute alle
eure Schandflecken auszutilgen, damit sie von euren Geschwistern
nicht gesehen werden.
31. Die Schriften der Ersten Zeit überlieferten die Geschichte
des Volkes Israel und bewahrten den Namen seiner Kinder, seine
Erfolge und seine Fehler, seine Werke des Glaubens und seine
Schwachheiten, seine Herrlichkeit und seine Stürze, damit dies
Buch zu jeder neuen Generation von der Entwicklung jenes Volkes
in seiner Verehrung Gottes sprechen sollte. Jenes Buch überlieferte
ebenso die Namen der Patriarchen, welche die Tugend und die
Gerechtigkeit liebten, die Vorbilder an Glaubensstärke, sowie die
Namen der Propheten, der Seher des Zukünftigen, durch deren
Mund der Herr immer sprach, wenn Er Sein Volk am Rande einer
Gefahr sah. Auch überlieferte es die Namen der Verderbten, der
Verräter, der Ungehorsamen, denn jeder Vorfall, jedes Beispiel ist
eine Lehre und manchmal ein Symbol.
32. Als Ich in Jesus unter den Menschen wohnte, machte Ich
nur dann, wenn es notwendig war, Gebrauch von der Essenz jener
Schriften, vom Sinngehalt jener Werke, um Meine Lehre zu
vermitteln; das Materielle und das Gehaltlose pries Ich nie. Erinnert
ihr euch nicht, dass Ich den gerechten Abel erwähnte, dass Ich die
Geduld Hiobs lobte und der Weisheit und Herrlichkeit Salomons
gedachte? Erinnerte Ich nicht bei vielen Gelegenheiten an Abraham
und sprach von den Propheten, und sagte Ich euch nicht mit
Bezugnahme auf Moses, dass Ich nicht gekommen war, um das
Gesetz, das er empfangen hatte, aufzulösen, sondern um es zu
erfüllen?
33. Wenn Christus das Lamm Gottes war, das die Sünden der
Welt hinwegnimmt — selbst dann könnte Ich nur das Gute loben
und müsste das Böse zunichte machen.
34. Mein Leben verwandelte das Leben der Menschen. Mein
Tod öffnete die durch das Dunkel des Materialismus blinden Augen
für das Licht der Wahrheit, und die Verehrung Gottes machte einen
großen Schritt hin zur Vollkommenheit, denn die Liebe des Messias
bewirkte, dass die Menschen eine neue Vorstellung von der
Göttlichen Gerechtigkeit bekamen. Als ob ein neuer Gott bei jenem
Volk erschienen wäre, so ließen Meine Lehre und Meine Werke die
Welt die Wahrheit erkennen, welche die Menschen zuvor nicht zu
schauen vermochten.
35. Gott, der Unwandelbare, konnte sich in Seinem innersten
Wesen gegenüber Seinen Kindern nicht verändert haben. Der
Mensch war es, welcher das wahre Wesen des Vaters entdeckte, als
er sich auf der Stufenleiter der Liebe und Vergeistigung, die ihm
Christus aufzeigte, geistig zu seinem Schöpfer erhob. Auch als
Meine Apostel die Menschenmenge auf Vorhöfen, in Synagogen
oder auf Marktplätzen lehrten und auf die vergangenen Zeiten
Bezug nehmen mussten, verwandten sie nur jene Beispiele, die eine
wahre geistige Aussage hinterließen, und verzichteten auf alles, was
unnütz war.
36. Jetzt, da Ich mit einer ausführlichen geistigen Unterweisung
zu euch gekommen bin, habe Ich nicht vergessen, dass ihr alle die
Notwendigkeit fühlt, jene Bücher zu erforschen, denn bei jeder
Gelegenheit, in jeder Lehrstunde habe Ich euch das gelehrt und
daran erinnert, was war — die Vorbilder, die ihr nicht vergessen
sollt, die Lehren, welche ewiges Leben haben. Aber Ich sage euch
noch einmal: auch jetzt habe Ich nur vom Geistigen gesprochen.
Denkt nicht, dass Ich euch das Lesen jenes Buches der Ersten Zeiten
untersage, denn ihr seid das Trinitarische Volk. Wisst ihr nicht, dass
Ich sagte: "Forschet in der Schrift"; doch jetzt füge Ich hinzu: Betet,
bevor ihr lest, damit ihr beim Studium wahres Licht findet und nicht
Irrtümern anheimfallt, wie es vielen ergangen ist, weil sie dem
Geschehen eine falsche Auslegung gaben. Leset, forschet, doch die
Erläuterung des Sinngehaltes werdet ihr in Meinem Worte der
Dritten Zeit finden.
37. Warum solltet ihr in dieser Zeit den nach euch Kommenden
eure Unvollkommenheiten, euren falschen Vergeistigungskult, eure
Unfolgsamkeiten und eure Gewöhnung an das Heilige hinterlassen?
Meint ihr, dass eure Werke euch würdig machen, dass die
Geschichtsschreibung eure Namen überliefert?
38. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werde Ich euch
erleuchten, damit Mein Volk, der Zeuge Meiner Kundgebung und
Meines Wortes, aus Meinen Lehrreden das Buch bildet, das zu allen
Menschen gelangen soll, sodass die Menschen in ihm nur die
Göttliche Essenz des Meisters, Seine ewige Wahrheit, Seine Liebe
und Seine Offenbarung finden, und sie nie das Allzu-menschliche
des Stimmträgers entdecken.
39. Die Meine Jünger in diesem Werke gewesen sind, werden
die Spreu zu trennen wissen, damit der reine Weizen übrigbleibt;
denn damit Mein Same keimt, muss er rein sein.
40. Heute bin Ich vor eurem geistigen Blicke gegenwärtig,
damit ihr Mich mittels eurer geistigen Fähigkeiten schaut. Durch
diese lasse Ich euch Meine Göttliche Wärme zukommen, sodass ihr
Mich in euren Herzen fühlt. Ich will euch von allem Unnötigen, von
allem Schlechten abbringen. Ich vertraue euch einen Garten an, wo
ihr alle Tugenden pflegen könnt. Es ist nötig, der Sünde
entgegenzuwirken; bedenkt, wie das Böse aufgeblüht ist.
41. Ich sehe, dass euer Herz vor Wonne erbebt, wenn ihr Mich
so sprechen hört, weil ihr die Hoffnung fühlt, dass die Menschen
sich erneuern werden. Während ihr Mir zuhört, fühlt ihr den
Antrieb, euch auf die Suche nach dem Verirrten, dem Sünder, dem
Lasterhaften zu machen, um zu ihm mit Meiner Wahrheit zu
sprechen und ihn vom schlechten Wege abzubringen. Ich segne
diese edlen Gefühle, die in euren Herzen zu erwachen beginnen,
doch Ich sage euch: Wenn ihr nicht zuvor eure Fehler berichtigt
habt, wenn ihr nicht eure Herzen gereinigt habt, wird es nicht
angebracht sein, vor euren Mitmenschen zu erscheinen, um sie auf
ihre Sünden hinzuweisen. Allein Mein Wort auf euren Lippen wird
das Wunder nicht vollbringen, die Menschen zu bekehren, das
Vorbild eures Lebens wird dafür notwendig sein. Dann wird Mein
Wort als Wahrheit angenommen werden.
42. Als Meine Jünger sich damals über die Welt verstreuten, um
Meine Lehren zu verkünden, begnügten sie sich nicht damit, Meine
Worte zu wiederholen, sondern sie lehrten sie auch mit ihren
Werken, und als sie sagten, dass sie Jenen bezeugten, der aus Liebe
zu den Menschen an einem Kreuze gestorben war, taten sie es mit
Worten und mit Werken, indem sie wie ihr Meister als Opfer
starben. Ich sage euch: Wer eine Wahrheit verteidigt und dafür stirbt,
dem wird geglaubt werden. Dennoch verlange Ich von euch nicht
dieses Opfer. Ich will nicht, dass ihr sterbt, um Meine Wahrheit zu
beweisen, Ich will, dass ihr lebt und mit eurem Leben Mein Wort
bezeugt, das euch lehrt, einander zu lieben.
43. Eine neue Beglückung erwartet euch: jene, euren Mitmenschen
zu dienen, ihnen zu helfen, ihr Leben neu aufzubauen, sie
von den schlechten Wegen abzubringen.
44. Seht ihr, wie unerlässlich eure Zurüstung ist, um die Waffen
der Wahrheit ergreifen zu können und dieser im Streite zum Sieg zu
verhelfen?
45. Viele sind derer, welche, nachdem sie Mein göttliches Wort
vernommen hatten, Zeugnis von ihm abgelegt haben. Doch als sie
das, was ihre Lippen gesprochen haben, nicht durch Werke
bestätigten, wurden sie abgelehnt und verspottet. Sobald dies
Zeugnis jedoch von guten Werken begleitet war, hat es bei den einen
den Glauben entzündet, und andere hat es nachdenklich gemacht.
46. Meine ganze Unterweisung hat zum Ziele, euch für diesen
Kampf vorzubereiten, von dem Ich zu euch spreche, indem sie euren
Glauben stärkt und euren Geist erleuchtet, damit euer Zeugnis
machtvoll ist.
47. Immer wieder sage Ich euch, dass die Menschen intuitiv das
Kommen von etwas Unbekanntem erwarten. Diese Vorahnung gibt
euch das Licht des Geistes, welches in Erwartung der Erfüllung
Meiner Verheißung gleich einer Lampe brennt.
48. Wollt nicht ihr es sein, die diesen Herzen die Frohe
Botschaft bringen? Ja? Dann hört und begreift die Unterweisung des
Meisters, gehorcht und liebet den Vater, dann werdet ihr würdig
sein, euren Mitmenschen zu dienen.
49. Wenn ihr nach der Unsterblichkeit der Seele strebt, so
fürchtet nicht das Kommen des Todes, der dem menschlichen Leben
ein Ende setzt. Erwartet ihn vorbereitet, er untersteht Meinem
Befehl, und darum kommt er immer zur richtigen Zeit und zu Recht,
auch wenn die Menschen häufig das Gegenteil glauben.
50. Das Schwere ist nicht, dass der Mensch stirbt, sondern dass
es seiner Seele beim Verlassen des Körpers an Licht mangelt und sie
die Wahrheit nicht schauen kann. Ich will nicht den Tod des
Sünders, sondern seine Umkehr. Doch wenn der Tod einmal
notwendig wird — sei es, um eine Seele zu befreien, oder um den
Sturz eines Menschen ins Verderben aufzuhalten — dann durchschneidet
Meine Göttliche Gerechtigkeit den Lebensfaden jener
menschlichen Existenz.
51. Als damals die durch den Fehltritt der Ehebrecherin
aufgebrachte Menge nur noch auf Mein Urteil wartete, um dieselbe
zu töten, da die Menschen glaubten, dass dies der einzige Weg wäre,
um die Sünde jener Frau völlig auszulöschen, da zeigte Ich ihnen,
dass die Vergebung und das Wort der Liebe Leben für das Herz sind
und Tod für die Sünde. Das Verdienstvolle besteht darin, zu
erreichen, dass die Sünde stirbt, doch das Geschöpf weiterlebt.
Daher war es nicht notwendig, dass jene Frau verschwand, sondern
ihre Sünde.
52. Wenn es nicht so wäre, hätte Ich euch in Meinem
Widerwillen gegen die Sünde bereits vernichtet. Doch seht, nicht
nur, dass Ich euch nicht das Leben nehme, sondern Ich gebe euch
sogar einen Körper nach dem andern, damit ihr diese gesegnete
Lehre auf Erden lernt — eine Lehre, die, weil sie von der
Menschheit nicht verstanden wurde, Veranlassung dazu wurde, dass
"Das Wort" Gottes Mensch wurde, um euch mit Seiner Geburt,
Seinen Werken und Seinem Tode zu lehren, was die wahre
Bestimmung des Menschen auf dieser Welt ist. Dies ist die Lehre,
die ihr nicht gelebt habt, die ihr nicht zur Anwendung gebracht habt.
Was lehrt sie euch? Die Demut, die Befolgung des Göttlichen
Willens, die Selbstverleugnung aus Liebe zu den andern, die
Hingabe an ein Ideal der geistigen Aufwärtsentwicklung. Wer diese
Aufgabe auf Erden erfüllt, wird keinen Grund haben, zu ihr
zurückzukehren, da er bereits seinen guten Samen hinterließ. Darin
wird ihm Christus zum Vorbilde dienen, welcher, nachdem Er mit
Seinem Leben ein vollkommenes Vorbild für die Menschheit
gegeben hatte, nicht mehr als Mensch zur Welt zurückkehrte.
53. Lernt, diesen Körper im Schoße der Erde zurückzulassen,
sobald die Stunde dafür kommt, wenn ihr weiterhin für jene leben
wollt, die ihr liebt, und wenn ihr wollt, dass sie euch fühlen. Wenn
ihr nicht im Schweigen und in der Leere versinken wollt und
stattdessen weiterhin auf eure Erdengeschwister einwirken wollt,
weil ihr begreift, dass es dies ist, was sich wahrhaft Leben nennt, so
erfahret schon jetzt, dass ebenso, wie euer Geist seine geistige
Heimstätte aufgab, um auf Erden zu leben, er ebenso die
Nichtigkeiten der Welt wird aufgeben müssen, wenn er zur
Geistigen Welt zurückgekehrt ist.
54. Wenn die Menschen gelernt hätten, ihren Körper und alles,
was sie auf Erden besaßen, mit Ergebung zu verlassen, so wäre ihr
Tod leicht; aber solange Erdgebundenheit und Auflehnung
vorhanden ist, wird der Schmerz es sein, der die Seele vom Fleische
trennt, verbunden mit Angst für beide Teile.
55. Studiert Meine Unterweisung, Jünger, und ihr werdet
verstehen, warum Ich euch durch Jesus sagte: "Mein Reich ist nicht
von dieser Welt".
Mein Friede sei mit euch!

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