BWL - Band IV - Unterweisung 107


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 107:
1. Bewahrt Mein väterliches Wort in euren Herzen, damit es wie
ein helles Leuchtfeuer im Innersten eures Wesens ist. Von dort aus
soll es eure Gedanken, Worte und Werke leiten, und dies Licht wird
in eurer Seele leben, auch wenn eure Körperhülle stirbt.
Dies ist die Zeit, in der die Menschen für die Schönheiten des
Geistes erwachen, in der sie sich für das Ewige interessieren und
sich fragen: "Wie wird das Leben sein, das uns nach dem Tode
erwartet?" Wer hat sich nicht schon gefragt, — wie ungläubig er
auch sei — ob in ihm nicht etwas existiert, das die Körpermaterie
überlebt? Wahrlich, Ich sage euch, es gibt niemanden, der jenes
Mysterium nicht ahnt und der nicht einen Augenblick über das
Unergründliche nachgedacht hätte. Die einen stellen Fragen
hinsichtlich des Geheimnisses des Geistigen Lebens, das ferne zu
sein scheint und das doch in Wirklichkeit direkt vor euren Augen ist;
andere werden davon verwirrt, und wieder andere leugnen es. Die
einen reden, weil sie alles zu wissen glauben, andere schweigen und
warten ab; doch wie wenige sind derer, die wirklich etwas vom
Jenseits wissen.
2. Wie das Kind Jesus, das den Gesetzeslehrern Fragen stellte,
die sie ihm nicht beantworten konnten, erscheint Mein Göttlicher
Geist in dieser Zeit unsichtbar bei den Theologen, den Philosophen,
denen, die im Unbekannten herumstöbern, und auf Meine Fragen
nach dem Geistigen Leben — wenn sie nicht verstummen,
antworten sie falsch. Jene, die etwas von dem wissen, was Meine
verborgene Weisheit birgt, sind die Demütigen, jene, die ein
spirituelles Leben führen. Dennoch fällt Mein Licht wie Tau
unablässig auf jedes Verstandesorgan hernieder, als eine Botschaft,
die ihm Meine Wahrheit offenbart. Wenn Ich jene, die behaupten,
Mein Gesetz und Meine Lehre zu besitzen, fragen würde, welche
Meiner Prophetien in Erfüllung gegangen sind und welche nicht,
würden sie Mir auch nicht befriedigend antworten.
3. Dies ist die Zeit, in der der inkarnierte und nicht mehr
inkarnierte Geist sich suchen und einander annähern. Der Abgrund,
der zwischen beiden klafft, beginnt zu schwinden. Und wenn die
Geister aller Welten einander in wahrer Liebe näher zu kommen
vermögen, wird dies die Verherrlichung des Vaters in jedem Wesen
bedeuten.
Heute bereitet Mir die Unwissenheit der Menschen noch immer
Schmerzen. Ach, wenn ihr doch, anstatt das Hinscheiden eurer
Angehörigen zu beweinen, im Innersten eures Herzens deren
Stimmen vernehmen würdet! Statt Trauer, welche Finsternis ist,
wäre Licht! Deshalb sagte Ich euch einstmals: "Lasst die Toten ihre
Toten begraben." Euch frage Ich: "Habt ihr Tote?" — Was tot ist,
existiert nicht mehr. Doch wenn die Seelen, die ihr Mir anbefehlt,
existieren, dann deshalb, weil sie lebendig sind. Wie viele von euch
hätten gerne jene unter euch, die ihr scheiden saht, ohne dass sie
begreifen wollen, dass deren Sehnsucht dahin geht, dass ihr bei
ihnen im Jenseits seid! Das, was ihr "Tod" nennt, trennt dem
Anschein nach jene, die hinübergehen, von denen, die hierbleiben.
Aber ein ewiges Band eint sie: das der geistigen Brüderlichkeit.
4. In der Ewigkeit wird sich die geistige Familie wieder
vereinen, die aus dem Vater und Seinen Kindern besteht. Da auf
dieser Erde der Same Babels noch immer seine Früchte der
Zwietracht unter den Kindern Gottes trägt, werde Ich Meine Familie
im Jenseits vereinen. Niemand wird fehlen, und in vielen Fällen
werden die größten Sünder als erste (in Meinem Reiche)
ankommen, weil ihre Reue und ihre Erneuerung sie läutern und
früher zu Mir bringen wird.
Doch müsst ihr wissen, dass unter euch viele Seelen im Zustand
der Verwirrung leben, andere erfüllen gerade leidvolle Sühnepflichten.
Unter ihnen befinden sich auch jene, die ihr eure
Angehörigen nennt. Wie könntet ihr es erreichen, dass sie das Licht
schauen und sich von ihren Ketten befreien? Wie könntet ihr ihnen
bei ihrem Aufstiege helfen?: Indem ihr für sie betet, damit dies
Gebet die geistige Stimme ist, die sie erweckt, sie erleuchtet und zu
Mir führt. Gedenkt ihrer mit Liebe, dann werden eure Gebete wie
ein Balsam auf ihren Leiden sein. Lasst sie erkennen, dass ihr in
Meinem Gesetze lebt, damit euer Beispiel und euer Einfluss ihnen
hilft. Doch denkt nicht nur an jene, von denen ihr irgendeine
Wohltat empfangen habt; denkt auch an die, die unsichtbar um euch
sind und die ihr auf Erden nicht gekannt habt. Schön sind Akte der
Dankbarkeit; aber es ist verdienstvoller in Meinen Augen, wenn ihr
gebt, ohne zuvor etwas empfangen zu haben. Doch wenn ihr
imstande seid, euch an den, der euch verletzt hat, ohne Groll zu
erinnern und ihm zu vergeben, so habt ihr euch euren Meister zum
Vorbild genommen, und eure Vergebung, welche Ausdruck der
Liebe ist, wird demjenigen zum Heile gereichen, dem ihr sie
gewährt.
5. Der Vater dringt in das Innerste eures Herzens und sagt euch:
Erkennet euch selbst, und ihr werdet eure Mitmenschen erkennen.
Richtet euch selbst, bevor ihr euren Nächsten richtet. Nehmt Mich
zum Vorbild und folgt Meiner Spur.
6. Immerzu bittet ihr Mich um Vergebung für eure Verfehlungen,
ohne dass ihr denen vergeben habt, die euch verletzt
haben.
7. Schon seit langem habt ihr das Licht der Wahrheit auf den
Wegen und in den Büchern (der Welt) gesucht, ohne die wahre
Geistesnahrung zu finden, sondern nur ein Labsal für den Verstand.
Heute habt ihr Meine Wahrheit, die zu euch vom wahren Leben
spricht.
8. Ihr kamt in die Ärmlichkeit dieser Versammlungsstätten, und
als ihr in ihnen dies schlichte Wort vernahmt, — denn seine
Redewendungen sind weder gewählt noch wissenschaftlich —
fühltet ihr Ergriffenheit in eurer Seele, und diese erkannte, dass sie
einer göttlichen Offenbarung beiwohnte. Ich sah eure Sehnsucht
nach Licht und gewährte euch, das zu schauen, was ihr so sehr
ersehntet. Ich ließ euch auf allen Wegen wandeln, damit ihr
schließlich auf diesem hier die Wahrheit finden solltet.
9. Hinter der Einfachheit und Unscheinbarkeit, mit der Ich zu
euch spreche, steht das Wissen um alle Dinge. Geht dem Worte auf
den Grund, und ihr werdet entdecken, dass sein Wesenskern Alpha
und Omega, Anfang und Ende alles Geschaffenen ist.
10. Viele Lehren werde Ich euch erst dann geben, wenn ihr in
Meinem Reiche seid. Ihr sollt sie jetzt noch nicht kennen, so wenig
wie ihr den hohen Lohn kennen sollt, den ihr euch für das ewige
Glück des Geistes erarbeitet. Es muss eine absolute Uneigennützigkeit
in euch sein, damit eure Verdienste wahrhaftig sind. Ihr
dürft die guten Werke, die ihr tut, nicht bekannt machen, denn ihr
würdet ihnen dann das Verdienst nehmen, das sie haben könnten.
Ich allein kenne den großen oder kleinen Wert eurer Werke, Ich bin
es, der sie zu beurteilen hat. Warum wollt ihr, dass die Menschen
euch um ihretwillen preisen? Die Eitelkeit verdirbt die Menschen
und befleckt die Seele.
11. Wenn ihr einst zu Mir kommt, werde Ich euch eine Krone
geben, die nicht aus Dornen besteht wie jene, die ihr auf die
Schläfen Jesu drücktet.
Ein jeder hat im materiellen Universum einen Platz, den ihm der
Vater bereitet hat und den er zu behüten und zu verteidigen hat, um
sich in der Liebe zu seinem Herrn einen andern zu verdienen.
12. Ich habe euch zugerüstet, denn schon nähert sich der
Augenblick Meines Abschieds. Doch zuvor will Ich euch Meine
Unterweisung als einen Schatz hinterlassen. Strebt nicht nach Gold,
und habt auch kein Verlangen nach prächtigen Wohnungen. Manche,
die vom Aussatz bedeckt sind oder als Elende auf Erden wandeln,
tragen einen Schatz in ihrer Seele.
13. Jetzt sage Ich euch: Bereitet euch vor, denn dieses Jahr
werden sich die "Bäume" in den Provinzen vermehren, wo sie so
sehr Mein Wort erwartet haben.
14. Die inkarnierten Seelen haben sich wegen der Unterschiede
der Rassen nicht zu vereinen verstanden; deshalb werde Ich viele
von der Erde nehmen, und im Jenseits werde Ich aus ihnen eine
Familie bilden, und wenn ihre Verderbtheit groß war, so wird
hernach ihre geistige Klarsicht und ihre Reue groß sein.
15. Betet für die verwirrten Seelen, für die Erdgebundenen, für
jene, die im Innern der Erde sich noch nicht von ihren Körpern zu
lösen vermögen, für jene, die wegen der unverständigen Trauer, die
man um ihretwillen auf der Erde beibehält, leiden und weinen. Und
vergebt auch denen und richtet jene nicht mehr, die in eure Herzen
Böses gesät haben. Wenn eure Augen sie schauen könnten, wie sie
kniefällig bittend eure Vergebung erflehen, wärt ihr nicht so
ungerecht zu ihnen. Helft ihnen, sich in die Unendlichkeit emporzuschwingen,
erhebt sie durch euer liebevolles Gedenken, begreift,
dass sie nicht mehr zu dieser Welt gehören.
16. Ich sage euch noch einmal: Wer vom Wasser Meines Wortes
kostet, wird nie mehr Durst fühlen.
17. Jünger, Ich will, dass die Tugenden eures Herzens die
Gewänder sind, die die Blößen eurer Seele bedecken. So spricht zu
euch der Tröster-Geist, welcher in der Zweiten Zeit verheißen
wurde.
18. Der Vater wusste bereits um den Schmerz und die
Prüfungen, die die Menschheit bedrücken würden, und den Grad der
Verderbtheit, den die Menschen erreichen würden. Das Kommen
des Trösters bedeutet für euch die Lösung des Sechsten Siegels, das
heißt den Beginn einer neuer Etappe in der Entwicklung der
Menschheit. Von diesem Zeitpunkt an ist für alle Menschen ein
göttliches Gericht in Kraft; jedes Leben, jedes Werk, jeder Schritt
wird streng gerichtet. Es ist das Ende eines Zeitalters, nicht das
Ende des Lebens.
19. Es ist der Abschluss der Zeiten der Sünde, und es ist
notwendig, dass der ganze Inhalt dieses Sechsten Siegels des Buches
Gottes auf die Seelen ausgegossen wird und sie aus ihrer Lethargie
reißt, damit der Mensch sich aufrafft und die Harmonie seiner Seele
mit der ganzen Schöpfung erlebt, und er sich für die Zeit vorbereitet,
in welcher durch das Lamm das Siebte Siegel gelöst wird, welches
die letzten Hefen des Leidenskelches bringen wird, aber auch den
Triumph der Wahrheit, der Liebe und der Göttlichen Gerechtigkeit.
20. Wenn das Siebte Siegel zusammen mit den sechs anderen
abgeschlossen ist, wird auch jenes Buch verschlossen bleiben,
welches das Urteil Gottes über die Werke der Menschen gewesen
ist, vom ersten bis zum letzten. Dann wird der Herr ein neues,
unbeschriebenes Buch öffnen, um in ihm die Auferstehung der
Toten, die Befreiung der Unterdrückten, die Erneuerung der Sünder
und den Sieg des Guten über das Böse aufzuzeichnen.
21. Wenn ihr die Offenbarung der Sieben Siegel studiert, die
Johannes übergeben wurde, werdet ihr nur der Sünde, Entweihung
und Verderbnis in den Nationen der Welt begegnen. Dort findet sich
die Geschichte eurer Kriege, alles Elends und aller Drangsale,
welche die Menschen aufgrund ihrer Untreue und ihrer Schwachheit
erlitten haben, und auch das Gericht, das auf jedes eurer Werke
gefolgt ist.
22. Christus hatte (erst) die Mitte des Lebensweges erreicht,
doch durch Sein Opfer, durch Sein vollkommenes Vorbild rettete Er
euch vor dem Tode. Sein Blut war der Urteilsspruch der Liebe,
durch den Er den Verlorenen das Heil brachte und ihnen wie mit
einem lebenserweckenden Kusse die Göttliche Vergebung schenkte.
Das Kreuz war der Schlüssel, mit dem Er den Seelen nach der
großen Schlacht die Tore zur Ewigkeit öffnete.
23. Dies ist "Das Lamm", welches der Prophet die Buchrolle
öffnen und die Siegel lösen sah, der einzige, der im Himmel und auf
Erden würdig war, dies Buch zu öffnen; denn nur Seine Liebe
konnte euren Hass besiegen, Seine Sanftmut eure Feindseligkeiten
zunichte machen, und Sein Licht eure Finsternis beseitigen. Wer
könnte diesem Gericht entgehen? Wer könnte diesem Buche
entkommen und aufhören zu existieren? Niemand wird sich vor Mir
verbergen können, o Volk! Erkennet, wie in diesen Zeiten, in denen
dies Gericht selbst in der Luft, die ihr atmet, spürbar ist, euch nicht
der göttliche Trost fehlt. Der Mantel der Liebe Gottes wird in eurem
Leben sichtbar, und ihre Stimme sucht Gehör bei jedem Herzen.
24. Es ist der Geist der Wahrheit, der herniederkommt, um
Geheimnisse aufzuklären und euch das notwendige Wissen zu
offenbaren, um euch des wahren Lebens zu erfreuen. Er ist der
göttliche Trost, der sich auf eure Leiden ergießt, um euch ein
Zeugnis dafür zu geben, dass das Göttliche Gericht nicht Strafe noch
Rache ist, sondern ein Gericht der Liebe, um euch zum Licht, zum
Frieden und zur Seligkeit zu bringen.
25. Ich finde kein einziges unbewohntes Herz, in dem Ich
wohnen kann, alle sind der Welt verfallen. Doch wie verdienstvoll
ist der in Meinen Augen, welcher — sich über seinen Schmerz
hinwegsetzend — Meinen Willen zu segnen vermag.
26. Was würde aus euch, wenn ihr inmitten eurer Drangsale
nicht den Trost eures Glaubens hättet? Erkennet, wie dieser Glaube
euch Meine Gegenwart sehr nahe fühlen lässt und ihr, nun nahe bei
Mir, von Kraft und Hoffnung erfüllt werdet. Bringt Mir auch
fernerhin dieses Vertrauen entgegen, damit Ich euch all den Trost
gewähre, den Ich für euch bereithalte.
27. Wie wohltuend ist es für Mich, wenn Ich fühle, dass Ich
Glauben finde und in Meinem Willen respektiert werde. Wie
befriedigend ist es für Meinen Geist, wenn Ich sehe, dass ihr eurem
Vater vertraut, dass ihr zu warten versteht, dass ihr unfähig seid, Mir
abtrünnig zu werden, obwohl euch die Schwere der Prüfungen
zuweilen niederdrückt. Dazu sage Ich euch: Diese haben sich
Meiner Wohltaten würdig erwiesen, weil sie in den Heimsuchungen
Verdienste erworben haben.
28. Stählt euren Geist in den großen Schlachten des Lebens, wie
jenes Volk Israel in der Wüste gestählt wurde. Wisst ihr, wie weit die
Wüste ist, die kein Ende zu haben scheint, mit einer unbarmherzigen
Sonne und glühendem Sand? Wisst ihr, was die Einsamkeit und die
Stille und die Notwendigkeit nächtlichen Wachens ist, weil die
Feinde auflauern? Wahrlich, Ich sage euch, dort in der Wüste war es,
wo jenes Volk das Große erfasste, das darin bestand, an Gott zu
glauben, und wo es lernte, Ihn zu lieben. Was konnte jenes Volk von
der Wüste erwarten? Und dennoch hatte es alles: Brot, Wasser, ein
Heim zum Ausruhen, eine Oase und ein Heiligtum, um ihre Seele in
Dankbarkeit zu ihrem Vater und Schöpfer zu erheben.
29. Als Israel das Gelobte Land betrat, war es ein erstarktes,
geläutertes, begeistertes Volk. Wie lieblich erschien ihm jenes Land,
das seinen Schoß öffnete, um den Sohn zu empfangen, der es mit
soviel Glauben und Beharrlichkeit gesucht und endlich gefunden
hatte.
30. Auch ihr seid ein Volk, und das Leben, das ihr durchlauft, ist
ein Abbild der Wüste. Deshalb sage Ich euch, dass ihr euch den
Glauben jenes Volkes zum Vorbild nehmen sollt, damit ihr Meine
Wunder auf eurem Wege erlebt. Diese Wunder werden auf eurem
Lebensweg das Wasser sein, das aus den Felsen quillt, oder das
Manna, das die Winde herbeitragen.
31. Die Bundeslade war für jenes Volk die leuchtende Fackel,
die seinen Weg erhellte. Ihr jedoch sollt nicht vergessen, dass in
eurem Herzen das Heiligtum existiert, wo ihr beten könnt, um euch
mit Meiner Kraft zu bekleiden, und um die liebevolle Stimme eures
Vaters zu vernehmen. Ich bin euer Arzt; sucht Mich bei allen sich
ergebenden Gelegenheiten eures Lebens, und ihr werdet Meine
Stimme vernehmen und werdet Meine Gegenwart, Meine Liebe und
Meinen Trost offenbart sehen.
32. Tröstet euch mit dem Gedanken, dass Meine Barmherzigkeit
euch für alle eure Leiden im Leben entschädigen wird, wenn ihr
zum Schoße des Geistigen Lebens kommt. Dies Neue Land, das Ich
eurem Geiste verheißen habe, — könnt ihr euch etwa vorstellen, wie
seine Seligkeiten beschaffen sein werden, seine Früchte, seine
Wunder und Vollkommenheiten?
33. Wenn für Israel seine Ankunft in seinem Vaterlande ein
Traum war, nachdem es durch die Wüste geirrt war, wie herrlich
wird es dann für euren Geist sein, nach einer langen Pilgerreise das
Reich des Lichtes zu betreten. Verstehet daher, dass selbst das
kleinste eurer Leiden ein Dorn oder ein Felsbrocken der Wüste ist,
die ihr durchquert, damit ihr Geduld in den Prüfungen und
Verständnis für eure Bestimmung zeigt.
34. Ihr alle seid in eurem Leben schon an einen Kreuzweg
gelangt, wo ihr euch gefragt habt: "Wohin gehe ich?" Manchmal
seid ihr an einem Scheideweg gestanden, als ihr eine Enttäuschung
erlebtet; ein andermal war es, als ihr etwas erreicht habt, das ihr
eifrig erstrebtet, und als ihr es dann erreicht hattet, habt ihr
begriffen, dass dies nicht der Zweck eures Lebens sein konnte, dass
es etwas Größeres, Edleres und Schöneres sein muss, das das Ziel
des Geistes ausmacht.
35. Hart ist diese Lebenskrise, bitter die Stunde und furchtbar
der Kampf, der dann in eurem Innern tobt. Doch Ich sage euch:
Wohl denen, die bei dieser Prüfung in ihrem Glauben standhaft
bleiben, denn sie werden heil daraus hervorgehen und sagen: "Ich
habe das Licht gesehen, ich kenne den Weg, die Stimme des Herrn
ruft mich."
36. Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid wie die Wildbäche, die
manchmal von ihrem Flussbett abweichen, aber schließlich doch ins
Meer münden, das ihr Ziel ist.
37. Ergründet Mein Wort, Jünger, und ihr werdet erfahren, dass
es die Geheimnisse aufklärt, die ihr nicht begreifen konntet. Ich
gebe euch die Deutung derselben, damit ihr nicht Fehlern oder
Irrtümern anheimfallt. Einst versprach Ich euch, den Geist der
Wahrheit zu senden, um euch alles zu erklären, was für euch ein
Mysterium war: dieser Geist bin Ich. Von wem kann die Wahrheit
ausgehen außer von Mir? Die Zeit des Lichtes ist gekommen, ihr
beginnt alles zu verstehen, und in dem Maße, in dem eure
Verständigung mit Meinem Geiste sich vervollkommnet, wird das
Wissen, das ihr erwerbt, größer werden, und größer das Licht, das
ihr empfangt.
38. Euer Geist lebte unterdrückt durch das Fleisch; doch die
Stunde seiner Befreiung kam, und in dem Maße, in dem sein Flug
größere Höhen erreicht, werdet ihr größere Wunder entdecken. Euer
Herz war Sklave der Welt, doch als es sich von jenen Fesseln befreit
hatte, erkannte es, was es lieben sollte, und begriff auch, von
welchen Leidenschaften es sich trennen sollte.
39. Ihr freut euch bei dem Gedanken an den Schritt, den ihr
getan habt, aber ihr verbergt diese Freude in euren Herzen aus
Furcht davor, dass die Welt sie euch mit ihren Kritiken und Urteilen
raubt. Ihr seid noch furchtsam, aber Ich sage euch, der Zeitpunkt
wird kommen, an dem nichts und niemand euch ängstigen wird, an
dem ihr eine innige Befriedigung fühlt, wenn ihr euch "Jünger des
Heiligen Geistes" nennt, statt euch zu schämen, wie es euch schon
passiert ist, so, als ob ihr bei einer Sünde ertappt oder überrascht
worden wäret.
40. Ihr seid Geschwister jener Christen, die sich in den
Katakomben Roms verbargen; doch vergesst nicht, dass jene
Scharen, wenn sie aus dem Dunkel ans Licht kamen, dieses taten,
um der ungläubigen Welt das Licht zu bringen, wobei sie die
Menschen durch ihren Glauben in Erstaunen setzten. Sie waren der
Regen auf die göttliche Saat, die der Meister gesät hatte. Später
sollten sich die heidnischen und sündigen Völker, durch jene
Zeugnisse bekehrt, wie Schiffbrüchige auf der Suche nach dem
rettenden Leuchtfeuer an das Kreuz Meiner Liebe klammern.
41. Ihr Menschenscharen, die ihr Mich vernommen habt —
wann kommt ihr aus eurer Zurückgezogenheit und eurem Dunkel
hervor? Verzögert ihr eure Zurüstung etwa absichtlich, aus Furcht
vor der (dann bevorstehenden) Auseinandersetzung? Wahrlich, Ich
sage euch, nur der fürchtet sich, der sich nicht geistig bereitet hat;
denn wer Mein Wort kennt und seinen Herrn und seinen Nächsten
liebt, hat nichts zu fürchten, und anstatt die Menschen zu meiden,
sucht er die Begegnung mit ihnen, um sie an dem teilhaben zu
lassen, was er empfangen hat. Nachdem er Meine Lehre studiert und
ergründet hat, bringt er sie zur Anwendung.
42. Volk Israel, du bewohnst dies Erdental in einer Zeit der
Sühne. Ich zeige dir den schmalen Weg, den Mein Gesetz vorzeichnet,
damit du auf ihm rein wirst und ein Teil des von Mir
belehrten Volkes bist.
43. Ich habe euch in dieser Zeit Mein Wort gegeben, damit ihr
Meine Aufträge kennt und eine weitere Manifestation der Liebe
eures Vaters habt. Zweifelt nicht an Mir und fürchtet nichts von Mir,
Ich will euch nicht mit Gewalt beherrschen. Wenn ihr Mir
nachfolgen wollt, müsst ihr die Essenz Meiner Lehre kennen,
welche die gleiche ist, die Ich euch in der Zweiten Zeit brachte.
Dann werdet ihr all das verstehen, was dieser an euch ergehende Ruf
für euren Geist bedeutet. Wenn ihr ihn nicht annehmt, werden
andere Seelen kommen, die Mich liebend gerne empfangen, und
ihnen werde Ich die Gnade zuteil werden lassen, die ihr
zurückweist.
44. Ich habe euch immer gesagt: "Viele sind Berufene, doch nur
wenige gehören zu den Auserwählten." Doch nicht Ich bin es, der
auszeichnet oder Vorrechte gewährt — ihr selbst seid es, die sich ein
Anrecht darauf erwerben, diesen Namen zu erhalten.
45. Die Mir nachfolgen, sind berufen, diejenigen zu sein, die
Meine Unterweisung verbreiten, welche der Menschheit Trost und
Rettung bringen soll. Wohl denen, die, als sie diese Stimme zum
ersten Male vernommen haben, gefühlt haben, dass die Leere in
ihrem Herzen ausgefüllt wurde, und die ihre schwache Körperhülle,
welche am Zusammenbrechen war, wiederaufrichteten, weil sie die
Stärkung und die Belebung empfangen haben, die Ich euch gegeben
habe. Ich fordere euch auf, euer Kreuz auf euch zu nehmen und
wiederhole für euch jene Worte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und
das Leben."
46. Wie lange seid ihr auf der Erde gewandert, und wie viele
Tränen habt ihr vergossen, ohne euer Ziel zu erreichen! Ich habe
euch dahinziehen lassen und unterschiedliche Früchte kosten lassen,
damit ihr Mich schließlich erkennt. Ich bin bei euch gewesen auf
allen euren Wegen. Die Stimme, die ihr vernommen habt, und die
euch aufforderte zu beten, ist Meine Stimme. Die fürsorgliche
Liebe, die eure Schritte gelenkt hat, ist die Meine. Doch Ich will,
dass ihr euch besinnt und an eure Bestimmung denkt, damit ihr den
Spuren Meiner Schritte auf Erden folgt.
47. Zu euch, die Ich in bescheidenen Gebetshäusern versammelt
habe, habe Ich nicht als Richter gesprochen, obschon Ich euch
wahrheitsgemäß sage, dass Ich euch noch richten werde. Doch Ich
liebe euch und will, dass ihr Mich immer als Vater sucht, damit,
wenn Meine Kundgebung in dieser Form abgeschlossen ist, ihr euch
erinnert, dass Mein Wort euer Herz niemals verletzte, und dass Ich
euch nur innerlich bewegte, indem Ich eure Empfindsamkeit
ansprach und mit dem feinsten Meißel, welcher Mein Wort ist, eure
Herzen bearbeitete; und dass Meine Unterweisung euch von eurem
trübseligen und alltäglichen Dasein entfernte, weil ihr den wahren
Weg zum Heil gefunden habt.
48. Bringt Meine Unterweisung zur Anwendung, und ihr werdet
nicht straucheln; der Schmerz wird euch nicht verschonen, doch er
wird euch nicht verzweifeln lassen. Ihr werdet Kraft in den Tagen
der Prüfung haben und werdet zur inneren Ruhe finden, auch wenn
ihr eine leidvolle Lebenskrise durchlebt, und schließlich wird eure
Körperhülle ergeben und willig in die Erde sinken. Eure Seele wird
sich erheben und wird Mir in dem "Gerichtshof" begegnen, wo Ich
sie zu richten habe. Doch ihr werdet nicht vor einen schrecklichen
Richter treten, sondern vor einen verständnisvollen und liebenden
Vater, der eure guten Werke loben und euch klar machen wird, was
unwürdig ist, vor Ihn zu gelangen, weshalb ihr euch noch zu läutern
habt.
49. Ihr werdet nicht behaupten können, dass ihr das Gesetz nur
deshalb nicht befolgt habt, weil euch das Licht gefehlt hat; denn Ich
habe es in Strömen auf jeden Geist ergossen. Ich verlange nicht von
euch, dass ihr es Meinen Werken der Zweiten Zeit gleichtut, aber
doch dies, dass ihr sie euch zum Vorbild nehmt. Die kommenden
Generationen werden bei der Erfüllung Meines Liebesgesetzes
vorwärts schreiten, und so wird die Menschheit von Generation zu
Generation auf ihrem Wege der Vervollkommnung vorankommen.
Ihr legt derzeit die Fundamente für die vollkommene Verbindung
mit Mir, und eure Kinder werden eure Werke fortsetzen.
50. Wenn ihr wegen Meiner Lehre gerichtet werden solltet, so
verzagt nicht wegen dieses Urteilsspruches und schämt euch auch
nicht, Meine Jünger zu sein. Erinnert euch an die, die Mir in der
Zweiten Zeit nachfolgten, und ermutigt euch an ihrem Beispiel.
51. Mein Werk wird euch in den Prüfungen Halt geben. Verzeiht
jede Beleidigung, und wann immer ihr gerichtet und mit Schande
bedeckt worden sein solltet, werde Ich Beweise für eure Unschuld
und Rechtschaffenheit geben. Fasst diese Prüfungen als die
Gelegenheit auf, die Ich euch gebe, um euch bei den Menschen als
Meine Jünger erkennbar zu machen.
52. Suchet das ewige Leben, und ihr werdet in ihm Frieden
finden; lasst zu, dass eure Mitmenschen euch ungerecht beurteilen.
Die Zeiten der Verfolgung, die Ich euch angekündigt habe, werden
kommen, und zu dieser Zeit müsst ihr bereits stark sein und auf
Mich vertrauen. Und wenn das Brot knapp ist und euch Arbeit
verweigert wird, so fürchtet euch nicht, ihr werdet nicht verhungern.
Betet, und arbeitet für das Heil eurer Mitmenschen. Dann werdet ihr
erleben, dass das geistige Ideal euch nährt, und ihr werdet jene
Worte verstehen, in denen Ich euch sagte: "Der Mensch lebt nicht
vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Worte, das von Gott
kommt."
Mein Friede sei mit euch!

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