BWL - Band IV - Unterweisung 104


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 4

Unterweisung 104:
1. Menschheit, du zeigst Mir deinen Hunger nach Frieden. Dazu
sage Ich euch, dass der Mensch, der nicht liebt, keinen Frieden
haben kann. Ich habe eure Bitten vernommen, in denen ihr sagt:
"Friede auf Erden den Menschen guten Willens." Doch ihr habt
nicht begriffen, dass der gute Wille nur aus der Hinwendung zum
Guten und zur Gerechtigkeit entstehen kann, welche Früchte der
Liebe sind.
2. Wenn einmal Liebe unter den Menschen herrscht, werdet ihr
überall die Gegenwart Meines Friedens fühlen. Denn die Harmonie
mit den Naturreichen und eurer ganzen Umwelt, die ihr zerstört
habt, wird zurückkehren, und dieses Glück wird wie die Botschaft
sein, die euch die Engel brachten, als sie euch sagten: "Ehre sei Gott
in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen guten Willens."
3. Vieles ist es, das ihr mittels der Wissenschaft erforscht habt,
und dennoch habt ihr nicht das so enge Verhältnis zwischen dem
Menschen und dem Geistigen, zwischen der menschlichen Kreatur
und ihrem Schöpfer zu entdecken vermocht.
4. Wie kann das Leben eines Wesens normal sein, das sich von
dem Pfade entfernt, den ihm das Gesetz des Schöpfers vorzeichnet?
Seht, wie sehr sich der Mensch bei dem Versuche angestrengt hat,
Wege zu entdecken, die abseits von den Pfaden sind, die Meine
Gesetze der Liebe und Gerechtigkeit weisen.
5. Eure Welt ist voller Künstlichkeit und Falschheit, und dies ist
darauf zurückzuführen, dass ihr euch schon seit langem von dem
vom Vater Vorgesehenen abgewandt habt.
6. Überaus groß ist die Prüfung, der Ich den Geist unterworfen
habe, wann immer Ich ihn mit der Mission, beharrlich in Meinem
Gesetze zu verbleiben, zum Leben auf die Erde gesandt habe.
Darum habe Ich euch jedes Mal gesucht, wenn ihr euch verirrt habt,
habe euren Ungehorsam und eure Verirrungen vergeben und euch
neue Gelegenheiten geboten. Es war Mein Wille, dass ihr durch die
Schwere eurer Prüfungen die Kraft und die Fähigkeiten ahnt, die Ich
in euren Geist gelegt habe, ebenso wie die Belohnung, die den
treuen und in Meinen Geboten verbleibenden Kindern verheißen ist.
7. Seid euch immer bewusst, dass wenn die Belohnung, die Ich
euch verspreche, groß ist, auch eure Verdienste sich der Verheißung
würdig erweisen müssen.
8. Ich pflanzte den Baum der Wissenschaft und werde ihn nicht
fällen, weil seine Früchte zum Leben gehören. Doch die menschliche
Ungeduld, Neugier und Ehrgeiz haben seine Äste verkrümmt.
9. In Meiner Göttlichen Liebe zu den menschlichen Geschöpfen
erlaube Ich ihnen, Meine Werke zu erforschen und von allem
Geschaffenen Gebrauch zu machen, damit sie niemals Grund hätten,
zu behaupten, dass Gott ungerecht ist, weil Er Seinen Kindern Seine
Weisheit verbirgt. Ich gestaltete euch und gab euch die Gabe der
Willensfreiheit und habe sie respektiert, obwohl der Mensch diese
Freiheit missbraucht hat und Mich dadurch beleidigt und Mein
Gesetz entweiht hat. Doch heute lasse Ich ihn die Liebkosung
Meiner Vergebung fühlen und erleuchte seinen Geist mit dem Lichte
Meiner Weisheit, damit eins Meiner Kinder nach dem andern zum
Pfade der Wahrheit zurückkehrt.
10. Der Geist der Wahrheit, welcher Mein Licht ist, erstrahlt in
den Gewissen, weil ihr in den angekündigten Zeiten lebt, in denen
euch jedes Geheimnis erhellt werden wird, damit ihr das versteht,
was bisher nicht richtig gedeutet wurde.
11. Die falsche Vorstellung, die sich der Mensch in den Ersten
Zeiten von Meiner Gerechtigkeit gemacht hat, wird endgültig
verschwinden, um der wahren Kenntnis von ihr zu weichen. Die
Göttliche Gerechtigkeit wird schließlich als das Licht verstanden
werden, das der vollkommenen Liebe entspringt, die in eurem Vater
existiert.
12. Jener Gott, den die Menschen für rachsüchtig, grausam,
nachtragend und unnachsichtig hielten, wird aus tiefstem Herzen als
ein Vater empfunden werden, welcher für die Beleidigungen durch
Seine Kinder Seine Vergebung schenkt, als ein Vater, der den Sünder
liebevoll überzeugt, als ein Richter, welcher, statt den zu
verdammen, der schwer gefehlt hat, diesem eine neue Gelegenheit
zur Rettung anbietet.
13. Wie viele Unvollkommenheiten schrieben Mir die
Menschen in ihrer Unwissenheit zu, weil sie Mich für fähig hielten,
Zorn zu empfinden, obwohl der Zorn allein eine menschliche
Schwäche ist! Wenn die Propheten zu euch vom "heiligen Zorne des
Herrn" sprachen, so sage Ich euch jetzt, dass ihr jenen Ausdruck als
Göttliche Gerechtigkeit deuten sollt.
14. Die Menschen der Ersten Zeit hätten eine andere Ausdrucksweise
nicht verstanden, noch hätten die Zügellosen oder die
Wüstlinge die Mahnungen der Propheten ernst genommen, wenn
diese nicht in jener Form zu ihnen gesprochen hätten. Es war
notwendig, dass die Inspiration Meiner Boten in Worten ausgedrückt
wurde, die das Gehirn und das Herz jener Menschen mit nur
geringer geistiger Entwicklung beeindrucken würden.
15. Um euch ein getreues und wahres Bild dessen zu geben, was
die Liebe und die Gerechtigkeit des Vaters ist, sandte Ich euch Mein
Wort, damit es durch Jesus Meine Liebe offenbare. In Christus
erblicktet ihr den König der Demut und der Sanftmut, den König,
welcher die demütigende und schmerzhafte Dornenkrone der
Königskrone der menschlichen Eitelkeit vorzog. Als Richter saht ihr
Ihn die Handlungen der Sünder auf eine andersartige Weise richten,
als es die Menschen gewohnt sind. Er predigte die Vergebung, als Er
euch jene Weisung gab, in der Er euch sagte: Wenn ihr von einem
Mitmenschen einen Backenstreich auf eine Wange erhaltet, so bietet
ihm zum Zeichen der Vergebung voll Sanftmut auch die andere dar;
doch hernach bestätigte Er Seine Worte durch Werke.
16. Wie furchtbar war die Reue des Sünders, wenn er sich vom
Lichte des gütigen und sanften Blickes Jesu umfangen fühlte!
17. Wie viele Wunder geschahen unter dem Einfluss der
Vergebung jenes Meisters der Liebe! Der Grund dafür war, dass
Seine Vergebung wahrhaftig und Sein Urteil vollkommen war, da sie
der unendlichen Liebe entsprangen, die Gott zu Seinen Geschöpfen
hat. Aber den Menschen musste noch viel mehr offenbart werden als
das, was sie gelehrt worden waren, damit sie den Sinngehalt jener
Lehrbeispiele verstehen könnten. Und so wurde der Menschheit ein
neues Zeitalter und eine neue Offenbarung Meines Geistes angekündigt,
und die Erfüllung jener Verheißung seht ihr in diesem
Worte des Lichtes verwirklicht, welches Weisheit für euren Geist
und Trost für euer Herz ist. Wer außer Mir könnte der Geist der
Wahrheit und des Trostes sein?
18. Hier bin Ich — gegenwärtig, offenkundig, für jeden
geistigen Blick sichtbar, und verbreite Licht auf den Pfaden des
Geistes, damit ihr alles versteht, was über die Zeiten hin offenbart
worden ist.
19. Jetzt könnt ihr aus dem tiefsten Grunde des Herzens und des
Geistes sprechen: "Vater, endlich habe ich Dich erblickt, endlich
kenne ich Dich." Doch wann werdet ihr Mich wahrhaft lieben
können?
20. Ich spreche zu euch in derselben Ausdrucksweise, in der Ich
in der Zweiten Zeit sprach, mit der gleichen Liebe und der gleichen
Weisheit, weil Ich unwandelbar bin; doch ihr als Jünger macht
derzeit einen weiteren Schritt auf Meinem Wege. Ihr nährt euch von
diesem Worte und seid außer euch vor Seligkeit, da ihr Meine
Gegenwart euch nahe fühlt.
21. Aus eurem Geiste steigt ein Lied der Liebe und der
Danksagung zu Mir auf, weil Ich euch diese Gnade zuteil werden
ließ.22. Volk, erquicke weiterhin deinen Geist, und du, Menschheit,
wende dich wieder Mir zu, kehre zurück auf die rechte Bahn. Dienet
einander und tut an euren Mitmenschen, was Ich an euch tue, denn
so werdet ihr Mir dienen und Mich lieben.
23. Sucht Mich als Vater, als Arzt, als Meister, und Ich werde
euch sehr nahe sein. Bittet Mich, und Ich werde euch geben, doch
gebt euch Mühe, Mich zum Vorbild zu nehmen, selbst wenn es nur
bei einer einzigen eurer Handlungen oder eurer Gedanken eines
jeden Tages ist; dann werde Ich es auf Mich nehmen, das fruchtbar
zu machen, was ihr in Meinem Namen tun werdet.
24. Seid euch bewusst, dass euer Leben auf Erden kurz ist und
dass ihr, wenn ihr an seinem Ende anlangt, Rechenschaft geben
müsst von dem, was ihr gesät habt.
25. Wenn Mein Wort zum Grunde eurer Herzen gelangt ist und
ihr bereit seid, Mir nachzufolgen, sollt ihr euch in Mir vereinen, um
zu kämpfen, und sollt nicht ausruhen, bis ihr seht, dass die Welt sich
bekehrt hat und zum wahren Weg zurückkehrt.
26. Die Menschheit ängstigt sich und leidet, und ihr Schmerz
gelangt auch zum Geiste eurer Himmlischen Mutter. Welcher
Schmerz könnte das Kind quälen, der nicht von ihr empfunden
würde? Doch ihre Fürsprache rettet euch, und ihre Inspiration lädt
euch ein, auf dem Pfade der Vergeistigung zu wandeln.
27. Ich sandte euch rein zur Erde, und so werdet ihr zu Mir
zurückkehren. Doch wie sehr werdet ihr ringen müssen, um die
Reinheit zurückzugewinnen, die euch zu eigen war. Daher ist es
notwendig, dass ihr wacht, dass ihr betet und meditiert, damit ihr
nicht mehr in Versuchung fallt und den Berg zu ersteigen beginnt,
ohne bei eurem Aufstieg noch länger zu verweilen, damit ihr zum
Gipfel gelangt.
28. Betet in diesem Augenblick, damit euer Geist euren
Mitmenschen eine Botschaft des Friedens bringt. "Bittet, so wird
euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden." Dies habe Ich euch
gelehrt, und Mein Wort geht zu allen Zeiten in Erfüllung.
29. Geliebte Arbeiter, Ich habe euren Geist begnadet, damit er
das Heil finden kann, und damit er seinerseits seine Geschwister von
der Sünde befreien kann. Derzeit läutert ihr euch, um Meiner
Gegenwart würdig zu sein. Morgen, wenn ihr wahrhaft stark seid,
werdet ihr euren Mitmenschen helfen, sich von der Sünde frei zu
machen. Ich liebe euren Geist, Ich liebe alle Meine Kinder, und
darum bemühe Ich Mich um eure Rettung.
30. Hier bin Ich und lade euch zum Frieden ein, jenem Frieden,
den auch die Menschen insgeheim ersehnen, nur dass sie bei ihrer
Suche nach ihm nicht die Wege gewählt haben, die zu ihm führen.
Wahrlich, Ich sage euch, das Geheimnis des Friedens liegt in der
Ausübung Meiner Lehre, und gerade davon hat sich die Menschheit
entfernt. Sagt Mir, ob diese Welt, welche sündigt, verletzt, tötet,
entehrt und entweiht in der Lehre lebt, die Jesus lehrte, und ihr
werdet erkennen, dass sie sehr fern von Meinen Unterweisungen
lebt.
31. Es gibt viele Menschen, die Meine Lehre für unzeitgemäß
halten; doch der Grund dafür ist, dass ihre Vermaterialisierung ihnen
nicht erlaubt, den ewigen Sinngehalt Meiner Unterweisungen zu
entdecken.
32. Mein Gesetz ist unwandelbar. Die Menschen mit ihren
Kulturen, ihren Zivilisationen und ihren Gesetzen sind es, die
vergänglich sind, wobei von alledem nur das überdauert, was der
Geist mit seinen Werken der Liebe und Barmherzigkeit aufgebaut
hat. Er ist es, der nach jedem "Tagewerk", nach jeder Prüfung, wenn
er den Born Göttlicher Weisheit befragt, den unbeweglichen Felsen
Meines Gesetzes und das stets offene Buch erschaut, welches die
Lehre des Geistes enthält.
33. Ach, wenn doch alle Menschen das aufgehende Licht dieser
Epoche erblicken wollten — wie viel Hoffnung wäre in ihren
Herzen! Aber sie schlafen. Sie verstehen nicht einmal das Licht zu
empfangen, das ihnen täglich das königliche Gestirn sendet, jenes
Licht, das wie ein Abbild des Lichtes ist, das vom Schöpfer
ausstrahlt. Es liebkost euch und erweckt euch zum täglichen
Daseinskampf, ohne dass die für die Schönheiten der Schöpfung
unempfänglichen Menschen einige Augenblicke innehalten, um Mir
zu danken. Die Himmlische Herrlichkeit könnte an ihnen vorüberziehen,
ohne dass sie es wahrnähmen, denn immer erwachen sie
voller Sorgen und vergessen zu beten, um in Mir geistige Kraft zu
suchen. Ebenso wenig suchen sie Energien für den Körper in den
Quellen der Natur. Alle laufen sie eilig umher und mühen sich ab,
ohne zu wissen wozu, gehen drauflos, ohne ein klares Ziel vor
Augen zu haben. Gerade in diesem gefühllosen und sinnlosen
Daseinskampf haben sie ihre Seelen vermaterialisiert und sie
egoistisch werden lassen.
34. Wenn die Gesetze des Geistes dann vergessen sind, die das
Licht des Lebens sind, vernichten sich die Menschen, töten sie sich
und entreißen sich das Brot, ohne die Stimme des Gewissens zu
vernehmen, ohne Rücksichten zu nehmen, ohne innezuhalten, um
nachzudenken. Doch wenn sie jemand fragen würde, wie sie ihr
derzeitiges Leben beurteilen, würden sie sofort antworten, dass
niemals in den vergangenen Zeiten soviel Licht im menschlichen
Leben erstrahlte wie jetzt, und dass ihnen die Wissenschaft niemals
so viele Geheimnisse offenbarte. Aber sie müssten dies mit einer
Maske des Glücklichseins vor ihrem Angesicht sagen, denn in ihren
Herzen würden sie all ihr seelisches Leid und Elend verbergen.
35. Während die Menschheit erwacht und das Licht dieses
Tagesanbruchs schaut, hört Meine Stimme nicht auf, zu eurem
Geiste zu sprechen, und der Schmerz hört nicht auf, die Herzen zu
läutern.
36. Seid gesegnet, Meine Kinder, die ihr euch im Gebet vereint
habt, denn in diesem Augenblicke richten die Starken die
Schwachen auf, der Mensch des Glaubens hat dem Wankenden
Ermutigung gegeben, und wer mit seinem Vater zu sprechen
vermag, hat jenen beten gelehrt, der dies nicht zu tun versteht. Auf
diese Weise nehmen sich die Anfänger die Jünger zum Vorbild.
37. Wenn Mein Wort von den Lippen des Stimmträgers kommt,
treffe Ich das Volk vorbereitet und Mich erwartend an. Dann dringt
Meine Barmherzigkeit in die Herzen ein, um einem jeden nach
seiner Bedürftigkeit zu geben. Ich weiß in diesen Augenblicken
Meiner Kundgabe, welche von euch Mich nur im Verlangen nach
Abhilfe für ein Übel suchen, und Ich entdecke jene, die trotz ihrer
Hilfsbedürftigkeit ihre Nöte vergessen, weil sie vor allem Meine
Jünger sein wollen. Das Göttliche Verständnis und das Wohlwollen,
mit dem Ich zu jedem Herzen spreche, sind das Feuer, mit dem Ich
Mein Wort in euren Geist präge, damit es unvergesslich ist.
Wahrlich, Ich sage euch, wann immer Meine Lehre auf den Grund
eines Herzens gelangt ist, ist sie ein Same, welcher keimt und sich
mehrt.
38. Der Augenblick, an dem ihr Mein Wort zum ersten Mal
vernommen oder im Herzen den Samen empfangen habt, bringt für
euren Geist ein Gericht mit sich, so wie es auch dann sein wird,
wenn ihr Mir die Frucht (eures Lebens) vorzuweisen habt. Zur Zeit
gebe Ich euch auf Erden eine kostbare Gelegenheit, euch seelisch zu
läutern, und wenn ihr dann in die ewige Heimstatt zurückkehrt,
kommt ihr ruhig und frohgemut, voller Licht und Verdienste, um
Meinen Frieden zu genießen.
39. Die Welt ist ein Sühnetal, in welchem der Mensch einerseits
sündigt, andererseits sich auch läutert. Wahrlich, Ich sage euch, das
Jenseits ist anders als das, was ihr auf Erden kennt, denn wer mit
Sünde und Unreinheit behaftet zu ihm gelangt, muss sehr große
Leiden erdulden, die unendlich größer sind als jene, die er als
Mensch erlitt, weil — nunmehr im Geistigen weilend — das
Gewissen mit größerer Klarheit von der Seele vernommen wird,
welche angesichts so großer Reinheit vergehen oder wenigstens zur
materiellen Welt, die sie verließ, zurückkehren möchte, wo man
ihrer Meinung nach ihre vielfältigen Unvollkommenheiten nicht
beachtete.
40. Zu alledem sage Ich euch, dass alles, was euch auf Erden
umgibt, nicht weniger rein ist, als was im Geistigen Reiche existiert,
und dass, wenn es für euch den Anschein hat, als ob ihr hier auf
Erden weniger unrein seid als im Jenseits, dies nur eine Meinung ist,
die von der geringen Klarheit herrührt, mit der ihr das Gute und das
Böse beurteilt, solange ihr im materiellen Körper seid.
41. Einer der Gründe, weshalb Ich euch in dieser Zeit Meine
Geistige Lehre offenbart habe, besteht darin, eurer Seele zu helfen,
sich zu jenem Leben zu erheben, das sie erwartet, indem sie lernt,
sich willig der Läuterung zu unterwerfen und aus dem Leid und den
Prüfungen allen Nutzen und das Licht zu ziehen, das sie enthalten,
und damit sie schon hier — soweit es ihr erlaubt ist — den Weg
erkennt, den sie einst zurücklegen muss. Seht, welch kostbare
Gelegenheit das Leben auf Erden ist, damit die Seele, wenn sie (zum
Jenseits) zurückkehrt, sich nicht ihrer Werke und ihrer Vergangenheit
schämen muss, damit sie auf jenem Wege nicht
strauchelt noch sich verirrt, weil sie Finsternis zu sehen glaubt, wo
nur Licht ist. Der Mensch dieser Zeit ist nun soweit, die geistigen
Offenbarungen zu verstehen. Mein Wort ist genau im richtigen
Augenblick, dem des Erwachens der Menschheit gekommen.
42. Wenn ihr auf euren Wegen Menschen beobachtet, die mit
ihren Werken oder ihrer Art zu denken angesichts Meiner
Offenbarungen geistige Rückständigkeit beweisen, so seid nicht
bestürzt, denn ihr müsst wissen, dass niemals alle Menschen im
gleichen Takt marschiert sind. Vertraut darauf, dass Ich schon jetzt
für sie die Worte hinterlasse, die sie erwecken werden, sobald die
Zeit dafür gekommen ist.
43. Jene Worte, die ihr derzeit nicht verstehen könnt, sind
gerade die, die jene Menschen begreifen werden.
44. Heute habt ihr Mich gerufen und Mir gesagt: "Herr, Herr,
komme zu uns." Die einen haben es mit der Bitte um Vergebung
ihrer Verfehlungen getan, andere mit der Bitte um Linderung für
ihre Leiden, und wieder andere, die wenigsten, um Mir für Meine
Wohltaten zu danken. Sogleich bin Ich zu allen gekommen, ohne
Mich mit der Beurteilung dessen aufzuhalten, zu welchem Zweck
ihr Mich gerufen habt; denn für Mich ist nur von Bedeutung, dass
ihr Mich gerufen habt.
45. Wenn alle nach Mir verlangen würden, so würde Ich ihnen
dasselbe sagen wie euch: Ich komme nicht, eure Schandflecken zu
betrachten oder eure Sünden zu richten, sondern um eure Klagen
anzuhören und den Schmerz zu lindern, der euch leiden lässt.
46. Jene, die Mich eine Zeitlang vergessen haben, oder die,
welche Mich schließlich geleugnet haben, haben manchmal die
Sehnsucht gespürt, Mich zu sehen und Mich zu hören, wobei sie
sich innerlich gefragt haben, wo Ich bin und wie sie Mich finden
könnten.
47. Es ist der Geist, der des Göttlichen bedarf, und in seinem
Durst nach Licht schluchzt er traurig im Gefängnis des Fleisches.
Doch gerade in jenem Augenblick vernimmt er eine gütige Stimme,
die ihm sagt: "Hier bin ich." Ich habe euch nicht vergessen, noch
habe Ich Mich von euch entfernt. Ich könnte Mich gar nicht
entfernen, weil Ich in einem jeden von euch bin. Aber wenn ihr
Mich finden wollt — Mein Tempel ist überall: in eurer
Schlafkammer, bei der Arbeit, unterwegs, innerhalb und außerhalb
von euch, an jedem Ort, an dem ihr einen Altar der Vergeistigung
errichtet, oder wo ihr durch euren Glauben eine Lampe anzündet,
die den Weg eurer Nächsten erhellt.
48. Wenn ein Mensch seinen Herrn befragt hat und er in der
Stille seines Herzens die Antwort zu vernehmen fähig war, hat er
größere Geheimnisse entdeckt als all jene, welche ihm die Natur
mittels der Wissenschaft offenbaren könnte. Dieser Mensch hat
wirklich die Quelle entdeckt, aus der alle Weisheit stammt.
49. Der Mensch, welcher — von seinem Schmerz und seiner
Angst getrieben — mit seinem Herrn geistig in Verbindung zu treten
vermochte und der fühlt, dass Er sich in seinem Gebet, in seinem
intuitiven Wissen oder in seinen Prüfungen offenbart, hat ein
Heiligtum errichtet, wo er immer, wenn er sich innerlich zubereitet,
die Gegenwart seines Vaters finden kann.
50. Das Leid, das die Menschen dieser Zeit niederdrückt, führt
sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merken, vor die Tore des
inneren Heiligtums, angesichts dessen sie — unfähig weiterzugehen
— fragen werden: "Herr, wo bist Du?" Und aus dem Innern des
Tempels wird die gütige Stimme des Meisters vernehmbar sein und
ihnen sagen: "Ich bin hier, wo Ich immer gewohnt habe — in eurem
Gewissen."
51. Um euch in eurer Entwicklung beizustehen, ist Mein Licht
auf eurem Wege; fürchtet euch deshalb nicht, euch zu verirren.
Bekleidet euch mit Gehorsam und tut Meinen Willen. Auf diese
Weise werdet ihr große Werke vollbringen können, wie es jedem
Meiner Jünger zukommt.
52. Wer im Gehorsam lebt, braucht seinen Herrn um nichts zu
bitten, weil er begreift, dass ihm nichts mangeln kann. Wer dagegen
am Rande der Tugend wandelt, wird zum gegebenen Zeitpunkt
bitten müssen, weil er fühlt, dass der Friede ihn verlässt und es ihm
an Kraft gebricht. Dann wird er gewahr, dass die Güter des Geistes
nicht so leicht zu erlangen sind wie die Befriedigungen der Welt.
53. Es gibt in Meinem Reiche eine immer offene Tür und einen
immer gedeckten Tisch, die auf die Ankunft des müden Erdenwanderers
warten. Wie sehr habe Ich gehofft, dass die Menschen
diese geistigen Speisen inmitten von Frieden suchen würden. Doch
wenn sie danach verlangen, wird es in tiefem Schmerze sein.
Dennoch, der Tisch wird immer an seinem Platze sein, und
niemandem wird das Brot verborgen bleiben.
54. Meine Barmherzigkeit wartet auf die Reue und die
Erneuerung der Menschheit, um sich auf die zu ergießen, die sich
einst mit dem Schlamm der Sünde befleckten, sich jedoch hernach
in der Liebe zu ihrem Herrn läuterten. Dies ist das Festmahl, zu dem
ihr alle eingeladen seid und bei dem euer Vater Seinen vielgeliebten
Kindern das Brot austeilen und den Wein des Lebens anbieten wird.
55. Ich warnte euch schon damals, als Ich zur Erde
herniederkam, um mit den Menschen zu sprechen. Ich wollte, dass
die Menschheit wachen und beten sollte, damit die Finsternis sie
nicht unvorbereitet überfällt. Aber die großen Völker der Erde
wachten nicht, und der Krieg ging über sie hinweg und bestrafte
ihren Hochmut und ihren Mangel an gegenseitiger Nächstenliebe.
Seht die alten Nationen, wie sie von der Last ihres großen Elends
niedergedrückt sind. Wie sehr haben sie durch ihren Hochmut
gelitten. Jetzt sind neue Nationen erstanden, die gleichfalls von der
Sucht nach Macht und Reichtum verblendet sind, ohne dass sie sich
aufgrund der Erfahrungen der ersteren davon hätten abhalten lassen,
oder sie auf die Stimme der Vernunft oder des Gewissens gehört
hätten. Verblendet von dem Vertrauen, das sie in ihre Kraft setzen,
haben sie sich schließlich für allmächtig gehalten, und darum jagen
sie hinter einem Ziel her, das sie für richtig halten, ohne zu
verstehen, dass sie dabei sind, in atemberaubendem Lauf in den
Abgrund zu stürzen.
56. Wer sind jene, die inmitten des Chaos ihren Blick zum
Firmament erheben in einem Bittgebet um Frieden und um
Vergebung für die, die in ihrer Verblendung nicht mehr die Stimme
der Gerechtigkeit ihres Gewissens erkennen oder vernehmen
können? Wer ist es, wenn nicht jene, die den Frieden lieben? Sie
sollen die Wächter sein, die für die ganze Menschheit "wachen" in
den Tagen der Heimsuchung, die näherrücken.
57. Ihre Gebete werden bewirken, dass jene Frieden erlangen,
die in ihrem Geiste Licht benötigen. Das geistige Gebet ist eine
Botschaft, die das Herz derer erreicht, für die man bittet, und es ist
wie ein Mantel des Friedens über den Notleidenden, wenn mehrere
Herzen sich vereint haben, um für sie zu bitten. Ich empfange von
vielen Punkten der Erde dies Gebet, das jene emporsenden, die für
den Frieden der Welt einstehen.
58. Seid beharrlich in eurem Gebet für den Frieden, denn auf
diese Weise werdet ihr euch mit all jenen vereinen, die auf dieselbe
Art beten. Haltet den Mantel des Friedens über das
Kriegsgeschehen, das die Menschheit umstrickt, und in den Stunden
des Kampfes breitet ihn über euren Mitmenschen aus. Erinnert ihr
euch daran, dass Ich euch die Gabe des immerwährenden Friedens
gegeben habe, und dass Ich euch Israel genannt habe, was "stark"
bedeutet? — Volk, verdränge nicht aus deinem Herzen die
Erinnerung an das, was Ich dir offenbart habe, noch an die
Reichtümer, die — wie ihr wisst — euer Geist in sich birgt. Ich
prophezeite Jakob, dass sein Volk sich mehren würde wie der Sand
am Meer, und dass es den Nationen den Frieden bringen würde.
Betet, geliebte Jünger, und Mein Wort wird sich an euch erfüllen,
denn ihr seid ein Teil Meines Volkes, dessen Bestimmung es ist, der
Segen zu sein unter allen Völkern der Erde.
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161